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August 17, 2012

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

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Veröffentlicht: 18:43, 17. Aug. 2012 (CEST)
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Ein UH-60L „Black Hawk“ der US Army im Irak

Kabul (Afghanistan), 17.08.2012 – Wie die internationale Schutztruppe ISAF mitteilte, starben am gestrigen Donnerstag bei dem Absturz eines ISAF-Helikopters elf Menschen, unter denen sich sieben US-Soldaten, drei afghanische Sicherheitskräfte und ein afghanischer Übersetzer befinden sollen.

Die Ursache des Absturzes ist noch unklar und wird weiterhin untersucht. Hingegen wurde von Seiten der Taliban von einem gezielten Abschuss gesprochen. Nach Angaben des Taliban-Sprechers Kari Jussif Ahmadi soll der Hubschrauber bereits in der Luft in Flammen aufgegangen sein, nachdem er von einer Panzerfaust getroffen wurde, wobei niemand überlebt haben soll. Der Angriff soll sich in der Provinz Kandahar im Bezirk Shah Wali Kot zugetragen haben.

Dschawid Faisal, Sprecher der Provinz Kandahar, bestätigte den Absturz des Helikopters im Bezirk Shah Wali Kot. Er konnte jedoch keinerlei Angaben zur Absturzursache machen. Laut einem ISAF-Sprecher liegen noch keine genaueren Informationen vor. Die einzig genaue Information ist, dass es sich bei dem Helikopter um einen UH-60 Black Hawk handelt. Es wurden schon des öfteren ISAF-Helikopter von den Taliban abgeschossen.

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July 18, 2012

Pakistan: Tausende Pakistaner demonstrierten gegen die NATO

Pakistan: Tausende Pakistaner demonstrierten gegen die NATO

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Veröffentlicht: 14:17, 18. Jul. 2012 (CEST)
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Peschawar (Pakistan) / Jamrud (Pakistan), 18.07.2012 – Am gestrigen Dienstag demonstrierten tausende Pakistaner gegen die NATO und die Wiedereröffnung der Nachschubrouten für die in Afghanistan stationierten ISAF-Truppen. Die Demonstranten zogen von der im Nordwesten des Landes liegenden Stadt Peschawar aus in die Stadt Jamrud, welche sich nahe der afghanischen Grenze befindet, und riefen dabei Parolen wie „Tod den USA“.

An dem Protestmarsch sollen sich einem Behördenvertreter zufolge bis zu 20.000 Menschen beteiligt haben. Ein AFP-Fotograf schätzte die Zahl der Teilnehmer jedoch auf 8.000 bis 10.000 Menschen. Die Demonstration wurde von der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami organisiert, welche mit 50.000 Teilnehmern gerechnet hatte. Die Blockade der NATO-Transportwege, die im November 2011 nach einem tödlichen US-Luftangriff auf einen pakistanischen Grenzposten verhängt wurde, wurde Anfang Juli von der pakistanischen Regierung aufgehoben.

Die Aufhebung der Blockade verursachte Proteste von Seiten islamistischer Parteien und anderer Gruppen. Da die Spediteure für die Blockade, welche sieben Monate lang andauerte, Entschädigungen und Sicherheitsgarantien verlangen, passierten bislang nur einige wenige Lastwagen die Grenze nach Afghanistan.

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  • Portal:Pakistan
  • Portal:Afghanistan

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July 3, 2012

Afghanistan: Drei britische Soldaten von uniformiertem Mann erschossen

Afghanistan: Drei britische Soldaten von uniformiertem Mann erschossen

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Veröffentlicht: 01:26, 3. Jul. 2012 (CEST)
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Afghanische Polizisten

Kabul (Afghanistan), 03.07.2012 – Drei Angehörige der britischen Armee sind im Süden Afghanistans von einem Mann in afghanischer Polizeiuniform getötet worden. Wie das Verteidigungsministerium in London am Montag mitteilte wurden die drei Soldaten am Sonntag in der Provinz Helmand erschossen. Die drei Briten sollen Teil eines Polizeiberatungsteams gewesen sein. Angaben zufolge eröffnete der uniformierte Mann das Feuer, als die Soldaten den Kontrollpunkt Kamparack Pul im Bezirk Nahr e Saradsch verließen.

Laut einem afghanischen Behördensprecher kamen zur selben Zeit drei Zivilisten durch einen Nato-Luftangriff im Osten des Landes ums Leben. Am Montagmorgen sollen Nato-Truppen, die im Bezirk Charch patrouillierten, von Aufständischen beschossen worden sein. Als Reaktion soll von den Soldaten ein Luftangriff angefordert worden sein, bei dem drei Ladenbesitzer getötet wurden. Nach ersten Berichten sei nicht von zivilen Opfern auszugehen, erklärte ein Sprecher des Militärbündnisses.

Als am Sonntag im Osten des Landes in der Provinz Ghazni eine am Straßenrand versteckte Bombe explodierte wurden ebenfalls fünf Zivilisten getötet und elf weitere Menschen wurden verletzt. Unter den Toten befanden sich auch Frauen und Kinder. Der Aussage des stellvertretenden Polizeichefs der Provinz nach, sei der voll besetzte Bus, in dem sich die Opfer befanden, auf den Sprengkörper aufgefahren.

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June 30, 2012

Russland stimmt Transit von Isaf-Gütern im Luftverkehr zu

Russland stimmt Transit von Isaf-Gütern im Luftverkehr zu

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Veröffentlicht: 00:30, 30. Jun. 2012 (CEST)
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Blick über Uljanowsk

Moskau (Russland), 30.06.2012 – Laut der russischen Nachrichtenseite „RIA Novosti“ hat die Regierung Russlands dem Landtransport von nicht-militärischen Gütern der NATO zugestimmt. Russland genehmigte ebenfalls den Luftverkehr, um nicht-militärische Güter aus Afghanistan zu transportierten und wieder nach Afghanistan zurück zu fliegen.

Am Freitag wurde der Beschluss in die Datenbank für staatliche Normativ- und Verfügungsakte aufgenommen.

Die Güter sollen über Uljanowsk transportiert werden. Die Güter stammen von der NATO geleiteten ISAF in Afghanistan.

Außer dem Landtransport der Güter ist es auch geplant, eine kombinierte Transitbeförderung im Bahn-, Kraft- und Luftverkehr einzuführen.

Die russischen Behörden, unter ihnen auch Vizepräsident Dmitri Olegowitsch Rogosin, wiesen schon öfter darauf, dass in Uljanowsk kein Militärstützpunkt der NATO oder der USA errichtet werden soll, sondern ein Umschlagplatz.

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February 22, 2012

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

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Veröffentlicht: 20:06, 22. Feb. 2012 (CET)
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Kabul (Afghanistan), 22.02.2012 – Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera haben in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, über tausend Menschen gegen die Koran-Verbrennungen, die von einigen US-Soldaten begangen wurden, protestiert. Die Proteste zogen sich über das ganze Land. Mindestens acht Demonstranten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Nach Angaben der Behörden wurden dutzende weitere bei den Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen verletzt. Präsident Hamid Karsai forderte von der US-Armee eine schnellere Übergabe des Gefängnisses von Bagram an die Afghanen.

Nach Angaben der afghanischen Polizei setzten in Kabul wütende Demonstranten Fahrzeuge in Brand und attackierten Geschäfte. Als von Demonstranten Autoscheiben eingeschlagen und eine Hauptstraße in der Nähe des US-Stützpunktes Camp Phoenix blockiert wurde, wurde in die Menschenmenge geschossen. Durch das eröffnete Feuer wurden mindestens drei Menschen verletzt. Unklar ist noch, wer geschossen hat. Dass die Polizei das Feuer eröffnet hatte, wurde von den afghanischen Sicherheitskräften nicht bestätigt. In Kabul starb ein Demonstrant, teilte das Gesundheitsministerium mit.

In der ostafghanischen Stadt Dschalalabad kam es auch zu Demonstrationen. Rund tausend Studenten blockierten eine Hauptstraße. Angaben Al Jazeeras zufolge sollen ein Mensch bei Schießereien mit anti-amerikanischen Demonstranten getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden sein. Eine Sprecherin der Provinzbehörden der Nachrichtenagentur AFP sagte, dass sechs Menschen im Bezirk Schinwar in der Provinz Parwan nördlich von Kabul getötet worden sind.

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram protestiert wird. Am Dienstag kam es schon zu Demonstrationen und zu Angriffen auf den Stützpunkt. Nach den Vorfällen entschuldigte sich General John Allen, Oberkommandeur der Nato-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF. Allen nannte dies einen „unangemessenen Umgang“ mit islamischem religiösen Material. Er sagte, dass die Verbrennungen von Koran-Ausgaben „irrtümlich“ geschehen seien. Dass US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Ausgaben zur Entsorgung versehentlich in eine Verbrennungsanlage gebracht hätten, ist von der ISAF bestätigt worden.

Alle Soldaten wurden nun von ISAF zu einer Schulung verpflichtet. Bis Anfang März sollen sie lernen, mit Gegenständen aus religiösen Kontexten, wie etwa dem Koran, angemessen umzugehen. Für Muslime ist jede Schändung des Korans eine Todsünde. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigte sich für den „höchst bedauerlichen Zwischenfall“. Aus Sicherheitsgründen hat die US-Botschaft in Kabul für ihre Mitarbeiter ein Reiseverbot verhängt.

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June 2, 2011

Anschlag in Afghanistan – Erneut ein deutscher Soldat gestorben

Anschlag in Afghanistan – Erneut ein deutscher Soldat gestorben

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Veröffentlicht: 16:19, 2. Jun. 2011 (CEST)
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Ein Panzer vom Typ Marder

Kundus (Afghanistan), 02.06.2011 – Bei einem Anschlag der Taliban 36 Kilometer südlich von Kundus ist am Donnerstag ein deutscher Soldat getötet worden. Zu dem Anschlag in der Provinz Baghlan, die im Norden des krisengeschüttelten Landes liegt, bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Bei dem Sprengstoffanschlag wurden außerdem zwei Bundeswehrsoldaten schwer- und drei leichtverletzt. Dies berichten Presseagenturen unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam.

Der Anschlag ereignete sich um 11:54 Uhr Ortszeit (07:24 CEST) und war gegen einen Schützenpanzer vom Typ Marder gerichtet, der zu einer Patrouille der Ausbildungs- und Schutzbataillone gehörte. Die beiden Bataillone sind vor allem in der afghanischen Provinz Baghlan im Einsatz. Der Sprengsatz war an einem Wegesrand deponiert.

In den letzten zehn Tagen sind bereits drei Bundeswehrsoldaten bei Anschlägen in Afghanistan ums Leben gekommen.

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May 25, 2011

Afghanistan: Fragestunde im Bundestag zu Vorfällen in Taloqan

Afghanistan: Fragestunde im Bundestag zu Vorfällen in Taloqan

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Veröffentlicht: 18:21, 25. Mai 2011 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 25.05.2011 – In einer Fragestunde im Deutschen Bundestag stellten die Abgeordneten Inge Höger und Heike Hänsel (Die Linke) und Hans Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen) Fragen zu den gewalttätigen Demonstrationen am 18. Mai 2011 vor einem Bundeswehrlager in Taloqan (Zwischenfall N317).

Ströbele, der zuerst seine Fragen stellte, wollte wissen, ob durch gezielte Zugriffe mit Tötungen durch US-Einheiten die Sicherheitslage im Verantwortungsbereich der Bundeswehr verbessert werde und ob die Bundeswehr auf die USA einwirken werde, derartige Einsätze in Zukunft unterbleiben zu lassen. Frau Hänsel wollte wissen, ob die Bundeswehr Kontakt zu den Hinterbliebenen der Getöteten aufnehmen werde. Frau Höger thematisierte, ob die Bundeswehr eine Politik der Deeskalation in Afghanistan betreibe.

Beantwortet wurden die Fragen von Thomas Kossendey, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Er sagte, dass mehr als zehn afghanische Demonstranten getötet und etwa 70 Afghanen verletzt worden seien. Verletzt wurden auch drei Deutsche und fünf afghanische Sicherheitskräfte. Der Staatssekretär teilte mit, dass die in der Nacht zuvor erfolgte ISAF-Operation, bei der vier Afghanen getötet und zwei festgenommen worden seien, einen bevorstehenden Selbstmordanschlag verhindert habe. Der eigentliche Grund für die gewalttätige Demonstration sei eine Benachteiligung von Teilen der lokalen Bevölkerung und eine Instrumentalisierung der Ereignisse in der Nacht zuvor gewesen. Eine weitere bei der Fragestunde mitgeteilte Information war, dass 350 afghanische Sicherheitskräfte die Demonstration begleitet hätten, um einen Vorfall zu verhindern wie zuletzt, als ein Standort der UNO bei Masar-i-Scharif von tausenden gewalttätigen Afghanen überrannt und sieben UNO-Mitarbeiter ermordet wurden. Gegenwärtig wird der aktuelle Vorfall noch von einer afghanischen Kommission und einer ISAF-Kommission untersucht. Der Bericht der Feldjäger liegt bereits vor.

Eine weitere Fragerunde wurde vom Staatsminister im Auswärtigen Amt Werner Hoyer beantwortet. Inge Höger wollte wissen, welche Schlussfolgerungen die Bundesregierung für ihre Kooperation mit der afghanischen Polizei hinsichtlich der Fortsetzung der Kooperation und der Ausbildung afghanischer Polizeikräfte ziehe. Christine Buchholz (Die Linke) sagte, dass Zivilisten keine Kombattanten seien. Heike Hänsel wollte wissen, wie die Afghanen ihren Protest zeigen könnten, wenn immer mehr Demonstranten zu Tode kämen. Sie wies auch darauf hin, dass sie Kontakt zu einer lokalen Nichtregierungsorganisation habe, die von 20 Toten spreche, und dass die getöteten Personen vom Vortag Zivilisten sein sollen. Ströbele wollte wissen, woher die detaillierten Informationen stammten, und er sagte, dass man in Berichten im Fernsehen habe sehen können, dass nur etwa hundert Personen, von einer Beerdigung mit 3.000 bis 5.000 Teilnehmern ausgehend, zum deutschen Camp gegangen seien.

Der Staatsminister gab an, dass fünf afghanische Wachen verletzt worden seien, und er zog als Schlussfolgerungen für die von den Deutschen verantwortete Ausbildung afghanischer Polizisten, dass diese umso wichtiger sei. Er sagte auch, dass der Norden Afghanistans wichtiger werde und dass die Aufständischen das merken. Möglicherweise bezieht er sich dabei auf die geplante Übergabe der Sicherheitsverantwortung in einigen nördlichen Provinzen in nächster Zeit.

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May 21, 2011

Afghanistan: Bundeswehrsoldaten schossen gezielt auf Demonstranten

Afghanistan: Bundeswehrsoldaten schossen gezielt auf Demonstranten

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Veröffentlicht: 10:59, 21. Mai 2011 (CEST)
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Taloqan (Afghanistan), 21.05.2011 – Nach Angaben des Bundeswehreinsatzführungskommandos gaben Soldaten der Bundeswehr, die im Rahmen der ISAF in Afghanistan stationiert sind, am 18. Mai in der Nähe der Stadt Taloqan im Norden Afghanistans gezielt Schüsse auf Demonstranten ab. Zunächst war lediglich von Warnschüssen die Rede gewesen.

Nach Bundeswehrangaben kam es am 18. Mai 2011 zu einer Demonstration von rund 100 Menschen vor dem „Provincial Advisory Team“ (PAT) in Taloqan, die sich gegen eine ISAF-Operation richtete, an der deutsche Soldaten nicht teilgenommen hatten. Die Demonstranten griffen dabei zu Gewalt. So wurden Autos und Geschäfte angezündet. Weiter wird berichtet, bei der Abwehr der gewalttätigen Demonstranten seien Schusswaffen eingesetzt worden. Bei den Auseinandersetzungen, die in der ganzen Stadt stattfanden, starben nach Angaben von Ärzten insgesamt mindestens 12 Demonstranten.

Ein Teil der Auseinandersetzungen spielte sich vor einem kleinen Außenposten der deutschen Streitkräfte im Umfeld des PAT in der Innenstadt ab. Gegen 11.20 Uhr Ortszeit, so der Bundeswehrbericht, seien von Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails geworfen worden. Unter den sechs Menschen, die dabei verwundet wurden, waren demnach drei deutsche Soldaten, von denen einer mittelschwere Verletzungen erlitt und zwei leicht verwundet wurden. Außerdem wurden afghanische Wachmänner verletzt. Zunächst war seitens der Bundeswehr vom Tod von „vier angreifende[n] Demonstranten“ die Rede. Knapp zwei Stunden später wurde die Zahl nach oben korrigiert. Nun hieß es, „zehn Demonstranten“ seien getötet und „40 weitere Demonstranten“ verletzt worden. Schusswaffen wurden dabei sowohl von Bundeswehrsoldaten als auch von Einheiten der afghanischen Nationalpolizei (ANP) eingesetzt. Es gebe jedoch „keine Erkenntnisse […], dass Angreifer durch Schüsse deutscher Soldaten getötet worden sind.“

In der letzten, gestern um 11:30 Uhr im Internet veröffentlichten Aktualisierung des Bundeswehrberichts heißt es dann: „In drei, gegebenenfalls vier Fällen (abschließende Klärung steht aus) wurden Schüsse auf gewalttätige Angreifer (Handgranaten, Molotowcoctails) in den Rumpfbereich, beziehungsweise Arme und Hände abgegeben. In einem Fall ist nach derzeitiger Erkenntnis ein Treffer im Hals-Kopfbereich nicht auszuschließen.“ In einem Bericht des Spiegel wird vermutet, die Formulierung lege nahe, dass bei dem Schusswechsel möglicherweise ein Demonstrant durch Schüsse von Bundeswehrsoldaten getötet worden sein könnte.

Wie es weiter heißt, wird der Vorfall durch das „ISAF Initial Assessment Team“ und eine Kommission der afghanischen Regierung untersucht.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Zwischenfall N317“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Afghanistan
  • Portal:Bundeswehr

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April 27, 2011

Afghanischer Luftwaffenpilot tötet im Streit mindestens sechs ISAF-Soldaten

Afghanischer Luftwaffenpilot tötet im Streit mindestens sechs ISAF-Soldaten

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Veröffentlicht: 17:36, 27. Apr. 2011 (CEST)
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Kabul (Afghanistan), 27.04.2011 – Mindestens sechs Soldaten der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe für Afghanistan (ISAF) starben am heutigen Mittwoch auf dem militärischen Teil des Kabuler Flughafens durch Schüsse eines afghanischen Luftwaffenpiloten. Bei den Toten handelt es sich offenbar um Ausbilder, deren Nationalität jedoch nicht bekannt gegeben wurde. Laut dem arabischen Nachrichtenportal Al Jazeera handelte es sich bei den Opfern um US-Soldaten. Bundeswehr-Soldaten sollen nicht unter den Toten gewesen sein, erklärte ein Bundeswehrsprecher.

Laut Al Jazeera erklärte General Mohammad Zahir Azimi von der afghanischen Luftwaffe, bei dem Täter habe es sich um einen Piloten gehandelt, der seit 20 Jahren in der afghanischen Luftwaffe diene.

Über die Zahl der bei der Schießerei getöteten Soldaten gibt es unterschiedliche Angaben. N-tv berichtet von bis zu zehn Toten. Al-Jazeera nennt die Zahl von acht Toten.

Vor dem tödlichen Schusswechsel war es nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums im Hauptquartier der afghanischen Luftwaffe auf dem Flughafen zu einem Streit zwischen dem afghanischen Soldaten und Ausbildern gekommen. Wie der private Fernsehsender Tolo berichtet, soll auch der afghanische Soldat ums Leben gekommen sein. Unter den Toten soll auch ein ziviler Nato-Mitarbeiter sein.

Ein Taliban-Sprecher übernahm im Namen der Taliban die Verantwortung für den Zwischenfall. Nach seinen Angaben handelte es sich bei dem Afghanen um einen Aufständischen namens Asisullah, berichtet die Frankfurter Rundschau.

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  • Portal:ISAF
  • Portal:Afghanistan

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February 26, 2011

Kabul: Schießerei im afghanischen Innenministerium – zwei Tote

Kabul: Schießerei im afghanischen Innenministerium – zwei Tote

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Veröffentlicht: 20:31, 26. Feb. 2012 (CET)
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Kabul

Kabul (Afghanistan), 26.02.2011 – Zwei Militärberater der Vereinigten Staaten wurden bei einer Schießerei im afghanischen Innenministerium in Kabul getötet. Dies bestätigte die Internationale Schutztruppe ISAF. Nach dem Attentat, zu dem sich die Taliban bekannt hatten, hat die ISAF sämtliche westliche Berater aus den afghanischen Ministerien zurückgerufen. Der Täter soll ein afghanischer Staatsbürger sein. Ihm sei die Flucht gelungen.

Afghanische Medien berichteten kurz nach dem Anschlag; demnach soll es sich bei den Opfern um hochrangige US-Militärberater handeln. Das Wall Street Journal bestätigte dies. Ein Mitarbeiter des Ministeriums gab an, dass vor dem Anschlag ein Streit im ganzen Gebäude zu hören gewesen sei. ISAF-Sprecher Carsten Jacobson bestätigte, in einer hochgesicherten Kommando- und Kontrollzentrale des Ministeriums seien zwei Personen getötet worden. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Das Attentat ereignete sich am fünften Tag lebhafter Proteste gegen die NATO. Diese Proteste, bei denen bislang mindestens 28 Personen getötet wurden, hatten begonnen, nachdem am US-amerikanischen Stützpunkt in Bagram Reste verbrannter Koranausgaben gefunden wurden. Die Tat sei die Reaktion auf diese Verbrennungen, teilten die Islamisten auf einer Website mit. Ein NATO-Sprecher bestätigte den Eingang einer E-Mail, in der sich die Taliban zu dem Anschlag bekennen. Die deutsche Bundeswehr hat wegen der Proteste ihren Stützpunkt in Talokan, der im März geschlossen hätte werden sollen, aus Sicherheitsgründen vorzeitig aufgegeben und sich nach Kundus zurückgezogen.

Am Sonnabend wurde auf einer Militärbasis im Nordwesten des Landes eine Bombe gefunden, wie sie auf das Gelände gekommen war, ist ungeklärt. Beim Versuch der Entschärfung waren sechs afghanische Soldaten getötet und 14 verletzt worden. In vielen Teilen des Landes halten die Proteste wegen der Koranverbrennungen an; so stürmten Demonstranten in der Provinz Laghman das Büro des Gouverneurs.

Am Samstag kam eine Erklärung aus dem Weißen Haus in Washington: „Die USA bleiben bei der Partnerschaft mit der afghanischen Regierung und dem afghanischen Volk, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen, Al-Kaida zu zerschlagen.“

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