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January 12, 2012

Haftbombe tötet iranischen Atomwissenschaftler

Haftbombe tötet iranischen Atomwissenschaftler

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Veröffentlicht: 18:25, 12. Jan. 2012 (CET)
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Flugabwehr bei der Urananreicherungsanlage in Natanz (2006)

Teheran (Iran), 12.01.2012 – In Teheran wurden zwei Personen durch einen Sprengstoffanschlag auf ein Auto getötet, eine weitere wurde verletzt. Einer der Getöteten ist Mostafa Ahmadi Roshan (32), ein Chemiker und Vizechef der Handelsabteilung der Urananreicherungsanlage in Natanz.

Ein Motorrad, besetzt mit zwei Personen, hatte sich heute Morgen dem Peugeot 405 des Wissenschaftlers im dichten Verkehr genähert. Beim Passieren befestigte der Beifahrer eine magnetische Bombe an dem Pkw, die wenig später explodierte. Ein Insasse war sofort tot, ein weiterer starb im Krankenhaus. Die dritte Person im Wagen kam mit Verletzungen davon.

Safar Ali Baratlu, der Vizegouverneur der Provinz Teheran, geht davon aus, dass Israel der Drahtzieher des Anschlags ist: „Die Methode dieses Terrorakts ähnelt vorherigen Aktionen, die Irans Atomwissenschaftler zum Ziel hatten.“ Im November 2010 wurde der Atomwissenschaftler Majid Shariari getötet. Der jetzige Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Feridun Abbasi, wurde bei diesem Anschlag verletzt. Im Januar 2010 war der Physikprofessor Massud Ali-Mohammadi umgekommen, als neben seinem Fahrzeug ein Motorrad explodierte. Ein halbes Jahr später wurde ein angeblicher Student bei einem ähnlichen Anschlag getötet; andere Quellen sprechen davon, dass es sich nicht um einen Studenten, sondern um einen Atomwissenschaftler gehandelt habe. Der Iran macht für die gezielten Tötungen die Geheimdienste von Israel, Großbritannien und den Vereinigten Staaten verantwortlich. Der Sicherheitsexperte Theodore Karasik vom Institut für militärische Analyse im Nahen Osten und am Golf (Inegma) in Dubai sagte gegenüber Medien, dass die Verwendung von magnetischen Haftbomben für eine Verwicklung von Geheimdiensten in die Anschläge spreche.

Der Iran hat aktuell 90 Meter unter der Erde in Fordo bei Ghom eine Urananreicherungsanlage in Betrieb genommen. Die Anlage ist durch eine Luftabwehr gesichert. Nach der Ankündigung von weiteren Sanktionen durch die EU und die Vereinigten Staaten hatte der Iran kürzlich gedroht, die Meerenge von Hormus zu sperren, über die 40 Prozent der weltweiten Öllieferungen abgewickelt werden. Die Vereinigten Staaten gaben zu verstehen, dass sie auf eine solche Blockade auch militärisch reagieren würden.

Anscheinend dienen die Anschläge dazu, die Entwicklung des iranischen Atomprogramms zu verzögern. Es wird befürchtet, dass der Iran entgegen seiner Ankündigung mit dem Atomprogramm nicht nur friedliche Ziele verfolgt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Iran: US-Drohne abgeschossen (05.12.2011)

Quellen[Bearbeiten]

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April 14, 2006

Der Iran hat nach eigenen Angaben mit der Uran-Anreicherung begonnen

Der Iran hat nach eigenen Angaben mit der Uran-Anreicherung begonnen

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Artikelstatus: Fertig 14:52, 14. Apr. 2006 (CEST)
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Der iranische Präsident Ahmadinedschad ignoriert die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats

Teheran (Iran), 14.04.2006 – Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in einer Fernsehübertragung die erfolgreiche Anreicherung von Uran für die Herstellung von Kernbrennstoff bekannt gegeben und verband dies mit der Forderung, der Westen müsse das Recht des Irans auf die friedliche Nutzung der Atomtechnologie respektieren. „Iranische Wissenschaftler haben es am 9. April geschafft, Uran bis zu einem Grad anzureichern, der für den Brennstoffkreislauf erforderlich ist“, sagte Ahmadinedschad am 11. April in einer Rede in der Stadt Mesched.

Auch wenn die Anreicherung von Uran eine Provokation gegenüber den Vereinten Nationen darstellt, kann der Iran das Uran nicht für den Bau einer Atombombe verwenden, da dafür das Uran zu 90 Prozent angereichert werden müsste.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Iran am 29. März 2006 aufgefordert, die Urananreicherung innerhalb von 30 Tagen zu stoppen und wieder mit der Atom-Energiebehörde (IAEA) zusammenzuarbeiten.

Vor allem der Westen kritisierte den Schritt der iranischen Führung. Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice forderte den UN-Sicherheitsrat zu harten Schritten auf, um den Iran zum Einlenken zu bewegen.

„Wir werden die Urananreicherung in der Atomanlage Natanz industriemäßig ausbauen”, sagte der stellvertretende Leiter der Atombehörde Mohammad Saidi.

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Quellen

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