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January 21, 2010

Studie: Lithiumversorgung für Akkus von Elektroautos gesichert

Studie: Lithiumversorgung für Akkus von Elektroautos gesichert

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Veröffentlicht: 21:49, 21. Jan. 2010 (CET)
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Schematischer Aufbau einer Lithium-Ionen-Zelle

Karlsruhe (Deutschland), 21.01.2010 – Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe reichen die Vorräte des Alkalimetalls Lithium noch bis mindestens 2050. Lithium bildet den Grundstoff für die Lithium-Ionen-Akkumulatoren, die Kern der innovativen Technologie von Elektroautos sind. Der Untersuchung liegt ein Szenario zugrunde, wonach Elektroautos bis 2050 einen Marktanteil von 50 Prozent erobern werden. Aber auch bei Zugrundelegung der Annahme, dass 85 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos wären, würden die vorhandenen Vorkommen noch ausreichen. Das Institut empfiehlt, Recyclingprogramme für Lithium voranzutreiben und den Wirkungsgrad der Lithium-Akkumulatoren zu verbessern, um den Rohstoff zu schonen.

Weitere strategische Rohstoffe, die unter anderem durch den Bau von Elektroautos in Anspruch genommen werden, sind laut ISI Kobalt für die Batterien sowie Kupfer für elektrische Wicklungen in Elektromotoren. Laut einer Studie des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums „Rohstoffe für Zukunftstechnologien“ ist auch Indium ein solcher strategischer Rohstoff, der für Displays und Solarzellen benötigt wird. Bis 2030 steigt der Bedarf an Indium für Displays und Solarzellen auf die 3,3-fache Menge. Auch sogenannte „seltene Erden“ wie Neodym, das für Magnete in Elektromotoren Verwendung findet, könnten die Wachstumsperspektiven von Elektroautos und anderen Hochtechnologien beeinflussen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Elektroautos

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October 10, 2008

Nobelpreis für Chemie des Jahres 2008 für „grünes Leuchten“ vergeben

Nobelpreis für Chemie des Jahres 2008 für „grünes Leuchten“ vergeben

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Veröffentlicht: 20:20, 10. Okt. 2008 (CEST)
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Pressekonferenz zur Verkündung der Preisträger des Nobelpreises für Chemie 2008

Stockholm (Schweden), 10.10.2008 – Der diesjährige Nobelpreis für Chemie wurde zu je einem Drittel an die Biologen Osamu Shimomura, Martin Chalfie und Roger Tsien für die Entdeckung und Erforschung des grün fluoreszierenden Proteins GFP vergeben. Die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie gab die diesjährigen Gewinner des Chemie-Nobelpreises am Mittwoch, den 8. Oktober bekannt.

Struktur des GFP (Bändermodell)

Das unter UV- oder blauem Licht hellgrün leuchtende Protein GFP wurde erstmals im Jahre 1962 von Osamu Shimomura, Marine Biological Laboratory in Woods Hole (USA), in der Qualle Aequorea victoria entdeckt und isoliert und gehört seitdem zu den wichtigsten Werkzeugen der Biowissenschaften. Martin Chalfie von der Columbia University in New York entwickelte das erste gentechnische Verfahren für den Einsatz von GFP als Farbmarker. Roger Tsien von der University of California in San Diego klärte anschließend die chemische Struktur von GFP und die chemisch-physikalischen Grundlagen des Fluoreszierens auf.

Das GFP wird an andere Proteine gekoppelt, indem sein Genbauplan neben das Gen des Zielproteins eingeschleust wird. Leuchten dann die zu untersuchenden Zellen unter UV-Licht hellgrün, so zeigt das, dass beide Proteine hergestellt wurden. So lassen sich beispielsweise die Entwicklung von Nervenzellen im Gehirn, das Wachsen von Tumorzellen, die Ausbreitung von Krebszellen oder die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit besser beobachten. Auch das Studieren von Insulin produzierenden Betazellen in einem Embryo ist eine Anwendung der Entdeckung. GFP ist ein kleines, zylinderförmiges Eiweißmolekül aus 238 Bausteinen, so genannten Aminosäuren. Dass das Protein überhaupt leuchten kann, liegt an einem so genannten Chromophor, einer chemischen Verbindung, die durch Licht einer bestimmten Wellenlänge angeregt wird, dessen Energie absorbiert und das Licht anschließend in einer anderen Wellenlänge wieder abstrahlt.


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August 22, 2008

Neues Diagnoseverfahren: Hautkrebs am Geruch zu erkennen

Neues Diagnoseverfahren: Hautkrebs am Geruch zu erkennen

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Veröffentlicht: 10:47, 22. Aug. 2008 (CEST)
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Philadelphia (Vereinigte Staaten), 22.08.2008 – Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten haben herausgefunden, dass die Haut von Menschen mit dem häufig vorkommenden Basaliom Stoffe absondert, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von der gesunder Menschen unterscheiden. Ihre Ergebnisse stellten die Forscher um Michelle Gallagher, die am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia arbeitet, auf dem Treffen der amerikanischen Gesellschaft für Chemie in Philadelphia vor.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 22 Personen, von denen die Hälfte an einem Basaliom erkrankt war. Die Zusammensetzung der Luft über der erkrankten Stelle war bei den Krebspatienten deutlich anders als bei den nicht erkrankten Versuchspersonen. Die Wissenschaftler untersuchten die Luftproben in einem Gaschromatographen. Mit diesem lässt sich die chemische Zusammensetzung von Gasen sehr genau bestimmen. Zwar tauchten dabei jeweils die gleichen chemischen Stoffe auf, jedoch in unterschiedlichen Anteilen.

Weiterer Vorteil des schnellen Verfahrens ist es, dass den Betroffenen keine Hautproben entnommen werden müssen um festzustellen, ob es sich bei den Hautveränderungen um ein Basaliom handelt.

In Deutschland erkranken jährlich rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die häufigste bösartige Form ist das Basaliom, das vor allem in Teilen der Haut wächst, die der Sonne ausgesetzt sind. Nur 15.000 Menschen erkranken pro Jahr neu am malignen Melanom, dem so genannten schwarzen Hautkrebs.

Vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurde in seinem aktuellen Jahresbericht abermals darauf hingewiesen, wie wichtig Sonnenschutz vor allem in jüngeren Jahren ist. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte an, dass Minderjährigen die Nutzung von Solarien aus gesundheitlichen Gründen schon bald untersagt werden solle. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll im Rahmen des geplanten Umweltgesetzbuches eingebracht werden. Dieses solle „noch in diesem Jahr, spätestens aber im ersten Halbjahr 2009“ verabschiedet werden, sagte der Minister.

Unterdessen wird zurzeit in vielen Ländern geforscht, warum Hunde Lungen-, Brust-, Prostata- oder Hautkrebs in einem frühen und behandelbaren Stadium „erschnüffeln“ können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Krebszellen einen bestimmten, charakteristischen Geruch erzeugen, den gesunde Zellen nicht haben.

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  • Portal:Wissenschaftliche Studien

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October 10, 2007

Gerhard Ertl erhält den Nobelpreis für Chemie

Gerhard Ertl erhält den Nobelpreis für Chemie

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Veröffentlicht: 23:46, 10. Okt. 2007 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 10.10.2007 – Gerhard Ertl wird mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Er erhält ihn für „seine Studien über chemische Prozesse auf festen Oberflächen“. Die Oberflächenchemie ist zum Beispiel für den Bau von Katalysatoren wichtig.

Geboren am 10. Oktober 1936 in Stuttgart studierte Ertl von 1955 bis 1961 an der TU Stuttgart, der Universität in Paris, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und wiederum an der TU Stuttgart, wo er 1961 sein Physik-Diplom machte. Promoviert hat er 1965 an der TU München, wo er sich auch 1967 habilitierte. 1968 bis 1986 war er Professor und Direktor der Institute für chemikalische Physik an der TU Hannover und der LMU München. Von 1986 an war er bis zu dem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2004 der Direktor der Abteilung für physikalische Chemie des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Gerhard Ertl gehört zu den am meisten zitierten Forschern in der Liste von Thomson Scientific (früher: Institute for Scientific Information (ISI)), ein Zeichen dafür, dass er in der Fachwelt auch schon vor der Nobelpreisverleihung ein hohes Ansehen genoss.

Ertl war sehr überrascht, dass er den Nobelpreis erhielt, da gestern bereits der Nobelpreis für Physik auch an einen Deutschen, Peter Grünberg, vergeben worden war. „Ich hoffe, dass der Nobelpreis mein Leben nicht zu sehr verändern wird. Aber alle Preisträger sagen mir, dass er das tut“, äußerte sich Gerhard Ertl, nachdem er den Anruf aus Stockholm in seinem Institut in Berlin erhalten hatte.

Mit seiner Arbeit legte der Physiker die Grundlagen zur modernen Oberflächenchemie. Seine Arbeit findet Anwendungen in vielen industriellen Verfahren, kann aber auch erklären, was beim Rosten von Eisen vor sich geht. Die Wirkung von Katalysatoren in Fahrzeugen lässt sich damit ebenso erklären wie die Funktion moderner Brennstoffzellen oder der Abbau der Ozonschicht. Auch in der Halbleiterindustrie finden die Verfahren Ertls Anwendung.

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  • Portal:Nobelpreise

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September 14, 2007

Clean Gum – die Revolution auf dem Kaugummimarkt

Clean Gum – die Revolution auf dem Kaugummimarkt

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Veröffentlicht: 19:35, 14. Sep. 2007 (CEST)
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Chewing gum stick.jpg

York (Vereinigtes Königreich), 14.09.2007 – Terence Cosgrove von der Universität von Bristol und seine Kollegen haben auf dem Wissenschaftsfestival der britischen Association for the Advancement of Science, das vom 9. bis zum 15. September in York stattfindet, einen neuartigen Kaugummi vorgestellt. Mit Clean Gum, wie sie ihr Produkt genannt haben, könnten klebrige und kaum zu entfernende Kaugummireste auf dem Straßenpflaster, an der Kleidung oder in den Haaren bald der Vergangenheit angehören.

Clean Gum, das genauso gut schmecken soll wie herkömmliche Kaugummis, enthält zusätzlich zu den üblichen Bestandteilen eines Kaugummis ein amphiphiles Polymer. Um welche Substanz es sich dabei genau handelt, ist geheim. Dieses große Molekül, das sowohl positiv als auch negativ geladen ist, umgibt das Kaugummi mit einem dünnen Wasserfilm und beeinflusst dadurch die Klebeeigenschaften des Gummis.

Cosgrove gründete die Firma Revolymer. Um seine Erfindung zu erproben, beauftragte er sechs Mitarbeiter, an verschiedenen Stellen in Nordwales und Bristol Kaugummis nach 20-minütigem Durchkauen auf Bürgersteige zu kleben und zu beobachten, ob sie sich zersetzen. Während normale Kaugummis nach Cosgroves Aussage noch nach einer Woche unverändert auf dem Straßenpflaster klebten, sei das neuartige Clean Gum verschwunden gewesen. Bei seiner Präsentation in York zeigte er den Zuhörern zwei Fläschchen mit Wasser. In einem befand sich ein normaler Kaugummi, der nach sieben Wochen nahezu unverändert war, er wies lediglich einen leichten Algenbewuchs auf. In dem anderen hatte sich der neuartige Kaugummi in ein feines weißes Pulver verwandelt.

Cosgrove gibt allerdings zu, dass es immer noch einige Materialien gibt, an denen auch Clean Gum klebt. Ein Problem sei zum Beispiel Leder. Um Clean Gum von Ledersohlen zu entfernen, sei Wasser und ein Waschmittel erforderlich.

Im nächsten Jahr wollen Cosgrove und seine Mitarbeiter Clean Gum auf den Markt bringen, vorausgesetzt, dass die EU-Behörden das zugesetzte Polymer als Zusatzstoff für Lebensmittel zulassen. Das Zulassungsverfahren wurde nach Cosgroves Angaben bereits eingeleitet.

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November 29, 2006

EU-Kommission: 519 Millionen Euro Strafe für Kautschukkartell

EU-Kommission: 519 Millionen Euro Strafe für Kautschukkartell

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Artikelstatus: Fertig 19:57, 29. Nov. 2006 (CET)
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Brüssel (Belgien), 29.11.2006 – Gegen sechs international tätige Kautschukhersteller verhängte die EU-Kommission heute eine Kartellstrafe in Höhe von 519 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen und der Aufteilung von Kunden. Zu dem Kartell, das zwischen 1996 und 2002 existiert haben soll, gehörten der deutsche Chemiekonzern Bayer, der Minerölkonzern Shell mit Sitz in den Niederlanden, der US-Chemiekonzern Dow Chemical, der italienische petrochemische Konzern Eni sowie die Firmen Unipetrol (Tschechien) und Trade-Stomil (Polen).

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer profitiert von der so genannten Kronzeugenregelung. Mit der ersten Information an die EU-Kommission über das Kartell hatte Bayer den Stein ins Rollen gebracht. Daher geht Bayer straffrei aus. Die höchste Strafe muss der italienische Konzern Eni zahlen: 272,3 Millionen Euro. Der Konzern hat bereits angekündigt, gegen die verhängte Strafe zu klagen. Mit 160,9 Millionen Euro ist Shell dabei.

Die synthetischen Kautschuksorten, deren Markt die genannten Konzerne unter sich aufgeteilt hatten, werden zur Reifenherstellung, für Schuhsohlen, Bodenbeläge und Golfbälle benötigt.

Das verhängte Bußgeld ist die zweithöchste Kartellstrafe, die von der EU-Kommission jemals verhängt wurde. Die zweithöchste Strafe war bisher mit 478,3 Millionen Euro gegen ein Gipsplattenkartell verhängt worden. Die höchste Strafe ereilte ein Vitaminkartell 2001 mit 790,5 Millionen Euro. Damals war ebenfalls der Chemiekonzern Bayer involviert.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gab zugleich mit der Bekanngabe der verhängten Strafen eine Warnung aus: „Die Kommission hat in dieser Sache empfindliche Geldbußen verhängt. Sollten Unternehmen sich jedoch weiterhin an Kartellen beteiligen, so müssen sie in Zukunft mit noch höheren Strafen rechnen.“

Zuletzt hatte ein Bußgeld gegen den US-Softwarehersteller Microsoft für Schlagzeilen gesorgt. Gegen Microsoft war im Juli 2006 ein Bußgeld von 280,5 Millionen Euro verhängt worden.

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March 25, 2006

Bayer sticht Merck im Kampf um Übernahme von Schering aus

Bayer sticht Merck im Kampf um Übernahme von Schering aus

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Artikelstatus: Fertig 13:19, 25. Mrz. 2006 (CET)
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Leverkusen (Deutschland), 25.03.2006 – Im Kampf um die Übernahme der im Pharmabereich tätigen Schering AG hat offenbar der Chemie- und Pharmakonzern Bayer aus Leverkusen mit einem Angebot von 16,3 Milliarden Euro den Mitbewerber Merck ausgestochen.

Wie die Geschäftsleitung der Merck KGaA mitteilte, ist die Firma nicht gewillt, über ihr Angebot von 77 Euro je Aktie hinauszugehen, und steigt somit aus dem Übernahmeverfahren aus. Das Angebot des Mitbewerbers Bayer lag bei 86 Euro pro Aktie.

Die Firma Merck hatte am 13. März 2006 einen Plan zur feindlichen Übernahme der Firma Schering in Höhe von 14,6 Milliarden Euro öffentlich bekannt gegeben. Mit der Annahme des Bayer-Angebots konnte Schering die feindliche Übernahme durch die Firma Merck abwenden, wenn auch für den Preis der Aufgabe der Selbstständigkeit.

Von Interessenvertretern der Aktionäre wurde die Übernahme unter diesen Bedingungen allgemein gelobt. Diese sichere die „Kontinuität und langfristige Strategie“ des Unternehmens, sagte der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Landesgeschäftsführer Malte.

Wie der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Werner Wenning, mitteilte, wird mit Synergieeffekten auf der Personalebene dergestalt gerechnet, dass in den nächsten Jahren weltweit 6.000 Arbeitsplätze bei Schering wegfallen werden. Diese Zahl ergibt sich aus einer groben Schätzung, wonach das Einsparpotential in solchen Fällen bei etwa zehn Prozent des Gesamtpersonals liegt. Beide Firmen verfügen nach dem Zusammenschluss weltweit über 60.000 Beschäftigte. Die Synergieeffekte ergeben sich im Wesentlichen aus der Produktpalette beider Pharmaunternehmen, die sich im Bereich verschiedener Präparate gegenseitig ergänzen, die vor allem Fachärzten angeboten werden. Besonders im Bereich der Onkologie (Krebstherapie) gibt es Überschneidungen.

Der künftige Firmensitz des Pharmabereichs beider Firmen soll bem bisherigen Hauptsitz der Schering AG in Berlin bleiben. Der Schering-Vorstand empfahl seinen Anlegern die Annahme des Bayer-Angebots.

Nach der Übernahmenachricht stiegen die Kurse der Schering- und Bayer-Aktien an den Börsen.

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November 6, 2005

Reizgasattacke von Wedel war Schülerstreich

Reizgasattacke von Wedel war Schülerstreich

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Wedel (Deutschland), 06.11.2005 – Wie vermutet, handelte es sich im Fall der Reizgasattacke in der Ernst-Barlach-Realschule im schleswig-holsteinischen Wedel um einen Schülerstreich.

Am 28.10.2005 wurden durch das Gas insgesamt 84 Jugendliche verletzt. Noch nie zuvor gab es in Wedel solch einen Großeinsatz an Rettungskräften wie an jenem Tag. Die Verletzungen gingen von Schwindelgefühlen über Hustenanfällen bis hin zu teilweise schweren Atemwegsreizungen.

Nun hat die Polizei die Übeltäter ermittelt. Es handelt sich um drei Schüler. Die Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren besuchen derzeit die Ernst-Barlach-Realschule. Sie hatten zugegeben, die chemische Substanz gemischt und versprüht zu haben.

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October 5, 2005

Der Nobelpreis für Chemie 2005 geht an Yves Chauvin, Robert Grubbs und Richard Schrock

Der Nobelpreis für Chemie 2005 geht an Yves Chauvin, Robert Grubbs und Richard Schrock

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Stockholm (Schweden), 05.10.2005 – Der Nobelpreis für Chemie 2005 geht an Yves Chauvin, Robert H. Grubbs und Richard R. Schrock. Der französische Forscher Chauvin und die beiden US-amerikanischen Forscher Grubbs und Schrock erhalten je ein Drittel des mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (Zehn Millionen Kronen) ausgezeichneten Preises „für ihre Forschungen zur Metathese in organischen Synthesen“. Bei der Metathese werden Kohlenstoff-Doppelbindungen mit Hilfe spezieller Katalysatoren gebrochen und neue Verbindungen erstellt. Durch diese Art der Reaktion ist es möglich geworden, effizientere, einfacher zu handhabende und umweltfreundlichere Synthesemethoden zu entwickeln.

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June 27, 2005

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

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Hannover (Deutschland), 27.06.2005 – Medien und Manipulation. Wie die Medien junge Eltern verunsichern. Für viele Menschen sind Medien die erste Anlaufstelle bei ihrer Meinungsbildung. Dabei wird oft vergessen, dass – im Gegensatz zu einem Lexikon oder einem wissenschaftlichen Nachschlagewerk – Medien nicht den Anspruch haben, umfassend zu informieren. Es gelangt nur das ins öffentliche Bewusstsein, was in den Medien berichtet wird. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat treffend gesagt: „Die Macht der Zeitung besteht im Weglassen.“ Die Öffentlichkeit wird durch das Setzen von Schwerpunktthemen manipuliert. Informationen werden ausgewählt, andere verschwiegen oder nur einseitig wiedergegeben. Ein aktuelles Beispiel dieser Manipulation ist der Umgang mit der Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND).

Anliegen des BUND war es, mit der Veröffentlichung ihrer Studie am 14. Juni 2005 auf eine verfehlte Chemikalienpolitik hinzuweisen: „In vielen alltäglichen Dingen stecken giftige Chemikalien. In der Tagescreme ebenso wie im Babyfläschchen oder im neuen T-Shirt. Über die Jahre sammeln wir einen ganzen Giftcocktail in unserem Körper an – und nehmen unbewusst ein erhöhtes Krebsrisiko, Allergien oder Unfruchtbarkeit in Kauf. Das Unglaubliche daran: Wir wissen so gut wie nichts über die Schadstoffe, mit denen wir es zu tun haben. Für 95 Prozent der vermarkteten Chemikalien fehlen selbst die grundlegendsten Informationen.“

Dass es so nicht weitergehen kann, haben mittlerweile auch die Politiker begriffen. Mit dem für 2006 geplanten Chemikaliengesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) sollen europaweit Bürger und Umwelt besser vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Der Grundgedanke: „Die chemische Industrie soll die Unbedenklichkeit ihrer Stoffe nachweisen – erst dann darf weiter vermarktet werden. Die Kosten dafür sind überschaubar, der Nutzen für unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ – so der BUND. Medien geben zur Zeit jedoch nur wieder, dass die Muttermilch belastet ist. Dass dies der Babynahrungsindustrie sehr entgegenkommt, ist naheliegend. Durch niedrige Geburtenraten und vermehrtes Stillen ist der Verkauf von Anfangsnahrung für Säuglinge zurückgegangen. Leider ist es so, dass unsere gesamte Umwelt belastet ist. Über die Muttermilch erreichen die Fremdstoffe, die die Mutter in ihrem Leben gespeichert hat, auch das Kind. Inzwischen wurden 350 verschiedene Fremdstoffe in der Muttermilch nachgewiesen, wieviel davon jedoch von den gestillten Kindern tatsächlich vom Organismus aufgenommen wird, ist weitgehend unbekannt. Dabei beginnen die Belastungen nicht erst mit dem Stillen, sondern bereits im Mutterleib, da die Fremdstoffe der Mutter das Kind über die Plazentaschranke erreichen. Niemand würde deshalb einer Mutter raten, nicht schwanger zu werden oder eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Unabhängig vom Stillen erfolgt die Belastung durch den Verzehr pestizidbelasteter Lebensmittel, über die Haut und die Atemluft durch Innenraum- und Außenluftbelastungen sowie durch die Aufnahme von Chemikalien, die in Gegenständen des alltäglichen Lebens stecken. Muttermilch ist ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt. Das gilt besonders für Stoffe, die sich bevorzugt in fetthaltigen Medien anreichern. Deshalb – und weil Muttermilch im Gegensatz zu Fettgewebsproben aus dem Körper von Erwachsenen leicht zu gewinnen ist – wird diese Bioindikatorfunktion gern genutzt. Die Muttermilchanalysen, die seit Mitte der achtziger Jahre durchgeführt werden, zeigen, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. Deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission Deutschlands das uneingeschränkte Stillen, „ohne wenn und aber“. „Für Säuglinge gibt es keine gesündere Nahrung als Muttermilch – die Industrie bringt bis heute kein Produkt zustande, das Kinder in den ersten Lebensmonaten auch nur annähernd so gut ernährt und vor Krankheiten schützt“, so das Niedersächsische Sozialministerium im Januar 2005. Muttermilch schützt den Säugling nicht nur im ersten Lebensjahr vor Infektionen, gestillte Säuglinge neigen im späteren Leben auch weniger zu Übergewicht. Übergewicht ist in Deutschland bei immer mehr Kindern zu sehen und bringt nachfolgende Erkrankungen und Kosten für die Gesellschaft mit sich. Gerade deshalb sollte das Stillen weiter gefördert werden.

Wenn in der Tageszeitung vom 20.06.2005 zu lesen ist‚ „Säuglinge sollten nach Ansicht des Berufsverbands der Umweltmediziner nur drei Monate gestillt werden“ – so der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Kurt Müller, am 19.06.2005 in der Fernsehsendung „ZDF-Umwelt“ -, dann sind die Mitglieder des Berufsverbandes der Umweltmediziner über das Stillen und Muttermilchernährung nicht richtig informiert und können sich gern an unseren Berufsverband wenden. Trotz der einseitigen und somit manipulierenden Meinung der Medien bleibt es bei der globalen Strategie für die Säuglings- und Kleinkinderernährung: „Stillen ist unübertroffen darin, ideale Nahrung für gesundes Wachstum und Entwicklung von Säuglingen zu liefern. Es ist außerdem wesentlicher Bestandteil des Fortpflanzungsprozesses mit wichtigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mütter.“

Als weltweite Gesundheitsempfehlung sollten Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden, um optimales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu erlangen. Anschließend sollten Säuglinge angemessene und sichere Beikost erhalten, um ihre wachsenden Nahrungsbedürfnisse zu befriedigen, wobei gleichzeitig das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgeführt wird. Allerdings sollten wir alles dafür tun, unsere Umwelt vor schädlichen Chemikalien zu schützen, unter anderem auch deshalb, damit die Muttermilch in Zukunft weniger Fremdstoffe enthält.

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