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October 18, 2007

Wieder Stammeskämpfe in West Neuguinea

Wieder Stammeskämpfe in West Neuguinea – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Wieder Stammeskämpfe in West Neuguinea

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Veröffentlicht: 22:49, 18. Okt. 2007 (CEST)
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Region der Kämpfe in West-Neuguinea

Angehöriger des Danistammes

Timika (Indonesien), 18.10.2007 – Bei den seit Tagen anhaltenden gewaltsamen Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Stämmen in West Neuguinea kamen bisher acht Personen ums Leben, mindestens weitere 19 wurden verletzt. Nach Angaben der indonesischen Zeitung The Jakarta Post wurden inzwischen mehr als 120 bewaffnete Polizisten in die Region entsandt, um die nach wie vor angespannte Lage unter Kontrolle zu bringen.

Am Mittwochmorgen bestätigte der Polizeichef des Regierungsbezirks Mimika, Senjor Commander Mansnembra, neuerliche Zusammenstöße in dem Dorf Banti und sagte, dass er schnellstens in das Gebiet reisen wolle, um die lokalen Behörden zu unterstützen. Die Polizei vermutet, dass zunächst Angehörige der Dani, Damal und Moni Mitglieder des Amungme-Stammes in Banti angriffen, das sich nur sechs Kilometer entfernt von der Grasberg Mine befindet, weltweit eine der größten Kupfer- und Goldlagerstätten überhaupt. Der Grund der Kämpfe, die mit Bogen und vergifteten Pfeilspitzen geführt wurden, seien Meinungsverschiedenheiten um Arbeit und Wohnraum, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

„Bis Mittwochabend hat der Krieg acht Tote gefordert, drei bei den Amungme und fünf bei den anderen beteiligten Stämmen“, sagte eine andere Quelle vor Ort, die anonym bleiben wollte. Sie gab als Auslöser des Krieges den Tod Fred Magais an, dessen Eltern von verschiedenen Bevölkerungsgruppen abstammen. Vor einer Woche sei der junge Mann unter Alkoholeinfluss von einer drei Meter hohen Mauer gefallen, die das Minengelände umgibt, und am folgenden Tag im Krankenhaus gestorben. „Freeport bezahlte eine geheim gehaltene Summe Bargeld an die Familie.“ Der Leichnam sei später von der Verwandtschaft aus dem Dani-Stamm beerdigt worden, was die Amungme veranlasste, die andere Seite zu bezichtigen, das ganze Geld von Freeport behalten zu wollen. „Offensichtlich fühlten sich die Dani von dieser Anschuldigung erzürnt. Die Wut beider Seiten zeige sich nun in den Stammeskämpfen.“

„Wir wissen nichts über die Ursache des Problems, aber die Kämpfe sind am heutigen Donnerstag erneut ausgebrochen“, sagte Mindo Pangaribuan, ein Sprecher des Betreibers der vom US-amerikanischen Bergbaukonzern Freeport-McMoRan betriebenen Mine. „Am Morgen kämpfen sie, dann unterbrechen sie, um Mittag zu machen und sich auszuruhen, und dann am Nachmittag kämpfen sie wieder.“ Die Produktion in der Mine laufe jedoch unbeeinflusst weiter.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Spannungen wegen Menschrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und der Verteilung der Einnahmen aus dem Minengeschäft. Allein im vergangenen Jahr zahlte Freeport-McMoRan etwa 1,6 Milliarden US-Dollar an die indonesische Regierung und war damit größter ausländischer Steuerzahler des Landes. Nachdem Ende Februar 2006 hunderte Papua den Stillstand der Mine erzwungen hatten, eskalierte die Situation so sehr, dass sich Indonesiens Präsident Yudhoyono gezwungen sah, 300 Polizisten und eine 700 Mann starke Abteilung des indonesischen Militärs TNI in das Gebiet zu schicken, um die Lage zu beruhigen. Einen Monat später forderte der Umweltminister des Landes den Konzern auf, die nationalen Standards einzuhalten oder man werde Klage einreichen. Experten hatten während einer zweiwöchigen Untersuchung festgestellt, dass giftige Abwässer in einen benachbarten Fluss geleitet wurden und dass riesige Mengen des Abraumes der Mine illegal in die Arafurasee gelangt seien. Kritik erntete der Konzern auch wegen illegaler Zahlungen an Polizei und Militär.

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Quellen

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January 13, 2007

Führer der südostasiatischen Staaten treffen sich auf den Philippinen

Führer der südostasiatischen Staaten treffen sich auf den Philippinen

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Artikelstatus: Fertig 17:48, 13. Jan. 2007 (CET)
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Cebu (Philippinen), 13.01.2007 – Bei dem alljährlich stattfindenden Treffen der Mitgliedsstaaten der ASEAN vereinbarten die Regierungschefs der Länder eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit. Die im Jahr 1967 gegründete Organisation ist ein Zusammenschluss von zehn Ländern in Südostasien und hat zusammen über 530 Millionen Einwohner.

Die Führer erklärten sich bereit, Informationen zur Terrorismusbekämpfung auszutauschen und die Rechte von Immigranten besser zu schützen. Die Schaffung einer Freihandelszone ist bis 2015 geplant, fünf Jahre früher, als ürsprünglich vorgesehen. China, Japan und Südkorea, die ab morgen an einem erweiterten Treffen teilnehmen werden, könnten ebenfalls in eine solche aufgenommen werden. Weitere Themen waren die Bekämpfung der Armut in der Region und gemeinsame Maßnahmen gegen Grenzkriminalität.

Im Bezug auf die Lage in Myanmar herrschte trotz guter Gespräche zwischen den Parteien Uneinigkeit bei den Treffen im Shangri-La-Hotel. Indonesiens Präsident Yudhoyono fragte auf der gestrigen Eröffnungsveranstaltung: „Wie können wir helfen, wenn es keine Fortschritte gibt?“ Bereits diese Woche hatten die Außenminister der Organisation größere Anstrengungen bei Fragen wie der nationalen Aussöhnung und Verbesserung demokratischer Verhältnisse gefordert. Einige Staaten sind der Meinung, dass in die inneren Angelegenheiten des vom Militär regierten Landes nicht eingegriffen werden solle, andere verweisen auf Menschenrechtsverletzungen in Myanmar. Ein Sprecher von ASEAN kommentierte die Stimmung gegenüber Pressevertretern mit den Worten: „Die Organisation ist ziemlich zerstritten in dieser Frage.“

Mitgliedstaaten der ASEAN

Erst am Freitag war eine von den Vereinigten Staaten in den UN-Sicherheitsrat eingebrachte Resolution gegen Myanmar mit den Forderungen, alle politischen Gefangenen freizulassen und die Angriffe auf Minderheiten und die Verfolgung der Opposition im Land zu stoppen, an den Vetostimmen von China und Russland gescheitert.

Auch die Schaffung einer Charta könnte zu einer Herausforderung werden. Einige südostasiatische Staaten unterstützen schon seit längerer Zeit eine gemeinsame Satzung. Aber die vorgeschlagenen Zusätze, Abstimmungen durchzuführen anstatt Entscheidungen im Konsens zu fällen, und die mögliche Ausschließung von Mitgliedern bei ersthaften Regelverstößen, könnten besonders für die Militärjunta in Myanmar schwer zu verkraften sein, da es die Mitgliedschaft des Landes gefährden könnte, wenn weiterhin demokratische Veränderungen blockiert werden.

Mehr als 8.000 Polizisten und Soldaten wurden mobilisiert, um das Treffen zu sichern. Trotzdem gelang es gestern Demonstranten, die Absperrungen zu durchbrechen und in Richtung des Veranstaltungsortes vorzudringen, bevor sie von Sicherheitskräften aufgehalten wurden. Für den heutigen Samstag wurden ebenfalls Proteste angekündigt. Im Vorfeld war es schon zu drei Bombenanschlägen im südlichen Teil der Philippinen gekommen, die insgesamt sieben Menschen in den Tod rissen.

Quellen

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November 22, 2006

Indonesien bestellt russische Militärtechnik

Indonesien bestellt russische Militärtechnik

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Artikelstatus: Fertig 22:55, 22. Nov. 2006 (CEST)
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Eine russische Su-27

Jakarta (Indonesien), 22.11.2006 – Die indonesische Regierung plant, für mehrere Milliarden US-Dollar Militärtechnik aus Russland und eventuell auch aus Polen zu erwerben. Vergangenen Freitag billigte Präsident Yudhoyono den Kauf von sechs Kampfjets des Herstellers Suchoi, zwei U-Booten der Kilo-Klasse und neun Hubschrauber verschiedenen Typs in einem Gesamtwert von einer Milliarde US-Dollar bis zum Jahr 2010. Der Kauf soll durch einen Kredit Russlands vorfinanziert werden. Im Jahr 2003 erwarb das bevölkerungsreichste muslimische Land bereits zwei Su-27SK und zwei Su-30MK aus Russland.

Nach Aussage des indonesischen Verteidigungsministers Juwono Sudarsono könnte eine 2,5 Milliarden US-Dollar umfassende Anschaffung an polnische Waffenfirmen vergeben werden. Für Polen wäre es der größte Waffenexport nach dem Ende des Kommunismus. Das Land verkauft bereits seit mehreren Jahren Waffentechnik nach Indonesien. Der staatliche PZL-Konzern lieferte bereits Flugzeuge der Marke Skytruck an die indonesische Polizei, die auch für Rettungsaktionen nach der Tsunamikatastrophe eingesetzt worden waren, und elf Hubschrauber im Wert von elf Millionen US-Dollar. Im Januar kommenden Jahres soll die indonesische Küstenwache fünf Patrouillenboote von Polen bekommen. Die indonesische Armee bestellte Luftabwehrtechnik bei dem staatlichen Waffenhersteller Bumar in Polen.

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  • Portal:Indonesien

Quellen

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May 27, 2006

Schweres Erdbeben auf der indonesischen Insel Java

Schweres Erdbeben auf der indonesischen Insel Java

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Artikelstatus: Fertig 19:37, 27. Mai 2006 (CEST)
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Epizentrum des Erdbebens. Quelle: US Geological Survey

Yogyakarta (Indonesien), 27.05.2006 – Auf der indonesischen Insel Java hat sich am 27. Mai um 06:00 Uhr Ortszeit ein schweres Erdbeben ereignet. Es hatte die Stärke 5,9 auf der Richterskala, das Epizentrum lag rund 37 Kilometer südlich der Stadt Yogyakarta im Meer. Viele Gebäude wurden beschädigt, Telefon- und Stromleitungen waren an vielen Orten unterbrochen. Der zuerst befürchtete Tsunami blieb aber aus.

In den ersten Schadensmeldungen hieß es, in der Stadt Yogyakarta seien die meisten Opfer registriert worden. Die vier Hospitäler sprachen am Vormittag mitteleuropäischer Zeit zuerst von 200 Toten, in der Umgebung wurden weitere 100 Tote gezählt. Die Zahl der Verletzten wurde mit etwa 1.000 angegeben.

Der Spiegel meldet danach unter Berufung auf die Nachrichtenagenturen rüd, Reuters und AFP, dass die Zahl der Toten bei 440 liege, mehr als 2.800 seien verletzt worden. Die Opferzahlen könnten aber noch ansteigen. Die Angabe über die Stärke des Erdbebens unterscheidet sich von den ersten Meldungen. Erdbebenforscher aus den USA registrierten eine Erdbebenstärke von 6,2. Demnach lag das Epizentrum etwa 50 Kilometer südlich von Yogyakarta in einer Tiefe von 33 Kilometern.

Um 12:56 Uhr meldete Reuters, die Anzahl der Todesopfer sei auf 2.276 angestiegen, weitere Tausende seien verletzt worden. Die Agentur beruft sich dabei auf einen Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Außerdem werden noch Menschen unter den Trümmern der eingestürzten Gebäude vermutet. Nach dem Erdbeben verstärkte sich der Rauch aus dem Vulkan Merapi, das Erdbeben selber habe aber nichts mit den Aktivitäten des Vulkans zu tun, führten Wissenschaftler aus.

Nach der dpa-Meldung von 15:05 Uhr, die das Handelsblatt online veröffentlichte, kamen über 2.700 Menschen ums Leben. Die Krankenhäuser in der Region seien hoffnungslos überfordert und überfüllt. Die Verletzten liegen auf dem Fußboden und warten auf Hilfe. Der Flughafen von Yogyakarta wurde wegen Rissen in der Rollbahn geschlossen. Das DRK meldete den Einsturz eines Krankenhauses, manche Stadtteile seien bis zu 80 Prozent zerstört.

Die Nachrichtenagentur APA berichtet in einer Meldung um 17:05 Uhr von über 3.000 Toten. Die Zahl könne noch weiter steigen. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono trieb die Hilfskräfte und Behörden während eines Besuches in der Krisenregion zur Eile an. Man will zuerst die medizinische Behandlung der Überlebenden gewährleisten und sie dann in Sicherheit bringen.

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December 29, 2005

Beziehung zwischen Indonesien und Timor-Leste stabilisieren sich

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Kupang (Indonesien) / Dili (Timor-Leste), 29.12.2005 – Die Beziehungen zwischen Timor-Leste (Osttimor) und der früheren Besatzungsmacht Indonesien befinden sich auf den Weg der Besserung. Am Weihnachtssonntag trafen sich die Präsidenten beider Länder auf der Insel Nias, auf der im März dieses Jahres über 900 Menschen ihr Leben verloren, als ein Seebeben im Indischen Ozean die Region schwer erschütterte.

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Xanana Gusmão, Präsident von Timor-Leste

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und sein ost-timoresischer Kollege Xanana Gusmão besuchten zusammen mit 6.000 anderen Menschen eine Gedenkveranstaltung in einem Fussballstation, auch in Erinnerung an die Opfer des folgenschweren Seebebens zu Weihnachten 2004. Die hauptsächlich von Christen bewohnten Insel wurde am Sonntagmorgen vor Ankunft der beiden von drei kleineren Erdbeben erschüttert.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Gestern traf sich Gusmão zum ersten Mal mit Eurico Guterres, der die pro-indonesichen Milizen in Osttimor anführte, die im September 1999 nach dem Referendum gegen die Zugehörigkeit zu Indonesien das Land in Schutt und Asche legten, dabei über 1.400 Menschen töteten und mehr als 250.000 Menschen nach Westtimor vertrieben. In der Hauptstadt Kupang weihten sie heute das erste Konsulat Osttimors ein und sprachen sich die beiden für eine Aussöhnung zwischen den Nachbarn aus. Ein weiteres Konsulat in der balinesischen Hauptstadt Denpasar soll folgen, gab der indonesische Außenminister Hassan Wirajuda bekannt. Guterres möchte im Januar zusammen mit 26 anderen Milizenführern einer Einladung des Präsidenten nach Osttimor folgen.

Den noch 16.000 in dem Westeil der Insel Timor verbliebenen Flüchtlingen sicherte Präsident Gusmão kurz vor dem offiziellen Ablauf der dortigen UN-Mission zu, dass sie „die Türen von Osttimor immer offen sein werden“. Erst am 19. Dezember hatten hunderte Osttimoresen vor einem Regierungsgebäude in Kupang für Wiedergutmachung demonstriert und forderten 263 Milliarden Rp (etwa 26 Millionen US-Dollar) als Ausgleichszahlung.

Von den Zehntausenden Menschen, die 1999 vor der Welle der Gewalt über die Grenze nach Westimor flüchteten, wurden viele eingeschüchtert, bedroht und von der Rückkehr nach Osttimor abgehalten. Am 6. September 2000 massakrierten Angehörige der pro-indonesische Milizen drei Mitarbeiter des UN-Flüchtlingswerks, woraufhin die UN und andere Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter abzogen und erst Anfang August 2001 ihre Arbeit wieder aufnahmen.

Auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden südost-asiatischen Ländern sind jedoch noch einige Hindernisse zu überwinden. Einen 2.500-seitigen Report der CAVR-Kommission über die Verbrechen der 24-jährigen indonesischen Besatzungszeit hatte Xanana Gusmão Ende Oktober erhalten, aber, um das Verhältnis zu dem großen Nachbarn Indonesien nicht zu gefährden, vorerst nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

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  • Gedenken am ersten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe (26.12.2005)
  • Timor-Leste: Erinnerung an den Beginn der indonesischen Besatzung vor 30 Jahren (07.12.2005)
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October 2, 2005

Anschläge auf Bali – Zwei Deutsche verletzt

Anschläge auf Bali – Zwei Deutsche verletzt

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Denpasar (Indonesien), 02.10.2005 – Über die Bomben-Anschläge auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind nun nähere Details bekannt.

Polizeiangaben zufolge beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf 26. Weiterhin sind 122 Menschen verletzt worden, darunter, so teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit, befänden sich auch zwei Deutsche, sie hätten aber nur leichte Verletzungen erlitten.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono machte Selbstmordattentäter für die Anschläge verantwortlich. Schon kurz nach den Anschlägen ließ er verlauten: „Das ist eindeutig eine terroristische Tat.“

Am Samstagabend waren drei Bomben auf der Insel explodiert. Zwei von ihnen detonierten nahe einem Fischrestaurant am Strand von Jimbaran, eine dritte in einem Steak-Restaurant am Strand der Stadt Kuta.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte, die Anschläge seien „durch nichts zu rechtfertigen“. Indessen warnte US-Präsident Georg W. Bush seine Nation vor weiteren Terrorakten in Indonesien.

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December 26, 2004

Verheerende Erdbeben in Südostasien

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Verheerende Erdbeben in Südostasien

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Epizentrum
Zentrum des Bebens an der Westküste des nördlichen Sumatras

Südostasien / Indischer Ozean, 26.12.2004 – Gegen 01:57 Uhr MEZ ereignete sich ein schweres Seebeben in Südostasien mit nachfolgenden verheerenden Flutwellen im indischen Ozean.

Das Epizentrum des Bebens lag vor der Küste Sumatras/Indonesien in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern unter dem Meeresgrund des Indischen Ozeans. Mit einer Stärke von 9,0 auf der Richterskala gehörte es zu den fünf stärksten aufgezeichneten Beben in der Geschichte und war das stärkste seit 40 Jahren. Durch das Beben wurden Tsunamis (eine spezielle Art von Flutwellen) ausgelöst, die ohne Vorwarnung auf die Küsten zurollten und die dortigen Menschen unvorbereitet trafen. US-Seismologen wussten aus eigenen Messungen um die Möglichkeit eines Tsunamis, konnten die betroffenen Länder aber wegen des dort fehlenden Frühwarnsystems nicht rechtzeitig informieren.

Ein Nachbeben wurde am Morgen aus der Nähe der Nikobaren mit Stärke 7,1 auf der Richterskala gemeldet. Mindestens 65 weitere Erdbeben wurden in den darauf folgenden Tagen vom seismologischen Institut von Indonesien registriert, die jedoch deutlich schwächer waren. Experten rechnen mit weiteren Nachbeben. Indonesien liegt am Rande tektonischer Platten, die als Feuerring bezeichnet werden.

Wie der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Montag in New York berichtete, könne jetzt schon gesagt werden, dass die Trinkwasser-Versorgung von mehreren Millionen Menschen nicht mehr gewährleistet sei. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass sich durch Seuchen die Zahl der Todesopfer verdoppeln könnte.

Aufgrund des Erdbebens und der verheerenden Schäden rief der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono am Montag eine dreitägige Staatstrauer aus. Auf den Malediven wurde die Parlamentswahl wegen der Flutwelle auf den 22. Januar verschoben.

Nach Angaben des astronomischen Instituts der Universität Bern hat das Seebeben im indischen Ozean die Erdachse um acht bis zehn Zentimeter verschoben. Die tägliche normale Verschiebung liegt jedoch bei ebenfalls bis zu zehn Zentimetern, daher können negative Folgen durch die durch das Beben verursacht Verschiebung ausgeschlossen werden. Gemäss einem Radiointerview mit Radio DRS 1 vom 29. Dezember 2004 wurde die Tageszeit um einen Zehntel einer Millisekunde verschoben.

Am Donnerstag gaben die indischen Behörden nach Warnungen vor erneuten Seebeben nahe Australien eine später wieder zurück gezogene Tsunami-Warnung heraus. In den von der Flut betroffenen Gebieten in Indien und Sri Lanka brach daraufhin Panik aus. Experten warnten jedoch vor einer Überschätzung der Seebeben. Eine ernste Tsunami-Gefahr sei laut Forschern der Universität Köln bei Seebeben mit einer Stärke unter sechs nicht zu erwarten.

Opfer und Zerstörungen

Betroffene Gebiete und Epizentren

Zeitlicher Verlauf der Erdbeben in Südostasien

Die Erdbeben und besonders die nachfolgenden Flutwellen forderten nach verschiedenen Medienberichten über 150.000 Menschenleben, über 165.000 Tote werden vermutet. Aufgrund der chaotischen Situation in den betroffenen Gebieten, insbesondere in der indonesischen Provinz Aceh, wird die genaue Opferzahl wahrscheinlich unbekannt bleiben. Mehrere Millionen Menschen wurden obdachlos. Am schlimmsten hat es Indonesien, Sri Lanka und Indien getroffen.

In weiten Teilen der betroffenen Katastrophengebiete sind die Kommunikationsstrukturen vollständig zusammengebrochen. Zu vielen der 1.200 Inseln der Malediven bestand zunächst kein Kontakt. Verlässliche Informationen waren in den ersten Stunden nur spärlich erhältlich. Zu vielen Fischern und Booten in den betroffenen Regionen bestand zunächst ebenfalls kein Kontakt; auch hier wurden Opfer befürchtet.

Internationale Hilfe ist angelaufen. Die Hilfsorganisationen warnen mittlerweile vor der Verseuchung von Trinkwasser und dem Ausbruch von Epidemien in den stark betroffenen Gebieten.

Unter den Opfern sind insbesondere in Thailand zahlreiche Touristen. Bis Donnerstag war der Tod von 2.230 Ausländern aus mindestens 36 Staaten offiziell bekannt. Das thailändische Innenministerium sprach von mindestens 49 Deutschen unter den dortigen Todesopfern. Nach Angaben der Bundesregierung waren bis Sonntag 60 tote Deutsche identifiziert, 46 in Thailand und 14 in Sri Lanka. Weiterhin wurde bisher u.a. der Tod von 117 Franzosen, 54 Schweden, 43 Briten, 21 Norwegern, 14 US-Bürgern, 13 Italiener, neun Schweizern und vier Österreichern offiziell bestätigt. Tausende werden noch vermisst.

Außenminister Joschka Fischer teilte am Dienstagnachmittag mit, dass sich die Zahl der vermissten Deutschen im dreistelligen Bereich bewege, Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach am Mittwoch von rund 1.000 Vermissten. In Thailand werden noch rund hundert vermutlich überwiegend deutsche Urlauber vermisst, die sich in einem Resort aufgehalten haben sollen. Von Dutzenden zunächst vermissten Tauchern, die zum Zeitpunkt des Erdbebens unterwegs waren, konnten mindestens 80 gerettet werden.

In den betroffenen Regionen befanden sich zirka 6.000 bis 8.000 Deutsche überwiegend in den Weihnachtsferien, des Weiteren bis zu 10.000 Briten und 6.500 italienische Touristen.

Auch afrikanische Staaten, Kenia und Somalia, sind ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Offizielle Stellen sprechen von mehreren hundert Opfern, die durch die Tsunamis getötet wurden.

In Indien soll Berichten zufolge ein Tsunami einen AKW-Reaktor überflutet haben. Das etwa 80 Kilometer von Madras entfernte „Indira Gandhi“ Kernkraftwerk musste daraufhin abgeschaltet werden und soll durch die Flutwellen Wasser verloren habe. Die Behörden versicherten jedoch, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe.

Vermutlich keine Todesopfer gab es auf der französischen Insel La Réunion, auf Madagaskar und den Komoren-Inseln.

Opferzahlen

Bekannte Todesopfer derzeit (Quelle und Stand (MEZ) in Klammern):

  • Hauptsächlich betroffene Länder:
    • Indien: offiziell mindestens 10.001 (AP 07.01. 23:35), geschätzt werden sogar 17.000 Tote (n-tv 29.12. 19:33)
    • Indonesien/Sumatra: offiziell min. 101.318 (AP 07.01. 23:35)
    • Sri Lanka: offiziell min. 30.680 (AP 07.01. 17:51)
    • Thailand: offiziell min. 5.291 (AP 07.01. 23:35) Tote, darunter mindestens 2.230 Touristen
  • weitere betroffene Länder:
    • Bangladesch: Zwei Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Kenia: Ein Toter (AP 07.01. 17:51)
    • Malaysia: 68 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Malediven: 82 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Myanmar: nach Regierungsangaben 59 Tote, geschätzt mindestens 90 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Seychellen: Einer (BBC News 30.12. 19:56)
    • Somalia: 298 (AP 07.01. 17:51)
    • Tansania: Elf Tote (AP 07.01. 17:51)

Gesamt (Summe aus obigen): offiziell über 147.000. Geschätzt: über 150.000 Tote Aktualisierung laut ARD-Nachrichtensender vom 19.01.2005: Nach Aktualisierung der Indonesischen Zahlen steigert sich die Zahl der Todesopfer auf 220.000.

Bangladesch

Nach Berichten des Roten Halbmondes werden aus Bangladesch nur relativ geringe Schäden gemeldet, allerdings seien die Telekommunikationsverbindungen abgeschnitten. Zwei Kinder ertranken, nachdem ein Boot in stürmischer See gekentert war.

Indien

Schaden in Chennai, Indien

  • Südostindien ist offenbar neben Sri Lanka und Indonesien das Hauptgebiet des Unglücks. Reuters berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Polizeiangaben von mindestens 12.419 Toten, darunter 4.642 im Bundesstaat Tamil Nadu, wo nach Angaben von Caritas International mit bis zu 7.000 Toten gerechnet werden muss. Die Flutwelle war bis Kalkutta zu spüren. An den Stränden von Chennai (früherer Name:Madras), der Hauptstadt des Unionsstaates Tamil Nadu, wurden mindestens 100 Leichen geborgen; aus der Küstenstadt Cuddalore wurden 150 Tote gemeldet.
  • Auf den zu Indien gehörenden Andamanen und Nikobaren wurden am 7. Januar rund 5.600 Opfer vermutet, darunter auch Vermisste. Doch die Kommunikation dorthin ist schwierig. Zu Dörfern mit bis zu 30.000 Menschen besteht derzeit keine Kontaktmöglichkeit. Fünf Dörfer auf den Inseln seien vollständig von den Fluten weggeschwemmt worden. Hauptbetroffen auf den Nikobaren soll die Insel Car Nicobar sein.

Indonesien

  • In Indonesien, vor dessen Insel Sumatra das Epizentrum des Bebens lag, sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher rund 80.000 Todesopfer bestätigt. Offizielle Stellen befürchten, dass die Zahl der Toten auf über 100.000 steigen könnte.
  • Der Großteil der indonesischen Opfer wird aus der Provinz Aceh im Nordwesten von Sumatra gemeldet. Allein in der Stadt Meulaboh, die sehr nahe am Epizentrum des Bebens liegt, sollen rund 10.000 Menschen umgekommen sein (Quelle: AP), laut Reuters werden allein dort bis zu 40.000 Tote befürchtet. In der Provinzhauptstadt Banda Aceh sind vermutlich mindestens 9.000 Personen getötet worden. Bekannte Touristenstrände sind betroffen. In der betroffenen Region brach Panik aus. Gebäude seien eingestürzt und Brücken schwer beschädigt worden, Strom und Telefon ist ausgefallen. Die Hilfsarbeiten werden auch dadurch erschwert, dass in der Provinz Bürgerkrieg herrscht. Angesichts der Katastrophe gibt es jedoch zwischen Regierung und Rebellen einen inoffiziellen Waffenstillstand.
  • Die Insel Java blieb vom Seebeben und den folgenden Flutwellen praktisch unbeschädigt.
  • “…spricht man inzwischen von 292.000 Tote (gezählte Leichen)” PanEco siehe Nachrichtenbulletin
    Isabelle Lardeux-Gilloux von den «Ärzte ohne Grenzen», Aceh – 7. Januar 2005

Kenia

  • Die Auswirkungen des Seebebens waren bis Kenia zu spüren. Nach offiziellen Angaben ertrank ein Schwimmer vor der Küste von Malindi, drei Personen wurden vermisst (Quellen: ntv, Netzeitung). Aufgrund der großen Distanz zum Zentrum des Bebens und der daraus resultierenden größeren Zeit bis zum Eintreffen der Flutwelle, konnten nach Angaben des Daily Telegraph die kenianischen Strände weitgehend evakuiert werden.

Malaysia

  • Aus Malaysia wurden 65 Tote und 60 Verletzte bestätigt. Die beliebte Ferieninsel Penang ist ebenso betroffen.
  • Durch die verheerenden Wassermassen wurde auch die beliebte Ferieninsel Langkawi an der Grenze zu Thailand getroffen. Laut des Nachrichtensenders „Channel NewsAsia“ gab es dort einen Toten. Es handelt sich um eine alte Frau, die dem Wasser nicht entkommen konnte. Der Flughafen wurde nicht beeinträchtigt. Die Zerstörung war gering. Großer Sachschaden entstand an zwei Yachthäfen (Rebak Marina & Telaga Harbour Park).
  • Unter den Toten in Penang sollen auch Ausländer sein. Insgesamt war zunächst von 600 Toten die Rede.

Anmerkung am 24.Juni 2005: Die Schäden sind fast ausschließlich repariert und Langkawi liegt wie vorher friedlich in der Sonne.

Malediven

  • Die Malediven wurden von Wassermassen überspült. Die Malediven liegen nur zirka einen Meter über dem Meeresspiegel. Nach Regierungsangaben (30.12.2004, 20:14 Uhr) starben durch die Naturkatastrophe 82 Menschen, 26 werden vermisst. 12.162 Menschen sind obdachlos.
  • Der internationale Flughafen in Malé war vollständig überschwemmt und für einige Zeit geschlossen, ist mittlerweile wieder in Betrieb. Nach Angaben eines Regierungssprechers stand die Hauptinsel Malé zu zwei Dritteln unter Wasser. Es gibt schwere Schäden in der Stadt. Zahlreiche Bungalows auf den Touristeninseln der einzelnen Atolle wurden fortgeschwemmt. Laut der Zeitung „Dhivehi Observer“ sind 37 Inseln stark beschädigt und 78 leicht beschädigt. Von 41 Inseln fehlte zunächst jegliche Information über den Zustand. Ebenfalls 41 Inseln scheinen unbeschädigt. Insgesamt 13 Inseln mussten evakuiert werden. In vielen Fällen seien Nahrungsmittel verdorben und Trinkwasser knapp. Es sei die schlimmste Flutwelle gewesen, die je die Malediven heimgesucht habe, erklärte die nationale meteorologische Behörde. Auf den Malediven wurde der Notstand ausgerufen.
  • Da das ganze Ausmaß der Katastrophe auf den Malediven möglicherweise noch nicht erfasst ist, soll sich ein siebenköpfiges deutsches Ärzteteam aus Halle an der Saale laut Naumburger Tageblatt auf den Weg auf die Malediven machen, um an Bord eines Lazarettschiffes mit Platz für 400 Verletzte die Lage vor Ort zu erkunden. Die Ärzte wurden von der örtlichen Hotelkette Universal Resorts angefordert.

Myanmar

  • In Myanmar (ehemals Birma) starben vermutlich rund 90 Personen. Aufgrund der dort herrschenden Militärdiktatur sind nur wenige Informationen zu bekommen. Erste Nachrichten (BBC) berichten von einer großen Flutwelle, von der die südliche Küste getroffen wurde.

Réunion

  • Auf Reunion wird von 15 gekenterten oder beschädigten Fischerbooten in den Häfen von Saint Marie und Saint-Gilles berichtet.

Seychellen

  • Die Hauptstadt der Seychellen, Victoria auf der Hauptinsel Mahe sowie die innernen Inseln Praslin und La Digue trugen schwere Schäden davon. Augenzeugen berichteten von zwei Todesopfern und 16 Vermissten. Laut Behörden gab es jedoch einen Toten. Tief liegende Küstenstraßen wurden von bis zu zwei Meter hohen Wellen überflutet. Es kam zu Stromausfällen in Hunderten von Häusern. Am Flughafen mussten Feuerwehrleute Dutzende Fische wegspülen, die von großen Wellen immer wieder angeschwemmt wurden. Einwohner und Touristen wurden aufgefordert, sich bereit zu halten, um nötigenfalls auf höhergelegenes Land zu flüchten. Eine wichtige Brücke, die den Flughafen mit der Hauptstadt Victoria verbindet, wurde zerstört.

Somalia

  • Selbst an der 5.000 Kilometer entfernten afrikanischen Ostküste sind in der autonomen Region Puntland offenbar rund 120 Menschen getötet worden. Ferner sollen Boote gekentert sein. In Teilen Somalias sind die Wellen entlang von Flussbetten drei Kilometer landeinwärts gekommen.

Sri Lanka

  • Sri Lanka scheint von der Naturkatastrophe mit am stärksten betroffen zu sein. In Sri Lanka sind bislang über 27.200 Tote offiziell bestätigt. Die Flutwelle traf, von Sumatra kommend, die Insel im Südosten. Besonders betroffen sind daher die südöstlichen Strandabschnitte. Diese wurden von bis zu sechs Meter hohen Flutwellen erfasst. Der Hafen der Hauptstadt Colombo wurde geschlossen. Hauptbetroffen sind die Bezirke im Süden Sri Lankas: Muttur in Trincomalee. Die Regierung von Sri Lanka hat um internationale Hilfe gebeten. Der Notstand wurde ausgerufen. Mehr als 800.000 Menschen sollen obdachlos geworden sein.
  • Durch die Flutwellen entgleiste ein mit über 1.000 Personen besetzter Zug, der auf dem Weg von der Hauptstadt Colombo nach Galle war. Laut der Nachrichtenagentur AP wurden bislang 802 Leichen geborgen.
  • Mindestens 300 Gefangene flohen aus dem Hochsicherheitsgefängnis Matare im Süden von Sri Lanka, das durch die Flutwellen zerstört worden war.
  • Auch Altbundeskanzler Helmut Kohl hat sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf Sri Lanka befunden. Quellen berichten, dass er gemeinsam mit seinem Ex-Fahrer Ecki Seeber eine Kur in einem Ayurveda-Hotel macht oder dass er auf der Insel mit Freunden den Heiligen Abend verbringen wollte. Er wurde nach zwei Tagen mit einem Helikopter der srilankischen Luftwaffe ausgeflogen.
  • Mindestens sieben deutsche Urlauber starben auf Sri Lanka.

Tansania

  • Auch in Tansania an der afrikanischen Ostküste gab es Tote durch die Flutwellen. Reuters meldete am Dienstag unter Berufung auf Polizeibehörden, dass im Hafen von Dar es Salaam zehn Schwimmer im Alter von zwölf bis zwanzig Jahren durch den starken Wellengang ertrunken sind.

Thailand

  • Über 4.500 Menschen kamen in Thailand nach Behördenangaben von Freitag ums Leben, darunter 2.230 Touristen. Viele Tausende wurden zum Teil schwer verletzt. Mehr als hundert Urlauber werden in Phuket vermisst, welches ebenfalls von einer riesigen Flutwelle erfasst wurde. Viele ausländische Touristen an den beliebten Stränden Kamala und Patong wurden verletzt. Der thailändische Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte der Nachrichtenagentur dpa, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen. Auf Phi Phi wurden 200 Bungalows ins Meer gespült – einige davon zusammen mit Bewohnern und Angestellten. Mit mehreren hundert Opfern wird dort gerechnet. Von zunächst 100 vermissten Tauchern konnten laut der Nachrichtenagentur AFP mindestens 80 gerettet werden. Die vier betroffenen südlichen Provinzen wurden auf Anordnung der Regierung derzeit evakuiert.
  • Allein in der am schwersten betroffenen Provinz Phangnga starben nach offiziellen Angaben von Freitag fast 3.700 Menschen, darunter 2.000 Ausländer.
  • Das Hotel „Sofitel Magic Lagoon Khao Lak“ der französischen Accor-Gruppe rund 50 Kilometer nördlich von Phuket in der Provinz Phangnga wurde nach Medienberichten völlig zerstört. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatte das Hotel 415 Gäste, von denen laut dpa 70 Prozent Deutsche waren, und nach ersten Angaben vermutlich 200 bis 250 Mitarbeiter. 35 Leichen wurden laut AFP bis Mittwoch geborgen, von denen aber zunächst nicht klar war, ob sie zum Hotel gehörten. Mindestens 405 Urlauber und Angestellte überlebten, darunter laut Frankfurter Rundschau von Donnerstag 206 Gäste.

Hilfsmaßnahmen / Hilfsaktionen

Am 29.Dezember 2005 landete der zur „fliegenden Intensivstation“ umgebaute Airbus (A310 MRT „Medevac“) der Bundeswehr im thailändischen Phuket, um schwer verletzte Deutsche von Thailand zurück in die Heimat zu holen. Er ist am 31. Dezember 2005 erneut in Richtung Asien gestartet. Insgesamt sind vier Flüge geplant.

Die EU stellte drei Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel teilte am Sonntag mit, dass der Betrag erhöht werde, sobald die Schäden absehbar seien. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer kondolierte den Regierungen der betroffenen Länder und sagte Hilfe zu. Bundeskanzler Schröder sagte am Mittwoch 20 Millionen Euro an Hilfen zu. Die norwegische Regierung stellte 1,3 Millionen Euro zur Verfügung, die schweizerische Regierung eine Million Schweizer Franken.

Zwei Teams des Technischen Hilfswerks (THW) sind am 27. Dezember in Thailand und Sri Lanka eingetroffen. Die Schnelleinsatzeinheit für Bergung im Ausland (SEEBA) wird vor allem zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Ein drittes Team soll am 29. Dezember nach Indonesien abreisen.

Ein deutsches Bergungsteam mit Suchhunden hilft in Khao Lak in Thailand bei der Suche nach Verletzten und Toten.

Mitarbeiter von Caritas und Diakonie organisieren zur Zeit Erste Hilfen wie Nahrungsmittel, Trinkwasser und Notunterkünfte für die Opfer, berichtete Pfarrer Joseph Selvaraj, Direktor der Caritas Tamil Nadu aus Südindien. Auch auf Sri Lanka und in Thailand sind die lokalen Partner vor Ort.

Ärzte ohne Grenzen schickte am Montagnachmittag einen Charterflieger mit 32 Tonnen Hilfsgütern von Ostende in die Krisenregion. Ziel ist Sumatra, man wartet jedoch noch auf die Landegenehmigung. Die Lieferung beinhaltet medizinische und sanitäre Hilfsgüter, die für 30.000 bis 40.000 Menschen reichen. Zudem reist ein Notfallteam, bestehend aus sechs Personen, in die Region. Darunter sind Wasserexperten, Logistiker und Mediziner (Quelle: Kurier).

Im Rahmen ihres Volontärprogramms sucht PanEco dringend für den sofortigen Einsatz in Banda Aceh/Nordsumatra, Indonesien Ärzte und Ärztinnen, Pflegefachkräfte sowie freiwillige Helfer und Helferinnen.

In Indonesien wird am 6. Januar eine internationale Wiederaufbau-Konferenz stattfinden, zu der 23 Länder eingeladen sind.

Vorbeugung

Kritisiert wird ein fehlendes Frühwarnsystem im indischen Ozean. Richtig angewendet, hätte man vor den Tsunamis vielfach rechtzeitig warnen können. Die Opferzahlen wären weit geringer gewesen, wenn die betroffenen Länder an ein internationales Flutwellen-Warnsystem angeschlossen gewesen wären. Ein solches Warnsystem wurde 1965 für den Pazifik zwischen Japan und Alaska eingerichtet. Für den Indischen Ozean gibt es jedoch nichts vergleichbares. Erst im September hatte ein australischer Wissenschaftler ein solches Warnsystem für den indischen Ozean vorgeschlagen. US-Behörden haben laut einem indischen Radiosender versucht die Region zu warnen, wegen des fehlenden Warnsystems sei dies aber unmöglich gewesen. Eine Vorwarnung durch Nutzung eines Internetdienstes wäre in Indien bereits drei Stunden vor dem Eintreffen der Welle möglich gewesen. Den Opfern in Indonesien hätte jedoch auch ein Frühwarnsystem nicht geholfen. Dort starben viele schon durch das Beben und die Zeit zwischen Beben und Eintreffen der Flutwelle war zu kurz und die Kommunikationswege schon durch das Beben teilweise zerstört, so dass eine Warnung die Bevölkerung nicht rechtzeitig erreicht hätte.
Am Mittwoch kündigten sowohl Indien als auch die UNO den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean an.

Hintergrundinformationen

  • Erdbeben im Indischen Ozean 2004 – Wikipedia
  • Augenzeugenberichte aus den betroffenen Regionen: Augenzeugen-Berichte (BBC)

Bekannte Personen, die sich während des Bebens in der Region aufhielten

  • Esther Schweins verbrachte ihren Urlaub auf Sri Lanka und floh vor der Flutwelle. Quelle: N-TV
  • Helmut Kohl verbrachte ebenfalls seinen Urlaub auf Sri Lanka. Quelle: N-TV
  • Jet Li rettete auf den Malediven seine Tochter vor der Flutwelle. Quelle: MTV
  • Thomas D. überlebte die Katastrophe auf Sri Lanka. Quelle: * Stuttgarter Nachrichten
  • Thomas Helmer urlaubte in Thailand. Quelle: Sendung Exclusiv
  • Karel Gott war in Thailand im Urlaub. Er entkam den Fluten rechtzeitig. N-TV
  • Willy Astor wurde beim Schnorcheln vor Thailand abgetrieben und gerettet. Sächsische Zeitung
  • Poom Jensen (auch: Bhumi Jensen / Enkel des thailändischen Königs) verbrachte seinen Urlaub auf Khao Lak. Er starb beim Wasserskooterfahren.

Krisenstäbe

Deutschland

Bundesaußenminister Joschka Fischer sandte am 26.12.2004 an die Außenminister von Sri Lanka, Indonesien, Indien, Thailand, Bangladesch, Malaysia und Malediven ein Beileidstelegramm und richtete Krisenstäbe in Berlin und unter anderem auch in Bangkok, Dakar, Jakarta und Colombo, ein.

  • Die Telefon-Hotline des Auswärtigen Amtes lautet: (030) 5000 1000 (nur für Angehörige!).
  • Im Internetangebot von tagesschau.de findet sich eine Übersichtsseite Anlaufstellen für Angehörige.

Österreich

Das österreichische Außenministerium hat ebenfalls einen Krisenstab eingerichtet. Unter der Hotline 0501-150-4411 und 0800-222-666 können und sollen sich Angehörige von Asien-Urlaubern melden. Die Hotline wird von geschulten Bediensteten des Innenministeriums betreut.

Schweiz

  • Das schweizerische Außenministerium hat ebenfalls einen Krisenstab eingerichtet. Unter der Hotline 031 325 33 33 können und sollen sich Angehörige von Asien-Urlaubern melden.

Thailand

  • Es ist ein Krisentelefon in englischer Sprache geschaltet: +66 1155
  • Patientenliste des Phuket International Hospital
  • Patienten- und Totenlisten weiterer vier Krankenhäuser
  • Sprach- und Zeichenprobleme: Bereinigte und korrigierte Patientenlisten: [1]

Spendenlinks

Angesichts der noch nicht abschätzbaren Dimensionen dieses Ereignisses rufen viele Hilfsorganisationen zu Spenden auf.

Verheerende Erdbeben in Südostasien/Spenden für die Opfer des Seebebens im Indischen Ozean 2004.

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Quellen

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