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June 15, 2008

Deutschland: Etwa jeder zweite Mord bleibt unentdeckt

Deutschland: Etwa jeder zweite Mord bleibt unentdeckt

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Veröffentlicht: 21:45, 15. Jun. 2008 (CEST)
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Celle (Deutschland), 15.06.2008 – Im Juni 2008 thematisierte die Justizministerkonferenz in Celle, wie die Aufklärungsrate bei Morden verbessert werden kann. In Deutschland werden jedes Jahr zirka 1.000 Menschen ermordet. Experten zufolge bleibt jeder zweite Mord unentdeckt; Schätzungen zufolge könnten es bis zu 2.400 Morde sein. Ein Grund dafür ist, das fälschlicherweise oft natürliche Todesursachen von Ärzten in den Totenscheinen attestiert werden. Erst vergangene Woche hat ein Arzt in Hessen einem Mann, der erstochen in einer Blutlache lag, einen natürlichen Tod bescheinigt.

Professor Wolfgang Eisenmenger, Vorstand des Rechtsmedizinischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität München, erklärte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „In einer Multi-Center-Studie der Universität Münster aus dem Jahr 1997 kam heraus, dass mindestens 1.200 Tötungsdelikte jährlich unaufgedeckt bleiben.“ Laut Eisenmanger hat sich seit Veröffentlichung der Studie nichts getan, dass zu einer Verbesserung der Missstände führen kann. Viele rechtsmedizinische Institute sind geschlossen worden, etwa die der Universitäten in Aachen und Göttingen. Die Teilnehmer der Justizministerkonferenz 2008 in Celle appellierten an die Wissenschaftsminister, keine weiteren rechtsmedizinischen Institute zu schließen.

Ein weiteres Problem ist die schlechte Ausbildung der Ärzte im Bereich der Erkennung von Todesursachen. Daher fasste die Konferenz den Beschluss in Zukunft den Ausbildungsstand von Ärzten zu erhöhen. Welcher Art diese Qualifizierung sein wird, soll im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Justiz-, Innen-, Wissenschafts- und Gesundheitsministern beraten werden, die Vorschläge zur Verbesserung der ärztlichen Leichenschau ausarbeiten soll. Zurzeit kann jeder Arzt unabhängig von seiner Fachrichtung nach einer Untersuchung der jährlich rund 850.000 Toten in Deutschland den Totenschein ausstellen.

Burkhard Madea, Leiter des Bonner rechtsmedizinischen Instituts und Experte für Leichenschauen, sieht auch die Abrechnung mit den Kassen als eine Ursache des Problems, weil Kliniken bei der Obduktion einen finanziellen Verlust machen.

Als einziges Bundesland hat bisher Bremen auf den seit langem bekannten Missstand reagiert. Hier wird jeder Totenschein von einem Experten geprüft. Der Leiter des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin am Klinikum Bremen-Mitte, Michael Birkholz, schätzt, dass jedes zweite Tötungsdelikt unerkannt bleibt. Seit dort alle Details zu den Todesursachen von Gerichtsmedizinern geprüft werden, wird im Durchschnitt jede Woche ein zuvor unbemerkter unnatürlicher Tod entdeckt.

Allerdings gibt es auch Kritik an der Studie. Der Direktor der rechtsmedizinischen Abteilung der Medizinischen Hochschule Hannover, Hans-Dieter Tröger, bezweifelt die Aussagekraft der Studie, die nur auf Zahlen aus Nordrhein-Westfalen beruhe. Der Mediziner nennt andere Zahlen, er wird auf tagesschau.de mit Bezug auf die Münsteraner Studie von 1997 wie folgt zitiert: „In 100.000 Fällen“ (der zweiten amtsärztlichen Leichenschau, die vor der Feuerbestattung durchgeführt wird) „hatten wir in Hannover nur einen Verdacht auf einen unnatürlichen Tod.“ Der Verdacht habe sich nicht bestätigt.

Quellen

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May 29, 2008

Nachtkonsum 2.0 – Münchens größter Nachtflohmarkt

Nachtkonsum 2.0 – Münchens größter Nachtflohmarkt

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Veröffentlicht: 13:28, 29. Mai 2008 (CEST)
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München (Deutschland), 29.05.2008 – Nach dem erfolgreichen Start im Sommer vergangenen Jahres gab es nun schon die zweite Version „nachtkonsum 2.0“ des nächtlichen Flohmarkts im Mensagebäude an der Münchner Leopoldstraße, „nachtkonsum“ bot den Besuchern wieder neben zahlreichen Schnäppchen ein unvergessliches Ausgeherlebnis mit Snacks und Getränken sowie Musik von DJs des Aus- und Fortbildungsradios M94,5. Laut Auskunft des Veranstalters Florian Liss strömten über 3.000 Gäste in der Nacht zum 20. April 2008 in das Mensagebäude, um beim doch außergewöhnlichen Spektakel – ein einzigartiger Nachtflohmarkt mitten in Schwabing – dabei zu sein.

Fast 200 Verkäufer boten Gebrauchtes aller Art dem anspruchsvollen Münchner Publikum. Wer zwischendrin dann doch etwas ruhen mochte, konnte im nahe gelegenen Leopoldpark oder auf dem Platz zwischen Mensagebäude und dem vom TU-Film-Team angestrahlten „Schweinchenbau“ (Institut für Psychologie der LMU) verweilen. Doch wer bei „nachtkonsum“ nicht nur flanieren und shoppen, konsumieren und stöbern wollte, sondern auch selbst Skurriles, Trash, Mode, Kunst, Kleinkram und Raritäten verkaufen mochte, konnte im Vorfeld für einen Unkostenbeitrag von neun Euro einen bereits vorhandenen Tisch anmieten. „Das vereinfacht den Verkauf natürlich enorm“, verkündete der Organisator Florian Liss. Auf den Mensatischen und drum herum konnten viele studentische Verkäufer ihre sieben Sachen zur Schau stellen sowie zum Verkauf anbieten.

Die Besucherinnen und Besucher des zweiten Münchner Nachtflohmarkts hatten dabei nicht nur Gelegenheit, ihre (Studenten)Bude nach Verkaufbarem zu durchsuchen und damit auszumisten oder das eine oder andere Schnäppchen zu erhaschen – sie unterstützten gleichzeitig die Jungunternehmer: Die Idee[1] zu „nachtkonsum“ stammt von Studentinnen und Studenten. Sie verwirklichten ihr Projekt erstmals im Jahr 2007 im Rahmen des Fünf-Euro-Business-Wettbewerbs, der jeweils im Sommersemester an verschiedenen Hochschulorten in Bayern läuft. Entwickelt wurde der Wettbewerb von der Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer (KFT) der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Bei diesem praxisorientierten Wettbewerb können Studentinnen aller Fachrichtungen überwiegend in Eigeninitiative unternehmerisch tätig werden. Kernkompetenzen wie beispielsweise Teamfähigkeit und Kreativität sowie Eigenverantwortung stehen dabei im Vordergrund. Mit lediglich fünf Euro Startkapital sollen die Teilnehmer in sechs Wochen eine Idee bis zur Marktreife bringen. Dafür wird den Teilnehmerinnen in Seminaren grundlegendes Know-How aus der Praxis vermittelt. Zusätzlich stehen sogenannte Wirtschaftspaten als Experten aus der freien Wirtschaft bereit und unterstützen die Studierenden mit professioneller Beratung.

Ob es eine Fortführung des erfolgreichen nächtlichen Flohmarkts geben wird, lässt der noch studierende Veranstalter offen. „Ein nicht zu unterschätzender Zeit- und Arbeitsaufwand sowie unternehmerisches Risiko“ würde ein solches „Großevent“ mit sich bringen, so Liss.

Referenzen

  1. siehe dazu den Beitrag auf der Diskussionsseite (unter Richtigstellung)

Quellen

Originäre Berichterstattung
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April 1, 2006

Studien: Schlafmangel fördert das Rauchen und macht dick

Studien: Schlafmangel fördert das Rauchen und macht dick

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Artikelstatus: Fertig 13:40, 1. Apr. 2006 (CEST)
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Laval (Kanada) / München (Deutschland), 01.04.2006 – Forscher der Universität Laval in Québec haben herausgefunden: Die Wahrscheinlichkeit für Schulkinder, übergewichtig zu werden, ist für diejenigen, die weniger als zehn Stunden schlafen, höher als für diejenigen, die ausreichend Schlaf bekommen. Die Ergebnisse der Studie wurden am 29. März 2006 von der Forschergruppe aus Laval in der Fachzeitschrift „International Journal of Obesity“ veröffentlicht.

Wissenschaftler des Zentrums für Chronobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München untersuchten in einer weiteren Studie die Auswirkungen, die das Schlafverhalten auf das Gewicht und in Bezug auf Krankheiten haben kann. Dazu nahmen sie zunächst das Schlafverhalten von 40.000 Leuten unter die Lupe. In einer genaueren Umfrage unter 500 Freiwilligen ergründeten sie dann die Auswirkungen, die das Schlafverhalten haben kann. Die Münchner Forscher machten Schlafmangel unter anderem für den Rauchgenuss der Mitmenschen verantwortlich. Bekomme ein erwachsener Mensch zu wenig Schlaf oder nicht zu den Zeiten, die ihm seine „innere Uhr“ vorgebe, gleiche er dies anderweitig aus. Neben Alkohol und Kaffee sei ein Ausgleichsmittel das Nikotin. Weiterhin stellten die Forscher fest, dass auch die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht zu bekommen oder an Diabetes zu erkranken, steige, falls der intern vorgegebene Schlafrhythmus gestört werde.

Die Studie aus Kanada zeigt, dass es gut ist, wenn Schulkinder genügend Schlaf bekommen. Schliefen sie weniger als zehn Stunden, steige die Gefahr zuzunehmen um das Dreieinhalbfache (im Vergleich zu denjenigen, die mehr als zwölf Stunden schliefen). Untersucht wurden für die Studie 422 Schüler im Alter von fünf bis zehn Jahren. Ursache für das Phänomen kann laut den Wissenschaftlern der Hormonhaushalt der Kinder sein. Sowohl das Hormon Leptin, das den Stoffwechsel anrege und das Hungergefühl dämpfe, als auch das Hormon Ghrelin, das für größeren Appetit sorge, reagierten auf den Schlafmangel. Zusätzlich zu den Schlafgewohnheiten untersuchten die Forscher der Uni Laval auch das Freizeitverhalten der Kinder wie Fernsehschauen, Computerspielen oder Sporttreiben sowie, ob ein Zusammenhang von Übergewichtigkeit der Eltern, dem Bildungsstand der Eltern oder dem familiären Einkommen mit dem Gewicht der Kinder besteht. All diese Faktoren spielten aber – im Vergleich zur Schlafzeit – keine so große Rolle.

Professor Angelo Trembley, einer der an der kanadischen Studie beteiligten Wissenschaftler, rät Eltern, ihren Kindern genügend Zeit zum Schlafen zu geben. Der Leiter der Münchner Forschergruppe, Professor Till Roenneberg, befürwortet flexiblere Schul- und Arbeitszeiten, damit jeder seine Schlafgewohnheiten an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen könne. Die Schule solle später beginnen, damit auch die Nachteulen keine Nachteile durch „falsche“ Schlafzeiten bekämen.

Quellen

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January 22, 2006

Zehn Hochschulen kamen in die engere Wahl zur Elite-Uni

Zehn Hochschulen kamen in die engere Wahl zur Elite-Uni

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Bonn (Deutschland), 22.01.2006 – Insgesamt hatten sich 27 Hochschulen zur Beförderung als Elite-Uni beworben. In die engere Auswahl kamen zehn davon. Die Liste hat die gemeinsame Kommission des Wissenschaftsrates mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft erstellt.

Diese zehn Universitäten haben gute Chancen, positive Bescheide zu bekommen: Nach dem Alphabet sind dies: Aachen, die Freie Universität Berlin, Bremen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, die Ludwig-Maximilians-Universität-München, die Technische Universität München, Tübingen und Würzburg.

Quellen

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