WikiNews de

September 26, 2009

Honduras: UN-Sicherheitsrat verurteilt Belagerung der brasilianischen Botschaft

Honduras: UN-Sicherheitsrat verurteilt Belagerung der brasilianischen Botschaft

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:57, 26. Sep. 2009 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

New York (Vereinigte Staaten), 26.09.2009 – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat gestern an die derzeitigen Machthaber in Honduras appelliert, die Sicherheit der brasilianischen Botschaft in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa sicherzustellen. Dort hält sich der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya seit seiner Rückkehr am 21. September auf. Der brasilianische Außenminister Celso Amorim zeigte sich besorgt darüber, dass diejenigen, die für den Putsch gegen Zelaya verantwortlich sind, ihn nun gewaltsam verhaften wollen. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten riegeln das Botschaftsgeläde derzeit ab.

Vor dem Weltsicherheitsrat stellte Celso Amorim die Lage rund um die brasilianische Botschaft dar. Demzufolge wurden dort die Stromleitungen, die Wasserversorgung und die Telefonverbindungen gekappt. Auch das Mobilfunknetz werde gestört. Die Versorgung der Botschaft mit Nahrungsmitteln sei eingeschränkt, ebenso wie die Bewegungsfreiheit des Botschaftspersonals. Der Sicherheitsrat rief beide Parteien zur Ruhe auf und forderte von ihnen, eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sagte der Sicherheitsrat seine Unterstützung bei Vermittlungsbemühungen zu.

Auf einer Pressekonferenz erhob Zelaya schwere Anschuldigungen gegen die Militärs und Polizisten. Sie hätten die Botschaft mit Nervengas angegriffen. „Sie wollen keine Gespräche, sie setzen auf militärische Macht. Sie wollen uns einschüchtern, Angst machen und terrorisieren mit dem Ziel, ihr Verbrechen gegen das honduranische Volk zu vollenden“, sagte Zelaya in Richtung der De-facto-Regierung von Roberto Micheletti. Rund 60 Menschen in der Botschaft litten nun an Atembeschwerden oder spuckten Blut. Die honduranische Polizei behauptet, kein Gas gegen die Botschaft eingesetzt zu haben.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

September 21, 2009

Honduras: Gestürzter Präsident Manuel Zelaya offenbar wieder im Land

Honduras: Gestürzter Präsident Manuel Zelaya offenbar wieder im Land

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:26, 21. Sep. 2009 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Tegucigalpa (Honduras), 21.09.2009 – Am 28. Juni 2009 hatten Militärs den honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya für abgesetzt erklärt und ihn zum Verlassen des Landes gezwungen. Nun ist es ihm nach eigenen Angaben gelungen, wieder nach Honduras zurückzukehren. Zelaya, der sich seit dem Putsch in Nicaragua aufhielt, sagte dies heute gegenüber dem honduranischen Fernsehsender „36“, ohne genauere Angaben über seine Einreise zu machen. Gleichzeitig erklärte der gestürzte Präsident, er sei gekommen, um sein Amt wieder zu übernehmen.

„Reuters“ zitiert einen nicht namentlich genannten „engen Mitarbeiter“ Zelayas. Dieser Quelle zufolge hält sich Zelaya in einem Gebäude der Vereinten Nationen in Tegucigalpa, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Staates, auf. Ein UN-Sprecher dementierte diese Darstellung am Nachmittag jedoch. Die De-Facto-Regierung des vom Parlament nach dem Putsch eingesetzten Präsidenten Roberto Micheletti zeigte sich angesichts der Nachricht von der möglichen Rückkehr Zelayas skeptisch. Laut „Reuters“ geht sie davon aus, dass Manuel Zelaya nach wie vor in Nicaragua weilt. Die Übergangsregierung hat mehrmals verlauten lassen, der gestürzte Präsident werde verhaftet, sobald er Honduras betrete.

Hintergrund des Putsches durch konservative Kräfte war ein von Zelaya geplantes Referendum, das eine Verfassungsänderung hätte ermöglichen können. Die aus dem Putsch hervorgegangene Regierung ist international isoliert. Die Europäische Union, die US-Regierung und viele lateinamerikanische Regierungen haben den Putsch verurteilt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.