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November 6, 2011

Griechisches Parlament spricht Ministerpräsident Papandreou Vertrauen aus

Griechisches Parlament spricht Ministerpräsident Papandreou Vertrauen aus

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Veröffentlicht: 09:29, 6. Nov. 2011 (CET)
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Giorgos Andrea Papandreou (Archivaufnahme)

Athen (Griechenland), 06.11.2011 – Das griechische Parlament hat Ministerpräsident Giorgos Andrea Papandreou das Vertrauen ausgesprochen. Dabei stimmten 153 Parlamentsabgeordneten für Papandreou – einer mehr, als die sozialistische PASOK Fraktionsmitglieder hat. 145 Abgeordnete stimmten mit Nein, zwei Abgeordnete blieben der Abstimmung fern.

Vor der Abstimmung, die für Mitternacht angesetzt war, aber heute erst kurz nach halb eins am frühen Morgen begann, hatte Papandreou vor dem Parlament die Beschlüsse der EU als „letzte Chance“ für die Zukunft Griechenlands bezeichnet, die das Land sich nicht entgehen lassen dürfe. Seit 24 Monaten kämpfe seine Regierung gegen die Fehler der Vergangenheit, sagte Papandreou. Die Opposition habe sich nicht an den Bemühungen zur Überwindung der Krise beteiligt, kritisierte er. Zur Opposition gehört auch die Nea Dimokratia, die nach Papandreous Worten schuld an dem riesigen Finanzdefizit sei.

Die weitere Zukunft des Politikers ist dennoch unklar. Papandreou hatte angekündigt, mit der Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung zu verhandeln, deren Aufgabe die Verabschiedung der im Rahmen des Sparprogrammes notwendigen Maßnahmen sei und die das Land bis zu vorgezogenen Neuwahlen führen soll. Die Nea Dimokratia setzt vor der Aufnahme von Koalitionsgesprächen allerdings den Rücktritt Papandreous voraus. Finanzminister Evangelos Venizelos verlangte die Bildung einer Übergangsregierung noch während dieses Wochenendes.

Doch ob es zu einer Regierung der nationalen Einheit kommen wird, ist ungewiss. Nea-Dimokratia-Vorsitzender Andonis Samaras fordert nunmehr Neuwahlen. „Die Maske ist gefallen. Papandreou hat unsere Vorschläge zurückgewiesen und muss die Verantwortung dafür tragen. Wahlen sind jetzt die einzige Antwort,“ bekräftigte Samaras seinen Standpunkt. Das Übergangskabinett müsse die Brüssler Beschlüsse umgehend umsetzen und dann Neuwahlen organisieren. Eine Beteiligung am Kabinett schloss Samaras aus, sofern ihm Papandreou angehöre.

Papandreou hatte am Freitag bekräftigt, auch die Übergangsregierung führen zu wollen, schloss jedoch nicht aus, sein Amt aufzugeben, um ein auf eine breite Basis gestelltes Übergangskabinett zu ermöglichen. Spekuliert wird darüber, wer das Land nun führen soll. Venizelos ist ein möglicher Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, andere Personen, die als mögliche Nachfolger im Zusammenhang mit einer Ablösung Papandreous genannt worden waren, sind der ehemaligen Ministerpräsident Konstantinos Simitis und Loukas Papadimos, ein ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

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November 4, 2011

Überraschende Zinssenkung bei der Europäischen Zentralbank

Überraschende Zinssenkung bei der Europäischen Zentralbank

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Veröffentlicht: 05:54, 4. Nov. 2011 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 04.11.2011 – Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt hat den Leitzins von 1,5 auf 1,25 Prozent gesenkt. Die Entscheidung fiel einstimmig. Begründet wurde dieser unerwartete Schritt damit, einer drohenden Rezession entgegen zu wirken. „Der konjunkturelle Ausblick ist von hoher Unsicherheit belastet“, sagte der erst seit wenigen Tage amtierende Präsident der Zentralbank, der frühere Chef der italienischen Zentralbank Banca d’Italia, Mario Draghi vor der Presse. Es gebe „verstärkte Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone“. Man werde auch gezwungen sein, die bisherigen Wachstumsprognosen „erheblich“ nach unten zu korrigieren.

Zur Entwicklung in Griechenland äußerte Draghi, dass er sich ein Verlassen der Eurozone durch Griechenland nicht vorstellen kann. Dies sei in den Verträgen nicht vorgesehen. „Das steht nicht im Vertrag. Wir sind an den Vertrag gebunden. Wir können uns keine Situationen vorstellen, die im Vertrag nicht vorgesehen sind,“ sagte Draghi. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Montag ein Referendum über die Annahme des EU-Rettungspaketes angekündigt, war dabei jedoch auf heftige Kritik gestoßen, auch in der eigenen Partei. Seine Regierung steht offenbar vor dem Aus. „Wir beobachten die Situation genau“, kommentierte Draghi die jüngsten Entwicklungen in Athen. Im Gespräch ist in Athen nun eine Übergangsregierung, die nicht von Politikern, sondern von Experten geführt wird. Das Referendum ist offenbar vom Tisch, doch einen Rücktritt lehnt Papandreou ab.

Die meisten Analysten hatten keine Zinssenkung erwartet, weil die Inflationsrate in Euroland derzeit mit drei Prozent weit über der von der EZB angestrebten Grenze von zwei Prozent liegt. Für die Landesbank Hessen-Thüringen lässt die pessimistische Einschätzung der EZB noch Spielraum für eine weitere Rücknahme des Zinssatzes. Die Landesbank Baden-Württemberg ist der Auffassung, dass die Zentralbank unter Draghi „amerikanischer“ werde und den Schwerpunkt mehr auf Wachstum und Beschäftigung lege und weniger, wie unter Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet, auf die Kontrolle der Inflation.

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November 3, 2011

Griechische Finanzkrise: Regierung Papandreou offenbar vor dem Aus

Griechische Finanzkrise: Regierung Papandreou offenbar vor dem Aus

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Veröffentlicht: 15:26, 3. Nov. 2011 (CET)
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Das von Papandreou beabsichtigte Referendum sorgt für Unruhe unter Regierungsabgeordneten.

Archivbild (2009): PASOK

Athen (Griechenland), 03.11.2011 – Mit seiner Ankündigung, über die in Brüssel gemachten Beschlüsse zur Verhinderung einer griechischen Staatspleite das griechische Volk in einem Referendum entscheiden zu lassen, ist Giorgos Papandreou auf Kritik gestoßen. Nicht nur die Opposition kritisiert den Vorstoß, sondern auch innerhalb der Regierungskoalition brodelt es. Das Kabinett traf am Vormittag zu einer Krisensitzung zusammen, nachdem mehrere Minister Papandreou öffentlich kritisiert hatten. Finanzminister Evangelos Venizelos wurde besonders deutlich. In einer schriftlichen Erklärung teilte er mit: „Die Position des Landes ist im Euro. Es ist eine historische Errungenschaft des Landes und kann nicht infrage gestellt werden.“ Der Finanzminister wird von Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis unterstützt. Das Parlament habe ohne wenn und aber den Rettungsplan der EU zu ratifizieren.

Papandreou will mit der Volksabstimmung die Griechen nicht nur über das Rettungspaket abstimmen lassen, sondern diese Entscheidung mit der Frage über ein Verbleiben in der Euro-Zone verbinden. Bei dem Referendum gehe es darum, „ob wir in der Eurozone bleiben wollen oder nicht.“

Derweil haben zwei Abgeordnete der Sozialistischen Partei (PASOK) angekündigt, bei der für Freitag, 4. November um 24:00 Uhr Ortszeit geplanten Abstimmung über die Vertrauensfrage Papandreou ihre Stimme verweigern zu wollen. Die Regierung verfügt derzeit über 152 Abgeordnete in dem 300 Mitglieder zählenden Parlament. Es gibt außerdem Berichte, dass eine Gruppe von Abgeordneten die Absetzung Papandreous betreibe. Sie wollen eine neue Koalitionsregierung unter Führung von Loukas Papadimos, einem früheren Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank. Die Gerüchte über einen Sturz der Regierung hatten am Vormittag den DAX auf 6061 Punkte steigen lassen; das ist ein Plus von 1,6 Prozent.

Kritik am Vorstoß des griechischen Ministerpräsidenten äußerten auch Spitzenpolitiker in der Europäischen Union und außerhalb. „Wir haben ihn, ohne ihm einen wirklichen Vorwurf zu machen, darauf hingewiesen, dass sein Benehmen illoyal ist“, sagte Jean-Claude Juncker, der der Eurogruppe vorsitzt, im ZDF-Morgenmagazin. Juncker sagte auch, dass die Eurogruppe Papandreou vor dem G20-Gipfel in Cannes deutlich gemacht habe, dass man zwar gerne Griechenland weiter in der Eurozone sehen will, aber nicht um jeden Preis. Die Volksabstimmung, die nach derzeitigem Kenntnisstand am 4. Dezember stattfinden soll, müsse ein klares Ja zum Verbleib in der Eurozone ergeben, sonst gäbe es keine weiteren Beihilfen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten Papandreou nach Cannes zitiert, um ihren Unmut über den nicht abgesprochenen Vorstoß des griechischen Ministerpräsidenten auszudrücken.

Die Auszahlung einer Tranche von acht Milliarden Euro aus dem ersten Griechenlandpaket wurde von der Eurogruppe auf Eis gelegt. Sie soll erst nach dem Referendum erfolgen. Griechenland braucht diese Auszahlung spätestens Mitte Dezember, um einen Staatsbankrott abzuwenden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Griechische Finanzkrise“.

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June 16, 2011

Generalstreik in Griechenland gegen Sparpaket

Generalstreik in Griechenland gegen Sparpaket

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Veröffentlicht: 07:16, 16. Jun. 2011 (CEST)
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Athen (Griechenland), 16.06.2011 – Angesichts der wachsenden Proteste gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung Griechenlands bot Ministerpräsident Giorgos Papandreou der Opposition am gestrigen Mittwoch seinen Rücktritt an. Das berichten Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Das Angebot stand in Zusammenhang mit dem Versuch der Regierung, Verhandlungen mit der Opposition über die Bildung einer Einheitsregierung zu führen. Ein Fernsehsender zitierte Papandreou mit den Worten: „Wenn ich das Problem bin, klebe ich nicht an meinem Stuhl. Ich kann über alles reden, selbst über eine Regierung der nationalen Einheit.“

Mit der Opposition kam es im Verlauf des gestrigen Tages offenbar zu keiner Einigung. Sie fordert weiterhin den Rücktritt des Ministerpräsidenten und Neuwahlen. Am Mittwochabend kündigte der Ministerpräsident in einer Fernsehansprache für den nächsten Tag eine Kabinettsumbildung an. Dabei verteidigte er die Sparbeschlüsse seiner Regierung. Außerdem wolle er im Parlament die Vertrauensfrage stellen.

Seit dem Mittwochmorgen lähmte ein 24-stündiger Generalstreik das öffentliche Leben in Griechenland. Banken und Behörden sind geschlossen, der öffentliche Nahverkehr ruht, auch die Fähren fahren nicht, die Fluglotsen beteiligen sich jedoch nicht an dem Streik. Ihre geplante Beteiligung sagten sie wegen der Tourismussaison ab. Auch viele Inhaber von Läden und Kleinbetrieben haben sich dem Streikaufruf der Gewerkschaften angeschlossen und lassen ihre Läden geschlossen. Die Journalisten, die sich dem Ausstand angeschlossen hatten, brachen diesen inzwischen ab, um über den Streik berichten zu können.

Die Streikenden gesellen sich so zu den „Empörten Bürgern“, die bereits seit 20 Tagen gegen die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung protestieren und diese Proteste fortsetzen wollen, bis am 30. Juni über das Sparprogramm der Regierung im Parlament abgestimmt wird.

Mehr als 5000 Polizisten sind im Einsatz, um das Parlamentsgebäude abzuschirmen

Das Sparpaket ist Voraussetzung für die nächste Tranche der Unterstützungszahlungen durch Europäische Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB), die von Griechenland dringend benötigt wird, um einen Staatsbankrott zu vermeiden. Insbesondere IWF und EZB verlangen eine breite parlamentarische Zustimmung zu den Sparmaßnahmen, um die Ministerpräsident Giorgos Papandreou bei der Opposition bisher erfolglos warb.

Absperrzäune wurden errichtet, um die Menge daran zu hindern, das Parlamentsgebäude zu erreichen. Vereinzelt kam es zu Verhaftungen. Wütende Demonstranten haben Polizisten mit Steinen und Bechern beworfen, auf dem Dienstwagen des Ministerpräsidenten ging ein Regen von Orangen nieder.

Ein großer Teil der Bevölkerung ist wütend darüber, dass sich durch die bisher von der Regierung beschlossenen Einsparungen ihre persönliche finanzielle Situation verschlechtert hat. In den Medien richtet sich Kritik vor allem gegen Deutschland. Aus Berlin und Frankfurt kämen zu strenge Weisungen, so glaubt man.

Die Regierung verfügt noch über eine Mehrheit von sechs Sitzen im Parlament, doch ist diese Mehrheit unsicher. Wenn noch weitere Abgeordnete dem Beispiel des sozialistischen Parlamentsmitgliedes Alexandros Athanassiadis folgen, der erklärt hat, gegen das Sparpaket stimmen zu wollen, könnte es eng werden für Papandreous Sparpaket.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Griechische Finanzkrise“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Griechenland
  • Landesweiter Streik in Griechenland gegen Sparpläne (11.03.2010)

Quellen

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March 3, 2010

Griechische Regierung kündigt milliardenschweres Sparprogramm an

Griechische Regierung kündigt milliardenschweres Sparprogramm an

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Veröffentlicht: 21:58, 3. Mär. 2010 (CET)
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Athen (Griechenland), 03.03.2010 – Mit Einsparungen bei Gehältern im öffentlichen Dienst, Steuererhöhungen und dem Einfrieren der Renten will Griechenland das horrende Staatsdefizit in den Griff bekommen. 4,8 Milliarden Euro sollen so eingespart werden.

Die Maßnahmen betreffen eine ganze Reihe verschiedener steuerpolitischer Instrumente. Die Mehrwertsteuer soll um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent steigen. Auch indirekte Steuern auf Tabakerzeugnisse und Spirituosen sollen steigen. Ebenfalls steigen sollen die Abgaben auf Benzin und Diesel.

Hintergrund der Sparanstrengungen ist eine Staatsverschuldung des Landes in Höhe von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Europäische Union hatte deshalb von Griechenland einschneidende Maßnahmen zur Hauskonsolidierung gefordert und das Land sozusagen unter die finanzpolitische Aufsicht der EU gestellt.

Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte im griechischen Fernsehen: „Die schwierigen Entscheidungen mussten fürs Überleben unseres Landes getroffen werden, damit es dem Strudel der Spekulanten entkommt.“

Durch die griechische Finanzkrise war der Euro massiv unter Druck geraten. Seit November 2009 hat die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union einen Kurssturz von 1,51 US-Dollar auf zuletzt 1,36 US-Dollar erlebt. Von einem schwachen Euro könnten auf den Finanzmärkten insbesondere Hedge-Fonds profitieren, die auf einen weiteren Kursverfall des Euro spekulieren.

Während europäische Medien weiterhin darüber spekulieren, ob die Europäische Union Griechenland notfalls zur Seite springen würde, wenn das Land trotz aller Sparanstrengungen auf einen Staatsbankrott zusteuern sollte, regen sich bereits Stimmen, die Griechenland bereits innerhalb der Eurozone abschreiben wollen. Der Leiter des deutschen Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn sagte am Mittwoch: „Jeder Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu stabilisieren und zu halten, ist ein Fass ohne Boden.“ Seiner Ansicht nach sollte Griechenland aus der Eurowährung aussteigen.

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October 7, 2009

Griechenland: Giorgos Papandreou als neuer Ministerpräsident vereidigt

Griechenland: Giorgos Papandreou als neuer Ministerpräsident vereidigt

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Veröffentlicht: 11:24, 7. Okt. 2009 (CEST)
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Giorgos Papandreou

Athen (Griechenland), 07.10.2009 – Nur zwei Tage nach der Parlamentswahl wurde Giorgos Papandreou (PASOK) am Dienstag in Athen als neuer Ministerpräsident vereidigt. Der Regierung, die er am Abend vorstellte, gehören insgesamt 16 Minister an. Papandreou übernimmt selbst das Außenministerium. Neu ist ein Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel. Es wird von Tina Birbili geführt, einer der fünf Frauen im Kabinett. Auch das Wirtschaftsministerium, dem angesichts der großen wirtschaftlichen Probleme des Landes eine Schlüsselrolle zukommt, wird von einer Frau geführt, der Professorin Louka Katseli. Ihr Wirtschaftsprogramm war als Teil des Wahlprogramms der PASOK wesentlich für den Erfolg der Partei bei den Nationalwahlen verantwortlich. Sie will die wirtschaftliche Entwicklung des Landes durch ein Konjunkturprogramm ankurbeln. Das Geld dafür sollen die wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung in Form von Steuern aufbringen.

Die PASOK saß in der vorangegangenen Legislaturperiode auf den Oppositionsbänken und verfügt nun im Parlament über eine absolute Mehrheit von 160 der 300 Sitze. Mit dem neuen Regierungschef stellt die Familie Papandreou zum dritten Mal in der jüngeren Geschichte des Landes den Ministerpräsidenten. Sein Großvater, der den gleichen Vornamen trägt, regierte das Land in den 1960-er Jahren. Sein Vater Andreas, der die PASOK 1974 gegründet hatte, übte in den 1980-er Jahren und Anfang der 1990-er Jahre bis 1996 das höchste politische Amt in Griechenland aus. Er war wesentlich für die Verschuldung des Landes verantwortlich, mit der auch die neue Regierung zu kämpfen hat. 1999 war der gestern gewählte neue Ministerpräsident Giorgos schon einmal zum Außenminister in der Regierung von Kostas Simitis berufen worden. In dieser Zeit hat er sich um die Annäherung seines Landes an die Türkei bemüht.

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October 5, 2009

Sozialisten gewinnen Parlamentswahl in Griechenland mit 44 Prozent der Stimmen

Sozialisten gewinnen Parlamentswahl in Griechenland mit 44 Prozent der Stimmen

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Veröffentlicht: 22:44, 5. Okt. 2009 (CEST)
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Athen (Griechenland), 05.10.2009 – Die sozialistische Partei Griechenlands (Panhellenische Sozialistische Bewegung, kurz: PASOK) konnte bei den vorgezogenen nationalen Parlamentswahlen am Sonntag mit 44,9 Prozent der Stimmen einen erdrutschartigen Sieg über die Konservativen erringen, die das Land seit 2004 regierten. Der Regierungschef und Parteivorsitzende der konservativen Nea Dimokratia (ND), Kostas Karamanlis, der bereits am Sonntag seine Wahlniederlage zugegeben hatte, trat indes von der Parteiführung zurück. Seine Partei hatte mit 33,48 Prozent der Stimmen das schlechteste Ergebnis seit der Parteigründung im Jahr 1974 erzielt.

Die PASOK verfügt nun über 160 der 300 Sitze im Parlament, während die Konservativen nur 91 Sitze besetzen konnten. Der Spitzenkandidat der Sozialisten, Giorgos Papandreou, wurde vom Staatspräsidenten Karolos Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt. Außerdem sind im Parlament einige kleinere Parteien vertreten, die die in Griechenland geltende Drei-Prozent-Hürde überspringen konnten: die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE), die mit knapp acht Prozent ins Parlament gewählt wurde, die völkisch-orthodoxe Partei Laikos Orthodoxos Synagermos (ΛΑΟΣ oder LAOS) mit fünf Prozent und die Linksallianz (SYRIZA), die knapp vier Prozent der Stimmen erreichte.

Griechenland steckt in einer tiefen Finanzkrise. Das Land steht faktisch kurz vor einem Staatsbankrott. Der konservative Regierungschef wollte durch vorgezogene Neuwahlen ein Wählervotum für seine Politik zur Bewältigung der Finanzprobleme des Landes bekommen. Karamanlis plante einschneidende Haushaltskürzungen und Streichungen von Stellen im öffentlichen Dienst, um die sich immer schneller drehende Schuldenspirale in den Griff zu bekommen. Sein sozialistischer Herausforderer forderte stattdessen ein Konjunkturprogramm zur Schaffung von Arbeitsplätzen, um dadurch wieder finanziellen Spielraum für den Staatshaushalt zurückzugewinnen. Außerdem versprach Papandreou die Bekämpfung der Korruption im Lande.

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  • Portal:Griechenland

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