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January 7, 2014

Das Packeis gibt die Schiffe frei

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Das Packeis gibt die Schiffe frei

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Veröffentlicht: 7.Januar 2014, 23:48 (CET)
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Commonwealth Bay (Antarktika), 07.01.2014 – Das russische Forschungsschiff Akademika Shokalskiy, die seit Heiligabend im Packeis der Commonwealth Bay feststeckte, und der ihr zu Hilfe gekommene chinesische Eisbrecher Xue Long, der seit dem 3. Januar ebenfalls im Eis festsaß, haben, nachdem starker Wind das Eis gelockert hatte und sich ein Riss aufgetan hatte, noch am 7. Januar ohne fremde Hilfe Fahrt auf einem Kurs, der sie hinaus aus der Packeiszone bringen soll, aufnehmen können.

Themenverwandte Artikel

  • Hilfe für die Helfer in der Antarktis (07.01.2014)

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Hilfe für die Helfer in der Antarktis

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Hilfe für die Helfer in der Antarktis

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Veröffentlicht: 12:05, 07.Januar 2014 (MEZ)
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Der Eisbrecher Polar Star

Commonwealth Bucht (Antarktika), 07.01.2014 – Der chinesische Eisbrecher Xue Long (deutsch: Schneedrache) war dem seit kurz vor Weihnachten im Packeis der Antarktis eingeschlossenen russischen Forschungsschiff Akademik Shokalskiy zur Hilfe gekommen, weil er als ein regelrechter Eisbrecher nahe an das eingeschlossene Schiff herankommen konnte und zudem mit dem Bordhubschrauber der Xue Long die Forscher und Touristen ausgeflogen werden konnten. Die Xue Long hatte sich der Akademik Shokalskiy bis auf Sichtweite genähert. Der Hubschrauber übernahm dann die Bergung der Menschen, die auf den vor dem Packeis dafür in Bereitschaft liegenden australischen Eisbrecher Aurora Australis brachte. Die Aurora Australis hatte sich danach noch in Bereitschaft gehalten, hat sich jedoch nach Absprache mit den beiden anderen Schiffen auf den Weg zum Hafen von Hobart auf Tasmanien gemacht, um die Geretteten dort an Land zu bringen.

Die Akademik Shokalskiy war bereits in dem für diese Zeit ungewöhnlich dichten Packeis gefangen, doch nun steckt auch die Xue Long auf 66,65° südlicher Breite, 144,42° östlicher Länge im Packeis fest. Die Besatzung des Schiffs wollte versuchen, am Sonnabendmorgen (04.01. Ortszeit) bei günstiger Gezeitenlage den Weg aus dem Packeis zu finden, doch dieses Vorhaben scheiterte, da sich ein Tafeleisberg genau in die vorgesehene Route des Schiffs geschoben hat. Der etwa 1 km lange Eisberg befindet sich ungefähr 2 km entfernt vom Schiff, stellt aber keine direkte erkennbare Gefahr dar. Die Xue Long selbst kann Eis bis zu einer Stärke von 1,1 m durchbrechen, aber das Eis im Bereich des Schiffs ist bis zu 4 m dick, so dass nur eine etwa 1 km lange „Anlaufbahn“ für die mögliche Befreiung von der Xue Long geschaffen werden konnte. Das Eis stellt auch für die Akademik Shokalskiy keine unmittelbare Gefahr dar, da beide Schiffe so konstruiert sind, dass sie vom sich schließenden Eis emporgehoben und nicht zerdrückt werden. Außerdem sind beide ausreichend mit Lebensmitteln und Treibstoff ausgestattet. Der Kapitän des chinesischen Schiffes sagte dazu, man sei bis Anfang April mit allem Notwendigen versorgt.

Ein aufkommender Sturm, an dessen Rand sich die Schiffe befinden, könnte am Montag oder Dienstag (06.01/07.01, Ortszeit) die Eisschollen soweit auseinander schieben, dass zumindest der Xue Long eine Fahrt in freieres Gewässer möglich ist, denn auch der am Sonnabend störende Eisberg wird sich bis zu jenem Zeitpunkt verschoben haben, wobei ihm ein zweiter in kurzem Abstand folgt. Genaue Vorhersagen über einen Ausweg aus dem Eis sind wegen der komplizierten Strömungsverhältnisse jedoch schwer zu machen. Die Xue Long befindet sich rund 21 km von eisfreiem Wasser entfernt, und das Gebiet mit dem dicksten und für das Schiff damit zu starkem Eis ist ungefähr 3,7 km breit.

Jedoch wurde jetzt auch der Eisbrecher Polar Star amerikanischen Küstenwache zur Hilfe geschickt, wie die australische Seesicherheitsbehörde AMSA mitteilte, die die gesamte Aktion koordiniert. Die Polar Star, die in der Lage ist, Eis bis zu einer Dicke von 6 m zu brechen, hat den Hafen von Sydney verlassen und wird das Einsatzgebiet in voraussichtlich nach einer Woche Fahrtzeit erreichen. Die Polar Star, ist nach Angaben der US-Küstenwache auf eine gemeinsame Anfrage der australischen genauso wie der russischen und chinesischen Behörden hin, auf den Weg geschickt worden. Das Ziel der Fahrt sei die „Rettung von Menschenleben“ durch Schaffung einer Passage durch das Eis für beide eingeschlossenen Schiffe, sagte der Leiter der US-Küstenwache für den Bereich des Pazifik Vizeadmiral Paul Zukunft

Allein die Rettung der Passagiere von der Akademik Shokalskiy hat umgerechnet 260.000 Euro gekostet, die dem Schiffseigner bzw. dessen Versicherer in Rechnung gestellt werden sollen. Der Vorfall hat darüber hinaus die laufenden Forschungsvorhaben aller beteiligten Nationen im Bereich der Antarktis beeinträchtigt, deren Fortgang nach dem endgültigen Ende der Aktion neu zu bestimmen sind, wie beklagt wurde. Die chinesischen Forscher freuten sich jedoch über einige unerwartete Gelegenheiten zur Vermessung des Erdmagnetfeldes, ließen sie verlauten. Auch die Fahrt der Akademik Shokalskiy wurde inzwischen gegen Vorwürfe verteidigt, sie sei eine „Touristenfahrt“ gewesen. Die Route des Schiffs, die als Australasian Antarctic Expedition 2013 der Route des Polarforschers Douglas Mawson folgte, habe es Wissenschaftlern ermöglicht, wichtige Forschungen durchzuführen, hieß es, und dies würden die später veröffentlichten wissenschaftlichen Beiträge zeigen, wurde erklärt.

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February 26, 2012

Antarktis: Brasilianische Forschungsstation ausgebrannt – zwei Marineangehörige kommen ums Leben

Antarktis: Brasilianische Forschungsstation ausgebrannt – zwei Marineangehörige kommen ums Leben

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Veröffentlicht: 20:28, 26. Feb. 2012 (CET)
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Militär- und Forschungsstation Comandante Ferraz (Archivbild)

König-Georg-Insel (Antarktika), 26.02.2012 – Am Samstagmorgen brach im Maschinenraum der von Brasilien in der Antarktis betriebenen Militär- und Forschungsstation „Estação Antártica Comandante Ferraz“ ein Feuer aus (Bild). Zwei Marineangehörige wurden dabei getötet, eine weitere Person verletzt.

Mit Hubschraubern wurden 44 Forscher auf die chilenische Forschungsstation „Eduardo Frei“ ausgeflogen. Der chilenische Verteidigungsminister Andres Allamand gab bekannt, dass das Feuer die brasilianische Station völlig zerstört habe. Die Löscharbeiten wurden wegen schlechten Wetters unterbrochen, so ein Sprecher der argentinischen Marine. Der brasilianische Stationskommandant bleibt mit zwölf Marinesoldaten zunächst in der chilenischen Forschungsstation, um die Unglücksursache zu klären und die Leichen zu bergen.

Die abgebrannte Station Estação Antártica Comandante Ferraz befindet sich auf King George Island, an der Baía do Almirantado (Admirality Bay). Sie wurde vom Forschungsschiff Barão de Teffé auf die Insel transportiert und nahm am 6. Februar 1984 ihren Betrieb auf. Die Anlage umfasst 2.600 Quadratmeter und besteht aus mehreren Modulen.

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November 5, 2011

Antarktis: Gewaltiger Riss im Pine-Island-Gletscher

Antarktis: Gewaltiger Riss im Pine-Island-Gletscher

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Veröffentlicht: 14:32, 5. Nov. 2011 (CET)
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Die Spalte im Eis von oben.

Foto: NASA

Antarktika, 05.11.2011 – Wissenschaftler der National Aeronautics and Space Administration (NASA) entdeckten im Pine-Island-Gletscher eine mindestens 30 Kilometer lange Spalte mit einer Tiefe von 50 Metern. Der Riss, der in der Mitte 80 Meter breit ist, deutet darauf hin, dass sich in den nächsten Monaten ein riesiger Eisberg vom Gletscher lösen wird.

Eine Spalte erstreckt sich über etwa 30 km über das Schelfeis.

Foto: NASA

Michael Studinger vom NASA-IceBridge-Projekt sagt: „Die Spalte wird täglich um zwei Meter länger. Wenn das Eis abbricht, wird ein gewaltiger Eisberg mit einer Fläche von 880 Quadratkilometern entstehen.“ Die NASA geht davon aus, dass es sich um ein regelmäßig wiederkehrendes Ereignis handelt. Ein Zusammenhang mit der Erderwärmung wird nicht gesehen. Der letzte große Eisberg entstand im Jahr 2001.

Bis ins Jahr 2009 hat die NASA die Veränderungen im Eis mit dem Ice, Cloud and Land Elevation Satellite (ICESAT) überwacht. Er ist abgeschaltet und wird voraussichtlich im Jahr 2016 durch den ICESAT 2 ersetzt. Bis dahin erfolgt die Überwachung mit Flugzeugen.

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February 21, 2009

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

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Veröffentlicht: 12:25, 21. Feb. 2009 (CET)
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Lage der Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis

Antarktika / Bremerhaven (Deutschland), 21.02.2009 – Die deutsche Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eröffnete am Freitag die Forschungsstation Neumayer III auf dem Ekström-Schelfeis der Atka-Bucht am nordöstlichen Weddell-Meer. Stolz sprach die Ministerin von einem „Meisterwerk der Ingenieurskunst”.

Die Betonfüße lassen sich hydraulisch anheben.

Umzug in die neue Unterkunft

In der Tat bietet die neue Station einige technische Highlights, die die Nachteile der älteren Vorgänger überwinden sollen. Die jetzt außer Betrieb gehende Station Neumayer II – knapp sieben Kilometer von der neuen Station entfernt – ist inzwischen 15 Meter tief im arktischen Schnee „versunken“. Da sich das Schelfeis ständig in Bewegung befindet, litt diese unter dem Druck des Eises. Inzwischen sind die „Tunnelrohr“-Segmente so stark deformiert, dass die Wissenschaftler dort nicht mehr sicher arbeiten können.

So sieht die Zukunft aus

Wichtigstes Feature der neuen Station ist die Stelzenkonstruktion, auf denen sie ruht. Die insgesamt 2.300 Tonnen schwere Station mit einer Nutzfläche von 4.473 Quadratmetern ruht auf 16 „Füßen“, die durch ein hydraulisches Gestänge einzeln angehoben werden können, wenn neuer Schnee die Station zu bedecken droht. Unter die angehobenen Füße kann nun Schnee in die entstandenen Hohlräume eingeblasen werden, so dass der Untergrund nach und nach erhöht werden kann. Auf diese Weise drückt die dritte Neumayer-Station den Schnee nach unten weg und bleibt immer an der Oberfläche.

Die Ingenieure vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, die für die Neukonstruktion verantwortlich sind, rechnen mit einer Lebensdauer von 30 Jahren für die neue Station. Sie liegt damit deutlich über der Lebensdauer der älteren Stationen Neumayer I und II. Mit Neumayer I war Deutschland 1981 in die Antarktisforschung eingestiegen. 1992 war dann die Nachfolgestation in Betrieb genommen worden. Die Vorgängerstationen bestanden im Prinzip aus zwei 90 Meter langen Stahlröhren, die unter die Oberfläche vergraben wurden. So waren die Forscher zwar vor den arktischen Stürmen gut geschützt, sahen aber – außer durch Webcams – eigentlich „keine Sonne“. Die neue Station bietet den Forschern mehr Bequemlichkeit und Möglichkeiten zur Entspannung, beispielsweise eine Sauna und einen Sportraum.

Kante des Ekström-Schelfs an der Nordseite der Antarktis

Die Arbeit auf der Station und deren Geldgeber

Kernstück der Station bilden natürlich die zahlreichen Labore für die wissenschaftliche Forschung. In der hochmodernen 68 Meter langen und 24 Meter breiten Station finden zwölf Labore Platz, die sich auf vier Stockwerke verteilen. Zum Forschungsprogramm gehören Untersuchungen des Erdmagnetfeldes, der chemischen Zusammensetzung der Luft, die Sammlung von Wetter- und Ozondaten sowie die Erfassung und Auswertung seismischer Wellen. Von besonderem politischen Interesse für die Bundesrepublik Deutschland sind die Möglichkeiten zur Erfassung von Infraschall-Daten. Diese ermöglichen Aussagen über mögliche Atomtests, die irgendwo auf der Erde stattgefunden haben. Zusammen mit der Auswertung von Daten aus den anderen Stationen, die zusammen ein flächendeckendes Netzwerk bilden, trägt die Forschungsstation dazu bei, die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages zu überprüfen. Deutschland ist Vertragsstaat dieses völkerrechtlichen Vertrages. Nicht zuletzt diese politische Motivation erleichtert es dem AWI, die Gelder für den Bau, den Betrieb und die Erhaltung der Station zu erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trat als Hauptgeldgeber der 39 Millionen Euro teuren wissenschaftlichen Einrichtung in Erscheinung. An der Finanzierung sind aber auch die Bundesländer Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein beteiligt.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Neumayer Station“.

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  • Portal:Wissenschaft

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March 26, 2008

DIW: Finanzielle Lasten des Klimawandels in Deutschland unterschiedlich verteilt

DIW: Finanzielle Lasten des Klimawandels in Deutschland unterschiedlich verteilt

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Veröffentlicht: 20:57, 26. Mär. 2008 (CET)
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Die Zunahme von Waldbränden gehört nach gängigen Szenarien zu den Auswirkungen des Klimawandels

Berlin (Deutschland), 26.03.2008 – Der weltweite Klimawandel kommt die Menschheit teuer zu stehen. Die finanziellen Folgen, die auf Deutschland zukommen würden, wenn die Politik nicht umsteuert und eine globale Erwärmung von 4,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 eintritt, hat jetzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung untersucht. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Klimawandels beziffert das Institut für Deutschland mit „bis zu 800 Milliarden Euro“ in den nächsten 50 Jahren. Damit ist es jedoch noch nicht getan. Es ist außerdem von „Anpassungskosten an den Klimawandel“ und indirekten Kosten bei Energieträgern auszugehen, die sich durch erhöhte Nachfrage und eine entsprechende Angebotsverknappung ergeben können. So rechnet das Institut mit dem Ausfall von Kraftwerken während Hitzeperioden, weil Kühlwasser infolge von Niedrigwasser in Flüssen nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

Zu den Folgen des Klimawandels, die sich in Euro und Cent umrechnen lassen, zählt das Institut unter anderem die höheren Risiken von hochwasserbedingten Schäden sowie die notwendigen Investitionen in den Hochwasserschutz, den Anstieg von Infektionskrankheiten wie Malaria, weitere Krankheitsrisiken durch die hohen Temperaturen im Sommer, Ausfälle für den Tourismus in den Wintersportregionen, den Anstieg von Ernteverlusten und Waldbränden im Bereich der Landwirtschaft, Vermehrung von Schädlingen und vieles andere.

Sowohl die einzelnen Wirtschaftszweige als auch die verschiedenen Regionen Deutschlands sind in unterschiedlichem Maße von den wirtschaftlichen Folgen der Klimaerwärmung betroffen. Die unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen deutschen Bundesländern gingen in die Berechnungen des Instituts ein und führten zu dem Ergebnis, dass das Bundesland Baden-Württemberg – unter den genannten Bedingungen – bis 2050 rund 129 Milliarden Euro der berechneten Gesamtsumme von 800 Milliarden Euro tragen muss. Das entspricht 17 Prozent der Gesamtsumme. Gefolgt wird Spitzenreiter Baden-Württemberg von Bayern mit 113 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Diese Bundesländer verfügen dabei über eine unterschiedliche Wirtschaftskraft, die in einer weiteren Berechnung zu den zu erwartenden Kosten ins Verhältnis gesetzt wurde. Gemessen am prozentualen Anteil an der Bruttowertschöpfung dieser Bundesländer ist Sachsen-Anhalt am stärksten belastet, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Die uneinheitliche Verteilung der volkswirtschaftlichen Lasten wird auch in den unterschiedlichen Folgen für die einzelnen Wirtschaftszweige deutlich. Belastet sind vor allem Land- und Forstwirtschaft (im Süden stärker als im Norden). Nur wenige Sektoren werden zu den Gewinnern gehören, so die Bauwirtschaft, die von Infrastrukturschäden sowie Überflutungsschäden an Immobilien durch einen Anstieg von entsprechenden Aufträgen profitieren wird.

Das DIW weist auch auf die sicherheitspolitischen Implikationen des Klimawandels hin. Mit zunehmender Erderwärmung werden die Packeismassen über der Arktis abschmelzen und die darunter liegenden Erdgas- und Ölreserven in den Bereich einer wirtschaftlichen Abbaubarkeit gelangen. Die Anrainerstaaten Dänemark, Norwegen, Kanada, die Vereinigten Staaten und Russland werden ihre Besitzansprüche untereinander aushandeln müssen. Bei einem geschätzten Anteil der dort liegenden Lagerstätten von rund 25 Prozent der weltweiten Öl- und Gasreserven wird die Brisanz dieser Frage deutlich.

Arved Fuchs

Die Folgen des Klimawandels werden zurzeit auf einem Extremwetterkongress in Hamburg diskutiert. Einer der Teilnehmer, Arved Fuchs, warnte in einem Interview mit NDR Info vor einer Verharmlosung des Klimawandels nach dem Motto „… zwei Grad, so schlimm wird das schon nicht sein“. Der Klimawandel beschränke sich nicht auf mehr oder weniger harmlose Wetterveränderungen: „Es ist ja nicht einfach so, dass es nur wärmer wird, dass es vielleicht mal ein bisschen mehr regnet und wir hier, was weiß ich, Palmen haben, sondern man hat ja in einigen Ländern schon ganz drastische Auswirkungen dieses Klimawandels. Es wird mehr Krankheiten geben, Landstriche werden versteppen. Was werden solche Menschen machen, die plötzlich keine Lebensgrundlage mehr haben, sie werden natürlich wandern.“

Antarktis

Wie zur Bestätigung der Aussagen zum globalen Klimawandel erreichte die Öffentlichkeit heute eine weitere Nachricht: Dem National Snow and Ice Data Center (NSIDC) zufolge hat ein Schelfeisblock der Antarktis mit einer Fläche von 13.680 Quadratkilometern begonnen auseinander zu brechen. Bereits am 28. Februar war auf Satellitenaufnahmen entdeckt worden, dass sich aus dem Wilkins-Schelfeis der Antarktis – etwa 1.000 Kilometer von der Südspitze Südamerikas entfernt – ein Eisberg mit den Abmessungen von 41 mal 2,5 Kilometern vom Schelf gelöst hatte und nun ins offene Meer treibt. Als Folge davon habe sich auch eine weitere Schelfeisfläche von 405 Quadratkilometern Größe gelöst. Die Ablösung des Schelfeissockels wurde von Wissenschaftlern allerdings unterschiedlich bewertet. Ted Scambos vom NSIDC in den Vereinigten Staaten machte zwei Faktoren für den Abbruch verantwortlich: „Wir glauben, der Wilkinsschelf war seit wenigstens einigen hundert Jahren an dieser Stelle. Aber warme Luft und der Einfluss von Meeresströmungen haben [nun] den Abbruch verursacht“. Dagegen argumentierte der Frankfurter Klimaforscher Prof. Christian Schönwiese am Rande des Extremwetterkongresses, es sei durchaus möglich, dass das Ereignis auf ein Wachstum des Schelfeises zurückzuführen sei und eine Art „Kalbungsprozess“ darstelle.

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December 29, 2007

Kreuzfahrtschiff „Fram“ rammt Eisberg in der Antarktis

Kreuzfahrtschiff „Fram“ rammt Eisberg in der Antarktis

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Veröffentlicht: 19:42, 29. Dez. 2007 (CET)
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Narvik (Norwegen), 29.12.2007 – In der Antarktis ist das norwegische Schiff „Fram“ mit einem Eisberg zusammengestoßen. Die 318 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon, das Schiff wurde nur leicht beschädigt. Es wird zur genaueren Untersuchung nun die chilenische Militärbasis auf King George Island anlaufen. Gemäß der Reederei Hurtigruten ging dem Zusammenstoß ein Motorstopp voraus. Zwar konnte die Mannschaft die Maschinen nach einer halben Stunde wieder in Gang bringen, aber den Zusammenstoß vor Browns Bluff nicht verhindern. Das Schiff sei aber nicht besonders hart gegen den Eisberg getrieben worden und ist nach bisherigen Erkenntnissen nur gering an der Außenwand beschädigt worden.

Bei dem 2007 in Dienst gestellten Schiff „MS Fram“ handelt es sich um ein Motorschiff der neuesten Generation der Reederei „Hurtigruten ASA“. Es wurde für die norwegische Postschifflinie Hurtigruten und damit speziell für polare Gewässer gebaut und besitzt die Eisklasse B1 (Eisdicke bis 0,6 Meter). Es ist 114 Meter lang, 20,20 Meter breit und verdrängt 12.700 Bruttoregistertonnen. Es ist nach dem 1892 fertiggestellten Forschungsschiff Fram benannt, mit dem der norwegische Polarforscher Roald Amundsen (1872 bis 1928) zwischen 1910 und 1912 die Antarktis befuhr. Das Forschungsschiff ist heute in Oslo im Fram-Museum ausgestellt.

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December 19, 2007

Linienflüge nach Antarktika

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Linienflüge nach Antarktika

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Veröffentlicht: 18:54, 19. Dez. 2007 (CET)
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Die Antarktis

Sydney (Australien), 19.12.2007 – Am späten Abend des 9. Dezember 2007 ist erstmals ein Passagierflugzeug in der Antarktis gelandet. Der Airbus A319 startete am 9. Dezember gegen 19 Uhr abends von der tasmanischen Hauptstadt Hobart und kehrte am Morgen des 10. Dezember wieder zurück. Die Flüge, die möglicherweise in dieser Woche den Linienbetrieb aufnehmen sollen, werden wissenschaftlichem Personal vorbehalten sein. Es gibt keine Pläne für einen Tourismusverkehr. Bislang wurde die Antarktis nur von Militärflugzeugen angeflogen.

Die Forschungsstation Casey liegt etwa 70 Kilometer von der nach Sir Hubert Wilkins benannten Landebahn entfernt. Dort sollen Linienflüge den Forschern wochenlange Reisen über das Meer ersparen. Die Landebahn ist 2,5 Kilometer lang und 700 Meter breit. Das Rollfeld hat zwar keinen festen Standort, da es auf einem Gletscher liegt. Es verschiebt sich jedoch jährlich nur um zwölf Meter nach Südwesten.

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February 26, 2007

Antarktis: Polarstern-Expedition entdeckt viele neue Tierarten

Antarktis: Polarstern-Expedition entdeckt viele neue Tierarten

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Artikelstatus: Fertig 20:32, 26. Feb. 2007 (CET)
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Flohkrebs aus dem Meeresplankton

Bremerhaven (Deutschland), 26.02.2007 – Vor der Küste der Antarktis haben Wissenschaftler während einer neun Wochen dauernden Expedition zahlreiche neue Tierarten entdeckt. Sie fanden unter anderem 15 bisher unbekannte Amphipodenarten, die zu den Flohkrebsen gehören, eine neue Seeanemonen-Art und ein neues Nesseltier. Einer der neu entdeckten Amphipoden ist fast zehn Zentimeter lang und gehört damit zu den größten Amphipoden in den antarktischen Gewässern.

Forschungseisbrecher Polarstern

Unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung mit Sitz in Bremerhaven waren 52 Wissenschaftler aus 14 Ländern zwischen November 2006 und Januar 2007 neun Wochen lang an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Polarstern“ vor der Küste der Antarktis unterwegs. Zu dem Arbeitspensum der Wissenschaftler gehörte neben fischereibiologischen Studien und Walbeobachtungen die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt in den antarktischen Gewässern.

Während ihres Aufenthalts im Weddellmeer, in den Gewässern rund um die Antarktische Halbinsel und in der Bransfieldstraße erforschten sie dabei auch die Gebiete im Bereich des Larsen-A-B-Schelfeises, in denen in den letzten zwölf Jahren insgesamt 10.000 Quadratkilometer Schelfeis abgebrochen waren. Der Abbruch des Schelfeises hat Meeresboden freigelegt, der vorher für Schiffe unerreichbar war. Bei der Erforschung des Meeresbodens setzten sie unter anderem ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (Remotely Operated Vehicle, kurz ROV) ein, das mit Video- und Fotokameras ausgestattet war.

In 830 Metern Tiefe fanden die Wissenschaftler eine kalte Quelle, ein so genanntes „Cold Seep“, deren Existenz zuvor nur aus Videoaufnahmen bekannt war. Hier steigt aus einer Ansammlung von Muschelschalen sulfat- und methanhaltiges Wasser auf. In einer derartigen Umgebung können bestimmte Bakterienarten leben, und es kann sich dort eine einfache Lebensgemeinschaft entwickeln, die auch ohne Sonnenlicht existieren kann.

Bei den Walbeobachtungen wurden Zwergwale oft nahe am Packeis gesichtet. Die seltenen Schnabelwale trafen die Forscher besonders häufig im Gebiet von Elephant Island an. Dr. Meike Scheidat vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel staunte: „Es war überraschend zu sehen, dass die neuen Lebensräume so schnell besiedelt werden.“

Larve eines Eisfisches

Die fischereibiologischen Untersuchungen rund um die Inseln westlich und nördlich der Antarktischen Halbinsel ergaben, dass der Marmorbarsch (Notothenia rossii) und der Gelbbauchnotothenia (Notothenia coriiceps) häufiger vorkamen als in einer Vergleichsstudie von 2003, während im gleichen Zeitraum die Bestände vom Bändereisfisch (Chaemopsocephalus gunnari) und vom Scotiasee-Eisfisch (Chaenocephalus aceratus) abnahmen.

Mit der vollständigen Auswertung der wissenschaftlichen Daten und der gesammelten Proben werden die Institute in der Heimat Monate bis Jahre beschäftigt sein. Erste Ergebnisse werden die Wissenschaftler aber schon auf einem Symposium im September dieses Jahres präsentieren.

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October 20, 2006

Ozonloch größer als je zuvor

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Ozonloch größer als je zuvor

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Artikelstatus: Fertig 19:59, 20. Okt. 2006 (CEST)
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Größte Ausdehnung des Ozonlochs über der Antarktis vom 24. September 2006.

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 20.10.2006 – Das Ozonloch über dem Südpol ist größer als je zuvor. Sogar die bisherige Rekordausdehnung aus dem Jahr 2000 wurde übertroffen. Im Zeitraum vom 21. bis zum 30. September betrug die durchschnittliche Größe des Loches 27,45 Millionen Quadratkilometer, was der Fläche von USA und Russland zusammengenommen entspricht. Am 24. September betrug die Größe 29,5 Millionen Quadratkilometer, genau so viel wie der bisherige Tagesrekord vom 9. September 2000. Diese Daten gaben Wissenschaftler von NASA und der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ (NOAA) bekannt.

Gleichzeitig zu der großen Ausdehnung des Loches gibt es auch noch zwei weitere negative Rekorde: Am 8. Oktober wurde mit 85 Dobson-Einheiten die niedrigste Ozonkonzentration in der Atmosphäre über der östlichen Antarktis gemessen, was den Rekord von 1998 einstellt. Und in einer Höhe von 13 bis 21 Kilometern über der Erdoberfläche ist die Ozonschicht laut einem Experten „so gut wie verschwunden“.

Diese Werte werden neben dem Anteil an ozonzerstörenden Substanzen auch der in diesem Jahr überdurchschnittlich hohen Kälte in der antarktischen Stratosphäre zugeschrieben. Als Ergebnis des Montreal-Protokolls, bei dem sich die meisten Länder dazu verpflichteten, auf ozonschädigende Stoffe zu verzichten, geht die Konzentration der ozonzerstörenden Substanzen seit 1995 zurück. Die höchste Konzentration solcher Substanzen über der Antarktis war vermutlich im Jahr 2001. Die Substanzen bleiben aber über 40 Jahre lang in der Atmosphäre, wodurch sich die Auswirkungen auf die Ozonschicht verzögern. Es wird erwartet, dass sich die Ozonschicht erst bis 2065 wieder erholen kann und bis dahin temperaturabhängigen Schwankungen unterliegt.

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  • Ozonloch schließt sich langsamer als angenommen (02.07.2006)
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