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February 21, 2009

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

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Veröffentlicht: 12:25, 21. Feb. 2009 (CET)
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Lage der Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis

Antarktika / Bremerhaven (Deutschland), 21.02.2009 – Die deutsche Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eröffnete am Freitag die Forschungsstation Neumayer III auf dem Ekström-Schelfeis der Atka-Bucht am nordöstlichen Weddell-Meer. Stolz sprach die Ministerin von einem „Meisterwerk der Ingenieurskunst”.

Die Betonfüße lassen sich hydraulisch anheben.

Umzug in die neue Unterkunft

In der Tat bietet die neue Station einige technische Highlights, die die Nachteile der älteren Vorgänger überwinden sollen. Die jetzt außer Betrieb gehende Station Neumayer II – knapp sieben Kilometer von der neuen Station entfernt – ist inzwischen 15 Meter tief im arktischen Schnee „versunken“. Da sich das Schelfeis ständig in Bewegung befindet, litt diese unter dem Druck des Eises. Inzwischen sind die „Tunnelrohr“-Segmente so stark deformiert, dass die Wissenschaftler dort nicht mehr sicher arbeiten können.

So sieht die Zukunft aus

Wichtigstes Feature der neuen Station ist die Stelzenkonstruktion, auf denen sie ruht. Die insgesamt 2.300 Tonnen schwere Station mit einer Nutzfläche von 4.473 Quadratmetern ruht auf 16 „Füßen“, die durch ein hydraulisches Gestänge einzeln angehoben werden können, wenn neuer Schnee die Station zu bedecken droht. Unter die angehobenen Füße kann nun Schnee in die entstandenen Hohlräume eingeblasen werden, so dass der Untergrund nach und nach erhöht werden kann. Auf diese Weise drückt die dritte Neumayer-Station den Schnee nach unten weg und bleibt immer an der Oberfläche.

Die Ingenieure vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, die für die Neukonstruktion verantwortlich sind, rechnen mit einer Lebensdauer von 30 Jahren für die neue Station. Sie liegt damit deutlich über der Lebensdauer der älteren Stationen Neumayer I und II. Mit Neumayer I war Deutschland 1981 in die Antarktisforschung eingestiegen. 1992 war dann die Nachfolgestation in Betrieb genommen worden. Die Vorgängerstationen bestanden im Prinzip aus zwei 90 Meter langen Stahlröhren, die unter die Oberfläche vergraben wurden. So waren die Forscher zwar vor den arktischen Stürmen gut geschützt, sahen aber – außer durch Webcams – eigentlich „keine Sonne“. Die neue Station bietet den Forschern mehr Bequemlichkeit und Möglichkeiten zur Entspannung, beispielsweise eine Sauna und einen Sportraum.

Kante des Ekström-Schelfs an der Nordseite der Antarktis

Die Arbeit auf der Station und deren Geldgeber

Kernstück der Station bilden natürlich die zahlreichen Labore für die wissenschaftliche Forschung. In der hochmodernen 68 Meter langen und 24 Meter breiten Station finden zwölf Labore Platz, die sich auf vier Stockwerke verteilen. Zum Forschungsprogramm gehören Untersuchungen des Erdmagnetfeldes, der chemischen Zusammensetzung der Luft, die Sammlung von Wetter- und Ozondaten sowie die Erfassung und Auswertung seismischer Wellen. Von besonderem politischen Interesse für die Bundesrepublik Deutschland sind die Möglichkeiten zur Erfassung von Infraschall-Daten. Diese ermöglichen Aussagen über mögliche Atomtests, die irgendwo auf der Erde stattgefunden haben. Zusammen mit der Auswertung von Daten aus den anderen Stationen, die zusammen ein flächendeckendes Netzwerk bilden, trägt die Forschungsstation dazu bei, die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages zu überprüfen. Deutschland ist Vertragsstaat dieses völkerrechtlichen Vertrages. Nicht zuletzt diese politische Motivation erleichtert es dem AWI, die Gelder für den Bau, den Betrieb und die Erhaltung der Station zu erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trat als Hauptgeldgeber der 39 Millionen Euro teuren wissenschaftlichen Einrichtung in Erscheinung. An der Finanzierung sind aber auch die Bundesländer Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein beteiligt.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Neumayer Station“.

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Quellen

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February 26, 2007

Antarktis: Polarstern-Expedition entdeckt viele neue Tierarten

Antarktis: Polarstern-Expedition entdeckt viele neue Tierarten

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Artikelstatus: Fertig 20:32, 26. Feb. 2007 (CET)
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Flohkrebs aus dem Meeresplankton

Bremerhaven (Deutschland), 26.02.2007 – Vor der Küste der Antarktis haben Wissenschaftler während einer neun Wochen dauernden Expedition zahlreiche neue Tierarten entdeckt. Sie fanden unter anderem 15 bisher unbekannte Amphipodenarten, die zu den Flohkrebsen gehören, eine neue Seeanemonen-Art und ein neues Nesseltier. Einer der neu entdeckten Amphipoden ist fast zehn Zentimeter lang und gehört damit zu den größten Amphipoden in den antarktischen Gewässern.

Forschungseisbrecher Polarstern

Unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung mit Sitz in Bremerhaven waren 52 Wissenschaftler aus 14 Ländern zwischen November 2006 und Januar 2007 neun Wochen lang an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Polarstern“ vor der Küste der Antarktis unterwegs. Zu dem Arbeitspensum der Wissenschaftler gehörte neben fischereibiologischen Studien und Walbeobachtungen die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt in den antarktischen Gewässern.

Während ihres Aufenthalts im Weddellmeer, in den Gewässern rund um die Antarktische Halbinsel und in der Bransfieldstraße erforschten sie dabei auch die Gebiete im Bereich des Larsen-A-B-Schelfeises, in denen in den letzten zwölf Jahren insgesamt 10.000 Quadratkilometer Schelfeis abgebrochen waren. Der Abbruch des Schelfeises hat Meeresboden freigelegt, der vorher für Schiffe unerreichbar war. Bei der Erforschung des Meeresbodens setzten sie unter anderem ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (Remotely Operated Vehicle, kurz ROV) ein, das mit Video- und Fotokameras ausgestattet war.

In 830 Metern Tiefe fanden die Wissenschaftler eine kalte Quelle, ein so genanntes „Cold Seep“, deren Existenz zuvor nur aus Videoaufnahmen bekannt war. Hier steigt aus einer Ansammlung von Muschelschalen sulfat- und methanhaltiges Wasser auf. In einer derartigen Umgebung können bestimmte Bakterienarten leben, und es kann sich dort eine einfache Lebensgemeinschaft entwickeln, die auch ohne Sonnenlicht existieren kann.

Bei den Walbeobachtungen wurden Zwergwale oft nahe am Packeis gesichtet. Die seltenen Schnabelwale trafen die Forscher besonders häufig im Gebiet von Elephant Island an. Dr. Meike Scheidat vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel staunte: „Es war überraschend zu sehen, dass die neuen Lebensräume so schnell besiedelt werden.“

Larve eines Eisfisches

Die fischereibiologischen Untersuchungen rund um die Inseln westlich und nördlich der Antarktischen Halbinsel ergaben, dass der Marmorbarsch (Notothenia rossii) und der Gelbbauchnotothenia (Notothenia coriiceps) häufiger vorkamen als in einer Vergleichsstudie von 2003, während im gleichen Zeitraum die Bestände vom Bändereisfisch (Chaemopsocephalus gunnari) und vom Scotiasee-Eisfisch (Chaenocephalus aceratus) abnahmen.

Mit der vollständigen Auswertung der wissenschaftlichen Daten und der gesammelten Proben werden die Institute in der Heimat Monate bis Jahre beschäftigt sein. Erste Ergebnisse werden die Wissenschaftler aber schon auf einem Symposium im September dieses Jahres präsentieren.

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Quellen

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November 3, 2005

Forschungsflugzeug abgestürzt – Polarforscher unverletzt

Forschungsflugzeug abgestürzt – Polarforscher unverletzt

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Ein Flugzeug des Typs „Do 228“

Bremerhaven (Deutschland), 03.11.2005 – Im Nordmeer ist gestern das Forschungsflugzeug „Polar 4“ abgestürzt. Ersten Angaben vom gestrigen Mittwoch zufolge gehörte die „Dornier Do 228“ dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Das zweimotorige Flugzeug erlitt in der Antarktis eine Bruchlandung. Dabei wurde niemand verletzt. Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt, die die Maschine bereits untersuchten, gehen von einem Totalschaden aus. Bereits im Frühjahr 2005 erlitt die „Do 228“ eine unglimpfliche Landung. Damals wurden das Fahrwerk und der Rumpf beschädigt, als sie an der britischen Antarktis-Station „Rothera“ zu hart aufsetzte. Das Flugzeug wurde damals per Schiff nach Bremerhaven zurücktransportiert.

Für den Kauf eines neuen Forschungsflugzeuges benötigt das AWI rund sechs Millionen Euro. Für die Finanzierung einer neuen „Do 228“ wird das AWI in Kürze einen Antrag an die deutsche Bundesregierung stellen.

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Quellen

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