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December 22, 2010

Bundesgerichtshof hebt Urteil gegen Mediziner wegen Behandlung mit Zitronensaft auf

Bundesgerichtshof hebt Urteil gegen Mediziner wegen Behandlung mit Zitronensaft auf

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Veröffentlicht: 21:59, 22. Dez. 2010 (CET)
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Karlsruhe (Deutschland), 22.12.2010 – Der 3. Strafsenat des deutschen Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hob heute das Urteil der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mönchengladbach auf, in dem der damalige Chefarzt der Sankt-Antonius-Klinik in Wegberg (Nordrhein-Westfalen) wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden war.

Der Arzt hatte die Wunde einer 80-jährigen Patientin nach einer Darmoperation mit einem nicht-sterilen Zitronensaft behandelt. Die Patientin war über die nicht-standardmäßige Behandlungsmethode nicht vorher informiert worden. Auch nachdem die Komplikationen aufgetreten waren, setzte der Arzt die Behandlung der Wunde mit der gleichen Methode in einer nachsorgenden Zweitoperation erneut ohne ausdrückliche Information der Patientin über die mit der Behandlungsmethode verbundenen Risiken fort. Rund zwei Wochen nach der ersten Operation starb die Patientin an der Wundinfektion.

Der BGH begründete sein Urteil damit, dass das Landgericht Mönchengladbach nicht festgestellen konnte, ob die Verwendung des Zitronensaftes die Ursache für den Tod der Patientin gewesen ist. Nach Auffassung des BGH war der Arzt jedoch nicht verpflichtet, die Patientin im Vorfeld der Operation über die Möglichkeit einer Behandlung mit Zitronensaft „im Falle des Eintritts einer Wundheilungsstörung“ zu informieren. Lediglich bezüglich der nachträglichen Behandlung in der zweiten Operation mit Zitronensaft habe sich der behandelnde Arzt der Körperverletzung schuldig gemacht, als er die Patientin nicht über die Behandlungsmethode informiert habe. Da das Landgericht einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Verwendung des Zitronensaftes und dem Tod der Patientin nicht nachweisen konnte, sei auch der Straftatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge nicht anzuwenden.

Der 3. Strafsenat des BGH hält indes „eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge auf anderer Tatsachengrundlage“ noch für möglich. Der Fall wird einem anderen Spruchkörper des Landgerichts Mönchengladbach zur Neuverhandlung zugewiesen.

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November 13, 2010

Urteil des Landgerichts Mönchengladbach gegen Wegberger Chefarzt auf dem Prüfstand

Urteil des Landgerichts Mönchengladbach gegen Wegberger Chefarzt auf dem Prüfstand

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Veröffentlicht: 11:20, 13. Nov. 2010 (CET)
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Karlsruhe (Deutschland), 13.11.2010 – Seit Donnerstag, dem 11. November 2010, befasst sich der Bundesgerichtshof mit dem Urteil des Landgerichts Mönchengladbach gegen den ehemaligen Chefarzt im Wegberger Klinikum. Der Arzt war am 15. Januar 2010 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Strafe von 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte im Jahr 2006 die Wunde einer 80-jährigen Patientin nach einer Operation mit Zitronensaft behandelt, woraufhin die Patientin an krankhaften Gewebeveränderungen und Infektionen gestorben war.

Bei der Verhandlung in Mönchengladbach konnten die Richter nicht hundertprozentig feststellen, ob die ungewöhnliche und nicht zugelassene Behandlungsmethode mit Zitronensaft den Tod der Patientin herbeigeführt hatte. Das Landgericht vertrat jedoch die Auffassung, die Patientin hätte über die nicht-standardmäßige Behandlungsmethode vorab informiert werden müssen. Nach Angaben der Verteidigung sei die Anwendung von Zitronensaft jedoch während der Operation „spontan“ erfolgt. Daher habe der Arzt die Patientin nicht mehr informieren können.

Das Urteil des Bundesgerichtshofs wird für den 22. Dezember dieses Jahres erwartet.

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January 16, 2010

Ehemaliger Chefarzt des Wegberger Krankenhauses zu Bewährungsstrafe verurteilt

Ehemaliger Chefarzt des Wegberger Krankenhauses zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Veröffentlicht: 21:09, 16. Jan. 2010 (CET)
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Mönchengladbach (Deutschland), 16.01.2010 – Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mönchengladbach verurteilte den ehemaligen Chefarzt und Klinikbesitzer des Wegberger Krankenhauses am Freitag wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten. Zwei weitere mitangeklagte Ärzte wurden freigesprochen.

Der ehemalige Chefarzt hatte bei einer Operation einer über 80-jährige Patientin im März 2006 ohne deren Einwilligung zur Wundbehandlung Zitronensaft eingesetzt. Die Patientin war nach der Operation an einer Infektion der Wunde gestorben.

Nach Auffassung des Gerichts wurden von dem Arzt des Öfteren Wunden mit dieser Methode behandelt. Notiert wurde das von dem ehemaligen Klinikleiter und Chefarzt in den OP-Berichten mit dem Vermerk „Ascorbinsäure“. Die Behandlung damit sei jedoch eine nicht zugelassene Methode, wie der Vorsitzende Richter Lothar Beckers erklärte. Die Patientin hätte über den Experimentalcharakter der Behandlung aufgeklärt werden und auch dieser Methode ausdrücklich zustimmen müssen.

Den Vorwürfen der Anklagevertreter, der frühere Chefarzt und Klinikleiter habe eine unzureichende Diagnose gestellt und Fehler bei der Operation begangen, folgte das Gericht nicht. Von der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach war eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren gefordert worden, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

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