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July 2, 2012

Eisenach: Mann lässt Baby bei brütender Hitze im Auto

Eisenach: Mann lässt Baby bei brütender Hitze im Auto

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Veröffentlicht: 22:32, 2. Jul. 2012 (CEST)
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Eisenach (Deutschland), 02.07.2012 – Ein Mann ließ sein Baby im thüringischen Eisenach im verschlossenen Auto liegen. Das laut schreiende und von Schweiß völlig durchnässte Kind und ein kleiner Hund neben dem Baby wurden von einem Passanten auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes bemerkt, berichtete die Polizei am Sonntag. Das Fenster soll nur zu einem kleinen Spalt geöffnet gewesen sein.

Nach polizeilicher Aussage wurde der Mann umgehend über Lautsprecher von der Marktleitung ausgerufen, was den Mann aber nicht wirklich interessierte. Im Polizeibericht heißt es: „Nach reichlich 25 Minuten kam der Fahrer gemütlichen Ganges mit prall gefüllten Einkaufstüten zurück“ – und fuhr anschließend davon, bevor die Polizei vor Ort war. Diese ermittelt nun gegen den Mann wegen Kindesmisshandlung.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Thüringen
  • Portal:Polizeieinsätze

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December 3, 2011

Naziterroristen haben möglicherweise auch Anschläge im Saarland verübt

Naziterroristen haben möglicherweise auch Anschläge im Saarland verübt

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Veröffentlicht: 17:03, 3. Dez. 2011 (CET)
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Fahndungsplakat des BKA (2011, nach dem Ende der Zwickauer Zelle)

Völklingen (Deutschland), 03.12.2011 – Nachdem eine türkische Einrichtung in Völklingen die zwölfte DVD des Nationalsozialistischen Untergrunds erhalten hat, wird eine Verbindung zwischen der Zwickauer Terrorzelle und einer Serie von Brandanschlägen sowie einem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken von 1999 vermutet.

Zehn Brandstiftungen ereigneten sich zwischen 2006 und dem 3. September 2011 in Völklingen. Betroffen waren Gebäude die von türkischstämmigen Personen, Arabern oder Schwarzafrikanern bewohnt waren. 20 Personen waren durch die Brände verletzt worden. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund der Taten wurde von der Polizei und dem Verfassungsschutz nicht erkannt. Nach dem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung ging ein Drohschreiben bei den Behörden ein, nach Analysten dürfte der Verfasser eine Person aus Ostdeutschland gewesen sein. Ein Zeuge gibt an, nach dem Bombenanschlag zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 20 und 25 Jahren beobachtet zu haben, die mit der Tat geprahlt hatten.

Völklingen hat etwa 40.000 Einwohner. Die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ist im Stadtrat und hat zwei der 51 Sitze. Bei der Wahl am 7. Juni 2009 hatte die Partei 4,6 Prozent der Stimmen erhalten und damit fünf Prozent weniger als bei der Wahl zuvor.

Die DVDs wurden von Beate Zschäpe nach dem Tod ihrer mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 verschickt. Adressaten waren verschiedene Medien und Organisationen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière bestätigte in einem Interview, dass Uwe Mundlos vom 1. April 1994 bis zum 31. März 1995 seinen Grundwehrdienst geleistet habe. Er soll seinen Dienst im 6. Panzergrenadierbataillon 381 im sächsischen Frankenberg verrichtet haben, so die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.).

Die Ermittlungen zu den Anschlägen im Saarland sollen neu aufgerollt werden. Der saarländische Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm: „Ein rechtsextremer Hintergrund ist nicht auszuschließen, er ist wahrscheinlich. Auch dem Verfassungsschutz wird man die ein oder andere Frage stellen müssen“.

Die Staatsanwaltschaft in Gera will ein weiteres Verfahren an die Bundesanwaltschaft abgeben. Es geht um sechs Neonazis aus Thüringen. Sie sollen Plastiksprengstoff beschafft haben. Einer davon, André K., der möglicherweise in Verbindung mit der NSU stand. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft gab an, dass das Geraer Verfahren derzeit nicht Gegenstand des Verfahrens gegen die NSU sei. In dem Verfahren gegen die NSU habe man momentan eine Handvoll Personen im Visier. Bei der Bundesanwaltschaft sind zehn Staatsanwälte mit den Ermittlungen zur Bildung der terroristischen Vereinigung befasst. Mit den Ermittlungen befassen sich zwischenzeitlich 420 Beamte, 50 weitere sollen noch hinzukommen. Neben Beate Zschäpe als direktem Mitglied der Terrorgruppe sind der 32-jährige Andre E., der 37-jährige Holger G. und der 36-jährige Ralf Wohlleben wegen Unterstützung der Gruppe in Untersuchungshaft.

Die Liste der Straftaten die das Trio begangen haben soll wird damit immer länger. Zur Ceska-Mordserie, dem Mord und dem Mordversuch in Heilbronn an den Polizisten, sowie den Raubüberfällen reihen sich nun die Anschläge im Saarland.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Rechtsextremismus
  • Polizistin in Heilbronn mit Kopfschüssen getötet (26.04.2007)
  • Nach vier Jahren neue Spur im Polizistenmordfall von Heilbronn (07.11.2011)
  • Bundesanwalt übernimmt die Ermittlungen – Heilbronner Polizistenmord und Dönermorde offenbar von Rechtsextremisten begangen (12.11.2011)
  • „Nationalsozialistischer Untergrund“ bekennt sich in Video zu Morden (14.11.2011)
  • Hochbrisante Datei: Planten die Neonazis aus Thüringen Anschläge auf Politiker? (16.11.2011)

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November 14, 2011

„Nationalsozialistischer Untergrund“ bekennt sich in Video zu Morden

„Nationalsozialistischer Untergrund“ bekennt sich in Video zu Morden

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Veröffentlicht: 15:45, 14. Nov. 2011 (CET)
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Neubau Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Karlsruhe (Deutschland), 14.11.2011 – Die Bundesanwaltschaft und die Bundesregierung bezeichnen die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ die für zehn Morde und weitere Straftaten verantwortlich sein soll als Rechtsterroristische Vereinigung. Gegen die letzte Woche in Haft genommene Beate Z. wurde vom Bundesgerichtshof Haftbefehl wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung erlassen.

Am Sonntag wurde außerdem in Hannover der 37-jährige Deutsche Holger G. festgenommen. Er soll die Gruppe möglicherweise nicht nur logistisch unterstützt haben. Eine mögliche Beteiligung von ihm an den Morden wird untersucht. Fest steht, dass Holger G. für die Terrorgruppe Wohnmobile angemietet, seinen Führerschein und seinen Reisepass zur Verfügung gestellt hat.

Zu der Waffe, einer Pistole des Typs Ceska 83, Kaliber 7,65 Millimeter, gibt es neue Erkenntnisse. Sie gehört zu einer speziellen Serie von der nur 24 Stück hergestellt wurden. Alle Exemplare wurden in den Schweizer Kanton Solothurn ausgeliefert.

Laut Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) soll sich bald das Kontrollgremium des Bundestags für die Geheimdienste mit dem Fall befassen und die Rolle der Polizei und des Verfassungsschutzes beleuchten. Bundesweit werden nun Fälle von rechtsgerichteten Anschlägen nochmals aufgerollt. Auch die Kanzlerin äußerte sich: „Es ist ein außergewöhnliches Ereignis, dem man mit größter Sorgfalt nachgehen muss.“ Die Vorgänge ließen „Strukturen erkennen, die wir uns so nicht vorgestellt haben. Deshalb heißt es, immer wieder wachsam sein, gegen jede Form von Extremismus.“

Dem Trio Uwe B. und Uwe M. und Beate Z. werden acht Morde an türkischen und türkischstämmigen und einem griechischen Geschäftsmann sowie der Mord an einer 22-jährigen Polizeibeamtin vorgeworfen. In dem Haus in Jena, das Beate Z. angezündet hatte, fanden die Ermittler laut Informationen des Spiegel eine DVD, auf der sich die Gruppe zu den Morden und zu einem Nagelbombenanschlag in Köln bekennt. In dem Video bezeichnet sich die Gruppe als „ein Netzwerk von Kameraden mit dem Grundsatz Taten statt Worte.“

Von verschiedenen Politikern wurde die Frage in den Raum gestellt, warum die Täter, die schon vor Jahren als Bombenbauer einschlägig bekannt waren, unbemerkt untertauchen konnten. Vom Zentralrat der Juden und einem Sprecher der türkischen Gemeinden in Deutschland kam Kritik zum Umgang mit Rassismus und rassistischen Terror. Die SPD und die Linke schlossen sich der Kritik an.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Döner-Mordserie“.
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Polizistenmord von Heilbronn“.
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Nationalsozialistischer Untergrund“.

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November 7, 2011

Nach vier Jahren neue Spur im Polizistenmordfall von Heilbronn

Nach vier Jahren neue Spur im Polizistenmordfall von Heilbronn

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Veröffentlicht: 21:10, 7. Nov. 2011 (CET)
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Eisenach (Deutschland) / Heilbronn (Deutschland), 07.11.2011 – Vor mehr als vier Jahren wurde die 22-jährige Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn erschossen (Wikinews berichtete). Jetzt wurde nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) die Dienstwaffe der Beamtin bei den Leichen von zwei mutmaßlichen Bankräubern in einem ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach aufgefunden.

Am letzten Freitag (4. November 2011) wurde die Sparkasse in Eisenach von zwei bewaffneten Männern überfallen. Im Verlauf der Fahndung wurde ein Wohnmobil durch die Polizei in der Nähe von Eisenach angehalten und fing kurz darauf an zu brennen. Nachdem der Brand des Fahrzeugs gelöscht worden war, wurden darin zwei Leichen aufgefunden. Es dürfte sich um die Bankräuber handeln. Bei den Toten fanden sich die Dienstwaffe der ermordeten Polizeibeamtin und die Waffe ihres Streifenkollegen, der damals schwer verletzt wurde.

Bei den als Bankräuber Verdächtigten handelt es sich um zwei Männer im Alter von 34 und 38 Jahren. Sie stammen aus rechtsradikalen Kreisen. Sie lebten in einem Haus in Zwickau, in dem es nach einer Explosion am Freitag ebenfalls zu einem Brand gekommen ist. In dem Haus soll auch eine 36-jährige Frau mit dem Namen Susann gewohnt haben; nach ihr wird gefahndet.

Lange Zeit jagte die Polizei im Zusammenhang mit dem Mord an der Polizistin das „Phantom von Heilbronn“. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine falsche Spur. Bei der Spurensicherung am Tatort war ein Wattestäbchen zur Anwendung gekommen, das durch die DNA einer Mitarbeiterin der Herstellerfirma verunreinigt worden war. Auf gleiche Weise verunreinigte Wattestäbchen ließen die Ermittler glauben, dass der Täter an diversen Einbrüchen beteiligt gewesen sein müsse. Erst nach Jahren klärte sich der Irrtum auf.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Polizistin in Heilbronn mit Kopfschüssen getötet (26.04.2007)

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July 9, 2011

Thüringen: Tatverdächtiger im Mordfall der 7-jährigen Mary-Jane festgenommen

Thüringen: Tatverdächtiger im Mordfall der 7-jährigen Mary-Jane festgenommen

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Veröffentlicht: 09:36, 9. Jul. 2011 (CEST)
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Straßenzug in Zella-Mehlis

Zella-Mehlis (Deutschland), 09.07.2011 – Am Freitag wurde in Zella-Mehlis ein 35- bis 40-jähriger Mann festgenommen. Gegen ihn besteht der dringende Verdacht, die 7-jährige Erstklässlerin Mary-Jane ermordet zu haben.

Bernd Edelmann, ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums, bestätigte, dass der Täter zum unmittelbaren Umkreis der Familie gehört. Die Polizei hatte von 800 Personen aus dem Wohngebiet der Getöteten freiwillige Speichelproben erhalten. Eine DNS-Probe soll die entscheidende Spur zum Tatverdächtigen gewesen sein.

Am Freitagnachmittag waren mehrere Streifenwagen zum Wohnort des mutmaßlichen Mörders gefahren, hier dürfte es zur Festnahme gekommen sein. Heute wird er dem Haftrichter vorgeführt, nachdem er Gelegenheit hatte, sich in einer Vernehmung zu äußern. Über das Motiv des Täters ist noch nichts bekannt.

Am Freitag vor zwei Wochen war das Mädchen von der Schule nicht nach Hause gekommen. Ein Wanderer entdeckte ihre bekleidete Leiche an einem Flusslauf 1,5 km entfernt von der Wohnung Mary-Janes. Seitdem hatte eine Sonderkommission mit großem Aufwand 700 Hinweise entgegengenommen und war mit der Abarbeitung beschäftigt. Die Umgebung des Tatorts war durch Bereitschaftspolizisten mehrmals abgesucht worden; hunderte Zeugen sind vernommen.

Am Donnerstag vor der Festnahme war Mary-Jane in einer bewegenden Trauerfreier beigesetzt worden. 400 Personen nahmen daran teil.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Samstag um 14 Uhr weitere Einzelheiten in einer Pressekonferenz bekannt geben. Bei einer Verurteilung wegen Mord hat der Täter mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu rechnen, wobei er frühestens nach 15 Jahren entlassen werden kann.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

Quellen

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June 3, 2011

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

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Veröffentlicht: 21:16, 3. Jun. 2011 (CEST)
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Blutspende

Hamburg (Deutschland), 03.06.2011 – Normalerweise werden in Hamburg und Schleswig-Holstein monatlich zusammen 800 bis 1.000 Einheiten Blutplasma von den Krankenhäusern verbraucht. Wegen der Vielzahl von schweren EHEC-Erkrankungen ist der Verbrauch auf 7.500 Einheiten gestiegen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord muss nun aus dem Verbund versorgt werden. Die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sorgen dafür, dass der kostbare Stoff im Norden nicht ausgeht. Möglich ist dies, da diese Bundesländer weitaus weniger von der Darmerkrankung betroffen sind.

Gefrorenes Blutplasma

Das Plasma wird benötigt, um das in schweren Fällen auftretende Nierenversagen behandeln zu können. Betroffen davon sind hauptsächlich Personen, bei denen als Folge von EHEC das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftritt. Ein Sprecher des DRK: „Mit einem Versorgungsengpass bei Blutplasma ist nicht zu rechnen; in Süddeutschland sind ausreichend Vorräte vorhanden.“ Der Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz (SPD) und die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) forderte die Bevölkerung trotz allem zu mehr Blutspenden auf. Sie wiesen darauf hin, dass es von der Blutspende bis zur Gewinnung des Plasmas mehrere Monate dauert. Bürgermeister Scholz: „Es ist wichtig, jetzt, wo wir noch genügend Reserven haben, etwas zu tun – damit wir immer genügend Rücklagen haben”. Vor dem Hintergrund, dass die Quelle des Erregers noch im Dunklen liegt und mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden muss, gilt der Aufruf zum Blutspenden nicht nur für den Norden Deutschlands. Der Blutspendedienst verzeichnet einen Ansturm von Spendern, seit der Aufruf in den Medien verbreitet wurde. Olaf Scholz ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich vor laufender Kamera Blut abnehmen.

Die Krankheit verbreitet sich weiter, so gibt es in Thüringen den ersten Todesfall. Eine 80-jährige Frau ist auf einer Kur in Mecklenburg-Vorpommern an dem Erreger verstorben. In Brandenburg gibt es 13 EHEC-Verdachtsfälle und vier Personen, die an HUS leiden. Auch ein Todesfall ist möglicherweise auf den Erreger zurückzuführen. Dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Mai 2011 insgesamt 520 HUS-Fälle mitgeteilt.

Das Bundesamt für Risikobewertung rät weiterhin, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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January 4, 2011

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

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Veröffentlicht: 16:29, 4. Jan. 2011 (CET)
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Biodiesel

Hannover / Uetersen (Deutschland), 04.01.2011 – Die Herkunft des Dioxins in verseuchtem Tierfutter in Deutschland ist inzwischen offenbar geklärt. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) hat eingeräumt, jahrelang Reste aus der Biodiesel-Herstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie aufgekauft zu haben und bei der Futtermittelherstellung verwendet zu haben. „Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist“, sagte der Firmeninhaber in einem Interview.

Zu den Lieferanten der für die Futtermittelherstellung verwendeten Fettsäuren gehörte ein holländischer Hersteller, der wiederum seine Grundstoffe von dem Biodiesel-Hersteller Petrotec in Emden bezog. Die Firma Petrotec wies jedoch jegliche Verantwortung für die Verseuchung des Tierfutters zurück. Die in dem Emder Betrieb hergestellten technischen Fette seien nicht zur Viehfutterherstellung bestimmt gewesen.

Von dem Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein wurden insgesamt 527 Tonnen des belasteten Fetts an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Betrieb in Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Diese Futtermittelhersteller sollen Höfe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert haben. Vorsorglich waren am Montag in Niedersachsen über 1.000 Bauernhöfe gesperrt worden. Wie viele dioxin-belastete Lebensmittel inzwischen in den Handel gelangt sind, ist noch unklar. Klarheit werden erst weitere Labortests bringen. Weil diese Tests auf Dioxin relativ aufwändig sind, wird erst ab kommenden Montag mit ersten Ergebnissen gerechnet. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat Ermittlungen gegen den Futtermittelhersteller in Uetersen aufgenommen.

Niedersächsische Landwirte sehen bei dem Dioxin-Skandal kriminelle Energie am Werk. So äußerte sich heute der ammerländische Kreislandwirt Manfred Gerken. Der niedersächsische Landesverband der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ erklärte, manche chemische Reststoffe würden offenbar dem Futter beigemengt, um Entsorgungskosten zu sparen. Der Vorsitzende des Landvolkes Vechta, Norbert Meyer, sagte gegenüber NDR 1 Niedersachsen am Montag: „Die Sperrung kann für Betriebe zu einer Katastrophe werden, wenn der Verdacht nicht schnell entkräftet wird.“

Der Dioxin-Skandal führte unterdessen zu einer Diskussion über die politische Verantwortung für die Situation. Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), bemängelte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“ die Informationspolitik der Bundesregierung. So seien 120.000 dioxin-belastete Eier in Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt. Benning erklärte dazu: „Hier erwarte ich eigentlich von Agrar- und Verbraucherschutzministerin Aigner, dass sie die Verbraucher aufklärt, welche Firmen, welche Supermärkte haben diese Eier verkauft.“ Die Lieferketten für Futtermittel seien inzwischen enorm verzweigt, dadurch würden Risiken schnell weit gestreut. Benning zog daraus die Schlussfolgerung, dass das System der verzweigten Lieferverhältnisse durchbrochen werden müsse: „Daher empfehlen wir, lieber auf lokale Futtermittel zurückzugreifen – dazu bräuchte es zahlreiche Gesetzesänderungen.“

Themenverwandte Artikel

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January 3, 2011

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

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Veröffentlicht: 22:10, 3. Jan. 2011 (CET)
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Hannover / Uetersen (Deutschland), 03.01.2011 – Verunreinigungen mit Stoffen der hoch krebserregenden Chemikaliengruppe der Dioxine wurden in Hühnerfutter festgestellt. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover heute mitteilte, werden vorsorglich 1.000 Bauernhöfe gesperrt. Konkret bedeutet das: Von diesen Höfen dürfen keine Legehennen, Schweine und Puten mehr verkauft werden. Auch in Sachsen-Anhalt wurden Betriebe gesperrt. Ebenfalls betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Hier sollen Höfe geschlossen werden, sobald dort entsprechende Dioxinwerte festgestellt werden. In Nordrhein-Westfalen wurden 8.000 Legehennen einer Hühnerfarm im Kreis Soest vorsorglich geschlachtet. 120.000 belastete Eier sollen in dem Bundesland bereits in den Verkauf gelangt sein. Trotzdem besteht laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung für Verbraucher zurzeit kein gesundheitliches Risiko: „Die derzeit ermittelten Dioxingehalte liegen bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. Sie stellen jedoch keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar“, erklärte die Behörde.

Die Ursachenforschung bezüglich der aktuellen Dioxin-Verseuchung läuft noch. Heute wurde bekannt, dass ein holländischer Händler dem schleswig-holsteinischen Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) dioxinbelastete Fettsäure geliefert haben soll. Die Fettsäure soll zu Tierfuttermittel verarbeitet worden sein. So könnte das Dioxin in die Eier gelangt sein. Die Spur der Fettsäure führe weiter, so berichtet der NDR, zu einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG in Emden. Die Firma Petrotec in Borken (Nordrhein-Westfalen) hat die Vorwürfe jedoch zurück gewiesen. Experten rätseln bisher noch darüber, wie das Dioxin in das Futtermittel gelangt ist. Dioxin entstehe normalerweise nicht bei der Herstellung des Pflanzenkraftstoffs, hieß es.

Dioxine gelten als krebserregend. Außerdem kommen weitere Symptome bei einem langfristigen Kontakt mit Dioxin in Betracht, berichtet Reuters: Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes. Die giftigen Stoffe entstehen laut Umweltbundesamt bei bestimmten Temperaturen als unerwünschte Nebenprodukte in Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff. Eine Temperatur von 300 Grad Celsius muss jedoch mindestens erreicht werden, damit der Stoff entsteht, zum Beispiel bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen. Diese Bedingungen sind jedoch bei der regulären Herstellung von Biodiesel nicht gegeben.

Ein anderes Szenario für die Dioxinverseuchung von Lebensmitteln entsteht bezüglich der Situation in Thüringen. Dort soll eine Schweinezuchtanlage 52 Tonnen belastetes Futter von einem Werk aus Sachsen-Anhalt erhalten und an Schweine verfüttert haben. Die so versorgten Ferkel gelangten bereits in den Handel. Wohin genau, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Ein Sprecher der Behörde teilte am Montag mit: „Wir prüfen das Vorliegen des Anfangsverdachts einer Straftat.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Verbraucherschutz
  • Portal:Landwirtschaft

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December 1, 2010

Kabinettsumbildung in Thüringen

Kabinettsumbildung in Thüringen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kabinettsumbildung in Thüringen

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Veröffentlicht: 19:45, 1. Dez. 2010 (CET)
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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU)

Erfurt (Deutschland), 01.12.2010 – Den Wechsel des thüringischen Innenministers Peter Huber (CDU) zum Bundesverfassungsgericht nutzte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) am Mittwoch zu einer umfassenden Kabinettsumbildung.

Nachfolger von Huber wird dessen bisheriger Staatssekretär Jörg Geibert (CDU). Auf eigenen Wunsch scheidet der parteilose Chef der Staatskanzlei, Jürgen Schöning, aus; nach Angaben der Ministerpräsidentin sei sein Engagement von vornherein als temporär vereinbart gewesen. Nachfolgerin wird die bisherige Finanzministerin Walsmann (CDU). Ihr Nachfolger ist ihr bisheriger Staatssekretär Wolfgang Voß.

Die Ernennung und Vereidigung der neuen Amtsträger ist für den 8. Dezember vorgesehen.

In Thüringen ist seit den Landtagswahlen 2009 eine CDU-SPD-Koalition im Amt. Die vier SPD-Minister sind von der Kabinettsumbildung ebenso unbetroffen wie die CDU-geführten Ministerien für Landwirtschaft sowie für Bau und Landesentwicklung.[1]

Anmerkungen

  1. vgl. Wikipedia

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Politik in Thüringen

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November 14, 2010

Thüringen: Lieberknecht bleibt CDU-Vorsitzende

Thüringen: Lieberknecht bleibt CDU-Vorsitzende

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Veröffentlicht: 20:28, 14. Nov. 2010 (CET)
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Sömmerda (Deutschland), 14.11.2010 – Auf dem Parteitag der thüringischen CDU wurde die Vorsitzende, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, mit knapp 80 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Sie verteidigte vor den etwa 140 Delegierten die neue Regierungskoalition mit der SPD als „momentan bestmögliche Option für unser Land“.

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