WikiNews de

December 12, 2011

Nach erneutem Großbrand in Quedlinburg sollen historische Häuser wieder aufgebaut werden

Nach erneutem Großbrand in Quedlinburg sollen historische Häuser wieder aufgebaut werden

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:24, 12. Dez. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Der Münzenberg in Quedlinburg

Quedlinburg (Deutschland), 12.12.2011 – Nach dem erneuten Großbrand in Quedlinburg vom vergangenen Donnerstag sollen die Häuser Münzenberg 29 bis 31 wieder aufgebaut werden, sagte Oberbürgermeister Eberhard Brecht. Am Abend des 8. Dezember kam es auf dem Münzenberg in Quedlinburg zu einem Feuer, wo das Haus Nummer 30 zerstört und die beiden angrenzenden Häuser 29 und 31 stark beschädigt wurden. Nach Aussage der Polizei waren Dachschweißarbeiten der Auslöser. So wurde ein Dach, das bei dem Hagelschauer im August diesen Jahres beschädigt wurde, durch eine Firma mit Schweißbahnen versehen, die mit offener Flamme verlegt wurden. Dadurch ist es wahrscheinlich zu einem Schwelbrand gekommen, so Polizeisprecher Peter Pogunke. Der Schaden wird derzeit auf 150.000 Euro geschätzt.

Die engen Gassen auf dem Münzenberg erschweren die Löscharbeiten (historisches Foto, Mitte 20. Jahrhundert

Problematisch ist immer wieder die besondere Lage von Quedlinburg. So bestehen ein Großteil der Altstadt ebenso wie der Münzenberg aus Fachwerkhäusern, die besonders brandgefährdet sind. Brandmauern fehlen oftmals, die dichte Bebauung tut ihr Übriges. In diesem Fall hat jedoch die Brandmauer am Haus Nummer 31 wohl größeren Schaden verhindert, ebenso wie Rauchmelder im Haus Nummer 30, die die Bewohner frühzeitig warnten, so dass es keine Schwerverletzten oder gar Toten gab. Ebenso ist die Anfahrt aufgrund der engen Gassen schwierig, Hydranten sind oftmals zugeparkt. Erschwerend kam am Freitag der fehlende Wasserdruck im Hydrantensystem sowie starke Winde hinzu, die Löscharbeiten im hinteren Bereich der Häuser konnten aufgrund der engen Bebauung nur von der Drehleiter aus erfolgen. Große Schäden erzeugte auch das Löschwasser, so dass die Holz-Lehm-Bauweise instabil wurde. So musste das Haus Nummer 30 vom Technischen Hilfswerk Quedlinburg mit Holzbalken abgestützt werden. Neben dem THW und der Freiwilligen Feuerwehr Quedlinburg waren die Feuerwehren aus Gernrode, Bad Suderode, Rieder, Thale und Ditfurt vor Ort.

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt zu Großbränden. Erst am 22. April wurden drei Gebäude durch ein Feuer beschädigt, die am 12. April beschädigten Häuser (Wikinews berichtete) müssen wohl abgerissen werden. Wie im Fall der zerstörten Häuser im Juni 2010 gibt es nicht nur technische Defekte, sondern auch Brandstiftung: damals hatte ein 42-jähriger Mann mit seiner Zigarette einen Sperrmüllhaufen in Brand gesetzt. Im Fall des in der Silvesternacht 2005 zerstörten Hauses am Kornmarkt, wo auch das Salfeldsche Palais (Sitz der UNESCO-Verwaltung für Deutschland sowie Geschäftsstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) durch Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist die Brandursache bis heute nicht abschließend geklärt. Die UNESCO hat daraufhin die Verantwortlichen aufgefordert, mehr für die Sicherheit des Weltkulturerbes zu tun. Oberbürgermeister Brecht forderte daraufhin im MDR-Interview, die ab 2015 wirksam werdende Nachrüstpflicht für Rauchmelder in Altbauten vorzuziehen. Nach dem Großbrand 2005 wurde bereits für die Innenstadt ein Verbot von Feuerwerksartikeln erlassen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Zum Thema[Bearbeiten]

Weiterführende Informationen im Internet:

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 14, 2011

Quedlinburg: Großbrand zerstört drei Fachwerkhäuser in der Innenstadt

Quedlinburg: Großbrand zerstört drei Fachwerkhäuser in der Innenstadt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 03:04, 14. Apr. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Ruine vom Marschlinger Hof 7 (Vordergrund), Weingarten 15-16 (rechtsseitig)

Quedlinburg (Deutschland), 14.04.2011 – In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch (12./13. April) zerstörte ein Feuer drei Fachwerkhäuser in der Innenstadt der UNESCO-Weltkulturerbestadt Quedlinburg. In einem von drei leerstehenden Häusern brach ein Feuer aus, welches sich durch den starken Wind auf zwei benachbarte Häuser ausweitete. Bei dem Feuerwehreinsatz in der engen Straße unweit des Marktplatzes waren über 100 Feuerwehrleute aus den Orten Quedlinburg, Ballenstedt, Gernrode, Bad Suderode, Rieder, Blankenburg, Ditfurt und Thale im Einsatz. Das Technisches Hilfswerk (THW) Quedlinburg wurde zur Absicherung der Gebäude ebenfalls noch in der Nacht hinzugezogen. Da weitere Glutnester nach den Löscharbeiten entdeckt wurden, wurden die Gebäude mit Löschschaum bedeckt um ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Der Feuerwehreinsatz wurde gegen 10.30 Uhr beendet und die zwölf Bewohner der naheliegenden, evakuierten Häuser konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Ob die Gebäude einsturzgefährdet sind, wird derzeit noch untersucht. Beschädigt wurden auch mehrere Fenster der anliegenden Häuser, sie barsten durch die Hitzeeinwirkung. Verletzte gab es keine.

Hintergrund[Bearbeiten]

Dies war der dritte Großbrand von Fachwerkhäusern in Quedlinburg in den vergangenen sieben Jahren.

  • In der Silvesternacht 2004 brannte ein leerstehendes Gebäude am Kornmarkt, die Löscharbeiten beschädigten das gerade für mehrere Millionen Euro sanierte Salfeld’sche Palais, das der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Geschäftsstelle dient. Das Gebäude steht heute noch als Ruine; das Salfeld’sche Palais konnte nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder eröffnet werden. Als Ursache kann eine Silvesterrakete nicht ausgeschlossen werden, in Folge wird das Benutzen von Silvesterfeuerwerk in der Innenstadt und um Umkreis von 100 m um Fachwerkhäuser verboten.
  • Im Juni 2010 brannte ebenfalls ein Fachwerkhaus, nachdem davorstehender Sperrmüll in Brand geriet. Das Haus ist einsturzgefährdet, zwei weitere Häuser wurden erheblich beschädigt. Der Brandstifter konnte kurze Zeit später gestellt werden.
  • 2010 brannte ein leerstehender Industriekomplex sowie zahlreiche Müllcontaineranlagen. Der oder die Brandstifter wurden nie ermittelt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Brände

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 30, 2011

Zugunglück mit mindestens 10 Toten in Sachsen-Anhalt

Zugunglück mit mindestens 10 Toten in Sachsen-Anhalt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:24, 30. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Der Unglückszug war ein LINT 41 (hier als baugleiches Fahrzeug der Deutschen Bahn)

Oschersleben (Bode) (Deutschland), 30.01.2011 – Am Abend des 29. Januar stieß nahe Hordorf, einem Stadtteil von Oschersleben, ein Güterzug mit einem in Richtung Halberstadt fahrenden Nahverkehrszug ungebremst frontal zusammen. Dabei wurden nach ersten Berichten zehn Menschen sofort getötet, ein weiterer erlag am Sonntag seinen Verletzungen. 23 weitere wurden verletzt, darunter befinden sich auch mehrere Schwerverletzte.

Nach Angaben der Polizei wurden alle verfügbaren Rettungskräfte aus der Region eingesetzt. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk bot sich ein schreckliches Bild. An der Identifizierung der Leichen wird gearbeitet. Ohne Gewissheit zu haben, bangen und hoffen Angehörige. Die Polizei hat für Angehörige der Reisenden eine Hotline unter der Rufnummer 0391/5461412 eingerichtet. Den Helfern wird professionelles Vorgehen bescheinigt. Bei widrigen Bedingungen wurden Verletzte geborgen, erstversorgt und zu den Krankenhäusern gebracht.

Das Unglück ereignete sich um 22.24 Uhr auf der eingleisigen Strecke nahe dem Haltepunkt Hordorf. Der circa 100 Stundenkilometer schnelle Nahverkehrszug des Typs LINT 41 des Harz-Elbe-Express entgleiste dabei und stürzte auf das nahe Feld, wo er auf der Seite liegen blieb. Der mit Kalk beladene Güterzug, der mit etwa 80 Stundenkilometern unterwegs war, wurde nur leicht beschädigt und kam erst nach 500 Metern zum Stehen.

Untersuchungen zur Unfallursache sind angelaufen. War es technisches oder menschliches Versagen? Welche Rolle haben die Witterungsverhältnisse gespielt? Alles offene Fragen, die jetzt zu klären sein werden. Die Zugschreiber werden ausgewertet, die Zug- und Signaltechnik überprüft. Die Strecke wird noch Tage gesperrt sein. Der Lokführer des Güterzugs wurde leicht verletzt. Er verweigerte die Aussage zum Unfallhergang. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der am folgenden Sonntagmorgen die Unglücksstelle besuchte, ist der Meinung, ein überfahrenes oder defektes Haltesignal sei für das Unglück verantwortlich.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bahnunfälle

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 22, 2011

Sachsen-Anhalt: Antibiotikum Chloramphenicol im Tierfutter festgestellt

Sachsen-Anhalt: Antibiotikum Chloramphenicol im Tierfutter festgestellt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:52, 22. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Magdeburg (Deutschland), 22.01.2011 – Ein Futtermittelhersteller aus dem Bördekreis in Sachsen-Anhalt hat das Umweltministerium in Magdeburg darüber informiert, dass bei der Herstellung von Tierfutter eine Vitaminmischung verarbeitet worden sei, die das in Tierfutter verbotene Antibiotikum Chloramphenicol enthielt. Das Sozialministerium des Bundeslandes sieht jedoch „keine Gefahr für Verbraucher“, weil die Verunreinigung sehr gering sei. 180 Tonnen so verunreinigtes Tierfutter aus 49 landwirtschaftlichen Betrieben sollen nun zurückgeholt werden.

Die Vitaminmischung stammte von einem niedersächsischen Hersteller, der sie wiederum aus China bezogen hatte. Laut dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) ist Chloramphenicol seit 1994 in „Lebensmittel liefernden Tieren“ innerhalb der Europäischen Union aus Sicherheitsgründen verboten, obwohl eine wissenschaftliche Einschätzung des von dem Antibiotikum ausgehenden Gefährdungspotentials aufgrund der unzureichenden Datengrundlage zurzeit noch nicht möglich sei.

Das Breitbandantibiotikum wird seit über 40 Jahren in der Tiermedizin und in der Humanmedizin verwendet. Es wird allerdings nur als Reserveantibiotikum eingesetzt. Es hemmt die Proteinsynthese von Bakterien. Therapeutische Empfehlungen zum Umgang mit dem Medikament enthalten den Hinweis, dass Chloramphenicol in seltenen Fällen zu schweren Knochenmarksschäden führen kann. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung wies der Allergologe Hans-Dieter Göring außerdem darauf hin, dass Chloramphenicol ein starkes Allergen sei. Zwar sei die Giftwirkung von der Höhe der Dosis abhängig, dies gelte jedoch nicht für allergische Reaktionen, die bereits bei geringsten Mengen auftreten könnten. Gerade geringe Mengen Chloramphenicol können zu einer allergischen Reaktion führen: „Jeder folgende Kontakt mit dem Schadstoff kann dann verschiedene Krankheitserscheinungen auslösen.“ Wenn eine Allergie auftrete, könne diese auch auf die gesamte Stoffgruppe übertragen werden. Zur Stoffgruppe der sogenannten Parastoffe gehörten beispielsweise Farbstoffe und Konservierungsmittel in Lebensmitteln.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 13, 2011

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:30, 13. Jan. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Betriebsgelände der Firma Harles & Jentzsch in Uetersen

Itzehoe (Deutschland), 13.01.2011 – Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen (Schleswig-Holstein) stellte am Mittwoch beim Landgericht Itzehoe einen Insolvenzantrag, so eine Sprecherin des Landgerichts. Der Firmeninhaber hatte in einem Interview zugegeben, Mischfettsäure für die Futtermittelherstellung verwendet zu haben. Dadurch ist vermutlich Dioxin in die so hergestellten Futtermittel gelangt. Die Firma hat insgesamt mindestens 527 Tonnen des belasteten Fetts an Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Wie genau diese giftigen Verbindungen in das Futterfett gelangt sind, konnte bisher jedoch noch nicht aufgeklärt werden.

Gegen das Unternehmen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand soll die schleswig-holsteinische Firma schon im März 2010 dioxinbelastetes Fett in den Handel gebracht haben. Der Futtermittelhersteller sieht sich außerdem mit Schadenersatzforderungen betroffener Bundesländer und von Landwirten konfrontiert. Die Landwirtschaftsministerien von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben angekündigt, die Verursacher des Dioxinskandals für die Kosten von Kontroll- und Überwachungsaktionen verschiedener Landesbehörden in Regress zu nehmen. Über 4.000 landwirtschaftliche Betriebe, meist Halter von Legehennen, Schweinen und Puten, waren gesperrt worden. Inzwischen wurde die Sperre für einen großen Teil dieser Betriebe wieder aufgehoben. Schwerpunkt der Sperrungen war das Bundesland Niedersachsen. Aber auch in anderen Bundesländern wurden Betriebe gesperrt.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover erklärte am Mittwoch, dass offenbar auch dioxinbelastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt ist. Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden war bei Schweinen eine Dioxinbelastung festgestellt worden, die um 50 Prozent über dem zulässigen Höchstwert lag. Von diesem Betrieb sollen 180 Schweine nach Sachsen-Anhalt verkauft worden sein.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

October 25, 2010

Sachsen-Anhalt: Linkspartei bekräftigt Führungsanspruch

Sachsen-Anhalt: Linkspartei bekräftigt Führungsanspruch

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:22, 25. Okt. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Sachsen-Anhalt

Magdeburg (Deutschland), 25.10.2010 – Fünf Monate vor den im März 2011 anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt hat die Linkspartei auf einem Programmparteitag nach innen und in Richtung SPD die Führungsrolle in einer neuen Landesregierung unter ihrem Spitzenkandidaten, dem Fraktionsvorsitzenden Wulf Gallert, als Ministerpräsidenten in Anspruch genommen.

Würde sich die Linkspartei durchsetzen, dann bedeutete dies den ersten linken Ministerpräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik. Bisher wird Sachsen-Anhalt von einer schwarz-roten Koalition regiert. Derzeitige Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Linkspartei und CDU (jeweils ca. 30 Prozent) um die Rolle der stärksten Partei voraus, während die SPD mit ca. 21 Prozent drittstärkste Partei wäre. Demnach wären sowohl eine Fortsetzung der bisherigen Mehrheit als auch eine rot-rote Koalition unter Führung der Linkspartei denkbar. SPD und ein Vorgänger der Linkspartei hatten bereits zwischen 1994 und 2002 in der landespolitischen Zusammenarbeit Erfahrungen gesammelt, damals durch die Tolerierung einer SPD-geführten Minderheitsregierung durch die PDS.

Bisher hat sich die SPD nicht bereit erklärt, als Juniorpartner in rot-roten Koalitionen zu fungieren, während sie als stärkerer Partner bereits in Berlin und Brandenburg, sowie in der Vergangenheit auch in Mecklenburg-Vorpommern, entsprechende Bündnisse (in Ostdeutschland) eingegangen ist. In Nordrhein-Westfalen ist die SPD als führende Kraft einer Minderheitsregierung auf die Zustimmung anderer Fraktionen, darunter auch der Linkspartei, angewiesen, um im Landtag Mehrheiten zu erhalten. Eine den sachsen-anhaltinischen Umfragen ähnliche Situation hat sich nach den Landtagswahlen 2009 in Thüringen ergeben, als es eine rechnerische Mehrheit für eine rot-rote Koalition unter Führung der Linkspartei gegeben hatte; die SPD hat sich jedoch für die Juniorpartnerschaft in einer CDU-geführten Landesregierung entschieden. Auch die SPD-Führung in Sachsen-Anhalt schließt eine solche Konstellation bisher aus. In Baden-Württemberg zeichnet sich dagegen eine Bereitschaft der SPD ab, unter Führung der Grünen als Juniorpartner in die Landesregierung zu gehen (Wikinews berichtete).

Auf dem Programmparteitag hat die Linkspartei Druck auf die SPD ausgeübt, indem sie sich inhaltlich auf Forderungen konzentrierte, die jenen der SPD in weiten Teilen entsprechen, die aber mit der CDU nur schwer durchzusetzen wären. So fordert sie angesichts der begrenzten landespolitischen Zuständigkeiten einen „kleinen Mindestlohn“ in Form einer Klausel im Vergabegesetz, nach der die öffentliche Hand in Sachsen-Anhalt nur Bieter akzeptieren solle, die Löhne von 8,50 Euro und mehr zahlen. Desweiteren tritt sie für für Verbesserungen in der Kinderbetreuung und der Schulspeisung ein und möchte die Aufgliederung der Schullaufbahnen zeitlich nach hinten verschieben. Da die SPD-Basis per Landesparteitag einen Koalitionsvertrag bestätigen muss, würde der amtierende stellvertretende Ministerpräsident Jens Bullerjahn in einige Erklärungsnöte geraten, wollte er ein Bündnis mit der CDU bevorzugen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 3, 2010

Weiteres Engagement für Vegi-Tag in Magdeburg

Weiteres Engagement für Vegi-Tag in Magdeburg

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:55, 3. Mai 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Magdeburg (Deutschland), 03.05.2010 – Obwohl in Magdeburg Anfang des Jahres eine Initiative von SPD, future! und Tierschutzpartei für einen fleischfreien Tag im Jahr („Vegi-Tag“) am Widerstand von CDU, FDP und der LINKEN scheiterte, scheint die Idee an sich immer wieder neue Unterstützer zu finden. Etwas überraschend hat Dirk Cuno, Geschäftsführer der Fleischfirma „Delikata“, nun Gefallen an ihr gefunden, nachdem er sich diesbezüglich einige Monate zuvor noch skeptisch geäußert hatte. Delikata hat nun die sogenannte „Vegetarierwurst“ kreiert, die komplett aus fleischfreien Produkten besteht.

Auf einer Pressekonferenz wurde diese neue Wurst präsentiert und getestet. Anwesend waren unter anderem Lothar Tietge, Stadtrat der Tierschutzpartei und Josef Fassl, Landesvorsitzender der Partei und Vertreter der „Initiative Vegi-Tag“, Hans- Dieter Bromberg, Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft SPD-future-Tierschutzpartei und Stefan Bernhard Eck, Bundesvorsitzender der Tierschutzpartei.

Fassl zeigte sich sichtlich erfreut über diese Unterstützung, wenngleich er es bedauerte, dass die Initiative im Stadtrat keinen Erfolg gehabt habe. Andererseits haben jedoch andere Institutionen der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt die Idee bereits verwirklicht; so werden donnerstags in der Mensa der Otto-von-Guericke-Universität ausschließlich fleischfreie Speisen angeboten.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 11, 2009

Ergebnisse der Magdeburger Stadtratswahl 2009 stehen fest

Ergebnisse der Magdeburger Stadtratswahl 2009 stehen fest

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:41, 11. Jun. 2009 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Magdeburg (Deutschland), 11.06.2009 – Mit leichten Stimmenzuwächsen und erstmals seit 1994 wieder als stärkste Partei ging die SPD, die den derzeit amtierenden Oberbürgermeister Lutz Trümper stellt, bei der Magdeburger Stadtratswahl mit 23,9 Prozent als Sieger hervor. Deutliche Verluste musste Die Linke hinnehmen, die vor fünf Jahren mit rund 30 Prozent – damals noch unter dem Namen PDS – als stärkste Kraft hervorgegangen war, diesmal jedoch mit 23,4 Prozent knapp hinter der SPD landete. Auf Platz drei landete die CDU mit 23,1 Prozent.

Zu den Gewinnern der Wahl zählen GRÜNE und FDP, während die Jugendpartei „Future! – Die junge Alternative“ bei leichtem Zugewinn ihre beiden bisherigen Stadtratsmandate halten konnte.

Der Tierschutzpartei gelang es mit 2,5 Prozent ebenfalls, in den dortigen Stadtrat einzuziehen; bereits 2004 hatte sie mit 1,2 Prozent dort ein Mandat erringen können, jedoch sagte sich die damalige Stadträtin Birgit Kriese 2006 nach Differenzen bezüglich eines Tierheims von ihr los und schloss sich der Wählergemeinschaft „Bund für Magdeburg“ (BfM) an. Das künftige Mandat im Stadtrat wird durch den 74-jährigen Lothar Tiedge wahrgenommen werden, der der Partei 2007 beigetreten war. Anders als 2004 war sie diesmal in allen Wahlkreisen mit Kandidaten angetreten.

Der BfM verlor mit 2,2 Prozent seinen 2006 durch den besagten Übertritt hinzugewonnenen Sitz; Kriese wird dem Parlament damit nicht mehr angehören. Die rechtsextreme NPD, die erstmals angetreten war, konnte mit 2,0 Prozent ebenfalls einen Sitz erlangen.

Die 56 Sitze im Stadtrat verteilen sich künftig wie folgt: SPD 14, Die Linke 13, CDU 13, GRÜNE 6, FDP 5, Future! 2, Die Tierschutzpartei 1, BfM 1, NPD 1.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

September 18, 2008

Verwaltungsgericht Halle: Regelungen zur Schullaufbahn-Empfehlung in Sachsen-Anhalt sind verfassungswidrig

Verwaltungsgericht Halle: Regelungen zur Schullaufbahn-Empfehlung in Sachsen-Anhalt sind verfassungswidrig

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:19, 18. Sep. 2008 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Halle (Saale) (Deutschland), 18.09.2008 – Das Verwaltungsgericht Halle hat die Regelungen zur Schullaufbahn-Empfehlung in Sachsen-Anhalt gerügt. Die Richter kamen zu der Auffassung, die geltenden Regelungen seien verfassungswidrig.

Hintergrund der Einstufung der Regelungen durch das Gericht war der Fall eines Jungen, dessen Eltern geklagt hatten, weil ihm der Zugang zum Gymnasium wegen der Note drei in Mathematik verwehrt worden war. Einen darauf folgenden Eignungstest hatte der Schüler zwar im schriftlichen Teil, aber nicht im mündlichen Teil bestanden.

Das Kultusministerium hatte eine Verordnung herausgegeben, dass nur solchen Schülern der Besuch eines Gymnasiums empfohlen werden solle, die in Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch mindestens die Note zwei haben. Das Gericht begründete seine Einschätzung damit, dass die Kriterien für einen Besuch des Gymnasiums vom Landtag beschlossen werden müssten. Das Kultusministerium alleine habe keine Entscheidungsbefugnis. Außerdem führten, so das Gericht, diese Voraussetzungen zu einer verfassungsrechtlich unzulässigen Auslese der Gymnasialschüler durch den Staat.

In einem Eilverfahren hat das Gericht entschieden, dass der Schüler trotz fehlender Empfehlung ein Gymnasium besuchen darf. Das endgültige Urteil zum Klageverfahren der Eltern steht noch aus. Das Kultusministerium schloss auch Rechtsmittel gegen den Beschluss nicht aus.

Kultus-Staatssekretär Winfried Willems äußerte sich gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“, er könne nicht erkennen, dass das Land den Besuch des Gymnasiums unzulässig erschwere. Der Landesphilologenverband reagierte mit Unverständnis auf den Gerichtsentscheid. „Das ist ein Unsinn, der an der Schulwirklichkeit vorbeigeht“, sagte der Vorsitzende Jürgen Mannke. Die Empfehlungen seien wichtig, um geeignete Schüler für die Gymnasien auszuwählen. Wenn jeder Schüler zu der Schulform wechseln könne, werde das Abitur abgewertet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßte hingegen den Beschluss. Dazu sagte Landeschef Thomas Lippmann, das sei jetzt der richtige Anlass, mit dem untauglichen Auswahlverfahren Schluss zu machen.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 31, 2007

Großer Zuspruch für Energiegenossenschaft in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Großer Zuspruch für Energiegenossenschaft in Sachsen und Sachsen-Anhalt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:49, 31. Dez. 2007 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Leipzig (Deutschland), 31.12.2007 – Seit dem 21. Dezember 2007 können sich Erdgaskunden in Sachsen und Sachsen-Anhalt für einen konzernunabhängigen Erdgaslieferanten entscheiden. Bereits in der ersten Woche konnte die Gas- und Energiegenossenschaft Ost- und Mitteldeutschland eG (GEG) mit Sitz in Möhlau, Sachsen-Anhalt, sich regen Kundenzuspruchs erfreuen. Mehr als 1.300 Erdgaskunden informierten sich unter www.energiegenossenschaft.de über Wechselmöglichkeiten, Preise und Konditionen.

Gemäß den Grundsätzen einer Genossenschaft hat die Energiegenossenschaft GEG das Ziel, ihre Mitglieder und andere Kunden mit preiswerter Energie zu versorgen, die Bürger unabhängiger zu machen vom Einfluss internationaler Energiekonzerne und deren Profitmaximierung. Dabei werden Mitglieder, aber auch Nichtmitglieder mit Erdgas beliefert, wobei für alle Kunden die gleichen Konditionen gelten.

Die GEG wurde im April 2006 gegründet und ist Mitglied im Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V., Hamburg. Der Gründung vorangegangen war die Erarbeitung eines Wirtschaftskonzeptes, welches – wie bei Genossenschaften gesetzlich vorgeschrieben – von einem staatlich anerkannten Prüfungsverband geprüft und genehmigt wurde.

Seit August 2006 ist die GEG offiziell ein bei der Bundesnetzagentur registriertes Energieversorgungsunternehmen für private und gewerbliche Verbraucher mit nationalen und internationalen Geschäftsverbindungen zu deutschen Energieversorgungsunternehmen und Energieunternehmen in der russischen Föderation, den Staaten Osteuropas und des Nahen Ostens.

Als erster aus dem Gaspreiswiderstand entstandener unabhängiger Energieversorger beginnt die GEG am 1. Januar 2008 mit der Lieferung von Erdgas an private und gewerbliche Endkunden. Derzeit wird das Erdgas noch von einem deutschen Energielieferanten bezogen, was sich aber im Verlauf 2008 ändern soll. Dann sind Direktimporte aus internationalen Förderländern geplant.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »