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June 27, 2010

Fußball-WM: Kameruns Ausscheiden steht bereits fest

Fußball-WM: Kameruns Ausscheiden steht bereits fest

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Veröffentlicht: 22:18, 27. Jun. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Durban / Pretoria (Südafrika), 27.06.2010 – Mit einem Sieg besiegelten die Dänen das Ausscheiden des Teams von Kamerun aus dem Turnier. Ghana und Australien trennten sich unentschieden. Die Niederlande schlugen Japan mit 1:0. Doch Aufregung gab es auch abseits des Spielfeldes: Frankreichs Teamführung schickte Stürmer-Star Anelka nach Hause. Der DFB schimpfte auf den Schiedsrichter, der im Spiel Deutschland–Serbien Spaniens Farben gelb und rot so großzügig propagierte. Italiens Torwart Buffon droht eine Bandscheibenoperation, und Englands Stürmer Rooney entschuldigte sich bei den Fans.

Ghana – Australien
1:1 (1:1)

Deutschlands nächster Gruppengegner trennte sich von Australien mit einem 1:1-Unentschieden. Das vom italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti geleitete Spiel in Rustenburg verfolgten 34.812 Zuschauer. Sie sahen eine erste Halbzeit, in der die beiden Tore fielen und die einen Platzverweis sowie einen Elfmeter wegen Handspiels mit sich brachte. „Wir haben jetzt vier Punkte und brauchen gegen Deutschland nur noch ein Unentschieden, um ins Achtelfinale zu kommen“, zeigte sich Milovan Rajevac, der Trainer Ghanas nach dem Spiel zufrieden.

Vorläufige Tabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Ghana Ghana 2:1 4
2 Deutschland Deutschland 4:1 3
3 Serbien Serbien 1:1 3
4 Australien Australien 1:5 1

Beide Mannschaften gingen mit gegenüber ihrem ersten Gruppenspiel veränderten Aufstellungen ins Spiel. Den Westafrikanern fehlten Kapitän John Mensah sowie Isaac Vorsah. Australiens Trainer Pim Verbeek besetzte gegenüber dem Spiel gegen Deutschland vier Positionen neu. Die Zuschauer sahen nach sechs Minuten die erste Chance für die ganz in Weiß gekleideten „Black Stars“, als der in Berlin geborene Ghanaer Kevin-Prince Boateng es mit einem Fernschuss auf das australische Tor versuchte. Ein weiterer in der Reihe der Torwartfehler bei dieser Weltmeisterschaft führte dann in der elften Minute zum Führungstor für die Australier, als Torhüter Richard Kingson einen Schuss von Mark Bresciano abprallen ließ, wo er vor die Füße von Brett Holman gelangte, der aus kurzer Entfernung einschießen konnte. Doch der Rückstand konnte die Ghanaer nicht entmutigen, vielmehr spielten sie spielbestimmend. In der 20. Minute versuchte sich André Ayew aus 20 Metern Torentfernung, traf jedoch knapp über das Tor. In der 24. Minute sah ein Schuss von Jonathan Mensah wie das Ausgleichstor aus, doch der bei Galatasaray Istanbul spielende Harry Kewell stoppte den Ball mit dem Arm und sah dafür die Rote Karte. Den daraufhin verhängten Strafstoß verwandelte Asamoah Gyan. Die Australier waren danach um Spielberuhigung bemüht und schoben sich den Ball teilweise minutenlang in den eigenen Reihen umher. Erst in der 43. Minute kam Ghana wieder zu einer Chance, als Boatangs Schuss aus erfolgversprechender halbrechter Position von Torhüter Mark Schwarzer vereitelt wurde.

In der zweiten Halbzeit kam es zunächst kaum gute Tormöglichkeiten. Beide Mannschaften schienen mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Die Ghanaer tauchten kaum noch vor dem australischen Tor auf, die mit zehn Mann spielenden Australier beschränkten sich auf gelegentliche schnelle Gegenangriffe. Die beste Chance der Australier in der zweiten Halbzeit war ein Schuss aus zwölf Metern durch Luke Wilkshire, der von Kingson in der 72. Minute abgewehrt wurde. Ein Schuss von Joshua Kennedy war vergebens. Die einzige nennenswerte Torchance der Ghanaer in der zweiten Spielhälfte war ein Schuss von Jonathan Mensah in der 90. Minute, sein Kopfball ging jedoch neben das Tor. Auch der letzte Angriff der Ghanaer in der 91. Minute durch Quincy Owusu-Abeyie wurde von Torhüter Schwarzer abgewehrt.

Niederlande – Japan
1:0 (0:0)

Im Moses-Mabhida-Stadion von Durban verfolgten 62.010 Zuschauer, wie sich die Niederländer den zweiten Sieg und damit die Tabellenführung in der Gruppe E sicherten. Gut 20.000 der Zuschauer waren Niederländer, die das 21. Spiel der niederländischen Nationalmannschaft ohne Niederlage in Folge sahen. Das Spiel wurde von dem argentinischen Schiedsrichter Héctor Baldassi geleitet, der nur eine Gelbe Karte für den Niederländer Gregory van der Wiel vergab.

Trainer Bert van Marwijk ließ dasselbe niederländische Team auflaufen, wie bereits im Spiel gegen Dänemark. Bayern-Stürmer Arjen Robben saß somit weiterhin auf der Bank. Die erste niederländische Torchance hatte in der neunten Minute der bei Inter Mailand spielende Wesley Sneijder, dessen Freistoß jedoch am Tor vorbeiging. Ein Fallrückzieher von Dirk Kuyt wurde in der zehnten Minute abgewehrt. Die Niederländer spielten in der ersten Hälfte ausgesprochen defensiv. Ein Fernschuss von Yuto Nagatomo in der zwölften Minute stellte die erste Torchance der Japaner dar. Der niederländische Torhüter Maarten Stekelenburg verhinderte in der 38. Minute einen japanischen Torerfolg von Daisuke Matsui.

Nach der Pause begannen die Niederländer die zweite Hälfte angriffslustiger. Einen eigentlich haltbaren Schuss von Sneijder aus 20 Metern Torentfernung beförderte Japans Keeper Eiji Kawashima in der 53. Minute ins eigene Tor. Allerdings machten die Niederländer wenige Versuche, das Spielergebnis zu verbessern. In der 90. Minute hatte Shinji Okazaki noch Gelegenheit zum Ausgleich, sein Schuss ging jedoch knapp über das Tor.

Kamerun – Dänemark
1:2 (1:1)

38.074 Zuschauer sahen die Niederlage Kameruns im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria. Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay zückte insgesamt dreimal Gelb, zweimal für einen dänischen Spieler, einmal für einen Spieler aus Westafrika. Das 1:2 besiegelte das Ausscheiden Kameruns, da selbst im Falle eines Sieges im letzten Gruppenspiel die Mannschaft keine Möglichkeit mehr hat, auf den zweiten Tabellenplatz zu gelangen. Das Spielergebnis sicherte den Niederlanden die Teilnahme am Achtelfinale, weil die Mannschaft nun einen aus ihrer Sicht schlechtestenfalls zweiten Platz in der Abschlusstabelle belegen kann.

Vorläufige Tabelle der Gruppe E
Rang Land Tore Punkte
1 Niederlande Niederlande 3:0 6
2 Japan Japan 1:1 3
3 Dänemark Dänemark 2:3 3
4 Kamerun Kamerum 1:3 0

Dabei hatte es für die Westafrikaner in der Anfangsphase des Spieles gut ausgesehen. Samuel Eto’o hatte die erste Torchance des Spieles in der fünften Minute, verfehlte jedoch bei seinem Schuss aus 25 Metern das Tor. Zwei Minuten später schoss Dennis Rommedahl auf der Gegenseite knapp über das Tor. In der zehnten Minute ließ sich Christian Poulsen im eigenen Sechzehnmeterraum den Ball von Pierre Webo abluchsen. Der passte auf den völlig freistehenden Eto’o, der den Ball flach ins Tor lenkte. Auch die folgende Chance der Kameruner in der 13. Minute ging auf einen Fehler Poulsens zurück, doch Achille Emanas Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Daraufhin konnten die Dänen zwei Großchancen nicht verwerten. In der 17. Minute wehrte Nicolas Nkoulou einen Distanzschuss des Dänen Jesper Grønkjær zur Ecke ab, die nichts einbrachte, und in der 20. Minute scheiterte Jon Dahl Tomasson an Souleymanou Hamidou, dem in der Türkei spielenden Schlussmann Kameruns. In der 33. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Nach einem langen Pass des dänischen Abwehrspielers Simon Kjær auf Rommedahl spielte der auf Nicklas Bendtner, der den Ball ins kamerunische Tor beförderte. In der 42. Minute hätte Dänemark durch Tomasson in Führung gehen könnten, doch sein Schuss wurde im letzten Moment durch den Kameruner Alex Song geblockt. Eine Minute später wehrte der dänische Torhüter Thomas Sørensen einen Schussversuch von Emana ab.

Nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit vereitelte Sørensen einen Kopfballtreffer von Stéphane Mbia in der 46. Minute und Webos Schuss aus der Drehung in der 61. Minute. Im sich direkt an Webos Gelegenheit anschließende Konter setzte sich der bei Ajax Amsterdam unter Vertrag stehende Rommedahl gegen Jean Makoun durch und erzielte das dänische Führungstor. Kamerun spielte nun offensiver, um das Aus in der WM abzuwenden, öffnete dadurch jedoch den Dänen den Raum für schnelle Konter. Tomasson konnte sich allerdings in der 71. Minute nicht gegen Kameruns Torhüter durchsetzen. Sørensen musste in der 77. Minute gegen Emana parieren. In der 82. Minute hatte noch der in der französischen Liga spielende Vincent Aboubakar, der vier Minuten zuvor eingewechselt worden war, die Chance auf den Ausgleichstreffer, doch Poulsen fälschte seinen Schuss ab.

Ärger in Frankreichs Team

Nicolas Anelka im Dress von FC Chelsea

In der Halbzeitpause des Spieles Frankreich–Mexiko soll es zu einer Verbalattacke zwischen dem französischen Trainer Raymond Domenech und dem für den FC Chelsea spielenden Stürmer Nicolas Anelka gekommen sein. Wie die französische Sportzeitung „L′Equipe“ veröffentlichte, soll Anelka zu Domenech gesagt haben: „Fick dich in den Arsch, du Hurensohn.“ Domenech hatte daraufhin in der zweiten Halbzeit statt Anelka André-Pierre Gignac gebracht. Anelka wurde inzwischen vom französischen Fußballverband nach Hause geschickt. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy bezeichnete die Worte Anelkas, sollten sie wirklich gefallen sein, als „inakzeptabel“.

Die Lage Frankreichs bezogen auf ein Erreichen des Achtelfinales sind nach dem zweiten Gruppenspiel praktisch aussichtslos. Abgesehen davon, dass Frankreich sein drittes Auftreten in Südafrika gegen den Gastgeber gewinnen müsste, dürfte es außerdem zwischen Mexiko und Uruguay kein Remis geben. Bei einem Sieg Uruguays müssten die Franzosen fünf Tore mehr erzielen als die Südamerikaner. Bei einem Sieg Mexikos beträgt die Zahl der Tore, die Frankreich gutmachen muss, immer noch vier.

Kritik des DFB an der Leistung von Schiedsrichter Undiano

Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco wurde seitens des Deutschen Fußballbundes heftig angegriffen. Miroslav Klose, der wegen wiederholten Fouls Gelb-Rot sah, nannte seinen Platzverweis „überzogen“, Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete acht Gelbe Karten in einem Spiel, in dem es nur 26 Fouls gab, als „übertrieben“. Für Bastian Schweinsteiger war die Schiedsrichterleistung der Hauptgrund, weswegen Deutschland Serbien mit 1:0 unterlag.

Auch der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Urs Meier kritisierte, Undiano habe im Spiel Deutschland–Serbien „nicht die richtige Linie gefunden“, und für Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher war der Spanier „ein Kartenspieler ohne Persönlichkeit“, der „einen hilflosen Eindruck“ erweckte. Viel Kritik wurde an der Leistung des spanischen Schiedsrichters auch in Facebook und Twitter geübt.

Der Schiedsrichter konnte bislang noch keine Stellung nehmen. Die FIFA hat allen Schiedsrichtern für die Zeit während der Fußball-Weltmeisterschaft einen Maulkorb verhängt und ihnen Gespräche mit der Presse untersagt.

Der DFB und Bundestrainer Löw hätten jedenfalls gewarnt sein können. Der Website worldreferree.com zufolge ist Undiano als Schiedsrichter mit inflationären Umgehen der Karten bekannt. Jeweils zehnmal Gelb gab Undiano beim Endspiel der Junioren-Fußballweltmeisterschaft 2007 und bei einem der Halbfinale desselben Turnieres im Jahr 2009. Durchschnittlich 4,21 Gelbe Karten zückte Undiano in der Vergangenheit pro Länderspiel, 4,7 ist sein Durchschnittswert für die spanische Primera División.

Italiens Torhüter Buffon…

Dem Schlussmann der Squadra Azzurra steht nach der Weltmeisterschaft eine Bandscheibenoperation bevor. Dies bestätigte der 33-jährige Gianluigi Buffon gegenüber der Presse. Der bei Juventus Turin das Tor hütende Fußballer wird wohl für längere Zeit ausfallen. Buffon lebt mit dem tschechischen Model Alena Šeredová zusammen und ist Vater eines gemeinsamen Kindes.

… und Englands Stürmer Rooney

Der für Manchester United stürmende Nationalspieler Wayne Rooney entschuldigte sich für seine Kritik an den englischen Fans, die er nach dem Spiel gegen Algerien verlauten ließ. Mit den Worten „Wenn es um die englische Mannschaft geht, bin ich genauso voller Leidenschaft wie jeder andere. Aber letzte Nacht habe ich in der Hitze des Gefechts Dinge gesagt, die im Rückblick aus der Frustration über unsere Leistung und das Ergebnis entstanden sind“ kommentierte er seinen Ausfall vor laufenden Fernsehkameras, als er Fans des englischen Teams dafür kritisierte, dass sie das englische Nationalteam ausgebuht hatten.

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June 19, 2010

Kamerun führt Rückverfolgungssystem für Holz ein

Kamerun führt Rückverfolgungssystem für Holz ein

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Veröffentlicht: 13:40, 19. Jun. 2010 (CEST)
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Kamerun

Yaoundé (Kamerun), 19.06.2010 – Kamerun führt ein System ein, mit dem sich geschlagenes Holz über die gesamte Verarbeitungskette zurückverfolgen lässt. Das System der britischen Firma Helveta soll dabei insbesondere den illegalen Holzeinschlag und Handel stoppen, dabei aber auch weiterhin den Export in die EU sicherstellen.

Hintergrund ist der 2003 begonnene EU-Aktionsplan „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor“ („Forest Law Enforcement, Governance and Trade“ — „FLEGT“), durch den laut Verordnung (EG) Nr. 2173/2005 „der Verbrauch illegal geschlagenen Holzes verringert und somit ein Beitrag zu dem umfassenderen Ziel einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung in den Holz erzeugenden Ländern geleistet werden soll“. Kamerun ist dabei nach Ghana und der Republik Kongo der dritte afrikanische Staat, der ein FLEGT-Abkommen unterzeichnet hat.

Holztransport

Kamerun ist der größte Tropenholz-Exporteur Afrikas. 80 Prozent des Exports gehen dabei in die Europäische Union. Der illegale Holzeinschlag, der nach einem Fortschrittsbericht zur deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit im Waldsektor von 2004 auf mindestens 50 Prozent geschätzt wird, stellt dabei ein großes Problem dar. Das Land besitzt eine breite Palette verschiedener Wälder, wie Bergwälder, atlantische Küstenwälder und tropische Urwälder, wobei die meisten jedoch schon verschwunden sind. Die Urwälder gehören zu den artenreichsten des gesamten Kongo-Beckens. Die Hälfte aller in Afrika lebenden Vogel- und Säugetierarten ist dort vertreten, darunter bedrohte Tiere wie Schimpansen, Westliche Flachlandgorillas, Mandrills und Waldelefanten. Auch für die Menschen sind die Folgen verheerend. Viele Menschen sind auf direkte oder indirekte Weise vom Wald wirtschaftlich abhängig. Insbesondere für die Pygmäen-Völker stellt der Wald Heimat und Lebensgrundlage dar. Der illegale Kahlschlag führt dabei zu Korruption und Einnahmeausfällen des Staates.

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June 16, 2010

Fußball-WM: Italien spielt nur remis, die Niederlande besiegen Dänemark

Fußball-WM: Italien spielt nur remis, die Niederlande besiegen Dänemark

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Veröffentlicht: 18:45, 16. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Johannesburg / Kapstadt (Südafrika), 16.06.2010 – Am Montag, dem 14. Juni, starteten Italien als Titelverteidiger und die Niederlande als einer der größten Favoriten in die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Während die Niederländer Dänemark mit 2:0 besiegten, erreichten die Italiener ein Remis gegen Paraguay. Das dritte Spiel am Montag, Japan gegen Kamerun, endete 1:0 für die Japaner.

Japan – Kamerun
1:0 (1:0)

Dem Spiel, in dem beide Mannschaften nervös agierten, fehlt es an guten Szenen. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehlpässe und foulten häufig. Kameruns Abwehrspieler Stephane Mbia stellte in der zehnten Minute Japans Torhüter Eiji Kawashima auf die Probe. Die Japaner konnten in der 17. Minute das erste Mal in Nähe des Tors von Kamerun gelangen. Schließlich war es der Japaner Keisuke Honda, der in der 39. Minute Grund zum Jubeln hatte, als er das einzige Tor des Spieles erzielte. Der Japaner konnte am linken Torpfosten einen langen Flankenschuss von der rechten Seite ungehindert ins Tor lenken. Hamidou Souleymanou, der Torhüter der in den letzten sieben Spielen ungeschlagenen Kamerunern, sah in dieser Szene nicht gut aus.

Vorläufige Tabelle der Gruppe E
Rang Land Tore Punkte
1 Niederlande Niederlande 2:0 3
2 Japan Japan 1:0 3
3 Kamerun Kamerun 0:1 0
4 Dänemark Dänemark 0:2 0

In der zweiten Halbzeit spielte Kamerun ob des Rückstandes lustlos und drängte nicht besonders auffallend nach vorne. Schließlich gelang dem bei Nürnberg spielenden Eric-Maxim Choupo-Moting in der 56. Minute ein Fernschuss; der bei Inter Mailand unter Vertrag stehende Stürmer Samuel Eto’o konnte jedoch die japanischen Abwehrspieler, die sich zu dritt und zu viert auf ihn stürzten, nicht überwinden. Die Japaner spielten die Halbzeit defensiv zu Ende. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch je eine gute Tormöglichkeit, doch Shinji Okazakis Schuss in der 82. Minute ging nur an den Pfosten, und Mbia traf bei seiem Versuch in der 86. Minute die Latte.

Das Spiel im Free-State-Stadion in Bloemfontein sahen 30.620 Zuschauer. Der portugiesische Schiedsrichter Olegário Benquerença teilte an beide Mannschaften je eine Gelbe Karte aus.

Niederlande – Dänemark
2:0 (0:0)

Als die beiden Mannschaften aufliefen, fehlte in der Aufstellung der Niederländer Bayern-Stürmer Arjen Robben. Die Dänen standen kompakt in der Abwehr und begnügten sich dann und wann, die Niederländer mit einem Konter unter Druck zu setzen. Den Niederländern gelang es dank der zweifachen Abwehrkette allerdings kaum, in Strafraumnähe der Dänen zu gelangen. Erst kurz vor der Pause konnte sich Robin van Persie in eine aussichtsreiche Position vor dem dänischen Tor manövrieren. Dementsprechend waren bis zur Halbzeit keine Tore gefallen.

Kurz nach dem Wiederanpfiff kam es zu einer Szene, die vermutlich zum dümmsten Gegentor der Weltmeisterschaft gewählt würde, gäbe es diese Disziplin. Der für den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar spielende Simon Poulsen wollte eine von van Persie hereingegebene Flanke ins Toraus köpfen, traf jedoch den Rücken seines Teamkollegen Daniel Agger, von wo aus der Ball für Torhüter Thomas Sörensen unhaltbar ins Tor dopste. In der 53. Minute vereitelte Sörensen jedoch eine Großchance von van Persie. In der 67. Minute ging der zu selbstversonnen spielende Rafael van der Vaart vom Platz. Für ihn brachte Trainer Bert van Marwijk den beim HSV spielenden Eljero Elia und hatte damit einen guten Zug getan. Elia belebte das niederländische Spiel und so war es in der 85. Minute keine Überraschung, dass Elia bis in den dänischen Strafraum vordringen konnte. Seinen Abpraller vom Pfosten kickte Dirk Kuyt zum 2:0-Endstand ins dänische Netz.

Das Spiel in der Soccer City in Johannesburg verfolgten 83.465 Zuschauer. Schiedsrichter Lannoy aus Frankreich gab Gelbe Karten für die Niederländer De Jong und Van Persie sowie den Dänen Kjaer.

Italien – Paraguay
1:1 (0:1)

In der ersten Hälfte kontrollierten die Italiener die Begegnung, die sich praktisch ausschließlich in der Halfte Paraguays abspielte. Vor das Tor gelangte das von Marcello Lippi trainierte Team jedoch kaum. In der sechsten Minute wehrte Paraquays Claudio Morel einen Ball von Vincenzo Iaquinta in höchster Not ab; ein Schuss von Riccardo Montolivio in der 22. Minute hatte nicht genug Nachdruck, so dass Paraguays Schlussmann Justo Villar den Ball problemlos unter Kontrolle brachte. Nach einem Zuspiel von Lucas Barrios (Borussia Dortmund) schlug Aureliano Torres den Ball nur knapp am Tor vorbei. In der 39. Minute schließlich landete der Ball im Netz Italiens: Antolín Alcaraz verwandelte nach einem Freistoß von Torres per Kopfball.

Torhüter Gianluigi Buffon litt an einem eingeklemmten Ischiasnerv und lief nach der Pause nicht mehr auf. Er wurde durch den für Calcio spielenden Federico Marchetti ersetzt. Die zweite Halbzeit ähnelte der ersten: Italien war spielbestimmend, im Angriff jedoch nicht einfallsreich genug, und schließlich war es Paraguay ein zweites Mal gelungen, direkt vor dem italienischen Tor aufzutauchen. Der in Mexiko spielende Enrique Vera schoss aus spitzem Winkel knapp am Pfosten vorbei. Eine Niederlage der „Squadra Azzurra“ schien in der Luft zu liegen. Doch erneut wurde ein Sieg bei dieser WM durch ein Torwartfehler zunichte gemacht. Nach einem in der 63. Minute in den Fünfmeterraum getretenen Eckball von Simone Pepe sprang Torhüter Villar am Ball vorbei, sodass der am langen Pfosten stehende Daniele De Rossi den Ball mühelos ins Tor schießen konnte. Zwar kämpften beide Mannschaften noch um den Gewinn des Spieles, doch ein Fernschuss des italienischen Mittelfeldspielers Riccardo Montolivo war bis zum Spielende die einzige nennenswerte Chance. Da Torhüter Villar jedoch nun auf der Hut war, wurde nichts daraus.

Der Trainer Paraguays war mit dem Spielverlauf sichtlich zufrieden. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit dem Weltmeister. Das gibt uns für den weiteren Turnierverlauf Selbstvertrauen“, sagte Gerardo Martino. Grund dazu hatte er, war doch den Paraguayern geglückt, was kein anderes Team gegen eine von Lippi trainierte italienische Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft fertiggebracht hatte: ein Tor aus einer Spielsituation heraus. Dennoch war auch Lippi voller Optimismus: „Ich bin sehr zufrieden. Die Mannschaft hat Selbstvertrauen gewonnen und wird sich steigern.“

Im Green-Point-Stadion in Kapstadt verfolgten 62.869 Zuschauer das vom mexikanischen Schiedsrichter Archundia geleitete Spiel, der jeweils einen Spieler der beiden Mannschaften mit einer Gelben Karte „beglückte“.

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March 30, 2010

Parlament von Kamerun entzieht unabhängigem Organ die Wahlvorbereitung

Parlament von Kamerun entzieht unabhängigem Organ die Wahlvorbereitung

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Veröffentlicht: 19:54, 30. Mär. 2010 (CEST)
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Kamerun

Yaoundé (Kamerun), 30.03.2010 – Das Parlament von Kamerun hat ein Gesetz verabschiedet, das der Regierung die Aufsicht über die Wahlvorbereitungen gibt. Diese Aufgabe hatte zuletzt das unabhängige Organ ELECAM, das vor vier Jahren unter dem Druck westlicher Regierungen gegründet worden war, die damit gedroht hatten, die Entwicklungshilfe zu kürzen. Es sollte eine transparentere Wahl ermöglichen.

Paul Biya (2009)

Die Opposition wirft dem Präsidenten Paul Biya vor, dieses Gesetz zu benutzen, um die Präsidentschaftswahl 2011 zu seinen Gunsten zu manipulieren.

Biya ist seit 1982 Präsident von Kamerun. 1991 hatte Biya mit seiner Partei RDPC das Mehrparteiensystem eingeführt. Seitdem wurde er jedes Mal wiedergewählt, wobei es insbesondere in den letzten Jahren immer wieder zu Vorwürfen wegen Wahlbetrugs gekommen war. Biya hatte 2008 eine Verfassungsänderung durchgesetzt, die es ihm ermöglicht, beliebig oft wiedergewählt zu werden. Bei den darauf folgenden Massenprotesten kamen insbesondere in Douala viele Menschen bei Auseinandersetzungen mit der Polizei ums Leben.

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February 17, 2010

Ausfall des Wassernetzes in der Hauptstadt von Kamerun

Ausfall des Wassernetzes in der Hauptstadt von Kamerun

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Veröffentlicht: 20:03, 17. Feb. 2010 (CET)
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Zentrum von Yaoundé

Yaoundé (Kamerun), 17.02.2010 – Nachdem einige Stadtteile der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé schon über einen längeren Zeitraum ohne Wasser waren, ist nun nahezu das gesamte Wassernetz ausgefallen. Die Situation weitet sich schnell zu einer Krise aus. Polizei und Feuerwehr versuchen durch die Bereitstellung spezieller Wasserbehälter die Bevölkerung mit Wasser zu versorgen.

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May 10, 2007

Afrika-Korrespondent der AP unter den Todesopfern in Kamerun

Afrika-Korrespondent der AP unter den Todesopfern in Kamerun

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Artikelstatus: Fertig 12:30, 10. Mai 2007 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich) / Nairobi (Kenia), 10.05.2007 – Der britische Afrika-Korrespondent der Nachrichtenagentur Associated Press, Anthony Mitchell, war auf Recherchereise für Artikel über Handel mit gefährdeten Tierarten. Er starb beim Absturz der Boeing 737-800 bei Douala (Wikinews berichtete).

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December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

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