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October 28, 2006

Postkarten-Aktion der evangelischen Kirchengemeinde Hoya für Asylbewerber

Postkarten-Aktion der evangelischen Kirchengemeinde Hoya für Asylbewerber

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Artikelstatus: Fertig 23:40, 28. Okt. 2006 (CEST)
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Hoya (Deutschland), 28.10.2006 – Mit einer Postkartenaktion wandte sich die evangelische Kirchengemeinde im niedersächsischen Hoya an den Innenminister des Bundeslandes, Uwe Schünemann (CDU), um den Wunsch einer vietnamesischen Familie zu unterstützen, in Niedersachsen bleiben zu können. Die Familie befindet sich seit acht Wochen im Kirchenasyl.

Die Familie hatte sich im August in den Schutz der Kirche begeben, um einer drohenden Abschiebung zu entgehen. In einer Auflage von 10.000 Exemplaren soll die Postkarte, die ein Bild der Tochter der Familie, Nguyen, sowie den Aufdruck „Hoffen auf Menschlichkeit“ zeigt, an Freunde, Unterstützer, Parteien oder Schulen verteilt werden. Außerdem wurden weitere 10.000 Exemplare mit dem Gemeindebrief verschickt.

Nach Aussagen des Pressedienstes der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gilt die Familie als gut integriert. Der Vater arbeitet seit 14 Jahren in einer örtlichen Baumschule. Da die Familie vom Buddhismus zum Christentum konvertiert sei, habe sie, so Pastor Ruh, die Unterstützung ihrer vietnamesischen Verwandtschaft in der Heimat verloren, und ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz im Norden Vietnams seien äußerst gering, da der Staat den Mitgliedern freier Kirchen mit Misstrauen begegne. Die Familie gehört einer christlich-freikirchlichen Gemeinde in Hannover an.

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August 29, 2006

Hoya: Vietnamesische Familie flüchtet vor Abschiebung ins Kirchenasyl

Hoya: Vietnamesische Familie flüchtet vor Abschiebung ins Kirchenasyl

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Artikelstatus: Fertig 17:58, 29. Aug. 2006 (CEST)
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Hoya (Deutschland), 29.08.2006 – Am heutigen 29. August sollte die in der niedersächsischen Gemeinde Hoya (Landkreis Nienburg) lebende vietnamesische Familie Nguyen aus Deutschland abgeschoben werden. Dass es nicht dazu kam, liegt daran, dass die Familie Zuflucht in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde in Hoya suchte.

Pastor Ruh berichtete, die Familie sei zurzeit im Kirchenraum untergebracht, wo sie mit Hilfe von Spenden unterhalten werde. Er wies in diesem Zusammenhang auch auf die große Hilfsbereitschaft aus der Gemeinde hin, die die Versorgung der Familie erst ermögliche. Die Kirchengemeinde beruft sich in ihrer Unterstützung für die vietnamesische Familie auf das Kirchenasyl: „Die Gemeinde ist weder willens noch verpflichtet, eine einzelne Person oder Familie, die in ihren Räumen Schutz und Obdach sucht, mit Hilfe staatlicher Behörden aus diesen Räumen zu vertreiben.“ Der Pastor wandte sich an die Landesregierung mit der Forderung nach Aussetzung der Abschiebung. Die rechtliche Lage lässt dies jedoch nach Ansicht des niedersächsischen Innenministeriums nicht zu. Die Familie sei „ausreisepflichtig“, wie sich ein Behördensprecher ausdrückte. Ministeriumssprecher Engelmann wies auch darauf hin, dass der Petitionsausschuss des Landtages bereits vor drei Jahren mit den Stimmen aller Parteien der Auffassung zugestimmt hat, dass die Familie kein Bleiberecht habe. Der Asylantrag der Familie sei schon vor 14 Jahren abgelehnt worden. Der Familie sei es nur deshalb bisher gelungen, der Abschiebung zu entgehen, weil sie nach und nach Asylanträge für ihre Kinder gestellt habe, die ebenfalls alle abgelehnt worden seien.

Die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann unterstützt das Anliegen der vietnamesischen Familie, in Deutschland bleiben zu können. Sie könne nicht nachvollziehen, erklärte sie in einem Schreiben an die Gemeinde, „warum sie, die mit ihren Kindern gut integriert sind, brutal aus ihrem Lebensmittelpunkt gerissen und in ein Land abgeschoben werden sollen, das die Kinder überhaupt nicht kennen“. Unterstützung kam auch vom niedersächsischen FDP-Fraktionssitzenden Philipp Rösler, der selbst als vietnamesische Waise von deutschen Eltern adoptiert worden war.

Ein Sprecher des Landkreises Nienburg gab bekannt, die Eltern dieser Familie würden sofort inhaftiert, wenn sie außerhalb der Kirche von der Polizei angetroffen werden sollten. Indes hofft Pastor Ruh auf eine bundesweite Regelung für langfristig Geduldete, die der Familie vielleicht zum Erfolg verhelfen könnte. Das könne aber möglicherweise bis Oktober dauern.

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