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February 24, 2010

Evangelische Kirche in Deutschland: Käßmann legt kirchliche Ämter nieder

Evangelische Kirche in Deutschland: Käßmann legt kirchliche Ämter nieder

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Veröffentlicht: 19:59, 24. Feb. 2010 (CET)
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Margot Käßmann

Hannover (Deutschland), 24.02.2010 – Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, zog heute die Konsequenz aus ihrem Fehlverhalten vom Wochenende, als sie von der Polizei bei einer Autofahrt in Hannover mit einem Blutalkoholwert von 1,54 Promille angehalten worden war. Sie legte zugleich ihr Amt als hannoversche Landesbischöfin nieder. Als Pastorin wolle sie jedoch weiterhin im Amt bleiben.

Ihre Autofahrt unter Alkoholeinfluss bereue sie zutiefst, erklärte Käßmann auf einer Pressekonferenz in Hannover. Sie begründete ihren Rückzug von den Kirchenämtern innerhalb der EKD mit dem Autoritätsverlust, den sie durch ihr eigenes Verhalten zu verantworten habe: „Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so wie ich sie hatte.“

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Quellen

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February 23, 2010

EKD-Ratsvorsitzende Käßmann wegen Alkoholfahrt unter Druck

Veröffentlicht: 21:46, 23. Feb. 2010 (CET)
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Hannover (Deutschland), 23.02.2010 – Gegen die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Trunkenheit am Steuer. Die 51-Jährige war am Wochenende mit ihrem Dienstwagen nach einem privaten Termin in Hannover von der Polizei angehalten worden, weil sie eine Kreuzung bei Rot überquert hatte. Eine Blutalkoholuntersuchung, die auf eine polizeiliche Anordnung hin stattfand, ergab einen Blutalkoholgehalt von 1,54 Promille. Bei diesem Wert geht die Staatsanwaltschaft von Fahruntüchtigkeit aus. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erläuterte, muss die niedersächsische Landesbischöfin mit einer Geldstrafe von einem Monatsgehalt sowie einem Entzug der Fahrerlaubnis für zwölf Monate rechnen.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Käßmann, sie sei über sich selbst erschrocken, dass sie einen so schlimmen Fehler gemacht habe.

Ein Sprecher der Landeskirche, Johannes Neukirch, erklärte, die Kirche werde kein Disziplinarverfahren gegen Käßmann einleiten. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung will der Rat der EKD am Abend in einer Telefonkonferenz über die Konsequenzen aus dem Vorfall beraten. Aus Kirchenkreisen wurde teilweise auch der Rücktritt Käßmanns gefordert. Käßmann war im Oktober 2009 an die Spitze der EKD gewählt worden. Sie ist außerdem seit zehn Jahren Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Niedersachsen.


Hinweis: Korrektur: Nach Veröffentlichung wurde „Privatfahrzeug“ durch „Dienstwagen“ ersetzt.


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Quellen

  • www.abendblatt.de: „Kirche: Kein Disziplinarverfahren gegen Margot Käßmann“ (23.02.2010)
  • www.zeit.de: „Kirchen: Konservative Protestanten legen Käßmann Rücktritt nahe“ (23.02.2010)
  • www.dw-world.de: „Bischöfin Käßmann mit Alkohol am Steuer gestoppt“ (23.02.2010)
  • www.faz.net: „Margot Käßmann: EKD berät in Telefonkonferenz über Trunkenfahrt“ (23.02.2010)
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August 29, 2006

Hoya: Vietnamesische Familie flüchtet vor Abschiebung ins Kirchenasyl

Hoya: Vietnamesische Familie flüchtet vor Abschiebung ins Kirchenasyl

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Artikelstatus: Fertig 17:58, 29. Aug. 2006 (CEST)
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Hoya (Deutschland), 29.08.2006 – Am heutigen 29. August sollte die in der niedersächsischen Gemeinde Hoya (Landkreis Nienburg) lebende vietnamesische Familie Nguyen aus Deutschland abgeschoben werden. Dass es nicht dazu kam, liegt daran, dass die Familie Zuflucht in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde in Hoya suchte.

Pastor Ruh berichtete, die Familie sei zurzeit im Kirchenraum untergebracht, wo sie mit Hilfe von Spenden unterhalten werde. Er wies in diesem Zusammenhang auch auf die große Hilfsbereitschaft aus der Gemeinde hin, die die Versorgung der Familie erst ermögliche. Die Kirchengemeinde beruft sich in ihrer Unterstützung für die vietnamesische Familie auf das Kirchenasyl: „Die Gemeinde ist weder willens noch verpflichtet, eine einzelne Person oder Familie, die in ihren Räumen Schutz und Obdach sucht, mit Hilfe staatlicher Behörden aus diesen Räumen zu vertreiben.“ Der Pastor wandte sich an die Landesregierung mit der Forderung nach Aussetzung der Abschiebung. Die rechtliche Lage lässt dies jedoch nach Ansicht des niedersächsischen Innenministeriums nicht zu. Die Familie sei „ausreisepflichtig“, wie sich ein Behördensprecher ausdrückte. Ministeriumssprecher Engelmann wies auch darauf hin, dass der Petitionsausschuss des Landtages bereits vor drei Jahren mit den Stimmen aller Parteien der Auffassung zugestimmt hat, dass die Familie kein Bleiberecht habe. Der Asylantrag der Familie sei schon vor 14 Jahren abgelehnt worden. Der Familie sei es nur deshalb bisher gelungen, der Abschiebung zu entgehen, weil sie nach und nach Asylanträge für ihre Kinder gestellt habe, die ebenfalls alle abgelehnt worden seien.

Die niedersächsische Landesbischöfin Margot Käßmann unterstützt das Anliegen der vietnamesischen Familie, in Deutschland bleiben zu können. Sie könne nicht nachvollziehen, erklärte sie in einem Schreiben an die Gemeinde, „warum sie, die mit ihren Kindern gut integriert sind, brutal aus ihrem Lebensmittelpunkt gerissen und in ein Land abgeschoben werden sollen, das die Kinder überhaupt nicht kennen“. Unterstützung kam auch vom niedersächsischen FDP-Fraktionssitzenden Philipp Rösler, der selbst als vietnamesische Waise von deutschen Eltern adoptiert worden war.

Ein Sprecher des Landkreises Nienburg gab bekannt, die Eltern dieser Familie würden sofort inhaftiert, wenn sie außerhalb der Kirche von der Polizei angetroffen werden sollten. Indes hofft Pastor Ruh auf eine bundesweite Regelung für langfristig Geduldete, die der Familie vielleicht zum Erfolg verhelfen könnte. Das könne aber möglicherweise bis Oktober dauern.

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