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March 4, 2010

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

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Veröffentlicht: 23:09, 4. Mär. 2010 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 04.03.2010 – Nach der Zulassung für den Freilandanbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ durch die Europäische Kommission will der Chemiekonzern BASF offenbar nachlegen. Wie eine Sprecherin des Ludwigshafener Konzerns gegenüber der Financial Times Deutschland bestätigte, plant der Chemieriese, weitere Anträge für die Zulassung gentechnisch veränderter Kartoffelsorten bei der EU-Kommission zu beantragen. Auch der Agrarchemiekonzern Syngenta hofft auf eine Trendwende in der Genehmigungspraxis für gentechnisch veränderte Gemüsesorten. Der Konzern betreibt nun die Genehmigung für seinen gentechnisch veränderten Süßmais Bt11.

Auf der anderen Seite geht der politische Streit um die Zulassung gentechnisch veränderter Produkte in die nächste Runde. Während der CDU-Agrarexperte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, Henning von Storch, die Genehmigung für die BASF-Kartoffel Amflora begrüßte, hagelte es auf Seiten der Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern Kritik an der Entscheidung aus Brüssel. Fritz Tack, Agrarexperte der Linksfraktion im Schweriner Landtag, kritisierte, die EU-Kommission habe sich den Interessen von BASF untergeordnet und die Fraktion der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern forderte vom sozialdemokratischen Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Durchsetzung eines Anbaustopps für „Amflora“. Die Region Bütow in Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige Anbaugebiet, in dem bereits Versuchsfelder mit der Sorte Amflora bebaut werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April des letzten Jahres einen entsprechenden Antrag genehmigt.

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, ist auch die einschlägige Industrie in Norddeutschland wenig geneigt, die neue Gentech-Kartoffel in den Produktionsprozess einzubinden. Henk Jaap Meijer, Laborleiter der Emsland Stärke GmbH, erklärte: „Wir sehen zurzeit keine Möglichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen wären zu groß.“ Es gebe Kunden, die für die „grüne Gentechnik“ nicht offen sind. Die Firma, die jährlich etwa 350.000 Tonnen Kartoffelstärke produziert, gehört zu den Marktführern der Stärkegewinnung aus Kartoffeln in Deutschland. Die Firma verarbeitet seit dem Herbst 2009 eine konventionell gezüchtete Kartoffel mit einem hohen Amylopektin-Gehalt.

Die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte „Amflora“ von BASF Plant Science war entwickelt worden, um den Bedarf der Industrie nach einem möglichst hohen Anteil von Amylopektin-Stärke zu decken. Amflora ist nicht für den Verzehr bestimmt, sondern dient ausschließlich als Stärkelieferant für die Papierherstellung und andere Industrieprodukte. Herkömmliche Kartoffeln enthalten neben Amylopektin noch eine andere Stärkevariante: Amylose. Angesichts solcher Alternativen nannte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, die Gentech-Kartoffel Amflora „überflüssig wie ein[en] Kropf“.

Greenpeace kritisierte erneut die politische Weichenstellung für genetisch veränderte Nutzpflanzen. Der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Martin Hoffstetter, wandte sich gegen die Behauptung, die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte werde nicht in die menschliche Nahrung gelangen: „Wo Genpflanzen angebaut werden, tauchen sie über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf.“

Die neue transgene Kartoffelsorte, für die BASF eine Genehmigung erwirken möchte, trägt den Sortennamen „Fortuna“ und ist eine Speisekartoffel, die gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) resistent sein soll. Sie soll besonders für die Herstellung von Pommes frites geeignet sein. BASF argumentiert, diese Sorte erspare den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in erheblichem Umfang.

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March 2, 2010

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

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Veröffentlicht: 22:52, 2. Mär. 2010 (CET)
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Brüssel (Belgien), 02.03.2010 – Der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, genehmigte heute den europaweiten Anbau der umstrittenen gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ der BASF-Tochter BASF Plant Science. Die transgene Kartoffel produziert Amylopektin-Stärke, das in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie zum Einsatz kommt. Die von der EU-Kommission erteilte Genehmigung erstreckt sich auch auf die als Reststoffe entstehende so genannte Pulpe als Tierfuttermittel. Der Ludwigshafener Chemie-Konzern erwartet durch die Anbaugenehmigung Lizenzerlöse von 20 bis 30 Millionen Euro.

Umweltverbände und Verbraucherschutzorganisationen protestierten scharf gegen den Beschluss des EU-Kommissars. Die Kritiker gentechnisch veränderter Kartoffeln befürchten unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit und für das Ökosystem, weil eine Vermischung des veränderten Erbguts der Genkartoffeln mit herkömmlichen Kartoffeln nicht ausgeschlossen werden könne.

Das Zulassungsverfahren für „Amflora“ läuft seit 1996. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April eine Genehmigung für den Versuchsanbau im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Zu Forschungszwecken waren in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits 100 Hektar mit der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte für Freilandversuche bepflanzt worden.

In Deutschland geht etwa ein Drittel der angebauten Kartoffeln in die Stärkeindustrie. Die Kartoffelstärke ist ein wichtiger Grundstoff für die weitere Verarbeitung im Food- und Non-Food-Bereich. In der Lebensmittelproduktion wird die Stärke als Verdickungs- und Bindemittel eingesetzt. Im Non-Food-Bereich steht die Verwendung als Kleb- und Schmierstoff im Vordergrund, zum Beispiel bei der Herstellung von Wellpappe. Außerdem lässt sich die Kartoffelstärke zu Ethanol und Methan umwandeln. Diese Stoffe können zur Energiegewinnung genutzt werden.

Kartoffeln bilden Stärke normalerweise in zwei Formen: Amylose und Amylopektin. Für viele industrielle Anwendungen ist jedoch vor allem die Amylopektin-Stärke interessant. Durch langwierige Verarbeitung der Kartoffelstärke müssen daher die beiden Stärkevarianten zunächst getrennt werden. Die gentechnische Veränderung von Kartoffeln zielt nun darauf ab, die Kartoffeln so zu verändern, dass in der Erdknolle nur die jeweils bevorzugte Stärkevariante entsteht. Die transgene Kartoffelsorte Amflora soll vor allem den Bedarf an Amylopektinstärke decken. Umweltverbände halten dem entgegen, dass es bereits herkömmlich gezüchtete Kartoffelsorten gäbe, die diese Eigenschaften besäßen.

Die gentechnische Manipulation von Kartoffeln zielt jedoch auch darauf ab, die Kartoffeln widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen. Amflora enthält außerdem ein so genanntes Antibiotikaresistenzgen, das Kritiker auf den Plan gerufen hat. Diese befürchten nun, dieses Gen könne auch in den Magen-Darm-Trakt des Menschen übertragen werden, so zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dieses Gen könne möglicherweise dazu führen, dass Krankheitserreger gegen für Menschen lebenswichtige Antibiotika immun werden. Ein Greenpeace-Sprecher erklärte: „Es ist schockierend, dass die neue Kommission mit dieser Entscheidung die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Gen-Kartoffel ignoriert.“ Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nannte die Genehmigung für Amflora „einen schweren Fehler“. Und: „Der Weg der Gentech-Kartoffel vom Feld auf die Teller der europäischen Verbraucher ist viel zu kurz und die Risiken sind viel zu groß. Ein EU-Kommissar, der den Gesundheit- und Verbraucherschutz ernst nimmt, hätte gegen die Zulassung der Amflora stimmen müssen.“ Demgegenüber erklärte der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar Dalli heute, „dass es keine weiteren wissenschaftlichen Fragen mehr gibt, die untersucht werden müssten. Alle wissenschaftlichen Aspekte und besonders die Sicherheitsbedenken sind bereits ausgiebig berücksichtigt worden. Eine weitere Verzögerung bei der Zulassung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen.“

Die EU-Staaten sind nicht verpflichtet, den Anbau der Kartoffelsorte in ihrem Hoheitsgebiet zuzulassen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat jedoch bereits in ihrem Koalitionsvertrag erklärt, dass sie die Gentechnik in Deutschland stärken wolle.

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March 1, 2010

Renaissance der Kult-Kartoffel „Linda“

Renaissance der Kult-Kartoffel „Linda“

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Veröffentlicht: 19:14, 1. Mär. 2010 (CET)
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Barum / Hannover (Deutschland), 01.03.2010 – Der Freundeskreis „Rettet Linda“ kann heute einen großen Sieg feiern. Die Kultkartoffel „Linda“, „Kartoffel des Jahres 2007“, darf wahrscheinlich bald wieder angepflanzt und in den Handel gebracht werden. Das Bundessortenamt in Hannover will die beliebte Kartoffel wieder zulassen.

Nur selten hatte wohl eine Kartoffel solche Emotionen und eine solche Kampfbereitschaft zur Erhaltung einer Kulturpflanze ausgelöst. Von ihrem „Unterstützerkreis“ um den niedersächsischen Bauern Karsten Ellenberg aus dem 800-Seelen-Dorf Barum im Landkreis Uelzen wurde ein jahrelanger Kampf zur Erhaltung der aromatischen Knolle geführt, die sie stolz als „Königin der deutschen Kartoffel“ bezeichnen. Die festkochende Kartoffelsorte, die seit 1974 nicht nur auf niedersächsischen Böden als Speisekartoffel angebaut wurde, war ab dem 01.01.2005 nicht mehr als zulässige Sorte vom Bundessortenamt geführt worden. Der Rechteinhaber, die Firma Europlant, hatte die Zulassung zurückgezogen. Als Begründung hatte die Firma angegeben, sie sei zu „krankheitsanfällig“. Für diese Begründung zeigten die niedersächsischen Bauern nur wenig Verständnis. Der Firma wurde vorgeworfen, Linda nur deshalb beerdigt zu haben, um mit neuen Sorten gewinnbringende Geschäfte zu machen und Lizenzgewinne einzustreichen. Die Bauern und andere Kartoffelliebhaber vertraten den Standpunkt, es sei Sache des Verbrauchers darüber zu entscheiden, welche Kartoffel zu Hause auf den Teller komme. „Illegal“ wurde „Linda“ weitergezüchtet, um ihr Fortbestehen zu sichern. Dafür ließen sich die Linda-Unterstützer sogar auf langwierige Gerichtsverhandlungen ein. Die Firma Europlant verklagte die Bauern beim Schiedsgericht für Saatgut und Sortenschutzstreitigkeiten bei der Landwirtschaftskammer Hannover. Das Gericht entschied, die Kartoffel dürfe weder angebaut noch gegessen werden. Die Kartoffeln durften lediglich in verplombten Lagerhallen aufbewahrt werden. Die Anhänger der Kartoffelsorte aber gaben nicht auf. In ihrem Namen stellte der Biolandhof Ellenberg den Antrag auf Wiederzulassung der Sorte beim Bundessortenamt. Ein erster Teilsieg konnte im letzten Jahr in Großbritannien errungen werden. Am 27. August 2009 konnte Ellenberg ausrufen: „Wir haben es geschafft! Die zahlreichen Freundinnen und Freunde der beliebten Kartoffel LINDA können sich freuen. Großbritannien hat nach zweijähriger Prüfung dem Antrag auf Neuzulassung von LINDA als Pflanzkartoffel zugestimmt und LINDA in die nationale Liste für Pflanzkartoffeln aufgenommen. Damit ist die Tür für LINDA auch in Deutschland wieder offen.“

Nun ist es also so weit. Auch in Deutschland wird die beliebte Kartoffel bald wieder auf den Tellern zu finden zu sein. Die Kartoffelsorte gilt nun als sogenannte freie Sorte und darf lizenzfrei vermehrt werden.

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  • Portal:Landwirtschaft

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June 25, 2006

Saatgutbunker auf norwegischer Inselgruppe

Saatgutbunker auf norwegischer Inselgruppe

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Artikelstatus: Fertig 20:44, 25. Jun. 2006 (CEST)
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Luftbild von Spitzbergen

Longyearbyen (Norwegen), 25.06.2006 – Auf der norwegischen Insel Spitzbergen, die Teil der Svalbard-Inselgruppe ist, wurde am 19. Juni der Grundstein für eine katastrophensichere Genbank gelegt. Im „Svalbard International Seed Vault“ soll das Erbgut von drei Millionen Pflanzensorten vor der Zerstörung geschützt und für die landwirtschaftliche Nutzung gesichert werden. Der Bunker wird in einen Berg hinein gebaut, dicke Betonmauern, Sicherheitstüren mit Luftschleusen und das arktische Permafrostklima sollen Schutz gegen Schädlingsbefall, Verunreinigung durch genetisch veränderte Pflanzen und sogar nukleare Verseuchung bieten. Die Baukosten für das Projekt werden sich auf drei Millionen US-Dollar belaufen, gezahlt von der norwegischen Regierung. An den laufenden Kosten sollen sich später der Global Crop Diversity Trust sowie mehrere Agrarkonzerne beteiligen.

Bisher gibt es weltweit etwa 1.400 Genbanken, von denen viele jedoch auf Grund ihrer tropischen Lage keinen ausfallsicheren Schutz bieten – bei einem Stromausfall wäre die wichtige Kühlung nicht mehr gewährleistet. Der Bedarf für eine sichere Genbank ist groß, in den letzten Jahren bedrohen weitläufige Schädlingsepidemien und Krankheiten wichtige Kulturpflanzen wie Weizen und Kartoffeln. Auch die Vermischung mit gentechnisch manipulierten Pflanzensorten stellt nach einem Bericht der Konsultativgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR) von 2004 eine große Bedrohung dar. Hier sind vor allem Mais, Raps, Reis und Baumwolle betroffen.

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