Nach Notwasserung vor Sizilien Vermisste und Flugschreiber geortet

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Palermo (Italien), 30.08.2005 – Drei Wochen nach der Notlandung eines Passagierflugzeuges im Meer nördlich von Palermo wurden heute die Leichen der drei noch vermissten Passagiere auf dem Meeresgrund geortet. Auch die beiden Flugschreiber der Maschine konnten in 1.440 Metern Tiefe gefunden werden.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Ansa“ hat das zypriotische Spezialschiff „Edt Ares“ eines der drei Skelette an die Oberfläche gebracht. Auch der erste der beiden Flugschreiber der ATR-72 wurde inzwischen geborgen. Durch die Auswertung der Flugschreiber soll der genaue Unfallhergang geklärt werden.

Die Leichen der geborgenen Opfer sollen nun anhand einer DNA-Analyse identifiziert werden, dies kann jedoch eine Woche dauern.

Als Unglücksursache wird derzeit menschliches Versagen nicht ausgeschlossen. Die Ermittlungen gegen den Flugkapitän sowie gegen die beiden Mitarbeiter des Flughafens von Bari sind bereits in den vergangenen Tagen eingeleitet worden. Sie waren für die Treibstoffversorgung des Flugzeuges verantwortlich.

Die Staatsanwaltschaft von Palermo ermittelt nun auch gegen den zweiten tunesischen Piloten der Maschine wegen fahrlässiger Tötung. Seine Vernehmung ist für die nächsten Tage geplant. Vito Riggio, der Leiter von Italiens ziviler Luftfahrtbehörde, sagte: „Die beiden Piloten haben möglicherweise nicht überprüft, ob genügend Treibstoff im Tank war.“

Mehrere Versionen sind laut Riggio vorstellbar: Neben Treibstoffmangel könnte auch die Treibstoffanzeige nicht richtig funktioniert haben. Des Weiteren wird die Qualität des Treibstoffes genau untersucht, eine Verwässerung des Sprits wird nicht ausgeschlossen.

Bei dem Unglück am 6. August waren 13 der insgesamt 42 Passagiere ums Leben gekommen, der Pilot überlebte verletzt. Nach dem Absturz wurden noch zwei Passagiere und der Bordmechaniker vermisst. Die Maschine war beim Aufprall in drei Teile zerbrochen.

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Quellen