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April 2, 2012

Island: EU-Beitrittsverhandlungen machen Fortschritte

Island: EU-Beitrittsverhandlungen machen Fortschritte

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Veröffentlicht: 06:38, 2. Apr. 2012 (CEST)
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Flagge der EU

Flagge Islands

Brüssel (EU) / Reykjavík (Island), 02.04.2012 – Island ist am Freitag einem EU-Beitritt einen Schritt näher gekommen: Die EU und Island öffneten auf dem Erweiterungsgipfel vier Verhandlungspunkte. Es handelte sich um die Kapitel 28 Gesundheits- und Verbraucherschutz, 31 Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, 8 Wettbewerbsrecht und 15 Energie. Die beiden erstgenannten Kapitel wurden umgehend provisorisch geschlossen. Aktuell sind damit 15 der 33 Kapitel eröffnet und zehn provisorisch geschlossen. Die nächste Beitrittskonferenz ist für Juni 2012 geplant. Sie soll auf Ministerebene stattfinden.

Das Europäische Parlament fasste gestern auch Beschlüsse zu den anderen Beitrittskandidaten. So forderte es in einem Entschließungsantrag eine zügige Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Serbien. Eine Fortsetzung der serbischen Reformen sehen die Abgeordneten allerdings als Bedingung an. Die größten Hürden stellten die Diskriminierung von Minderheiten und die Kosovo-Frage dar.

Für das Kosovo forderte das Parlament einen „Fahrplan“ zu Visa-Erleichterungen und die rasche Umsetzung eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA), wie es für andere Balkanstaaten bereits existiert. Auch gegenüber dem Kosovo mahnten die Parlamentarier Reformen an.

Das Parlament begrüßte die für den Juni 2012 geplante Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Montenegro. Es wies jedoch auf Defizite bei der Gleichstellung von Frauen hin.

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May 27, 2011

Isländischer Vulkan Grímsvötn spuckt keine Asche mehr aus

Isländischer Vulkan Grímsvötn spuckt keine Asche mehr aus

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Veröffentlicht: 10:35, 28. Mai 2011 (CEST)
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Luftaufnahme des Grímsvötn zu Beginn des Ausbruchs

Reykjavík (Island), 27.05.2011 – Der Vulkan Grímsvötn in Island hat am Morgen des 26. Mai aufgehört, Asche in die Luft zu spucken. Um etwa 5 Uhr Ortszeit ließ der Aschenausstoß sehr stark nach; es drang nur noch ungefährlicher Wasserdampf aus dem Krater des aktivsten Vulkans Islands.

Viele europäische Flughäfen konnten nach stundenlanger Wartezeit wieder geöffnet werden. Diesmal waren die Airlines besser vorbereitet als beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull im Jahr 2010, und Flugtickets ausgefallener Flüge konnten als Bahntickets verwendet werden. Der deutsche Verkehrsminister Ramsauer forderte unterdessen bessere Absprachen innerhalb der Europäischen Union bei Vulkanausbrüchen wie diesen.

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May 22, 2011

Island: Vulkan Grímsvötn ausgebrochen, 220 Kilometer Flugverbotszone

Island: Vulkan Grímsvötn ausgebrochen, 220 Kilometer Flugverbotszone

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Veröffentlicht: 14:03, 22. Mai 2011 (CEST)
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NASA-Aufnahme des Grímsvötn-Ausbruchs in 2004

Reykjavík (Island), 22.05.2011 – Der Grímsvötn, der als Islands aktivster Vulkan gilt, hat laut dpa eine 17 Kilometer hohe Aschewolke ausgestoßen. Reuters spricht sogar von 20 Kilometern. Die Wolke erreicht damit die Höhe, in der Passagierflugzeuge verkehren. Die isländischen Behörden erließen eine Flugverbotszone im Umkreis von über 220 Kilometern. Der wichtigste Flughafen auf Island, der Flughafen Keflavík, wurde gesperrt.

Zurzeit treibt die Aschewolke jedoch nach Norden, so dass der europäische Luftraum mit Ausnahme Skandinaviens vorerst nicht betroffen sein wird. Nach Einschätzungen von Geologen ist nicht davon auszugehen, dass es ähnliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs wie im letzten Jahr geben wird, als der Vulkan Eyjafjallajökull ausgebrochen war und wochenlang den Luftverkehr über Europa zum Erliegen brachte. Páll Einarsson, Geophysiker an der Universität von Island, erklärte dazu gegenüber AFP: „Die Asche des Grimsvötn ist gröber und deshalb ungefährlicher, weil sie viel schneller auf die Erde zurück sinkt und nicht so lange in der Luft bleibt wie bei der Eruption des Eyjafjalla.“ Der Grímsvötn war zuletzt 2004 ausgebrochen.

Ein Video des Ausbruchs, das von einem Flugzeug aus aufgenommen wurde, finden Sie hier (MP4-Format).

Die erste Nachricht in Zusammenhang mit dem Vulkanausbruch war die Meldung über ein Erdbeben der Stärke 4,6, die mit möglicher vulkanischer Aktivität erklärt wurde. Das Beben ereignete sich am 21. Mai um 19:10 Uhr (Ortszeit) rund einen Kilometer unter der Erdoberfläche, etwa 150 Kilometer von dem Vulkan Eyjafjallajökull entfernt, 168 Kilometer östlich der isländischen Hauptstadt, Reykjavík.

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April 10, 2011

Volksentscheid in Island: Entschädigungszahlung für Pleitebank abgelehnt

Volksentscheid in Island: Entschädigungszahlung für Pleitebank abgelehnt

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Veröffentlicht: 15:40, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Reykjavík (Island), 10.04.2011 – Auch in der zweiten Abstimmung lehnte das isländische Volk Entschädigungszahlungen an London und Den Haag ab. Laut TV-Sender Ríkisútvarpið (RUV) haben sich 58 Prozent gegen die von der Regierung ausgehandelte Schuldenrückzahlung ausgesprochen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt erst zwei Drittel der Stimmen ausgezählt waren, ist nicht mehr mit einer Zustimmung zu rechnen – ein Schock für das Parlament, dass dem Entschädigungsgesetz mit 70 Prozent zugestimmt hatte.

Am 7. Oktober 2008 musste die isländische Onlinebank Icesave Insolvenz anmelden. Kunden hatte die Bank in England, den Niederlanden und in Island. Nach dem Zusammenbruch der Bank entschädigte Island nur die Kunden aus dem eigenen Land. Für die rund 340.000 Kunden aus England und den Niederlanden sprangen die eigenen Regierungen ein.

Bereits im März 2010 hatten die Isländer über die Entschädigung der Icesave-Kunden abgestimmt und diese mit 93 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt. Hauptargument waren damals die hohen Zinsen, die für die Rückzahlung vereinbart worden waren. Es folgten neue Verhandlungen mit England und den Niederlanden. Man einigte sich auf eine Rückzahlung bis zum Jahr 2046. Für die 1,3 Milliarden Euro für die Niederlande sollten ein Zinssatz von drei Prozent gelten, für die 2,6 Milliarden Euro für England ein Zinssatz von 3,3 Prozent. Dies stellte eine Verbesserung der Rückzahlungsbedingungen dar. Im zweiten Volksentscheid lehnten die Bürger auch diese Vereinbarung ab, wenn auch nicht mehr mit so deutlicher Mehrheit. Hauptargument war jetzt, dass das Land nicht für die Verbindlichkeiten einer Privatbank einstehen müsse.

Die zweite Volksabstimmung war notwendig geworden, nachdem der Staatspräsident Ólafur Ragnar Grímsson im Februar 2011 eine Ratifizierung des Entschädigungsgesetzes abgelehnt hatte. Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir zeigte sich enttäuscht vom voraussichtlichen Ergebnis der Volksabstimmung. Man hatte gehofft, so einen Weg aus dem Konflikt zu finden. Jetzt wird sich die EU-Gerichtsbarkeit mit den Standpunkten der Länder beschäftigen und klären müssen, ob eine Verpflichtung von Island gegenüber England und den Niederlanden besteht, die Zahlungen zu leisten. Wirtschaftsminister Arni Pall Arnason sagte in der Nacht auf Sonntag, er werde diesbezüglich am Montag Kontakt mit dem EFTA-Gerichtshof in Luxemburg aufnehmen. Die im Raum stehende hohe Schuldenlast für die 318.236 Bürger von Island ist somit durch die Abstimmung nicht vom Tisch.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wirtschaft

Quellen

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April 17, 2010

Einschränkungen im Flugverkehr durch Aschewolke über Teilen Europas

Einschränkungen im Flugverkehr durch Aschewolke über Teilen Europas

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Veröffentlicht: 20:08, 17. Apr. 2010 (CEST)
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Wie hier in London-Heathrow sahen am 16. April die meisten Anzeigetafeln auf den europäischen Flughäfen aus.

Foto: KTo288

Reykjavík (Island) / Maastricht (Niederlande), 17.04.2010 – Nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull breitet sich die Aschewolke weiter über Europa aus. Auch das EU-Finanzministertreffen ist von den Problemen im europäischen Flugverkehr betroffen. Einige Finanzminister erreichten Madrid nicht. Am Freitagnachmittag hatte Österreich als 13. europäisches Land seinen Luftraum geschlossen. Der Schweizer Luftraum wurde ab Samstag 0:00 Uhr MESZ für den Flugverkehr gesperrt. Bereits zuvor hatten die skandinavischen und baltischen Länder, Belgien, die Niederlande, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Irland und Polen den gleichen Schritt vollzogen.

Schwedische Zeitungen gingen am Freitag auf Grundlage einer Prognose des britischen Wetterdienstes davon aus, dass der schwedische Luftraum am Samstagmorgen wieder geöffnet werde. Am Samstagnachmittag jedoch stellte Dagens Nyheter in Frage, ob dieses Wochenende überhaupt „einige Flüge abheben können“. Die gleiche Zeitung sprach am Samstagnachmittag von 26 europäischen Ländern, die ihren Luftraum geschlossen hätten. Die Schliessung des finnischen Luftraums hingegen wurde am Freitagnachmittag bis mindestens 14.00 Uhr MESZ am Sonntag verlängert. Eurocontrol erklärte gegenüber Spiegel online, dass sich die Lage voraussichtlich auch am Samstag nicht entspannen werde. Die französische Regierung hat angekündigt, dass die französischen Flughäfen nördlich der Linie Nantes–Lyon wohl mindestens bis zum Montag früh geschlossen bleiben.

Ungefähre Ausdehnung der Wolke für Samstag 6 Uhr UTC

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Main stellt eine Veränderung der Windrichtung frühestens für die Nacht von Samstag auf Sonntag in Aussicht. Dies bedeute jedoch keine sofortige Aufhebung des Flugverbots, zitiert der Spiegel weiter. Die Lufthansa strich weltweit alle Flüge mindestens bis Sonntagmittag 14:00 Uhr MESZ. Alle 16 internationalen Flughäfen Deutschlands sind geschlossen, als letztes erfolgte die Schließung des Luftraums über München am Freitag abend um 20:00 Uhr MESZ. Die Deutsche Flugsicherung geht davon aus, dass der Flugverkehr in Deutschland mindestens bis Sonntagmorgen um 8:00 Uhr MESZ ruhen wird.

Da der Flugverkehr weitgehend lahmgelegt ist, versuchen viele Flugpassagiere auf die Eisenbahn auszuweichen. Auch Autovermietungen nehmen sprunghaft zu. Der Betreiber des Eurostar bittet jedoch Passagiere, die keine bestätigte Reservierung haben, zu Hause zu bleiben; in den Zügen der Deutschen Bahn AG ist Platzreservierung empfehlenswert. Die Kontrollabschnitte der Flugtickets können ausschließlich an den DB-Reisezentren in Bahntickets umgewandelt werden, um einen geordneten Ablauf bei der Deutschen Bahn AG zu gewährleisten. Jedoch können die Wartezeiten in den sich bildenden Schlangen am Schalter beträchtlich sein. Das Unternehmen hat seinen gesamten nicht im Regelbetrieb fahrenden Fuhrpark für den Transport der Flugpassagiere mobilisiert. „Es rollt alles, was rollen kann“, teilte das Verkehrsunternehmen der Presse mit. Eine Mitnahme ohne Reservierung ist zwar möglich, jedoch sei dann bestenfalls mit einem Stehplatz zu rechnen, hieß es in der Hessenschau. Die Fähren zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich sind auf Tage hinaus ausgebucht, ähnlich ist die Situation in den durch den Kanaltunnel verkehrenden Zügen. Insgesamt 55.000 Reisende sitzen auf den Balearen und den Kanarischen Inseln fest.

Dieses Satellitenbild vom 16. April um 12:45 Uhr MESZ zeigt die braune Vulkanasche, die in einem Bogen von den Niederlanden über Norddeutschland und Polen bis nach Russland reicht.

Foto: MODIS/NASA

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bei ihrer Rückkehr aus den Vereinigten Staaten zunächst in Lissabon zwischengelandet ist, reiste inzwischen nach Rom weiter, von wo aus sie auf dem Straßenweg in Richtung Berlin gelangen will. Merkel hatte gestern noch bekräftigt, an der für den Sonntag um 14:00 Uhr MESZ geplanten Beisetzung des bei einem Flugzeugunglück verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczyňski und dessen Frau in Krakau teilnehmen zu wollen. Ob und wie Merkel nach Krakau gelangt, steht noch nicht fest.

Auswirkungen auf die Wirtschaft sind nicht hinreichend absehbar, der Post- und Frachtverkehr sei bereits massiv betroffen. Der wirtschaftliche Schaden aufgrund der Sperrung der Lufträume ist ebenfalls mutmaßlich beträchtlich, jedoch noch nicht durchgerechnet. Ein Flughafensprecher bezifferte den Schaden allein für den Flughafen Frankfurt am Main auf zwei bis drei Millionen Euro pro Tag, an denen keine Start- und Landegebühren eingenommen werden könnten. Unklar ist die Höhe der Schäden der einzelnen Fluggesellschaften durch die Flugausfälle bzw. Umleitungen.

Die Lufthansa hat inzwischen nach Sichtflugregeln in niedriger Höhe zehn ihrer Flugzeuge ohne Passagiere von München nach Frankfurt überführt. Das wolkenlose Wetter am Samstag, dem 17. April, machte diesen nicht genehmigungspflichtigen Flugverkehr möglich. Techniker überprüften danach die Maschinen und stellten keine Schäden fest. Die Fluggesellschaft hatte diesen Schritt unternommen, um bei der Aufhebung des Flugverbotes im kontrollierten Luftraum mehr Flugzeuge an ihrem Standort Frankfurt zur Verfügung zu haben.

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Quellen

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April 16, 2010

Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull behindert Luftverkehr

Veröffentlicht: 16:20, 16. Apr. 2010 (CEST)
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Gebiet, in dem das Met Office für den 15. April, 20:00 Uhr mit Vulkanasche rechnete

Kartographie: Yaamboo

Reykjavík (Island) / London (Vereinigtes Königreich) / Berlin (Deutschland), 16.04.2010 – Ein Großteil des europäischen Luftraums wurde am Freitag für sämtliche Flüge gesperrt, weil eine riesige Wolke mit Vulkanasche den Luftverkehr gefährdet. Diese war durch die Eruption des zuvor von einem Gletscher bedeckten Vulkans Eyjafjallajökull entstanden. Im Vereinigten Königreich ruhte seit dem 15. April um 13 Uhr MESZ der Luftverkehr auf den internationalen Flughäfen Stanstead, Heathrow und Gatwick sowie auf allen Flughäfen in Schottland. Später wurden auch Luftraumsperrungen im gesamten Vereinigten Königreich und Irland sowie in sechs weiteren Staaten verhängt: Belgien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden. Außerdem wurde der Flugverkehr in Nordfinnland zumindest bis 15 Uhr MESZ am Freitag eingestellt. Betroffen sind auch weite Teile Frankreichs und des russischen Luftraumes. Um 23:00 Uhr MESZ stellten auch die beiden Pariser Flughäfen Orly und Charles de Gaulle den Betrieb ein. In Deutschland wurden zunächst die Flughäfen in Berlin, Bremen, Hamburg und Hannover geschlossen, in Düsseldorf wurde der Flugbetrieb am Freitagmorgen nicht aufgenommen.

Am 15. April abends wurde laut einer Meldung der Hessenschau bei der Deutschen Flugsicherung in einer Krisensitzung darüber verhandelt, ob der deutsche Luftraum komplett oder stufenweise gesperrt wird. Inzwischen ist der Luftverkehr mit Ausnahme von Saarbrücken, Stuttgart und München an allen internationalen Flughäfen in Deutschland gestoppt. Diese Flughäfen stellen Starts und Landungen voraussichtlich am Abend ein.

Durch die Sperrung des Luftraumes wurde der Flugverkehr weltweit behindert, tausende von Flügen fielen aus. Bis Freitag morgen wurden viele Langstreckenflüge aus Asien und Amerika, die London als Ziel gehabt hatten, nach Frankfurt umgeleitet. Nach Angaben von Eurocontrol fielen mehr als ein Drittel der täglich rund 28.000 Flüge in Europa aus. „Es ist das erste Mal in der europäischen Luftfahrtgeschichte, dass wir mit einem solchen Phänomen umgehen müssen“, kommentierte einer der Direktoren von Eurocontrol die Situation. Zahlreiche Transatlantikflüge mussten umkehren und in die Vereinigten Staaten oder nach Kanada zurückkehren. Am Freitag werden wohl an die 300 Flüge zwischen Europa und Amerika ausfallen. Vollständig ausgelastet sind Eurostar-Zugverbindungen von und nach London. Am Freitagmorgen wurde auch der Flughafen Frankfurt für alle Starts und Landungen gesperrt. Seit der Anordnung der so genannten Nullsteuerung durften nur noch einige wenige Interkontinentalflüge landen, andere Flugzeuge wurden nach München umgeleitet. Dort droht die Einstellung des Flugverkehrs für den Abend des 16. April.

Die Aschewolke über dem nördlichen Atlantik am 15. April um 13:30 Uhr UTC

Foto: MODIS/NASA

Der Luftraumschließung gingen Warnungen des britischen Met Office für Nordeuropa, die Britischen Inseln und weite Teile Mitteleuropas voraus. Das Met Office ist das von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) beauftragte Zentrum für die Ausgabe von Warnungen vor Vulkanasche. Aufgrund dieser entscheiden die nationalen Flugsicherungsbehörden über die Sperrung des Luftraumes. Die ICAO hat diese Warnzentren eingeführt, weil es in der Vergangenheit zu Problemen gekommen war, als Flugzeuge durch Vulkanasche geflogen waren. 1982 drohte British-Airways-Flug 9 ein Absturz weil Vulkanasche alle vier Turbinen einer Boeing 747 zum Stillstand gebracht hatte. Erst nach einem Höhenverlust von einigen tausend Metern und ausserhalb der Wolke gelang das Wiederanlassen zweier Triebwerke. Ähnliche Probleme hatte eine Maschine der KLM einige Jahre später.

Es ist unklar, wie lange der Ausnahmezustand am europäischen Himmel anhalten wird. Dies ist auch von der Wetterlage abhängig. Bereits wieder aufgenommen werden konnte der Flugverkehr auf den beiden irischen Flughäfen Cork und Shannon – dort ist die Aschewolke bereits abgezogen. Das Bundesverkehrsministerium steht in Kontakt mit den Wetterbehörden der Nachbarländer und Eurocontrol in Maastricht, um eventuell notwendige Schritte zu koordinieren. Die bisher ergriffenen Maßnahmen der Luftsicherungsbehörden gelten zumindest für den Freitag. Die Situation könne jedoch einige Tage oder noch länger anhalten. Von den Flughafenbetreibern wurden teilweise Feldbetten für gestrandete Passagiere aufgestellt.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema Eyjafjallajökull-Eruption 2010

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • welt.de: „Eurocontrol: Riesenaschewolke Premiere für Europa“ (16.04.2010 07:33 MESZ)
  • sueddeutsche.de: „Aschewolke über Deutschland: Nichts geht mehr über den Wolken“ (16.04.2010 08:38 MESZ)
  • newsticker.sueddeutsche.de: „Flugsicherung: Einschränkungen in großen Teilen Deutschlands“ (15.04.2010 20:52 MESZ, aktualisiert 16.04.2010 13:58 MESZ)
  • metoffice.gov.uk: „Karte des Met Office“ (15.04.2010, 12:00 UTC)
  • focus.de: „Deutschlands Luftraum nach Vulkanausbruch noch nicht gesperrt“ (15.04.2010)
  • welt.de: „Vulkanasche stürzt Flugverkehr ins Chaos“ (15.04.2010)
  • GP.se: „Kaos i flygtrafiken“ (15.04.2010, 16:24 MESZ)
  • focus.de: „Deutsche Flughäfen in Schockstarre“ (16.04.2010, 11:33 MESZ)
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March 21, 2010

Vulkanausbruch: Ausnahmezustand auf Island ausgerufen

Vulkanausbruch: Ausnahmezustand auf Island ausgerufen

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Veröffentlicht: 17:30, 21. Mär. 2010 (CET)
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Der Þórsmörk- und Eyjafjallajökull-Gletscher auf Island

Reykjavík (Isand), 21.03.2010 – In der Nähe des Eyjafjallajökull-Gletschers auf Island ist kurz nach Mitternacht ein Vulkan ausgebrochen. Die Behörden des Landes riefen für einige Gemeinden im Süden vorsorglich den Notstand aus. Zeitweilig mussten 700 Bewohner der Ortschaften in der Nähe des Gletschers ihre Wohnungen verlassen. Die Behörden rechneten mit der Möglichkeit von Überschwemmungen durch geschmolzenes Gletschereis. Im Laufe des Tages wurde klar, dass das Zentrum des Vulkanausbruchs nicht unter dem Gletscher, sondern jenseits der Eisgrenze bei dem Ausflugsgebiet Fimmvörduhals lag.

Bei Fljótshlíð soll es Berichten des Radiosenders RUV zufolge zu Ascheregen gekommen sein. Einwohner sollen von gleißenden Lichterscheinungen aus dem Gletscher berichtet haben. Geologen, die den Gletscher im Laufe des Vormittags überflogen, berichteten von einem Riss, der durch die Vulkanaktivitäten unter dem Gletscher entstanden sei. Außerdem wird mit einem bevorstehenden Ausbruch des Vulkans Katla gerechnet.

Der Flugverkehr von und nach Island wurde für mehrere Stunden eingestellt. Der internationale Flughafen Keflavík war von der Schließung des Flugbetriebes ebenso betroffen wie die nationalen Flughäfen Reykjavík und Akureyri. Drei Flugzeuge der Icelandair mussten umdrehen und wurden zu Flughäfen in den USA zurückbeordert, wo sie gestartet waren.

Die Insel Island besteht praktisch aus den Auswürfen von Vulkanen, aus denen sie einst entstanden ist. Größter Vulkan auf der Insel ist Hekla, der zuletzt vor zehn Jahren ausgebrochen war. Der Vulkan unter dem Eyjafjallajökull-Gletscher war zuletzt 1823 ausgebrochen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Naturkatastrophen

Quellen

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February 2, 2009

Sozialdemokratin Jóhanna Sigurðardóttir führt Übergangsregierung in Island

Sozialdemokratin Jóhanna Sigurðardóttir führt Übergangsregierung in Island

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Veröffentlicht: 20:43, 2. Feb. 2009 (CET)
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Jóhanna Sigurðardóttir

Reykjavík (Island), 02.02.2009 – Die bisherige Außen- und ehemalige Sozialministerin Jóhanna Sigurðardóttir übernimmt als erste Frau das Amt des Regierungschefs in Island. Sie gehört der sozialdemokratischen Partei Allianz an und ist 66 Jahre alt. Sie verfügt über große politische Erfahrung, erstmals wurde sie 1978 in das isländische Parlament, das „Althing“, gewählt. Sie übernimmt die Amtsgeschäfte von dem konservativen Ministerpräsidenten Geir Haarde, der am Freitag, 23. Januar, wegen der Folgen der Finanzkrise für Island seinen Rücktritt erklärt hatte. Der politischen Führung des Landes war eine Mitverantwortung dafür gegeben worden, dass Island durch die internationale Finanzkrise an den Rand des Staatsbankrotts getrieben worden war. Die isländische Krone verlor die Hälfte ihres Wertes, wodurch die Preise für viele Waren drastisch stiegen. Viele Bürger verloren außerdem ihre Ersparnisse, und es wird mit steigender Arbeitslosigkeit durch die große Zahl von Konkursen gerechnet. Der Rücktritt Haardes war durch monatelange Massenproteste förmlich erzwungen worden.

Die neue Regierungschefin soll die Amtsgeschäfte jedoch nur bis zu den Neuwahlen führen, die nun für den 25. April dieses Jahres geplant sind. Ursprünglich sollten die Parlamentswahlen erst am 9. Mai stattfinden.

Themenverwandte Artikel

  • Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten (24.01.2009)

Quellen

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January 24, 2009

Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten

Vorgezogene Neuwahlen in Island – Ministerpräsident zurückgetreten

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Veröffentlicht: 21:29, 24. Jan. 2009 (CET)
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Reykjavík (Island), 24.01.2009 – Der wegen der Finanzkrise unter Druck geratene Ministerpräsident von Island, Geir Haarde, gibt sein Amt auf. Das erklärte der konservative Politiker am Freitag. Gleichzeitig kündigte er Neuwahlen an. Als wahrscheinlicher Termin für die vorgezogenen Parlamentswahlen gilt der 9. Mai dieses Jahres. Außerdem werde er, so erklärte Haarde weiter, wegen seiner Krebserkrankung Ende März auch den Parteivorsitz der konservativ-liberalen Unabhängigkeitspartei niederlegen.

Im Zuge der internationalen Finanzkrise waren die drei größten Banken Islands zusammengebrochen. Der Bankenkrach hatte darauf eine Staatskrise ausgelöst. Das Land war hoch verschuldet. Ein Staatsbankrott konnte nur durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der skandinavischen Länder vermieden werden. Die ökonomischen Folgen des Zusammenbruchs des Finanzsystems für Island sind katastrophal. Die Wirtschaft schrumpft in diesem Jahr nach Regierungsschätzungen um 10 Prozent, außerdem wird ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Viele Isländer hatten durch die Bankenkrise ihre Ersparnisse verloren. Wochenlange Massenproteste der Isländer gegen die Regierung waren die Folge. Das Parlament, Ministerien und Parteibüros wurden von den Demonstranten regelrecht belagert. Nachdem sich nun am Mittwoch auch die Außenministerin Ingibjörg Gísladóttir des sozialdemokratischen Koalitionspartners Allianz am Mittwoch für Neuwahlen ausgesprochen hatte, sah Ministerpräsident Haarde wohl keine Alternative zu einem Rücktritt, vermuten politische Beobachter. Am Mittwoch war der Dienstwagen des Ministerpräsidenten mit Eiern und Schneebällen beworfen worden. Kurz nach diesem Vorfall hatte Haarde noch einen Rücktritt ausgeschlossen.

Quellen

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January 24, 2008

Zwei Unternehmen offerieren Online-Analyse des Erbguts – Kritiker warnen vor Risiken

Zwei Unternehmen offerieren Online-Analyse des Erbguts – Kritiker warnen vor Risiken

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Veröffentlicht: 11:42, 25. Jan. 2008 (CET)
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Computergrafik eines Teils eines Erbgutstrangs

Mountain View (Vereinigte Staaten) / Reykjavík (Island), 24.01.2008 – Mit dem amerikanischen Startup „23andMe“ und dem isländischen Unternehmen „Decode Genetics“ bieten seit Anfang November gleich zwei Firmen die Analyse des individuellen Erbguts von Privatkunden an. Während „23andMe“ zunächst nur die Vereinigten Staaten bediente, wurde der Dienst der Isländer unter der Marke „deCODEme“ von Anfang an weltweit angeboten. In beiden Fällen schickt der Kunde eine Speichelprobe an den jeweiligen Anbieter. Laut Linda Avey, Mitgründerin von „23andMe“, ist hierbei die nicht ganz geringe Menge von mindestens zwei Millilitern Speichel notwendig. Die zu entrichtenden Kosten für die Analyse betragen in beiden Fällen rund 1.000 US-Dollar (etwa 680 Euro).

Die eingeschickte Speichelprobe wird dann analysiert, und nach einigen Wochen stehen die Ergebnisse zum Abruf auf der Webseite bereit. Hierbei kann der Kunde ähnlich wie mit einer Suchmaschine sein Erbgut in Eigenregie untersuchen. So kann er zum Beispiel sein persönliches Risiko erfahren, etwa an Darmkrebs oder Diabetes zu erkranken. Die Unternehmen versprechen zudem die Ergänzung weiterer Abfragen, sobald neue Zusammenhänge zwischen bestimmten Genkonstellationen und Krankheiten bekannt würden. Ob bei dem jeweiligen Kunden dann allerdings tatsächlich die durch sein Erbgut prädestiniert erscheinenden Krankheiten auftreten, ist indes nicht gesichert, sondern hängt von vielen weiteren Faktoren ab. Der Gentechnikforscher Craig Venter bezeichnete die Angebote als seriös, sagte aber, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten seien. Wer ein persönliches Risiko für eine Erkrankung entdecke, solle einen Experten zu Rate ziehen.

Bedenken gibt es auch beim Datenschutz: So planen die Anbieter die Weitergabe des analysierten Erbguts an Forschungsinstitute oder Pharmaunternehmen – dies soll allerdings anonymisiert geschehen. Der Berliner Hacker Felix von Leitner wies zudem darauf hin, dass die Frau von Sergey Brin, einem der Gründer der Suchmaschine Google – die auch Finanzier des Startups ist –, an „23andMe“ beteiligt sei. Von Leitner, der Google als „übelste Datenkrake der Welt“ bezeichnete, äußerte Bedenken, dass die Daten womöglich zu einem späteren Zeitpunkt mit anderen von Google erfassten Daten ihrer Nutzer verknüpft werden könnten. Auch der als „Don Alphonso“ bekannte Blogger Rainer Meyer äußerte sich negativ. So kritisierte er, dass dem Unternehmen auf der Konferenz „Digital, Life, Design“ (DLD) eine Plattform zur Vorstellung des Angebots gegeben wurde. Er bezeichnete die Datenschutzgrundsätze des Unternehmens als „windig“, da unter anderem von einer Weitergabe der Gendaten („share“) die Rede sei. Beide Blogger sehen das Risiko, dass Nutzer des Dienstes allzu sorglos mit ihren Gendaten umgehen könnten. Genpionier Venter ist unterdessen schon einen Schritt weiter: Er hat bereits sein komplett analysiertes Erbmaterial frei verfügbar in das Internet eingestellt.

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