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October 12, 2010

Outing von Homosexuellen in Uganda mit Aufruf zum Mord

Outing von Homosexuellen in Uganda mit Aufruf zum Mord

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Veröffentlicht: 23:08, 12. Okt. 2010 (CEST)
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Karte zur Lage von Uganda

Kampala (Uganda), 12.10.2010 – Das ugandische Boulevardmagazin Rolling Stone (keine Verbindung zum gleichnamigen US-Magazin) hat die Bilder von 100 angeblich homosexuellen ugandischen Bürgern, teilweise mit weiteren Informationen, veröffentlicht. Die Kernaussage des Artikels, dass die Homosexuellen hinter den Kindern her wären und getötet werden sollten, wird bereits in der Überschrift „Hang Them; They Are After Our Kids!!“ deutlich und zieht sich durch den ganzen Artikel.

Die Bilder sollen dabei aus Facebook-Profilen stammen, wie ein Blog über Homosexualität in Uganda mitteilt. Der Artikel richtet sich dabei auch gegen Menschen, die Homosexuelle unterstützten oder sogar lediglich neutral über Homosexualität berichteten, wie die Journalistin Katherine Roubos, die für die größte unabhängige Tageszeitung des Landes „Daily Mirror“ einen Artikel über eine Pressekonferenz einer Ugandischen „LGBT“[1] -Organisation schrieb.

Der Artikel kann als Teil einer Kampagne evangelikaler Christen gehen Homosexualität angesehen werden. So wurde bereits versucht, ein Gesetz zu verabschieden, das für Homosexualität die Todesstrafe vorsieht[2]. Einer der Anführer dieser Bewegung ist dabei der Pastor Martin Ssempa, der sich selbst als AIDS-Aktivisten bezeichnet. Ssempa wurde durch ein Video im Internet über die Grenzen Ugandas hinaus bekannt, das bei einer Pressekonferenz aufgenommen wurde, in der er in seiner Funktion als Vorsitzender der „Taskforce against Sodomy“ umringt von weiteren religiösen Führern über Homosexualität und andere Dinge, die er als „Sodomie“ bezeichnet, spricht. Dabei zeigt er pornographische Medien mit homosexuellem Inhalt auf seinem Laptop und bezeichnet dazu Koprophagie als eine typisch schwule Praktik.[3] Er wurde vom Rolling Stone bereits mehrfach interviewt und zitiert und wird auch als Quelle dieses Artikels vermutet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Homosexualität in Uganda“.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Anmerkungen

  1. Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgenders; dt. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle
  2. vgl. Themenverwandte Artikel
  3. Video der Pressekonferenz auf Youtube

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March 30, 2010

US-Polizei verhaftet Mitglieder einer christlichen paramilitärischen Gruppe

US-Polizei verhaftet Mitglieder einer christlichen paramilitärischen Gruppe

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Veröffentlicht: 19:56, 30. Mär. 2010 (CEST)
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Washington D.C. (USA), 30.03.2010 – Mitglieder einer christlichen paramilitärischen Gruppe im US-Bundesstaat Michigan sind wegen Anschlagsplänen gegen Polizisten festgenommen und angeklagt worden. Die acht Männer und eine Frau sollen geplant haben, Sprengstoffattentate mit selbst gebauten Bomben auf Polizisten und Sicherheitsbeamte, sowie deren Angehörige durchzuführen.

Ziel war es, Widerstand gegen den Staat zu leisten. Die Gruppe hatte seit 2008 den Umgang mit Waffen und Sprengstoff trainiert. Auf ihrer Homepage fanden sich Videoaufzeichnungen des Trainings und Bibelzitate. Auch das Motiv fand sich dort: „Wir glauben, dass eines Tages ein Antichrist erscheinen wird, wie es die Prophezeiung sagt. Jesus wollte, dass wir bereit sind, um uns mit dem Schwert zu verteidigen und am Leben zu bleiben, indem wir Hilfsmittel benutzen.“

Evangelikale Christen legen in der Regel weite Teile der Bibel wörtlich aus, darunter auch die Offenbarung des Johannes. Einige vertreten die Auffassung, die Welt befände sich momentan in der dort beschriebenen Endzeit. Die sichtbare Wirklichkeit sei daher Ausdruck eines Kampfes zwischen „dem Guten“ und „dem Bösen“, bei dem es darauf ankäme, sich für die richtige Seite zu entscheiden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Recht in den Vereinigten Staaten

Quellen

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March 18, 2010

Christlich-konservative Neuausrichtung des Lehrplans in Texas

Christlich-konservative Neuausrichtung des Lehrplans in Texas

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Veröffentlicht: 23:05, 18. Mär. 2010 (CET)
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Austin (Texas) (USA), 18.03.2010 – Der staatliche Erziehungsausschuss des Bundesstaates Texas in Austin hat nach erbitterten Debatten eine umfassende Neuausrichtung des Lehrplans beschlossen. Die konservativ-evangelikale Mehrheit im Ausschuss verfolgt damit die Absicht, die republikanische politische Philosophie darzustellen und die Rolle des Christentums in der Geschichte der Vereinigten Staaten in ein positiveres Licht zu rücken.

Zu den konkreten Änderungen in den Fächern Geschichte, Wirtschaft und Soziologie zählt beispielsweise, dass Thomas Jefferson nicht mehr behandelt wird. Jefferson war maßgeblich an der politischen Entwicklung innerhalb der Vereinigten Staaten im 18. und 19. Jahrhundert beteiligt und forderte eine Trennung von Kirche und Staat. Die Streichung des 3. Präsidenten der USA aus dem Lehrplan ist Teil des Versuchs der Gründung der Vereinigten Staaten nicht mehr säkulare, sondern christliche Motive zu unterstellen. Dass „die Verfassung die US-Regierung daran hindert, eine Religion über andere zu stellen“ wird nicht mehr vermittelt. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass Reformator Johannes Calvin behandelt wird und Ronald Reagan eine stärkere Berücksichtigung erfährt. Der Einfluss anderer kultureller Einflüsse dagegen wird deutlich weniger berücksichtigt. So sollen die „gewalttätige Weltanschauungen“ in der schwarzen Emanzipationsbewegung hervorgehoben und Hip-Hop nicht mehr als Beispiel kultureller Entwicklung gewürdigt werden. Der Kapitalismus soll positiver dargestellt werden, indem man ihn beispielsweise zukünftig unter dem Begriff der freien Marktwirtschaft behandelt.

Die Änderungen wurden von der nicht-republikanischen Minderheit und Mitgliedern der Demokratischen Partei stark kritisiert. So sei der Beschluss Geschichtsfälschung im Dienste einer politischen Agenda. Auch wurden bei der Erstellung des Lehrplans keinerlei Fachleute wie Historiker oder Wirtschaftswissenschaftler konsultiert. Die fehlende Fundiertheit zeigt sich auch darin, dass das Buch „Brown bear, brown bear, what do you see?“ vom Lehrplan entfernt wurde, weil der Autor angeblich auch das Buch „Ethischer Marxismus“ geschrieben habe. Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Autoren, die lediglich den selben Namen haben.

Es wird befürchtet, dass die Änderungen weitreichende Folgen für die Schüler in den USA haben. Der Lehrplan beeinflusst die schulische Ausbildung in allen öffentlichen Schulen des Bundesstaates von der ersten Klasse bis zur Highschool. Er dürfte auch einen starken Einfluss auf zukünftige Schulbücher der USA haben, da Texas einer der größten Käufer von Schulbüchern ist.

Der Ausschuss hatte sich in der Vergangenheit mehrfach landesweit dafür eingesetzt, dass kreationistisches Gedankengut Einzug in die Lehrpläne hält.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bildung

Quellen

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March 3, 2010

Ugandisches Parlament berät über Gesetz zur Bestrafung von Homosexualität

Ugandisches Parlament berät über Gesetz zur Bestrafung von Homosexualität

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Veröffentlicht: 15:59, 3. Mär. 2010 (CET)
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Uganda

Proteste in New York City

Kampala (Uganda), 03.03.2010 – Das Parlament des zentralafrikanischen Landes Uganda plant die Verabschiedung eines Gesetzes zum Verbot der Homosexualität. Trotz ständig neuer internationaler Proteste wird es aller Voraussicht nach zur Abstimmung über das umstrittene Gesetz gegen Homosexualität kommen. Dies könnte nur verhindert werden, wenn das Gesetz vom Antragsteller zurückgezogen wird. Dieser ist jedoch entschlossen, das Gesetz durchzusetzen.

Politiker aus mehreren Ländern haben scharf gegen das geplante Gesetz in Uganda protestiert, wobei die deutsche und die schwedische Regierung sogar mit Kürzung der Entwicklungshilfe drohten. Das Europäische Parlament verurteilte den Gesetzesentwurf in einer Resolution. Ebenso protestierten viele Menschenrechtsorganisationen wie zum Beispiel Avaaz.org, die eine Petition starteten.

Der Gesetzentwurf mit dem Titel „Uganda 2009 Anti-Homosexuality Bill“ wurde vom David Bahati, Abgeordneter der regierenden Nationalen Widerstandsbewegung (NRM) und Mitglied der evangelikalen Organisation The Family, in das Parlament eingebracht. Es stieß dort auf breite Zustimmung. Das Gesetz war aus einer Konferenz mit dem Titel „Seminar on Exposing the Homosexual’s Agenda“, zu der auch drei Evangelikale aus den USA erschienen waren, im Frühjahr 2009 hervorgegangen, deren Ziel es nach ihren eigenen Worten ist, „Homosexualität in Uganda auszurotten“.

Das Gesetz sieht schwere Strafen für homosexuelle Handlungen bis hin zur Todesstrafe sowie Strafen für Beihilfe oder Duldung vor. Uganda wäre damit derzeit das einzige Land, in dem außerhalb einer Schari’a-Rechtsprechung auf Homosexualität die Todesstrafe stünde. Allgemein sind Strafen für Homosexualität in Afrika dagegen durchaus üblich. Positive Ausnahme ist lediglich Südafrika, das 1996 als weltweit erster Staat in seiner Verfassung ausdrücklich ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung festschrieb. In 37 von 53 Staaten Afrikas sind dagegen homosexuelle Handlungen verboten, weltweit sogar in 85. Neben islamischen Einflüssen sind es wie in Uganda insbesondere evangelikale Christen, die das politische Klima dahingehend beeinflussen. Für sie ist Homosexualität eine Sünde. Entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse wird Homosexualität oft als „Import aus dem Westen“ und „heilbar“ angesehen.

Einige Abgeordnete haben angedeutet, den Entwurf leicht abzuschwächen und nur noch Gefängnisstrafen vorzusehen. Mit einer Verschärfung der Rechtslage ist aber in jedem Fall zu rechnen, da eine Mehrheit für das Gesetz sicher scheint.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Homosexualität in Uganda“.

Quellen

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