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June 6, 2010

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

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Veröffentlicht: 14:29, 6. Jun. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia), 06.06.2010 – Zehn Seeleute, die seit dem 3. Februar an Bord des unter libyscher Flagge fahrenden Frachters „RIM“ von somalischen Piraten festgehalten wurden, ist es am 2. Juni gelungen, sich selbst zu befreien und die Kontrolle über den 4600-Tonnen-Frachter zurückzugewinnen. Diese Selbstbefreiung ist offenbar nicht ohne Blutvergießen abgelaufen. Wie NAVFOR Atalanta in Brüssel mitteilte, wurden vermutlich mehrere Piraten getötet. Ein Mitglied der Besatzung wurde schwer verletzt. Nach Angaben des rumänischen Außenministeriums wurden zwei Besatzungsmitglieder verletzt, darunter der Rumäne. Er sei in stabilem Zustand. Fünf Piraten wurden getötet, ein sechster konnte sich in einer Kammer einschließen, von wo er telefonisch Hilfe durch andere Piraten anforderte, teilte Abdiaziz Aw Yusuf mit, der die Lokalregierung des Distriktes Garacad führt.

Die spanische Fregatte Victoria, die im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika operiert, eilte an den Ort des Geschehens. Es herrschte zunächst Verwirrung darüber, ob nicht bereits andere Piraten erneut an Bord des Schiffes gelangt waren, doch dann wurde „schnell klar, dass die Besatzung die Kontrolle über das Schiff hatte“. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um andere somalische Piraten daran zu hindern, das Schiff erneut zu kapern. Diese hätten den Versuch nach Warnungen vom Hubschrauber aus aufgegeben. Warnschüsse seien jedoch nicht abgegeben worden. Der Zwischenfall ereignete sich vor Garacad an der Nordküste Somalias, teilte NAVFOR mit. Außerdem leisteten die spanischen Soldaten erste Hilfe.

Die Piraten hatten für das im Golf von Aden vor der Küste Jemens gekidnappte Schiff ein Lösegeld von drei Millionen US-Dollar verlangt. Das Schiff gehört der libyschen Reederei White Sea Shipping, fährt jedoch unter nordkoreanischer Flagge. An Bord des Schiffes waren neun Syrer und ein Rumäne. Über die Ladung ist nichts bekannt.

Kurz zuvor haben schwerbewaffnete Piraten im Golf von Aden den unter panamesischer Flagge fahrenden 15.000-Tonnen-Frachter „QSM Dubai“ mit 24 Besatzungsmitgliedern geentert. An Bord des aus Brasilien kommenden Schiffes waren 24 Besatzungsmitglieder aus Ägypten, Bangladesch, Ghana und Pakistan. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Kaperung innerhalb des „international empfohlenen Transitkorridors“, teilte NAVFOR mit. Auch diese Entführung endete blutig. Als Soldaten Puntlands das Schiff stürmten, kam es zu einem Kampf. Zwar konnten sieben Piraten festgenommen werden, doch der Kapitän des Schiffes wurde nach Angaben von Mohamed Raage, dem Minister Puntlands für Häfen und den Seeverkehr, von den Piraten getötet.

Derzeit befinden sich mindestens zwanzig Schiffe in der Gewalt von somalischen Piraten. Die Piraterie vor der Küste Somalias ist zu einer Gefahr für die Schifffahrt geworden. Somalische Piraten erpressen von den Eignern der Schiffe hohe Lösegelder. Aus diesem Grund operiert eine internationale Flotte im Indischen Ozean, um die Schifffahrt zu sichern. Nach den Angaben des International Maritime Bureau (IMB) wurden im ersten Quartal 2010 nur noch 67 Zwischenfälle von Piraterie verzeichnet. Das ist ein Rückgang von 34 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, als 102 Fälle von Piraterie gemeldet wurden.

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April 8, 2010

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

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Veröffentlicht: 22:30, 8. Apr. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia) / Nairobi (Kenia) / Den Haag (Niederlande), 08.04.2010 – Somalische Piraten haben am 7. April gegen 15:15 Uhr UTC (17:15 MESZ) vor der Küste Kenias ein türkisches Containerschiff unter ihre Kontrolle gebracht. Die „Yasin C“ habe sich zum Zeitpunkt ihrer Entführung rund 250 Seemeilen (etwa 460 km) östlich ihres Bestimmungshafens Mombasa befunden, teilte der Sprecher der Operation Atalanta, Hauptmann John Harbour, der Presse mit. An Bord des Schiffes befinden sich 25 Seeleute.

Andrew Mwangura vom „East African Seafarers′ Assistance Programme“ teilte der Presse mit, dass der südkoreanische Öltanker Samho Dream, dessen Ladungswert auf knapp 170 Millionen US-Dollar geschätzt wird, inzwischen in somalischen Gewässern angelangt sei. Mwangura teilte auch mit, dass drei indische Schiffe, die bislang in der Gewalt von Piraten waren, freigegeben worden seien. Als Grund führt Mwangura an, dass diesen Schiffen der Treibstoff ausgegangen sei.

Die russische Regierung äußerte Kritik an der laxen rechtlichen Verfolgung der Piraten. Aufgrund von zu gutmütigen Gesetzen in zahlreichen Staaten, die sich an der international maritimen Taskforce beteiligten und wegen der Schwierigkeiten bei der juristischen Aufarbeitung der Piraterie in den Staaten der Region, erwartet der Kreml ein Anwachsen der Piraterie am Horn von Afrika. „Das Problem ist weiterhin vorhanden, und in gewisser Weise nimmt es zu“, sagte der Botschafter Russlands bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrates hinter verschlossenen Türen. „Wir denken, dass eines der schwachen Glieder in der ganzen Angelegenheit die juristische Verfahrensweise ist.“

Rear Admiral Peter Hudson, der die „Operation Atalanta“ befehligt, räumte ein, dass festgenommene Piraten wieder freigelassen werden müssten, weil sich niemand finde, diese anzuklagen. Tschurkin sagte, die russische Regierung sei über diese Entwicklung „besorgt“. Russland erwägt deswegen, die Einrichtung eines Sondertribunals zur Verurteilung von Piraten vorzuschlagen.

Am 1. April hatte die Regierung Kenias bekannt gegeben, keine von der internationalen Seestreitkraft festgenommenen Piraten mehr vor Gericht zu stellen und zu verurteilen, weil die internationale Gemeinschaft ihren Versprechungen nicht nachgekommen sei, sich an den Kosten für die Gerichtsverfahren und die Unterbringung der Verurteilten zu beteiligen. Derzeit sind mehr als 100 somalische Piraten in Kenia inhaftiert.

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April 6, 2010

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

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Veröffentlicht: 19:37, 6. Apr. 2010 (CEST)
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Den Haag (Niederlande) / Seoul (Südkorea) / Mogadischu (Somalia), 06.04.2010 – Die niederländische Marine hat mit einer Kommandoaktion das unter deutsche Flagge fahrende Schiff „MS Taipan“ befreit. Somalische Piraten hatten das Schiff am Morgen des Ostermontags etwa 800 Kilometer vor der Küste gekapert. Das Schiff war auf dem Weg von Mombasa nach Dschibuti. Zunächst hatte ein Hubschrauber die Brücke des Containerschiffes beschossen, dann hätten sich Elitesoldaten abgeseilt, informierte das niederländische Verteidigungsministerium. An der Befreiuungsaktion, in deren Verlauf zehn Piraten festgenommen wurden, war die niederländische Fregatte „Tromp′s Lynx“ beteiligt. Ein niederländischer Soldat wurde bei einem Schusswechsel mit den Piraten verletzt.

Die 15 Besatzungsmitglieder des Schiffes – unter ihnen zwei Deutsche – hatten unmittelbar bevor die Piraten die Kontrolle über das Schiff übernommen hatten die Maschinen des Schiffes abgestellt, sodass es nicht mehr manövrierfähig war. Dann hatten sie sich verschanzt. Sie blieben bei der Befreiungsaktion unverletzt. Das Schiff konnte anschließend seine Fahrt fortsetzen.

Am Mittag des 5. April hatte der dänische Tanker „Torm Ragnhild“ im Golf von Aden einen Notruf abgesendet, als das Schiff von Piraten bedrängt wurden. Die Piraten wurden von einem französischen Flugzeug in die Flucht geschlagen. Sie kehrten zu ihrem Mutterschiff zurück, der unter indischer Flagge fahrenden Dhau „Safina Al-Gayatri“. Dieses Schiff wurde von einer türkischen Fregatte bis an die Küste verfolgt, wo die Piraten das Schiff verließen.

Nicht vereiteln konnte die internationale Seestreitkraft die Kaperung des südkoreanischen Tankers „Samho Dream“, etwa 1100 Kilometer von der Küste Somalias entfernt und damit rund 550 Kilometer außerhalb des Patrouillengebietes der Operation Atalanta. Der 300.000-Tonnen-Tanker war auf dem Weg vom Irak in die Vereinigten Staaten. An Bord befinden sich fünf südkoreanische und 19 philippinische Besatzungsmitglieder. Presseberichten zufolge hat ein südkoreanisches Kriegsschiff die Verfolgung des Schiffes aufgenommen. Es gehöre aber nicht zu den Befehlen an den Zerstörer, das Schiff abzufangen. Nach Andeutungen des Sprechers von Valero Energy, dem Eigentümer des an Bord befindlichen Rohöls, könnte der Wert der Ladung eines Öltankers dieser Größe etwa 170 Millionen US-Dollar betragen.

In den letzten Wochen war es zu einem Anstieg von Piratenüberfällen am Horn von Afrika gekommen. Nach Angaben der internationalen maritimen Taskforce ist dies auf die Wettersituation im Indischen Ozean zurückzuführen, da die See sich im April und Mai beruhigt.

Quellen

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March 25, 2010

Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

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Veröffentlicht: 11:16, 25. Mär. 2010 (CET)
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Die Abbildung zeigt das Horn von Afrika mit Piratenangriffen des Jahres 2008.

Grafik: US Africa Command

Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Bei dem Versuch, das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff MV Almezaan zu entern, wurde ein Pirat durch einen sich an Bord befindlichen Wachmann erschossen. Dies bestätigte Hauptmann John Harbour, ein Sprecher der multinationalen Militärmission der Europäischen Union EU NAVFOR, besser bekannt als Operation Atalanta. Piraten hatten sich demnach zweimal dem Schiff genähert. Bei der zweiten Annäherung ist es zu einem Schusswechsel zwischen Wachleuten und den Piraten gekommen.

„Normalerweise feuern die privaten Sicherheitsfirmen Warnschüsse ab,“ erklärte Harbour. Dies langt üblicherweise, um die Piraten zu vertreiben, doch dieses Mal hätten sich die Piraten ein zweites Mal genähert und das Feuer eröffnet. Die Wachleute hätten zurückgeschossen und hätten die Piraten dadurch in die Flucht geschlagen. Die spanische Fregatte Navarra eilte an den Ort des Geschehens. Von einem Hubschrauber aus wurden zwei Boote und ein „Mutterschiff“ gesichtet. Die flüchtenden Piraten wurden daraufhin gestellt. Sechs Piraten wurden festgenommen, ein siebter wurde tot aufgefunden. Das „Mutterschiff“ wurde anschließend durch die spanische Fregatte versenkt.

Der Zwischenfall stärkt Befürchtungen, dass die Anwesenheit bewaffneter Wachmannschaften auf den Schiffen und die immer stärkere Bewaffnung der Piraten die Gefahrlichkeit der Gewässer am Horn von Afrika weiter erhöhen könne. Darauf haben mehrere Organisationen hingewiesen, darunter das International Maritime Bureau. Zwar sei schon bei einigen Piratenübergriffen Seeleute getötet worden, aber bislang sei nur ein einziger Fall bekannt, bei dem ein Seemann exekutiert wurde.

Der Direktor der Anti-Piraterie-Initiative des Büros für Drogen und Verbrechen der Vereinten Nationen, Alan Cole, wies darauf hin, dass vermutlich hunderte von Piraten auf See geblieben sind. Die meisten von ihnen seien verdurstet, weil ihnen der Treibstoff ausging und sie mit ihren Schnellbooten das Land nicht mehr erreichen konnten. Nach Angaben von Harbour wurden in den letzten zwölf Monaten etwa ein Dutzend Piraten von der Marineeinheiten der im Seegebiet operierenden Staaten getötet, die Involvierung eines privaten Wachmanns in die Tötung eines Piraten ist jedoch allem Anschein nach ein Novum.

Zwar wurden im Rahmen der Operation Atalanta in den vergangenen drei Wochen 17 Piratenüberfälle vereitelt, dennoch ist die Piraterie in den Seegewässern am Horn von Afrika durch die internationale Präsenz nicht zurückgegangen. Am 23. März wurde das ostwärts fahrende türkische Schiff Frigia mit 19 Seeleuten an Bord rund 1.800 Kilometer östlich der somalischen Küste, weit außerhalb des Operationsgebietes der europäischen Marineeinheiten, gekapert und auf einen anderen Kurs gebracht. Es sei nun auf dem Weg nach Haradheere, erklärte ein Pirat, der seinen Namen mit Ali angab, in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der Küste Omans brachten Piraten das auf Bermuda registriertes Schiff Talca unter ihre Kontrolle. Im Jahr 2009 kaperten somalische Piraten insgesamt 47 Schiffe und verlangten Lösegeld. Nach Expertenmeinung lässt sich die Problematik nur wirksam beseitigen, wenn die staatlichen Strukturen Somalias wiederhergestellt werden.

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Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

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Veröffentlicht: 19:39, 25. Mär. 2010 (CET)
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Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Die von der spanischen Fregatte Navarra festgenommenen Piraten sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Angaben von Hauptmann John Harbour, einem Sprecher der EU-Operation Atalanta, soll dies notwendig geworden sein, da sowohl der Kapitän des angegriffenen Schiffes MV Almezaan als auch die am Schusswechsel beteiligte private Wachmannschaft keine Aussage machen wollen.

Bei dem Angriff am 23. März 2010 war ein Pirat bei einem Schusswechsel mit der Wachmannschaft getötet worden. Dies ist der erste bekannt gewordene Fall dieser Art.

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