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July 5, 2010

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

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Veröffentlicht: 12:16, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Bloemfontein / Polokwane / Durban (Südafrika), 05.07.2010 – Die letzte Runde der Gruppenspiele hat begonnen. In der Gruppe besiegelte das 2:1 des Gastgebers Südafrika gegen Frankreich zwar das Ende der „Bleus“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, bedeutete allerdings auch das Ausscheiden des Gastgebers aufgrund des gegenüber Mexiko schlechteren Torverhältnisses. Mexiko unterlag im letzten Gruppenspiel Uruguay mit 1:0. In der Gruppe B blieb Argentinien weiterhin ohne Punktverlust und siegte gegen Griechenland mit 2:0. Das Spiel zwischen Südkorea und Nigeria endete unentschieden. Ins Achtelfinale zogen Argentinien und Südkorea ein.

Frankreich – Südafrika
1:2 (0:2)

Die Ausgangslage der Franzosen und der Südafrikaner vor dem letzten Gruppenspiel war praktisch gleich: ein eigener hoher Sieg musste her, und das Spiel Mexiko gegen Uruguay durfte nicht unentschieden enden. Dementsprechend gespannt waren die 39.415 Zuschauer im Free-State-Stadion von Bloemfontein, die das von Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien geleitete Spiel verfolgten. Der Schiedsrichter vergab eine Gelbe Karte für einen französischen Spieler und stellte in der 26. Minute den Franzosen Yoann Gourcuff nach einer Ellenbogeneinlage wegen wiederholten Foulspiels vom Platz, wobei dieser Platzverweis eine harte Entscheidung war und zum Gesamtbild der Schiedsrichterleistungen bei dieser Weltmeisterschaft passte.

Die Franzosen bestätigten auch auf dem Platz den miserablen Eindruck, den die Truppe bei dieser Weltmeisterschaft hinterlassen hatte. Genauso miserabel war die Torhüterleistung, die zum Führungstor für die Südafrikaner führte. Einen von Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala ausgeführten Eckball in der 20. Minute schätzte Torhüter Hugo Lloris falsch ein, weshalb er viel zu niedrig war, um den Ball abzuwehren. Der flog direkt auf Abwehrspieler Bongani Khumalo, der den Ball mühelos mit Schulter und Kopf ins Tor schob. Das französische Team war ohne den vom Verband suspendierten Patrice Evra aufgelaufen, doch agierte es desorientiert, sodass das 2:0 in der 37. Minute durch den frei vor dem leeren französischen Tor stehenden Angreifer Katlego Mphela kaum überraschte.

Nach der Halbzeitpause hatte Mhela in der 58. und in der 62. Minute zwei Großchancen auf weitere Tore – hätte er sie beide verwerten können, wäre Südafrika dank der besseren Tordifferenz zu diesem Zeitpunkt weitergekommen. Carlos Alberto Parreira, der das südafrikanische Team trainierte, nahm in der 65. Minute Bernard Parker vom Platz und brachte Siyabonga Nomvethe. Doch in der 70. Minute beendete der von Trainer Raymond Domenech erst zur Pause eingewechselte Florent Malouda die südafrikanischen Hoffnungen, als er bei einem französischen Konter ein Zuspiel von Bayernspieler Franck Ribéry ins Tor lenkte.

Die Südafrikaner benötigten nun drei weitere Tore, glaubten wohl selbst nicht mehr daran, das Ergebnis ausreichend verbessern zu können, zumal im parallel laufenden Spiel Uruguay gegen Mexiko Uruguay sich nicht deutlich gegen die Nordamerikaner durchsetzen konnte. Es blieb beim 2:1 und damit beim Ausscheiden der Gastgeber in der Vorrunde – zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Franzosen schlossen mit der zweiten Niederlage im dritten Gruppenspiel und einem schmeichelhaften Unentschieden ohne Tore gegen Uruguay eine für die „Équipe Tricolore“ blamable Fußballweltmeisterschaft ab, in der das Team vor allem die Unterstützung durch die Anhänger der Mannschaft verloren hat.

Abschlusstabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Uruguay Uruguay 4:0 7
2 Mexiko Mexiko 3:2 4
3 Südafrika Südafrika 3:5 4
4 Frankreich Frankreich 1:4 1
Mexiko – Uruguay
0:1 (0:1)

Ein Unentschieden hätte für beide Mannschaften gereicht, um das Achtelfinale zu erreichen. Schließlich setzten sich die Südamerikaner knapp gegen Mexiko durch. Mexiko reichte die Niederlage dennoch für ein Weiterkommen, da die Nordamerikaner ein besseres Torverhältnis aufweisen konnten, als die Gastgeber aus Südafrika, die zeitgleich gegen die Franzosen siegten. Die vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitete Begegnung, in der es zwei Gelbe Karten für Spieler aus Mexiko und eine für einen Uruguayer gab, verfolgten im Royal-Bafokeng-Stadion in Rustenburg 33.425 Zuschauer.

Auch wenn das Spiel Mexiko – Uruguay mit dem gleichen Ergebnis endete wie bei der Weltmeisterschaft 1982 beim als Nichtangriffspakts von Gijón in die WM-Geschichte eingegangenen Spiel zwischen Österreich und Deutschland, war es kein Hin- und Hergeschiebe des Balles im Mittelfeld. Eigentlich hätte beiden Mannschaften ein Unentschieden gereicht, doch drängten beide Mannschaften auf den Gruppensieg, wollte man doch nicht im Achtelfinale auf Argentinien treffen, dem sicheren Gruppensieger in der Gruppe B – an einen Sieg Griechenlands gegen Argentinien glaubte wohl niemand.

Die erste Tormöglichkeit hatte nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff der momentan vereinslose Guillermo Franco, der es mit einem Fernschuss aus 30 Metern versuchte. Ähnlich erfolglos war auf der Gegenseite der bei Benfica Lissabonn spielende Maximiliano Pereira. Nach einem schweren Patzer des mexikanischen Abwehrspielers Héctor Moreno gelangte in der sechsten Minute Luis Suárez an den Ball, schoss halbrechts freistehend jedoch am Tor vorbei. In der 18. Minute ging der Kopfball des in Chile spielenden Mauricio Victorino über das Tor der Mexikaner. Drei Minuten später konnte Mittelfeldspieler Álvaro Pereira eine Chance der Südamerikaner nicht nutzen. Kurz darauf, in der 22. Minute, setzte der in der spanischen Liga spielende Mexikaner Andrés Guardado seinen Schuss aus 25 Metern Torentfernung nur an die Unterlatte.

Nach dem 1:0 durch Südafrika im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Frankreich wählten beide Mannschaften ein vorsichtigeres Vorgehen, das noch vorsichtiger wurde, als der zweite Treffer der Südafrikaner bekannt wurde. Zwei Minuten vor der Pause konnte Suárez eine Hereingabe des bei US Palermo spielenden Edinson Cavani aus sechs Metern mit dem Kopf ins Tor befördern. Es stand 1:0 für Uruguay und anbetracht des Spielstandes im Fernduell mit Südafrika konzentrierten sich die Mexikaner nach dem Seitenwechsel darauf, einen weiteren Torerfolg der Südamerikaner zu vermeiden. Mexikos Trainer Javier Aguirre brachte mit Angreifer Pablo Barrera in der 46. Minute einen weiteren Angreifer. Das 2:0 für Uruguay hatte der bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag stehende Abwehrspieler und Mannschaftskapitän der Uruguayer Diego Lugano auf dem Kopf, doch Mexikos Schlussmann Óscar Pérez reagierte in der 54. Minute hervorragend. Barrera wechselte in der 57. Minute Mittelfeldspieler Israel Castro für Abwehrspieler Héctor Moreno ein und ersetzte in der 63. Minute Angreifer Cuauhtémoc Blanco durch den bei Manchester United unter Vertrag stehenden Javier Hernández Balcazar und verstärkte so die Offensive der Mexikaner, die nun einen Ausgleich wollten. Abwehrspieler Francisco Rodríguez hatte in der 64. Minute die Möglichkeit, zum Ausgleich einzuköpfen, doch der Ball flog am Tor vorbei. Die weiteren Bemühungen der Nordamerikaner scheiterten am uruguayischen Torwart Fernando Muslera, dessen Bilanz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika weiterhin kein Gegentor aufzuweisen hat.

Erst der Ehrentreffer Frankreichs beim Spiel gegen Südafrika in der 70. Minute beruhigte beide Mannschaften, sodass es kaum noch zu ernsthaften Aktionen kam. Mexiko zog dank der besseren Tordifferenz gegenüber Südafrika als Gruppenzweiter ins Achtelfinale gegen Argentinien ein und Uruguay erreichte das Achtelfinale als Gruppenerster und damit das Spiel gegen den Gruppenzweiten der Gruppe B, Südkorea. Die Südamerikaner hatten zuletzt 1990 die Gruppenphase überstanden, den Mexikanern war dies zum fünften Mal hintereinander gelungen.

Griechenland – Argentinien
0:2 (0:0)

Im Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane sahen 38.891 Zuschauer die vom usbekischen Schiedsrichter Ravshan Ermatov geleitete Partie. Dieser zeigte jeweils einem Spieler beider Mannschaften die Gelbe Karte. Argentinien stand bereits vor der Begegnung als Achtelfinalteilnehmer fest. Griechenland hätte für ein Weiterkommen gewinnen müssen und wäre darauf angewiesen gewesen, dass Nigeria im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Südkorea nicht verloren hätte. „Ich hatte mir erhofft, dass meine Spieler mehr in die Offensive gehen, den Auftrag dazu hatten sie“, sagte Griechenlands Trainer Otto Rehhagel nach dem Spiel. Rehhagel wies Spekulationen über seine sportliche Zukunft zurück. Co-Trainer Giannis Topalidis resignierte von seinem Posten.

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hatte gegenüber dem zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea auf sieben Positionen verändert. Gonzalo Higuaín saß zunächst auf der Ersatzbank, auf seiner Position spielte Diego Milito, der doppelte Torschütze im Finalspiel der Champions League, bei dem Inter Mailand den deutschen Rekordmeister Bayern München besiegt hatte. Als Kapitän lief Lionel Messi auf. Gegen die defensiv gestaffelte griechische Abwehr tat sich Argentinien zunächst schwer. Das erste ernsthafte Vordringen Messis in Richtung griechisches Tor wurde in der zehnten Minute an der Strafraumgrenze beendet. Die erste argentinische Torchance hatte Sergio Agüero in der 18. Minute, doch sein Schuss wurde von Schlussmann Alexandros Tzorvas pariert. Ein Distanzschuss aus 30 Metern von Juan Sebastián Verón in der folgenden Spielminute konnte der griechische Torhüter noch über die Latte hinwegfausten. Die erste Torchance hatte Griechenland nach rund einer halben Stunde Spielzeit, doch Georgios Samaras erreichte das Zuspiel nicht mehr. Kurz darauf blockte Loukas Vyntra einen Schussversuch von Agüero. In der Nachspielzeit vor der Pause war Torhüter Tzorvas zweimal gefragt, als er Chancen des bei Liverpool spielenden Maxi Rodríguez und Messis zunichte machte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich der Spielverlauf wenig. Messi wurde stets von mehreren griechischen Spielern angegriffen, sobald er in Ballbesitz war. Als ihm kurz nach Beginn der Halbzeit der Ball abgeluchst wurde, folgte ein weiter Pass auf Samaras, der auf das argentinische Tor zu lief, wobei Martin Demichelis nicht gut aussah. Samaras sah sich nur noch Nicolás Burdisso und Schlussmann Sergio Romero gegenüber. Sein erster Schussversuch wurde von Burdisso abgewehrt, den Nachschuss aus zehn Metern setzte Samaras knapp am Tor vorbei. Nach dem 2:1-Führungstreffer für Südkorea im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Nigeria musste Rehhagel seine Taktik ändern. Er wechselte Christos Patsatzoglu und Sotirios Ninis ein, Vassilis Torosidis und Konstantinos Katsouranis verließen das Spielfeld. Doch die Argentinier spielten spielbestimmend. Tzorvas parierte einen Schuss von Messi und blieb zunächst liegen, als er sich in einen hart geschossenen Ball von Bolatti geworfen hatte. Beinahe zu einem Eigentor kam es kurz darauf, als Tzorvas den Ball vom Tor wegbefördern wollte, dieser jedoch das Bein von Evangelos Moras traf und von da nur knapp am Pfosten vorbei ins Toraus trudelte.

Schließlich kam es doch zum 1:0 durch die Argentinier, als Demichelis nach einer Ecke mit seinem Kopfball Mitspieler Diego Milito traf und dann im Nachschuss aus vier Metern zum Führungstreffer unter das Gebälk einschoss. Die Argentinier spielten weiter offensiv, besonders Messi bemühte sich um sein erstes Tor im Turnier. Sein Linksschuss in den 87. Minute ging an den Pfosten, zwei Minuten später wehrte Tzorvas seinen Versuch von der Strafraumgrenze ab, doch Stürmer Martin Palermo schob den Abpraller dann ins Tor zum Endstand von 2:0. Die griechischen Bemühungen blieben trotz vieler Schüsse auf das Tor der Südamerikaner in den letzten Spielsekunden erfolglos. Griechenland musste sich mit dem dritten Tabellenplatz zufriedengeben und schied aus.

Abschlusstabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 7:1 9
2 Südkorea Südkorea 5:6 4
3 Griechenland Griechenland 2:5 3
4 Nigeria Nigeria 3:5 1
Nigeria – Südkorea
2:2 (1:1)

61.874 Zuschauer im Moses-Mabhida-Stadion in Durban verfolgten die vom portugiesischen Schiedsrichter Olegário Benquerença gepfiffene Partie. Diese verteilte vier Gelbe Karten, drei für das Team aus Westafrika und eine für einen südkoreanischen Spieler. Südkorea konnte sein Weiterkommen aus eigener Kraft sicherstellen, indem man die Partie gewonnen hätte, doch auch ein Unentschieden oder eine niedrige Niederlage hätte den Ostasiaten den zweiten Tabellenplatz erhalten. Nigeria hingegen musste unbedingt gewinnen, um ein Ausscheiden abzuwenden, ein Unentschieden hätten Griechenlands Team den zweiten Tabellenplatz überlassen.

Lars Lagerbäck, der schwedische Trainer der „Super Eagles“ ließ sein Team auf vier Positionen verändert auflaufen. Statt des gesperrten Sani Kaita spielte im Mittelfeld der bei Dynamo Kiew unter Vertrag stehende Ayila Yussuf. Die Nigerianer starteten doch mit vielen Fehlern in das Spiel, die Südkoreaner dominierten in der Anfangsphase und das Führungstor durch Kalu Uche in der zwölften Minute nach einem Hereinspiel von Chidi Odiah viel eher überraschend. Die Chance auf eine Erhöhung des Spielstandes auf 2:0 vergab Uche in der 36. Minute bei seinem Pfostenschuss aus 22 Metern Torentfernung. Zwei Minuten später brachte eine Standardsituation nach einem Foul des Hoffenheimers Chinedu Obasi den Ausgleich für Südkorea. Nach dem Freistoß von Ki Sung-yong konnte Lee Jung-soo den Ball ins Tor befördern.

Nach der Pause blieben die Südkoreaner offensiv und machten das Spiel. In der 49. Minute erzielte Park Chu-young das Führungstor mit einem direkten Freistoß, der unten rechts ins Tor flog. Geschlagen gaben sich die Nigerianer allerdings nicht. Trainer Lagerbäck brachte in der 59. Minute den bei Wolfsburg spielenden Stürmer Obafemi Martins statt des Mittelfeldspielers Nwankwo Kanu und in der 60. und 65. Minute vergab der in der englischen Liga beim FC Everton unter Vertrag stehende Yakubu Aiyegbeni zwei Großchancen, wobei ihm vor allem das Verfehlen des leeren Tores aus drei Metern Entfernung bitter in Erinnerung bleiben dürfte. In der 68. Minute erzielte er den Ausgleichstreffer durch einen Elfmeter, nachdem Obasi im Strafraum gefoult wurde. Die Schlussphase entwickelte sich für Südkorea nochmals zu einer Zitterpartie mit mehreren guten Möglichkeiten für Nigeria, das Spiel für sich entscheiden und damit ins Achtelfinale einziehen zu können. Herauszuheben wäre hier vor allem das Scheitern von Martins in der 80. Minute, als dieser allein vor dem südkoreanischen Schlussmann Jung Sung-ryong stehend eine sichere Torchance nicht verwandeln konnte.

Südkorea erreichte nach der 2002 gemeinsam mit Japan ausgetragenen Weltmeisterschaft zum zweiten Mal das Achtelfinale einer Weltmeisterschaftsendrunde und hatte sich damit auf die Begegnung mit dem zweimaligen Weltmeister Uruguay vorzubereiten.

Und Frankreichs Fußballzukunft?

Ihm dürfte das Lachen vergangen sein: der scheidende Trainer Raymond Domenech

Archivbild: Safia Otokoré

Das Niederlage der französischen Nationalmannschaft gegen die Underdogs aus Südafrika hat in Frankreich Entsetzen und Verärgerung ausgelöst. Der Präsident des französischen Fußballverbandes FFF Jean-Pierre Escalettes beurteilte das Abschneiden der „Équipe Tricolore“ als „bitter“, da die Mannschaft nur einen von neun möglichen Punkten geholt habe, aber vor allem „[d]er Trainingsstreik war eine Schande, die mir noch mehr wehgetan hat als die heutige Niederlage“, sagte Escalettes. Der ehemalige langjährige Nationaltorhüter Fabien Barthez machte direkt die Vorfälle während der Weltmeisterschaft für das schlechte Abschneiden der Franzosen verantwortlich, das Ergebnis sei dementsprechend „normal“. „Diese Leute haben unser Trikot besudelt“ schimpfte der frühere Abwehrspieler Bixente Lizarazu und verlangte, dass sich die „vernünftigen Spieler“ des Teams von den fünf oder sechs Quertreibern distanzieren.

Der Nachfolger: Laurent Blanc, „le Président“, hat keine leichte Aufgabe vor sich.

Archivbild: Valentin Trijoulet

Dass Trainer Raymond Domenech nach der Weltmeisterschaft aus dem Amt scheiden würde, war bereits vor dem Turnier klar. Den Scherbenhaufen kitten muss nun der Nachfolger Domenechs. Und das fängt mit Bayern-Stürmer Franck Ribéry an, der Presseberichten zufolge immer wieder gegen den Yoann Gourcuff gestichelt haben soll, der bei Girondins Bordeaux spielt und den er diesen Berichten zufolge beneiden soll. Dass Ribéry französischen Journalisten den Stinkefinger zeigte und im April 2010 dessen Treffen mit der im Frühjahr 2009 siebzehnjährigen Prostituierten Zahia D. aufflogen, trägt nicht zur Besänftigung der Öffentlichkeit bei. Überhaupt stand der Start der Franzosen infolge der verkorksten Qualifikation, die man nur aufgrund des Handspieltores von Henri überhaupt schaffte, unter einem schlechten Stern. Selbst die meisten Franzosen hielten in einer Umfrage einen Verzicht der „Bleus“ auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für sinnvoll.

Und die Verantwortung fällt auch dem scheidenden Trainer Domenech zu, der auch Mannschaftskapitän Patrice Evra auf der Bank sitzen ließ. „Es wird in dieser Woche eine Pressekonferenz geben, so schnell wie möglich, weil die Franzosen die Wahrheit wissen sollen. Wir wollten keine Rechnungen begleichen, sondern uns beim französischen Volk entschuldigen. Aber diese Entschuldigung hat mir unser Trainer verboten“, erklärte Evra inzwischen. Domenech, der von Presse und Anhängern als arrogant bezeichnet wurde, hat sich mit der schlechtmöglichsten Leistung aus dem französischen Nationalteam verabschiedet. Bezeichnend auch sein Verhalten nach dem Spiel: er gab seinem Counterpart Carlos Alberto Parreira, dem brasilianischen Trainer der Südafrikaner, nicht die Hand. Amtsnachfolger Laurent Blanc wird viel zu tun haben.

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June 23, 2010

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

Fußball-WM: Frankreich unterliegt Mexiko, auch Nigeria patzt

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Veröffentlicht: 15:39, 23. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Johannesburg / Polokwane (Südafrika), 23.06.2010 – Durch einen Sieg gegen Nigeria hat sich die von Otto Rehhagel trainierte griechische Mannschaft die Chance auf das Achtelfinale gewahrt. Frankreich unterliegt überraschend gegen Mexiko und kann nur auf ein Wunder hoffen, um das Aus in der Gruppenphase zu vermeiden. Argentinien siegte souverän gegen Südkorea.

Griechenland – Nigeria
2:1 (1:1)

Zwar waren die Afrikaner in der 16. Minute durch einen von Ikechukwu Uche getretenen Freistoß in Führung gegangen, doch kurz vor der Pause konnte Griechenland ausgleichen. Schließlich sahen die 31.593 im Free-State-Stadion von Bloemfontein in der 71. Minute den Siegtreffer für die Griechen. Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien gab vier Gelbe Karten – drei für griechische Spieler, eine für einen Nigerianer – und eine Rote Karte für den Nigerianer Sani Kaita wegen Tätlichkeit.

Otto Rehhagels Mannschaftsaufstellung ließ ein defensives Spiel erwarten, während Lars Lagerbäck, der Trainer der nigerianischen Mannschaft ein offensiv platziertes Team ins Spiel schickte. Beide Mannschaften starteten nervös in das Spiel, es kam zu vielen Fehlpässen. In der 16 Minute kam es unerwartet zu dem Freistoßtor, als Torhüter Alexandros Tzorvas am Ball vorbeisegelte. Das Gegentor rüttelte die Griechen jedoch nicht wach, sie spielten weiter defensiv, als ob ihnen an einem Sieg nichts läge. Die Nigerianer hatten die Griechen in der Folgezeit unter Kontrolle, bis es nach einer harmlosen Rempelei zu einer Situation kommt, in der Schiedsrichter Ruiz rot ziehen musste. Kaita trat nach Vassilis Torosidis und flog dafür vom Platz und die Nigerianer mussten das Spiel zu zehnt fortsetzen. Otto Rehhagel brachte daraufhin mit Georgios Samaras einen weiteren Stürmer.

Vorläufige Tabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 5:1 6
2 Südkorea Südkorea 3:4 3
3 Griechenland Griechenland 2:3 3
4 Nigeria Nigeria 1:3 0

In der Schlussphase der ersten Halbzeit standen die Nigerianer dann unter Druck. In der 39. Minute konnte Nigerias Torhüter Vincent Enyeama gerade noch abwehren, in der 41. Minute rettete Lukman Haruna auf der Torlinie. Doch in der 44. Minute fiel der Ausgleich, als Haruna weniger glücklich dastand und Dimitrios Salpingidis′ Schuss von der Strafraumgrenze ins eigene Tor abfälschte. Der Ausgleich war das erste Tor, das Griechenland bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erzielt hat.

Der Hoffenheimer Chinedu Obasi wurde in der Halbzeitpause für Peter Odemwingie eingewechselt, doch die nächste Viertelstunde war das Spiel wenig unterhaltsam. Beide Mannschaften hatten die Chance in Führung zu gehen. Zunächst scheiterte Gekas an Nigerias Schlussmann, den direkt darauffolgenden Konter wehrte Tzorvas mit Mühe gegen Yakubu Aiyegbeni ab, der Nachschuss von Obasi ging neben das leere Tor. In der 68. Minute parierte Enyeama einen Schuss von Samaras, doch in der 71. Minute fiel die Entscheidung für Griechenland, als der nigerianische Torhüter einen flach geschossenen Ball von Alexandros Tziolis nicht unter Kontrolle brachte und Torosidis den Ball ins Tor beförderte. Die Westafrikaner versuchten in der Schlussphase noch, das Steuer herumzureißen, doch ihr langes Unterzahlspiel war zu kräfteverzehrend, sodass Griechenland noch einige Chancen zu einer Erhöhung des Spielstandes erspielte, jedoch diese nicht erfolgreich abschließen konnte.

Argentinien – Südkorea
4:1 (2:1)

In der Soccer City von Johannesburg fertigte Argentiniens Team, das vom früheren Weltmeister Diego Maradona gecoacht wird, die Südkoreaner überlegen mit 4:1 ab. Das von Schiedsrichter Frank De Bleeckeren geleitete Spiel sahen 82.174 Zuschauer. Der Schiedsrichter zückte fünfmal die Gelbe Karte, zweimal für einen südkoreanischen Spieler und dreimal für einen Spieler aus Argentinien.

In der Anfangsphase ließen die Argentinier den Ball von Station zu Station laufen – und die von Trainer Huh Jung-moo defensiv aufgestellten Südkoreaner hinterher. Diese kamen bei Kontern nicht schnell genug aus der eigenen Hälfte, um Argentinien in dieser Spielphase zu gefährden. Die Führung der ansehnlich spielenden Argentinier geschah jedoch nicht aus dem Spiel, sondern es ging ihr eine Standardsituation voraus. Einen von Lionel Messi getretenen Freistoß fälschte der Südkoreaner Park Chu-young ins eigene Tor ab. In der 23. Minute musste Argentiniens Abwehrspieler Walter Samuel wegen einer Verletzung gegen Nicolás Burdisso ausgewechselt werden. Ein Freistoß von Carlos Tévez ging in der 25. Minute knapp über das Tor. Das 2:0 durch Gonzalo Higuaín per Kopfball folgte nach einer Flanke von Clemente Rodríguez, die Burdisso per Kopfball verlängert hatte. Ángel Di María scheiterte kurz vor der Pause am südkoreanischen Torhüter Jung Sung-ryong, der beim 2:0 schlecht ausgesehen hatte. Der Anschlusstreffer für die Südkoreaner fiel kurz vor dem Halbzeitpfiff, bereits in der Nachspielzeit. Offenbar waren die Spieler bereits gedanklich in der Pause, als Abwehrspieler Martín Demichelis einen Ball unbedacht abspielte. Den konnte Lee Chung-yong abstauben und ungehindert zum 2:1 verwandeln.

Statt Ki Sung-yong lief nach der Halbzeitpause Kim Nam-il auf. Der Spielverlauf in der zweiten Hälfte ähnelte dem der ersten; die Argentinier stürmten gegen das südkoreanische Tor an, die Südkoreaner beschränkten sich auf das Abwehren. Higuaín konnte nach einem Abwehrfehler von Kim Dong-jin frei vor das Tor Jungs gelangen, doch dieser parierte seinen Schussversuch. In der 58. Minute erhielten die Argentinier eine Warnung, als Yeom Ki-hun schnell über die rechte Seite an das argentinische Tor gelangte, doch der Ball traf nur das Außennetz. In der Folge spielten die Argentinier nicht mehr bedingungslos nach vorne. Messi leitete schließlich die Vorentscheidung ein. Sein erster Schuss wurde von Torhüter Jung noch abgewehrt, sein Nachschuss ging an den Pfosten, doch der Abpraller gelangte zu dem einen Meter vor dem Tor stehenden Higuaín, der den Ball ins Tor schob. Vier Minuten später war es Higuaín, der mit seinem dritten Tor im Spiel den Endstand von 4:1 herstellte.

Vorläufige Tabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Urugay Uruguay 3:0 4
2 Mexiko Mexiko 3:1 4
3 Frankreich Frankreich 0:2 1
4 Südafrika Südafrika 1:4 1
Frankreich – Mexiko
0:2 (0:0)

35.370 Zuschauer sahen die Niederlage des amtierenden Vizeweltmeisters Frankreich im Peter-Mokaba-Stadion von Polokwane. Die Ausgangssituation der Franzosen vor dem letzten Gruppenspiel wurde durch die Niederlage praktisch aussichtslos. In dem vom sudia-arabischen Schiedsrichter Khalil Ibrahim Al Ghamdi gepfiffenen Spiel gab es sechs Gelbe Karten, vier auf Seiten Mexikos und zwei für französische Spiele. Wegen ihrer zweiten Gelben Karte im Turnier müssen der Franzose Toulalan und der Mexikaner Juarez im dritten und letzten Gruppenspiel am 22. Juni pausieren.

Gegenüber dem Auftaktspiel nahm der französische Trainer Yoann Gourcuff aus der Mannschaft, der Bayern-Stürmer Franck Ribéry rückte nach innen. Auf seine Position setzte Trainer Raymond Domenech den Chelsea-Spieler Florent Malouda. Impulse brachte die Veränderung dem französischen Spiel nicht, die Chancen der Bleus sind schnell aufgezählt: ein Freistoß von Ribéry aus rund 35 Metern, der von Mexikos Schlussmann Óscar Pérez problemlos gefangen wurde und in der 13. Minute Maloudas Freistoß-Variante, die über Anelka zu Ribéry gelangte, dessen Flanke jedoch ins Seitenaus flog. Auf der Gegenseite waren die Mexikaner gefährlicher. Carlos Vela traf in der achten Minute den Ball nicht richtig, vier Minuten später ging Guillermo Francos Versuch über das Tor. Der Schuss des Linksverteidigers Carlos Salcido ging knapp neben das Gehäuse der Franzosen, in der 27. Minute scheiterte er am französischen Torhüter Hugo Lloris.

In der zweiten Halbzeit – Frankreichs Trainer Domenech hatte in der Pause den kaum sichtbaren Nicolas Anelka gegen Pierre-André Gignac ausgewechselt – war die französische Ausbeute ähnlich gering: ein Schuss von Ribéry aus 17 Metern in der 55. Minute endete bei Torhüter Pérez. Eine Minute früher hatte aus ähnlicher Distanz Malouda die erste Chance der zweiten Halbzeit. Sein Schuss ging jedoch uber das Gebälk. Thierry Henry konnte am schwachen Abschneiden der Franzosen nichts ändern, er saß das Spiel über auf der Bank und wurde nicht eingewechselt. Die Mexikaner gingen in der 64. Minute in Führung, als Rafael Márquez spielte steil zu Javier Hernández, die Franzosen reklamierten Abseitsposition, doch der Schiedsrichter ließ das Spiel weiterlaufen. Hernández spielt um Lloris herum und schoss problemlos zum Führungstor ein. In der 79. Minute erhöhte schließlich Cuauhtémoc Blanco zum 2:0 durch Foulelfmeter, nachdem Eric Abidal den Mexikaner Pablo Barrera im Strafraum gefoult hatte.

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June 14, 2010

Fußball-WM: Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0

Fußball-WM: Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0

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Veröffentlicht: 22:58, 14. Jun. 2010 (CEST)
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Durban / Pretoria / Polokwane (Südafrika), 14.06.2010 – Mit einem Auftakt nach Maß startete am Sonntag, dem 13.06.2010, die deutsche Fußballnationalmannschaft in die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Vor 62.660 Zuschauern im Moses-Mabhida-Stadion in Durban gewann das von Joachim Löw trainierte Team gegen Australien in Südafrika 4:0. Das deutsche Team setzte sich so an die Tabellenspitze in der Gruppe D. Das andere Gruppenspiel zwischen Ghana und Serbien endete mit einem Sieg für das afrikanische Team. Bereits zuvor hatte Slowenien in einem schwachen Spiel Algerien mit 1:0 geschlagen.

Deutschland – Australien
4:0 (2:0)
Datei:Moses Mabhida Durban Stadium.jpg
Deutschland gegen Australien im Moses-Mabhida-Stadion

Die Tore für Deutschland erzielten Lukas Podolski (8. Minute), Miroslav Klose (27. Minute), Thomas Müller (68. Minute), Cacau (70. Minute). In der 56. Minute bekam der Australier Tim Cahill die Rote Karte wegen einer Attacke an Bastian Schweinsteiger und die Australier spielten anschließend in Unterzahl.

Die ersten Möglichkeiten zum Torerfolg hatten die Australier. In der ersten Minute kam Tim Cahill im Strafraum von halblinks zum Schuss aufs Tor und in der vierten Minute musste Philipp Lahm nach einem Drehschuss von Richard Garcia auf der Linie retten. Die deutsche Mannschaft kam dann jedoch ins Spiel und ließ das Team von Downunder nur noch selten vor das deutsche Tor.

In der siebten Minute zog Klose aus etwa 16 Metern ab. Seinen Schuss konnte Australiens Torwart Mark Schwarzer abwehren. Den Abpraller schickte jedoch Mesut Özil über die Torlatte. Die Überlegenheit der deutschen Mannschaft in dieser Phase sorgte dann dafür, dass der quirlige Müller von der Grundlinie aus in den Strafraum abgab, wo Lukas Podolski aus zwölf Meter Torentfernung den Ball ins Tor schoss. Die deutsche Mannschaft ließ nicht nach. In der 24. Minute setzte der in jüngerer Zeit von Misserfolg im Nationaldress geplagte Klose nach einer Podolski-Vorlage seinen Versuch über das Tor. Kloses Kritiker wurden in der 27. Minute ruhiggestellt, als Klose nach einer Flanke von Lahm am Strafstoßpunkt den Australier Lucas Neill überwand und mit dem Kopf zum 2:0 traf. Weitere Chancen in der ersten Halbzeit hatten Özil nach einem schönen Pass von Klose in der 31. Minute, Sami Khedira nach Vorlage von Lahm in der 39. Minute und Özil nach einem Zuspiel von Podolski eine Minute später.

Vorläufige Tabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland Deutschland 4:0 3
2 Ghana Ghana 1:0 3
3 Serbien Serbien 0:1 0
4 Australien Australien 0:4 0

Als nach der Pause in der 48. Minute dem Abwehrspieler Per Mertesacker der Ball an den Arm sprang, forderten die Australier einen Strafstoß. Doch Schiedsrichter Marco Antonio Rodriguez Moreno aus Mexiko gab dem heftigen Protesten nicht nach. Acht Minuten später kam es zur bereits erwähnten Roten Karte. Mit zehn Mann konnten die Australier sich gegen die stark spielende deutsche Mannschaft nicht mehr effektiv wehren. Müller schoss das dritte Tor für Deutschland in der 68. Minute. Klose ging vom Platz, Cacau wurde eingewechselt und traf nur zwei Minuten später zum Endstand 4:0. Der Rest des Spieles wurde einfach zu Ende gespielt; die deutsche Mannschaft sparte sichtbar Kraft für das nächste Spiel gegen Serbien.

Die beiden Deutschen Cacau und Özil sahen jeweils die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe, auf australischer Seite sind Moore, Neill und Valeri mit einer Gelben Karte vorbelastet. Sollten sie bis zum Viertelfinale eine weitere Gelbe Karte kassieren, sind sie für mindestens eine Begegnung gesperrt. Ab dem Viertelfinale werden die Spielstände an Gelben Karten der im Spiel verbleibenden Spieler annulliert.

„Innerer Reichsparteitag“ – Kritik an ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein

Heftige Kritik hat eine Äußerung von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein in der Halbzeitpause ausgelöst. Die Moderatorin sagte im Gespräch mit dem früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn: „Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft.“ Der Mainzer Sender wurde auf Twitter für die vermeintliche Entgleisung Müller-Hohensteins gescholten, auf Facebook wurden mehrere Gruppen gegründet, die sich gegen die Moderatorin wenden. Die Äußerung der Moderatorin wurde als „unfassbar“ und „absolutes No-go“ bezeichnet.

Andere verwiesen auf den ironischen Untertext bezüglich der Kritik, die der polnischstämmige Spieler ausgesetzt war, als er von Bundestrainer Löw in den WM-Kader nominiert wurde.

ZDF-Sportdirektor Gruschwitz teilte am späten Abend über Twitter mit, Frau Müller-Hohenstein bedauere ihre Äußerung und sichere zu, dass es nicht mehr vorkomme.

Serbien – Ghana
0:1 (0:0)

Das zweite Spiel in der Gruppe D im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria sahen 38.833 Zuschauer. Tormöglichkeiten waren in dem Spiel jedoch eher selten. Das einzige Tor des Spieles erzielte in der 84. Minute Asamoah Gyan durch einen Elfmeter nach einen Handspiel. Dem Stuttgarter Zdravko Kuzmanović war der Ball an die Hand gesprungen und der aus Argentinien kommende Schiedsrichter Hector Walter Baldassi pfiff Elfmeter.

Die ersten beiden Schüsse aufs Tor gingen auf beiden Seiten weit am Netz vorbei, Marko Pantelić und auf der Gegenseite Anthony Annan waren nicht zielsicher genug. Kevin-Prince Boateng, der vor einigen Wochen mit einem harten Einsatz gegen Michael Ballack den Ausfall des bisherigen deutschen Mannschaftskapitäns verursachte, versuchte es mit einem Fernschuss in der 14 Minute; die nachfolgende Ecke brachte nichts ein. In der 21. Minute flankte er auf Asamoah Gyan, der den Ball verlängert, doch Serbiens Torhüter Vladimir Stojković war auf der Hut und griff sich den Ball. In der 27. und der 32. Minute hatte dann Pantelić zwei vielversprechende Torchancen, vergab jedoch.

Die Afrikaner waren auch in der zweiten Halbzeit öfters im Ballbesitz, doch beide Mannschaften gelangten kaum in die Nähe des gegnerischen Tors. In der 74. Minute sah Serbiens Abwehrspieler Aleksandar Luković die Gelb-Rote Karte und musste das Spielfeld verlassen. In der 84. Minute kam es dann zum spielentscheidenden Elfmeter für die „Black Stars“, die in der Nachspielzeit beinahe noch das 2:0 erzielt hätten, doch Gyans Kopfball prallte nur gegen den Pfosten.

Außer der Gelb-Roten Karte für Luković gab Schiedrichter Baldassi noch je zwei Gelbe Karten für beide Mannschaften.

Algerien – Slowenien
0:1 (0:0)
Vorläufige Tabelle der Gruppe C
Rang Land Tore Punkte
1 Slowenien Slowenien 1:0 3
2 England England 1:1 1
2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1:1 1
4 Algerien Algerien 0:1 0

Nur etwa 30.000 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen Slowenien und Algerien im 41.733 Zuschauer fassenden Peter-Mokaba-Stadion in Polokwanen, dessen Spielfeld teilweise aus Naturrasen und teilweise aus Kunstrasen besteht, einem Novum bei einer FIFA-Weltmeisterschaft. Etwa 10.000 Kartenbesitzer waren nicht zu dem Spiel gekommen. Sie verpassten ein schlechtes Fußballspiel, in dem Slowenien nach einem Torwartfehler in der 79. Minute in Führung gingen. Slowenien übernahm so die Tabellenführung in der Gruppe C vor den Vereinigten Staaten und England, die sich am Tag zuvor mit einem Unentschieden getrennt hatten.

Das Spiel war aufgrund anhaltender Unkonzentriertheit auf beiden Seiten arm an Höhepunkten. Die größte Torchance der ersten Halbzeit erspielte der für Mönchengladbach in der Bundesliga spielende Karim Matmour. Zuvor wurde Nadir Belhadjs Freistoß vom slowenischen Torhüter Samir Handanovič zunichte gemacht. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste verlaufen war, doch nach einer Viertelstunde wurden die Slowenen stärker. Andraž Kirm scheiterte an Algeriens Torhüter Faouzi Chaouchi, ein Schuss von Milivoje Novakovič (1. FC Koln) wurde von einem algerischen Spieler abgewehrt. Schließlich sah Abdelkader Ghezzal wegen absichtlichen Handspiels die Gelb-Rote Karte und musste in der 73. Minute vorzeitig in die Umkleidekabine. Gegen zehn Algerier taten sich die Slowenen leichter und sechs Minuten später erzielte Mannschaftskapitän Robert Koren mit einem Weitschuss den Siegtreffer.

Außer dem Platzverweis für Ghezzal verteilte der guatemaltekische Schiedsrichter Batres Gonzalez noch drei weitere Gelbe Karten, zwei für slowenische Spieler und eine auf algerischer Seite.

Quellen

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