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July 5, 2010

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

Fußball-WM: Deutschlands Arbeitssieg gegen Ghana

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Veröffentlicht: 20:21, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Pretoria / Port Elizabeth / Nelspruit / Johannesburg (Südafrika), 05.07.2010 – Deutschland gewann das letzte Gruppenspiel gegen Ghana mit 1:0 durch einen Treffer von Özil. Deutschland wurde damit Gruppensieger in der Gruppe D. Als Gruppenzweiter zog auch die Mannschaft aus Ghana in das Achtelfinale ein. Die punktgleichen Australier setzten sich zwar gegen Serbien durch, hatten jedoch das schlechtere Torverhältnis. In der Gruppe C setzten sich England und die Vereinigten Staaten jeweils mit 1:0 in ihrem letzten Gruppenspiel durch und sind die Gegner Deutschlands bzw. Ghanas im Achtelfinale.

Slowenien – England
0:1 (0:1)

Im Nelson-Mandela-Stadion in Port Elizabeth verfolgten 36.893 Zuschauer den knappen Sieg Albions gegen die Slowenen, der den Engländern den zweiten Platz in der Abschlusstabelle der Gruppe C sicherte. In der von Schiedsrichter Wolfgang Stark aus Deutschland geleitete Partie erhielten drei slowenische Nationalspieler sowie ein Engländer Gelbe Karten. Die bessere Ausgangssituation hatten die Slowenen, da ihnen ein Unentschieden gereicht hätte um Platz zwei der Tabelle zu erreichen. Die von dem Italiener Fabio Capello trainierten Engländer benötigten einen Sieg, da sie bei einem Unentschieden jedenfalls schlechter gestellt gewesen wären, als die Vereinigten Staaten, sofern diese nicht gegen Algerien verloren hätten.

Das englische Team lief auf mehreren Positionen verändert auf. Statt des wegen seiner zweiten Gelben Karte gesperrten Jamie Carragher ergänzte Matthew Upson den von Capelli vom Amt des Mannschaftskapitäns enthobenen John Terry in der Abwehr des englischen Teams. Terry konnte sich nicht mit seiner Forderung durchsetzen, dass Capelli Joe Cole einsetzen solle. Im Sturm spielte Jermain Defoe statt Emile Heskey und der Mittelfeldspieler Aaron Lennon lief anstelle des weniger offensiven James Milner auf.

Die erste Torchance hatten die Slowenen, Valter Birsas Schussversuch aus 23 Metern brachte der englische Schlussmann David James jedoch problemlos unter Kontrolle. Die erste Chance der „Three Lions“ hatte dann Frank Lampard mit einem Freistoß aus 30 Metern Torentfernung. Der für Udinese Calcio in der italienischen Serie A spielende slowenische Torhüter Samir Handanovič brachte den heransegelnden Ball jedoch problemlos unter Kontrolle. Doch Torglück hatten die Engländer zunächst nicht. Wayne Rooney von Manchester United schoss von der Strafraumgrenze, doch sein Ball wurde zum Eckball abgewehrt. Dieser wurde vom Liverpooler Steven Gerrard getreten und gelangte zu Terry, doch dessen Kopfball verfehlte das Tor. Wenig später machte Terry im eigenen Strafraum eine Großchance des beim belgischen Erstligisten KAA Gent spielenden Zlatan Ljubijankič zunichte.

Das einzige Tor des Spieles erzielte Defoe in der 23. Minute nach einer Hereingabe von Milner. Sloweniens Torhüter Handanovič hatte zwar noch beide Hände am Ball, mehr als leicht abfälschen konnte er den Schuss aber nicht. In der 27. Minute hatten die Engländer eine weitere Chance mit denselben Beteiligten, doch diesmal war der slowenische Torwart auf der Hut. Den Ball, den er jedoch nicht fangen konnte, schoss Lampard über das Tor. Immer wieder kam England in der Folge zu guten Chancen. Einen Schuss von Gerrard konnte Handanovič wegfausten, Rooney eroberte den Ball gegen drei Verteidiger und spielte zu Gerrard. Sein Schuss aus 14 Metern war ins rechte Eck gezielt, doch Handanović konnte parieren. Die Engländer spielten dann weniger offensiv, doch für die Slowenen ergaben sich dadurch keine zwingenden Torchancen. Einzig ein Freistoß von Birsa aus 40 Metern Torentfernung sorgte für Gefahr, doch der aus dem Tor laufende englische Schlussmann James konnte den von der englischen Abwehr abgefälschten Ball abwehren, bevor Sloweniens Stürmer Milivoje Novakovič eingreifen konnte.

Auch nach dem Seitenwechsel agierte Albion offensiv. Einen Eckball Rooneys konnte Sloweniens Torhüter gerade noch wegschlagen, ein hohes Zuspiel lenkte Defoe mit dem Fuß sehr knapp am Tor vorbei. Die Slowenen wurden auch in der zweiten Halbzeit nur in Standardsituationen gefährlich. Terry hatte in der 57. Minute bei einem Eckball von Gareth Barry die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch sein Schuss aus wenigen Metern wurde von Torhüter Handanovič abgewehrt. Und auch in der 59. Minute war es der slowenische Schlussmann, der Rooneys Versuch nach einem guten Zuspiel von Lampard noch an den Pfosten lenkte. Die Engländer beschränkten sich in der letzten halben Stunde auf schnelle Konter, die von dem inzwischen eingewechselten Joe Cole ausgeführt wurden. Beim Spiel zwischen den Vereinigten Staaten und Algerien stand es zu dem Zeitpunkt noch 0:0, und bei diesem Spielstand wäre Slowenien trotz des Rückstandes weitergekommen. Die Südosteuropäer waren deswegen wenig offensiv, sodass sich am knappen 1:0-Erfolg für das englische Team nichts mehr änderte.

Abschlusstabelle der Gruppe C
Rang Land Tore Punkte
1 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4:3 5
2 England England 2:1 5
3 Slowenien Slowenien 3:3 4
4 Algerien Algerien 0:2 1
USA – Algerien
1:0 (0:0)

35.827 Zuschauer – unter ihnen auch der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Bill Clinton – sahen im im Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria das vom belgischen Schiedsrichter Frank De Bleeckere gepfiffene Spiel. Dieser zeigte drei Nordafrikanern gelbe Karten sowie zückte das kleine Pappstück für zwei Spieler der Vereinigten Staaten. In der dritten Minute der Nachspielzeit sah der beim VfL Bochum spielende Anthar Yahia Gelb-Rot wegen Meckerns. In der stark umkämpften Gruppe C waren die Vereinigten Staaten auf einen Sieg angewiesen, um auf jeden Fall an Slowenien und England vorbeiziehen zu können. Die Algerier hatten vor dem Spiel noch eine marginale Chance auf Platz zwei, wenn sie ausreichend hoch gegen die USA gesiegt hätten und das Spiel England gegen Slowenien unentschieden ausgegangen wäre.

Das Team aus Algerien, das sich zum dritten Mal für eine Weltmeisterschaftendrunde qualifiziert hatte, hatte nach 18 Sekunden die erste Chance des Spieles, doch der Volleyschuss des Gladbachers Karim Matmour ging weit am Tor vorbei. In der sechsten Spielminute meldete sich der bei AEK Athen spielende Rafik Djebbour mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern an die Querlatte. Auf der Gegenseite waren die Amerikaner glücklos; so versagte in der 20. Minute Herculez Gomez alleinstehend vor dem algerischen Schlussmann Raïs M’Bolhi, eine zweifelhafte Abseits-Entscheidung von Schiedsrichter De Bleeckere machte einen Treffer Dempseys ungültig, Jozy Altidore und Landon Donovan kamen sich in der 37. Minute gegenseitig in die Quere und so blieb eine Großchance zum Führungstor ungenutzt.

Nach der Halbzeitpause spielten die US-Boys weiter offensiv. Dempseys hatte Pech, als er nur den Innenpfosten traf und den Nachschuss am leeren Tor vorbeisetzte. Der frühere HSV-Spieler Benny Feilhaber konnte den algerischen Torhüter in der 65. Minute nicht überwinden. Die nachfolgende Ecke köpfte Dempsey knapp am Posten vorbei ins Toraus. Die Möglichkeiten der Nordafrikaner waren rar. Ein Schuss des Wolfsburgers Karim Ziani aus zehn Metern Torentfernung verfehlte das Tor. Den Rest der zweiten Halbzeit stürmten die Nordamerikaner auf das algerische Tor, doch waren sie am Ende der regulären Spielzeit praktisch ausgeschieden, da im zeitgleich stattfindenden Spiel der Engländer gegen die Slowenen die Engländer die Nase vorne hatten. Schließlich schoss Donovan in der zweiten Minute der Nachspielzeit in das algerische Tor und bewahrte somit sein Team vor dem Ausscheiden.

Durch den dreifachen Punkterfolg wurden die US-Amerikaner zum ersten Mal nach 1930 wieder Gruppensieger; gleichzeitig verdrängten sie dadurch die Engländer noch auf den zweiten Tabellenplatz und besiegelten das Aus für die Mannschaft aus Slowenien. Algerien konnte auch bei seiner dritten WM-Endrundenteilnahme nicht über die Gruppenspielphase hinaus gelangen.

Ghana – Deutschland
0:1 (0:0)

In der Gruppe D war die Ausgangssituation ähnlich kompliziert. Ghana hätte ein Unentschieden gegen Deutschland den Einzug in das Achtelfinale gesichert, doch auch eine Niederlage konnten sich die Westafrikaner erlauben, solange Australien im gleichzeitig stattfindenden Spiel gegen Serbien nicht zu viele Tore gut machte. Deutschland war nur bei einem Sieg unabhängig vom Ergebnis des Spiels Australien gegen Serbien. Eine weitere Niederlage hätte das Aus bedeutet, bei einem Unentschieden wäre die Nationalelf nur dann Gruppenzweiter geworden, wenn Serbien verloren oder nicht hinreichend viele Tore geschossen hätte. 82.391 Zuschauer in der Soccer City in Johannesburg waren deswegen auf das Spiel der deutschen Mannschaft gespannt, die sich beim Spiel gegen Serbien nicht gerade von ihrer starksten Seite gezeigt hatte und zudem auf den wegen seiner Gelb-Roten Karte gesperrten Stürmer Miroslaw Klose verzichten musste. Die Partie stand unter Aufsicht des brasilianischen Unparteiischen Carlos Simon, der jeweils einmal für Spieler beider Mannschaften das gelbe Kärtchen zückte.

Bundestrainer Joachim Löw stellte die deutsche Mannschaft auf zwei Positionen um. Cacau ersetzte von Spielbeginn an den gesperrten Klose und statt des im Serbien-Spiel schwachen Holger Badstuber spielte links in der Verteidigung Jérôme Boateng, der es auf dem Spielfeld mit seinem Halbbruder Kevin-Prince Boateng zu tun bekam. Die Ghanaer starteten mit einer defensiven Mannschaft, die aus einer Vierer-Abwehrkette, einem Mittelfeld aus fünf Spielern und einer Sturmspitze bestand. Die erste nennenswerte Chance des Spieles hatte Lukas Podolski in der siebten Minute, doch Hans Sarpei (Bayer Leverkusen) wehrte zum Eckball ab. Drei Minuten später wurde Podolskis Flanke von linksaußen vom Ghanaer John Mensah in Richtung Tor abgefälscht, sodass Torhüter Richard Kingson ein Eigentor verhindern musste. Nach diesen beiden Torchancen ging der Drang nach vorne in der Nervosität der deutschen Mannschaft unter. Die Mannschaft leistete sich viele Fehlpässe und die Ghanaer bestimmten nach der Anfangsviertelstunde das Spiel.

Schoss Deutschland ins Achtelfinale: Mesut Özil

In der 14. Minute konnte Bastian Schweinsteiger die Flanke Asamoah Gyans gerade so klären, ein Schuss von Kevin-Prince Boateng in der 23. Minute wurde von Arne Friedrich in höchster Not abgewehrt und in der 24. Minute war André Ayew nach einem Fehler von Abwehrspieler Per Mertesacker nur deswegen nicht erfolgreich, weil er den geeigneten Moment verpasste und Torhüter Neuer abwehren konnte. In dieser Phase des Spieles zeigte die deutsche Mannschaft wenige für die Ghanaer gefährliche Aktionen. Mesut Özil stürmte in der 25. Minute auf das Tor der Ghanaer zu und befand sich allein vor dem Torhüter der Westafrikaner. Bei der Wahl, ob er um Kingson rechts oder links vorbeispielen sollte, entschied er sich für die Mitte und traf direkt den Torhüter. Eine Kopfballchance durch Gyan verhinderte Lahm zwei Minuten später auf der Torlinie und in der 28. Minute wehrte Neuer Gyans Schuss von der rechten Seite ab. Die einzigen weiteren halbwegs nennenswerten Möglichkeiten der deutschen Mannschaft stamten von Cacau in der 30. Minute und von Schweinsteiger in der 41. Minute durch einen Freistoß, doch Torhüter Kingson war auf der Hut.

Die zweite Halbzeit begann zunächst für Deutschland nicht viel besser. In der 51. Minute stürmte Gyan in ähnlicher Weise auf Neuer zu, wie Özil in der ersten Halbzeit auf Kingson zulief. Neuer machte diesen Versuch genauso zunichte, wie in der 55. Minute, wieder durch Gyan. Deutschland bemühte sich weiterhin um ein Tor, kam aber nicht richtig vor das Tor der Westafrikaner. Überraschend fiel dann doch das 1:0. Ein Querpass Müllers vor der Strafraumgrenze gelangte auf den Bremer Özil, der schoss aus 17 Metern unhaltbar in den linken oberen Torwinkel. Beflügelt wurde die deutsche Mannschaft durch das Führungstor jedoch nicht, im Gegenteil. Jérôme Boateng war zweimal nicht aufmerksam, als Prince Tagoe in der 61. Minute zum Kopfstoß kam und Boateng nur mit Mühe noch zur Ecke klären konnte und in der 66. Minute, als Lahm den Schuss von Ayew gerade noch ins Toraus ablenkte. Löw nahm Boateng dann in der 73. Minute vom Platz und wechselte Marcell Jansen ein. Am Spielstand änderte sich jedoch nichts mehr.

Durch den Sieg gegen Ghana spielte sich die deutsche Nationalmannschaft auf den ersten Tabellenplatz vor und damit im Achtelfinale den Klassiker gegen England ermöglicht, da die „Three Lions“ in der Gruppe C nur den zweiten Tabellenplatz erreicht hatten.

Abschlusstabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland Deutschland 5:1 6
2 Ghana Ghana 2:2 4
3 Australien Australien 3:6 4
4 Serbien Serbien 2:3 3
Australien – Serbien
2:1 (0:0)

Ein Sieg im letzten Gruppenspiel hätte für Serbien das Weiterkommen gesichert, für die Australier waren die Szenarien für ein Weiterkommen komplizierter. Dabei war das Weiterkommen des Teams aus Down Under vom Ausgang des Spiels Deutschlands gegen Ghana abhängig. Ein hoher Sieg Deutschlands oder eine Niederlage des Weltmeisterschaftsdritten von 2006 und Vize-Europameisters von 2008 gegen Ghana hätte für die Australier den zweiten Tabellenplatz bedeutet, falls man das eigene Spiel gegen Serbien gewinnen konnte.

In der ersten Halbzeit hatte Serbien mehr vom Spiel und konnte durch Miloš Krasić in der zwölften Minute in Führung gehen, doch dieser scheiterte alleinstehend vor Australiens Schlussmann Mark Schwarzer. Die Australier waren in der ersten Spielhälfte wenig nach vorne orientiert, sodass die 37.836 Zuschauer im nicht vollständig besetzten Mbombela-Stadion in Nelspruit nach 45 Minuten noch kein Tor gesehen hatten.

In der 69. Minute gingen die „Socceroos“ in Führung, nachdem sich nach der von Luke Wilkshire getretenen Hereingabe der beim FC Everton tätige Mittelfeldspieler Tim Cahill gegen Nemanja Vidić durchsetzte und zum 1:0 einköpfte. In der 73. Minute erhöhte Brett Holman mit einem Aufsetzer zum 2:0. Die Serben reagierten offensiv und stürmten nach vorne. Einen Torwartfehler führte in der 84. Minute zum Anschlusstreffer durch Marko Pantelić. Pantelić schob den Ball auch eine Minute später erneut ins Tor der Australier, der Treffer wurde jedoch wegen Abseits vom uruguayischen Schiedsrichter Jorge Larrionda nicht gegeben. In der Schlussphase kam es noch zu einigen gefährlichen Situationen vor dem australischen Tor, am Ende blieb es jedoch beim Ehrentreffer der Serben gegen die siegreichen Australier. Damit waren beide Mannschaften ausgeschieden. Schiedsricher Larrionda zückte fünfmal die Gelbe Karte, davon dreimal bestrafte er serbische Spieler und zweimal einen Australier.

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June 27, 2010

Fußball-WM: Kameruns Ausscheiden steht bereits fest

Fußball-WM: Kameruns Ausscheiden steht bereits fest

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Veröffentlicht: 22:18, 27. Jun. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Durban / Pretoria (Südafrika), 27.06.2010 – Mit einem Sieg besiegelten die Dänen das Ausscheiden des Teams von Kamerun aus dem Turnier. Ghana und Australien trennten sich unentschieden. Die Niederlande schlugen Japan mit 1:0. Doch Aufregung gab es auch abseits des Spielfeldes: Frankreichs Teamführung schickte Stürmer-Star Anelka nach Hause. Der DFB schimpfte auf den Schiedsrichter, der im Spiel Deutschland–Serbien Spaniens Farben gelb und rot so großzügig propagierte. Italiens Torwart Buffon droht eine Bandscheibenoperation, und Englands Stürmer Rooney entschuldigte sich bei den Fans.

Ghana – Australien
1:1 (1:1)

Deutschlands nächster Gruppengegner trennte sich von Australien mit einem 1:1-Unentschieden. Das vom italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti geleitete Spiel in Rustenburg verfolgten 34.812 Zuschauer. Sie sahen eine erste Halbzeit, in der die beiden Tore fielen und die einen Platzverweis sowie einen Elfmeter wegen Handspiels mit sich brachte. „Wir haben jetzt vier Punkte und brauchen gegen Deutschland nur noch ein Unentschieden, um ins Achtelfinale zu kommen“, zeigte sich Milovan Rajevac, der Trainer Ghanas nach dem Spiel zufrieden.

Vorläufige Tabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Ghana Ghana 2:1 4
2 Deutschland Deutschland 4:1 3
3 Serbien Serbien 1:1 3
4 Australien Australien 1:5 1

Beide Mannschaften gingen mit gegenüber ihrem ersten Gruppenspiel veränderten Aufstellungen ins Spiel. Den Westafrikanern fehlten Kapitän John Mensah sowie Isaac Vorsah. Australiens Trainer Pim Verbeek besetzte gegenüber dem Spiel gegen Deutschland vier Positionen neu. Die Zuschauer sahen nach sechs Minuten die erste Chance für die ganz in Weiß gekleideten „Black Stars“, als der in Berlin geborene Ghanaer Kevin-Prince Boateng es mit einem Fernschuss auf das australische Tor versuchte. Ein weiterer in der Reihe der Torwartfehler bei dieser Weltmeisterschaft führte dann in der elften Minute zum Führungstor für die Australier, als Torhüter Richard Kingson einen Schuss von Mark Bresciano abprallen ließ, wo er vor die Füße von Brett Holman gelangte, der aus kurzer Entfernung einschießen konnte. Doch der Rückstand konnte die Ghanaer nicht entmutigen, vielmehr spielten sie spielbestimmend. In der 20. Minute versuchte sich André Ayew aus 20 Metern Torentfernung, traf jedoch knapp über das Tor. In der 24. Minute sah ein Schuss von Jonathan Mensah wie das Ausgleichstor aus, doch der bei Galatasaray Istanbul spielende Harry Kewell stoppte den Ball mit dem Arm und sah dafür die Rote Karte. Den daraufhin verhängten Strafstoß verwandelte Asamoah Gyan. Die Australier waren danach um Spielberuhigung bemüht und schoben sich den Ball teilweise minutenlang in den eigenen Reihen umher. Erst in der 43. Minute kam Ghana wieder zu einer Chance, als Boatangs Schuss aus erfolgversprechender halbrechter Position von Torhüter Mark Schwarzer vereitelt wurde.

In der zweiten Halbzeit kam es zunächst kaum gute Tormöglichkeiten. Beide Mannschaften schienen mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Die Ghanaer tauchten kaum noch vor dem australischen Tor auf, die mit zehn Mann spielenden Australier beschränkten sich auf gelegentliche schnelle Gegenangriffe. Die beste Chance der Australier in der zweiten Halbzeit war ein Schuss aus zwölf Metern durch Luke Wilkshire, der von Kingson in der 72. Minute abgewehrt wurde. Ein Schuss von Joshua Kennedy war vergebens. Die einzige nennenswerte Torchance der Ghanaer in der zweiten Spielhälfte war ein Schuss von Jonathan Mensah in der 90. Minute, sein Kopfball ging jedoch neben das Tor. Auch der letzte Angriff der Ghanaer in der 91. Minute durch Quincy Owusu-Abeyie wurde von Torhüter Schwarzer abgewehrt.

Niederlande – Japan
1:0 (0:0)

Im Moses-Mabhida-Stadion von Durban verfolgten 62.010 Zuschauer, wie sich die Niederländer den zweiten Sieg und damit die Tabellenführung in der Gruppe E sicherten. Gut 20.000 der Zuschauer waren Niederländer, die das 21. Spiel der niederländischen Nationalmannschaft ohne Niederlage in Folge sahen. Das Spiel wurde von dem argentinischen Schiedsrichter Héctor Baldassi geleitet, der nur eine Gelbe Karte für den Niederländer Gregory van der Wiel vergab.

Trainer Bert van Marwijk ließ dasselbe niederländische Team auflaufen, wie bereits im Spiel gegen Dänemark. Bayern-Stürmer Arjen Robben saß somit weiterhin auf der Bank. Die erste niederländische Torchance hatte in der neunten Minute der bei Inter Mailand spielende Wesley Sneijder, dessen Freistoß jedoch am Tor vorbeiging. Ein Fallrückzieher von Dirk Kuyt wurde in der zehnten Minute abgewehrt. Die Niederländer spielten in der ersten Hälfte ausgesprochen defensiv. Ein Fernschuss von Yuto Nagatomo in der zwölften Minute stellte die erste Torchance der Japaner dar. Der niederländische Torhüter Maarten Stekelenburg verhinderte in der 38. Minute einen japanischen Torerfolg von Daisuke Matsui.

Nach der Pause begannen die Niederländer die zweite Hälfte angriffslustiger. Einen eigentlich haltbaren Schuss von Sneijder aus 20 Metern Torentfernung beförderte Japans Keeper Eiji Kawashima in der 53. Minute ins eigene Tor. Allerdings machten die Niederländer wenige Versuche, das Spielergebnis zu verbessern. In der 90. Minute hatte Shinji Okazaki noch Gelegenheit zum Ausgleich, sein Schuss ging jedoch knapp über das Tor.

Kamerun – Dänemark
1:2 (1:1)

38.074 Zuschauer sahen die Niederlage Kameruns im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria. Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay zückte insgesamt dreimal Gelb, zweimal für einen dänischen Spieler, einmal für einen Spieler aus Westafrika. Das 1:2 besiegelte das Ausscheiden Kameruns, da selbst im Falle eines Sieges im letzten Gruppenspiel die Mannschaft keine Möglichkeit mehr hat, auf den zweiten Tabellenplatz zu gelangen. Das Spielergebnis sicherte den Niederlanden die Teilnahme am Achtelfinale, weil die Mannschaft nun einen aus ihrer Sicht schlechtestenfalls zweiten Platz in der Abschlusstabelle belegen kann.

Vorläufige Tabelle der Gruppe E
Rang Land Tore Punkte
1 Niederlande Niederlande 3:0 6
2 Japan Japan 1:1 3
3 Dänemark Dänemark 2:3 3
4 Kamerun Kamerum 1:3 0

Dabei hatte es für die Westafrikaner in der Anfangsphase des Spieles gut ausgesehen. Samuel Eto’o hatte die erste Torchance des Spieles in der fünften Minute, verfehlte jedoch bei seinem Schuss aus 25 Metern das Tor. Zwei Minuten später schoss Dennis Rommedahl auf der Gegenseite knapp über das Tor. In der zehnten Minute ließ sich Christian Poulsen im eigenen Sechzehnmeterraum den Ball von Pierre Webo abluchsen. Der passte auf den völlig freistehenden Eto’o, der den Ball flach ins Tor lenkte. Auch die folgende Chance der Kameruner in der 13. Minute ging auf einen Fehler Poulsens zurück, doch Achille Emanas Schuss ging knapp links am Tor vorbei. Daraufhin konnten die Dänen zwei Großchancen nicht verwerten. In der 17. Minute wehrte Nicolas Nkoulou einen Distanzschuss des Dänen Jesper Grønkjær zur Ecke ab, die nichts einbrachte, und in der 20. Minute scheiterte Jon Dahl Tomasson an Souleymanou Hamidou, dem in der Türkei spielenden Schlussmann Kameruns. In der 33. Minute fiel schließlich der Ausgleich. Nach einem langen Pass des dänischen Abwehrspielers Simon Kjær auf Rommedahl spielte der auf Nicklas Bendtner, der den Ball ins kamerunische Tor beförderte. In der 42. Minute hätte Dänemark durch Tomasson in Führung gehen könnten, doch sein Schuss wurde im letzten Moment durch den Kameruner Alex Song geblockt. Eine Minute später wehrte der dänische Torhüter Thomas Sørensen einen Schussversuch von Emana ab.

Nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit vereitelte Sørensen einen Kopfballtreffer von Stéphane Mbia in der 46. Minute und Webos Schuss aus der Drehung in der 61. Minute. Im sich direkt an Webos Gelegenheit anschließende Konter setzte sich der bei Ajax Amsterdam unter Vertrag stehende Rommedahl gegen Jean Makoun durch und erzielte das dänische Führungstor. Kamerun spielte nun offensiver, um das Aus in der WM abzuwenden, öffnete dadurch jedoch den Dänen den Raum für schnelle Konter. Tomasson konnte sich allerdings in der 71. Minute nicht gegen Kameruns Torhüter durchsetzen. Sørensen musste in der 77. Minute gegen Emana parieren. In der 82. Minute hatte noch der in der französischen Liga spielende Vincent Aboubakar, der vier Minuten zuvor eingewechselt worden war, die Chance auf den Ausgleichstreffer, doch Poulsen fälschte seinen Schuss ab.

Ärger in Frankreichs Team

Nicolas Anelka im Dress von FC Chelsea

In der Halbzeitpause des Spieles Frankreich–Mexiko soll es zu einer Verbalattacke zwischen dem französischen Trainer Raymond Domenech und dem für den FC Chelsea spielenden Stürmer Nicolas Anelka gekommen sein. Wie die französische Sportzeitung „L′Equipe“ veröffentlichte, soll Anelka zu Domenech gesagt haben: „Fick dich in den Arsch, du Hurensohn.“ Domenech hatte daraufhin in der zweiten Halbzeit statt Anelka André-Pierre Gignac gebracht. Anelka wurde inzwischen vom französischen Fußballverband nach Hause geschickt. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy bezeichnete die Worte Anelkas, sollten sie wirklich gefallen sein, als „inakzeptabel“.

Die Lage Frankreichs bezogen auf ein Erreichen des Achtelfinales sind nach dem zweiten Gruppenspiel praktisch aussichtslos. Abgesehen davon, dass Frankreich sein drittes Auftreten in Südafrika gegen den Gastgeber gewinnen müsste, dürfte es außerdem zwischen Mexiko und Uruguay kein Remis geben. Bei einem Sieg Uruguays müssten die Franzosen fünf Tore mehr erzielen als die Südamerikaner. Bei einem Sieg Mexikos beträgt die Zahl der Tore, die Frankreich gutmachen muss, immer noch vier.

Kritik des DFB an der Leistung von Schiedsrichter Undiano

Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco wurde seitens des Deutschen Fußballbundes heftig angegriffen. Miroslav Klose, der wegen wiederholten Fouls Gelb-Rot sah, nannte seinen Platzverweis „überzogen“, Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete acht Gelbe Karten in einem Spiel, in dem es nur 26 Fouls gab, als „übertrieben“. Für Bastian Schweinsteiger war die Schiedsrichterleistung der Hauptgrund, weswegen Deutschland Serbien mit 1:0 unterlag.

Auch der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Urs Meier kritisierte, Undiano habe im Spiel Deutschland–Serbien „nicht die richtige Linie gefunden“, und für Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher war der Spanier „ein Kartenspieler ohne Persönlichkeit“, der „einen hilflosen Eindruck“ erweckte. Viel Kritik wurde an der Leistung des spanischen Schiedsrichters auch in Facebook und Twitter geübt.

Der Schiedsrichter konnte bislang noch keine Stellung nehmen. Die FIFA hat allen Schiedsrichtern für die Zeit während der Fußball-Weltmeisterschaft einen Maulkorb verhängt und ihnen Gespräche mit der Presse untersagt.

Der DFB und Bundestrainer Löw hätten jedenfalls gewarnt sein können. Der Website worldreferree.com zufolge ist Undiano als Schiedsrichter mit inflationären Umgehen der Karten bekannt. Jeweils zehnmal Gelb gab Undiano beim Endspiel der Junioren-Fußballweltmeisterschaft 2007 und bei einem der Halbfinale desselben Turnieres im Jahr 2009. Durchschnittlich 4,21 Gelbe Karten zückte Undiano in der Vergangenheit pro Länderspiel, 4,7 ist sein Durchschnittswert für die spanische Primera División.

Italiens Torhüter Buffon…

Dem Schlussmann der Squadra Azzurra steht nach der Weltmeisterschaft eine Bandscheibenoperation bevor. Dies bestätigte der 33-jährige Gianluigi Buffon gegenüber der Presse. Der bei Juventus Turin das Tor hütende Fußballer wird wohl für längere Zeit ausfallen. Buffon lebt mit dem tschechischen Model Alena Šeredová zusammen und ist Vater eines gemeinsamen Kindes.

… und Englands Stürmer Rooney

Der für Manchester United stürmende Nationalspieler Wayne Rooney entschuldigte sich für seine Kritik an den englischen Fans, die er nach dem Spiel gegen Algerien verlauten ließ. Mit den Worten „Wenn es um die englische Mannschaft geht, bin ich genauso voller Leidenschaft wie jeder andere. Aber letzte Nacht habe ich in der Hitze des Gefechts Dinge gesagt, die im Rückblick aus der Frustration über unsere Leistung und das Ergebnis entstanden sind“ kommentierte er seinen Ausfall vor laufenden Fernsehkameras, als er Fans des englischen Teams dafür kritisierte, dass sie das englische Nationalteam ausgebuht hatten.

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June 19, 2010

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

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Veröffentlicht: 13:44, 19. Jun. 2010 (CEST)
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Nelspruit / Durban / Pretoria (Südafrika), 19.06.2010 – Chile schlug am 5. Tag der Fußball-Weltmeisterschaft Honduras. Für die Chilenen war der Sieg historisch: es war der erste Sieg bei einer Weltmeisterschaftsendrunde seit 1962. Für die Mitfavoriten Spanien und Gastgeber Südafrika war der 16. Juni nicht sehr erfreulich: Spanien unterlag überraschend der Schweiz, die Südafrikaner verloren deutlich gegen Uruguay.

Honduras – Chile
0:1 (0:1)

Die schwächste Leistung auf dem Spielfeld zeigte Schiedsrichter Eddy Maillet von den Seychellen. Er pfiff mehrere Fouls nicht. Dennoch verteilte er drei Gelbe Karten aus, eine für Honduras und zwei für chilenische Spieler. Das Spiel im Mbombela-Stadion von Nelspruit sahen 32.664 Zuschauer, unter ihnen der Staatspräsident von Honduras, Porfirio Lobo Sosa. Honduras war insgesamt zuwenig angriffslustig und gelangte kaum aus der eigenen Spielhälfte hinaus. Für „La Roja“ war es auf den Tag genau nach 48 Jahren der erste Sieg bei einer WM-Endrunde.

Die erste Chance hatten die Chilenen bereits nach zwei Minuten durch einen von Matías Fernández getretenen Freistoß. Der Schuss war jedoch zu hoch angesetzt. In der neunten Minute prüfte der bei Bayer Leverkusen spielende Arturo Vidal den honduranischen Torwart Noel Valladares. Dieser konnte seinen Schuss nur mit Mühe unter Kontrolle bringen. Vidal hatte auch in der 25. Minute eine große Chance, per Kopfball erfolgreich zu werden. In derselben Minute gelangte der Ball vom bei Udinese spielenden Alexis Sánchez nur auf das Tornetz.

In der 34. Minute schließlich spielte Mauricio Isla einen Querpass nach Innen. Der Abwehrversuch des Honduraners Sergio Mendoza blieb an Jean Beausejour hängen, von dessen Oberschenkel der Ball ins Tor der Honduraner trudelte.

In der zweiten Halbzeit hatten die Chilenen zahlreiche Chancen, eine Entscheidung herbeizuführen. Die gefährlichsten davon stammten in der 62. Minute von Sanchez, der knapp am Tor vorbei schoss und zwei Minuten später ein Kopfball von Abwehrspieler Waldo Ponce, den Valladares parieren konnte. Doch bis zum Ende des Spieles fielen keine Tore mehr.

Vorläufige Tabelle der Gruppe H
Rang Land Tore Punkte
1 Chile Chile 1:0 3
1 Schweiz Schweiz 1:0 3
3 Honduras Honduras 0:1 0
3 Spanien Spanien 0:1 0
Spanien – Schweiz
0:1 (0:0)

62.452 Zuschauer verfolgten in Durban den Fehlstart der Spanier, die als Geheimfavoriten gelten. Schiedsrichter Webb aus England verteilte vier Gelbe Karten, ausnahmslos für Fußballer der von Ottmar Hitzfeld trainierten Schweizer. Den trotz der Niederlage im Spielverlauf deutlich überlegenen Spaniern könnte das Ergebnis im Achtelfinale Brasilien bescheren, keine verlockende Aussicht für das Team von der Iberischen Halbinsel. Die Schweiz verdankt den Sieg einem Konter durch Gelson Fernandes in der 53. Minute und der Leistung ihres Torwartes Diego Benaglio. Trainer Hitzfeld strich heraus, dass das Spielergebnis für die Schweizer „ein historischer Sieg“ sei, da diese zuvor noch nie gegen Spanier gewinnen konnten.

Die Spanier gingen mit acht Spielern an den Start, die während der Saison 2009/2010 mit ihren Vereinsmannschaften in der Champions League gespielt hatten, waren also klar favorisiert. Allerdings hatten die Spanier mit David Villa nur einen Stürmer aufgeboten. In der ersten Halbzeit dominierten die Spanier deutlich und setzten sich in der Schweizer Spielfeldhälfte fest. Torhüter Benaglio machte zwei Torchancen von Silva in der 17. und von Gerard Piqué in der 24. Minute zunichte. Zwei Minuten später hatten die Schweizer ihre einzige Gelegenheit in der ersten Halbzeit, als Reto Ziegler einen Freistoß trat. Dieser brachte jedoch nichts ein. In der 35. Minute verletzte sich Philippe Senderos bei einem Zusammentreffen mit Mannschaftskamerad Stephan Lichtsteiner und musste ausgewechselt werden.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte drängten die Spanier auf das Schweizer Tor und die Schweizer hielten nur dagegen. Doch in der 53. Minute gelangt ein langer Abschlag des Schweizer Torhüters bei Eren Derdiyok an der spanischen Strafraumgrenze. Der wird von Piqué angerempelt, überschlägt sich und verletzt seinen Gegenspieler mit seinen Stollen. Im selben Moment hatte jedoch Fernandes den Ball vor die Füße bekommen und schob zum einzigen Tor des Spieles ein. Die Spanier stürmten nach vorne, aber Villas Schüsse auf das Tor in der 58. Minute und zwei Minuten später konnte Benaglio abwehren. In der 64. Minuten schoss Andrés Iniesta knapp neben das Gehäuse. vorbei. Nach einem Eckstoß traf Xabi Alonso in der 69. Minute die Unterlatte.

Derdiyok hatte in der 75. Minute noch die Möglichkeit, zu erhöhen. Relativ ungehindert war er in den spanischen Strafraum gelangt, traf mit seinem Ball gegen die Laufrichtung von Torhüter Iker Casillas nur den Pfosten.

Südafrika – Uruguay
0:3 (0:1)

Die 42.658 Zuschauer im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria hatten wenig Grund zum Jubeln, droht mit der 3:0-Niederlage doch das erste Aus der Ausrichtermannschaft in der Gruppenphase bei einer Weltmeisterschaft. Schiedsrichter Massimo Busacca gab zwei Gelbe und eine Rote Karte, alle für das Team Südafrikas.

Mit Diego Forlán, Luis Alberto Suárez Díaz und zusätzlich Edison Cavani in der Startaufstellung gingen die Uruguayer offensiv in das Spiel. Zwar ließen sich die Südamerikaner vom Vuvuzelalärm nicht beeindrucken, doch Torchancen erarbeiteten sie sich zunächst auch nicht. Doch in der 24. Minute wurde es still im Stadion. Forláns Schuss aus etwa 25 Metern wurde abgefälscht und Torhüter Itumeleng Khune musste hinter sich greifen. Die Südamerikaner führten 1:0. Die Südafrikaner kamen dadurch vollkommen aus dem Trott, konnten eine Chance fünf Minuten vor dem Seitenwechsel nicht nutzen.

In der 48. Minute machte Tsepo Masilela eine Chance von Cavani zunichte. Südafrika kam in der letzten halben Stunden phasenweise besser ins Spiel. In der 65. Minute ging Mphelas Kopfball aus kurzer Entfernung am Tor vorbei. Dann die 76. Minute: Südafrikas Torhüter Khune zog die Notbremse, sah rot. Der anschließende Elfmeter wurde vom Torschützen zum 2:0 verwandelt. Von da an hatte Südafrika den Südamerikanern nichts mehr entgegen zu setzen. In der 95. Minute schließlich gelang Álvaro Pereira noch das 3:0.

Südafrikas Trainer Carlos Alberto Parreira war nach dem Spiel schnell mit Schuldzuweisungen. Für ihn war Schiedsrichter Busacca „bislang der schlechteste Schiedsrichter in diesem Turnier, er hat von Anfang an gegen uns gepfiffen. Ich hoffe, ich sehe sein Gesicht nie mehr. Er hat es nicht verdient, hier zu sein.“

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June 14, 2010

Fußball-WM: Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0

Fußball-WM: Deutschland gewinnt gegen Australien 4:0

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Veröffentlicht: 22:58, 14. Jun. 2010 (CEST)
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Durban / Pretoria / Polokwane (Südafrika), 14.06.2010 – Mit einem Auftakt nach Maß startete am Sonntag, dem 13.06.2010, die deutsche Fußballnationalmannschaft in die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Vor 62.660 Zuschauern im Moses-Mabhida-Stadion in Durban gewann das von Joachim Löw trainierte Team gegen Australien in Südafrika 4:0. Das deutsche Team setzte sich so an die Tabellenspitze in der Gruppe D. Das andere Gruppenspiel zwischen Ghana und Serbien endete mit einem Sieg für das afrikanische Team. Bereits zuvor hatte Slowenien in einem schwachen Spiel Algerien mit 1:0 geschlagen.

Deutschland – Australien
4:0 (2:0)
Datei:Moses Mabhida Durban Stadium.jpg
Deutschland gegen Australien im Moses-Mabhida-Stadion

Die Tore für Deutschland erzielten Lukas Podolski (8. Minute), Miroslav Klose (27. Minute), Thomas Müller (68. Minute), Cacau (70. Minute). In der 56. Minute bekam der Australier Tim Cahill die Rote Karte wegen einer Attacke an Bastian Schweinsteiger und die Australier spielten anschließend in Unterzahl.

Die ersten Möglichkeiten zum Torerfolg hatten die Australier. In der ersten Minute kam Tim Cahill im Strafraum von halblinks zum Schuss aufs Tor und in der vierten Minute musste Philipp Lahm nach einem Drehschuss von Richard Garcia auf der Linie retten. Die deutsche Mannschaft kam dann jedoch ins Spiel und ließ das Team von Downunder nur noch selten vor das deutsche Tor.

In der siebten Minute zog Klose aus etwa 16 Metern ab. Seinen Schuss konnte Australiens Torwart Mark Schwarzer abwehren. Den Abpraller schickte jedoch Mesut Özil über die Torlatte. Die Überlegenheit der deutschen Mannschaft in dieser Phase sorgte dann dafür, dass der quirlige Müller von der Grundlinie aus in den Strafraum abgab, wo Lukas Podolski aus zwölf Meter Torentfernung den Ball ins Tor schoss. Die deutsche Mannschaft ließ nicht nach. In der 24. Minute setzte der in jüngerer Zeit von Misserfolg im Nationaldress geplagte Klose nach einer Podolski-Vorlage seinen Versuch über das Tor. Kloses Kritiker wurden in der 27. Minute ruhiggestellt, als Klose nach einer Flanke von Lahm am Strafstoßpunkt den Australier Lucas Neill überwand und mit dem Kopf zum 2:0 traf. Weitere Chancen in der ersten Halbzeit hatten Özil nach einem schönen Pass von Klose in der 31. Minute, Sami Khedira nach Vorlage von Lahm in der 39. Minute und Özil nach einem Zuspiel von Podolski eine Minute später.

Vorläufige Tabelle der Gruppe D
Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland Deutschland 4:0 3
2 Ghana Ghana 1:0 3
3 Serbien Serbien 0:1 0
4 Australien Australien 0:4 0

Als nach der Pause in der 48. Minute dem Abwehrspieler Per Mertesacker der Ball an den Arm sprang, forderten die Australier einen Strafstoß. Doch Schiedsrichter Marco Antonio Rodriguez Moreno aus Mexiko gab dem heftigen Protesten nicht nach. Acht Minuten später kam es zur bereits erwähnten Roten Karte. Mit zehn Mann konnten die Australier sich gegen die stark spielende deutsche Mannschaft nicht mehr effektiv wehren. Müller schoss das dritte Tor für Deutschland in der 68. Minute. Klose ging vom Platz, Cacau wurde eingewechselt und traf nur zwei Minuten später zum Endstand 4:0. Der Rest des Spieles wurde einfach zu Ende gespielt; die deutsche Mannschaft sparte sichtbar Kraft für das nächste Spiel gegen Serbien.

Die beiden Deutschen Cacau und Özil sahen jeweils die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe, auf australischer Seite sind Moore, Neill und Valeri mit einer Gelben Karte vorbelastet. Sollten sie bis zum Viertelfinale eine weitere Gelbe Karte kassieren, sind sie für mindestens eine Begegnung gesperrt. Ab dem Viertelfinale werden die Spielstände an Gelben Karten der im Spiel verbleibenden Spieler annulliert.

„Innerer Reichsparteitag“ – Kritik an ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein

Heftige Kritik hat eine Äußerung von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein in der Halbzeitpause ausgelöst. Die Moderatorin sagte im Gespräch mit dem früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn: „Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft.“ Der Mainzer Sender wurde auf Twitter für die vermeintliche Entgleisung Müller-Hohensteins gescholten, auf Facebook wurden mehrere Gruppen gegründet, die sich gegen die Moderatorin wenden. Die Äußerung der Moderatorin wurde als „unfassbar“ und „absolutes No-go“ bezeichnet.

Andere verwiesen auf den ironischen Untertext bezüglich der Kritik, die der polnischstämmige Spieler ausgesetzt war, als er von Bundestrainer Löw in den WM-Kader nominiert wurde.

ZDF-Sportdirektor Gruschwitz teilte am späten Abend über Twitter mit, Frau Müller-Hohenstein bedauere ihre Äußerung und sichere zu, dass es nicht mehr vorkomme.

Serbien – Ghana
0:1 (0:0)

Das zweite Spiel in der Gruppe D im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria sahen 38.833 Zuschauer. Tormöglichkeiten waren in dem Spiel jedoch eher selten. Das einzige Tor des Spieles erzielte in der 84. Minute Asamoah Gyan durch einen Elfmeter nach einen Handspiel. Dem Stuttgarter Zdravko Kuzmanović war der Ball an die Hand gesprungen und der aus Argentinien kommende Schiedsrichter Hector Walter Baldassi pfiff Elfmeter.

Die ersten beiden Schüsse aufs Tor gingen auf beiden Seiten weit am Netz vorbei, Marko Pantelić und auf der Gegenseite Anthony Annan waren nicht zielsicher genug. Kevin-Prince Boateng, der vor einigen Wochen mit einem harten Einsatz gegen Michael Ballack den Ausfall des bisherigen deutschen Mannschaftskapitäns verursachte, versuchte es mit einem Fernschuss in der 14 Minute; die nachfolgende Ecke brachte nichts ein. In der 21. Minute flankte er auf Asamoah Gyan, der den Ball verlängert, doch Serbiens Torhüter Vladimir Stojković war auf der Hut und griff sich den Ball. In der 27. und der 32. Minute hatte dann Pantelić zwei vielversprechende Torchancen, vergab jedoch.

Die Afrikaner waren auch in der zweiten Halbzeit öfters im Ballbesitz, doch beide Mannschaften gelangten kaum in die Nähe des gegnerischen Tors. In der 74. Minute sah Serbiens Abwehrspieler Aleksandar Luković die Gelb-Rote Karte und musste das Spielfeld verlassen. In der 84. Minute kam es dann zum spielentscheidenden Elfmeter für die „Black Stars“, die in der Nachspielzeit beinahe noch das 2:0 erzielt hätten, doch Gyans Kopfball prallte nur gegen den Pfosten.

Außer der Gelb-Roten Karte für Luković gab Schiedrichter Baldassi noch je zwei Gelbe Karten für beide Mannschaften.

Algerien – Slowenien
0:1 (0:0)
Vorläufige Tabelle der Gruppe C
Rang Land Tore Punkte
1 Slowenien Slowenien 1:0 3
2 England England 1:1 1
2 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1:1 1
4 Algerien Algerien 0:1 0

Nur etwa 30.000 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen Slowenien und Algerien im 41.733 Zuschauer fassenden Peter-Mokaba-Stadion in Polokwanen, dessen Spielfeld teilweise aus Naturrasen und teilweise aus Kunstrasen besteht, einem Novum bei einer FIFA-Weltmeisterschaft. Etwa 10.000 Kartenbesitzer waren nicht zu dem Spiel gekommen. Sie verpassten ein schlechtes Fußballspiel, in dem Slowenien nach einem Torwartfehler in der 79. Minute in Führung gingen. Slowenien übernahm so die Tabellenführung in der Gruppe C vor den Vereinigten Staaten und England, die sich am Tag zuvor mit einem Unentschieden getrennt hatten.

Das Spiel war aufgrund anhaltender Unkonzentriertheit auf beiden Seiten arm an Höhepunkten. Die größte Torchance der ersten Halbzeit erspielte der für Mönchengladbach in der Bundesliga spielende Karim Matmour. Zuvor wurde Nadir Belhadjs Freistoß vom slowenischen Torhüter Samir Handanovič zunichte gemacht. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste verlaufen war, doch nach einer Viertelstunde wurden die Slowenen stärker. Andraž Kirm scheiterte an Algeriens Torhüter Faouzi Chaouchi, ein Schuss von Milivoje Novakovič (1. FC Koln) wurde von einem algerischen Spieler abgewehrt. Schließlich sah Abdelkader Ghezzal wegen absichtlichen Handspiels die Gelb-Rote Karte und musste in der 73. Minute vorzeitig in die Umkleidekabine. Gegen zehn Algerier taten sich die Slowenen leichter und sechs Minuten später erzielte Mannschaftskapitän Robert Koren mit einem Weitschuss den Siegtreffer.

Außer dem Platzverweis für Ghezzal verteilte der guatemaltekische Schiedsrichter Batres Gonzalez noch drei weitere Gelbe Karten, zwei für slowenische Spieler und eine auf algerischer Seite.

Quellen

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February 26, 2008

Südafrika erlaubt Abschuss von Elefanten

Südafrika erlaubt Abschuss von Elefanten

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Veröffentlicht: 21:10 Uhr, 26. Feb. 2008 (CET)
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Elefant: Zum Abschuss freigegeben

Pretoria (Südafrika), 26.02.2008 – Nach mehrjährigen Debatten hat der südafrikanische Umweltminister Marthinus van Schalkwyk am Montag, dem 25. Februar, eine „Verordnung zum Elefanten-Management in Südafrika“ vorgelegt, durch die das gezielte Abschießen der Dickhäuter in Nationalparks und Wildreservaten erstmals seit 1994 wieder erlaubt wird. Der Verkauf von Elfenbein soll allerdings verboten bleiben. Van Schalkwyk betont, es sei keineswegs beabsichtigt, „eine Massenschlachtung zu beginnen“. Die Abschussfreigabe sei „nur ein Instrument der Bestandskontrolle ist, der letzte Ausweg“. Weitere Maßnahmen, um das Populationswachstum einzuschränken, wie Umsiedlung, Geburtenkontrolle und die Ausweisung größerer Parks, seien geplant. Außerdem sollen die Abschussquoten nicht erhöht werden.

Nach Angaben von Professor Bob Scholes, Systemökologe am halbstaatlichen Institut für Wissenschaftliche und Industrielle Forschung (CSIR), Leiter einer wissenschaftlichen Studie zum so genannten Elefanten-Management, gibt es in Südafrika derzeit ungefähr 18.000 Elefanten, von den allein 14.000 im Krüger-Nationalpark leben. Damit habe sich der Zahl der Individuen seit 1994 verdoppelt. Abschussbefürworter verweisen auf die großen Schäden, die die Pflanzenfresser anrichten können. Tierschützer protestieren gegen die Aufhebung des Tötungsverbotes und drohen mit einem Aufruf zu einem Reiseboykott und mit einer Klage gegen die neue Verordnung.

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August 3, 2006

Südafrika bekommt eine Weltraumagentur

Südafrika bekommt eine Weltraumagentur – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Südafrika bekommt eine Weltraumagentur

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Artikelstatus: Fertig 10:05, 3. Aug. 2006 (CEST)
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Pretoria (Südafrika), 03.08.2006 – Südafrika bekommt eine Weltraumagentur. Das südafrikanische Kabinett hat nun für den bereits länger zurückliegenden Beschluss grünes Licht gegeben. Ziel ist es, die nationalen Weltraumwissenschaften und Technologieprogramme zu koordinieren. Die Agentur soll „South African Space Agency“ heißen und untersteht direkt dem Minister für Wissenschaft und Technologie, Mosibudi Mangena. Gemäß dem Minister sollen der Gründung eine Reihe von Entwicklungen folgen, beispielsweise der Bau eines leistungsstarken optischen Teleskops in Sutherland.

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May 11, 2006

Fußball-WM 2010 in Südafrika sorgt für Hoffnungen auf Wirtschaftsaufschwung

Fußball-WM 2010 in Südafrika sorgt für Hoffnungen auf Wirtschaftsaufschwung

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Artikelstatus: Fertig 12:51, 11. Mai 2006 (CEST)
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Pretoria (Südafrika), 11.05.2006 – Die Fußball-Weltmeisterschaft hat nicht nur in Deutschland Dinge in Bewegung gesetzt, auch der nächste Gastgeber des Turniers im Jahr 2010 setzt seine Hoffnungen auf das Großereignis im Land. So schätzt eine südafrikanische Unternehmensberatung, dass das Land am Kap der guten Hoffnung mit 160.000 neuen Jobs rechnen kann. Goolam Ballim, ein Volkswirt der Standard Bank, wird in einem Artikel von finanzen.net wie folgt ziitert: „Die WM ist ein wichtiger Impuls für die südafrikanische Wirtschaft.“

Am 17. März 2006 hat das Organisationskomitee die Austragungsorte bekannt gegeben. Die Spiele finden in zehn Stadien statt. Vier Neubauten stehen auf dem Investitionsplan: das Greenpoint-Stadion in Kapstadt, das Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth, das King’s-Park-Stadion in Durban und das Mbombela-Stadion in Nelspruit. Weitere acht Stadien werden renoviert und erweitert. Mit den Neu- und Erweiterungsbauten verbunden sind größere Infrastrukturprojekte, beispielsweise eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Johannesburg nach Pretoria. Nach dem Willen der Regierung sollen weitere zwei Milliarden Euro in die allgemeine Infrastruktur fließen. Und auch die Tourismusinsdustrie ist voller Hoffnungen, gilt Südafrika doch schon heute aus attraktives Reiseziel.

Thomas Schreiber von der Dresdner Bank weist in einem Artikel für die Allgemeinen Zeitung auch auf die stabile politische Situation hin. In Südafrika sei erst vor kurzem die Regierung des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), der auch Nelson Mandela angehörte, bestätigt worden. Dies sei auch ein gutes Zeichen für potentielle Investoren und für den Finanzmarkt.

Natürlich gibt es – abgesehen von den schon bekannten sozialen Problemen wie Armut, AIDS und Kriminalität – auch noch Missstände im Land, die eine negative Auswirkung auf die Fußball-WM haben könnten. Gemäß der südafrikanische Firma Sentech sind noch große Investitionen in das Kommunikationsnetz nötig.

Stefan Schaaf, ARD-Korrespondent in Südafrika, schildert für tagesschau.de noch einen anderen Missstand im südafrikanischen Fußball: die Korruption. Demnach sind Schiedsrichterbestechungen und manipulierte Spiele an der Tagesordnung, und immer wieder kommt es zu Gewaltausbrüchen. Besonders dramatisch war ein Fall in einem Badeort, wo bei einem Amateurspiel der Schiedsrichter einen der Trainer der beteiligten Mannschaft erschoss. Inwieweit sich mit den Vorfällen auch die FIFA beschäftigt, lässt sich dem Bericht nicht entnehmen.

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May 8, 2006

Südafrika: Feiern zum zehnten Jahrestag der neuen Verfassung

Südafrika: Feiern zum zehnten Jahrestag der neuen Verfassung

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Pretoria (Südafrika), 08.05.2006 – Heute finden in Südafrika Feiern zum zehnten Jahrestag der neuen Verfassung statt. Am 8. Mai 1996 stimmten 421 Abgeordnete einer verfassungsgebenden Versammlung für und nur zwei Abgeordnete gegen das 150-seitige Verfassungsdokument, über dessen Inhalt zuvor beinahe zwei Jahre lang debattiert worden war.

Im Anschluss an die Abstimmung kam es in den gleichen Räumlichkeiten, in denen Jahre zuvor die Apartheidsgesetze beschlossen worden waren, unter den Abgeordneten und Zuschauern zu einer Jubelfeier. Die Verfassung trat an die Stelle einer seit April 1994 gültigen Übergangsverfassung. Ein wesentlicher Bestandteil der Verfassung sind Grundrechte, die Diskriminierung wegen Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Schwangerschaft und Familienstand verbietet. Außerdem sichert die Verfassung allen Menschen Rechte zu, die der schwarzen Mehrheitsbevölkerung während der Apartheid verweigert wurden, darunter das Recht auf eine angemessene Unterkunft, Nahrung, Trinkwasser, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Thabo Mbeki, der damalige Vizepräsident des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) und heutiger Präsident Südafrikas, kommentierte die Annahme der neuen Verfassung am 8. Mai 1996 mit den Worten: „Es ist eine beständige Erklärung von uns allen, dass Südafrika allen, die in diesem Land leben, gehört, Schwarzen und Weißen.“ Frederik Willem de Klerk, der damalige Vorsitzende der National Party und letzter Präsident während der Apartheid, sagte, dass seine Partei die negativen und positiven Aspekte abgewogen habe und zum Schluss gekommen sei, dass das Positive überwiege.

Politiker, die an den Verhandlungen über den Verfassungstext beteiligt waren, darunter Cyril Ramaphosa, Roelf Meyer und der ehemalige Präsident Nelson Mandela, werden sich an den Feierlichkeiten beteiligen. Unter anderem wird am Sonntag in Khayelitsha, einem Township in den Außenbezirken von Kapstadt, ein Dankfest stattfinden. „Die Zeremonie soll alle Südafrikaner zu einer Feier eines erfolgreichen Jahrzehnts der konstitutionellen Demokratie zusammenbringen und Bewusstsein für die wesentlichen Veränderungen schaffen, die durch die Verfassung in Gang gesetzt wurden“, sagte Mninwa Mahlangu, Vorsitzender des Nationalen Rats der Provinzen. Präsident Thabo Mbeki wird eine Rede vor einer gemeinsamen Sitzung des südafrikanischen Parlaments halten.

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