WikiNews de

May 9, 2016

Das Ende einer Geschichte: Margot Honecker ist tot

Das Ende einer Geschichte: Margot Honecker ist tot

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 11:09, 10. Mai 2016 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Margot Honecker 1988 in Potsdam

Santiago de Chile (Chile), 09.05.2016 – Am 6. Mai starb Margot Honecker, Ehefrau des ehemaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Erich Honecker, in ihrem Asyl in Chile. Nachdem ihr Mann im Juli 1992 nach Deutschland ausgeliefert worden war, bekam sie von der chilenischen Regierung politisches Asyl.

Bereits die Wohnung ihrer Eltern war bis 1938 eine wichtige Kontaktstelle der KPD. 1963 wurde sie Ministerin für Volksbildung der DDR und wirkte maßgeblich am „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem“ mit. Sie war unter anderem hauptverantwortlich dafür, dass Kinder, deren Eltern wegen „Republikflucht“ oder Spionage inhaftet wurden, oft ohne die Einwilligung der Eltern, zur Zwangsadoption freigegeben wurden. Oft leitete sie Beschwerden an ihr Ministerium direkt an die Stasi weiter. 1978 führte sie gegen den Widerstand der Kirchen und vieler Eltern den Wehrunterricht für Schüler der 9. und 10. Klassen ein, der eine paramilitärische Ausbildung an Waffen beinhaltete.

Nach der Wende 1989 trat sie aus der SED/PDS aus. Es wird vielfach öffentlich kritisiert, dass Margot Honecker bis zu ihrem Tod starrköpfig den DDR-Unrechtsstaat und den Mauerbau verteidigt hat und niemals für ihr Handeln als DDR-Ministerin für Volksbildung gerichtlich belangt worden ist.

Die ab 1961 errichtete Grenzbefestigung der DDR galt als „antifaschistischer Schutzwall“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Portal:Politik

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 9, 2014

Hans-Ulrich Wehler ist tot

Hans-Ulrich Wehler ist tot – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Hans-Ulrich Wehler ist tot

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09.07.2014, 03:59 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Hans Ulrich Wehler im März 2014

Bielefeld (Deutschland), 09.07.2014 – Am Samstag (5. Juli) verstarb der Gesellschaftshistoriker Hans-Ulrich Wehler im Alter von 82 Jahren. Wehler gehörte zu den bedeutendsten Historikern der deutschen Nachkriegszeit. Er lehrte von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 an der bei seiner Berufung gerade erst gegründeten Universität Bielefeld. Er begründete zusammen mit Jürgen Kocka die als Bielefelder Schule bekanntgewordene Richtung der Geschichtswissenschaft, die nicht mehr allein von Politikgeschichte, sondern gerade von einer Mischung aus dieser mit Sozial-, Ideen-, Kultur- und Alltagsgeschichte geprägt wird. Die entscheidende Ergänzung war aber der Einzug der Statistik in die Geschichtswissenschaft, der durch Wehler vorangetrieben wurde und sie zur historischen Sozialwissenschaft machte. Damit veränderte sich die Methodik grundlegend, und dies stieß zunächst auf Ablehnung. So wurde seine erste zum großen Teil in den USA verfasste Habilitationsschrift als nicht „hinreichend historisch“ abgelehnt, und erst mit seiner zweiten Schrift zum Imperialismus Bismarcks wurde er von der Universität Köln habilitiert. Seine 1973 erschienene Darstellung des deutschen Kaiserreichs wurde dann jedoch zu einem Klassiker der Geschichtsschreibung und ist mittlerweile in der 10. Auflage noch immer erhältlich.

Wehler scheute den Konflikt nicht, und im Historikerstreit von 1986/87 gehörte er zu den lautstarken Unterstützern Jürgen Habermas’ im Streit um eine als revisionistisch angesehene Deutung des 3. Reichs. 1987 erschien aber auch der erste Band seiner „Deutschen Gesellschaftsgeschichte“, die einen Überblick über die deutsche Geschichte vom 18. Jahrhundert bis 1990 gibt. Die Darstellung, die insgesamt fünf Bände umfasst, wurde erst 2008 vollendet und ist sowohl sein Opus magnum als auch prägend für sein Spätwerk. Mit dem dritten Band seiner Gesellschaftsgeschichte, in dem das Zeitalter Bismarks behandelt wird, aber besonders im vierten Band, wo es unter anderem um die Persönlichkeit Hitlers geht, wird die Bedeutung des Individuums für die Geschichte durch Wehler immer stärker herausgestellt. Für Aufsehen hatte zuletzt noch seine Kritik am Islam und der Türkei gesorgt. Den Einfluss des Islam sah er als problematisch für die Weltpolitik an, und den Beitritt der Türkei zur EU lehnte er als kulturell nicht zu Europa passend ab.

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 24, 2010

Fernsehjournalist Lothar Loewe gestorben

Fernsehjournalist Lothar Loewe gestorben

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:38, 24. Aug. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Lothar Loewe bei einem Vortrag im Jahr 2009

Berlin (Deutschland), 24.08.2010 – Der langjährige Fernsehjournalist Lothar Loewe ist am gestrigen Montag im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit.

Loewe, geboren am 9. Februar 1929 in Berlin-Wilmersdorf, war ARD-Korrespondent in Washington, Moskau und Ost-Berlin, wo er die Leitung des neu errichteten ARD-Studios übernahm. Aufgewachsen ist er im heute polnischen Landsberg an der Warthe. Gegen Ende des zweiten Weltkriegs wurde er eingezogen und geriet in Gefangenschaft. Zum Journalismus kam Lothar Loewe zunächst über seine Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen, unter anderem bei der Berliner Zeitung „Der Abend“.

Als ARD-Korrespondent in Washington berichtete er auch über die Kubakrise sowie die Ermordung John F. Kennedys. 1976 wurde er, nachdem er erst zwei Jahre zuvor die Akkreditierung erhalten hatte, von der DDR-Führung ausgewiesen. Hintergrund war sein Auftritt in der Tagesschau, bei dem er den berühmten Satz sprach: „Hier in der DDR weiß jedes Kind, dass die Grenztruppen den strikten Befehl haben, auf Menschen zu schießen wie auf Hasen.“ Seine Erfahrungen in der DDR veröffentlichte er 1977 in dem Buch „Abends kommt der Klassenfeind. Eindrücke zwischen Elbe und Oder“.

1980 erhielt Loewe das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine engagierte, kritische Arbeit. In den Jahren 1983 bis 1986 war er Intendant des Senders Freies Berlin (SFB). Nach dem Mauerfall wurde er Hörfunkbeauftragter für den „Deutschlandsender Kultur“. Er war des Öfteren als Zeitzeuge unterwegs.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 23, 2010

Christoph Schlingensief gestorben

Christoph Schlingensief gestorben – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Christoph Schlingensief gestorben

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:58, 23. Aug. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Christoph Schlingensief, 2009

Berlin (Deutschland), 23.08.2010 – Der deutsche Aktionskünstler und Regisseur Christoph Schlingensief ist am Samstag, dem 21. August, im Alter von 49 Jahren an Krebs gestorben. Schlingensief war durch seine oft provokanten Performances mit politischem und gesellschaftlichem Bezug einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. So brachte er in seinen Inszenierungen Behinderte und Kranke auf die Bühne. Bei einer Benefizgala im Deutschen Schauspielhaus drohte er ein mitgebrachtes Huhn zu töten, sollten die Gäste sich nicht spendabler zeigen.

Auf der Documenta X in Kassel provozierte Schlingensief mit einem Plakat mit dem Slogan „Tötet Kohl“. Shakespeares „Hamlet“ inszenierte Schlingensief 2001 in Zürich. Dabei ließ er echte und falsche ehemalige Neonazis auftreten und verursachte so einen lokalpolitischen Skandal. Auch in Österreich scheute Schlingensief nicht vor Provokationen zurück. Just während die Freiheitliche Partei Österreichs unter Jörg Haider in der Regierung saß, ließ er unter dem Titel „Bitte liebt Österreich!“ zwölf vermeintliche Asylbewerber in einem mit dem Schriftzug „Ausländer raus“ versehenen Container vor der Wiener Staatsoper hausieren. Wie bei der Fernsehsendung „Big Brother“ sollte das Volk per TED entscheiden, welcher von ihnen Österreich zu verlassen habe.

Der Regisseur hatte bei den Bayreuther Festspielen 2004 „Parsifal“ inszeniert. Schon damals äußerte er die Befürchtung, an Krebs zu erkranken. Bekannt war dem in Oberhausen geboren Apothekersohn Schlingensief die Erkrankung seit 2008.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.