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March 24, 2012

Somalia: EU-Verteidigungsminister einigen sich auf Erweiterung des Einsatzes gegen Piraten

Somalia: EU-Verteidigungsminister einigen sich auf Erweiterung des Einsatzes gegen Piraten

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Veröffentlicht: 11:46, 24. Mär. 2012 (CET)
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Brüssel (Belgien) / Somalia, 24.03.2012 – Der EU-Einsatz „Atalanta“ gegen die von Somalia aus agierenden Seeräuber soll nach einem Beschluss der EU-Verteidigungsminister ausgeweitet werden. Die Minister einigten sich darauf, dass die Stützpunkte und Schiffe der Piraten auch an Land zerstört werden können.

Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten hatten gezögert, das Mandat auszuweiten, um Luftangriffe auf Stellungen der somalischen Piraten an Land zu ermöglichen. Insbesondere aus Deutschland kamen kritische Stimmen, die einen Beschluss verzögerten. Auch nach dem Beschluss verstummten die mahnenden Stimmen nicht. Die SPD und Die Grünen sind empört. Reinhard Bütikofer von den Grünen hält den Beschluss für völkerrechtswidrig, er sei ein weiterer Schritt in Richtung Militarisierung der Problemlösung: „Die EU-Außenminister ignorieren, dass Piraten Kriminelle und keine feindlichen Kämpfer sind. Piraten an Land zu beschießen, ohne dass von ihnen direkte Gefahr ausgeht, ist schlicht völkerrechtswidrig.“ Bütikofer weiter: „Die Wahrscheinlichkeit, dass EU-Militärkräfte Zivilisten verletzen oder sogar töten ist ausgesprochen hoch.“

Außenminister Westerwelle begründete die Zustimmung: Die Bekämpfung der somalischen Piraten müsse „ernst, robust und nachhaltig“ organisiert sein. Es sei für die eingesetzten Soldaten unzumutbar, dass sie auf hoher See gegen die Piraten vorgehen könnten, aber nicht, sobald diese sich mit ihren Waffen auf dem Strand befänden. Die Ausweitung des Mandats sei eine nationale Pflicht, um Leib und Leben der Seeleute nicht zu gefährden.

Der Einsatz von Soldaten an Land ist nicht vorgesehen. 291 Soldaten der Bundeswehr und das Versorgungsschiff „Berlin“ sind an der Operation Atalanta beteiligt.

Einsatzgruppenversorger Berlinklasse

Die Zustimmung des Bundestages zur Mandatserweiterung ist erforderlich, dafür reicht die Mehrheit der Regierungsparteien aus. Kritik der Opposition ist zu erwarten. Die EU-Mission Atalanta begann Ende 2008. Es handelt sich um eine multinationale Mission der EU zum Schutz von humanitären Hilfslieferungen nach Somalia, der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias am Horn von Afrika im Golf von Aden. Die Abkürzung NAVFOR steht für Naval Forces. Der Operationsname Atalanta lehnt sich an die jungfräuliche Jägerin Atalante aus der griechischen Mythologie an.

Weblinks[Bearbeiten]

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February 10, 2011

Oman: Supertanker durch Piraten gekapert

Oman: Supertanker durch Piraten gekapert

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Veröffentlicht: 17:52, 10. Feb. 2011 (CET)
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Maskat (Oman), 10.02.2011 – Am Mittwochmorgen, dem 9. Februar 2011, wurde der Tanker „Irene SL“ der griechische Reederei Enesel von Piraten vor der Küste Omans geentert. Der Tanker hat zwei Millionen Barrel Rohöl im Wert von 200 Millionen Dollar an Bord. Seit die Piraten das Schiff übernommen haben, besteht kein Funkkontakt mehr. Sieben Griechen, ein Georgier und 17 Philippiner bilden die Besatzung des Supertankers; über ihr Schicksal ist nichts bekannt.

Vor zwei Wochen kaperten Piraten die „Beluga Nomination“ einer deutschen Reederei und brachten sie in somalische Gewässer. Ende Dezember 2010 konnte ein Schiff seine Fahrt nach acht Monaten fortsetzen. Zuvor waren 5,5 Millionen Dollar gezahlt worden. Die Gefährdungslage verschärft sich im indischen Ozean. Die Anstrengungen der international zusammengesetzten Marineeinheiten zur Sicherung des Seewegs werden durch die Seeräuber unterlaufen. Die Vereinigung der Tanker-Eigner Intertanko befürchtet, dass ohne wirkungsvolle Maßnahmen die Route nicht mehr befahren werden kann. Dies würde zu Engpässen bei der Versorgung mit Rohöl führen.

Seit Jahren agieren Banden von Somalia aus und bringen Schiffe in ihre Gewalt. Das Land befindet sich in der Hand lokaler Clans, Kriegsherren, radikal-islamischer Gruppen und von Piraten. Bei Festnahmen von Tätern ergeben sich regelmäßig Probleme, ein Gericht zu finden, das sich für das Strafverfahren zuständig erklärt.

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February 5, 2011

Schiffspiraterie: Möglicherweise Tote an Bord des deutschen Frachters „Beluga Nomination“

Schiffspiraterie: Möglicherweise Tote an Bord des deutschen Frachters „Beluga Nomination“

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Veröffentlicht: 16:27, 5. Feb. 2011 (CET)
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Länder am Horn von Afrika

Bremen (Stadt) (Deutschland) / Harardheere (Somalia), 05.02.2011 – Wie die Beluga-Reederei in Bremen mitteilte, sind möglicherweise drei Besatzungsmitglieder an Bord ihres vor der somalischen Küste entführten Frachters „Beluga Nomination“ ums Leben gekommen. Zwei Seeleute sind vermutlich von somalischen Piraten erschossen worden. Das dritte Opfer ist mutmaßlich der leitende Schiffsingenieur, der bei einem Fluchtversuch ertrunken ist. Der genaue Hergang an Bord des Schiffes ist bisher noch unklar.

Der Frachter der Bremer Reederei war vor rund zwei Wochen mit zwölf Besatzungsmitgliedern aus der Ukraine, Russland, Polen und den Philippinen vor der somalischen Küste von Piraten gekapert worden. Die Besatzung konnte sich zunächst in einen besonders gepanzerten Schutzraum retten. Nach zwei Tagen war es den Piraten jedoch gelungen, die Stahltüren aufzubrechen. In dieser Zeit war die Besatzung des Schiffes auf sich allein gestellt. Mit einem dänischen Kriegsschiff und einem Patrouillenboot der Seychellen soll es später zu einem Feuergefecht gekommen sein, in dessen Verlauf nach Medienberichten zwei Piraten getötet wurden. Zwei Matrosen der Beluga Nomination unternahmen dabei einen Fluchtversuch mit einem Motorboot. Ob diese beiden Matrosen gerettet werden konnten oder durch Schüsse der Piraten getötet wurden, darüber gibt es in den Berichten unterschiedliche Darstellungen.

Das Schiff ankert gegenwärtig in Harardheere in Somalia. Die Reederei, die in telefonischem Kontakt mit der Besatzung des Schiffes steht, erklärte, den sieben verbliebenen Besatzungsmitgliedern ginge es den Umständen entsprechend gut. Eine konkrete Lösegeldforderung gebe es zurzeit nicht. Die Reederei kündigte an, ab sofort privates Sicherheitspersonal auf den Schiffen dieser Route einsetzen zu wollen.

Nils Stolberg, geschäftsführender Gesellschafter der Reederei, erhob gegen die NATO, die EU und die Seychellen schwere Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Befreiungsversuch der Besatzung: „Wir sind der Überzeugung, dass der tragische Tod einer unserer Kollegen hätte verhindert werden können, wenn es nur ein professionelles, koordiniertes, abgestimmtes Vorgehen seitens der Einsatzkräfte vor Ort gegeben hätte.“

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June 6, 2010

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

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Veröffentlicht: 14:29, 6. Jun. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia), 06.06.2010 – Zehn Seeleute, die seit dem 3. Februar an Bord des unter libyscher Flagge fahrenden Frachters „RIM“ von somalischen Piraten festgehalten wurden, ist es am 2. Juni gelungen, sich selbst zu befreien und die Kontrolle über den 4600-Tonnen-Frachter zurückzugewinnen. Diese Selbstbefreiung ist offenbar nicht ohne Blutvergießen abgelaufen. Wie NAVFOR Atalanta in Brüssel mitteilte, wurden vermutlich mehrere Piraten getötet. Ein Mitglied der Besatzung wurde schwer verletzt. Nach Angaben des rumänischen Außenministeriums wurden zwei Besatzungsmitglieder verletzt, darunter der Rumäne. Er sei in stabilem Zustand. Fünf Piraten wurden getötet, ein sechster konnte sich in einer Kammer einschließen, von wo er telefonisch Hilfe durch andere Piraten anforderte, teilte Abdiaziz Aw Yusuf mit, der die Lokalregierung des Distriktes Garacad führt.

Die spanische Fregatte Victoria, die im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika operiert, eilte an den Ort des Geschehens. Es herrschte zunächst Verwirrung darüber, ob nicht bereits andere Piraten erneut an Bord des Schiffes gelangt waren, doch dann wurde „schnell klar, dass die Besatzung die Kontrolle über das Schiff hatte“. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um andere somalische Piraten daran zu hindern, das Schiff erneut zu kapern. Diese hätten den Versuch nach Warnungen vom Hubschrauber aus aufgegeben. Warnschüsse seien jedoch nicht abgegeben worden. Der Zwischenfall ereignete sich vor Garacad an der Nordküste Somalias, teilte NAVFOR mit. Außerdem leisteten die spanischen Soldaten erste Hilfe.

Die Piraten hatten für das im Golf von Aden vor der Küste Jemens gekidnappte Schiff ein Lösegeld von drei Millionen US-Dollar verlangt. Das Schiff gehört der libyschen Reederei White Sea Shipping, fährt jedoch unter nordkoreanischer Flagge. An Bord des Schiffes waren neun Syrer und ein Rumäne. Über die Ladung ist nichts bekannt.

Kurz zuvor haben schwerbewaffnete Piraten im Golf von Aden den unter panamesischer Flagge fahrenden 15.000-Tonnen-Frachter „QSM Dubai“ mit 24 Besatzungsmitgliedern geentert. An Bord des aus Brasilien kommenden Schiffes waren 24 Besatzungsmitglieder aus Ägypten, Bangladesch, Ghana und Pakistan. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Kaperung innerhalb des „international empfohlenen Transitkorridors“, teilte NAVFOR mit. Auch diese Entführung endete blutig. Als Soldaten Puntlands das Schiff stürmten, kam es zu einem Kampf. Zwar konnten sieben Piraten festgenommen werden, doch der Kapitän des Schiffes wurde nach Angaben von Mohamed Raage, dem Minister Puntlands für Häfen und den Seeverkehr, von den Piraten getötet.

Derzeit befinden sich mindestens zwanzig Schiffe in der Gewalt von somalischen Piraten. Die Piraterie vor der Küste Somalias ist zu einer Gefahr für die Schifffahrt geworden. Somalische Piraten erpressen von den Eignern der Schiffe hohe Lösegelder. Aus diesem Grund operiert eine internationale Flotte im Indischen Ozean, um die Schifffahrt zu sichern. Nach den Angaben des International Maritime Bureau (IMB) wurden im ersten Quartal 2010 nur noch 67 Zwischenfälle von Piraterie verzeichnet. Das ist ein Rückgang von 34 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, als 102 Fälle von Piraterie gemeldet wurden.

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April 13, 2010

Somalische Piraten sollen in Deutschland vor Gericht gestellt werden

Somalische Piraten sollen in Deutschland vor Gericht gestellt werden

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Veröffentlicht: 15:01, 13. Apr. 2010 (CEST)
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Hamburg (Deutschland), 13.04.2010 – Die Piraten, die über Ostern kurzzeitig das deutsche Containerschiff „Taipan“ gekapert hatten, sollen in Deutschland vor Gericht gestellt werden. Die Piraten waren von niederländischen Spezialkräften der Fregatte „Tromp“ überwältigt worden. Der niederländische Verteidigungsminister Eimert van Middelkoop hatte bereits kurz nach der Befreiungsaktion gefordert, dass die Piraten von Deutschland strafrechtlich belangt werden sollen. Ansonsten müssten sie wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Das Amtsgericht Hamburg hat jetzt Haftbefehle gegen die Piraten erlassen, die die Grundlage für eine Auslieferung sind. Das Bundesjustizministerium hat keine Einwände gegen eine Auslieferung erhoben. Ein Sprecher sagte, dass die Bundesregierung das Verfahren unterstütze. Mit der Ankunft der Piraten in den Niederlanden wird diese Woche gerechnet. Wann eine Auslieferung nach Deutschland erfolgt, ist unklar. Die Piraten können gegen den Auslieferungsantrag Rechtsmittel einlegen.

Der Prozess, der wahrscheinlich vor dem Hamburger Landgericht stattfinden wird, wäre der erste dieser Art in Deutschland. Den Verdächtigen wird versuchter erpresserischer Menschenraub und ein Angriff auf den Seeverkehr vorgeworfen.

Bisher wurde eine Strafverfolgung in Deutschland vermieden, da befürchtet wurde, dass die Piraten nach einem Freispruch Asyl in Deutschland beantragen könnten.

Themenverwandte Artikel

  • Operation Atalanta

Quellen

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April 8, 2010

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

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Veröffentlicht: 22:30, 8. Apr. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia) / Nairobi (Kenia) / Den Haag (Niederlande), 08.04.2010 – Somalische Piraten haben am 7. April gegen 15:15 Uhr UTC (17:15 MESZ) vor der Küste Kenias ein türkisches Containerschiff unter ihre Kontrolle gebracht. Die „Yasin C“ habe sich zum Zeitpunkt ihrer Entführung rund 250 Seemeilen (etwa 460 km) östlich ihres Bestimmungshafens Mombasa befunden, teilte der Sprecher der Operation Atalanta, Hauptmann John Harbour, der Presse mit. An Bord des Schiffes befinden sich 25 Seeleute.

Andrew Mwangura vom „East African Seafarers′ Assistance Programme“ teilte der Presse mit, dass der südkoreanische Öltanker Samho Dream, dessen Ladungswert auf knapp 170 Millionen US-Dollar geschätzt wird, inzwischen in somalischen Gewässern angelangt sei. Mwangura teilte auch mit, dass drei indische Schiffe, die bislang in der Gewalt von Piraten waren, freigegeben worden seien. Als Grund führt Mwangura an, dass diesen Schiffen der Treibstoff ausgegangen sei.

Die russische Regierung äußerte Kritik an der laxen rechtlichen Verfolgung der Piraten. Aufgrund von zu gutmütigen Gesetzen in zahlreichen Staaten, die sich an der international maritimen Taskforce beteiligten und wegen der Schwierigkeiten bei der juristischen Aufarbeitung der Piraterie in den Staaten der Region, erwartet der Kreml ein Anwachsen der Piraterie am Horn von Afrika. „Das Problem ist weiterhin vorhanden, und in gewisser Weise nimmt es zu“, sagte der Botschafter Russlands bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrates hinter verschlossenen Türen. „Wir denken, dass eines der schwachen Glieder in der ganzen Angelegenheit die juristische Verfahrensweise ist.“

Rear Admiral Peter Hudson, der die „Operation Atalanta“ befehligt, räumte ein, dass festgenommene Piraten wieder freigelassen werden müssten, weil sich niemand finde, diese anzuklagen. Tschurkin sagte, die russische Regierung sei über diese Entwicklung „besorgt“. Russland erwägt deswegen, die Einrichtung eines Sondertribunals zur Verurteilung von Piraten vorzuschlagen.

Am 1. April hatte die Regierung Kenias bekannt gegeben, keine von der internationalen Seestreitkraft festgenommenen Piraten mehr vor Gericht zu stellen und zu verurteilen, weil die internationale Gemeinschaft ihren Versprechungen nicht nachgekommen sei, sich an den Kosten für die Gerichtsverfahren und die Unterbringung der Verurteilten zu beteiligen. Derzeit sind mehr als 100 somalische Piraten in Kenia inhaftiert.

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April 6, 2010

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

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Veröffentlicht: 19:37, 6. Apr. 2010 (CEST)
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Den Haag (Niederlande) / Seoul (Südkorea) / Mogadischu (Somalia), 06.04.2010 – Die niederländische Marine hat mit einer Kommandoaktion das unter deutsche Flagge fahrende Schiff „MS Taipan“ befreit. Somalische Piraten hatten das Schiff am Morgen des Ostermontags etwa 800 Kilometer vor der Küste gekapert. Das Schiff war auf dem Weg von Mombasa nach Dschibuti. Zunächst hatte ein Hubschrauber die Brücke des Containerschiffes beschossen, dann hätten sich Elitesoldaten abgeseilt, informierte das niederländische Verteidigungsministerium. An der Befreiuungsaktion, in deren Verlauf zehn Piraten festgenommen wurden, war die niederländische Fregatte „Tromp′s Lynx“ beteiligt. Ein niederländischer Soldat wurde bei einem Schusswechsel mit den Piraten verletzt.

Die 15 Besatzungsmitglieder des Schiffes – unter ihnen zwei Deutsche – hatten unmittelbar bevor die Piraten die Kontrolle über das Schiff übernommen hatten die Maschinen des Schiffes abgestellt, sodass es nicht mehr manövrierfähig war. Dann hatten sie sich verschanzt. Sie blieben bei der Befreiungsaktion unverletzt. Das Schiff konnte anschließend seine Fahrt fortsetzen.

Am Mittag des 5. April hatte der dänische Tanker „Torm Ragnhild“ im Golf von Aden einen Notruf abgesendet, als das Schiff von Piraten bedrängt wurden. Die Piraten wurden von einem französischen Flugzeug in die Flucht geschlagen. Sie kehrten zu ihrem Mutterschiff zurück, der unter indischer Flagge fahrenden Dhau „Safina Al-Gayatri“. Dieses Schiff wurde von einer türkischen Fregatte bis an die Küste verfolgt, wo die Piraten das Schiff verließen.

Nicht vereiteln konnte die internationale Seestreitkraft die Kaperung des südkoreanischen Tankers „Samho Dream“, etwa 1100 Kilometer von der Küste Somalias entfernt und damit rund 550 Kilometer außerhalb des Patrouillengebietes der Operation Atalanta. Der 300.000-Tonnen-Tanker war auf dem Weg vom Irak in die Vereinigten Staaten. An Bord befinden sich fünf südkoreanische und 19 philippinische Besatzungsmitglieder. Presseberichten zufolge hat ein südkoreanisches Kriegsschiff die Verfolgung des Schiffes aufgenommen. Es gehöre aber nicht zu den Befehlen an den Zerstörer, das Schiff abzufangen. Nach Andeutungen des Sprechers von Valero Energy, dem Eigentümer des an Bord befindlichen Rohöls, könnte der Wert der Ladung eines Öltankers dieser Größe etwa 170 Millionen US-Dollar betragen.

In den letzten Wochen war es zu einem Anstieg von Piratenüberfällen am Horn von Afrika gekommen. Nach Angaben der internationalen maritimen Taskforce ist dies auf die Wettersituation im Indischen Ozean zurückzuführen, da die See sich im April und Mai beruhigt.

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March 25, 2010

Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

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Veröffentlicht: 11:16, 25. Mär. 2010 (CET)
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Die Abbildung zeigt das Horn von Afrika mit Piratenangriffen des Jahres 2008.

Grafik: US Africa Command

Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Bei dem Versuch, das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff MV Almezaan zu entern, wurde ein Pirat durch einen sich an Bord befindlichen Wachmann erschossen. Dies bestätigte Hauptmann John Harbour, ein Sprecher der multinationalen Militärmission der Europäischen Union EU NAVFOR, besser bekannt als Operation Atalanta. Piraten hatten sich demnach zweimal dem Schiff genähert. Bei der zweiten Annäherung ist es zu einem Schusswechsel zwischen Wachleuten und den Piraten gekommen.

„Normalerweise feuern die privaten Sicherheitsfirmen Warnschüsse ab,“ erklärte Harbour. Dies langt üblicherweise, um die Piraten zu vertreiben, doch dieses Mal hätten sich die Piraten ein zweites Mal genähert und das Feuer eröffnet. Die Wachleute hätten zurückgeschossen und hätten die Piraten dadurch in die Flucht geschlagen. Die spanische Fregatte Navarra eilte an den Ort des Geschehens. Von einem Hubschrauber aus wurden zwei Boote und ein „Mutterschiff“ gesichtet. Die flüchtenden Piraten wurden daraufhin gestellt. Sechs Piraten wurden festgenommen, ein siebter wurde tot aufgefunden. Das „Mutterschiff“ wurde anschließend durch die spanische Fregatte versenkt.

Der Zwischenfall stärkt Befürchtungen, dass die Anwesenheit bewaffneter Wachmannschaften auf den Schiffen und die immer stärkere Bewaffnung der Piraten die Gefahrlichkeit der Gewässer am Horn von Afrika weiter erhöhen könne. Darauf haben mehrere Organisationen hingewiesen, darunter das International Maritime Bureau. Zwar sei schon bei einigen Piratenübergriffen Seeleute getötet worden, aber bislang sei nur ein einziger Fall bekannt, bei dem ein Seemann exekutiert wurde.

Der Direktor der Anti-Piraterie-Initiative des Büros für Drogen und Verbrechen der Vereinten Nationen, Alan Cole, wies darauf hin, dass vermutlich hunderte von Piraten auf See geblieben sind. Die meisten von ihnen seien verdurstet, weil ihnen der Treibstoff ausging und sie mit ihren Schnellbooten das Land nicht mehr erreichen konnten. Nach Angaben von Harbour wurden in den letzten zwölf Monaten etwa ein Dutzend Piraten von der Marineeinheiten der im Seegebiet operierenden Staaten getötet, die Involvierung eines privaten Wachmanns in die Tötung eines Piraten ist jedoch allem Anschein nach ein Novum.

Zwar wurden im Rahmen der Operation Atalanta in den vergangenen drei Wochen 17 Piratenüberfälle vereitelt, dennoch ist die Piraterie in den Seegewässern am Horn von Afrika durch die internationale Präsenz nicht zurückgegangen. Am 23. März wurde das ostwärts fahrende türkische Schiff Frigia mit 19 Seeleuten an Bord rund 1.800 Kilometer östlich der somalischen Küste, weit außerhalb des Operationsgebietes der europäischen Marineeinheiten, gekapert und auf einen anderen Kurs gebracht. Es sei nun auf dem Weg nach Haradheere, erklärte ein Pirat, der seinen Namen mit Ali angab, in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der Küste Omans brachten Piraten das auf Bermuda registriertes Schiff Talca unter ihre Kontrolle. Im Jahr 2009 kaperten somalische Piraten insgesamt 47 Schiffe und verlangten Lösegeld. Nach Expertenmeinung lässt sich die Problematik nur wirksam beseitigen, wenn die staatlichen Strukturen Somalias wiederhergestellt werden.

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Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

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Veröffentlicht: 19:39, 25. Mär. 2010 (CET)
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Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Die von der spanischen Fregatte Navarra festgenommenen Piraten sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Angaben von Hauptmann John Harbour, einem Sprecher der EU-Operation Atalanta, soll dies notwendig geworden sein, da sowohl der Kapitän des angegriffenen Schiffes MV Almezaan als auch die am Schusswechsel beteiligte private Wachmannschaft keine Aussage machen wollen.

Bei dem Angriff am 23. März 2010 war ein Pirat bei einem Schusswechsel mit der Wachmannschaft getötet worden. Dies ist der erste bekannt gewordene Fall dieser Art.

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March 5, 2010

Terrorwarnung in der Straße von Malakka

Terrorwarnung in der Straße von Malakka

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Veröffentlicht: 17:09, 5. Mär. 2010 (CET)
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Straße von Malakka (dunkelblau)

Singapur, 05.03.2010 – Singapur, Malaysia und Indonesien haben aufgrund einer Terrorwarnung die Sicherheitstufen erhöht. Wie der Innenminister Singapurs Wong Kan Seng im Parlament des Stadtstaates mitteilte, wurden alle Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Auch die Marinen Indonesiens und Malaysia haben ihre Patrouillenfahrten in der Meerenge, die an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 2,8 Kilometer breit ist, verschärft. Die Maßnahmen gehen auf Informationen zurück, nach der Terroristen Öltanker angreifen könnten. Nähere Angaben, welche Gruppe Angriffe geplant hat und weitere Details nannte der Minister nicht. Am wahrscheinlichsten kämen nach Ansicht von Experten al-Qaida und die südostasiatische militante Gruppierung Jemaah Islamiyah in Frage. Letztere wird für zwei Bombenanschläge auf zwei Hotels in Djakarta mit sieben Opfern und die Bombenanschläge auf Bali verantwortlich gemacht, bei denen 202 Personen getötet wurden.

„Die Absicht der Terroristen ist wahrscheinlich, weitreichende Aufmerksamkeit zu erwecken und zu zeigen, dass sie eine existenzfähige Gruppe bleiben“, hieß es in einem Communiqué der Marine Singapurs.

Die indonesische Polizei hat bei Razzien seit dem 22. Februar in der Provinz Aceh im Westen der Insel Sumatra, die durch die Straße von Malakka von der Malayischen Halbinsel getrennt wird, 14 Verdächtige festgenommen. Ihnen wird die Vorbereitung von Terroranschlägen vorgeworfen. Die Polizei teilte mit, dass Gewehre und tausende Schuss Munition gefunden wurden. Bei Schusswechsel mit Gewehren wurden zehn Polizisten einer Spezialeinheit verletzt. Ein Mann wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den Verdächtigen um Angehörige einer zuvor unbekannten Terrorgruppe handelt. Derzeit wird geprüft, inwieweit diese mit Jemaah Islamiyah verbunden ist. Jemaah Islamiyah war bislang im Westen Sumatras nicht aktiv. Dort herrscht seit 2005 ein Waffenstillstand zwischen Nationalisten und der Regierung, der zu mehr Autonomie geführt hat.

John Harrison, ein Assistenzprofessor an der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur, hält die Terrorwarnung für glaubwürdig. Nach seiner Einschätzung seien weder die Marine noch das Innenministerium dafür bekannt, Warnungen voreilig herauszugeben. „Wenn sie diese Informationen herausgeben, bedeutet das, dass sie sehr besorgt darüber sind, etwas könnte sich ereignen.“ Die Marine Singapurs geht davon aus, dass kleine Fischerboote und Schnellboote für solche Attacken genutzt werden könnten.

Nach Angaben der U.S. Energy Information Administration, einer Behörde im Energieministerium der Vereinigten Staaten, werden täglich 15 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge befördert. 50.000 Handelsschiffe – sechsmal so viele wie im Sueskanal – durchfahren die Straße von Malakka jährlich und befördern so etwa 40 Prozent der im Welthandel verschifften Güter hindurch. 90 Prozent der japanischen und 80 Prozent der chinesischen Öleinfuhren werden durch die Meerenge transportiert, außerdem 30 Prozent der chinesischen Eisenerzimporte.

Peter Chalk, ein Experte für die Bewertung von Risiken durch Terrorismus, befürchtet im Falle von Anschlägen auf die Seeschifffahrt eine Gefahr für die Weltwirtschaft, weil im Zeitlater von termingenauen Lieferungen solche Störungen einen Dominoeffekt auslösen könnten, der Auswirkungen bis in die Finanzwirtschaft hat. Ein Terroranschlag würde mit ziemlicher Sicherheit auch die Versicherungsprämien steigen lassen. Die Prämien für Öltanker auf der Strecke zwischen den Erdölfeldern am Persischen Golf und Ostasien liegen derzeit bei durchschnittlich 37.000 US-Dollar pro Tag – weit niedriger als die 200.000 US-Dollar, die verlangt wurden, bevor die Finanzkrise zu einem wirtschaftlichen Einbruch führte. J. Peter Pham, ein Berater der US-Regierung und der Europäischen Union, glaubt jedoch, dass die Versicherungsindustrie jede Gelegenheit nutzen würde, um die Prämien zu erhöhen.

Eine Umfahrung der Region werde den Transport komplizierter machen, wie John Vautrain in Singapur der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Schifffahrtsunternehmen ergreifen deswegen eher geeignete Gegenmaßnahmen, als die Sundastraße weiter im Süden zu wählen, die den Seeweg um neunhundert Seemeilen und mindestens drei Tage Fahrtdauer verlängert. Der Industrieverband Intertanko hat seine Mitglieder aufgefordert, bei der Passage besondere Vorsicht walten zu lassen. Maersk gab an, die Straße mit Höchstgeschwindigkeit zu durchfahren und mehr Wachposten aufzustellen.

Die Straße von Malakka wird seit langem durch Piraterie unsicher gemacht und die Küstenwachen der anliegenden Staaten fahren deswegen Patrouille. Dass die Meerenge auch ein Ziel für Terrorismus sein könnte, ist eine eher neue Gefahr. Die konkrete Terrorwarnung beruht den Angaben eines thailändischen Marineattachés auf Informationen, die das International Maritime Bureau (IMB) in Kuala Lumpur aus Japan erhielt. Ein IMB-Pressesprecher erklärte auf Rückfrage, ob es sich um Piraterie oder um eine terroristische Gefahr handele, es gehe um eine terroristische Gefahr.

Analysten sehen jedoch eine geringe Gefahr in der Möglichkeit, Öltanker als schwimmende Bomben gegen Häfen oder andere Schiffe zu nutzen. Rohöl sei zu schwer entflammbar, glauben sie.

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  • Portal:Terrorismus

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