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November 8, 2013

Fukushima: Bergung von Brennstäben beginnt

Fukushima: Bergung von Brennstäben beginnt

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Veröffentlicht: 08.11.2013, 06:29 (MEZ)
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Brennstabeinheiten während
ihrer Produktion

Fukushima (Japan), 08.11.2013 – Die Tokyo Electric Power Company (Tepco), der Betreiber des 2011 durch eine Tsunami schwer beschädigten Kernkraftwerks in Fukushima, hat bekannt gegeben, dass die Bergung von Brennstäben aus Reaktorblock 4 des Kraftwerkes nun beginnen kann. Block 4 war zur Zeit des Unglücks für Wartungsarbeiten abgeschaltet, und seine Brennstäbe waren in einem wassergekühlten Lagerbecken im Reaktorgebäude untergebracht. Das Gebäude von Reaktor 4 wurde durch eine Wasserstoffexplosion 2011 schwer beschädigt und war einsturzgefährdet. Das Gebäude wurde nun gesichert und ein neuer Kran wurde installiert, der an der Stelle des eigentlichen Krans der Anlage die Brennstäbe bergen wird. Der neue Kran ersetzt nicht nur den alten bei der Explosion beschädigten Kran, er verfügt auch über besondere Sicherheitsvorrichtungen, die den problemlosen Ablauf der Bergung sicherstellen sollen.

Das Entfernen der Brennstäbe ist eigentlich ein Routinevorgang, der regelmäßig auch in Fukushima durchgeführt wurde, bei dem die Brennstäbe zur Kühlung ständig unter Wasser gehalten werden. Die jetzige Bergungsaktion ist aber nicht ungefährlich, denn obwohl Tepco davon ausgeht, dass die Brennstäbe keinen Schaden durch nach der Explosion herabfallende Gebäudeteile genommen haben, gibt es darüber keine letzte Gewissheit, und man hofft, dass auch Gebäudetrümmer kein Hindernis mehr darstellen.

Die 1533 Brennstäbe werden in Einheiten von 22 Stück geborgen. Die Bergung einer jeden Einheit dauert zwischen sieben und zehn Tagen. Wenn die Brennstabeinheit aus dem jetzigen Wassertank entfernt wurde, wird sie in einen neuen Tank auf dem Gelände des Kraftwerks eingelagert. Der neue Tank ist mit einem neuen Kühlsystem ausgestattet und gegen Erdbeben und Tsunamis besonders gesichert, denn er soll für eine Zeit von 10 bis 20 Jahren für die Lagerung benutzt werden.

Das Entfernen der Brennstäbe wird als erster Schritt zur endgültigen Stilllegung des Kraftwerks bezeichnet. Wenn diese Bergungsaktion vorraussichtlich Ende 2014 erfolgreich abschlossen sein wird, wird man sich der wesentlich schwierigeren dauerhaften Lösung der Probleme der Blöcke 1, 2 und 3 zuwenden, die zum Zeitpunkt des Unglücks in Betrieb waren und deren Brennstäbe dementsprechend im Reaktor plaziert waren, was zu einer teilweisen Kernschmelze führte, als die Anlage außer Kontrolle geriet. Auch in diesen Blöcken ist eine Bergung der Brennstäbe bzw. des radioaktiven Abfalls soweit möglich geplant. Die geschmolzenen Teile der Brennstäbe werden sich nach heutigem Stand der Technik nicht bergen lassen. Die wesentliche höhere Strahlung in diesen Reaktorblöcken wird diese Aufgabe aber auch so bereits deutlich schwieriger machen als die jetzige Bergung in Block 4, weil diese Bereiche für Menschen teilweise ganz unzugänglich sind. Der Beginn dieser nächsten Phase der Aufräumarbeiten wird für 2015 erwartet und wird 30–40 Jahre in Anspruch nehmen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle (08.08.2013)

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August 8, 2013

Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle

Tepco bekommt havariertes Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle

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Veröffentlicht: 15:33, 8. Aug. 2013 (CEST)
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Fukushima (Japan), 08.08.2013 – Gestern gab das Industrieministerium in Tokio bekannt, dass wahrscheinlich schon seit zwei Jahren radioaktiv belastetes Grundwasser aus den Reaktoren des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi unkontrolliert in den Pazifik fließt. Täglich gelangen rund 300 Tonnen verstrahltes Wasser über Lecks aus den unterirdischen Gängen und Leitungsschächten in den Pazifischen Ozean. Der Bau eines Sperrwalls, der im Oktober 2015 fertig sein soll, werde vom Staat finanziert werden, sagte ein Sprecher der Regierung. Täglich dringen rund 400 Tonnen Grundwasser in die Gebäude der Reaktoren ein (Jahresvolumen: 150 000 Tonnen) und vermischen sich mit den 300 bis 400 Tonnen kontaminierten Wassers, mit denen die Brennstäbe gekühlt werden. 300 000 Tonnen belastetes Wasser lagern derzeit bereits in Containern und Tanks auf dem Betriebsgelände in Fukushima. In den nächsten zwei Jahren will Tepco die Kapazität auf 700 000 Tonnen erhöhen. Trotz der wiederkehrenden Sicherheitsmängel beim Betreiber Tepco soll dieser für die Beseitigung der Schäden und Dekontamination verantwortlich bleiben, allerdings jetzt mit Unterstützung des japanischen Industrieministeriums METI. Dem atomfreundlichen METI ist die Atomaufsicht in Japan unterstellt und nicht dem japanischen Umweltministerium.

Um eine unabhängige flächendeckende Erfassung der Strahlenbelastung sicherzustellen, startete nach der Harvarie von Fukushima-Daiichi mit dem Crowdsourcing-Projekt Safecast, dessen Messungen gerade die Anzahl von 10 Millionen Datensätzen überschritten haben. Die Daten werden der internationalen Öffentlichkeit über die Webseite zur Verfügung gestellt.

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May 6, 2012

In Japan werden alle Atomkraftwerke abgeschaltet

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Veröffentlicht: 02:37, 6. Mai 2012 (CEST)
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Atomkraftwerk Tomari

Tokio (Japan), 06.05.2012 – Am 7. Mai 2012 wird in Japan der letzte Atomreaktor außer Betrieb genommen. Die insgesamt 54 Reaktoren des Landes werden dann zum ersten Mal seit 1970 alle abgeschaltet sein – teils aufgrund der Beschädigungen infolge des Tsunami im Frühling 2011, teils zu Wartungsarbeiten. Der letzte noch abzuschaltende Reaktor befindet sich im Atomkraftwerk Tomari auf der Insel Hokkaido im Norden des Landes.

Ob und wann überhaupt wieder ein Reaktor hochgefahren wird, ist derzeit noch unklar, da seit dem Reaktorunfall bei Fukushima die lokalen Behörden dem Wiederanfahren zustimmen müssen. Diese Zustimmung wurde seitdem aber in keinem Fall mehr erteilt.

In Japan wurden vor den Ereignissen im März 2011 über 30 Prozent des Strombedarfs durch Atomstrom gedeckt. Mit drei Atomkonzernen gilt Japan als eine der führenden Nationen im Bereich der Atomstromerzeugung.

In Tokio haben Atomkraftgegner die Abschaltung gefeiert und sich zuversichtlich gezeigt, dass Engpässe in der Stromversorgung, vor denen die Regierung warnt, nicht eintreten würden. Insbesondere an heißen Sommertagen steigt der Stromverbrauch in Japan wegen der zahlreichen Klimaanlagen deutlich an. Industrievertreter warnten davor, dass Stromausfälle für die Industrie fatale Folgen haben könnten, und raten dazu, einzelne Reaktoren wieder hochzufahren. Ob es im Sommer zu Engpässen kommen wird, muss sich aber erst noch zeigen. Gyoshu Otso (56), ein buddhistischer Mönch, erklärte: „Ein neues japanisches Zeitalter ohne Atomkraft bricht an. Die Erzeugung von Atomkraft ist einem Verbrechen vergleichbar, denn viele Menschen leiden noch immer.“ Masao Kimura, ein Mitorganisator der Proteste, sagte: „Dies ist ein symbolträchtiger Tag. Jetzt können wir beweisen, dass ein Leben ohne Atomkraft möglich ist.“ Obwohl die Regierung Stresstests angeordnet hat, um die Sicherheit der Kraftwerke zu prüfen, bemängeln viele, dass diese nicht vor einer erneuten Katastrophe schützen können. Masashi Goto, ein ehemaliger japanischer AKW-Ingenieur und heutiger Atomkritiker, bekräftigt dies: „Diese Stresstests sagen doch gar nichts über die Sicherheit der Kraftwerke aus. Da wurden am grünen Tisch die Unterlagen geprüft, in einigen Fällen höhere Tsunamiwälle und mehr Feuerwehr vorgeschrieben. Aber an den Anlagen, an den Reaktoren selbst, an ihrer Gefährdung durch Erdbeben hat sich nichts geändert. Deshalb ist es nach wie vor sehr wahrscheinlich, dass sich ein Unglück wie in Fukushima wiederholt.“

Nach dem fatalen Erdbeben im März 2011 wurde das Atomkraftwerk in Fukushima durch einen darauf folgenden Tsunami überflutet und schwer beschädigt. Zwar wurden die Reaktoren nach dem Erdbeben sofort abgeschaltet, aber durch die Tsunamischäden konnte die Nachzerfallswärme nicht abgeführt werden. Trotz improvisierter Kühlmaßnahmen kam es zu einer partiellen Kernschmelze in den Blöcken 1 bis 3. Bei dem Unglück wurden auch größere Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt, woraufhin die gesamte Umgebung evakuiert werden musste. Zehntausende Anwohner wurden aus der Region evakuiert.

Die Katastrophe führte zu einem Wandel in der öffentlichen Meinung. Nach den Ereignissen demonstrierten immer mehr Menschen für einen Atomausstieg. Bis heute können die Menschen in einige Regionen um das Kraftwerk nicht zurückkehren. Ob die Gegend langfristig wieder bewohnbar sein wird, ist zweifelhaft.

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Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Nuklearkatastrophe von Fukushima“

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April 22, 2011

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

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Veröffentlicht: 19:21, 22. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 22.04.2011 – Seit Mitternacht von Donnerstag auf Freitag (Ortszeit Japan) gilt rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima I eine Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern. Ohne staatliche Genehmigung ist das Betreten der Zone verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 100.000 Yen (umgerechnet rund 840 Euro) oder 30 Tagen Haft geahndet.

Bis Mitternacht hatte die Regierung den Bewohnern eine Frist gesetzt, um in dem betroffenen Gebiet nach ihrem persönlichen Eigentum zu suchen. Jeweils eine Person pro Haushalt durfte sich mit dem Bus für maximal zwei Stunden in der verstrahlten Zone aufhalten. Danach mussten sich diese Personen auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen.

Am Freitag forderte die Regierung weitere 10.500 Bewohner aus den Städten Iitate, Katsurao, Namie und teilweise von Kawamata und Minamisōma dazu auf, ihre Wohnungen in dem Gebiet um Fukushima zu räumen. Das kommt faktisch einer Ausweitung der geltenden Sperrzone gleich. Ihnen wurde eine Frist bis Ende Mai gesetzt. Begründet wird die Maßnahme mit der Strahlengefahr in dem Gebiet. Insgesamt mussten bisher 80.000 Menschen die Region verlassen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Japan

Quellen

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April 16, 2011

Fukushima: Erhöhte Strahlung im Meerwasser

Fukushima: Erhöhte Strahlung im Meerwasser

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Veröffentlicht: 20:18, 16. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 16.04.2011 – Die gemessenen Strahlenwerte im Meerwasser in der Nähe des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I in Japan stiegen am Samstag auf Rekordwerte. Die Menge des radioaktiven Isotops Jod 131 stieg am Freitag nach Angaben der japanischen Regierung auf das 6.500-fache des zulässigen Höchstwerts. Da Jod 131 nur eine Halbwertszeit von acht Tagen hat, könnte die hohe Jod-Konzentration auf ein neues Strahlenleck hindeuten, sagte der Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, Hidehiko Nishiyama.

Ob das neue Leck mit einem erneuten Erdbeben vor der japanischen Küste in Zusammenhang steht, das am Samstag stattfand, ist unklar. Das Beben der Stufe 5,9 führte – soweit bekannt – nicht zu weiteren Schäden. Auch ein Tsunami-Risiko bestand offenbar nicht.

In einer Probe vom Samstag wurden auch für die radioaktiven Cäsium-Isotope Cäsium 134 und Cäsium 137 erhöhte Werte mitgeteilt. Die Konzentration überschritt den zulässigen Grenzwert um das Vierfache. Laut Nishiyama könnte die erhöhte Cäsium-Konzentration mit der Installation von Stahlplatten zusammenhängen, die eingesetzt worden waren, um zu verhindern, dass radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Kernkraftwerk unkontrolliert ins Meer abfließt. Bei den Bauarbeiten könnten radioaktive Staubpartikel vom Untergrund des Kernkraftwerks aufgewirbelt worden sein.

Um eine weitere Kontaminierung des Meerwassers mit strahlenden Emissionen des Kernkraftwerks zu verhindern, verfolgt der KKW-Betreiber TEPCO eine neue Strategie. Arbeiter versuchen mit dem Mineral Zeolith radioaktiv verseuchtes Wasser zu binden. Der Mineralstoff wird in Sandsäcke gefüllt und in der Nähe der Ansaugrohre für den Reaktor 1 im Meer deponiert. Zum Einsatz kamen drei jeweils 100 Kilogramm schwere mit dem Mineral gefüllte Sandsäcke. Radioaktives Cäsium im Meerwasser soll auf diese Weise gebunden werden. Auch die Installation von Stahlplatten wird fortgesetzt, um den Abfluss von radioaktivem Wasser in den Pazifischen Ozean zu verhindern.

Nach dem verheerenden Tsunami am 11. März des Jahres waren die Kühlsysteme in dem Kernkraftwerk ausgefallen. Um eine Kernschmelze zu verhindern, waren große Wassermengen auf den Reaktor gesprüht worden. Das dadurch kontaminierte Wasser sammelte sich um den Reaktor in Auffangbehältern. Am 4. April hatte der Betreiber TEPCO damit begonnen, Teile des verstrahlten Wassers in den Pazifik abzulassen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima-Daiichi“.

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April 7, 2011

Japan: Katastrophenregion von Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert

Japan: Katastrophenregion von Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert

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Veröffentlicht: 22:45, 7. Apr. 2011 (CEST)
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Lage des Hypozentrums vor der japanischen Ostküste

Sendai (Japan), 07.04.2011 – Erneut erschütterte am Donnerstag um 23:30 Uhr Ortszeit (16:30 Uhr MESZ) ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 den Nordosten der japanischen Insel Honshū. Das Hypozentrum lag 66 Kilometer östlich von Sendai in einer Tiefe von knapp 26 Kilometern. Das berichtet das Institut United States Geological Survey (USGS).

Die Behörden Japans gaben zunächst erneut eine Tsunamiwarnung aus; diese wurde inzwischen wieder aufgehoben. Einwohner der Präfektur Miyagi wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und höher gelegene Landesteile aufzusuchen. Die Behörden rechneten mit einer Tsunamiwelle bis zu einer Höhe von zwei Metern. Die US-Erdbebenwarte (NEIC) hat das Beben inzwischen von 7,4 auf 7,1 heruntergestuft. In weiten Teilen des Landes fiel der Strom aus. Bei Polizei und Feuerwehr gingen zahlreiche Notrufe wegen Bränden und Gaslecks ein.

Am 11. März hatte ein Erdbeben mit der zunächst angegebenen Stärke von 8,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala (welche zwischenzeitlich auf 9,0 korrigiert wurde) einen verheerenden Tsunami ausgelöst, dessen Zerstörungen schließlich zu der seit Wochen andauernden Havarie eines Kernkraftwerks bei Fukushima geführt hatten. Mindestens 28.000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den anschließenden Tsunami ums Leben. Fast 160.000 Menschen sind nach wie vor in Notunterkünften untergebracht.

Der Eigner und Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I, TEPCO, erklärte, an dem havarierten KKW seien durch das heutigen Beben keine weiteren Schäden aufgetreten.

Im Kernkraftwerk Onagawa fiel die Stromversorgung aus. Das Kraftwerk wird nun von einem Notstromaggregat mit Elektrizität versorgt. Von einer Unterbrechung der Stromversorgung wird aus dem Kernkraftwerk Higashidōri sowie der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho berichtet. Beide Anlagen werden nun mit Notstromaggregaten versorgt.

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April 4, 2011

Fukushima: 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sollen in den Pazifik abgelassen werden

Fukushima: 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sollen in den Pazifik abgelassen werden

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Veröffentlicht: 20:47, 4. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 04.04.2011 – Der Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I in Japan, der Energieversorger TEPCO, begann heute damit, 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean einzuleiten. Es soll sich um mehr als zehn Millionen Liter verstrahltes Kühlwasser handeln, das „schwach radioaktiv“ sein soll. Die Strahlung des Wassers betrage 100 mal mehr als die zulässigen Grenzwerte, erklärte TEPCO.

Regierungssprecher Yukio Edano erklärte: „Wenn die gegenwärtige Lage mit der Anreicherung radioaktiver Substanzen über lange Zeit anhält, wird es riesige Auswirkungen auf den Ozean haben.“

Durch das Ablassen des verstrahlten Kühlwassers soll Platz geschaffen werden, um noch stärker radioaktiv verstrahltes Wasser, das sich in den Reaktoren angesammelt hatte, in Sammelbecken aufzunehmen. Dabei soll es sich um eine Menge von 10.000 Tonnen verstrahltem Wasser handeln. Weitere 1.500 Tonnen Wasser kommen noch hinzu, die sich sich noch in den Reaktoren 5 und 6 befinden. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, zu der Sicherheitsmaßnahme gebe es keine Alternative.

Unterdessen versuchen Techniker weiter Lecks ausfindig zu machen, durch die verstrahltes Wasser in den Pazifischen Ozean gelangt. Die Versuche, einen zwanzig Zentimeter langen Riss im Fundament des Reaktors zu schließen, waren bisher noch nicht erfolgreich.

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April 3, 2011

Riss in einem Reaktorschacht im KKW Fukushima lässt sich nicht abdichten

Riss in einem Reaktorschacht im KKW Fukushima lässt sich nicht abdichten

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Veröffentlicht: 16:11, 3. Apr. 2011 (CEST)
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Ein Erdbeben der Stärke 5,4 vor der Küste von Fukushima wurde am Morgen gemeldet

Ōkuma (Japan), 03.04.2011 – Radioaktiv kontaminiertes Wasser aus Block II des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I fließt auch weiterhin in den Pazifischen Ozean. Versuche, den Riss in einem Kabelschacht unterhalb des Reaktors abzudichten, sind bisher gescheitert. In der Grube soll radioaktives Wasser 20 Zentimeter hoch stehen. Das radioaktive Wasser strahlt mit einer Intensität von 1000 Millisievert pro Stunde.

Wie die Atomsicherheitsbehörde mitteilte, war versucht worden, den Riss mit chemischen Polymeren abzudichten. Der Versuch war bisher jedoch noch nicht erfolgreich. Ingenieure arbeiteten weiter daran. Der Riss in der Reaktorwand soll den Angaben zufolge etwa 20 Zentimeter lang sein. Zuvor war erfolglos versucht worden, das Leck mit Zement abzudichten.

Nach Einschätzung der japanischen Regierung wird der Kampf gegen die Emission von Radioaktivität aus dem Kraftwerk noch monatelang dauern. Am Morgen wurde gemeldet, dass ein Erdbeben der Stärke 5,3 erneut die Region Fukushima erschüttert hat. Das Hypozentrum des Bebens lag 57,3 Kilometer unter dem Meeresboden vor der japanischen Küste, 98 Kilometer östlich von Fukushima, meldet die US-amerikanische Erdbebenwarte USGS, das die Stärke des Bebens jedoch mit 5,4 angab.

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April 2, 2011

Fukushima: Durch Riss in der Reaktorwand sickert radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik

Fukushima: Durch Riss in der Reaktorwand sickert radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik

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Veröffentlicht: 20:13, 2. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 02.04.2011 – Aus einem Leck unter Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima I läuft radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean. Das bestätigte heute der Kernkraftwerksbetreiber TEPCO. Das Wasser, das aus dem Leck auslaufe, weise einen Strahlungswert von 1000 Millisievert (mSv) pro Stunde auf. Ein Greenpeace-Sprecher bezeichnete eine solche Strahlung als „lebensbedrohlich“. [1][2]

In einer Entfernung von 40 Kilometern von der Reaktorruine wurde im Meer radioaktives Jod entdeckt, dessen Strahlung den zulässigen Grenzwert um das Doppelte übertrifft. Das gab das japanische Wissenschaftsministerium bekannt. Auf diese Nachricht reagierten japanische Fischer entsetzt. Ein Fischer wird von der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit den Worten zitiert: „Was soll nur aus unserem Leben nun werden?“

Der Riss in der Reaktorwand befindet sich in einer zwei Meter tiefen Grube für Stromkabel. TEPCO erklärte, man versuche zurzeit den Riss mit Beton abzudichten.

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Quellen

Fußnoten

  1. 100 mSv gelten als gefährlicher Grenzwert. Eine Dosis von 1000 mSv führt mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu Krebs.
    Quelle: bazonline.ch: AKW unter Notkommando (15.03.2011)
  2. Der deutsche Internetauftritt der Kernenergieindustrie erläutert: „Zur Orientierung: Die mittlere natürliche Strahlendosis in Deutschland beträgt innerhalb eines Jahres 2,1 mSv (Millisievert), die maximale erlaubte Jahresdosis für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt 20 mSv.“
    Zitiert lt. kernenergie.de: Fragen und Antworten zu den Ereignissen in Japan, 16.03.2011 (PDF)

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April 1, 2011

Fukushima: Tepco veröffentlichte falsche Messwerte über Strahlung im Grundwasser

Fukushima: Tepco veröffentlichte falsche Messwerte über Strahlung im Grundwasser

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Veröffentlicht: 15:36, 1. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 01.04.2011 – Der Kraftwerksbetreiber und Energieversorger Tepco, dem das havarierte Kernkraftwerk Fukushima I gehört, steht erneut wegen seiner Informationspolitik in der Kritik. Die gestern veröffentlichten Messwerte über die Verstrahlung des Grundwassers (Wikinews berichtete) wurden am Freitag von der japanischen Atomaufsichtsbehörde NISA als fehlerhaft bezeichnet.

Gestern war gemeldet worden, im Grundwasser in der Nähe des Reaktors I des KKW Fukushima I seien Messwerte von radioaktivem Jod festgestellt worden, die die entsprechenden Grenzwerte um das 10.000-fache übertroffen hätten. Die Behörde erklärte, das Grundwasser unter dem Reaktor sei wahrscheinlich tatsächlich verstrahlt. Wie hoch die Strahlenbelastung jedoch wirklich ist, wurde nicht bekannt.

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