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December 31, 2012

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

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Veröffentlicht: 12:30, 31. Dez. 2012 (CET)
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Neu-Delhi (Indien) / Singapur, 31.12.2012 – Die 23-jährige Inderin, deren Vergewaltigung zu Protesten und Unruhen geführt hatte, ist in einem Krankenhaus in Singapur gestorben. Sie erlag am 29. Dezember um 4:45 Uhr Ortszeit den schweren inneren Verletzungen, die ihr die Vergewaltiger zugefügt hatten. Hinzu kamen Infektion von Lungen und anderer innerer Organe. Dies teilten die behandelnden Ärzte im Mount-Elizabeth-Krankenhaus mit. Die Frau, die am 16. Dezember in der indischen Hauptstadt in einem öffentlichen Omnibus von sechs Männern vergewaltigt worden war, war in der Nacht zum 27. Dezember zur Behandlung nach Singapur geflogen worden. Ihr Zustand galt als kritisch. Nach den Angaben des indischen Premierminister Manmohan Singh werde der Staat für die Kosten der Behandlung der Frau aufkommen.

Die Frau und ihr Begleiter waren mit Eisenstangen traktiert und nach der Vergewaltigung aus dem fahrenden Bus geworfen worden.

Die Tat hatte in Indien zu teils erbosten Reaktion und heftigen Protesten geführt. Ein Fernsehjournalist und ein Polizist waren während dieser Unruhen getötet worden. „Eine Stadt schämt sich“, stellte in einem Leitartikel die „Times of India“ fest und bezeichnet Neu-Delhi als „Vergewaltigungshauptstadt“. 572 gemeldete Vergewaltigungen wurden hier 2011 registriert. Die Dunkelziffer dürfte wegen der Scham der Opfer höher liegen. Sie verlange „schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen“, teilte die frühere Ministerin Sushma Swaraj von der oppositionellen Bharatiya Janata Party mit.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Indien
  • Portal:Recht

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September 9, 2012

Mannheim: Kurden veranstalten Jagd auf Polizisten bei Kulturfestival

Mannheim: Kurden veranstalten Jagd auf Polizisten bei Kulturfestival

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Veröffentlicht: 20:11, 9. Sep. 2012 (CEST)
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Polizeieinheit aus Deutschland – eingesetzt bei einer Demonstration

Mannheim (Deutschland), 09.09.2012 – Am Samstag wurden aus dem Teilnehmerkreis eines kurdischen Kulturfests in Mannheim heraus Polizeibeamte massiv angegriffen, sie wurden mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. 80 Beamte wurden verletzt, 13 Polizeifahrzeuge beschädigt. 31 Personen wurden festgenommen.

Polizeisprecher Martin Boll sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Gewaltbereitschaft der Angreifer sei enorm gewesen. Hunderte, wenn nicht sogar mehr als tausend kurdische Angreifer seien auf die Polizisten zugestürmt und hätten mit Steinen nach den Beamten geworfen. Einen solchen Gewaltausbruch habe er in seiner Laufbahn vorher nie erlebt. 40.000 Kurden waren aus ganz Europa zu der Veranstaltung angereist. Nach Angaben von Boll wurde die Polizei von den kurdischen Ordnern um Unterstützung gebeten. Teilnehmer sahen die folgenden Ordnungsmaßnahmen als Provokation, dies sei der Ausgangspunkt für die schweren Ausschreitungen gewesen. Die kurdischen Ordner waren in Bedrängnis geraten, als sie einem 14-Jährigen, der eine Fahne der Arbeiterpartei Kurdistans trug, den Zugang zum Festivalgelände verwehrten.

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall, der Inspekteur der Polizei Gerhard Klotter sowie der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz besuchten noch am Abend die Einsatzkräfte, um sich vor Ort ein Bild der Ausschreitungen zu machen. Türkische Vereine hatten zuvor das Innenministerium von Baden Würtemberg über die bevorstehende Veranstaltung informiert und das Event als Propagandaveranstaltung der in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bezeichnet. Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet von 2.500 gewaltbereiten Kurden, die 600 Polizeibeamten gegenübergestanden hätten. Das Universitätsklinikum Mannheim löste nach eigenen Angaben am Abend den Alarmplan aus. Danach hielten sich 40 Ärzte und 60 Pfleger in der Notaufnahme bereit, fünf OP-Säle waren einsatzbereit, um mögliche Opfer der Gewalt versorgen zu können.

Nach Angaben des Polizeisprechers beruhigte sich die Lage erst in den Abendstunden, als sich der Veranstaltungsplatz gegen 20 Uhr leerte. Die Gewerkschaft der Polizei verurteilte die Gewalt und forderte von der Politik, solche Veranstaltungen in Zukunft nicht mehr stattfinden zu lassen. Anzeichen, dass das Kulturfest nicht friedlich verlaufen würde, gab es bereits am Freitag, als die Polizei nach eigenen Angaben einen mehrtägigen Jugendmarsch von Straßburg in Richtung Mannheim beenden musste. Kurdische Teilnehmer hatten immer wieder vorbeifahrende Autos angegriffen, in denen sich Türken befanden, auch Fahnen der verbotenen PKK wurden mitgeführt. In Begleitfahrzeugen wurden Wurfgeschosse und eine Machete gefunden.

Die PKK wird unter anderem von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Mutmaßlicher Terrorist in Nürnberg verhaftet (01.02.2005)

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June 13, 2012

EM 2012: Mehr als 130 Festnahmen bei der Begegnung von Polen und Russland

EM 2012: Mehr als 130 Festnahmen bei der Begegnung von Polen und Russland

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Veröffentlicht: 17:50, 13. Jun. 2012 (CEST)
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Polizei – ausgerüstet mit Waffen zum Verschießen von Gummigeschossen

Warschau (Polen), 13.06.2012 – Am Dienstag kam es in Warschau zu schweren Ausschreitungen von polnischen und russischen Hooligans vor und nach der Begegnung der Fußballnationalteams in der Gruppenrunde der Fußball-Europameisterschaft. Die Polizei, die ebenfalls attackiert wurde, nahm mehr als 130 Personen fest. 15 Personen mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert werden, unter den Verletzten ist auch ein Deutscher.

Vor dem Spiel waren tausende russische Fans entlang der Weichsel auf dem Weg zum Nationalstadion. Es kam zu Provokationen zwischen Polen und Russen und anschließend zu Flaschenwürfen und Schlägereien. Die gewalttätigen Konfrontationen setzen sich während und nach dem Spiel fort. Immer wieder lebten Gruppen von Hooligans ihre Aggressionen an gegnerischen Fans aus. Die einschreitende Polizei wurde mit Gegenständen wie Feuerwerkskörpern und Steinen beworfen und setzte Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein.

Polizeisprecherin Monika Brodowska gab bekannt, dass derzeit Videoaufnahmen ausgewertet werden, um weitere Straftäter zu identifizieren.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Polen

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May 7, 2012

Bonn: Islamist sticht bei rechter Demonstration zwei Polizisten nieder

Bonn: Islamist sticht bei rechter Demonstration zwei Polizisten nieder

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Veröffentlicht: 06:39, 7. Mai 2012 (CEST)
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Der Prophet Mohammed; aus der Apokalypse des Mohammed, 1436, Herat. Das Werk befindet sich in der Sammlung der Bibliothèque Nationale in Paris.

Bonn (Deutschland), 07.05.2012 – Bei einer Demonstration der rechten Splitterpartei „pro NRW“ am Samstag in Bonn wurden bei Ausschreitungen mehrere Polizisten verletzt. Nachdem Anhänger der Rechts-Partei Mohammed-Karikaturen zeigten, gingen radikale Salafisten auf die Demonstranten los. Als Polizisten versuchten einzugreifen, wurden sie von den Salafisten angegriffen. Dabei wurden zwei Beamte von einem Islamisten mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Der Messerstecher konnte festgenommen werden, es handelt sich um einen 25-jährigen Mann. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet. Die beiden mit dem Messer verletzten Polizisten mussten operiert werden, sie sind nicht in Lebensgefahr.

Insgesamt 109 Gewalttäter konnten bei und nach den Ausschreitungen durch die Polizei festgenommen werden. Bei der Kundgebung hatten 30 Personen der Splitterpartei 500 bis 600 gewaltbereite Salafisten auf den Plan gerufen. Die Veranstaltung musste nach 45 Minuten beendet werden, die Rechtsextremisten waren massiven Übergriffen ausgesetzt. Die Polizeibeamten wurden bei dem Einsatz mit Steinen beworfen, auch mit Stöcken wurde auf sie eingeschlagen, insgesamt wurden dabei 29 Polizisten verletzt. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur: „Das waren keine spontanen Angriffe, denn die Salafisten hatten zuvor intensiv bundesweit für ihre Aktion mobilisiert“. „pro NRW“ machte er den Vorwurf, den Hass gegen vier Millionen Muslime, die im Land leben, zu schüren. Andererseits wies er darauf hin, dass das Vorzeigen der Karikaturen allein keinesfalls geeignet sei, solche Gewaltausbrüche zu rechtfertigen. Es handele sich um eine neue Dimension der Gewalt.

Jäger erklärte, dass es zukünftig untersagt sei, Mohammed-Karikaturen zu zeigen. Die Bürgerbewegung „pro Nordrhein-Westfalen“ („pro NRW“) hatte in den letzten Wochen immer wieder gezielt vor Moscheen demonstriert und dabei Mohammed-Karikaturen vorgezeigt. Für Moslems verstößt die bildliche Darstellung von Mohammed gegen ein religiös begründetes Verbot.

Dem Verfassungsschutz zufolge ist der Salafismus in Deutschland zu einem Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten geworden. Das äußerte auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). In Deutschland gibt es rund 2500 Anhänger. Salafisten lehnen eine theologische Modernisierung des Islam ab. Durch bundesweite Aktionen, bei denen kostenlose Exemplare des Korans verteilt wurden, machten sie erst kürzlich auf sich aufmerksam. Sie stehen auch für die Diskriminierung von Frauen und deren Vollverschleierung.

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March 7, 2012

München: Polizei verhindert bewaffnete Auseinandersetzung

München: Polizei verhindert bewaffnete Auseinandersetzung

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Veröffentlicht: 06:08, 7. Mär. 2012 (CET)
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München (regional) (Deutschland), 07.03.2012 – Am späten Montagabend erhielt die Münchner Polizei einen Hinweis auf eine bevorstehende Massenschlägerei. Verfeindete Gruppen standen kurz davor, mit Waffen wie Schreckschusspistolen und Messern eine Auseinandersetzung zu suchen.

Im Stadtteil München-Pasing wurden 60 Personen ausgemacht, unter ihnen Angehörige von Rockergruppen. Auf einem Parkplatz standen sich die überwiegend türkischstämmigen Männer gegenüber und begannen damit, aufeinander einzuprügeln. Leichte Verletzungen hatte es schon gegeben. Polizei-Vizepräsident Robert Kopp: „Derartige Auswüchse wollen wir in München nicht haben.“

Gewerbegebiet im Stadtteil Milbertshofen

Ein massives Polizeiaufgebot wurde herangeführt und 56 Personen wegen Landfriedensbruchs festgenommen. Ein Teil der Personen hatte sich abgesetzt vom Tatort; sie hatten sich im Stadtteil Milbertshofen bei einem Schnellrestaurant erneut zusammengefunden. Einer der Schläger: „Es sollte ein Kampf Mann gegen Mann werden.“ Im Laufe des Dienstagvormittags wurden die Gefangenen nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen. Nachvollziehbare Aussagen zum Hintergrund des Geschehens lieferten die in Sammelzellen Verwahrten nicht. Der Leiter des Kommissariats, das für Rockerkriminalität zuständig ist, sprach davon, dass es sich nicht um eine typische Auseinandersetzung zwischen Rockergruppen gehandelt habe.

(Bild – Polizeivizepräsident Kopp und EKHK Gollwitzer präsentieren sichergestellte Waffen der Presse)

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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February 3, 2012

Krawalle in ägyptischem Fußballstadion: Viele Tote, hunderte Verletzte

Krawalle in ägyptischem Fußballstadion: Viele Tote, hunderte Verletzte

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Veröffentlicht: 09:06, 3. Feb. 2012 (CET)
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Port Said (Ägypten), 03.02.2012 – Mindestens 74 Tote und fast 250 Verletzte sind die Bilanz von Krawallen in einem Fußballstadion in der ägyptischen Hafenstadt Port Said. Fernsehbilder zeigen, wie Randalierer das Spielfeld stürmten und Jagd auf die Fußballspieler machten.

In der Online-Ausgabe der Zeitung „Al-Ahram“ sagte der Leiter eines Krankenhauses in Port Said, Hassan el-Isnawi, viele Opfer seien erdrückt worden. Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums erlitten die Verletzten zumeist Stich- und Schnittwunden sowie Gehirnerschütterungen.

Die Krawalle begannen, nachdem das Spiel zwischen den Mannschaften Al-Ahly Kairo und der Heimmannschaft Al-Masry aus Port Said abgepfiffen worden war. Fans des siegreichen Vereins Al-Masry – das Spiel endete 3:1 – stürmten das Spielfeld. Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen wurden geworfen, Spieler dadurch verletzt. Spieler von Al-Ahly sagten örtlichen Medien, die Sicherheitskräfte hätten nichts zu ihrem Schutz getan. „Die Schuld hat einzig und allein die Polizei. Es waren Dutzende im Stadion, aber die sind plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen“, sagte der portugiesische Fußballtrainer Manuel José, der die Kairoer Spitzenmannschaft trainiert, telefonisch einem portugiesischen Fernsehsender. Er überlege, das Land zu verlassen, sagte José in dem Interview und verlangte eine Unterbrechung der ägyptischen Meisterschaft, da man unter diesen Bedingungen nicht spielen könne. Der Arzt der Mannschaft bezeichnet die Vorgänge in einer ägyptischen Zeitung als „Krieg und keinen Fußball“.

Kurz nach dem Bekanntwerden der schweren Ausschreitungen wurde das Spiel Ismaily SC und Zamalek SC in Kairo vorsorglich abgebrochen. Nach dem Abbruch brach ein Feuer in dem Stadion aus.

Am Donnerstag befasste sich das ägyptische Parlament in einer Sondersitzung mit den Ausschreitungen in Port Said. Am gleichen Tag wurden schwere Vorwürfe gegen den Militärrat laut. Der 30-jährige Mahmud al-Naggar, Mitglied der Koalition der Revolutionären Jugend in Port Said sagte: „Der Militärrat will zeigen, dass das Land in Chaos und Zerstörung stürzt“. Parlamentsabgeordneter Albadri Farghali: „Die Leute von Mubarak sind immer noch an der Macht“. Es gibt Vermutungen, dass die Gewalt von Vertretern der alten Regierung angestiftet wurde. Möglicherweise, um sich an den Ultras zu rächen, oder weil mit der Gewalt vom Mubarak-Prozess abgelenkt werden soll.

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Video

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  • Portal:Ägypten

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May 2, 2008

Randale in Hamburg: Polizei macht Rechtsextreme verantwortlich

Randale in Hamburg: Polizei macht Rechtsextreme verantwortlich

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Veröffentlicht: 21:20, 2. Mai 2008 (CEST)
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Hamburg / Berlin / Nürnberg (Deutschland), 02.05.2008 – Einen Tag nach den schwersten Krawallen seit Jahren in Hamburg, die teilweise den Charakter von Straßenschlachten annahmen, zieht die Hamburger Polizei eine kritische Bilanz. Der Polizei-Einsatzleiter Peter Born sagte, die Gewalt sei eindeutig von den rechten Gruppierungen ausgegangen. Sprecher der Polizeigewerkschaft erhoben schwere Vorwürfe an die Adresse der Justiz, die die polizeiliche Taktik durchkreuzt habe, die verfeindeten Gruppierungen bei den Demonstrationen und Gegendemonstrationen in Hamburg zu trennen.

Wörtlich sagte Born: „Die Aggression und nackte Gewalt ging von den Rechten aus.“ Er sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Autonomen Nationalisten. Diese seien „offenkundig auf Stichwort auf die Linken eingestürmt. Es kam zu wüsten Schlägereien.“ Nur dem Einsatz der rund 2000 eingesetzten Polizisten sei es zu verdanken, dass Schlimmeres verhütet werden konnte: „Die Polizei musste sich dazwischen schmeißen, sonst hätte es sicher Tote gegeben“, sagte Born. Vom Hamburger Polizeipräsidenten Werner Jantosch kam eine ähnliche Einschätzung: „Die Aggression war so hoch, dass es auch Schwerstverletzte oder Tote hätte geben können.“

Nachdem der Hamburger Innensenator Udo Nagel bereits gestern heftige Kritik an einer gerichtlichen Entscheidung geübt hatte (Wikinews berichtete), die es der Polizei unmöglich gemacht habe, die verfeindeten Gruppierungen räumlich stärker zu trennen, äußerte heute auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Hamburger Oberverwaltungsgerichtsentscheidung. Der Bundesvorsitzende der GdP, Konrad Freiberg, nannte es unverantwortlich, wenn „die Justiz die wohl überlegten und aus der Erfahrung heraus gebildeten polizeilichen Maßnahmen torpediert und so die Einsatzkräfte in ein Kreuzfeuer linker und rechter Gewalt schickt.“ Der Hamburger GdP-Vorsitzende André Bunkowsky ergänzte im Hinblick auf die Personalsituation der Hamburger Polizei: „Auch Richter müssen wissen, dass es bei der Polizei seit Jahren einen rigiden Stellenabbau gegeben hat. Wir können die Einsatzkräfte nicht herbeizaubern.“

Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande der Demonstrationen der NPD und der Gegendemonstrationen in Hamburg wurden 30 Polizisten verletzt. 59 Randalierer wurden festgenommen, wovon nur 15 aus Hamburg stammten. Ein Hamburger Polizist wird von welt.de mit den Worten zitiert: „Die meisten waren sehr jung. Nur elf sind erwachsen.“ Sowohl die linke als auch die rechte Szene hatte bundesweit für die Krawalle in Hamburg mobilisiert. 80 Neonazis waren aus Holland angereist.

Am Abend, nach dem offiziellen Ende der Demonstrationen, kam es im Hamburger Schanzenviertel zu weiteren tätlichen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und gewaltbereiten Demonstranten. Die Polizei spricht von „500 bis 600 Personen aus dem extremistischen Spektrum“. Bei dem Versuch der Polizeieinheiten den Hamburger Schulterblatt zu räumen, seien die Beamten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen worden. Im Viertel seien Straßensperren errichtet und zahlreiche Brände gelegt worden. Bei den Auseinandersetzungen mit Autonomen aus dem linken Spektrum sei auch ein Polizeifahrzeug mit einem Molotow-Cocktail beworfen worden.

In Berlin blieb es im Vergleich zu den vergangenen Jahren vergleichsweise „friedlich“, so die Einschätzung der Polizeiführung der Stadt: „Durch unser Konzept der ausgestreckten Hand haben wir auch in diesem Jahr zusammen mit den Initiatoren des ‚Myfestes‘ dafür gesorgt, dass in Kreuzberg bis in die Nacht hinein überwiegend friedlich gefeiert werden konnte“, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch, der später am Abend fast selbst einem Angriff wütender, gewalttätiger Demonstranten zum Opfer gefallen wäre. Einer seiner Personenschützer soll nach Angaben von welt.de bereits nach seiner Dienstwaffe gegriffen haben. Nachdem Glietsch von Fotografen entdeckt worden war, wurde er von Demonstranten mit Flaschen, Steinen und Stühlen angegriffen. In der Bundeshauptstadt waren 4700 Polizisten im Einsatz. 138 Personen seien in Gewahrsam genommen worden, sagte Glietsch auf der Bilanzpressekonferenz am heutigen Freitag. Von diesen sollen 92 einem Haftrichter vorgeführt werden. 90 Prozent der Festgenommenen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. In 91 Fällen ermittelt die Polizei wegen schweren Landfriedensbruchs, in acht Fällen wegen schwerer Körperverletzung. Im letzten Jahr war es zu 115 Festnahmen gekommen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) schätzte ein, die gewaltbereiten Demonstranten kämen in Berlin, insbesondere in Kreuzberg, immer mehr in die Isolierung und verlören allmählich die Unterstützung anderer Teile der Bevölkerung. Er sei jedoch Realist genug, „um zu wissen, dass der Spuk noch nicht ganz vorbei ist“. Bei den Krawallen in Berlin trugen in diesem Jahr 90 Polizeibeamte Verletzungen davon. Im Vorjahr waren es noch 115 verletzte Einsatzkräfte gewesen. Bei der sogenannten Walpurgisnacht am Vorabend des 1. Mai waren 13 Polizeibeamte verletzt worden und 24 Personen festgenommen worden. Es handelte sich nach Einschätzung der Polizei um die „friedlichste Walpurgisnacht seit zehn Jahren“.

In Nürnberg kam es bei den Unruhen am Rande der Kundgebungen aus Anlass des 1. Mai ebenfalls zu Verletzungen und Festnahmen. Auch hier hatten sich linke Gegendemonstranten durch einen NPD-Aufmarsch herausgefordert gefühlt. 25 Personen wurden im Zuge der Auseinandersetzungen verletzt. 48 Menschen wurden wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzung und anderer Delikte von der Polizei vorübergehend festgenommen. In Nürnberg war es den 3.000 eingesetzten Polizisten weitgehend gelungen, die gegnerischen Gruppierungen auseinanderzuhalten. Bei einer vorangegangenen Kundgebung unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rechtsradikale“ war der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) für ein NPD-Verbot eingetreten.

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November 13, 2006

Zehnter Castortransport in Gorleben eingetroffen

Zehnter Castortransport in Gorleben eingetroffen

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Artikelstatus: Fertig 22:46, 13. Nov. 2006 (CET)
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Archivbild: Gorleben 1996

Gorleben (Deutschland), 13.11.2006 – Ein Konvoi aus Tiefladern, eskortiert von Dutzenden Einsatzfahrzeugen der Polizei, beladen mit zwölf Castoren mit hochradioaktivem Atommüll, erreichte laut Polizeiangaben heute Morgen um sechs Uhr und acht Minuten das Gelände des atomaren Zwischenlagers in Gorleben. Für den Weg vom Verladebahnhof Dannenberg bis Gorleben benötigte der Transport etwa anderthalb Stunden. Atomkraftgegner hatten auch auf dem letzten Teilstück des Castortransports versucht, die Straße zu blockieren. In der Gemarkung Laase, an der Strecke zwischen Dannenberg und Gorleben, wurden Wasserwerfer gegen die dort versammelten 250 Demonstranten eingesetzt. Gegen eine Person wurde ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Demonstranten hatten an mehreren Stellen durch Sitzblockaden versucht, den Castortransport zu stören. Teilweise hatten sich Demonstranten sogar an Betonpyramiden gekettet, um zu verhindern, dass die Polizisten sie von der Straße trugen.

Der Transport, der am Freitag um 19:05 Uhr im französischen La Hague begonnen hatte, dauerte insgesamt 58 Stunden. Das Zwischenlager Gorleben enthält jetzt 80 Castorbehälter mit nicht verwertbaren Überresten von Kernbrennstäben aus Atomkraftwerken. Insgesamt sollen 140 Castoren mit radioaktivem Abfall hier eingelagert werden. Weitere Transporte von radioaktivem Atommüll sind in den nächsten Jahren geplant. Der nächste Castortransport wird im November 2008 erwartet.

Atomkraftgegner werteten die Protestaktionen der letzten drei Tage als Erfolg. Jens Magerl von der wendländischen Initiative „Widersetzen“ sagte: „Unsere Aktionen haben mit dazu beigetragen, dass das Thema Atompolitik wieder ganz oben auf der Tagesordnung steht. Der Druck von der Straße ist weiterhin groß. Und er muss es sein, denn die Bundesregierung weicht lieber den fragwürdigen Atomkonsens auf, als wirklich am Ausstieg zu arbeiten.“

Die Polizei zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Verlauf des diesjährigen Castortransports. Der Protest sei überwiegend von friedlichen Demonstranten geprägt gewesen. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann dankte den Einsatzkräften der Polizei, deren Einsatz durch „lageangepasstes und kompetentes Verhalten“ gekennzeichnet gewesen sei. Auf Länderebene waren 9.372 Polizisten eingesetzt worden, hinzu kamen ungefähr 7.100 Einsatzkräfte der Bundespolizei. Die Polizei berichtete von zehn Festnahmen, zwei der Personen seien in eine „Gefangenensammelstelle“ eingeliefert worden. Bei 331 Personen wurden die Personalien festgestellt, und insgesamt wurden 55 Strafverfahren eingeleitet. Zur so genannten Gefahrenabwehr wurden 204 Personen kurzfristig in Gewahrsam genommen. Unmittelbare „Anwendung von Zwang“ listet die Polizeidirektion Lüneburg in acht Fällen auf. Zwölf Polizeibeamte wurden durch Fremdeinwirkung verletzt. Akribisch listet die Polizeidirektion eine Vielzahl von Einzelaktionen von Castortransportgegnern in ihrem Bericht auf.

Der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, Francis Althoff, gab die Zahl verletzter Demonstranten mit 146 an. Elf von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden, vier erlitten schwere Kopfverletzungen.

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