WikiNews de

September 23, 2014

USA starten Luftangriffe auf Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien

USA starten Luftangriffe auf Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 13:47, 24. Sep. 2014 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Tomahawk Abschuss auf der USS Philippine Sea (Archivbild)

ar-Raqqa (Syrien), 23.09.2014 – Die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika startete gestern massive Luftangriffe gegen die Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) im Nordosten Syriens. US-Präsident Obama erklärte, die USA würden durch eine arabische Allianz aus Saudi-Arabien, Jordanien, Bahrain, Katar und den Emiraten unterstützt. Zumindest Jordanien soll sich mit eigenen Kampfjets auf IS-Ziele nahe seiner Ostgrenze zum Irak beteiligt haben. Dem gegenüber sollen sich Großbritannien und Frankreich bisher nicht an den Luftangriffen in Syrien beteiligt haben.

Das CENTCOM-Hauptquartier in Tampa, Florida, informierte, dass viele US-Kampfjets, Bomber und Tomahawk-Lenkflugkörper zahlreiche IS-Ziele im Norden und Osten Syriens bombardiert hätten. Die Luftangriffe hätten sich vor allem gegen das IS-Hauptquartier in ar-Raqqa, aber auch gegen Kommandoposten, Trainingslager, Rekrutierungs-, Nachschubzentren und gegen Versorgungs- und Panzerfahrzeuge gerichtet. Dazu wurden 47 Tomahawk-Marschflugkörper vom Zerstörer USS Arleigh Burke und vom Lenkwaffenkreuzer USS Philippine Sea gestartet, die laut CENTCOM derzeit im Roten Meer und im nördlichen Arabischen Golf stationiert sind.

Es sollen auch Luftangriffe gegen die bislang kaum bekannte Terrorgruppe der Khorasan durchgeführt worden sein. Die Khorasan-Miliz arbeitet mit der syrischen Al-Nusra-Front im Al-Qaida-Netzwerk zusammen. Diese Angriffe sollen sich gezielt gegen fünf Führer der Gruppe in der Nähe von Aleppo gerichtet haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Großbritannien sieht sich erhöhter Terrorgefahr ausgesetzt (30.08.2014)

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 30, 2014

Saudischer Kronprinz Muqrin offiziell als Thronfolger eingesetzt

Saudischer Kronprinz Muqrin offiziell als Thronfolger eingesetzt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 30.März 2014, 15:24 (MESZ)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Riad (Saudi-Arabien), 30.03.2014 – Zu einem Zeitpunkt, an dem US-Präsident Barack Obama seinen ersten Besuch in Saudi-Arabien seit fünf Jahren macht, mit dem er die Beziehungen zu diesem wichtigen Verbündeten der USA im Mittleren und Nahen Osten stärken möchte, versucht der saudische König Abdullah, dem Land ebenfalls eine langfristige Perspektive zu geben. Der fast 90-jährige Monarch hat in einem am 20. März 2014 unterzeichneten Dekret seinen Halbbruder Muqrin offiziell zum Thronfolger ernannt. Muqrin, der 1945 geboren wurde, ist der jüngste Sohn des Staatsgründers Abd al-Aziz ibn Saud.

Muqrin steht jetzt an zweiter Stelle in der Thronfolge hinter seinem 78-Jahre-alten Halbbruder Salman, der zurzeit die Ämter des stellvertretenden Premierministers und des Verteidigungsministers innehat. Muqrin selbst ist seit letztem Jahr der zweite stellvertretende Premierminister, eine Stellung, die bereits darauf hindeutete, dass er als Thronfolger vorgesehen ist. Er wurde in Großbritannien als Kampfjetpilot ausgebildet und diente in der saudischen Armee. Muqrin war in der Vergangenheit bereits Governeur von Ha’il und Medina sowie Leiter des Geheimdienstes. In der Berufung des neuen Thronfolgers kann man ein Zeichen dafür sehen, dass Saudi-Arabien weiterhin ein wichtiges politisches Gegengewicht der arabischen Welt zum Iran spielen möchte, denn Muqrin teilt die diesbezüglichen Ansichten von König Abdullah. Während der König und die Analysten in dem Schritt eine Sicherung der augenblicklichen Position Saudi-Arabiens sehen, wird gleichzeitig auch davor gewarnt, dass die Frage, wer aus der nächsten Generation des Königshauses die Macht einmal übernehmen wird, so weiter verschoben wird. Es gibt in Saudi-Arabien keine festgelegte Thronfolge. Der absolutistisch regierende König entscheidet allein über seinen Nachfolger, sein Thronrat stimmt dieser Entscheidung dann noch pro forma zu, was sie endgültig unabänderlich macht. Die Einsetzung des neuen Thronfolgers wird formell nach dem Mittagsgebet mit zwei Treuschwur-Zeremonien, diesmal am Sonntag, dem 30. März, und Montag, dem 31. März, jeweils durch Angehörige des Königshauses sowie durch hohe Regierungsvertreter und saudische Bürger abgeschlossen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 22, 2013

Erneut viele Todesopfer nach Freitagsgebet in Ägypten

Erneut viele Todesopfer nach Freitagsgebet in Ägypten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:31, 22. Aug. 2013 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 22.08.2013 – Erneut ist es nur wenige Tage nach den blutigen Zusammenstößen in Ägypten nach dem Freitagsgebet letzter Woche landesweit wiederholt zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei starben mehr als 80 Menschen, wie die Sicherheitskreise verlauten haben lassen.

Zum ersten Mal kam es dabei auch zu Unruhen in einer Touristenstadt am Roten Meer. Das Innenministerium gab am heutigen Samstagmorgen bekannt, dass gestern mehr als 1.000 Anhänger der Muslimbrüder festgenommen worden seien. Anzeichen auf Besserung der Lage sind nicht in Sicht, so verkündete ein Sprecher der Muslimbruderschaft auf Twitter eine Fortsetzung der Demonstrationen, bis sie „den Putsch gebrochen” hätten.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 6, 2013

Bürgerkrieg in Syrien: Mittlerweile 100.000 Tote

Bürgerkrieg in Syrien: Mittlerweile 100.000 Tote

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 02:53, 06. Jul. 2013
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Zerstörter Straßenzug in Homs im April 2012

Syrien, 06.07.2013 – Im Bürgerkrieg in Syrien sind nach Angaben syrischer Menschenrechtler von März 2011 bis Juni 2013 bereits mehr als 100.000 Menschen gestorben. Wie die regimekritische Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter in London mitteilte, sollen davon 36.000 Zivilisten sein, darunter etwa 3.300 Frauen und 5.144 Kinder. Auf der Seite der Rebellen fielen auch 2.500 ausländische Kämpfer und 2.000 Überläufer der Regierungstruppen. Das Schicksal von mehr als 10.000 Gefangenen der Regierung sowie von mehreren Hundert Soldaten in der Hand der Rebellen ist ungeklärt.

Ähnliche Zahlen hatten die Vereinten Nationen (UNO) mitgeteilt. Nach Angaben der UNO von Ende April sollen in dem Konflikt bis dahin mindestens 93.000 Menschen gestorben sein, darunter 6.500 Kinder.

Seit März 2011 tobt in Syrien ein Konflikt zwischen Rebellen und Staatschef Baschar al-Assad, der sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg entwickelt hat. Die Truppen von Präsident Assad werden dabei inzwischen von Hisbollah-Milizen aus dem Libanon unterstützt und stehen für die schiitische Richtung des Islam, während die Rebellen mehrheitlich sunnitisch geprägt sind und von Katar und Saudi-Arabien unterstützt werden.

Die Verhandlungen der Russischen Föderation und der USA über Termin und Teilnehmer der geplanten Syrien-Friedenskonferenz waren erfolglos beendet worden, nachdem die Vertreter beider Staaten bei ihrem mehrstündigen Gespräch in Brunei keine Einigung erzielen konnten. Fest steht bis jetzt nur, dass eine Konferenz frühestens Ende August oder Anfang September abgehalten werden kann. Eine Einigung wurde aber bereits darüber erzielt, dass es unabhängig davon, wer militärisch die Oberhand in dem Konflikt gewinnt, eine Übergangsregierung geben soll.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

siehe auch: Portal:Syrien

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 12, 2013

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 12:23, 12. Feb. 2013‎ (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Jerusalem (Israel), 12.02.2013 – Nach einem Luftangriff im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Libanon drohen Syrien und der Iran Israel mit Vergeltungsmaßnahmen. Die genauen Umstände des Zwischenfalls, der von Israel weder bestätigt noch dementiert wurde, sind unklar. Nach Angaben der syrischen Armee habe die israelische Luftwaffe ein Forschungszentrum in Dschamraja zerstört, wobei zwei Arbeiter getötet worden seien. Dieser „Akt der Aggression“ habe „große materielle Schäden verursacht und das Gebäude zerstört“. Berichte aus oppositionellen syrischen Kreisen berichteten über neun „Granaten“, die in der Stadt eingeschlagen hätten.

Doch nach Berichten, die sich auf Informationen aus israelischen Militärkreisen stützen sollen, stellt sich der Zwischenfall anders dar. Nach diesen Informationen hätten israelische Kampfflugzeuge auf syrischem Staatsgebiet einen Militärkonvoi angegriffen, mit dem Waffen in den Libanon transportiert werden sollten. Der israelische Sicherheitsexperte Schlomo Brom glaubt, dass der Angriff verhindern sollte, dass Flugabwehrraketen in die Hände von Hisbollah gelangen. „Wir kommentieren solche Berichte nicht“, teilten mehrere israelische Stellen mit. Dies entspricht der jahrelang geübten Verfahrensweise amtlicher israelischer Stellen, selbst offensichtliche Tatsachen nicht zu kommentieren. Die libanesische Armee sagte, dass am 29. Januar insgesamt 16 israelische Kampfflugzeuge den libanesischen Luftraum verletzt hätten.

Zuletzt hatte das israelische Militär 2007 einen Einsatz in Syrien geflogen. Damals hatte die israelische Luftwaffe ein Objekt zerstört, von dem es hieß, dass es sich um einen in Zusammenarbeit mit Nordkorea gebauten Forschungsreaktor handele. Zu Vergeltungsmaßnahmen war es damals aber nicht gekommen. Der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdel Karim Ali, sprach gegenüber dem der Hisbollah nahestehenden Fernsehsender Al-Manar von der „Möglichkeit eines Überraschungsschlags“ gegen Israel. Syrien protestierte wegen eines Verstoßes gegen das Entflechtungsabkommen von 1974 bei den Vereinten Nationen, teilte die amtliche Nachrichtenagentur SANA mit. Beide Staaten befinden sich offiziell im Krieg, doch wurde 1974 in Genf ein Abkommen zur Entflechtung der Truppen beider Staaten unterzeichnet. Das syrische Außenmisterium erklärte, dass Israel und „die Staaten, die Israel im UN-Sicherheitsrat schützen“ die Verantwortung für den Luftschlag trügen.

Verurteilt wurde der Angriff auch von der Arabischen Liga. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi bezeichnete den Zwischenfall als „klare Verletzung der territorialen Integrität Syriens“, die zeige, „dass die Zionisten und der Westen keine Stabilität und Sicherheit in Syrien wollen.“ Ohne weitere Einzelheiten anzudeuten, hieß es außerdem aus Teheran, dass der Zwischenfall für Israel schwerwiegende Folgen haben werde. Russland, der wichtigste Verbündete Syriens, kritisierte den israelischen Angriff als eine unprovozierte Attacke auf einen souveränen Staat. „Was immer der Grund für den Angriff war, dies war nicht gerechtfertigt“, erklärte das russische Außenministerium. Hisbollah bezeichnete in einer Stellungnahme den Angriff als „barbarische Aggression“, ging jedoch nicht auf Einzelheiten ein, sondern beschuldigte Israel, Muslime und Araber daran zu hindern, ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen.

Bereits am Sonntag hatte Israel Einheiten des Raketenabwehrsystems Iron Dome in den Norden des Landes verlegt. Israel hatte angekündigt, Militärkonvois angreifen zu wollen, mit denen die syrische Armee Waffen und Chemiewaffen in den Libanon zu transportieren versuche. Israel befürchtet, dass solche Waffen in die Hände von Hisbollah gelangen und so Israel gefährden könnten. Außerdem wird von israelischen Medien spekuliert, dass der Konvoi Flugabwehrraketen russischen Ursprungs vom Typ SA-17 beförderte. Israel befürchtet auch, dass Boden-See-Raketen vom Typ Jachont, die israelische Kriegsschiffe und Bohrinseln im Mittelmeer angreifen könnten, Scud-Raketen und die in Syrien produzierte Variante der iranischen Fateh-110-Raketen an die Hisbollah geliefert werden könnten.

In Israel hat der Luftangriff Sorgen vor einem neuen Krieg geschürt. Die Tageszeitung Yedioth Ahronoth titelte „War dies das Zeichen dafür, dass an der Nordfront ein militärischer Flächenbrand seinen Anfang genommen hat?“, während die linksliberale Haaretz die Befürchtung äußerte, das Land sei „in Sorge über Racheakt der Hisbollah“. Die dem konservativen Likud-Block von Premierminister Benjamin Netanjahu nahestehende Israel HaYom spekulierte über die Optionen der Regierungen in Beirut und Damaskus, nämlich „Zurückhaltung, Krieg oder gezielte, begrenzte Reaktionen.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Syrien
  • Portal:Israel
  • Portal:Arabische Welt
  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 11, 2013

12. Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in Kairo beendet

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 05:10, 11. Feb. 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Logo der Organisation für Islamische Zusammenarbeit

Kairo (Ägypten), 11.02.2013 – Vom 6. bis zum 8. Februar 2013 fand in Kairo das 12. Gipfeltreffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) statt. An diesem Treffen nahmen mehr als 25 Regierungschefs islamischer Länder teil, unter ihnen der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Syrien nahm wegen seiner Suspendierung vom OIC im August 2012 nicht am Gipfel teil.

Es wurden hauptsächlich die Themen Palästina bzw. die israelische Besiedelung palästinensischer Gebiete, der Syrien-Konflikt, die Militärintervention in Mali und die Islamfeindlichkeit in der westlichen Welt behandelt und Beschlüsse hierzu gefasst. Die syrische Regierung und die Oppositionskräfte wurden aufgefordert, in den Dialog zu treten.

Der Vorsitzende des 11. Gipfels, der senegalesische Präsident Macky Sall, eröffnete den Gipfel. In seiner Rede lobte er die französische Intervention in Mali. Nach seiner Rede übergab Sall den Vorsitz an den ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi. Von 2013 bis 2016 führt Ägypten die Ratspräsidentschaft der Organisation.

Schwerpunkte der anschließenden Rede Mursis waren Palästina und Syrien. Er bekräftigte, dass Ägypten das palästinensische Volk auf dem Weg zur seiner Freiheit in einem unabhängigen Staat unterstützen wird. Zudem rief er die syrische Opposition auf, sich zusammenzuschließen, um durch abgestimmte Aktionen das Blutvergießen in Syrien möglichst bald zu beenden. Mursi stellte fest: „Die humanitäre Situation in Syrien hat einen gefährlichen Zustand erreicht, und täglich wird er noch schlimmer.“

Weitere Probleme, die er in seiner Rede ansprach, waren die Militärintervention in Mali, die Auseinandersetzungen in Myanmar, das geringe Ansehen der Muslime in der westlichen Welt und die Islamfeindlichkeit, mit der islamische Minderheiten in westlichen Ländern konfrontiert würden. Dies sei aber nicht nur dem Westen zuzuschreiben, sagte Mursi: „Ungeachtet der Tatsache, dass es ausländische Seiten gibt, die dafür verantwortlich zeichnen, dass das Bild des Islam im Westen befleckt wird, haben unsere Nationen Anteil an dieser Verantwortung.“

Das ägyptische Staatsoberhaupt zeichnete den OIC-Generalsekretär Ekmeleddin İhsanoğlu mit dem Nil-Orden, dem höchsten Verdienstorden Ägyptens, aus.

Der Gipfel fasste zudem den Beschluss, die Ratspräsidentschaft der Organisation für den Zeitraum von 2016 bis 2019 an die Türkei zu vergeben.

Am Rande der Konferenz fanden mehrere bilaterale Treffen statt.

Historischer Besuch des iranischen Staatsoberhaupts, Begrüßung Mahmud Abbas′

Der Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war etwas Besonderes. Denn er ist der erste iranische Präsident seit mehr als 33 Jahren, seit dem Sturz des persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi, der zu einem Staatsbesuch in Ägypten weilt.

Während die Begrüßung durch Muhammad Mursi noch recht herzlich ausfiel, folgte später die Kritik an der Politik Ahmadinedschads. So verurteilte der Imam der al-Azhar-Moschee die mutmaßlichen Versuche Teherans, das Schiitentum in sunnitischen Ländern zu verbreiten. Nach dem Besuch der al-Husain-Moschee wurde Ahmadinedschad mit einem Schuh durch einen mutmaßlichen Exilsyrer attackiert. Die „New York Times“ berichtete, dass der Täter gerufen habe: „Du bringst unsere Brüder um!“ Ein zweiter Angriffsversuch auf Ahmadinedschad ereignete sich am Freitag.

Eigentlich war auch die Begrüßung des Palästinenserchef Mahmud Abbas herzlich. Abbas bedankte sich für Ägyptens Unterstützung Palästinas. Versehentlich begrüßte aber Abbas Mursi mit Muhammed Husni, dem Vornamen des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak.

Wiederbelebung der iranisch-ägyptischen Beziehungen

Mit den wechselseitigen Besuchen Mursis (im August 2012) und Ahmadinedschads sollen im Interesse beider Staaten alte Kontakte wieder aufleben. Schon 1928 wurden mit einem Freundschaftsvertrag enge Beziehungen zwischen dem Iran und Ägypten besiegelt. 1939 sandte Ägypten mit Youssef Zulficar Pascha den ersten Botschafter nach Teheran. Im selben Jahr heiratete die Tochter des ägyptischen Königs Fu’ad I. bzw. Schwester des ägyptischen Königs Faruq, Prinzessin Fausiya, den damaligen Kronprinzen und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi.

1979 kam es zum Bruch der diplomatischen Beziehungen. Zum einen bot Ägypten dem gestürzten Schah Mohammad Reza Pahlavi Asyl an, zum anderen unterzeichnete Ägypten am 17. September 1978 den Friedensvertrag mit Israel, das Camp-David-Abkommen. Einen erneuten Tiefpunkt markierte die Ermordung Anwar as-Sadats 1981: Unmittelbar nach der Hinrichtung des Mörders Khaled el-Islamboli 1982 wurde in Teheran eine Straße nach diesem benannt.

Seit Oktober 2010, also noch vor der 25.Januar-Revolution, gibt es erste Annäherungen zwischen beiden Ländern auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Im August 2012 reiste Muhammad Mursi zum Gipfel der Blockfreien nach Teheran. Am 10. Januar 2013 besuchte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi Kairo.

Gespräche zwischen Ägypten und der Türkei

Am Rande des Gipfels trafen sich Mohammad Mursi und der türkische Präsident Abdullah Gül zu Gesprächen über die Palästina-Frage und den Syrien-Konflikt. Hierzu hatte Mursi bereits im August 2012 ein Viererbündnis zwischen Ägypten, Iran, Saudi-Arabien und der Türkei initiiert, das aber noch weiter entwickelt werden soll.

Auch sollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ägypten und der Türkei intensiviert werden. Die bisherigen türkischen Investitionen in Ägypten über 5 Milliarden Dollar sollen verdoppelt werden. Mursi führte aus, dass sich Vertreter verschiedener palästinensischer Fraktionen in der kommenden Woche zu Gesprächen in Kairo treffen würden. Gül lobte deshalb die Anstrengungen Ägyptens zur Lösung der Palästina-Frage.

In trilateralen Gesprächen mit Mahmud Ahmadinedschad wurde auch der Syrien-Konflikt behandelt.

Bearbeiten Themenverwandte Artikel

  • Portal:Ägypten
  • Portal:Arabische Welt
  • Portal:Islam

Bearbeiten Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 29, 2013

Erneut Demonstrationen und Unruhen in Ägypten

Erneut Demonstrationen und Unruhen in Ägypten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:31, 29. Jan. 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Demonstrationen am Tahrir-Platz (Archivbild vom 22. Nov. 2011)

Kairo / Port Said (Ägypten), 29.01.2013 – In mehreren Städten Ägyptens gibt es seit Freitag Demonstrationen, die an den zweiten Jahrestag der Januar-Revolution erinnern sollen. Fast 50 Personen wurden bis heute Morgen durch diese Unruhen getötet. Am 25. Januar 2011, am Ehrentag der ägyptischen Polizei, gab es in mehreren Großstädten Ägyptens Demonstrationen, in denen es anfangs schlicht und einfach um Brot und Arbeit ging. Reichlich zwei Wochen später, am 11. Februar 2011, trat der damalige ägyptische Präsident Husni Mubarak zurück, und der Oberste Rat der Streitkräfte übernahm die Regierungsgeschäfte.

Das Fazit zwei Jahre später: Die Ziele der Revolution wurden nicht erreicht. Anstelle der Nationaldemokratischen Partei regieren nun die Muslimbrüder, die sich zum Teil derselben Unterdrückungswerkzeuge bedienen wie ihre Vorgängerin.

Verschiedene oppositionelle Gruppen hatten für den Freitag, den 25.01.2013, zu Demonstrationen aufgerufen. Hier soll nicht nur dem zweiten Jahrestag und der Opfer der Revolution gedacht werden. Die Proteste richten sich auch gegen den neuen Präsidenten Muhammad Mursi, die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei, der Partei der Muslimbrüder, und gegen den Premierminister Hischam Qandil und sein Kabinett. Dem Präsidenten Mursi wird vorgeworfen, die Ziele der Revolution von 2011 verraten zu haben.

Die größte Demonstration findet wie in der Vergangenheit auf dem Tahrir-Platz in Kairo statt. Demonstrationen führten aber auch zum Präsidentenpalast. Weitere Demonstrationen wurden aus Alexandria und Sues gemeldet.

Regierungsgegner und Polizei liefern sich heftige Auseinandersetzungen. Die Polizei setzt massiv Tränengas ein, Protestierende warfen u.a. Brandsätze. Am Abend des 25. Januar 2013 wurde gemeldet, dass bei den Ausschreitungen landesweit bereits knapp 500 Demonstranten und Polizisten verletzt wurden. Nachrichtenagenturen berichten von neun Toten bei Feuergefechten. Insgesamt waren bis zum Samstag Nachmittag, also einen Tag später, bereits 22 Todesopfer, darunter acht in Sues, zu beklagen, die Verletztenanzahl wurde auf 700 geschätzt.

In Sues eskalierten die Ausschreitungen. So wurden das Gebäude der Partei der Muslimbrüder angezündet und der Sitz des Gouverneurs verwüstet. Auf Drängen des Sicherheitschefs der Gouvernementsregierung von Sues, Adel Refaat, rückte Militär nach Sues ein.

Politische Reaktionen

Die Machthaber scheinen die wahren Ursachen zu verdrängen. Mursi verlautbarte, es handele sich bei den Demonstrationen um eine „Konterrevolution“, die von den „Überbleibseln des Mubarak-Regimes“ gesteuert würde. Premierminister Qandil forderte beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Landsleute auf: „Bitte geht wieder zur Arbeit! Das ist der einzige Weg, wie ihr die Situation in eurem Land verbessern könnt.“ Aus dem Publikum kam prompt die Frage, wo die Jobs seien.

Das Oppositionsbündnis „Nationale Heilsfront“ forderte unterdessen die Regierung Mursi auf, eine „umfassende Lösung“ für eine Beilegung der politischen Krise zu finden.

Deutliche Kritik an Präsident Mursi äußerte der Friedensnobelpreisträger und frühere Direktor der Internationalen Atomenergieagentur, Mohammed el-Baradei. „Bevor der Präsident die Verantwortung für das jüngste Blutvergießen übernimmt und verspricht, eine Regierung der Nationalen Rettung und ein unabhängiges Gremium zur Abänderung der Verfassung zu bilden, ist jeder Dialog reine Zeitverschwendung“, twitterte el-Baradei.

Verkündung von Todesurteilen

Als Öl ins Feuer müssen die Gerichtsurteile eines Kairoer Gerichts gewertet werden, das am Samstag 21 Personen wegen der Ausschreitungen bei einem Fußballspiel in einem Fußballstadion in Port Said am 1. Februar 2012 zum Tode verurteilte. Bei dem Fußballspiel, bei dem die Polizei untätig blieb, wurden 74 Personen getötet (andere Quellen sprechen auch von 72 oder 79 Toten), hauptsächlich unter den Anhängern des Hauptstadtfußballclubs al-Ahly, die mittlerweile offiziell zu den „Märtyrern der Revolution“ gezählt werden. Die Anhänger des Fußballklubs gehörten zu den aktiven Teilnehmern der 25.-Januar-Revolution. Gegen 61 Anhänger des Fußballklubs al-Masry Port Said wurde Anklage wegen Mordes erhoben. Für den 9. März 2013 wurden Urteile gegen weitere Beteiligte angekündigt.

Dass das Urteil politische Sprengkraft besitzen würde, egal wie es ausfiel, sollte allen Beteiligten klar gewesen sein. Während die Urteile in Kairo mit Genugtuung aufgenommen wurden, kam es zu Protesten gegen das Urteil vor dem Gefängnis in Port Said. Es kam zu Auseinandersetzungen und Schusswechseln vor dem Gefängnis in Port Said, bei denen es 39 Tote und etwa 350 Verletzte, unter ihnen auch Polizisten, gab. Es gibt Mutmaßungen, dass diese Ausschreitungen von Geheimdienstmitarbeitern unterstützt wurden.

Präsident Mursi sagte seine Reise nach Äthiopien ab. Er schickte Militär nach Port Said. Der Nationale Verteidigungsrat trat noch am Abend zusammen, um über Lösungen zu beraten. Die Nachrichtenagentur Reuters vermeldete, dass eine nächtliche Ausgangssperre oder sogar der nationale Notstand ausgerufen werden solle. Zunächst wurden die Gewaltakte nur verurteilt, doch am Sonntagabend verhängte Präsident Mursi für die Städte Port Said, Ismailia und Sues, eine nächtliche Ausgangssperre und für 30 Tage den Ausnahmezustand.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Ägypten
  • Portal:Arabische Welt

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 21, 2013

Deutsche Patriot-Raketen in Iskenderun angekommen

Deutsche Patriot-Raketen in Iskenderun angekommen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:41, 22. Jan. 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

MIM-104 Patriot kurz nach dem Start

Berlin (Deutschland) / Iskenderun (Türkei) / Kahramanmaras (Türkei), 21.01.2013 – Am Sonntag starteten 240 Bundeswehrsoldaten mit 2 „Patriot“-Flugabwehrraketensystemen vom Flughafen Berlin-Tegel in Richtung Iskenderun (Türkei). Sie kamen dort am Montag um 7 Uhr an, um von dort nach Kahramanmaras (Türkei) weitertransportiert zu werden. Das Abwehrsystem soll die Stadt vor Raketenangriffen aus Syrien schützen. Mit Absicht ausgeführte Angriffe sind zwar nicht wahrscheinlich, aber die Türkei möchte sich vor mit Chemiewaffen bestückten Mittelstreckenraketen schützen, obwohl auch solche Angriffe nicht als wahrscheinlich gelten. Die Patriots können auch Luftfahrzeuge bekämpfen, allerdings keine Artilleriegranaten, wie sie schon einige Male aus Syrien in türkische Grenzstädte abgefeuert wurden. Die Reichweite des Systems liegt je nach Version zwischen 45 und 160 Kilometern. Die Stadt Kahramanmaras hat ca. 400.000 Einwohner und liegt ungefähr 100 Kilometer nördlich von der türkisch-syrischen Grenze. Kaum jemand glaubt, dass sich der Syrien-Konflikt hierher ausbreitet.

Der Einsatz der Bundeswehr in der Türkei ist trotz seines symbolischen Charakters umstritten, obwohl der Bundestag ihn am 14. Januar mit deutlicher Mehrheit beschlossen hat. Neben Deutschland beteiligen sich auch noch die USA und die Niederlande an dem Patriot-Einsatz in der Türkei.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Türkei

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 18, 2013

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:00, 18. Jan. 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Weiße Pracht in Jerusalem…

Beirut (Libanon) / Jerusalem (Israel) / Genf (Schweiz), 18.01.2013 – Der Wintereinbruch der vergangenen Woche erschwert die Hilfe für syrische Flüchtlinge. Stürmisches Wetter war über die Küste der Levante gezogen. Starker Schneefall hatte in Israel die Sperrung der Autobahnverbindung zwischen Jerusalem und Tel Aviv verursacht. Nicht befahrbar waren weitere Straßen im Norden Israels und im Westjordanland. In den Tagen zuvor hatte bereits ergiebiger Regen und starker Wind zu Schäden und Behinderungen geführt, weil Straßen, Häuser und Felder überflutet wurden. Betroffen von dem schlechten Wetter waren außer Israel der Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, Jordanien und der Libanon. In Israel und im Libanon starben mindestens drei Personen durch die Auswirkungen des schlechten Wetters, und mindestens fünf weitere kamen im Westjordanland um.

Das Wetter brachte am 9. und 10. Januar zwischen zehn und zwanzig Zentimetern Schnee in Jerusalem, Ost-Jerusalem, Ramallah und Bethlehem. In Hebron fielen dreißig Zentimeter Schnee, und am Berg Hermon im Norden Israels wurden bis zu neunzig Zentimeter Schnee registriert. Der Sturm hatte seine Energie aus der warmen, feuchten Luft des Mittelmeeres geschöpft, die ostwärts in Richtung der Levante gezogen war. Das Tiefdruckgebiet hatte sich verstärkt, als es mit dem südwestlichen Rand einer großen Kaltluftmasse zusammenstieß, die sich von Osteuropa und der Türkei bis nach China erstreckte. Diese war für die Kälte in China verantwortlich. Nachdem das Zentrum des Systems die Küste überquert hatte, sorgte es dafür, dass Kaltluft vom Norden in den östlichen Mittelmeerraum gelangte und der Regen in Schnee überging. Der Wintereinbruch war der schlimmste der vergangenen zwei Jahrzehnte, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Südosten des Libanons wurde bei Hasbaya eine Straße durch einen Erdrutsch unterbrochen. Die Region verzeichnet in diesem Winter überdurchschnittliche Niederschläge, was zu einer Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Israel und den besetzten Gebieten beitragen dürfte. Der See Genezareth erreicht derzeit, auch durch höheren Anteil der Trinkwassergewinnung in Entsalzungsanlagen, den höchsten Wasserstand seit Jahren.

Das jordanische Flüchtlingslager Za’atri wurde teilweise überflutet. Hier kommen durchschnittlich über 1.100 Flüchtlinge am Tag an. Viele der Flüchtlinge leben in nur notdürftig beheizten Unterkünften. Die jordanische Regierung geht davon aus, dass seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien rund 280.000 Syrer nach Jordanien geflohen sind; davon wurden bislang 176.569 vom UNHCR registriert.

Auch im Libanon werden knapp 200.000 syrische Flüchtlinge vom UNHCR betreut. In der Bekaa-Ebene hat Hochwasser die Flüchtlingslager al-Marj und al-Faour in Mitleidenschaft gezogen. Auch in der Türkei und im Irak wirken sich Schnee und Kälte auf die Situation der Flüchtlinge aus. Insgesamt betreuen UNHRC, Caritas und Roter Halbmond derzeit über 600.000 syrische Flüchtlinge.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 15, 2013

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 11:24, 15. Jan. 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Somalia liegt am sogenannten Horn von Afrika

Mogadischu (Somalia) / Paris (Frankreich), 15.01.2013 – Der Versuch der Befreiung des französischen Geheimagenten Denis Allex, der sich seit Juli 2009 in der Gewalt der islamistischen Miliz al-Shabaab befunden haben soll, ist am vergangenen Freitag, dem 11. Januar, fehlgeschlagen. Dies bestätigte das französische Verteidigungsministerium am Samstag in Paris. Verteidungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag, aller Wahrscheinlichkeit nach sei die Geisel bei der Aktion getötet worden. „Alle Hinweise bestätigen uns in dieser Annahme“, so Le Drian. Allerdings gibt es widersprüchliche Angaben zu der Kommandoaktion.

Das 45-minütige Feuergefecht trug sich etwa einhundert Kilometer nordwestlich von Mogadischu zu. Bei der Militäraktion seien Paris zufolge zwei französische Soldaten und 17 „Terroristen“ getötet worden. Al-Schabaab behauptete über Twitter zudem, dass zahlreiche weitere französische Soldaten bei der Aktion verletzt worden seien. Zu dieser Angabe der Islamisten gibt es keine Bestätigung aus Paris. Den Islamisten zufolge sei, im Gegensatz zu den Verlautbarungen des französischen Verteidigungsministeriums, die Geisel allerdings noch am Leben. Lokale Augenzeuge sagen, dass acht unbeteiligte Zivilisten unter den Getöteten seien.

Al-Schabaab veröffentlichte nun über Twitter drei Bilder, die einen getöteten französischen Soldaten zeigen sollen. Die Bilder zeigen außer dem Leichnam auch Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Ein silbernes Kreuz an einer Halskette ist deutlich zu sehen. „Die Wiederkehr der Kreuzritter. Doch auch sein Kreuz konnte ihn nicht vor dem Schwert bewahren“, twitterten die Islamisten. „François Hollande, war es das wert?“ hieß es in einem separaten Tweet. Allerdings wurde bislang noch nicht bestätigt, dass die Bilder tatsächlich einen der getöteten Franzosen zeigen.

Allex – vermutlich ein Deckname – und ein Kollege waren am 14. Juli 2009 in Mogadischu gefangengenommen und verschleppt worden. Der Kollege konnte später fliehen. Al-Schabaab will einen islamistischen Staat in Somalia errichten und beherrscht vor allem Teile des Südens des Landes. Das letzte Lebenszeichen des mutmaßlichen Agenten des Auslandsgeheimdiensts DGSE stammt vom letzten Herbst; in einem Video übermittelte der Franzose die Forderung der Islamisten unter anderem danach, dass Frankreich seine Unterstützung der Mission der Afrikanischen Union in Somalia einstellen solle und diese Friedenstruppen abgezogen werden sollten.

Die französische Militäraktion sei von den US-Streitkräften technisch unterstützt worden, bestätigte US-Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den Kongress der Vereinigten Staaten, jedoch seien US-Soldaten nicht direkt in die Aktion involviert gewesen. „US-Kampfflugzeuge traten kurzzeitig in somalischen Luftraum ein, um die Rettungsaktion falls nötig zu unterstützen“, so Obama. Aktiv hätten US-Soldaten nicht eingegriffen, schrieb der amerikanische Präsident. US-Medien schrieben, der US-Einsatz sei erst erfolgt, als die Franzosen auf hartnäckige Gegenwehr gestoßen waren. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Amerikaner ihren Einsatz nicht fortführten, weil die Lage dies nicht ermöglichte, oder ob von französischer Seite ein Eingreifen von US-Kräften nicht angefordert wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich
  • Portal:Somalia
  • Portal:Arabische Welt

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »