WHO meldet: Tripper möglicherweise bald nicht mehr heilbar

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Veröffentlicht: 18:45, 8. Jun. 2012 (CEST)
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Gonorrhoeinfektion am Auge

Genf (Schweiz), 08.06.2012 – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der bisher als vergleichsweise harmlos angesehenen Infektion mit Gonokokken. Durch die Bakterien wird die Geschlechtskrankheit Gonorrhoe, umgangssprachlich als Tripper bezeichnet, ausgelöst. Durch die steigende Resistenz gegen Antibiotika könnte schon in absehbarer Zeit eine Heilung der Krankheit nicht mehr möglich sein.

Dr. Manjula Lusti-Narasimhan von der Abteilung für Reproduktive Gesundheit und Forschung bei der WHO: „Tripper wird zu einem großen Problem der öffentlichen Gesundheit, wegen der hohen Inzidenz von Infektionen begleitet von schwindenden Behandlungsmöglichkeiten. Ohne die Erforschung neuer Antibiotika, könnte bald keine wirksame Behandlung für die Patienten mehr zur Verfügung stehen“. In mehreren Ländern, wie Australien, Frankreich, Japan, Norwegen und Schweden, wurden Resistenzen gegen zur Heilung verabreichte Breitbandantibiotika festgestellt. In Sachsen, dem einzigen Bundesland in dem die Tripperinfektionen nach dem Jahr 2001 noch erfasst wurden, haben sich die Erkrankungen in den Jahren 2003 bis 2010 verdoppelt. Ob ein Zusammenhang mit den festgestellten Resistenzen besteht ist nicht bekannt. Die WHO fordert mit einem globalen Aktionsplan gegen die Ausbreitung von Gonorrhoe vorzugehen.

Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Durch die Benutzung von Kondomen ist ein Schutz vor einer Infektion gegeben. Die Gonokokken heften sich an Schleimhautzellen des Gebärmutterhalses und der Harnröhre fest und schädigen die Zellen durch Entzündung mit eitrigem Ausfluss. Eine Übertragung von den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane auf die Augen kann beispielsweise durch die Finger beim Reiben der Augen erfolgen. Komplikationen wie Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis) und des Herzens (Endokarditis) sind selten geworden, werden sich bei einer fortschreitenden Resistenz der Bakterien aber vermutlich wieder ausbreiten.

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Quellen[Bearbeiten]