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June 30, 2013

Unruhen im Westen Chinas: Dutzende Tote

Unruhen im Westen Chinas: Dutzende Tote – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Unruhen im Westen Chinas: Dutzende Tote

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Veröffentlicht: 05:53, 30. Jun. 2013 (CEST)
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Xinjiang in China

Turpan (China), 30.06.2013 – Bei Unruhen im chinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang wurden am Mittwoch (26.06) insgesamt 35 Personen getötet und vier weitere verletzt.

Die Unruhen sind am Mittwochmorgen ausgebrochen, als ein mit Messern bewaffneter „Mob“ in der Großgemeinde Lukeqin im Kreis Piqan in der Nähe von Turpan im Westen von Xinjiang Polizeistationen, ein Regierungsgebäude und eine Baustelle angriff. Die Unruhestifter sollen Personen erstochen und Polizeiautos in Brand gesetzt haben und so nach ersten Angaben neun Sicherheitsbeamte und acht Zivilisten getötet haben, bevor die Polizei das Feuer eröffnete und zehn mutmaßliche Angreifer erschossen hat. Die Zahlen wurden später präzisiert und es heißt nun, dass 22 Zivilisten und 2 Polizisten durch die Demonstranten getötet wurden, während die Polizei 11 Demonstranten tötete und 4 verletzt festnahm. Über die Ursache der Unruhen herscht Unklarheit. Westlichen Journalisten war es nicht möglich in die betroffene Ortschaft zu gelangen und die chinesische Regierung hat keine Erklärung dazu abgegeben.

Dolkun Isa, der Sekretär des Weltkongresses der Uiguren sagte gegenüber der Voice of America, es sei schwierig, Informationen darüber zu bestätigen, was genau passiert ist, was er auf die massive Polizeipräsenz und die nun vor Ort herrschende Atmosphäre des „Kriegsrechtes“ zurückführt, bestritt jedoch nicht die Annahme, dass Uiguren eine Polizeistation angegriffen hätten. „Natürlich. Menschen bekommen Rachegedanken. Weil die Polizei das tägliche Leben der Menschen einschränke“, sagte er. „Sie geben ihnen nicht genügend Platz für ein normales Leben. Weil die chinesische Polizei und die chinesische Regierung ständig ihr tägliches Leben stört. Sie haben keinen Raum.“

Offiziell sagt die chinesische Regierung, man gebe den Uiguren weitreichende Freiheiten. Aber man betont auch, dass China sich mit einer wachsenden Gefahr durch terroristischen und extremistische Separatisten konfrontiert sehe, die einen Staat Ostturkestan gründen wollen und Hilfe aus dem Ausland dabei erhielten. Im Exil lebende Uiguren wie Isa weisen die chinesischen Anschuldigungen zurück. China übertreibe die Gefahr, um die starke Präsenz der Polizei und die Überwachung muslimischer Einrichtungen zu begründen.

Am Freitag (28.06.) sollen 100 Personen eine Polizeistation in Hotan im Südosten von Xinjiang angegriffen haben. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass am Sonnabend (29.06) eine große Militärübung in der Hauptstadt der Region Ürümqi stattgefunden habe, bei der große Teile der Innenstadt abgesperrt wurden. Chinesische Politiker haben dazu aufgerufen die Polizeikontrollen in der Region zu verstärken und angekündigt, man werde hart gegen den „Terrorismus“ in der Region durchgreifen.

Die Zusammenstöße vom Mittwoch waren die blutigsten seit 2009, als bei Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen sowie staatlichen Sicherheitskräften über 200 Menschen getötet wurden. Im April 2013 wurden bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung, die auf eine polizeiliche Hausdurchsuchung folgte, in der Nähe von Kaxgar 21 Menschen getötet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:China

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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January 17, 2013

Frankreich interveniert gegen Islamisten in Mali

Frankreich interveniert gegen Islamisten in Mali

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Veröffentlicht: 15:06, 17. Jan. 2013 (CET)
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Reliefkarte Karte
Bamako
Bamako
Timbuktu
Timbuktu
Gao
Gao
Konna
Konna
Kidal
Kidal
Diabali
Diabali
Lage der im Artikel genannten Orte

Bamako (Mali) / Paris (Frankreich), 17.01.2013 – Französische Truppen gehen seit dem vergangenen Freitag (11.01.2013) in Mali gegen Islamisten vor. Die Intervention erfolgte auf Ersuchen der malischen Staatsführung. Französische Kampfflugzeuge flogen Luftangriffe auf die Städte Gao und Kidal des westafrikanischen Staates, die von den Rebellen gehalten werden. Über das Wochenende hatten französische Einheiten die Islamisten aus Konna verdrängt, doch starteten diese inzwischen eine Gegenoffensive und nahmen die von der regulären malischen Armee verteidigte Stadt Diabali ein. Die Stadt, die 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako liegt, hat strategische Bedeutung.

Abu Dardar, der Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), hat Frankreich Konsequenzen angedroht. „Wir werden Frankreich ins Herz treffen – überall, in Bamako, in Afrika und in Europa“, sagte Dardar. Die MUJAO ist eine von mehreren Organisationen, die im Nordosten des Landes gegen die Zentralregierung kämpfen.

EU und NATO wollen sich nicht militärisch an der Intervention beteiligen, begrüßten allerdings die französische Initiative. Frankreich will eine rasche Stationierung von 3.300 Soldaten aus den ECOWAS-Staaten. Diese Stationierung hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bereits im Dezember genehmigt; die Entsendung der Truppen war bislang jedoch erst für September 2013 geplant.

Unterdessen sind zahlreiche Bewohner aus der umkämpften Region geflüchtet. Das Büro des UN-Flüchtlingshochkommissars (UNHCR) sagte, dass Tausende von Maliern Binnenflüchtlinge oder in Nachbarländer geflüchtet seien. Besonders die humanitäre Situation in der zentral gelegenen Region Mopti verschlechtere sich aufgrund der Kämpfe rasch. Das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt, dass seit dem Beginn der französischen Intervention mehr als 30.000 Menschen geflüchtet sind, insgesamt seien in Mali rund 230.000 Menschen auf der Flucht.

„Diese erneuten Kämpfe, speziell im Zentrum und im Norden Malis, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem geschätzte 4,2 Millionen Malier auf humanitäre Hilfe angewiesen sind“, sagte OCHA-Sprecher Jens Lærke. „Dies schließt… hunderttausende schlechternährter Kinder ein.“ Im vergangenen Jahr versorgte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen rund 1,2 Millionen Menschen in dem Land, mehr als eine Viertel Million davon in dem von Islamisten kontrollierten Norden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Opération Serval“.

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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November 22, 2012

Indien: Mumbai-Attentäter hingerichtet

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Veröffentlicht: 23:01, 22. Nov. 2012 (CET)
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Mumbai (Indien), 22.11.2012 – In Indien wurde am Mittwoch der einzige noch lebende Attentäter hingerichtet, der zusammen mit neun anderen Angreifern 2008 die Anschläge von Mumbai verübte, bei denen 166 Menschen getötet wurden. Mohammed Ajmal Kasab wurde in einem Gefängnis in Pune bei Mumbai gehängt. Die Hinrichtung wurde quer durch Indien in der Öffentlichkeit gefeiert und teilweise mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern bejubelt, doch kritisierten manche, dass die Hinrichtung nicht öffentlich ausgeführt wurde.

Der Innenminister des Bundesstaates Maharashtra, in dem Mumbai liegt, sagte, dass die Exekution ein Tribut an jene sei, die bei dem Angriff ihr Leben verloren haben. Doch für die Witwe eines Mitglieds einer Antiterroreinheit, das bei der Verfolgung Kasabs umkam, ist der Justiz noch nicht vollständig Genüge getan. Die Köpfe und Hintermänner der Anschläge entzögen sich der Gerechtigkeit, so sagte Kavita Karkare. „Sie sollten auch gehängt werden.“

Kasab, der die pakistanische Staatsbürgerschaft besaß, wurde 2010 wegen Mordes, Terrorismus und der Führung eines Krieges gegen Indien verurteilt. Er plädierte zunächst auf seine Unschuld, gestand jedoch später seine Mittäterschaft in den dreitägigen Gefechten ein. Die Bilder von den Schießereien wurden von den Nachrichtensendern weltweit verbreitet, und ein Bild Kasabs, das ihn mit einem Sturmgewehr im Bahnhof zeigt, wurde zum Symbolbild des Angriffs.

Er legte Widerspruch gegen sein Todesurteil ein, doch der Oberste Gerichtshof Indiens bestätigte das Urteil. Ein Gnadengesuch lehnte der Staatspräsident ab.

Kasab und neun weitere junge und schwerbewaffnete Pakistaner waren mit einem Boot in die indische Millionenstadt gefahren und hatten Luxushotels, ein jüdisches Zentrum sowie einen frequentierten Bahnhof in der indischen Wirtschaftsmetropole angegriffen. Die indischen Sicherheitsbehörden wurden später dafür kritisiert, dass es drei Tage gedauert hat, um eine verhältnismäßig geringe Zahl von Angreifern unschädlich zu machen.

Indien beschuldigte die pakistanische Militantengruppierung Laschkar e-Taiba dieser Angriffe. Die indische Regierung behauptet außerdem, dass die Attacken mit Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes ausgeführt worden seien. Dieser Vorwurf wird von der pakistanischen Regierung in Islamabad bestritten. Die beiden verfeindeten Staaten setzten nach den Anschlägen ihre Friedensverhandlungen aus. Diese wurden zwar 2011 wieder aufgenommen, doch ist Indien frustriert über den Unwillen der Pakistanis, dortige Mithelfer vor Gericht zu bringen.

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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Bearbeiten Themenverwandte Artikel

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Anschläge am 26. November 2008 in Mumbai“

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April 4, 2012

USA stoppt Nahrungsmittelhilfe wegen Raketentest in Nordkorea

USA stoppt Nahrungsmittelhilfe wegen Raketentest in Nordkorea

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Veröffentlicht: 13:15, 4. Apr. 2012 (CEST)
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nordkoreanische UNHA-Rakete

Pjöngjang (Nordkorea) / Washington D.C. (USA), 04.04.2012 – Die US-Regierung gab bekannt, dass sie Hilfslieferungen nach Nordkorea stoppt. Damit reagiert sie auf Pläne aus Pjöngjang für einen Raketenstart im Mai. Während Nordkorea angibt, es handle sich um einen friedlichen Start eines Satelliten, sagen die USA und andere Länder, der Start helfe Nordkoreas ballistischer Raketentechnologie.

Peter Lavoy, ein für Sicherheitsfragen des asiatisch-pazifischen Raums zuständiger Regierungsbeamter, sagte bei einer Kongressanhörung, man arbeite mit den Verbündeten in der Region zusammen, um Nordkorea vom Start der Rakete abzubringen, den man als Bruch internationaler Zusagen Pjöngjang’s betrachte. Lavoy sagte, dass eine Nichtbeachtung Nordkoreas eigener Versprechen auch die von den USA angebotenen Nahrungshilfslieferungen zweifelhaft werden lasse.

“Wir sind gezwungen, unsere Aktivitäten zur Bereitstellung von Nahrungsmittelhilfen an Nordkorea weitgehend einzufrieren, da wir nun kein Vertrauen mehr in die Überwachungsmechanismen haben, die sicherstellen sollen, dass die Nahrungshilfen bei der hungernden Bevölkerung ankommt statt bei der Elite des Regimes”.

Ende Februar kündigte Nordkorea die temporäre Einstellung von Atomtests, Langstreckenraketenstarts und anderer nuklearer Aktivitäten an. Im Gegenzug sagte Washington die Versorgung mit 240.000 Tonnen Nahrungsmitteln zu.

Die Hilfsgüter sollten die Bedürftigsten in Nordkorea erreichen, einschliesslich Kinder und Schwangerer. Hilfslieferungen der USA an Nordkorea wurden zuletzt 2009 eingestellt, als US-Beobachter Bedenken bezüglich der Nahrungsmittelverteilung erhoben und daraufhin von Pjöngjang ausgewiesen wurden.

Im Moment weist Nordkorea Appelle zurück, den Start der Rakete abzusagen. Lavoy erklärte, dies verletze die Abmachung vom Februar.

“Als wir kürzlich zu dieser Abmachung kamen, verbot es nordkoreanische Raketenstarts und wir gaben zu verstehen, dass wir einen Satellitenstart als (Langstrecken)Raketenstart betrachten, weil er Raketentechnologie nutzt”.

Zu den militärischen Anwendungen beim Raketenstart kommen weitere Bedenken. “Die Nordkoreaner haben angezeigt, dass sie die Rakete in südlicher Richtung starten werden. Und ich weiss nicht, ob wir Zutrauen in die Stabilität der Rakete haben können oder wo sie auftreffen wird. Eine Reihe von Staaten sind potenziell betroffen. Der Raketenschrott kann in diesen Ländern herunterkommen. Es kann Opfer geben”.

Die USA und Südkorea berichten, dass die letzten zwei Satellitenstarts Nordkoreas erfolglos waren, während Pjöngjang darauf beharrt, dass der letzte Start erfolgreich verlief.

Der Verlautbarung des nordkoreanischen Staatsmediums zufolge dient der Satellitenstart der Ernteabschätzung und der Analyse natürlicher Resourcen. Der offizielle Bericht der KCNA zitiert auch einen nicht namentlich genannten Vertreter des Raumfahrtprogramms mit der Aussage, Nordkorea offenbare die friedliche Natur des Satelliten, indem es Experten und Journalisten einlade, den Start zu beobachten.

(Quelle: VOA/William Ide , Übersetzung: de.wikinews.org )

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Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Nordkorea

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March 28, 2012

Putsch in Mali wird international verurteilt

Putsch in Mali wird international verurteilt

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Veröffentlicht: 11:21, 28. Mär. 2012 (CEST)
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Mali

Kartographie: The World Factbook

Bamako (Mali) / New York City (Vereinigte Staaten), 28.03.2012 – Der Militärstreich in Mali wird international verurteilt. Die Afrikanische Union hat die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes suspendiert. Die Sicherheitslage in Mali, das als afrikanische Musterdemokratie galt, ist unklar. Es soll zu Plünderungen gekommen sein. Am Donnerstag (22. März) wurde von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bekanntgegeben, dass drei Zivilpersonen erschossen und 29 weitere verletzt worden seien. Das örtliche Rote Kreuz gab an, 40 Personen behandelt zu haben, hauptsächlich wegen Schussverletzungen. Auch am Freitag fielen in der Hauptstadt vereinzelt Schüsse, Explosionen waren zu hören. Der Flugverkehr von und nach Mali wurde eingestellt und die Grenzübergänge geschlossen.

Leutnant Amadou Konare sagte für das „Nationalkomitee für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates“ (CNRDR), die Verfassung sei außer Kraft gesetzt worden und es gelte eine Ausgangssperre. Die Entmachtung des Staatspräsidenten durch die Armee sei erfolgt wegen „seines Unvermögens, die Krise im Norden Malis zu bewältigen“.

Ein Mitglied der größten Oppositionspartei wurde am Freitag (23. März) nach einem Interview für Radio France Internationale (RFI) verhaftet. Kassoum Tapo hatte in dem Radiointerview erklärt, seine Partei sei gegen den Militärputsch. Er wurde nach einigen Stunden freigelassen und sagte der Nachrichtenagentur Agence France Presse, der Anführer des Staatsstreiches, Hauptmann Amadou Sanogo habe sich bei ihm für die Verhaftung entschuldigt.

Präsidentenpalast erstürmt, Plünderungen

Sanogo hat Plünderungen durch Soldaten und Polizeibeamte verurteilt, weist jedoch zurück, dass seine Leute dafür verantwortlich seien. Im malischen Fersehen beschuldigte Sanogo am späten Freitagabend Leute mit „schlechten Absichten“, die Unterstützung für den Militärputsch untergraben zu wollen.

„Ich verurteile die Akte des Vandalismus und der Plünderungen, die stattgefunden haben“, sagte Sanogo in einer Fernsehansprache, nachdem zuvor das staatliche Fernsehen vorübergehend abgeschaltet war. „Gestern habe ich konkrete Beweise dafür erhalten, dass bösgesinnte Einzelpersonen Uniformen von Polizei und der Armee tragen, um diesen Putsch zu brechen, um die Meinung gegen uns zu drehen. Noch einmal bitte ich um Entschuldigung für alle erschwerenden Umstände und, wenn die Zeit reif ist, wird es Gerechtigkeit geben und Änderungen werden vorgenommen. Und hier rufe ich die Malier nochmals auf, alle Malier, egal auf welcher Ebene, ohne weitere Verzögerung diesen Vandalismus und die Plünderungen einzustellen. Ob einer eine Unform trägt oder auf welcher Ebene, beendet Vandalismus und Plünderungen. Diese sind weder unsere Aufgabe, noch unsere Sache, noch unser Ziel.“

In einem Interview mit der British Broadcasting Corporation (BBC) sagte Sanogo, Ziel des Putsches sei die Wiederherstellung der Ordnung und die Niederschlagung des Tuareg-Aufstandes, den die Armee nach eigener Angabe unter der Regierung des abgesetzten Präsidenten Touré nicht wirksam bekämpfen konnte, weil ihr nur unzureichende Waffen zur Verfügung gestellt wurden. Er rief die Tuareg dazu auf, an Friedensverhandlungen teilzunehmen.

Putschisten hatten am Mittwoch die Kontrolle über den Präsidentenpalast übernommen, nachdem sie die Unfähigkeit der Regierung von Touré kritisiert hatten, auf die Rebellion auständischer Tuareg im Norden Malis zu reagieren. Die Machtergreifung erfolgte nur fünf Wochen vor der angesetzten Wahl eines Nachfolgers für Präsident Touré. Nach den Unruhen am Freitag rückten die Tuaregrebellen mit einer Offensive weiter auf von der Regierung gehaltenes Gebiet vor. Sie wollen schon bald Kidal, Gao und Timbuktu einnehmen.

Internationale Kritik

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen rief die meuternden Soldaten dazu auf, in die Kasernen zurückzukehren und für die Sicherheit des amtierenden Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré zu sorgen. Touré hatte 1991 in einem Putsch die damalige Militärregierung entmachtet und hatte danach rasch einer Zivilregierung die Macht übergeben. 2002 wurde er dann demokratisch gewählter Präsident des Landes und 2007 wiedergewählt.

Der Sicherheitsrat verlangte außerdem die Freilassung aller gefangengenommenen Regierungsvertreter und die augenblickliche Wiederherstellung der Verfassung und der demokratisch gewählten Regierung. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an die Anführer des Staatsstreiches, sich von Aktionen zurückzuhalten, die das Land weiter destabilisieren könnten. „Die verfassungsmäßige Ordnung muss unverzüglich wiederhergestellt werden“, erklärte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Mali ab. Das US-Außenministerium hat zur Ruhe in Bamako aufgerufen und erklärte, hinter Präsident Touré zu stehen. „Wir haben diesen Militärputsch verurteilt, weil wir uns dem Respekt demokratischer und verfassungsmäßiger Regeln verpflichtet fühlen“, erklärte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich durch ihren Außenminister Alain Juppé.

Der Staatsstreich wurde von der internationalen Gemeinschaft auf breiter Front verurteilt. Auch innerhalb Malis gab es Kritik. Eine Gruppe prominenter malischer Politiker veröffentlichte am Freitag ein Communiqué, in dem der Putsch als ein für Mali „gefährlicher Schritt zurück“ bezeichnet und eine augenblickliche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung verlangt wird.

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben den Staatsstreich gleichfalls verurteilt, und die EU sowie die Weltbank setzten Entwicklungshilfemaßnahmen in dem westafrikanischen Land aus. Die Vereinigten Staaten warnten am Freitag davor, dass sie nicht-humanitäre Hilfe für Mali ebenfalls unterbrechen könnten, wenn die Demokratie nicht wiederhergestellt wird. Die EU-Außenminister forderten in einer gemeinsamen Erklärung das „unverzügliches Ende der Gewalt und die Freilassung von Staatsvertretern, den Schutz der Zivilbevölkerung, die Wiederherstellung der zivilen, verfassungsmäßigen Regierung und wie geplant die Abhaltung demokratischer Wahlen“.

Putschistenführer Sanogo sagte am Freitag, dass das Militär zurücktreten werde, sobald ein demokratisch gewählter Präsident im Amt sei, doch könne dies einige Zeit dauern. Er sagte, Präsident Touré werde kein Leid geschehen, doch lehnte er es ab, über den Verbleib des Präsidenten zu sprechen. Touré hatte bereits angekündigt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl am 29. April nicht mehr kandidieren zu wollen.

Afrikanische Union

AU-Kommissionsvorsitzender Jean Ping (l.) und der nigerianische AU-Botschafter B. Paul Lolo

Foto: P. Heinlein (VOA)

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union hatte rasch gehandelt, um die Mitgliedschaft Malis in der 54 Staaten umfassenden Union zu suspendieren, zwei Tage nachdem meuternde Soldaten die Macht in Bamako ergriffen hatten. Die Suspendierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Mali die rotierende Präsidentschaft in dem Gremium ausübte. Da aber Mali von den Beratungen ausgeschlossen wurde, verlas der stellvertretende Vositzende, der AU-Botschafter Nigerias, B. Paul Lolo die Entscheidung des Rates.

In „Anbetracht der Weise, in der die Meuterer in Mali gegen eine verfassungsgemäße Regierung gehandelt haben und konsistent mit den verschiedenen Mitteln der Afrikanischen Unions und ECOWAS hat der Rat entschieden, dass Mali in all seinen Aktivitäten von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen wird, bis die umgehende Wiederherstellung der Verfassungsordnung erreicht wird“, sagte Lolo.

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanische Union, Jean Ping teilte Reportern mit, dass zwei andere westafrikanische Staatsoberhäupter – Benins Präsident Thomas Yayi Boni und Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré – während des Staatsstreiches mit dem malischen Präsidenten Touré in Kontakt standen. Ping sagte, dass den beiden Präsidenten versichert wurde, dass sich der abgesetzte Staatsführer in Sicherheit an einem geheimgehaltenen Ort in der Nähe der Hauptstadt Bamako befinde, wo er von Loyalisten beschützt werde. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten hatte Berichte örtlicher Medien dementiert, nach denen Touré in der US-Botschaft in Bamako Zuflucht gesucht haben soll.

Auch Ghana schloss sich den Forderungen von ECOWAS und AU an. Das Außenministerium in Accra rief die Militärjunta außerdem dazu auf, die Menschenrechte zu respektieren. Ghana sei bereit, im Zusammenwirken mit ECOWAS und der AU sowie der internationen Gemeinschaft eine Lösung zu erarbeiten. Der ghanaische Präsident John Evans Atta Mills wird an einem ECOWAS-Sondergipfel in Abidjan teilnehmen, der sich am Dienstag (27. März) mit den Entwicklungen in Mali befassen sollte.

Der westafrikanische Staat Mali ist neben Madagaskar der zweite Staat, dessen Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union derzeit suspendiert ist. Madagaskars Mitgliedschaft ruht seit der Absetzung von Präsident Marc Ravalomanana im März 2009.

Gaddafis Beseitigung und der Tuareg-Aufstand

Die Tuareg leben vor allem in Mali, Burkina Faso, Algerien, Libyen und im Niger.

Der Staatsstreich gab den Tuareg im Norden des Landes die Gelegenheit, ihre Position in dem von ihnen beanspruchten Gebiet zu festigen. Sie haben nach ihren eigenen Angaben die Stadt Anéfis zwischen Gao und Kidal eingenommen. Ein Führer der aufständischen Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) sagte dem französischsprachigen Dienst der Voice of America, dass die Rebellen die Kontrolle über das Gebiet zurückgewinnen wollen, das von ihr als Land der Tuareg betrachtet wird, unabhängig davon, wer in Bamako regiert. Er sagt, dass nach Ansicht der Rebellen das Problem nicht in einer bestimmten Regierung liege, sondern darin, was die Tuareg als Besetzung des Landes empfinden.

Im Januar hatten Tuareg-Separatisten begonnen, Militärstützpunkte anzugreifen, nachdem viele schwerbewaffnete Tuareg aus Libyen zurückgekehrt waren, wo sie auf der Seite des im Oktober 2011 getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten. „Die libysche Krise hat den Staatsstreich nicht ausgelöst, aber sicherlich die Malaise innerhalb der Armee enthüllt“, sagt der malische Kolumnist Adam Thiam. „Präsident Amadou Toumani Touré war nicht aktiv bei der Abwehr von Drogenschmuggel und Al-Qaida-Kämpfern, und das Aufkommen neuer Rebellenbewegungen erhöhte nur die Frustration der Offiziere.“

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sagt, dass der Konflikt mehr als 190.000 Menschen in und um Mali heimatlos gemacht habe. Sie seien unter anderem in die Nachbarstaaten Burkina Faso, Mauretanien und Niger geflohen. Viele Soldaten seien in dem Konflikt gestorben. Das Volk der überwiegend nomadischen Tuareg besteht aus etwa 1,5 Millionen Menschen. Sie erheben sich periodisch gegen ihre Marginalisierung in den Staaten Mali und Niger.

Abdul Aziz Kebe, ein Experte für arabisch-afrikanische Beziehungen an der Universität Dakar im Senegal meint, dass der Straatsstreich das Ansehen Malis trübt, weil er demonstriere, dass das Militär in vielen afrikanischen Staaten das Primat der Politik noch akzeptieren muss. „Die westlichen Mächte haben unterschätzt, dass die Beseitigung Gaddafis schwere Nachwirkungen in der Sahelzone haben würde“, fügte er hinzu.

Aus dem Bürgerkrieg in Libyen gelangten schwere Waffen und Munition in die Region, wo außer den Tuareg Drogenschmuggler, al-Qaida und andere islamistische Kombattanten operieren. Einige Regierungsvertreter Malis beschuldigen deswegen die NATO, für die schlechte Sicherheitslage im Norden des Landes mitverantwortlich zu sein.

Die Rebellen der MNLA dürften so von dem Staatsstreich profitieren. „Wir werden wahrscheinlich nach Süden vorstoßen, um bei der Befreiung des Azawad fortzufahren“, sagte Hamma Ag Mahmoud, der in der von Amadou Toumani Touré abgesetzten Militärregierung von General Moussa Traoré Minister war. „Wir haben kein Interesse an Bamako, aber an Kidal, Timbuktu und Gao. Die Meuterer werden nicht die Feuerkraft haben, um sich uns entgegenzustellen. Sie werden irgendwann ein Friedensabkommen unterzeichnen müssen.“ Ein Offizier der Rebellen in dem Ort Tessalit im Norden Malis, das von der MNLA kontrolliert wird, stellte fest: „Das einzige, was unseren Vorstoß gefährden könnte, ist eine ausländische Intervention.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Putsch in Mali 2012“.

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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November 5, 2011

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

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Veröffentlicht: 00:48, 5. Nov. 2011 (CET)
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Dieses von den israelischen Streitkräften veröffentlichte Bild zeigt Soldaten der IDF beim Entern des irischen Schiffes „Saoirse“

Haifa (Israel), 05.11.2011 – Zwei Schiffe wurden am Freitag (4. November) von der israelischen Marine in internationalen Gewässern aufgebracht. An Bord der beiden Wasserfahrzeuge befanden sich 27 Aktivisten aus neun Ländern, die die von Israel verhängte Seeblockade gegen den Gazastreifen durchbrechen wollten. Beide Schiffe hatten im Laufe der Woche türkische Häfen verlassen und Kurs auf die Küste des Gazastreifens genommen, bevor sie etwa 130 km vor ihrem Ziel abgefangen wurden. Die Aktivisten sollen nun in ihre Heimatländer abgeschoben werden.

Nach Ansicht der Aktivisten der „Freedom Waves to Gaza“ ist die israelische Seeblockade illegal und unmoralisch. „Es ist klar, dass 27 Zivilisten auf zwei kleinen Schiffen, die nur Medikamente geladen haben, keine Sicherheitsgefährdung für den israelischen Staat bedeuteten, und dass die Entschlossenheit, diese fernzuhalten nur eine Steigerung der Politik Israels der kollektiven Bestrafung ist, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärt Huwaida Arraf, eine Sprecherin der Initiative. Israel hingegen hält die Seeblockade für notwendig, „um die Terrororganisation Hamas daran zu hindern, sich selbst mit Raketen und Waffen zu versorgen.“

Wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte der Presse mitteilte, habe man die beiden Schiffe mehrfach aufgefordert beizudrehen und Kurs auf Aschdod zu nehmen. Diesen Aufforderungen sei nicht Folge geleistet worden, weswegen man die beiden Wasserfahrzeuge, die unter irischer Flagge fahrende „Saoirse“ und das kanadische Schiff „Tahrir“, geentert habe. Es sei kein Widerstand geleistet worden.

Anfang Juni 2010 wurden beim Aufbringen einer Gaza-Flottille an Bord der „Mavi Marmara“ neun türkische Aktivisten getötet. Dieser Zwischenfall hatte zu internationalem Protest gegen das israelische Vorgehen und zu einer Eiszeit in den Beziehungen zwischen Israel und der Türkei geführt.

In Gaza-Stadt forderte derweil Hamas-Chef Ismail Haniyya Aktivisten aus aller Welt auf, weiter Schiffe nach Gaza zu schicken. Nach seinen Worten ist „die Belagerung ungerecht und muss beendet werden“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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