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August 28, 2012

Afghanistan: 17 Besucher einer Feier hingerichtet

Afghanistan: 17 Besucher einer Feier hingerichtet

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Veröffentlicht: 19:17, 28. Aug. 2012 (CEST)
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Kabul (Afghanistan), 28.08.2012 – Afghanischen Behörden zufolge wurden am vergangenen Sonntag 17 Teilnehmer einer Feier, die in der südlichen Provinz Helmand im Bezirk Kajaki stattfand, von den Taliban enthauptet. Der Distrikt-Gouverneur teilte mit, dass während der Feier Musik spielte und Männer und Frauen gemischt tanzten. Es ist wahrscheinlich, dass die Taliban-Kämpfer die Menschen angriffen, als die Feier noch im vollem Gange war. Während des Überfalls sollen auch Schüsse gefallen sein. Wie die Provinzregierung in Helmand mitteilte, wurden alle 17 Opfer enthauptet. Zwei der Getöteten waren Frauen. Es ist jedoch unklar, ob man sie davor noch erschossen hat.

In Afghanistan werden Feiern normalerweise von Männern und Frauen getrennt abgehalten. Es kommt sehr selten vor, dass Männer und Frauen zusammen feiern, und das findet meistens auch nur innerhalb der Familie statt. Gemischte Feiern werden aus Angst vor den Taliban und anderen radikalen Islamisten geheim gehalten.

Dieser Angriff weckt die Erinnerung an die fünfjährige Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001. Während dieser Zeit wurden von den radikalislamischen Taliban das Hören und Spielen von Musik und das Tanzen verboten. Frauen durften nur in Begleitung ihres Ehemannes oder eines anderen männlichen Verwandten das Haus verlassen und das auch nur, wenn sie völlig verschleiert waren. Feiern und andere Veranstaltungen, an denen Männer und Frauen gleichzeitig teilnahmen, waren außerhalb der Familie strengstens untersagt.

In der Provinz Helmand sind die Taliban noch sehr aktiv, denn immer wieder hört man von Hinrichtungen, die an Dorfbewohnern ausgeführt werden. In den meisten Fällen warfen die Taliban den Menschen vor, für die afghanischen und US-geführten NATO-Truppen spioniert zu haben.

Nach offiziellen Angaben wurden bei einem Angriff auf einen afghanischen Militärstützpunkt, welcher sich ebenfalls in der Provinz Helmand zugetragen hat, zehn afghanische Soldaten getötet. Nach dem Angriff sollen fünf afghanische Soldaten mit den Taliban mitgegangen sein. Sie sollen einen inneren Angriff gestartet haben und unterstützten damit die Taliban-Kämpfer. Im Osten Afghanistans wurden zwei US-Soldaten von einem afghanischen Soldaten erschossen. Somit wurden in diesem Jahr schon 42 NATO-Soldaten bei 33 Angriffen durch ihre afghanischen Verbündeten getötet. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2011, denn im gesamten letzten Jahr starben 35 NATO-Soldaten bei Übergriffen durch ihre afghanischen Mitstreiter.

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August 17, 2012

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

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Veröffentlicht: 18:43, 17. Aug. 2012 (CEST)
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Ein UH-60L „Black Hawk“ der US Army im Irak

Kabul (Afghanistan), 17.08.2012 – Wie die internationale Schutztruppe ISAF mitteilte, starben am gestrigen Donnerstag bei dem Absturz eines ISAF-Helikopters elf Menschen, unter denen sich sieben US-Soldaten, drei afghanische Sicherheitskräfte und ein afghanischer Übersetzer befinden sollen.

Die Ursache des Absturzes ist noch unklar und wird weiterhin untersucht. Hingegen wurde von Seiten der Taliban von einem gezielten Abschuss gesprochen. Nach Angaben des Taliban-Sprechers Kari Jussif Ahmadi soll der Hubschrauber bereits in der Luft in Flammen aufgegangen sein, nachdem er von einer Panzerfaust getroffen wurde, wobei niemand überlebt haben soll. Der Angriff soll sich in der Provinz Kandahar im Bezirk Shah Wali Kot zugetragen haben.

Dschawid Faisal, Sprecher der Provinz Kandahar, bestätigte den Absturz des Helikopters im Bezirk Shah Wali Kot. Er konnte jedoch keinerlei Angaben zur Absturzursache machen. Laut einem ISAF-Sprecher liegen noch keine genaueren Informationen vor. Die einzig genaue Information ist, dass es sich bei dem Helikopter um einen UH-60 Black Hawk handelt. Es wurden schon des öfteren ISAF-Helikopter von den Taliban abgeschossen.

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July 18, 2012

Afghanistan: Afghanischer Soldat nach Erschießung französischer Soldaten zum Tode verurteilt

Afghanistan: Afghanischer Soldat nach Erschießung französischer Soldaten zum Tode verurteilt

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Veröffentlicht: 18:03, 18. Jul. 2012 (CEST)
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Afghanische Soldaten

Kabul (Afghanistan), 18.07.2012 – Anfang Januar hatte ein 22-jähriger afghanischer Soldat in der Provinz Kapisa nordöstlich von Kabul das Feuer auf französische Ausbilder eröffnet. Vier der Franzosen waren sofort tot, ein fünfter starb später an seinen schweren Verletzungen. Außerdem wurden noch 14 weitere Soldaten verletzt. Nun teilte das Verteidigungsministerium in Kabul mit, dass der afghanische Schütze von einem Militärgericht zum Tode verurteilt wurde.

Den damaligen Präsidenten Frankreichs, Nicolas Sarkozy, veranlasste der Vorfall dazu, den Abzug der französischen Soldaten bereits für Ende 2013 anzuordnen anstatt wie geplant Ende 2014. Der Abzugstermin wurde von Sarkozys Nachfolger François Hollande auf Ende 2012 vorgezogen.

Nach dem Abzug sollen anschließend noch rund 1.500 französische Einsatzkräfte in Afghanistan verbleiben, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden. Die französische Truppenführung übergab Anfang Juli die Verantwortung für die Provinz Kapisa an die afghanischen Sicherheitskräfte.

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  • Portal:Afghanistan
  • Portal:Frankreich

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July 3, 2012

Afghanistan: Drei britische Soldaten von uniformiertem Mann erschossen

Afghanistan: Drei britische Soldaten von uniformiertem Mann erschossen

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Veröffentlicht: 01:26, 3. Jul. 2012 (CEST)
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Afghanische Polizisten

Kabul (Afghanistan), 03.07.2012 – Drei Angehörige der britischen Armee sind im Süden Afghanistans von einem Mann in afghanischer Polizeiuniform getötet worden. Wie das Verteidigungsministerium in London am Montag mitteilte wurden die drei Soldaten am Sonntag in der Provinz Helmand erschossen. Die drei Briten sollen Teil eines Polizeiberatungsteams gewesen sein. Angaben zufolge eröffnete der uniformierte Mann das Feuer, als die Soldaten den Kontrollpunkt Kamparack Pul im Bezirk Nahr e Saradsch verließen.

Laut einem afghanischen Behördensprecher kamen zur selben Zeit drei Zivilisten durch einen Nato-Luftangriff im Osten des Landes ums Leben. Am Montagmorgen sollen Nato-Truppen, die im Bezirk Charch patrouillierten, von Aufständischen beschossen worden sein. Als Reaktion soll von den Soldaten ein Luftangriff angefordert worden sein, bei dem drei Ladenbesitzer getötet wurden. Nach ersten Berichten sei nicht von zivilen Opfern auszugehen, erklärte ein Sprecher des Militärbündnisses.

Als am Sonntag im Osten des Landes in der Provinz Ghazni eine am Straßenrand versteckte Bombe explodierte wurden ebenfalls fünf Zivilisten getötet und elf weitere Menschen wurden verletzt. Unter den Toten befanden sich auch Frauen und Kinder. Der Aussage des stellvertretenden Polizeichefs der Provinz nach, sei der voll besetzte Bus, in dem sich die Opfer befanden, auf den Sprengkörper aufgefahren.

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June 2, 2011

Anschlag in Afghanistan – Erneut ein deutscher Soldat gestorben

Anschlag in Afghanistan – Erneut ein deutscher Soldat gestorben

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Veröffentlicht: 16:19, 2. Jun. 2011 (CEST)
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Ein Panzer vom Typ Marder

Kundus (Afghanistan), 02.06.2011 – Bei einem Anschlag der Taliban 36 Kilometer südlich von Kundus ist am Donnerstag ein deutscher Soldat getötet worden. Zu dem Anschlag in der Provinz Baghlan, die im Norden des krisengeschüttelten Landes liegt, bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Bei dem Sprengstoffanschlag wurden außerdem zwei Bundeswehrsoldaten schwer- und drei leichtverletzt. Dies berichten Presseagenturen unter Berufung auf das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam.

Der Anschlag ereignete sich um 11:54 Uhr Ortszeit (07:24 CEST) und war gegen einen Schützenpanzer vom Typ Marder gerichtet, der zu einer Patrouille der Ausbildungs- und Schutzbataillone gehörte. Die beiden Bataillone sind vor allem in der afghanischen Provinz Baghlan im Einsatz. Der Sprengsatz war an einem Wegesrand deponiert.

In den letzten zehn Tagen sind bereits drei Bundeswehrsoldaten bei Anschlägen in Afghanistan ums Leben gekommen.

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April 27, 2011

Afghanischer Luftwaffenpilot tötet im Streit mindestens sechs ISAF-Soldaten

Afghanischer Luftwaffenpilot tötet im Streit mindestens sechs ISAF-Soldaten

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Veröffentlicht: 17:36, 27. Apr. 2011 (CEST)
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Kabul (Afghanistan), 27.04.2011 – Mindestens sechs Soldaten der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe für Afghanistan (ISAF) starben am heutigen Mittwoch auf dem militärischen Teil des Kabuler Flughafens durch Schüsse eines afghanischen Luftwaffenpiloten. Bei den Toten handelt es sich offenbar um Ausbilder, deren Nationalität jedoch nicht bekannt gegeben wurde. Laut dem arabischen Nachrichtenportal Al Jazeera handelte es sich bei den Opfern um US-Soldaten. Bundeswehr-Soldaten sollen nicht unter den Toten gewesen sein, erklärte ein Bundeswehrsprecher.

Laut Al Jazeera erklärte General Mohammad Zahir Azimi von der afghanischen Luftwaffe, bei dem Täter habe es sich um einen Piloten gehandelt, der seit 20 Jahren in der afghanischen Luftwaffe diene.

Über die Zahl der bei der Schießerei getöteten Soldaten gibt es unterschiedliche Angaben. N-tv berichtet von bis zu zehn Toten. Al-Jazeera nennt die Zahl von acht Toten.

Vor dem tödlichen Schusswechsel war es nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums im Hauptquartier der afghanischen Luftwaffe auf dem Flughafen zu einem Streit zwischen dem afghanischen Soldaten und Ausbildern gekommen. Wie der private Fernsehsender Tolo berichtet, soll auch der afghanische Soldat ums Leben gekommen sein. Unter den Toten soll auch ein ziviler Nato-Mitarbeiter sein.

Ein Taliban-Sprecher übernahm im Namen der Taliban die Verantwortung für den Zwischenfall. Nach seinen Angaben handelte es sich bei dem Afghanen um einen Aufständischen namens Asisullah, berichtet die Frankfurter Rundschau.

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  • Portal:ISAF
  • Portal:Afghanistan

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February 18, 2011

Afghanistan: Zwei deutsche Soldaten erschossen

Afghanistan: Zwei deutsche Soldaten erschossen

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Veröffentlicht: 22:31, 18. Feb. 2011 (CET)
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Kunduz (Afghanistan), 18.02.2011 – Im Norden Afghanistans, beim Bundeswehr-Außenposten „OP North“ kam es am Freitag zu einem tragischen Zwischenfall. Um 12 Uhr Ortszeit (8:30 Uhr MEZ) eröffnete ein in afghanischer Armeeuniform gekleideter Mann aus nächster Nähe das Feuer auf eine Gruppe deutscher Soldaten. Dabei wurden vier Bundeswehrsoldaten schwer und vier weitere leicht verwundet. Ein 30-jähriger Hauptfeldwebel starb kurz nach dem Angriff an seinen schweren Verletzungen. Nachdem die Angehörigen über den Vorfall informiert worden waren, informierte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam über den Vorfall. Der Tod eines weiteren Soldaten, eines 22-jährigen Stabsgefreiten, wurde um 17 Uhr 30 bekannt gegeben. Auch er starb an den schweren Schussverletzungen. Die verletzten Bundeswehrsoldaten werden in den Rettungszentren in Kunduz und Masar-e Scharif ärztlich versorgt. Erst am gestrigen Donnerstag hatte der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den Stützpunkt besucht.

Die Soldaten waren nach Bundeswehrangaben in der Nähe des Haupttores mit Instandsetzungsarbeiten auf einem Abstellplatz für Fahrzeuge beschäftigt, als das Feuer eröffnet wurde. Die Bundeswehrsoldaten schossen zurück, dabei wurde der Angreifer getötet. Die Soldaten gehören dem Panzergrenadierbataillon 112 im bayerischen Regen an, das ein Truppenteil der Panzerbrigade 12 ist. Die Einheit steht kurz vor dem Ende ihres Einsatzes in Afghanistan. Sie untersteht dem Regionalkommando Nord der ISAF in Afghanistan.

Möglicherweise wurde der Anschlag durch das neue Konzept des so genannten Partnerings erleichtert. Nach diesem Konzept arbeiten deutsche Soldaten mit afghanischen Soldaten eng zusammen. Die Bundeswehr hat dazu so genannte Ausbildungs- und Schutzbataillone (ASB) eingerichtet. Der Bundeswehraußenposten Nord ist ein solcher Stützpunkt. Der Attentäter hatte als Angehöriger der Afghanischen Nationalarmee in dem Lager der deutschen Soldaten übernachtet.

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  • Portal:Bundeswehr

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July 31, 2006

Afghanistan: NATO übernimmt Kommando im Süden

Afghanistan: NATO übernimmt Kommando im Süden

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Artikelstatus: Fertig 20:17, 31. Jul. 2006 (CEST)
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Kandahar (Afghanistan), 31.07.2006 – Die „International Security Assistance Force“, kurz ISAF, gab heute die Übergabe des Kommandos im Süden Afghanistans von den US-geführten Koalitionsstreitkräften an die ISAF bekannt. Die ISAF ist keine UN-Friedenstruppe, sondern eine Militäreinheit unter Verantwortung der beteiligten Staaten unter Führung der NATO. Das Kommando erstreckt sich auf sechs Provinzen im Süden des Landes: Daikondi, Helmand, Kandahar, Nimrus, Uruzgan und Zabul. Mit dem Kommandowechsel gelangen mehr Militärkontingente nach Afghanistan. Die ISAF-Truppe für den Süden Afghanistans besteht aus 8.000 Soldaten. Befehlshaber über die vorwiegend aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden stammenden Soldaten ist der britische Generalleutnant David Richards. Richards sagte bei der offiziellen Übergabe in Kandahar, die NATO sehe den Einsatz in Afghanistan als langfristige Aufgabe, die so lange andauern werde, wie „die Regierung und das Volk von Afghanistan unsere Unterstützung wünschen“. Er fügte hinzu: „Wir fühlen uns Afghanistan und seiner Zukunft verpflichtet.“

Provinzen Afghanistans: ISAF-Mandat im Süden:
 6=Daikondi
12=Helmand
15=Kandahar
23=Nimrus
25=Uruzgan
34=Zabul

Auf die Soldaten der Bundeswehr hat die Kommandoübergabe jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen. Bestandteil der ISAF-Schutztruppe für Afghanistan sind zwar auch 2.850 Bundeswehrsoldaten, allerdings sind diese im Norden des Landes, und zwar in Masar-i-Scharif, Faisabad und Kundus eingesetzt. Auch ist die Bundeswehr in der Hauptstadt Kabul präsent. Eine Stationierung der Deutschen im Süden ist auch nicht geplant, denn erst am 1. Juni hatte die Bundeswehr das Regionalkommando im Norden übernommen.

Im Süden des Landes finden zurzeit heftige Kämpfe mit den Taliban statt. So sind alleine am Wochenende 53 mutmaßliche Kämpfer der Rebellen getötet worden. Einmal wurde ein Versteck in den Bergen ausgehoben, dem ein zweistündiges Feuergefecht vorausging. Später wurde 20 Kilometer entfernt ein weiteres Versteck entdeckt, im anschließenden Kampf starben 13 Taliban. Der Konflikt im Süden war in den letzten Wochen geprägt durch eine Großoffensive der von den USA geführten Koalitionstruppen. Bei der „Operation Mountain Thrust“, die am 10. Juni begann, sind nach Angaben der NATO etwa 600 Talibankämpfer ums Leben gekommen. Der Süden des Landes gilt zum einen als Hochburg der Taliban, zum anderen treiben dort krigerische Drogenbarone ihr Unwesen. Aus der Region werden große Mengen Opium in die ganze Welt verteilt.

Mit der Übergabe des Kommandos an die NATO verbindet sich anscheinend auch ein Strategiewechsel. So will das Verteidigungsbündnis massiv gegen die dort ansässigen Drogenbarone vorgehen. Diese werden als eigentliche Ursache der Gewalt angesehen. Der britische General Richards rechnet damit, dass die NATO mindestens noch die nächsten drei bis fünf Jahre in Afghanistan tätig sein wird. Darüber hinaus würde von der Internationalen Gemeinschaft noch nichtmilitärische Hilfe benötigt. Der EU-Sondergesandte für Afghanistan, Francesc Vendrell, kritisierte heute sogar offen die bisherige Strategie der USA im Süden des Landes. Man habe sich demnach zu lange auf die Bekämpfung der Al-Quaida in Afghanistan konzentriert. Die Terrororganisaion sei nicht die einzige Gruppe gewesen, die die „Taliban produziert“ habe.

Direkte Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Afghanistan sind zurzeit nicht zu beobachten. Allerdings wird Afghanistan mit dem Libanon verglichen. So hat der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, eine Parallele gezogen, indem er beide Staaten als „schwaches Land“ bezeichnete. Terrororganisationen hätten sich jeweils etabliert und einen Staat im Staate aufgebaut. Auch die NATO sieht einen indirekten Zusammenhang. Der NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop äußerte am 20. Juli seine Sorge, dass wegen des neuen Nahostkonflikts die Aufmerksamkeit in Afghanistan nachlassen könne. Von Reuters wird er mit den Worten zitiert: „Ein hoher Grad politischer Beachtung ist dazu absolut notwendig.“

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