WikiNews de

November 17, 2012

Ägypten: Mindestens 40 Kinder sterben bei Unfall an einem Bahnübergang

Ägypten: Mindestens 40 Kinder sterben bei Unfall an einem Bahnübergang

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:15, 17. Nov. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Beschrankter Bahnübergang in Deutschland

Manfalut (Ägypten), 17.11.2012 – Im Süden Ägyptens kam es an einem Bahnübergang in der Stadt Manfalut in der Provinz Asyut zu einem folgeschweren Zusammenstoß eines Busses mit einem Zug (Bild). Im Bus befanden sich Kindergartenkinder, mindestens 40 von ihnen wurden getötet, weitere werden vermisst. Angehörige suchten entlang der Schienen nach Überlebenden und nach Leichen.

Die Schranken des Bahnübergangs sollen zum Unglückszeitpunkt offen gewesen sein, die Ursache ist noch unklar. Nach einem Bericht des ägyptischen Staatsfernsehens hat der Transportminister Mohammed Raschad al-Matini seinen Rücktritt eingereicht. Nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks käme es in Ägypten häufig zu Bahnunfällen, als Folge der Unfälle sterben jedes Jahr zahlreiche Menschen. Allein im Jahr 2010 sollen über 7.000 Menschen bei Zugunfällen ums Leben gekommen sein.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 4, 2012

Ägypten: Kleiner Junge im Pool ertrunken

Ägypten: Kleiner Junge im Pool ertrunken

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:15, 4. Jul. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Ein Hotel in Hurghada mit Pool

Hurghada (Ägypten), 04.07.2012 – Der sechsjährige Dejan machte alleine mit seinem 31-jährigen Vater Damian R. aus Lüdenscheid Urlaub in Ägypten. Die beiden wohnten im „Jungle Aqua Park“-Hotel in Hurghada. Der kleine Dejan freute sich besonders auf den Hotelpool.

Dejans Vater lag auf einer Sonnenliege in der Nähe des Pools, als er die Schreie seines Sohnes hörte und zum Becken eilte. Der Sechsjährige lag bereits leblos am Poolboden. Ein anderer Urlauber sprang in den Pool und brachte Dejan an Land. Der kleine Junge spuckte Wasser und Blut, fiel ins Koma und kam im Krankenhaus auch nicht mehr zu sich.

Von Dejans Vater erfolgten schwere Vorwürfe gegen das Hotel: „Es war kein Bademeister da, und der Hotelarzt kam nach 20 Minuten! Das Becken war ab der Mitte 1,50 Meter tief, obwohl die Markierung 1,10 anzeigte.“ Dejan soll 1,30 Meter groß gewesen sein und konnte auch schwimmen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gab folgendes Statement gegenüber der Bild ab: „Das Büro des deutschen Honorarkonsuls in Hurghada und der Bereitschaftsdienst der deutschen Botschaft in Kairo standen in Kontakt mit dem Vater, haben Hilfe geleistet.“ Rezeptions-Manager des Hotels, Hamad Said, dementierte die Anschuldigungen von Damian R.: „Vorwürfe, dass wir nicht gehandelt hätten, stimmen nicht. Wir haben dem Jungen sofort geholfen.“ Dejans Mutter, die getrennt von seinem Vater lebt, sei inzwischen auch nach Ägypten gereist. Heute soll der sechsjährige Junge zur Obduktion nach Deutschland geflogen werden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 13, 2012

Ägyptisches Gericht löst Verfassungskommission auf

Ägyptisches Gericht löst Verfassungskommission auf

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:59, 13. Apr. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 13.04.2012 – Ein Gericht in Kairo hat die Kommission aufgelöst, die eine neue Verfassung erarbeiten sollte. Das Gericht kam zu dem Urteil, dass die das Parlament dominierenden Islamisten ihre Vorherrschaft missbraucht hätten. Zuvor hatten sich linke und liberale Abgeordnete aus dem 100 Mitglieder umfassenden Gremium zurückgezogen. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Klagen von Rechtsanwälten und liberalen Parteien, nach deren Ansicht die islamistische Mehrheit ihre Stellung missbraucht hätte, indem sie die Mehrheit der Sitze in der Verfassungskommission sich selbst und ähnlich Gesinnten zugewiesen habe.

Das Gericht hat seine Entscheidung nicht öffentlich begründet. Doch nach Ansicht von Mohammed Nur Farhat, einem Rechtsanwalt und Mitglied der sozialdemokratischen Partei, „hat diese juristische Entscheidung die Verfassungskommission null und nichtig gemacht und diese kann nicht weiter arbeiten. Das Parlament muss zusammentreffen, um die Verfassungskommission neuzubilden, und wir laden dazu ein, die Kriterien festzulegen, die eine gleichberechtigte Vertretung der sozialen und politischen Kräfte garantiert, sodass [die Kommission] nicht von einer einzigen politischen Strömung dominiert wird“.

Mohammed Morsy, der Vorsitzende der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei (FJP), des politischen Arms der Muslimbruderschaft, hatte am Dienstag gesagt, seine Partei werde das Urteil des Gerichts akzeptieren, doch Ahmed Abu-Baraka, der Anwalt der Partei, kündigte an, in Berufung gehen zu wollen und beschuldigte das Oberste Verwaltungsgericht, sich in die Politik einzumischen.

Die Verfassungskommission soll eine neue Verfassung ausarbeiten, in der das Verhältnis zwischen dem Präsidenten und dem Parlament ausgewogener festgeschrieben wird, als dies bisher der Fall ist. Eine Reihe von säkularen Mitgliedern des Gremiums hat sich inzwischen jedoch zurückgezogen. Die sunnitisch-islamische Al-Azhar-Universität und die Koptisch-orthodoxe Kirche Ägyptens hatten sich ebenfalls entschieden, die Verfassungskommission wegen ihrer unausgewogenen Ausrichtung zu boykottieren.

Ägypten wird derzeit von einem Militärrat regiert, der die Macht übernommen hatte, nachdem Präsident Hosni Mubarak nach wochenlangen Protesten sein Amt niederlegen musste.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Ägypten

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 3, 2012

Krawalle in ägyptischem Fußballstadion: Viele Tote, hunderte Verletzte

Krawalle in ägyptischem Fußballstadion: Viele Tote, hunderte Verletzte

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:06, 3. Feb. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Port Said (Ägypten), 03.02.2012 – Mindestens 74 Tote und fast 250 Verletzte sind die Bilanz von Krawallen in einem Fußballstadion in der ägyptischen Hafenstadt Port Said. Fernsehbilder zeigen, wie Randalierer das Spielfeld stürmten und Jagd auf die Fußballspieler machten.

In der Online-Ausgabe der Zeitung „Al-Ahram“ sagte der Leiter eines Krankenhauses in Port Said, Hassan el-Isnawi, viele Opfer seien erdrückt worden. Nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums erlitten die Verletzten zumeist Stich- und Schnittwunden sowie Gehirnerschütterungen.

Die Krawalle begannen, nachdem das Spiel zwischen den Mannschaften Al-Ahly Kairo und der Heimmannschaft Al-Masry aus Port Said abgepfiffen worden war. Fans des siegreichen Vereins Al-Masry – das Spiel endete 3:1 – stürmten das Spielfeld. Steine, Feuerwerkskörper und Flaschen wurden geworfen, Spieler dadurch verletzt. Spieler von Al-Ahly sagten örtlichen Medien, die Sicherheitskräfte hätten nichts zu ihrem Schutz getan. „Die Schuld hat einzig und allein die Polizei. Es waren Dutzende im Stadion, aber die sind plötzlich alle verschwunden oder haben gar nichts unternommen“, sagte der portugiesische Fußballtrainer Manuel José, der die Kairoer Spitzenmannschaft trainiert, telefonisch einem portugiesischen Fernsehsender. Er überlege, das Land zu verlassen, sagte José in dem Interview und verlangte eine Unterbrechung der ägyptischen Meisterschaft, da man unter diesen Bedingungen nicht spielen könne. Der Arzt der Mannschaft bezeichnet die Vorgänge in einer ägyptischen Zeitung als „Krieg und keinen Fußball“.

Kurz nach dem Bekanntwerden der schweren Ausschreitungen wurde das Spiel Ismaily SC und Zamalek SC in Kairo vorsorglich abgebrochen. Nach dem Abbruch brach ein Feuer in dem Stadion aus.

Am Donnerstag befasste sich das ägyptische Parlament in einer Sondersitzung mit den Ausschreitungen in Port Said. Am gleichen Tag wurden schwere Vorwürfe gegen den Militärrat laut. Der 30-jährige Mahmud al-Naggar, Mitglied der Koalition der Revolutionären Jugend in Port Said sagte: „Der Militärrat will zeigen, dass das Land in Chaos und Zerstörung stürzt“. Parlamentsabgeordneter Albadri Farghali: „Die Leute von Mubarak sind immer noch an der Macht“. Es gibt Vermutungen, dass die Gewalt von Vertretern der alten Regierung angestiftet wurde. Möglicherweise, um sich an den Ultras zu rächen, oder weil mit der Gewalt vom Mubarak-Prozess abgelenkt werden soll.

Links[Bearbeiten]

Video

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Ägypten

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 19, 2011

Gesetzloser Raum in der Sinai-Wüste: Erpresserischer Menschenraub und Organhandel

Gesetzloser Raum in der Sinai-Wüste: Erpresserischer Menschenraub und Organhandel

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:01, 19. Nov. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

El Arish (Ägypten), 19.11.2011 – Nach Berichten der ägyptischen Menschenrechtsorganisation „New Generation Foundation for Human Rights“ starben tausende von Flüchtlingen seit dem Untergang des Mubarakregimes auf der Sinai-Halbinsel an der Grenze zu Israel. Sie werden entführt, vergewaltigt, Lösegeld wird erpresst. Ärzte aus Kairo kommen mit mobilen Operationszelten, um den Jungen unter den Flüchtigen in Zusammenarbeit mit verarmten Beduinen Organe für den späteren Handel zu entnehmen.

Betroffen sind vor allem Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien auf ihrem langen Weg in ein „besseres Leben“, auf dem sie die Sinai-Halbinsel durchqueren müssen. Mehr als 200 Menschen aus Eritrea sollen in Höhlen festgehalten werden. Die Angehörigen werden um Lösegeld für die Freilassung erpresst. Es geht um Beträge bis zu 20.000 Dollar. Die Entführten werden in Ketten gehalten und regelmäßig vergewaltigt. Zahlen die Angehörigen nicht, so werden Organe für den Verkauf entnommen. Wertlos für die Täter gewordene Flüchtlinge werden ermordet.


Israelisch-ägyptische Grenze bei Eilat

 

Karte der Sinai-Halbinsel

Bestätigt werden die Aussagen durch einen Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen, italienische und israelische Menschenrechtler, sowie Zeugenaussagen und Funde ausgeweideter Leichen. Die ägyptische Polizei hat sich seit dem Sturz des Mubarak-Regimes im Februar 2011 weitgehend aus dem Gebiet zurückgezogen, kriminelle Menschen- und Organhändler haben dadurch freie Hand bei der Verwirklichung der menschenverachtenden Taten.

Der CNN strahlte kürzlich eine Dokumentation über die Verhältnisse in den betroffenen Gebieten aus. Als Reaktion wurden hunderte von gefangenen Flüchtlingen durch die Beduinen freigelassen, berichtete Hamdi al Azzazy von der Menschenrechtsorganisation New Generation Foundation for Human Rights.

Nach einem Bericht aus dem Jahr 2005 zahlen wohlhabende arabische Transplantationspatienten 100.000 bis 500.000 Dollar für eine Operation.

Am vergangenen Sonntag töteten Beduinen einen Angehörigen des al Nakhalwa-Clans. Diese Person steht im Verdacht an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Seinen engsten Mitarbeiter nahmen sie gefangen und übergaben ihn der Polizei.

Der illegale Organhandel ist mittlerweile weltweit verbreitet. Laut Interpol handelt es sich um einen schnell wachsenden Bereich krimineller Aktivitäten. „In den entwickelten Ländern mit einer alternden Bevölkerung und einer Zunahme von Diabetes werden immer mehr Organtransplantationen notwendig. Und dieses Verbrechen wird noch lukrativer“, so die Behörde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 1, 2011

Ägypten: Ex-Präsident Mubarak muss sich vor Gericht verantworten

Ägypten: Ex-Präsident Mubarak muss sich vor Gericht verantworten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:18, 1. Jun. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 01.06.2011 – Der am 11. Februar 2011 abgesetzte ehemalige Präsident Ägyptens, Husni Mubarak, wird vor Gericht gestellt. Die Anklage lautet auf Tötung von Demonstranten und Korruption, das berichten ägyptische Medien unter Berufung auf Justizkreise.

Mubarak war nach wochenlangen Protesten von zehntausenden Ägyptern auf dem Kairoer Tahrir-Platz sowie in anderen großen Städten des Landes im Januar und Februar von einer Militärregierung abgelöst worden, die versprach den Übergang zu demokratischen Verhältnissen in Ägypten zu gewährleisten. Bei den Demonstrationen waren zahlreiche Demonstranten durch das Vorgehen der Sicherheitskräfte getötet worden, laut Reuters insgesamt 800.

Bei den Prozessen, die am 3. August dieses Jahres beginnen sollen, werden auch die Söhne Mubaraks sowie der Geschäftsmann Hussein Salim, angeklagt. Mubarak hält sich zurzeit in einem Krankenhaus in dem ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich auf, wo er sich in Untersuchungshaft befindet. Der Gesundheitszustand lässt eine Verlegung in ein Gefängnis nach einer Entscheidung des Oberstaatsanwalts gegenwärtig nicht zu.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 16, 2011

Ägypten: Gericht verbietet Partei des ehemaligen Präsidenten Mubarak

Ägypten: Gericht verbietet Partei des ehemaligen Präsidenten Mubarak

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:43, 16. Apr. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 16.04.2011 – Der Oberste Verwaltungsgerichtshof Ägyptens ordnete heute die Auflösung der Nationaldemokratischen Partei (NDP) Ägyptens an. Das Vermögen der Partei soll eingezogen werden. Die NDP ist die ehemalige Regierungspartei des gestürzten Staatspräsidenten Husni Mubarak. Mit dem Parteiverbot kommt das Gericht einer zentralen Forderung der Volksbewegung nach, die auch den politischen Umbruch in dem Land im Februar herbeigeführt hatte.

Seit seinem Rücktritt hält sich Mubarak in dem ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich an der Südspitze der Sinai-Halbinsel auf. Am Dienstag hatte Staatsanwaltschaft gegen Mubarak und andere ehemalige Führungskräfte Untersuchungshaft angeordnet. Mubarak selbst befindet sich zurzeit in einem Militärkrankenhaus. Ihm droht möglicherweise die Todesstrafe.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 19, 2011

In Ägypten begann ein Verfassungsreferendum

In Ägypten begann ein Verfassungsreferendum

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:40, 19. Mär. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 19.03.2011 – Rund fünf Wochen nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak ist die Bevölkerung des Landes aufgerufen, über ein Verfassungsreferendum abzustimmen. Die Wahllokale öffneten am Samstagmorgen. Ziel des Referendums ist es, den Weg zu Neuwahlen freizumachen. Zurzeit übt ein Militärrat die Regierungsgewalt aus. Wichtigste Änderung gegenüber der alten Verfassung ist eine Beschneidung der Machtbefugnisse des Präsidenten, der nur noch zu höchstens zwei Amtszeiten gewählt werden kann. Eine Amtszeit soll vier Jahre betragen. Neu ist auch die Bestimmung, wonach spätestens nach 60 Tagen nach dem Amtsantritt des Präsidenten ein Vizepräsident bestimmt werden muss. Den Verfassungsentwurf hatte eine Expertenkommission ausgearbeitet, die vom Militärrat einberufen worden war.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 9, 2011

Kairo: Tote und Verletzte bei Kämpfen zwischen Muslimen und koptischen Christen

Kairo: Tote und Verletzte bei Kämpfen zwischen Muslimen und koptischen Christen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:13, 9. Mär. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 09.03.2011 – Bei Kämpfen zwischen koptischen Christen und Muslimen wurden in der ägyptischen Hauptstadt Kairo mindestens zehn Menschen erschossen und 110 weitere verletzt. Die Unruhen im Stadtteil Mokattam waren ausgebrochen, als etwa eintausend christliche Ägypter gegen den Brandanschlag auf eine Kairoer Kirche am 5. März protestierten. Der Anschlag geht vermutlich auf Streitigkeiten zweier Familien zurück, die sich angeblich an einer Beziehung zwischen einem christlichen Mann und einer muslimischen Frau entzündet hatten. Die Militärführung hatte erklärt, für den Wiederaufbau der Kirche zu sorgen und die Täter zu belangen.

Nach Angaben des Priesters Samaan Ibrahim griffen Bewaffnete die Demonstranten an. Sie steckten außerdem Warenlager und Geschäfte in Brand. Es ist nicht eindeutig klar, wie viele der Opfer auf beide Seiten entfallen. In den anfänglichen Berichten hatte es geheißen, dass sechs Kopten erschossen wurden, fünf der Toten sollen Muslime sein. Nach Angaben Ibrahims wurden 45 Mitglieder seiner Gemeinde verletzt.

Auch anderswo kam es zu Zwischenfällen. Südlich von Kairo haben koptische Christen mit brennenden Autoreifen eine Straße blockiert und warfen mit Steinen. Erboste Muslime griffen daraufhin die Kopten an. Nach Angaben von Augenzeugen haben Soldaten hier in die Luft geschossen, um Christen und Muslime, die hier mit Steinen aufeinander warfen, zu zerstreuen. Vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens versammelten sich hunderte von Christen, um für Gleichbehandlung zu demonstrieren. Viele von ihnen trugen große Holzkreuze mit sich.

Muslime und Kopten geraten in Ägypten immer wieder aneinander. Etwa zehn Prozent der achtzig Millionen Ägypter sind Christen. Dieses Jahr wurden nach Angaben des Gesellschaft für bedrohte Völker bereits mindestens 39 Kopten Opfer von Gewalttaten. Der folgenschwerste Zwischenfall war der Bombenanschlag auf eine Kirche in Alexandria in der Nacht zum 1. Januar 2011. Dabei wurden 23 Gläubige getötet und 97 weitere verletzt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 3, 2011

Kairo: Mubarak-Anhänger machen Jagd auf ausländische Journalisten

Kairo: Mubarak-Anhänger machen Jagd auf ausländische Journalisten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:26, 3. Feb. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Kairo (Ägypten), 03.02.2011 – Nach dem Ausbruch von Gewalt zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung Mubarak in Ägypten am Mittwoch wird die Situation für Journalisten in Kairo immer schwieriger. Laut Medienberichten werden Journalisten jetzt selbst zum Ziel von Angriffen marodierender Banden. Die Onlineausgabe der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ schreibt, es werde regelrecht Jagd auf ausländische Journalisten gemacht. Opfer tätlicher Übergriffe waren unter anderem Journalisten und Mitarbeiter von CNN, al-Arabiya, Associated Press (AP), ABC News, Journalisten von Printmedien ebenso wie Fotografen. Insbesondere haben es die organisierten Schlägerbanden auf Journalisten des arabischen Senders al-Jazeera abgesehen. Dem Sender war am 30. Januar die Lizenz entzogen worden (Wikinews berichtete). Mindestens vier Reporter wurden festgenommen.

Einige Journalisten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) meldete, man überlege, ob man die Mitarbeiter, die sich vor Ort befinden, aus Kairo abziehen solle. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) berichtet, mehreren Journalisten seien in einigen Fällen ihre Ausrüstungen gestohlen worden. ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard machte die Mubarak-Unterstützer für die Übergriffe verantwortlich. Julliard sagte wörtlich: „Diese Angriffe scheinen Racheakte gegen internationale Medien zu sein, die die Forderungen der Demonstranten nach einem Rücktritt Mubaraks übermitteln.“ ROG ist besonders besorgt über die Situation des belgischen Journalisten Serge Dumont, der im Kairoer Viertel Chubra von Zivilpolizisten verprügelt worden und wegen Spionageverdachts dem Geheimdienst übergeben worden sei.

Nach Angaben des Fernsehsenders Al-Arabiya wurden am Donnerstag mehrere vor allem von Ausländern bewohnte Hotels von gewalttätigen Banden gestürmt, um der dort residierenden Journalisten habhaft zu werden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Ägypten
  • Portal:Pressefreiheit

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »