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September 11, 2012

Bank ohne Zinsen: Erste Islam-Bank kommt nach Deutschland

Bank ohne Zinsen: Erste Islam-Bank kommt nach Deutschland

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Veröffentlicht: 09:47, 11. Sep. 2012 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 11.09.2012 – Die Istanbuler Bank Kuveyt Türk will eine Niederlassung in Deutschland gründen. Damit wird erstmals ein Kreditinstitut auf deutschem Boden nach Scharia-Recht arbeiten und keine Zinsen berechnen. Nach der Scharia – dem religiösen Gesetz des Islam – und der strengen Auslegung des Koran sind Zinsen verboten. Das Islamische Bankwesen schließt zudem finanzielle Beteiligungen an Pornografie, Prostitution und der Herstellung von Alkohol aus. Damit könnten bestimmte Branchen, Berufsgruppen, Firmen und Privatpersonen von Bankgeschäften ausgeschlossen werden.

In anderen Ländern Europas gibt es bereits islamische Banken. In England seit September 2004, in der Schweiz seit Oktober 2006. Weltweit gibt es rund 300 Institute in 51 Ländern. Das größte ist die 1975 gegründete Islamische Entwicklungsbank.

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  • Verbraucherministerium: Zinsen für Dispokredite sollen begrenzt werden (16. September 2012)

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August 3, 2012

Bremer CDU will das „System der Paralleljustiz“ untersuchen lassen

Bremer CDU will das „System der Paralleljustiz“ untersuchen lassen

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Veröffentlicht: 07:05, 3. Aug. 2012 (CEST)
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Bremen (Deutschland), 03.08.2012 – Mit einem Antrag an das Bremer Parlament will die CDU-Fraktion ein bisher wenig beachtetes Problem schwerpunktmäßig im Zusammenhang mit islamischen Migranten untersuchen lassen: Es handelt sich um das „System der Paralleljustiz“ durch sogenannte Friedensrichter, die sich nicht am deutschen Rechtssystem, sondern am religiösen Gesetz des Islam – der Scharia – orientieren. Damit würden insbesondere Straftaten vertuscht. Zwar seien Schlichtung und Täter-Opfer-Ausgleich im deutschen Rechtssystem vorgesehen und werden auch praktiziert. Die Friedensrichter seien aber nicht durch entsprechende Ausbildung wie Mediatoren oder Schlichter qualifiziert. Damit werde das deutsche Rechtssystem unterhöhlt. Dies betreffe hauptsächlich Stadtteile mit starkem Migrationsanteil. In ihrem Antrag beruft sich die CDU auf Joachim Wagner, den Verfasser des Buches „Richter ohne Gesetz“, der sich auch in Bremen der Diskussion mit Schülern gestellt hatte. In der öffentlichen Auseinandersetzung werden Ähnlichkeiten zwischen Schlichtersystemen des Islam, der italienischen Mafia, der chinesischen Triaden und der Hells Angels gesehen. Wann das Thema auf die Tagesordnung der Bremischen Bürgerschaft gesetzt wird, ist noch ungewiss. Das Parlament des kleinsten Bundeslandes tagt erst wieder Mitte September.

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  • Portal:Recht

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July 11, 2012

Nigeria: Mehr als 100 Tote bei Anschlägen

Nigeria: Mehr als 100 Tote bei Anschlägen

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Veröffentlicht: 17:06, 11. Jul. 2012 (CEST)
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Nigerias Präsident Goodluck Ebele Jonathan

Jos (Nigeria), 11.07.2012 – Am vergangenen Wochenende starben bei Angriffen muslimischer Viehzüchter auf christliche Dörfer mehr als 100 Menschen. Ein Sprecher von Gouverneur Jonah Jang sagte am Montag, dass am Samstag mindestens 80 Menschen getötet worden seien, als Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Fulani, welche sich als Polizisten verkleidet hatten, mehrere Dörfer im Bundesstaat Plateau überfielen. Auf einer Trauerfeier für bereits vorher getötete Menschen am Sonntag sollen bei einem Angriff mindestens 22 Leute umgebracht worden sein. Auch ein nigerianischer Senator und der Mehrheitsführer des Parlaments des Bundesstaates sollen unter den Toten vom Sonntag sein. Wie ein Polizeisprecher sagte, wären zwischen 22 und 25 Angreifer von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Wegen der blutigen Fehden im Bundesstaat Plateau kündigte der Präsident Nigerias, Goodluck Ebele Jonathan, eine „weitere Verschärfung des Kampfes gegen den Terrorismus“ an. Am Montag wurde von der Regierung aus Angst vor Racheaktionen der christlichen Bevölkerung und als Reaktion auf die Angriffe eine Ausgangssperre für die Stadt Jos und Umgebung verhängt.

Die meisten der vielen muslimischen Bewohner Nord-Nigerias sehen die seit Jahrzehnten in der Region lebenden christlichen Bauern und Kaufleute immer noch als Feinde an. Die Muslime in Plateau fühlen sich von der christlich dominierten politischen Klasse des Bundesstaates benachteiligt. Die Situation wird oft von radikalen Islamisten ausgenutzt.

Die Bevölkerung, überwiegend die Christen, werden schon jahrelang durch die islamistische Sekte Boko Haram terrorisiert. Die Angriffsziele der Sekte sind vor allem Kirchen und Polizeistationen. Die Zahl der Toten durch Terror wird allein in den vergangenen zwölf Monaten auf weit über 1000 geschätzt. Die islamistische Sekte will aus Nigeria einen islamischen Gottesstaat mit der Scharia, dem islamischen Gesetz, als Grundlage der Gesetzgebung machen. 40 % der Einwohner Nigerias sind Muslime und weitere 40 % sind Christen.

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  • Portal:Nigeria

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January 6, 2012

Nigeria: Sechs Menschen in einer Kirche erschossen

Nigeria: Sechs Menschen in einer Kirche erschossen

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Veröffentlicht: 15:01, 6. Jan. 2012 (CET)
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Gombe (Nigeria), 06.01.2012 – Am Donnerstagabend griffen bewaffnete Männer eine Kirche in Gombe an und schossen auf die anwesenden Menschen. Sechs Personen wurden getötet, zehn weitere verletzt.

Priester Johnson Jauro: „Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten.“ Eine Panik brach aus, als die Christen zu fliehen versuchten. Die Frau des Priesters ist unter den Todesopfern. Bevor die Kirche gestürmt wurde, hätten die Angreifer durch die Fenster geschossen, so Jauro.

Zu dem Anschlag hat sich bislang niemand bekannt. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte Anfang Dezember bei Anschlägen 150 Menschen getötet. Weitere Terrorakte waren angekündigt worden. Nach einem Bericht der Associated Press war die Sekte Boko Harman im Jahr 2011 für 500 Morde verantwortlich. Die Islamisten wollen die Scharia wiedereinführen. Die Polizei bestätigte bislang nur, dass der Angriff auf die Kirche stattgefunden hat.

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December 15, 2011

Indonesien geht gegen Punks vor: Andersdenkende Jugendkultur nicht erwünscht

Indonesien geht gegen Punks vor: Andersdenkende Jugendkultur nicht erwünscht

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Veröffentlicht: 06:24, 15. Dez. 2011 (CET)
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Banda Aceh (Indonesien), 15.12.2011 – Die indonesische Polizei hat nach einem Rockkonzert in Banda Aceh 64 jugendliche Punks festgenommen. Ihr Aussehen ist nach Meinung der Ordnungshüter nicht mit der Scharia vereinbar.

Zu dem Konzert im Kulturpark Taman Budaya waren hunderte von Punks aus dem ganzen Land gekommen. Es war ein Benefiz-Konzert, die Einnahmen sollten an Waisenhäuser gespendet werden.

Die Punks sollen mit Religionsunterricht und militärischem Drill mindestens zehn Tage in einem Gefängnis in Banda Aceh umerzogen werden. Ihre auffälligen Frisuren wurden geschoren, Piercings entfernt. „Die Bevölkerung findet ihr Benehmen abartig, wir wollen ihren Lebensstil verbessern“ und “Wir foltern niemanden, wir verletzen keine Menschenrechte. Wir versuchen nur, sie auf den rechten moralischen Pfad zurückzubringen“, sagte der örtliche Polizeichef Iskandar Hasan. Weiter warf er den 59 Männern und fünf Frauen vor, sie hätten nie geduscht, nicht gebetet und auf der Straße gelebt. Nachdem sie in einem See baden mussten, wurden ihnen die Kleider, wie T-Shirts mit der Aufschrift „Anarchie“, abgenommen und durch andere ersetzt. Illiza Sa’aduddin Djamal, die stellvertretende Bürgermeisterin der Provinzhauptstadt Banda Aceh, über die Punks: „Wir hoffen, dass sie es bereuen werden.“

Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, in der die strengen Regeln der Scharia eingeführt wurden. So wird in dem Landesteil Ehebruch mit Steinigung bestraft, Homosexuelle werden öffentlich geschlagen. Küssen und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit wurden verboten.

Der Aktivist Evi Narti Zain prangert das Vorgehen der Polizei als Menschenrechtsverletzung an. Ein 20-jähriger junger Mann, der sich unter den Festgenommenen befand, konnte den Grund für die Behandlung seiner Person nicht verstehen; er sah keine Straftat in dem Verhalten der Konzertbesucher.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Menschenrechte
  • Portal:Scharia
  • Portal:Indonesien

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November 6, 2011

Nigeria: Rund 150 Menschen sterben bei Anschlägen einer islamistischen Sekte

Nigeria: Rund 150 Menschen sterben bei Anschlägen einer islamistischen Sekte

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Veröffentlicht: 10:32, 6. Nov. 2011 (CET)
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Damaturu (Nigeria), 06.11.2011 – Bei mehreren Bombenanschlägen und Schießereien, zu denen sich die islamistische Sekte Boko Haram bekannt hat, kamen im Nordosten Nigerias 150 Menschen zu Tode. Ein Sprecher der Gruppe mit dem Kampfnamen Abul-Kaka kündigte weitere Terroranschläge an.

Die Anschläge konzentrierten sich in und um Damaturu, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Yobe. In Maiduguri der Hauptstadt des Bundesstaates Borno sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Die Stadt ist eine Hochburg der islamistischen Terrororganisation. Die Zahl von 150 Toten stammt von einem Mitarbeiter der Rettungsdienste der gegenüber der Nachrichtenagentur AFP angegeben hat, er habe die Leichen selbst gezählt. Einige der Toten seien bereits von Angehörigen abgeholt worden.

In Damaturu begann die Anschlagserie mit der Explosion einer Autobombe vor einem Gebäude das durch das Militär genutzt wurde. Hier kamen viele der Wachen ums Leben. Anschließend zogen Bewaffnete durch die Stadt und griffen Polizeiwachen und Kirchen an, eine Bankfiliale wurde gesprengt. Mehrere der angegriffenen Gebäude wurden zerstört. In einem Dorf nahe der Stadt sollen zwei weitere Menschen getötet worden sein.

Seit der Demokratisierung Nigerias 1999 nahmen Islamisierungstendenzen im Land zu. Auf Druck islamischer Gruppen wurde im Nordteil des Landes die Scharia eingeführt.

Boko Haram machte erstmals um 2004 mit der Einrichtung des Trainingslagers „Afghanistan“ an der Grenze zum nördlichen Nachbarland Niger von sich reden. Die muslimische Sekte rekrutierte in der Folge gezielt junge Männer. Warnungen von islamischen Imamen vor der Gefährlichkeit dieser Sekte wurden von den Behörden zunächst ignoriert.

Nach einem Demonstrationsverbot gegen Boko Haram brachen Ende Juli 2009 in der Stadt Bauchi Unruhen aus, die sich auf Yobe, Borno und andere Regionen ausweiteten. In der gleichnamigen Provinz Bauchi ist seit 2001 die Scharia in Kraft. Nach fünftägigen Zusammenstößen starben alleine in Maiduguri mindestens 300 Menschen. Sektenführer Ustaz Mohammed Yusuf wurde während einer groß angelegten Polizeiaktion zunächst verhaftet und nach Angaben eines Polizeisprechers bei einem Fluchtversuch von Sicherheitskräften erschossen.

Bundesstaaten von Nigeria

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May 14, 2011

Iran: Vollstreckung eines Schariaurteils „Auge um Auge“

Iran: Vollstreckung eines Schariaurteils „Auge um Auge“

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Veröffentlicht: 12:52, 14. Mai 2011 (CEST)
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Behandlungstisch

Teheran (Iran), 14.05.2011 – Am Samstag soll ein Mann in einem Krankenhaus mit Säure geblendet werden, damit er sein Augenlicht verliert. Damit wird ein vor drei Jahren ergangenes Urteil vollstreckt. Ein iranisches Gericht hatte auf Grundlage der Scharia das Rechtsprinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ angewendet. Der Verurteilte Madschid Mowahedi hatte 2004 die heute 32-jährige Iranerin Ameneh Bahrami mit Schwefelsäure überschüttet und sie dadurch schwer entstellt. Sie verlor bei dem Anschlag das Sehvermögen, das auch nach mehreren Operationen nicht mehr hergestellt werden konnte.

Nach dem Urteil hatte das Gericht Frau Bahrami mehrmals aufgefordert eine Umwandlung der Strafe in lebenslange Haft zu akzeptieren; dies lehnte sie bis heute ab. Das Rechtsprinzip wird in der Scharia als Qisas bezeichnet. Der Täter wird am Freitag in einem Krankenhaus betäubt und Frau Bahrami, die heute in Spanien lebt und sich für die Vollstreckung des Urteils nach Teheran begibt, wird ihm mit einer Pipette Säure in die Augen träufeln. Sollte sie dies wegen ihrer eigenen Erblindung nicht zustande bringen, wird ihr ein Arzt oder ein Familienmitglied dabei helfen.

Dem Opfer wird als Motiv Rache unterstellt. Sie selbst äußerte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, ihr gehe es um Abschreckung. Sie sagte: „Ein potenzieller Täter müsse wirklich lebensmüde sein, so etwas zu tun“. Sie glaubt daran, dass es nach der Urteilsvollstreckung keine Säureattentate oder nur noch sehr wenige geben wird. Tatsächlich ist die Zahl solcher Attentate schon nach dem Urteilsspruch 2008 erheblich zurückgegangen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verbreitete in London eine Stellungnahme, in der sie den Iran auffordert, die Vollstreckung des Urteils zu unterbinden.


Hinweis: Nach Veröffentlichung dieses Artikels wurde bekannt, dass der Iran die Vollstreckung des Urteils vorerst gestoppt hat.


Themenverwandte Artikel

  • Portal:Scharia
  • Portal:Iran

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February 7, 2011

Bangladesch: 14-jährige zu Tode gepeitscht

Bangladesch: 14-jährige zu Tode gepeitscht

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Veröffentlicht: 21:47, 7. Feb. 2011 (CET)
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Bangladesch

Dhaka (Bangladesch), 07.02.2011 – Ein 14-jähriges Mädchen ist im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, die ihr Bewohner des Dorfes Naria, etwa vierzig Kilometer südlich der Landeshauptstadt Dhaka, bei der Vollstreckung des Urteils eines örtlichen Standgerichtes zugefügt wurden. Der Vierzehnjährigen wurde vorgeworfen, ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann gehabt zu haben, der ihr Cousin war. Die Ehefrau des Mannes hatte geklagt, sie habe gesehen, wie das Mädchen mit ihrem 40-jährigen Mann gesprochen habe. Das Standgericht hatte das Mädchen und den Ehemann zu 100 Hieben mit einer Bambusrute verurteilt. Der Vater des Mädchens wurde zu einer Geldstrafe von 50.000 Taka verurteilt, umgerechnet knapp 500 Euro.

Die Polizei hat bereits vier Personen verhaftet, nach weiteren 14 werde gefahndet, berichtete die britische Zeitung The Guardian am Donnerstag (3. Februar). Ihnen wird Mord und Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Unter den Verhafteten sind die Klägerin und der Iman des Ortes, der das Urteil nach der Scharia gefällt haben soll. Rund 90 Prozent der etwa 160 Millionen Einwohner Bangladeschs sind Muslime, von denen die meisten einen gemäßigten Islam praktizieren.

Nach dem Urteil wurde das Mädchen in ein Haus gezerrt, in dem 20 bis 25 Personen anwesend waren, darunter vier Frauen. Das Mädchen war während der Vollstreckung ohnmächtig geworden und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Es starb nach einer Woche und wurde am Mittwoch (2. Februar) beerdigt. Zu einer Bestrafung des von dem Standgericht ebenfalls verurteilten Ehemannes kam es nicht. Der Mann ist, so berichtete die Polizei, auf der Flucht. Die Polizei hat Berichte örtlicher Medien dementiert, nach denen der Ehemann das Mädchen vergewaltigt haben soll, und die Ehefrau die Schreie des Mädchens gehört habe. Es gibt Darstellungen, nach denen die Familie des Ehemannes das Mädchen am Tag vor dem Standgericht verprügelt haben soll.

„Was für eine Art von Gerechtigkeit ist das? Meine Tochter wurde im Namen der Gerechtigkeit zu Tode geschlagen“, beklagte Dorbesh Khan, der Vater des Mädchens gegenüber der BBC. Die Tat hat in Bangladesch zu Aufregung geführt. Durch eine Fatwa verhängte Strafen sind seit 2010 illegal. Damals hatte das Oberste Gericht des Landes in einem Urteil angeordnet, dass die Behörden solche Vorfälle zu verfolgen haben, anderweitig würden sie gegen die Verfassung des Landes verstoßen. Es handelt sich um den zweiten bekanntgewordenen Fall seit der Entscheidung des obersten Gerichtes.

Im Dezember war eine vierzigjährige Frau im Bezirk Rajshahi öffentlich ausgepeitscht worden, sie starb an den Folgen der unmenschlichen Behandlung. Anlass für die Strafe war der Vorwurf, sie habe ein Verhältnis mit ihrem Stiefsohn gehabt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Scharia

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January 6, 2011

Saudi-Arabien: 30 Peitschenhiebe wegen „unerlaubten Herumlaufens inmitten von Frauen“

Saudi-Arabien: 30 Peitschenhiebe wegen „unerlaubten Herumlaufens inmitten von Frauen“

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Veröffentlicht: 17:08, 6. Jan. 2011 (CET)
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Ha’il (Saudi-Arabien), 06.01.2011 – Die unverschleierten Augen einer Frau, die in Begleitung ihres Mannes und eines weiteren Verwandten einen Basar der Stadt Ha’il besuchte, veranlassten laut einem Bericht der arabischen Zeitung „Al-Watan“ von gestern einen Angehörigen der islamischen Religionspolizei einzugreifen. Er forderte den Mann auf, dafür zu sorgen, dass auch die Augen der Frau verschleiert wurden. Der Mann weigerte sich jedoch. Darauf kam es zu einem Streit, in dessen Verlauf der Polizist den Mann mit einem Messer verletzte. Der Mann, der 28 Tage in Untersuchungshaft verbringen musste, und ein weiterer Verwandter erhielten nun von einem Gericht wegen „unerlaubten Herumlaufens inmitten von Frauen“ eine Strafe von je 30 Peitschenhieben. Der Polizist hatte während der Verhandlung behauptet, er sei von dem Mann angegriffen worden.

In Saudi-Arabien müssen Frauen zwar ihren Körper verschleiern, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegen. Eine Verschleierung der Augen ist zwar auch verbreitet, jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. Beide Parteien wollen gegen das Urteil Berufung einlegen. Die „Behörde für die Förderung der Tugend und die Vermeidung des Lasters“, für die der Polizist arbeitete, will das Urteil anfechten, weil es ihr als zu mild erscheint.

Themenverwandte Artikel

  • Strafe fürs Weglaufen: Sechzig Peitschenhiebe und sechs Monate Haft (25.03.2007)
  • Portal:Scharia

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December 28, 2010

Mutmaßlicher Mossad-Agent im Teheraner Evin-Gefängnis hingerichtet

Mutmaßlicher Mossad-Agent im Teheraner Evin-Gefängnis hingerichtet

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Veröffentlicht: 17:54, 28. Dez. 2010 (CET)
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Teheran (Iran), 28.12.2010 – Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldet unter Berufung auf das Büro der Staatsanwaltschaft in Teheran, in den frühen Morgenstunden des Dienstags sei der „zionistische Agent“ Ali-Akbar Siadat im Teheraner Evin-Gefängnis zeitgleich mit einem oppositionellen Volksmudschahidin hingerichtet worden. Der Tod trat durch Erhängen ein.

Siadat soll nach IRNA-Angaben seit dem Jahr 2005 Kontakte zu Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad gehabt haben. Der Mann soll Irna zufolge gestanden haben, für insgesamt 60.000 US-Dollar geheime Dokumente an den Mossad weitergeleitet zu haben. Die Geheiminformationen betreffen demzufolge die iranischen Streitkräfte, insbesondere Bewegungen der Luftwaffe, deren Übungsflüge und Absturzursachen. Wegen seiner Spionageaktivitäten war Siadat zum Tode verurteilt worden, das in einem Berufungsverfahren bestätigt wurde.

Im Herbst 2008 war Siadat zusammen mit seiner Ehefrau von iranischen Sicherheitskräften beim Versuch, das Land zu verlassen, festgenommen worden. Kurz vorher soll er Irna zufolge per Mobiltelefon Kontakt zu seinem Führungsagenten aufgenommen haben. Seine Spionageaktivitäten soll er unter dem Deckmantel einer Geschäftstätigkeit ausgeführt haben und in verschiedenen Ländern, unter anderem in Thailand, der Türkei und den Niederlanden, Kontakt zu Mossad-Agenten aufgenommen haben. Informationen, wie der Mann an die Informationen gelangt sein soll, wurden nicht veröffentlicht. Nach dem islamischen Recht der Scharia kann Spionage mit dem Tode bestraft werden.

Von offizieller israelischer Seite wurde der Vorgang nicht kommentiert. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm als strategische Bedrohung seiner Existenz.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Iran
  • Portal:Scharia

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