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February 12, 2013

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

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Veröffentlicht: 12:23, 12. Feb. 2013‎ (CET)
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Jerusalem (Israel), 12.02.2013 – Nach einem Luftangriff im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Libanon drohen Syrien und der Iran Israel mit Vergeltungsmaßnahmen. Die genauen Umstände des Zwischenfalls, der von Israel weder bestätigt noch dementiert wurde, sind unklar. Nach Angaben der syrischen Armee habe die israelische Luftwaffe ein Forschungszentrum in Dschamraja zerstört, wobei zwei Arbeiter getötet worden seien. Dieser „Akt der Aggression“ habe „große materielle Schäden verursacht und das Gebäude zerstört“. Berichte aus oppositionellen syrischen Kreisen berichteten über neun „Granaten“, die in der Stadt eingeschlagen hätten.

Doch nach Berichten, die sich auf Informationen aus israelischen Militärkreisen stützen sollen, stellt sich der Zwischenfall anders dar. Nach diesen Informationen hätten israelische Kampfflugzeuge auf syrischem Staatsgebiet einen Militärkonvoi angegriffen, mit dem Waffen in den Libanon transportiert werden sollten. Der israelische Sicherheitsexperte Schlomo Brom glaubt, dass der Angriff verhindern sollte, dass Flugabwehrraketen in die Hände von Hisbollah gelangen. „Wir kommentieren solche Berichte nicht“, teilten mehrere israelische Stellen mit. Dies entspricht der jahrelang geübten Verfahrensweise amtlicher israelischer Stellen, selbst offensichtliche Tatsachen nicht zu kommentieren. Die libanesische Armee sagte, dass am 29. Januar insgesamt 16 israelische Kampfflugzeuge den libanesischen Luftraum verletzt hätten.

Zuletzt hatte das israelische Militär 2007 einen Einsatz in Syrien geflogen. Damals hatte die israelische Luftwaffe ein Objekt zerstört, von dem es hieß, dass es sich um einen in Zusammenarbeit mit Nordkorea gebauten Forschungsreaktor handele. Zu Vergeltungsmaßnahmen war es damals aber nicht gekommen. Der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdel Karim Ali, sprach gegenüber dem der Hisbollah nahestehenden Fernsehsender Al-Manar von der „Möglichkeit eines Überraschungsschlags“ gegen Israel. Syrien protestierte wegen eines Verstoßes gegen das Entflechtungsabkommen von 1974 bei den Vereinten Nationen, teilte die amtliche Nachrichtenagentur SANA mit. Beide Staaten befinden sich offiziell im Krieg, doch wurde 1974 in Genf ein Abkommen zur Entflechtung der Truppen beider Staaten unterzeichnet. Das syrische Außenmisterium erklärte, dass Israel und „die Staaten, die Israel im UN-Sicherheitsrat schützen“ die Verantwortung für den Luftschlag trügen.

Verurteilt wurde der Angriff auch von der Arabischen Liga. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi bezeichnete den Zwischenfall als „klare Verletzung der territorialen Integrität Syriens“, die zeige, „dass die Zionisten und der Westen keine Stabilität und Sicherheit in Syrien wollen.“ Ohne weitere Einzelheiten anzudeuten, hieß es außerdem aus Teheran, dass der Zwischenfall für Israel schwerwiegende Folgen haben werde. Russland, der wichtigste Verbündete Syriens, kritisierte den israelischen Angriff als eine unprovozierte Attacke auf einen souveränen Staat. „Was immer der Grund für den Angriff war, dies war nicht gerechtfertigt“, erklärte das russische Außenministerium. Hisbollah bezeichnete in einer Stellungnahme den Angriff als „barbarische Aggression“, ging jedoch nicht auf Einzelheiten ein, sondern beschuldigte Israel, Muslime und Araber daran zu hindern, ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen.

Bereits am Sonntag hatte Israel Einheiten des Raketenabwehrsystems Iron Dome in den Norden des Landes verlegt. Israel hatte angekündigt, Militärkonvois angreifen zu wollen, mit denen die syrische Armee Waffen und Chemiewaffen in den Libanon zu transportieren versuche. Israel befürchtet, dass solche Waffen in die Hände von Hisbollah gelangen und so Israel gefährden könnten. Außerdem wird von israelischen Medien spekuliert, dass der Konvoi Flugabwehrraketen russischen Ursprungs vom Typ SA-17 beförderte. Israel befürchtet auch, dass Boden-See-Raketen vom Typ Jachont, die israelische Kriegsschiffe und Bohrinseln im Mittelmeer angreifen könnten, Scud-Raketen und die in Syrien produzierte Variante der iranischen Fateh-110-Raketen an die Hisbollah geliefert werden könnten.

In Israel hat der Luftangriff Sorgen vor einem neuen Krieg geschürt. Die Tageszeitung Yedioth Ahronoth titelte „War dies das Zeichen dafür, dass an der Nordfront ein militärischer Flächenbrand seinen Anfang genommen hat?“, während die linksliberale Haaretz die Befürchtung äußerte, das Land sei „in Sorge über Racheakt der Hisbollah“. Die dem konservativen Likud-Block von Premierminister Benjamin Netanjahu nahestehende Israel HaYom spekulierte über die Optionen der Regierungen in Beirut und Damaskus, nämlich „Zurückhaltung, Krieg oder gezielte, begrenzte Reaktionen.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Syrien
  • Portal:Israel
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  • Portal:Nahostkonflikt

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July 12, 2012

Russische Kriegsflotte nimmt Kurs auf Syrien

Russische Kriegsflotte nimmt Kurs auf Syrien

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Veröffentlicht: 14:37, 12. Jul. 2012 (CEST)
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Russisches Kriegsschiff Neustraschimij

Tartus (Syrien), 12.07.2012 – Russland schickt mehrere Kriegsschiffe in den Hafen der syrischen Stadt Tartus. Bei dieser Marinemission soll es angeblich nur um den Schutz von russischen Staatsbürgern auf dem einzigen Stützpunkt Russlands im gesamten Mittelmeerraum gehen.

Wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete, legte am Dienstag der U-Boot-Zerstörer „Admiral Tschabanenko“ vom Stützpunkt Seweromorsk, welcher sich in der Nähe der Stadt Murmansk befindet, aus ab. Der Stützpunkt Seweromorsk und die Stadt Murmansk befinden sich im Nordwesten Russlands. Der Zerstörer wird von drei Landungsschiffen begleitet, welche genügend Platz für eine große Anzahl an Soldaten bieten. Es sollen sich noch zwei weitere Schiffe, eines davon ist das Patrouillenschiff „Jaroslow Mudri“, der Flotte auf dem Weg ins Mittelmeer anschließen.

Interfax zitierte „militärisch-diplomatische“ Kreise, wonach die Marinemission „nicht mit der Verschlechterung der Lage in Syrien zusammenhängt“. Bei der Mission soll es lediglich um den Schutz von russischen Staatsangehörigen, welche sich auf dem einzigen russischen Stützpunkt im Mittelmeer befinden, gehen. Seit der Zeit der Sowjetunion ist Tartus ein Stützpunkt der russischen Marine und ist für Moskau von sehr großer strategischer Bedeutung. Russland gilt als enger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, welcher seit März 2011 Massenproteste in ganz Syrien blutig bekämpfen lässt. Laut der Opposition sollen seit Beginn der Kämpfe in Syrien mehr als 17.000 Menschen getötet worden sein.

Syrien geriet nach dem Abschuss eines türkischen Kampfjets in schwierige Auseinandersetzungen mit der türkischen Regierung. Am Montag wurde die russische Regierung von der syrischen Opposition dazu aufgefordert, alle Waffenlieferungen an Damaskus und damit an Assad einzustellen. Daraufhin wurde von russischen Beamten erklärt, dass Russland keine neuen Waffenverträge mit Syriens Regime abschließen werde, bis sich die Lage im Land stabilisiert hat.

Russland fordert eine Fortsetzung der Syrien-Konferenz, bei welcher sich die fünf UN-Vetomächte und Vertreter arabischer Länder im Juni auf Grundzüge eines politischen Übergangs in Syrien einigten. Wie Interfax berichtete, schlug Vize-Außenminister Michail Bogdanow vor, dass ein weiteres Treffen in Moskau organisiert werden könnte. Der syrische Nationalrat lehnt eine Übergangslösung ab, solange Assad nicht abdankt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Russland
  • Portal:Syrien
  • Portal:Türkei
  • Portal:Russisches Militärwesen

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June 7, 2011

Syrische Regierung: 120 tote Sicherheitskräfte bei „Massaker“

Syrische Regierung: 120 tote Sicherheitskräfte bei „Massaker“

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Veröffentlicht: 23:36, 7. Jun. 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien) / Beirut (Libanon), 07.06.2011 – Die Situation in Syrien wird immer unübersichtlicher und offenbar gefährlicher. Nun sollen im Nordwesten Syriens 120 Soldaten getötet worden sein, doch gibt es für die Berichte keine unabhängigen Quellen – vor allem, weil in der Gegend um Dschisr asch-Schughur die Kommunikationsverbindungen unterbrochen wurden. Adnan Mahmud, Informationsminister des Landes, bestätigte in Damaskus, dass die Armee für „unzusammenhängende Zeitabschnitte“ die Kontrolle über einige Gebiete verloren habe.

Innenminister Ibrahim Schaar sagte, die Regierung werde nicht hinnehmen, dass sich bewaffnete Angriffe gegen die Sicherheit des Staates und seiner Bevölkerung richteten und man werde stark und entschieden durchgreifen, „in Übereinstimmung mit dem Gesetz“. Im staatlichen Fernsehen, das von einem „blutigen Massaker“ sprach, hieß es in Eilmeldungen, zunächst seien etwa 20 Polizisten getötet worden, dann hätten „bewaffnete Banden“ ein Postamt gesprengt, wobei acht Personen starben. Beim Angriff auf einen Posten der Sicherheitskräfte seien 82 Personen getötet worden, doch gab es keine Bildberichte des Fernsehens. Die Berichterstattung des Fernsehens konzentrierte sich auf den Zwischenfall am Grenzzaun zu den israelisch-besetzten Golanhöhen, bei dem am Sonntag in Kämpfen mit der israelischen Armee nach syrischen Angaben 23 Palästinenser getötet wurden.

Oppositionelle und Einwohner der Stadt sagen hingegen, es sei zu Kämpfen zwischen desertierenden Soldaten und deren Einheiten gekommen. Die Truppen seien in die Stadt geschickt worden, um den Aufstand niederzuschlagen. Es seien Kampfhubschrauber und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, wurde berichtet. Einheiten aus Homs und Latakia seien herangeführt worden.

Der Korrespondent der British Broadcasting Corporation (BBC) in Beirut, John Muir, berichtete ebenfalls von Soldaten, die von ihren Einheiten desertiert seien. Ein Augenzeuge sagte gegenüber dem arabischen Nachrichtenprogramm der BBC, „die Soldaten kamen in unsere Richtung. Dann wurden sie von einigen syrischen Sicherheitselementen in den Rücken geschossen.“ Auch nach Berichten, die der Menschenrechtsaktivist Mustafa Osso erhalten hat, sollen einige Soldaten die Seiten gewechselt haben, doch sei nach diesen unbestätigten Berichten der Umfang der Meuterei beschränkt und „noch keine Gefahr für die Streitkräfte als Ganzes“.

Saeb Dschamil, der Flüchtlingen über die Grenze in die Türkei hilft, schilderte die Kämpfe, die am Sonntag (05.06.2011) vor Sonnenuntergang eingesetzt hatten, als Kampf von Teilen der Armee gegen die Armee. Die Kämpfe hätten sich inzwischen aus der Stadt heraus verlagert. Die meisten Einwohner wären jedoch geflohen, weil sie Vergeltungsmaßnahmen der Armee fürchteten. Nur einige seien zurückgeblieben, um Plünderungen zu verhindern. Ein anderer Einwohner der Stadt, der seinen Namen mit Omar angab, stellte die Situation jedoch anders dar. Demnach würden dutzende von desertierten Soldaten in der Stadt mit regulären Truppen kämpfen.

Einwohner der Stadt forderten auf einer Facebook-Seite der Oppositionsbewegung, es müsse eine transparente und unabhängige Untersuchung geben, wer für den Gewaltausbruch verantwortlich sei. Ein Aktivist, der unter der Bedingung von Anonymität mit der Associated Press sprach, bezeichnete die Situation als „nebulös“; man wisse nicht, welche Seite geschossen habe. Die Angelegenheit drohe außer Kontrolle zu geraten und viele befürchteten einen Großangriff der Armee.

Dschisr asch-Schughur liegt etwa 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Das Gebiet gilt als überwiegend von Sunniten besiedelt und durch die verbotene Muslimbruderschaft beeinflusst. Es existiert ein aktives Schmuggelwesen über die Grenze mit der Türkei. 1980 war die Stadt von der syrischen Armee bombardiert worden, um einen Aufstand gegen den Vater des jetzigen Präsidenten, Hafiz al-Assad niederzuschlagen. Seinerzeit wurden den Berichten zufolge 70 Personen getötet.

Die Zahl der Opfer unter Polizei und Militär seit Beginn der Proteste im März wurde vor den Ereignissen am Montag (6. Juni) von der Regierung mit 160 angegeben. Manche Beobachter vermuten, dass die Bekanntgabe einer so hohen Opferzahl an einem einzigen Tag erfolgte, um ein noch härteres Durchgreifen gegen die Protestierenden zu rechtfertigen. Aktivisten sagen, dass auf Seiten der Zivilbevölkerung bislang 1200 Menschen bei den Protesten getötet worden seien.

Frankreich hat angekündigt, es im Sicherheitsrat auf eine Kampfabstimmung ankommen zu lassen, um eine gemeinsam mit Deutschland, Portugal und dem Vereinigten Königreich eingebrachte Resolution durchzusetzen. Der Resolutionstext verurteilt Gewalt durch das Regime unter Baschar al-Assad und verlangt den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsgruppen. Frankreichs Außenminister Alain Juppé hofft darauf, dass eine starke Unterstützung durch die Mitglieder des Sicherheitsrates Russland daran hindern wird, ein Veto gegen die Entschließung einzulegen. „Wir denken, dass es uns gelingt, elf Stimmen zugunsten der Resolution zusammen zu bekommen, und dann werden wir sehen, wie die Russen reagieren“, so Juppé.

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May 18, 2011

Syrische Armee setzt Panzer gegen Demonstranten ein

Syrische Armee setzt Panzer gegen Demonstranten ein

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Veröffentlicht: 23:32, 18. Mai 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien), 18.05.2011 – Die Stadt Tel Kelach (alternative Schreibweise: Tall Khalak) in der Nähe der Grenze zum Libanon wird von der syrischen Armee den vierten Tag in Folge mit Panzern angegriffen. Einwohner berichteten von Artilleriebeschuss und schwerem Maschinengewehrfeuer. Seit Samstag rücken Armeeeinheiten in die Stadt vor. Demonstranten hatten den Sturz der Regierung von Baschar al-Assad gefordert. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sollen im Rahmen der gegenwärtigen Militäraktion bereits 27 Zivilisten getötet worden sein.

Die Wasserversorgung und das Strom- und das Kommunikationsnetz in der Stadt sei unterbrochen, berichten Medien. Viele Einwohner der Stadt sollen bereits über die Grenze zum Libanon geflohen sein.

Im weltpolitischen Hintergrund gibt es diplomatische Bemühungen, den UN-Sicherheitsrat mit der Situation in Syrien zu befassen. Russland hat jedoch bereits angekündigt, eine eventuell gegen Syrien gerichtete Resolution nicht mittragen zu wollen.

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May 11, 2011

Syrien: Artilleriebeschuss der Stadt Homs

Syrien: Artilleriebeschuss der Stadt Homs

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Veröffentlicht: 21:18, 11. Mai 2011 (CEST)
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Homs (Syrien), 11.05.2011 – Mit militärischer Gewalt geht das syrische Regime von Präsident Assad weiter gegen die Bürgerproteste vor. Gegenüber Sanktionen der Europäischen Union zeigte sich das Regime bisher wenig beeindruckt. Aus der Stadt Homs, rund 160 Kilometer nördlich von Damaskus, eine Hochburg der Protestbewegung gegen die Regierung, gab es heute Berichte über Artilleriefeuer und Beschuss durch Panzer. Auch Maschinengewehrfeuer und Granatenexplosionen waren laut der Nachrichtenagentur AFP zu hören, die sich auf Augenzeugen beruft.

In mehreren Stadtteilen wurden Berichten zufolge Panzer in Stellung gebracht. Strom- und Telefonleitungen im Bezirk Baba Amro, wo es in den letzten Wochen mehrfach Demonstrationen von Regimegegnern gegeben hatte, wurden unterbrochen.

Nach Angaben von Menschenrechtlern soll es gestern in der Stadt Homs trotz der schweren Sicherheitsvorkehrungen zu einer Demonstration gekommen sein. Am Dienstag kam es zu Massenfestnahmen in der Stadt. Die Regierung sprach von der Festnahme „bewaffneter Terrorgruppen“.

Die EU hatte am Dienstag ein Einreiseverbot gegen 13 ranghohe Syrer verhängt. Nun werden auch Sanktionen gegen den Staatspräsidenten erwogen.

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May 7, 2011

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Syrien: Panzer rollen in Baniyas ein

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Veröffentlicht: 17:19, 7. Mai 2011 (CEST)
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Hochburgen des Protestes in Syrien

Baniyas (Syrien), 07.05.2011 – Panzer der syrischen Armee drangen am Morgen in die Küstenstadt Baniyas ein. Die Stadt gilt als eine Hochburg des Protestes gegen das Regime von Baschar al-Assad. Das berichten mehrere Nachrichtenmedien. AFP zufolge hätten Einwohner der Stadt menschliche Schutzschilde gebildet, um die Armee davon abzuhalten, in die vowiegend von Sunniten bewohnten Stadtteile vorzudringen. Die Stadtteile mit alawitischer Bevölkerung waren nicht betroffen. Die alawitische Minderheit, der auch der Präsident al-Assad angehört, ist die Machtbasis des syrischen Regimes.

Kommunikationsverbindungen und die Stromversorgung in der Stadt wurden unterbrochen. Die Stadt wird bereits seit mindestens einer Woche von der Armee belagert. Nach den Freitagsgebeten war es in Syrien erneut zu Massenprotesten gekommen. Sicherheitskräfte und Scharfschützen schossen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Laut Menschenrechtsaktivisten wurden dabei gestern 27 Demonstranten getötet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Revolte in Syrien 2011“.

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April 29, 2011

Syrien: Regimegegner trotzen Demonstrationsverbot

Syrien: Regimegegner trotzen Demonstrationsverbot

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Veröffentlicht: 19:58, 29. Apr. 2011 (CEST)
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Damaskus (Syrien), 29.04.2011 – Trotz einer vom syrischen Innenministerium ausgegebenen Warnung demonstrierten auch am heutigen Freitag zehntausende Syrer auf den Straßen von Damaskus, Latakia und Homs für demokratische Reformen. Parolen wie „Das Volk will den Sturz des Regimes“, „Gott ist groß“ und „Gott, Syrien, Freiheit und sonst nichts“ wurden gerufen.

Die Demonstranten bekundeten ihre Solidarität mit den Bewohnern der im Süden gelegenen Stadt Dar’a, die als Hochburg der Protestbewegung gegen die Herrschaft des Präsidenten Baschar al-Assad gilt. Am Dienstag war die syrische Armee mit Panzern in die Stadt eingerückt. Die Grenze zu Jordanien war abgeriegelt worden. Die Armee geht in Dar’a laut Medienberichten massiv gegen Regimegegner vor. Ein Anwohner sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Sie schießen auf dich, sobald du das Haus verlässt.“ In Dar’a wurde offenbar auch am heutigen Freitag gezielt auf demonstrierende Menschen geschossen.

In der Hauptstadt Damaskus ging die Republikanischen Garde gegen die Demonstranten vor. Reuters berichtet, die Soldaten der Republikanischen Garde führen in Fahrzeugen durch die Stadt, die mit Maschinengewehren ausgerüstet seien. Soldaten in Kampfanzügen bezögen an strategischen Punkten der Stadt Stellung. Telekommunikations- und Stromleitungen von Damaskus wurden unterbrochen.

Die islamistische Muslimbruderschaft stellte sich laut Reuters in einer Erklärung erstmals öffentlich hinter die Demonstranten: „Lasst nicht zu, dass das Regime Eure Mitbürger bedrängt. […] Stimmt ein in den Gesang für Frieden und Würde. Erlaubt nicht, dass der Tyrann euch unterjocht. Gott ist groß.“

Wie Tirol online berichtet, veröffentlichte eine Gruppe von 150 Aktivisten aus Syrien sowie etwa zwei Dutzend Exil-Syrer eine Erklärung mit dem Titel „Vorschlag für einen nationalen Wandel und einen sicheren Weg zur Demokratie in Syrien“ vor, in der sie sich an die regierende Baath-Partei mit Forderungen nach Respekt für die Menschenrechte und Meinungsfreiheit richten. Die Unterzeichner fordern eine neue Verfassung, eine Reform der Justizbehörden, die sie für korrupt halten und eine echte Gewaltenteilung im Staat.

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April 26, 2011

Syrien: Gewalt und Massenverhaftungen – Armee schickt Panzer nach Dar\’a

Syrien: Gewalt und Massenverhaftungen – Armee schickt Panzer nach Dar’a

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Veröffentlicht: 17:56, 26. Apr. 2011 (CEST)
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Damaskus / Dar’a (Syrien), 26.04.2011 – Die Regierung Syriens geht trotz starker Kritik aus dem Ausland weiter gegen die Protestbewegung im Land vor. Am heutigen Dienstag berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana, dass die Armee „auf Wunsch der Bewohner“ in die Stadt Dar’a einmarschiert sei. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten handelt es sich um 3.000 Sicherheitskräfte, die von Panzern unterstützt in die Stadt einrückten. Die Grenze zu Jordanien wurde nach jordanischen Angaben abgeriegelt.

Dar’a und die umliegenden Regionen sind die Hochburgen der Protestbewegung. Laut Berichten der Regierungsgegner sind bei dem Einmarsch mit Scharfschützen und Panzern 20 Zivilisten getötet worden. Andere Berichte sprechen von bis zu 39 Toten. Demonstranten berichten weiter, auf Dächern postierte Polizisten und Scharfschützen hätten „ohne ersichtlichen Grund“ in die Menge geschossen. Neben Dar’a sollen auch weitere syrische Städte vom Militär eingekesselt worden sein. Es wird von Artilleriefeuer auf die Städte berichtet.

Der arabische Sender al-Arabiya berichtet, fünf Offiziere und zehn Soldaten hätten den Befehl verweigert, auf Einwohner zu schießen. Die meisten ausländischen Journalisten wurden aus dem Land ausgewiesen, so dass eine unabhängige Berichterstattung aus Syrien zurzeit nicht möglich ist.

Das US-Außenministerium hat indes seine Botschafter aus Syrien teilweise abgezogen. Die Arbeit der Botschaft werde trotzdem soweit möglich fortgesetzt, hieß es. Auch Staatsbürgern der USA wurde empfohlen, das Land vorerst zu verlassen. Außerdem erwäge man Sanktionen und weitere Optionen, um die Gewalt des Regimes zu stoppen.

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