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July 17, 2012

München: Urteil in Sachen anonyme WLAN-Hotspots bleibt Pyrrhussieg

München: Urteil in Sachen anonyme WLAN-Hotspots bleibt Pyrrhussieg

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Veröffentlicht: 14:08, 17. Jul. 2012 (CEST)
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München (Deutschland), 17.07.2012 – Das Landgericht München hat eine Entscheidung zum Betrieb von öffentlichen WLAN-Hotspots (openDSL) gefällt. Danach müssen Betreiber ihre Nutzer nicht identifizieren. Die Haftung für eventuellen Missbrauchs der WLAN-Nutzer bleibt beim Anbieter.

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Gerade wegen der Haftung wird es auch in naher Zukunft kaum mehr WLAN-Hotspots geben, die einen anonymen Zugang ermöglichen. Zu der Klage kam es durch einen Mitbewerber; dieser klagte gegen ein Unternehmen, das dem Münchner Literaturhaus, einem Münchner Hotel und einer Gaststätte ein WLAN-Netzwerk zur Verfügung stellen wollte, das ohne Registrierung nutzbar gewesen wäre. Der Kläger sah darin eine Wettbewerbsverzerrung. Die Richter urteilten, eine Verpflichtung zur Registrierung an einem solchen Hotspot ergäbe sich weder aus dem Telekommunikationsgesetz noch aus dem Urheberrechtsgesetz. Eine entscheidende Begründung im Urteil lautete, dynamische IP-Adressen seien nicht mit Rufnummern in Telefondiensten oder Anschlusskennungen vergleichbar, weil sie nicht dazu dienten, dauerhaft ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der „Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung“ erklärte nach dem Urteil: „Damit dürfen WLAN-Internetzugänge beispielsweise in Hotels, Gaststätten, Bahnhöfen und Flughäfen weiterhin anonym angeboten werden.“ Der Jurist Jens Ferner erklärte zu dem Urteil: „Provider dürfen also, müssen aber nicht Daten zur Identifizierung ihrer Nutzer erheben.“

Unberührt vom Urteil bleibt es bei der umstrittenen Störerhaftung. Aus diesem Grund werden in nächster Zeit keine Hotspots wie Pilze aus dem Boden schießen. Das Risiko des Betreibers, finanziell für das Fehlverhalten der Nutzer herangezogen zu werden, ist zu hoch. Lädt ein anonymer Nutzer beispielsweise urheberrechtlich geschützte Daten über den Hotspot herunter, so läuft der Betreiber der Einrichtung Gefahr, zivilrechtlich dafür zur Haftung herangezogen zu werden.

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Quellen[Bearbeiten]

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AppArtAwards 2012 an Kunst-Apps verliehen

AppArtAwards 2012 an Kunst-Apps verliehen

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Veröffentlicht: 18:29, 17. Jul. 2012 (CEST)
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Karlsruhe (Deutschland), 17.07.2012 – Am 13. Juli 2012 wurde zum zweiten Mal der AppArtAward vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) verliehen. Die Auszeichnung prämiert Apps mit ästhetischem Wert und auch „die kreative Integration und Nutzung technologischer Möglichkeiten“.

Insgesamt wurden 84 Apps eingereicht, die aus 13 Ländern kommen. Der mit 10.000 Euro dotierte künstlerische Innovationpreis ging an die App „Erkundung von Buchstaben, Sound und Technologie“ des Wiener Medienkünstlers Jörg Piringer. Das iOS-Spiel „Globosome“ von neun Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg mit Studienschwerpunkt Interaktive Medien wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis Game Art prämiert. Der mit ebenfalls 10.000 Euro dotierte Sonderpreis Cloud Art wurde an die Android-App „Electric Sheep“ des New Yorkers Scott Draves verliehen.

Bei „Erkundung von Buchstaben, Sound und Technologie“ erzeugen Buchstaben entlang vom Benutzer auf das Tablet gezeichneten Pfade Töne und Animationen. Beim Spiel „Globosome“ muss eine Kugel durch die Spiellandschaft gesteuert werden. Bei „Electric Sheep“ wird das biologische Phänomen der Evolution und der Fortpflanzung nachempfunden, und dabei fungieren die etwa 450.000 teilnehmenden Rechner als ein verteilt arbeitender Supercomputer.

Das ZKM präsentiert eine Auswahl der Bewerber-Apps bis zum 13. Januar 2013, diese lassen sich auch vom Besucher ausprobieren.

Quellen[Bearbeiten]

Sieger
electricsheep.org
globosome.com
joerg.piringer.net

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