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August 27, 2012

Zum 100. Geburtstag von Ruth Cohn, der Begründerin der Themenzentrierten Interaktion

Zum 100. Geburtstag von Ruth Cohn, der Begründerin der Themenzentrierten Interaktion

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Veröffentlicht: 20:38, 28. Aug. 2012 (CEST)
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Deutschland, 27.08.2012 – Am 27.08.2012 wäre Ruth Cohn, die Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) und eine der einflussreichsten Vertreterinnen der humanistischen und der psychodynamischen Psychologie, 100 Jahre alt geworden.

Die in Berlin geborene Psychologin und Psychotherapeutin deutsch-jüdischer Abstammung emigrierte während der Zeit des Nationalsozialismus über die Schweiz in die USA, wo sie in den 1950er Jahren die Themenzentrierte Interaktion (TZI) begründete.

Die Themenzentrierte Interaktion ist ein Konzept und eine Methode zur Arbeit in Gruppen: Die Gruppe formuliert die gemeinsame Aufgabe und das Ziel, der Leiter versteht sich als Teil des Systems, ist also zu­gleich Teil­nehmer und Leiter. Der TZI-Gruppenleiter sorgt dabei für die Balance zwischen wichtigen gruppendynamischen Faktoren. Führen auf Basis von TZI heißt, Demokratie und Effizienz zu verbinden.

Entstehung und Entwicklung der Themenzentrierten Interaktion sind untrennbar mit Ruth Cohn und ihrer Lebensgeschichte verwoben. Sie selbst sagte dazu: „Ich möchte Menschen, die all dieses Leid nicht wollen, ermutigen, nicht zu resignieren und sich ohnmächtig zu fühlen, sondern ihre Vorstellungskräfte und Handlungsvermögen einzusetzen, um sich solidarisch zu erklären und zu verhalten, solange wir selbst noch autonome Kräfte in uns spüren. – Das ist das Eigentliche, was ich mit TZI möchte.“

Zu ihrem 100. Geburtstag wurde am 27. August 2012 in der Mommsenstrasse 55 (Berlin-Charlottenburg) eine Gedenktafel enthüllt. Ruth Cohn lebte bis 1933 in diesem Haus.

Quellen

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June 7, 2006

Soziale Kompetenz wird bei Personalentscheidungen immer wichtiger

Soziale Kompetenz wird bei Personalentscheidungen immer wichtiger

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Artikelstatus: Fertig 21:15, 7. Jun. 2006 (CEST)
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Dortmund (Deutschland), 07.06.2006 – Fachwissen alleine genügt nicht. Hochschulabsolventen müssen sich in Deutschland darauf einstellen, dass in den Qualifikationsprofilen von Personalchefs auch andere Auswahlkriterien eine wachsende Rolle spielen wie „soziale Kompetenz“ und „Methodenkompetenz“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der International School of Management (ISM) in Dortmund, die, wie das Hamburger Abendblatt berichtete, auf einer Veranstaltung der „von Studnitz Management Consultants GmbH“, einer Unternehmensberatungsfirma mit Sitz in Rendsburg (Schleswig-Holstein), vorgestellt wurde.

Die Verfasser der Studie haben zu diesem Zweck 156 Stellenausschreibungen in Zeitungen und Onlinemedien aus drei Ländern ausgewertet. Die Anforderungen unterscheiden sich dabei in Deutschland signifikant von denen der Nachbarländer Frankreich und Großbritannien. In Deutschland forderten über 90 Prozent der Arbeitgeber soziale Kompetenzen von den Bewerbern im Vergleich zu jeweils etwa 68 bis 69 Prozent der Arbeitgeber in Frankreich beziehungsweise Großbritannien. Ein ähnliches Bild bietet sich beim Stichwort „Methodenkompetenz“. Während nur etwas mehr als die Hälfte der Arbeitgeber in Frankreich (51 Prozent) und Großbritannien (54 Prozent) Qualifikationen in diesem Bereich ausdrücklich forderten, lag der entsprechende Wert bei den Stellenausschreibungen in Deutschland bei 76,4 Prozent.

Fachkompetenzen haben bei den Arbeitgebern aller drei Länder einen hohen Stellenwert. Der Prozentsatz liegt bei 90 Prozent der Stellenanzeigen. Auffallend war hierbei, dass viele deutsche Arbeitgeber Kenntnisse in MS Office verlangten, während dies in den Nachbarländern nur eine geringe Rolle spielte.

Es gab in den letzten Jahren bereits mehrere wissenschaftliche Studien, die sich mit den veränderten Qualifikationsprofilen beschäftigten. Als Beispiel sei die „Kienbaum-Studie“ genannt, in der Unternehmen nach ihren Kriterien für die Auswahl von Personal befragt wurden. Die Kienbaum-Studie „High Potentials 2002“ zeigte unter anderem auf, welche Veränderungen es in den Anforderungsprofilen gegeben hat. Laut dieser Studie stehen „interdisziplinäres Denken“ und wieder „soziale Kompetenz“ an erster Stelle.

Außerhalb des Bereichs der Hochschulabsolventen wurden ebenfalls Untersuchungen in Auftrag gegeben. In der von der Initiative D21 aus dem Jahre 2004 in Auftrag gegebenen Studie wurden Personalchefs nach ihren Erwartungen an Schulabgänger befragt. Die Persönlichkeit der Bewerber hatte auch hier den höchsten Stellenwert im Kriterienkatalog der Personal-Entscheider. Eigenschaften wie Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit standen dabei im Vordergrund. Einen hohen Stellenwert (90 Prozent) genießen bei den Personalverantwortlichen hier ebenfalls die so genannten eSkills, zu denen Kenntnisse im Bereich der Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie Präsentationstechniken gehören. Diese Studie war unter anderem Ansatzpunkt einer weiteren Studie der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin.

Fragestellungen dieser Art nach dem Verhältnis von Unternehmensanforderungen und den Output-Qualifikationen des Bildungswesens insbesondere der Hochschulen stehen im Zusammenhang mit veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, wie die FHTW-Studie betont. Vor dem Hintergrund der Globalisierung und damit verbundenem technologischen Wandel in den hochindustrialisierten Ländern – um nur zwei Stichworte zu nennen – stellen sich Fragen der beruflichen Qualifikation von Schul- und Hochschulabgängern auf andere Weise. Unternehmen selektieren offensichtlich stärker nach unternehmensspezifischen Qualifikationsanforderungen. Studierende versuchen sich dem wachsenden Druck durch eine entsprechende Studien- und Berufswahl zu stellen, in dem sie weniger ihren individuellen Berufswünschen nachgehen als vielmehr ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zur Grundlage ihrer Studien- und Berufsplanung machen.

Ein äußerst komplexer Begriff der „sozialen Kompetenz“ lag der Studie dabei zugrunde. Ansatzpunkt der FHTW-Studie ist dabei zunächst soziale Kompetenz, definiert als Geschick im sozialen Umgang mit anderen Menschen. Sie beziehen sich dabei auf Ruben, „Die sieben Dimensionen der Sozialkompetenz“ (1991). Danach umfasst der Begriff nach Ruben die folgenden sieben Merkmalsbereiche: Respekthaltung (Wertschätzung empfinden und ausdrücken können), Interaktionshaltung (darunter wird die Fähigkeit verstanden, auf andere Personen in nicht-bewertender, sondern deskripitiver Weise einzugehen), die kritische Selbsteinschätzung des eigenen Wissens als auf anderen Erfahrungen beruhendes Wissen, Empathie (die Welt mit den Augen des Anderen sehen können), Rollenflexibilität, Interaktionsmanagement (umfasst die Fähigkeit, auf der Grundlage einer realitätsgerechten Einschätzung von Fähigkeiten und Interessen des Kommunikationspartners zu interagieren und kommunizieren), Ambiguitätstoleranz (sich an neue oft unsichere Bedingungen anpassen können). Als Bestandteile der Sozialkompetenz werden weiterhin „Teamkompetenz“, „Konfliktlösungsfähigkeit“, „Einfühlungsvermögen“ und „Kooperationsbereitschaft“ gerechnet.

Als Ergebnis der HTTW-Studie wird festgehalten, dass den sozialen Komptenzen neben den fachlichen Qualifikationen ein wachsender Stellenwert zukommt: Die so genannten Soft-Skills spielen eine immer größere Rolle. (Dieser Begriff wird häufig auch mit „Schlüsselqualifikationen“ übersetzt, es handelt sich dabei um einen Oberbegriff, der auch die sozialen Kompetenzen umfasst.) Als Hauptproblem der Hochschulen wird danach die mangelnde Vermittlung gerade der sozialen Kompetenzen festgehalten. Die wachsende Nachfrage der Arbeitgeber nach den so genannten „Soft Skills“ steht gegenwärtig noch im Widerspruch zu den fast ausschließlich auf die Vermittlung fachlicher Qualifikationen ausgerichteten Bildungsgänge an deutschen Hochschulen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Studierenden im Hinblick auf die Vermittlung solcher Komptenzen von den deutschen Hochschulen im Stich gelassen werden.

Quellen

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