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March 15, 2016

Deutschland: Zahl der Abtreibungen ist gesunken

Filed under: Berlin,Kind (Deutschland),Veröffentlicht — admin @ 5:00 am

Deutschland: Zahl der Abtreibungen ist gesunken

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Veröffentlicht: 11:50, 15. März 2016 (CET)
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Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland seit 2000

Berlin (Deutschland), 15.03.2016 – Seit 2004 ist die Zahl der Abtreibungen in Deutschland kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2015 waren es 0,5 Prozent weniger als 2014. Während 2004 noch durchschnittlich 184 Schwangerschaftsabbrüche auf 1000 Geburten kamen, war diese Zahl bis 2014 auf 139 gesunken. Auch in absoluten Zahlen wird das deutlich: Die Zahl der Abtreibungen belief sich 2004 auf 129.650 und sank bis 2015 auf 99.200. Doch diese Entwicklung verlief nicht in allen Bundesländern gleich. Mit jeweils rund 250 Abtreibungen auf 1000 Geburten waren die Stadtstaaten Berlin und Bremen im Jahre 2014 Spitzenreiter. Aber während in Berlin die Zahl 2015 sank, hat sie in Bremen zugenommen. Zunahmen sind im Jahre 2015 aber auch in Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt zu beobachten. In manchen Ländern findet der Anstieg schon seit ein paar Jahren statt.

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March 3, 2016

Ausschreitungen bei Demonstration gegen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung

Ausschreitungen bei Demonstration gegen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung

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Veröffentlicht: 19:30, 3. März 2016 (CET)
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Hedwig von Beverfoerde

Stuttgart (Deutschland), 03.03.2016 – Ein konservatives Aktionsbündnis in Baden-Württemberg hat gegen die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ demonstriert. Die schätzungsweise 4500 Demonstranten sahen sich von einer Gegendemonstration aus Linkspartei, Grünen-Jugend, Jusos, Gewerkschaften und linksradikalen Organisationen konfrontiert, so dass die Polizei mit mehr als 600 Beamten eingreifen musste. 18 Personen, darunter drei Polizisten, wurden verletzt.

Unter den Gastrednern waren der Generalsekretär der Evangelischen Allianz Deutschland Hartmut Steeb und der Salzburger Weihbischof Andreas Laun. Steeb nannte den Lehrplan der rot-grünen Landesregierung in Baden-Württemberg eine „gottlose Revolution von oben“. Hedwig von Beverfoerde, Organisatorin des Aktionsbündnisses „Für Ehe und Familie – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder!“, sprach von der „klammheimlichen“ Inkraftsetzung eines Bildungsplans, demzufolge Schulkinder ihrer Ansicht nach zu früh mit den verschiedenen Formen menschlicher Sexualität vertraut gemacht werden sollen. Die Organisatorin lehnt auch die völlige rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften mit der Ehe ab.

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January 7, 2013

Hamburg zahlt 7400 Euro monatlich für ein Pflegekind

Hamburg zahlt 7400 Euro monatlich für ein Pflegekind

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Veröffentlicht: 22:21, 7. Jan. 2013 (CET)
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Hamburg (Deutschland), 07.01.2013 – Im Zusammenhang mit dem vorübergehenden Verschwinden eines Pflegekindes aus Hamburg werden die hohen Kosten und das pädagogische Konzept in einem aktuellen Fall kritisiert. Der elfjährige Jeremie aus Hamburg war seit zwei Jahren bei einer Pflegefamilie untergebracht, die zum Zirkus Monaco gehört. Vor vier Wochen, während des Winterlagers im mecklenburgischen Lübtheen, riss er aus und wurde seitdem von der Polizei gesucht. Am vergangenen Mittwoch tauchte er wieder in Hamburg auf, wo er in einer therapeutischen Einrichtung untergebracht wurde.

Wegen der Drogensucht seiner Mutter lebte Jeremie bis zu seinem neunten Lebensjahr bei seinen Großeltern. Doch diese Lösung erwies sich nicht als glücklich, so dass für ihn andere Pflegeeltern gesucht wurden. Der Zirkus nahm den Jungen auf, nachdem mehrere Institutionen eine Aufnahme verweigerten. Inzwischen werden die hohen Kosten für die Unterbringung von Hamburger Politikern kritisiert – so etwa von der Grünen-Abgeordneten Christiane Blömeke. Die Behörde zahlt 7400 Euro monatlich. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem Brutto-Gehalt für die Pflegemutter in Höhe von rund 4645 Euro, 680 Euro für Verpflegung, Lebensunterhalt und Taschengeld, sowie rund 2000 Euro sonstige Kosten, zu denen die psychologische Beratung, der Schulunterricht für das Kind, Rufbereitschaften und Krankheitsvertretungen zählen. Begründet werden die hohen Kosten mit dem aus erzieherischer Sicht besonders schwierigen Fall.

Nach Aussagen der Großeltern habe sich der Junge im Zirkus jedoch nicht wohlgefühlt, weil er zum Diebstahl angehalten worden sei. Außerdem habe er befürchtet, das Weihnachtsfest nicht daheim verbringen zu dürfen. Ob er den Weg nach Hamburg alleine zurückgelegt hat oder von jemandem abgeholt wurde, ist nicht geklärt.

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  • Portal:Kinder- und Jugendfragen (Deutschland)

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July 3, 2012

Geburtenrate in Deutschland sinkt auf niedrigsten Stand: CDU-Abgeordneter will Elterngeld auf den Prüfstand stellen

Geburtenrate in Deutschland sinkt auf niedrigsten Stand: CDU-Abgeordneter will Elterngeld auf den Prüfstand stellen

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Veröffentlicht: 17:30, 3. Jul. 2012 (CEST)
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Mutter mit einem Neugeborenen

Deutschland, 03.07.2012 – Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß fordert angesichts der sinkenden Geburtenrate in Deutschland die Überprüfung des Elterngeldes. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sieht die Erforderlichkeit gerade wegen der sinkenden Zahlen.

Im Jahr 2011 fiel die Geburtenrate um 2,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2010. Jetzt wurde eine Debatte über den Sinn des Elterngeldes ausgelöst. Eingeführt wurde die Leistung im Jahr 2007 unter der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen und sollte einen finanziellen Ausgleich für Eltern darstellen, die wegen der Betreuung eines Kindes bis 14 Monate nach der Geburt ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Die Höhe der Leistung wird nach dem Einkommen berechnet, das vor der Geburt erzielt wurde, höchstens jedoch 1.800 Euro. Ein Ziel bei der Einführung der Leistung war es, die Zahl der Geburten zu erhöhen. Genau dies stellt Bareiß gegenüber der Rheinischen Post in Frage: „Das Elterngeld hat seinen Zweck nicht erreicht, deshalb sollten wir es überprüfen. Es ist ein Irrglaube zu denken, die Mehrausgaben für Familienleistungen und der Ausbau der Kinderkrippen führten auch zwangsläufig zu mehr Kindern“.

Familienministerin Schröder, ebenfalls CDU, will an der maximalen Höhe von 1.800 Euro im Monat nichts ändern. Bereits im Juni 2012 hatte sie angekündigt, dass geplante Verbesserungen wegen der angespannten Haushaltssituation vorerst nicht kommen werden. 4,5 Milliarden Euro macht diese finanzielle Hilfe für Familien aus. Sie kündigte an, zu Abstrichen bereit zu sein: „Wenn ich einen Beitrag zum Spargebot leisten muss, dann muss dies auch beim Elterngeld sein“, an der Grundidee dürfe jedoch keinesfalls gerüttelt werden.

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February 15, 2012

Merkel lehnt Sondersteuer für Kinderlose ab

Merkel lehnt Sondersteuer für Kinderlose ab

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Veröffentlicht: 18:19, 15. Feb. 2012 (CET)
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Berlin (Deutschland), 15.02.2012 – Bundeskanzlerin Angela Merkel wies den Vorschlag einer Sondersteuer für Kinderlose zurück: Sie glaube nicht, dass der Vorstoß die Finanzierungsprobleme in den sozialen Sicherungssystemen lösen könne. Die Einteilung sei „nicht zielführend“ und für die Pflegeversicherung müssten Kinderlose bereits einen um 0,25 Prozentpunkte höheren Beitragssatz entrichten.

Der Vorsitzende der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Marco Wanderwitz hatte gefordert, Kinderlose sollten ab 25 Jahren mit einem Prozent ihres Einkommens besteuert werden, um die sozialen Sicherungssysteme und die Bildung zu fördern; Eltern mit nur einem Kind sollten die halbe Steuer zahlen.

Wanderwitz begründete seinen Vorschlag damit, dass die Sozialversicherungssysteme auf dem Generationenvertrag basierten: „Jeder zahlt für die Eltern- und Großelterngeneration und sorge mit Kindern dafür, dass es später wieder Beitragszahler gibt. Für Kinderlose zahlen später fremder Leute Kinder.“ „Unsere Sozialversicherungssysteme funktionieren nicht, wenn es zu wenig Kinder gibt“, erklärte Wanderwitz. Die Steuer sollte daher in einem Sondervermögen gesammelt werden und nicht im Bundeshaushalt für die Tagespolitik verbraucht werden. Die Junge Gruppe erhoffte sich davon Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe bis zum Jahr 2025. In einer Satire der Zeitung Die Welt wollten die jungen Unionspolitiker sogar Kinderlose „töten“.

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August 7, 2011

Dorsten: Vierjähriger Junge fast im Auto verbrannt

Dorsten: Vierjähriger Junge fast im Auto verbrannt

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Veröffentlicht: 09:11, 7. Aug. 2011 (CEST)
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Dorsten (Deutschland), 07.08.2011 – Ein 30-jähriger Vater ließ seinen 4-jährigen Sohn am Samstagvormittag im verschlossenen Auto auf dem Parkplatz zurück, während er Einkaufen war. Im Kleinwagen brach ein Feuer aus. Der kleine Junge erlitt Brandverletzungen zweiten und dritten Grades, er musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Bochumer Klinik geflogen werden. Nach Angaben der behandelnden Ärzte seien 70 Prozent der Hautfläche verbrannt.

Als der Vater zurück kam, bemerkte er eine starke Rauchentwicklung. Panisch versuchte er das Kind zu befreiten. Noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte gelang es ihm, unterstützt durch einen belgischen Feuerwehrmann, sein Kind über die Heckklappe aus dem Fahrzeug zu holen. Er zog sich dabei Verbrennungen an den Händen zu und wurde ambulant versorgt.

Die Ermittlungen werden durch die Mordkommission Recklinghausen übernommen. Nach ersten Ergebnissen scheidet ein Fremdverschulden und ein technischer Defekt aus. Der Brand dürfte durch das Kind selbst verursacht worden sein. Ein Polizeisprecher: „Dem ersten Anschein nach begann das Feuer im Vorderraum des Wagens“.

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  • Portal:Brände
  • Portal:Nordrhein-Westfalen
  • Portal:Unfälle

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July 9, 2011

Thüringen: Tatverdächtiger im Mordfall der 7-jährigen Mary-Jane festgenommen

Thüringen: Tatverdächtiger im Mordfall der 7-jährigen Mary-Jane festgenommen

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Veröffentlicht: 09:36, 9. Jul. 2011 (CEST)
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Straßenzug in Zella-Mehlis

Zella-Mehlis (Deutschland), 09.07.2011 – Am Freitag wurde in Zella-Mehlis ein 35- bis 40-jähriger Mann festgenommen. Gegen ihn besteht der dringende Verdacht, die 7-jährige Erstklässlerin Mary-Jane ermordet zu haben.

Bernd Edelmann, ein Sprecher des Thüringer Innenministeriums, bestätigte, dass der Täter zum unmittelbaren Umkreis der Familie gehört. Die Polizei hatte von 800 Personen aus dem Wohngebiet der Getöteten freiwillige Speichelproben erhalten. Eine DNS-Probe soll die entscheidende Spur zum Tatverdächtigen gewesen sein.

Am Freitagnachmittag waren mehrere Streifenwagen zum Wohnort des mutmaßlichen Mörders gefahren, hier dürfte es zur Festnahme gekommen sein. Heute wird er dem Haftrichter vorgeführt, nachdem er Gelegenheit hatte, sich in einer Vernehmung zu äußern. Über das Motiv des Täters ist noch nichts bekannt.

Am Freitag vor zwei Wochen war das Mädchen von der Schule nicht nach Hause gekommen. Ein Wanderer entdeckte ihre bekleidete Leiche an einem Flusslauf 1,5 km entfernt von der Wohnung Mary-Janes. Seitdem hatte eine Sonderkommission mit großem Aufwand 700 Hinweise entgegengenommen und war mit der Abarbeitung beschäftigt. Die Umgebung des Tatorts war durch Bereitschaftspolizisten mehrmals abgesucht worden; hunderte Zeugen sind vernommen.

Am Donnerstag vor der Festnahme war Mary-Jane in einer bewegenden Trauerfreier beigesetzt worden. 400 Personen nahmen daran teil.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Samstag um 14 Uhr weitere Einzelheiten in einer Pressekonferenz bekannt geben. Bei einer Verurteilung wegen Mord hat der Täter mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu rechnen, wobei er frühestens nach 15 Jahren entlassen werden kann.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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April 16, 2009

Deutschland: Experten und Verbände fordern Grundsicherung für Kinder bis zum 27. Lebensjahr

Deutschland: Experten und Verbände fordern Grundsicherung für Kinder bis zum 27. Lebensjahr

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Veröffentlicht: 20:00, 16. Apr. 2009 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 16.04.2009 – In Deutschland steigt die Kinderarmut. Experten und Verbände weisen nun darauf hin, dass eine Kindergrundsicherung von 500 Euro pro Kind pro Monat bis zum 27. Lebensjahr finanzierbar wäre.

Ein solches Grundeinkommen würde 100 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Durch die Streichung aller bisherigen Familienleistungen wie Kindergeld, Sozialgeld, Kinderzuschlag, Bafög, Ehegattensplitting u.a. wären jedoch schon 90 Prozent gegenfinanziert. Durch Besteuerung der 500 Euro könnten die restlichen 10 Prozent finanziert werden. Dabei bliebe armen Familien alles, wogegen Besserverdiener von den 500 Euro Steuern entrichten müssten.

Die Grundsicherung für Kinder käme insbesondere den 2,4 Millionen in Armut lebenden Kindern in Deutschland zu Gute. Christiane Reckmann vom Arbeiterwohlfahrt Bundesverband meinte bei der Präsentation des Vorschlags in Berlin: “Damit könnte der Staat zeigen, dass ihm alle Kinder gleich viel wert sind.”

Die Forderung dieser Kindergrundsicherung wird von einem breiten Bündnis bestehend aus dem Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, dem Kinderschutzbund, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Verband Pro Familia, dem Zukunftsforum Familie, sowie verschiedenen Wissenschaftlern getragen. Zu den unterstützenden Wissenschaftlern gehört auch Sozialwissenschaftler Hans Bertram von der Berliner Humboldt Universität, der auch Familienministerin Ursula von der Leyen berät.

Das Familienministerium reagierte zurückhaltend auf das Modell. “Im Prinzip kann man darüber nachdenken, wie Leistungen für Kinder zusammengefasst werden können”, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Das sei ein Thema für die nächste Legislaturperiode. “Die bisher vorgelegten Modelle allerdings sind nicht fundiert genug und werden deshalb von uns nicht unterstützt”.

Die Vizefraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Christel Humme, hält das 500-Euro-Modell für unrealistisch. “Wir möchten eine bedarfsorientierte Sicherung für Kinder, deshalb wollen wir die Hartz-IV-Regelsätze anpassen.”

Die familienpolitische Sprecherin der Grünen, Ekin Deligöz, unterstützt das neue Modell – die Grünen hatten bereits ähnliche Ideen vorgelegt: “Ich bin überzeugt, dass das jetzige Baukastensystem nicht mehr zieht.” Es sei ungerecht, und das Geld komme an der falschen Stelle an. “Familien mit höheren Einkommen werden durch den Kinderfreibetrag mehr unterstützt”, sagte Deligöz. Gerade bei Familien mit Kindern und Alleinerziehenden bestünde in Deutschland ein höheres Armutsrisiko – hier müsse man präventiv handeln. Das Modell der Grünen basiert auf einer Grundsicherung für alle Kinder in Höhe von 330 Euro. “Für die Eltern braucht man ein unkompliziertes, einfaches System ohne viel Bürokratie.”

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Arbeit und Soziales in Deutschland

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May 28, 2008

Jedes sechste Kind in Deutschland ist arm

Jedes sechste Kind in Deutschland ist arm

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Veröffentlicht: 12:34, 28. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 28.05.2008 – Nach einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung des Prognos-Institutes ist jedes sechste Kind in Deutschland arm. Nach einer ebenfalls gestern vorgestellten Studie des Kinderhilfswerks UNICEF-Deutschland ist das Armutsrisiko bei Kindern, die in Ein-Eltern-Familien aufwachsen, noch größer. 35 bis 40 Prozent der Kinder in Deutschland, die in solchen Familien leben, gelten als „relativ arm“. Zehn Prozent dieser Kinder leben dauerhaft in Armut. Mehr als zwei Drittel der Kinder von allein erziehenden Eltern leben mindestens ein Jahr in Armut. Begleiterscheinungen beziehungsweise Indikatoren der sozialen Probleme, denen diese Kinder ausgesetzt sind, sind Übergewicht und Nikotinsucht. 17 Prozent der Jugendlichen gelten als übergewichtig. Deutschland liegt mit dem Anteil Jugendlicher, die rauchen, an der Spitze der Industrieländer mit einem 20,5-prozentigen Raucheranteil bei Jungen zwischen 11 und 17 Jahren. Bei Mädchen liegt der entsprechende Prozentsatz in Deutschland bei 20,3 Prozent.

Wer arm ist, hat in Deutschland auch schlechtere Bildungschancen. Laut dem UNICEF-Bericht werden Kinder in Deutschland mit schwächeren Leistungen durch das selektive Schulsystem weiterhin ausgegrenzt.

Die Entwicklung der Armut schreitet dabei in Deutschland voran. Während der Anteil der armen Kinder an der Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Kinder Anfang der 1990-er Jahre noch zwischen sieben und neun Prozent lag, stieg der Prozentsatz bis zum Jahr 2004 auf 13,3 Prozent. Das sind 1,7 Millionen Kinder und Jugendliche. Dabei steigt die Kinderarmut stärker als die Armut in der Gesamtbevölkerung.

Bei Familien mit drei oder mehr Kindern liefert das Kindergeld 15 Prozent des zur Verfügung stehenden Einkommens. Vor diesem Hintergrund sind Äußerungen der Familienministerin Ursula von der Leyen zu verstehen, die anlässlich der Vorstellung der Studien zur Kinderarmut einen gesetzlichen Mindestlohn grundsätzlich ablehnte: „Ein Mindestlohn hilft keiner Familie mit mehreren Kindern.“ Während die CDU – und hier eben die dieser Partei angehörende Familienministerin – vor allem eine Erhöhung des Kindergeldes zur Lösung des Armutsproblems der Kinder in Deutschland favorisiert, lehnt die SPD ein solches Finanzierungskonzept ab, weil die soziale Komponente dabei nicht ausreichend zum Tragen komme. Eine Erhöhung des Kindergeldes sei eine „Förderung mit der Gießkanne“, weil eine prozentuale Erhöhung des Kindergeldes allen Familien unabhängig von ihrem Einkommen zugute komme. Die Sozialdemokraten wollen stattdessen lieber in Ganztagsbetreuung und Sachleistungen wie zum Beispiel eine kostenlose Schulspeisung oder Schulstarterpakete investieren, da solche Maßnahmen den Kindern direkt helfen können. Von der Leyen geht es vor allem um die finanzielle Förderung der Mittelschichten, „für die es knapp wird, wenn mehr Kinder zu versorgen sind“.

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June 20, 2007

Siebenjährige von der Mutter gefangen gehalten

Siebenjährige von der Mutter gefangen gehalten

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Veröffentlicht: 07:20, 20. Jun. 2007 (CEST)
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Ursberg (Deutschland), 20.06.2007 – Auf einem verlassen wirkenden Bauernhof in der schwäbischen Gemeinde Bayersried wurde ein siebenjähriges Mädchen seit seiner Geburt von der Mutter versteckt. Polizeibeamte entdeckten das kleine Kind in seinem verwahrlosten Elternhaus nach einem Hinweis aus einer Nachbargemeinde.

Die 45-jährige Mutter sperrte das Mädchen in einem Zimmer voller Unrat ein. Das Bett des Kindes war nicht zu sehen. Für das Mädchen bedeutete die Gefangenschaft ein Leben im ständigen Halbdunkel, ein kahles großes Fenster, die Rollläden versperrten die Sicht. Die Ermittlungen dauern noch an.

Die Ermittler versuchen herauszufinden, was sich sieben Jahre lang hinter diesem Fenster zugetragen hat. Als alles bekannt wurde, brach die Mutter völlig in sich zusammen. Am 18. Juli 1999 war das Kind hier auf die Welt gekommen. In dem 600-Seelen-Ort hat niemand etwas bemerkt.

Die Mutter muss sehr zurückgezogen gelebt haben. „So wie wir das sehen, hat die Kleine niemals das Tageslicht gesehen“, sagte der Memminger Kripochef Wolfgang Sauter. Warum die Mutter das Kind versteckte, ist noch unklar. Allem Anschein nach wurde das Kind nicht misshandelt.

Wie es dem Kind gesundheitlich geht, weiß keiner so genau. Es hatte keinen Namen und wurde jetzt von Amts wegen Anja genannt. Das Mädchen sei nirgendwo behördlich gemeldet „und ist nie irgendwo aufgetaucht“, sagte der Memminger Oberstaatsanwalt Johannes Kreuzpointner.

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