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January 15, 2012

Tschechischer Künstler will 60.000 Exemplare von Sarrazins Buch recyceln

Tschechischer Künstler will 60.000 Exemplare von Sarrazins Buch recyceln

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Veröffentlicht: 14:44, 15. Jan. 2012 (CET)
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Berlin (Deutschland), 15.01.2012 – Der tschechische Künstler Martin Zet will 60.000 Exemplare von Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ für eine Installation in der 7. Berlin Biennale sammeln und danach recyceln. Die „Biennale for Contemporary Art“ – auch „Biennale für zeitgenössische Kunst“ – findet seit 1998 alle zwei Jahre in Berlin statt, wird in diesem Jahr am 27. April eröffnet und dauert bis 1. Juli. Organisiert wird die Biennale seit 1996 durch die Kulturwerkstatt „Institute for Contemporary Art“ in Berlin, und sie wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Der Feuilletonredakteur Martin Hatzius kritisiert in der Ostberliner Tageszeitung „Neues Deutschland“, die Aktion erinnere „fatal an die Bücherverbrennung anno 1933 auf dem Berliner Bebelplatz“. Er wirft dem Künstler Betriebsblindheit vor und beanstandet die staatliche Förderung der „Sammelstelle“, die Gedankenassoziationen zu den Sammelstellen für den Transport in die Konzentrationslager der Nazizeit wecke.

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April 27, 2011

Fall Sarrazin: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles unter Druck

Fall Sarrazin: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles unter Druck

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Veröffentlicht: 15:06, 27. Apr. 2011 (CEST)
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Andrea Nahles (Archiv-Foto 2010)

Thilo Sarrazin, Autor des Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“, bei einer Buchpräsentation August 2010

Berlin (Deutschland), 27.04.2011 – Die Entscheidung der Berliner SPD-Schiedskommission für einen Verbleib Thilo Sarrazins in der SPD kommt an der SPD-Basis offenbar nicht überall gut an. Vor allem die mit dem Fall betraute Generalsekretärin Andrea Nahles gerät zunehmend unter Druck. Die Juso-Bezirksvorsitzenden aus Süd- und Nordhessen sowie der Landesvorsitzende der Jusos in Hessen bezeichneten die Entscheidung im Fall Sarrazin als „beschämend“. Thilo Sarrazin habe mit seiner Erklärung seine rassistischen und sozialdarwinistischen Äußerungen nicht ausdrücklich zurückgenommen. Als Konsequenz fordern die Jungsozialisten nun den Rücktritt der Generalsekretärin.

Einige Berliner Sozialdemokraten in Führungsfunktionen hatten gestern eine Online-Petition gestartet, in der sie ihrem Unmut lautstark Ausdruck verliehen. In ihrer „Berliner Erklärung“ heißt es: „Viele Menschen in Berlin, in der gesamten Bundesrepublik und auch im Ausland haben kein Verständnis für das Ergebnis und den Verfahrensablauf des Parteiordnungsverfahrens gegen Genossen Dr. Thilo Sarrazin.“ Das SPD-Mitglied Mehmet Tanriverdi, Gießener Stadtverordneter und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland (BAGIV) und in dieser Funktion auch Mitglied des Integrationsbeirats der Bundesregierung, zeigte sich tief enttäuscht von dem Vorgang, den er für einen historischen Fehler der SPD hält und erklärte seinen Austritt aus seiner Partei.

Bekannte Sozialdemokraten der Führungsebene der Partei stellten sich dagegen ausdrücklich hinter die Entscheidung der Schiedskommission. Der ehemalige Parteivorsitzende und rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck verteidigte die Entscheidung mit den Worten, Sarrazin habe sich einsichtig gezeigt. Ähnlich äußerte sich der frühere Hamburger Oberbürgermeister Klaus von Dohnanyi. Er gab den Medien wegen ihrer mehrfachen Vorabveröffentlichungen eine Mitschuld daran, dass Sarrazin „vielfach missverstanden“ worden sei. Dohnanyi war als Verteidiger Sarrazins vor der SPD-Schiedskommission aufgetreten.

Scharfe Kritik kam auch von außerhalb der SPD. Vertreter von Muslimen und Juden zeigten kein Verständnis für die Entscheidung. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Die SPD drückt sich um eine klare, schonungslose Auseinandersetzung mit Thilo Sarrazin und seinen destruktiven Thesen.“ Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, selbst SPD-Mitglied, sagte, die Entscheidung sei kein glorreicher Tag der Sozialdemokratie gewesen und fügte hinzu: „Es wäre richtig und besser gewesen, für einen Ausschluss Sarrazins zu kämpfen, auch auf das Risiko einer Niederlage hin.“ Er wolle jedoch SPD-Mitglied bleiben.

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April 2, 2011

Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“

Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“

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Veröffentlicht: 21:12, 2. Apr. 2011 (CEST)
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Thilo Sarrazin bei einer Buchpräsentation (Aug. 2010)

Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“
Man könnte ja auf die Idee kommen, dass auch Erbfaktoren für das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung im deutschen Schulsystem verantwortlich sind.
Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“

– Autor: Thilo Sarrazin, zitiert lt. Wikipedia

Berlin (Deutschland), 02.04.2011 – Als Befreiungsschlag für die Berliner FDP, um aus dem Umfragetief herauszukommen, servierte der Berliner Tagesspiegel seinen Lesern gestern die Meldung: „Sarrazin kandidiert für Berliner FDP“. Der FDP-Landesvorstand verspreche sich von der Kandidatur Sarrazins ein zweistelliges Ergebnis bei den nächsten Wahlen. Das war natürlich ein Aprilscherz. Jedenfalls löste die Veröffentlichung in dem Internetportal der Zeitung einen Ansturm von 800 Kommentaren aus, immerhin waren auch 600 dabei, die das Ganze sofort als Aprilscherz erkannten.

Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“
Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.
Tagesspiegel: „Sarrazin tritt als Spitzenkandidat für die Berliner FDP an“

– Autor: Thilo Sarrazin, zitiert lt. wirtschaftsblatt.at

Thilo Sarrazin (zurzeit noch SPD-Mitglied; gegen ihn läuft ein Ausschlussverfahren) war mit bizarren Thesen über Sozialleistungsempfänger und in Deutschland lebende Ausländer in Erscheinung getreten. Muslimischen Migranten hatte er erbliche Dummheit unterstellt und ein „jüdisches Gen“ postuliert. Sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ wurde in Deutschland in einer Auflage von 1,25 Millionen Exemplaren verkauft (Stand: Dezember 2010).

Die extreme Rechte in Deutschland hatte in dem Sarrazin-Buch eine Unterstützung für ihre nationalistischen Thesen gesehen. Bei den Kommunalwahlen in Hessen hatte die NPD auf einem Werbeplakat mit dem Buchcover von Sarrazins Buch und der Bildunterschrift „Sarrazin hat recht!“ geworben. Der Verlag Random House, der den Bestseller herausgebracht hatte, konnte sich dagegen jedoch gerichtlich erfolgreich wehren. Die NPD darf das Buchcover jetzt nicht mehr für Propagandazwecke benutzen.

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December 17, 2010

Deutschlands Wort des Jahres 2010: „Wutbürger“

Deutschlands Wort des Jahres 2010: „Wutbürger“

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Veröffentlicht: 16:38, 17. Dez. 2010 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 17.12.2010 – Zum 35. Mal kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das Wort des Jahres. In diesem Jahr entschied sich die Jury für das Wort „Wutbürger“. Zur Begründung dieser Wahl erklärte die Gesellschaft: „Diese Neubildung wurde von zahlreichen Zeitungen und Fernsehsendern verwendet, um einer Empörung in der Bevölkerung darüber Ausdruck zu geben, dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden.“

Ein Sprecher der Bürgerbewegung gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 erklärte jedoch auf Nachfrage, dass sich die Bürgerbewegung gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs in dieser Wortschöpfung nicht wiederfinde. Das Aktionsbündnis bestehe nicht nur aus Wut, sagte Gangolf Stocker vom Aktionsbündnis.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Wörter Stuttgart 21, Sarrazin-Gen, Cyberkrieg, Wikileaks, schottern, Aschewolke, Vuvuzela, Femitainment und als letztes der Ausdruck „unter den Eurorettungsschirm schlüpfen“.

Mit der jährlichen Kür eines prägnanten Begriffs will die GfdS Begriffe hervorheben, die in der Öffentlichkeit eine herausragende Rolle spielten und in besonderer Weise „charakteristische Themen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Alltags“ markieren. Die Jury wertete hauptsächlich aus 2000 Wörtern und Wendungen aus tagesaktuellen Medien aus. Aber auch Vorschläge von Bürgern, die an die GfdS eingesandt wurden, wurden in den Auswahlprozess einbezogen.

Der Begriff „Stuttgart 21“ wurde ausgewählt, weil der Begriff für eine Protestbewegung um den geplanten Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs steht, die weit über die Region Stuttgart hinaus reichte. Der Begriff „Sarrazin-Gen“ bezieht sich auf die öffentliche Debatte um das Buch „Deutschland schafft sich ab“ des ehemaligen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, wobei der Begriff „Sarrazin-Gen“ sich ironisch auf die angebliche genetische Differenz von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund gegenüber der „rein“ deutschen Bevölkerung bezog. Die Begriffe „Cyberkrieg“ und „WikiLeaks“ stehen für die mediale Aufmerksamkeit, die durch die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente auf der Internetplattform WikiLeaks in den letzten Wochen entstanden war. Nach der Veröffentlichung hatte es zunächst Hacker-Angriffe auf die Computer mit den von WikiLeaks veröffentlichten Dokumenten gegeben, woraufhin WikiLeaks-Unterstützer im Gegenzug versucht hatten, Computer beziehungsweise Server von Firmen lahmzulegen, die WikiLeaks ihre Unterstützung entzogen hatten (Wikinews berichtete). Zur Bezeichnung dieses virtuellen Schlachtfelds im Internet war der Begriff „Cyberkrieg“ in die öffentliche Debatte geworfen worden. Das Verb „schottern“ bezieht sich auf die Aktionen von Castorgegnern, die mit dem Entfernen von Gleisschotter die Schienenwege zum Transport der Castoren mit radioaktivem Müll nach Gorleben sabotieren wollten (Wikinews berichtete). Der Begriff „Aschewolke“ auf Platz 7 bezieht sich auf den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, dessen Eruptionen den Flugverkehr in großen Teilen Europas lahmgelegt hatte. (Wikinews berichtete). Vuvuzela auf Platz 8 war ein für viele Deutsche neues Wort, das im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika Furore machte. Es handelt sich dabei um ein Plastik-Blasinstrument, mit dem man ohrenbetäubenden Lärm machen kann und mit dem vor allem südafrikanische Fußballfans ihre Mannschaft bei dem Weltcup-Turnier anfeuerten. Das Wort Femitainment bezieht sich auf eine Debatte zwischen der Feministin Alice Schwarzer und der amtierenden Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, in der es um die Themen „Frauenbewegung“ und „Geschlechterrollen“ ging. Der letzte Begriff „unter den Eurorettungsschirm schlüpfen“ bezieht sich auf die Notwendigkeit überschuldeter EU-Mitgliedsstaaten wie Irland und Griechenland sich bei den EU-Partnerstaaten in großem Umfang Geld zu leihen, um einem drohenden Staatsbankrott zu entgehen.

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September 4, 2010

Bundesbank beschließt Abberufung von Thilo Sarrazin

Bundesbank beschließt Abberufung von Thilo Sarrazin

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Veröffentlicht: 07:45, 4. Sep. 2010 (CEST)
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Thilo Sarrazin, 2009

Frankfurt am Main (Deutschland), 04.09.2010 – Die Deutsche Bundesbank hat am Donnerstag beschlossen, beim Bundespräsidenten die Abberufung des Vorstandsmitglieds und SPD-Politikers Thilo Sarrazin zu beantragen. Sarrazin war in den vergangenen Wochen durch seine Äußerungen über Einwanderer und Juden in heftige Kritik geraten.

Bereits im Herbst letzten Jahres war Sarrazin die Zuständigkeit für das Bargeldressort entzogen worden, als er sich in einem Zeitschriften-Interview abfällig über muslimische Einwanderer geäußert hatte und behauptet hatte, sie wollten Deutschland „erobern“. Von Seiten der Bundesbank war ihm damals vorgeworfen worden, gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen zu haben, der vorschreibe, dass sich ein Vorstandsmitglied politisch zurückhaltend äußern und auf das Ansehen der Bundesbank Rücksicht nehmen müsse.

Im Zuge der Vorstellung seines neuen Buches geriet Sarazzin dann wieder mit umstrittenen Äußerungen über Ausländer, deren fehlende Fähigkeit zur Integration und ihre tendenziell weniger intelligenten Nachkommen in die Schlagzeilen. Auch fiel er mit der Behauptung auf, „alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“.

Damit zog Sarrazin heftige Kritik von allen Seiten auf sich. Bundeskanzlerin Merkel nannte seine Äußerungen „völlig inakzeptabel“. Sarrazin würde ganze Bevölkerungsgruppen verächtlich machen und die Gesellschaft spalten. Der FDP-Vorsitzende Westerwelle sagte, Sarrazin „leitet Wasser auf die Mühlen des Rassismus und des Antisemitismus.“ Verteidigungsminister Guttenberg (CSU) wies darauf hin, dass „jede Provokation ihre Grenzen hat“. Kritik kam auch vom Zentralrat der Juden. Sarrazins Berliner SPD-Kreisverband leitete ein Parteiausschlussverfahren ein.

Zuletzt hielt der Bundesbankvorstand Sarrazin nicht mehr für tragbar und forderte ihn am Dienstag in einer Anhörung auf freiwillig zurückzutreten. Als er der Aufforderung nicht nachkam, beschloss der Vorstand jetzt einstimmig, beim Bundespräsidenten einen Antrag auf die Abberufung Sarrazins zu stellen.

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  • Thilo Sarrazins Interview im Lettre International führt zu Kontroverse mit der Deutschen Bundesbank (09.10.2009)

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