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March 18, 2014

Chinesische Internetfirmen wollen an die Börse

Chinesische Internetfirmen wollen an die Börse

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Veröffentlicht: 18.03.2014, 01:25 (CET)
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New York (Vereinigte Staaten), 18.03.2014 – Das chinesische Internetunternehmen Sina hat an der Börse in New York den Börsengang (engl. Initial Public Offering, kurz IPO) seiner Mikrobloggingtochterfirma Weibo beantragt. Das soziale Netzwerk Facebook und der Nachrichtendienst Twitter, die bereits beide an der Börse sind, sind in China durch die staatliche Zensur praktisch unzugänglich, was den einheimischen Konkurrenten große Vorteile verschafft. Chinas Internetgemeinde wird auf etwa 500 Millionen Nutzer geschätzt, und Sina Weibo nimmt für sich in Anspruch, dass die Hälfte davon dort registriert sei. Weibo ist zwar die chinesische Bezeichnung für Mikroblog, von denen es noch andere in China gibt, sie ist aber zum Synonym für Sina Weibo geworden, und es zieht in der Tat in China große Zahlen von Nutzern an. Die Schauspielerin Yao Chen hat rund 58 Millionen „Fans“ auf Weibo und Lee Kai-fu, der frühere Präsident von Google-China, hat 51 Millionen Anhänger. Im Vergleich dazu hatten im Februar 2014 die weltweit beliebtesten Persönlichkeiten auf Twitter, Katy Perry und Justin Bieber, knapp 50 Millionen „Fans“. Der US-Präsident Barack Obama kommt auf knapp über 41 Millonen und erreicht damit nur etwas mehr als der Popstar Lady Gaga.

Es sind aber nicht unbedingt die Personen mit den meisten Anhängern, die für Aufruhr mit ihren Beiträgen bei Weibo sorgen. So hat der Unternehmer Pan Shiyi nur etwa 1,6 Millonen Anhänger, aber seine Veröffentlichung der Feinstaubbelastung, die die amerikanische Botschaft in Peking feststellte, führte dazu, dass diese Zahlen nun in allen größeren Städten Chinas von chinesischer Seite veröffentlicht werden. Den ansonsten allmächtigen und alles kontrollierenden chinesischen Behörden sind derartige Vorgänge ein Dorn im Auge, und sie haben den Internetdienst 2013 wiederholt unter starken Druck gesetzt. So gilt nun ein Gesetz, nach dem es strafbar ist, „bösartige Gerüchte“ im Internet zu verbreiten. Dabei bestimmt der Staat dann jeweils, ob eine Nachricht verurteilenswert ist, und wenn sie mehr als 5.000-mal verbreitet wurde, hat sich der Urheber nach dem Gesetz strafbar gemacht. Dieses Gesetz hat den Nachrichtenfluss bereits deutlich eingeschränkt. Aber auch nur, die eigene Meinung zu verbreiten, kann einem Probleme bereiten. Euphemistisch spricht man in China von einer „Einladung zum Tee“, wenn man von den Behörden vorgeladen wird, weil sie einen verwarnen sollen. Die Popsängerin Annie Yi beispielsweise war 2013 davon betroffen, weil sie die regierungskritische Zeitung Southern Weekly mit ihren Weibobeiträgen unterstützte und sich dann noch für die Familie eines von staatlichen Sicherheitskräften getöteten Markthändlers, dessen Tod großes Aufsehen in China erregte, auf Weibo einsetzte. Der Unternehmer Charles Xue, der sowohl amerikanischer als auch chinesischer Staatsbürger ist, wurde, so sagen seine Anhänger, in eine Falle gelockt, so dass man ihm den in China verbotenen Umgang mit Prostituierten vorwerfen konnte und ihn darauf hin zu einer öffentlichen Selbstbeschuldigung für die Verbreitung „unverantwortlicher Informationen im Internet“ zwang. Xue hat eine Fangemeinde von rund 12 Millionen Menschen auf Weibo.

Derartige Maßnahmen sind mit dafür verantwortlich, dass die Nutzerzahl von Weibo im letzten Jahr um etwa 28 Millionen sank. Die Chat-App WeChat, das chinesische Gegenstück zu WhatsApp, konnte dabei scheinbar von diesem Rückgang bei Weibo profitieren, ihre Nutzerzahlen sind 2013 gewachsen. Bei WeChat konnte man bis Donnerstag, den 13. März 2014, noch eine ganze Reihe so genannter öffentlicher Nachrichtenkanäle verfolgen, deren Inhalt als liberal zu bezeichen war, doch seit dem sind sie ohne Vorwarnung dort gelöscht worden. Ob es reine Unternehmenspolitik, vorauseilender oder wirklicher Gehorsam gegenüber den Behörden war, bleibt dabei offen. Internetnutzer äußerten in jedem Falle ihr Missfallen über den Vorgang. Es wird darum im Zusammenhang mit dem Börsengang nun auch die Frage gestellt, ob und wie Weibo seine Nutzerzahl und damit den Profit aus Werbung auf Dauer wird halten bzw. ausbauen können. Weibo hat für 2013 einen Zuwachs der Werbeeinnahmen um 163 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 56 Millionen US-Dollar vermeldet.

Hauptverwaltung der Alibaba Group in Hangzhou

Ein wichtiges Wachstumsfeld im chinesischen Internet ist der Onlinehandel, und das Unternehmen Alibaba hat im letzten Jahr 18 Prozent von Sina-Weibo übernommen, was dessen Nutzern den Einkauf auf den betreffenden Handelsplattformen enorm erleichtert. Die chinesische Zentralbank hat nun, wie sie sagt, „vorläufig“ die Pläne von Alibaba, gemeinsam mit dem Internetunternehmen Tencent den Internethandel mit so genannten „virtuellen Kreditkarten“ einfacher zu gestalten, gestoppt, was die chinesische Börse am Freitag, dem 14. März, mit einem allgemeinen Kursrückgang beantwortete. Ungeachtet dessen wurde am Sonntag, den 16. März bekannt, das die Alibaba Group alle für ihren Börsengang in New York nötigen Formalitäten geregelt hätte, nachdem man vorher auch mit den Börsen in Hong Kong und London in Verhandlungen stand. Ein Datum für den Börsengang, der von Morgan Stanley und Credit Suisse vorbereitet werden soll ist noch nicht bekannt, ebenso wie es nur Spekulationen über den Börsenwert gibt. Die Summe von 15 Millionen US-Dollar, die in diesem Zusammenhang genannt wird, ist dabei nur unwesentlich kleiner als die 16 Millionen, die für Facebook erzielt wurden. Aber anders als Facebook ist die Alibaba Group bereits in der Gewinnzone mit einem Mix aus Angeboten, der sowohl Plattformen, die an Amazon, wie auch Ebay erinnern, umfasst. Hinzu kommt der Bezahldienst Alipay und seit neuestem eine Taxibuchungsapp für das Smartphone mit Namen „Kuaidi Dache“.

Besonders das Taxibuchungssystem hat in letzter Zeit für Aufsehen in China gesorgt, denn die chinesische Internetfirma Tencent bietet eine ähnliche App an und beide kämpfen im Augenblick mit großen Rabatten, die sie Nutzern für jede über das jeweilige System gebuchte Fahrt bieten und Prämien für die Fahrer in großen Städten wie Shanghai oder Peking um den Markt. Das Taxibuchungssystem ist aber nicht nur wegen der Rabatte umstritten, die sich nicht auf Dauer werden etablieren können, sondern auch weil man in China traditionell keine Taxistände findet und Taxis so zahlreich auf allen Straßen verkehren, dass man sie einfach heranwinkt, wenn man eines benötigt. Taxifahrer neigen nun aber dazu, den Fahrgästen mit der Taxiapp den Vorzug zu geben, da diese für sie lukrativer sind, was Menschen ohne diese App benachteiligt. Die Städte versuchen nun wieder einen gleichberechtigten Zugang zu Taxis zu ermöglichen, indem sie Strafen für das Ignorieren von potentiellen Fahrgästen am Straßenrand, das zeitweilige Verbot der Nutzung der Taxiapps zu Hauptverkehrszeiten oder auch Taxistände einrichten. Ob die Taxiapp damit wirklich eine Revolution im öffentlichen Personenverkehr für China bedeutet oder nur ein für die Unternehmen kostspieliges und für die Nutzer kurzlebiges Experiment ist, ist zur Zeit noch völlig offen.

Über den Börsenwert von Sina-Weibo und die Zahl der auszugebenden Aktien gab es ebenfalls große Spekulationen. Demnach sollte das Unternehmen mit 8 Milliarden US-Dollar bewertet werden, was es deutlich über seiner Konzernmutter Sina platzieren würde, die mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Es wurde jetzt bekannt gegeben, dass man unter der Leitung der Investmentbank Goldman Sachs und der Großbank Credit Suisse 500 Millionen US-Dollar mit dem Börsengang erzielen wolle. Diese Zahl diene alleine dazu, die Gebühren für den Börsengang zu berechnen, wurde dabei betont. Die Unsicherheit der künftigen Geschäftsentwicklung und die damit verbundene Schwankung im Wert des Unternehmens wurde dabei von Sina bei der Ankündigung des Börsenganges deutlich betont.

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April 21, 2013

Tschechen: „Wir sind keine Tschetschenen!“

Tschechen: „Wir sind keine Tschetschenen!“

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Veröffentlicht: 22:42, 22. Apr. 2013 (CEST)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Prag (Tschechien), 21.04.2013 – Kommentare in sozialen Netzwerken im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Boston-Marathon haben den tschechischen Botschafter in den Vereinigten Staaten dazu veranlasst, sich mit einer ungewöhnlichen Erklärung an die Öffentlichkeit zu wenden. Einer Erklärung auf der Website der Botschaft, in der Botschafter Petr Gandalovič sein Entsetzen über die Tat zum Ausdruck brachte, fügte er nun hinzu: „Da nun nähere Informationen über die Herkunft der mutmaßlichen Täter ans Tageslicht gelangen, bin ich besorgt darüber, dass in dieser Beziehung in den sozialen Netzwerken ein höchst unglückliches Missverständnis festzustellen ist. Die Tschechische Republik und Tschetschenien sind zwei völlig unterschiedliche Subjekte.“

Nachdem die Namen von Dschochar und Tamerlan Zarnajew und Informationen über ihre Herkunft in den Medien verbreitet wurden, häuften sich in sozialen Netzen wie Twitter und Facebook Kommentare, in denen die beiden mehr als 3000 Kilometer voneinander entfernten Gebiete miteinander verwechselt wurden. „Beide Kerle des Bombenanschlags sind aus der Tschechischen Republik“, schrieb eine geographisch überforderte Benutzerin in Twitter und löste so heftige Reaktionen aus. „Was hat Amerika der Tschechischen Republik je angetan? Und wo überhaupt ist diese Tschechische Republik?“, fügte eine andere Nutzerin hinzu. „Mein Vater versendet Emails, damit niemand in die Tschechoslowakei fährt“, meldete sich ein anderer Nutzer und „Zum Teufel mit der Tschechischen Republik. Ich hoffe, dass wir die irgendwann bombardieren“, schimpfte ein weiterer.

Der tschechische Botschafter wies auf die Erklärung von Präsident Miloš Zeman hin, nach der die Tschechische Republik ein aktiver und verlässlicher Partner der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den Terrorismus sei und dass es keine Zweifel an der Entschlossenheit seines Landes gebe, dabei an der Seite seiner Verbündeten zu stehen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Tschechien
  • Portal:Vereinigte Staaten

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December 31, 2012

Google blockiert Twitpic.com

Google blockiert Twitpic.com – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Google blockiert Twitpic.com

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Veröffentlicht: 19:11, 1. Jan. 2013 (CET)
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Twitter bird logo 2012.svg

Sydney (Australien), 31.12.2012 – Google hat am späten Sonntagabend Twitpic.com als potentiell Malware verbreitende Website gesperrt. Nutzer des Browsers Google Chrome und aktivierter Safe Browsing API waren somit nicht mehr in der Lage, sich in das soziale Netzwerk Twitter und dessen Bildhosters Twitpic einzuloggen. Außerdem wurden die entsprechenden Seiten bei den Suchmaschinenergebnissen nicht mehr angezeigt. „Inhalt von Twitpic.com, einem bekannten Verbreiter von Malware, wurde in diese Webseite eingefügt. Der jetzige Besuch dieser Seite wird ihren Computer sehr wahrscheinlich mit Malware infizieren“, wurde den Benutzern angezeigt.

Am Silvestermorgen mitteleuropäischer Zeit war die Blockade aufgehoben.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist unbekannt, ob die Website von Twitpic.com eine tatsächliche Bedrohung darstellte oder ob bei Google eine Fehlfunktion der Malware-Erkennungsroutinen vorgelegen hat. Twitpic gab an, seine Website auf das Vorhandensein von Malware überprüft zu haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Computer

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November 1, 2012

Neuseeland: Kim Schmitz will Anfang 2013 den Nachfolger von Megaupload starten

Neuseeland: Kim Schmitz will Anfang 2013 den Nachfolger von Megaupload starten

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Veröffentlicht: 10:53, 2. Nov. 2012 (CET)
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Kim Schmitz (1996)

Wellington (Neuseeland), 01.11.2012 – Im Januar diesen Jahres wurde Kim Schmitz alias „Kim Dotcom“ in seiner Wahlheimat Neuseeland festgenommen. Vermögenswerte die er mit seiner Internetseite Megaupload angehäuft hatte waren beschlagnahmt worden. Die Vereinigten Staaten begehren seine Auslieferung, er ist auf Kaution auf freiem Fuß. Jetzt kündigt er seinen Neustart für den 20. Januar 2013 mit dem Internetportal „Mega“ an.

140 Millionen Euro soll er mit dem Dienst Megaupload illegal verdient haben. In den Vereinigten Staaten drohen ihm wegen Urheberrechtsverletzungen bis zu 20 Jahre Haft. Bei Megaupload konnten die Nutzer Dateien ins Internet hochladen und mit anderen Nutzern teilen, was grundsätzlich nicht strafbar ist. Der Dienst wurde jedoch massiv dafür genutzt urheberrechtlich geschützte Filme, Musik und Programme unter Umgehung der Rechte der Urheber zur Verfügung zu stellen. Dafür machen die Vereinigten Staaten Kim Schmitz verantwortlich.

Für seine neue Seite sucht Schmitz Investoren, um den Dienst kostenlos anbieten zu können. Weiter sucht er Server, mindestens 60 sollen es sein. Auf diese Server sollen die Daten von den Nutzern verschlüsselt hochgeladen werden. Betreiber dieser Server will er über seine Seite „Mega“ derzeit finden. Da das Verschlüsseln schon vor dem Hochladen erfolgen soll, rechnet er sich aus, dass er als Betreiber nicht mehr für die Inhalte, die über die Seite verteilt werden, verantwortlich gemacht werden kann. Der einzelne Nutzer trüge dann die Verantwortung.

Bereits in den 90-iger Jahren trat Schmitz als Weiterverbreiter von Software-Schwarzkopien in Erscheinung. Später will er über einen Bekannten von Schwachstellen im GSM-Netz erfahren haben, für sein Schweigen darüber erhielt er einen Beratervertrag bei DeTeMobil. 2001 und 2002 wurden Schmitz Insidergeschäfte von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, in Folge wurde er deshalb zu Freiheitsstrafen verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Themenverwandte Artikel

  • Urteil zur Musik-Tauschbörse „KaZaA“: Betreiber tragen Mitschuld an Copyright-Verletzungen (05.09.2005)

Quellen

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February 29, 2012

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

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Veröffentlicht: 17:06, 29. Feb. 2012 (CET)
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Generalsekretariat von Interpol in Lyon

Lyon (Frankreich), 29.02.2012 – Bei einer durch Interpol koordinierten Großrazzia in den Ländern Spanien, Chile, Argentinien und Kolumbien wurden 25 mutmaßliche Hacker des Anonymous Netzwerks im Alter von 17 bis 40 Jahren festgenommen. 250 Computer, Handys und andere Geräte fielen den Ermittlern bei den Durchsuchungen in die Hände. Kreditkarten und Bargeld wurde beschlagnahmt.

Guy-Fawkes-Masken – Symbol des Anonymous-Netzwerks

Die Durchsuchungen erfolgten in 15 Städten. Vier der Festnahmen erfolgten in Spanien, zehn in Argentinien, sechs in Chile und fünf in Kolumbien. Den Personen wird vorgeworfen, die Internetseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, eines Stromunternehmens und der Nationalbibliothek in Chile angegriffen zu haben. Den in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Hackern wird vorgeworfen, im Internet private Daten von Leibwächtern des spanischen Regierungschefs und von Mitarbeitern der Polizei veröffentlicht zu haben. Des Weiteren sollen Internetseiten blockiert und geändert worden sein.

Ein Interpol-Sprecher zu der unter dem Codenamen „Unmask“ gelaufenen Aktion: „Diese Operation zeigt, dass Verbrechen in der virtuellen Welt reale Auswirkungen auf die Verantwortlichen haben.“ Das Internet könne nicht als rechtsfreier Raum für Kriminelle gesehen werden. Eine der in Spanien festgenommenen Personen trat unter dem Pseudonymen „Thunder“ und „Pacotron“ im Internet auf. Ihr wird eine Führungsrolle in Spanien und Lateinamerika zugeschrieben. Sie habe Zugriff auf Hardware in Tschechien und Bulgarien gehabt.

Das Anonymous-Netzwerk startete nach der Polizeiaktion einen Cyberangriff auf die Internetseite von Interpol. Aufgerufen wurde dazu über Twitter. Um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit wurde gemeldet: „interpol.int TANGO DOWN“, ein militärischer Code für die Ausschaltung eines Ziels. Der Angriff auf die Seite war erwartet worden. Durch die Masse der an die Seite gerichteten Anfragen gelang es trotzdem nicht, die Seite in Funktion zu halten. Es dürfte sich um einen Denial of Service-Angriff (DoS-Angriff) gehandelt haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Internet
  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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January 18, 2012

Wikipedia ist aus Protest 24 Stunden nicht erreichbar

Wikipedia ist aus Protest 24 Stunden nicht erreichbar

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Veröffentlicht: 14:31, 18. Jan. 2012 (CET)
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New York (Vereinigte Staaten), 18.01.2012 – Aus Protest gegen die Gesetzesinitiativen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) ist die englischsprachige Wikipedia für einen Tag vom Netz gegangen. Die Gesetze sehen weitreichende Netzsperren vor, man will so gegen Raubkopien vorgehen. Andere Onlinedienste schlossen sich der Aktion an.

Wikipedia Blackout Screen

Beim Aufruf der Seite erscheint eine dunkle Seite und die Worte: „Stellen Sie sich eine Welt ohne freies Wissen vor“. Die Wikimedia-Stiftung erklärte in San Francisco: „Das geplante Gesetz werde dem freien und offenen Internet Schaden zufügen.“

Die Gesetze würden es dem US-Justizministerium und Urheberrechtsinhabern erlauben, gerichtliche Verfügungen gegen die Betreiber von Internetseiten zu beantragen, die einen Verstoß gegen das US-amerikanische Urheberrecht darstellen. Das Anzeigen solcher Seiten in Suchmaschinen könnte blockiert werden. Herunterladen von geschützten Inhalten wäre dann eine schwere Straftat.

Kritiker befürchten eine Bevormundung der Internetnutzer und eine Zensur im Netz. In Deutschland war ein Gesetz geplant, das ebenfalls Internetsperren vorsah, die Regierung wollte so gegen Kinderpornografie vorgehen. Massive Proteste verhinderten den Erlass der Regelungen.

Nach Sebastian Nerz, dem Vorsitzenden der Piratenpartei, sind die Maßnahmen in den USA mit der Netzzensur in China zu vergleichen. Die Homepage der Grünen bleibt heute schwarz. So will man die Solidarität mit den Protesten gegen die geplanten Gesetze zeigen: „Man wehrt sich gegen eine Politik, die unverhältnismäßig die Grundrechte einschränkt und eine Gefahr für den Informations- und Wissensaustausch bedeutet.“ Bei Wikipedia hatten sich 1.800 freiwillige Mitarbeiter nach einer Onlinediskussion zu dem Schritt entschlossen. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales warnte vor neuen Zensurmöglichkeiten in den Vereinigten Staaten. Auch von Google, Twitter, Facebook und Yahoo kamen Proteste zu den Gesetzesvorhaben.

WikiMedia Proejkts1.jpg

In diesem Artikel wird die Wikimedia Foundation oder eines ihrer Projekte erwähnt.
Auch Wikinews ist ein Projekt der Wikimedia Foundation.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Internet

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December 26, 2011

Anonymous hackt sich bei US-Sicherheitsunternehmen ein und bucht 1 Million Dollar für gemeinnützige Zwecke ab

Anonymous hackt sich bei US-Sicherheitsunternehmen ein und bucht 1 Million Dollar für gemeinnützige Zwecke ab

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Veröffentlicht: 13:01, 26. Dez. 2011 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 26.12.2011 – Anonymous suchte das US-Institut Stratfor an Weihnachten heim. Nach Angaben der Hacker wurden Zugangsdaten für 90.000 Kreditkarten entwendet. Über Twitter wurde ein Internet-Link veröffentlicht, über den man Einsicht in die sonst geheimgehaltenen Kundendaten von Stratfor nehmen konnte.

Anonymous hat mit den Kreditkartendaten 1 Million Dollar an wohltätige Organisationen überwiesen. Unfreiwillig wurden Stratfor-Kunden so zu Spendern. Kunden von Stratfor sollen sein: das US-Verteidigungsministerium, die US-Armee, die US-Luftwaffe und Technologiekonzerne wie Apple und Microsoft. Zum Beispiel gab es eine Spende von 180 Dollar vom Heimatschutz-Ministerium an das Rote Kreuz in den USA.

Homepage des US-Instituts Stratfor nach dem Hackerangriff

4.000 Kreditkartennummern sollen von Angestellten der betroffenen Kunden von Stratfor stammen. Über die YouTube-Seite sind Berichte des Instituts noch abrufbar; die offizielle Homepage arbeitet nicht mehr.

Strategic Forecasting, Inc – bekannt als STRATFOR – ist ein 1996 gegründetes, privatwirtschaftlich betriebenes Unternehmen, das Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik anbietet. Meist sind die außenpolitischen Spielräume der Vereinigten Staaten im Fokus der Untersuchungen. Für Projektionen und Szenarien werden aber auch die internationalen Ausgangslagen und Interessen berücksichtigt und analysiert. Das US-Magazin Barrons bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“.

Anonymous bekundete, dass die Daten leicht zugänglich gewesen seien und nicht verschlüsselt waren. „Gar nicht mehr so privat und sicher?“ schrieben die Hacker und kündigten weitere Aktionen an. Unternehmenschef George Friedman teilte mit, dass man mit den zuständigen Behörden zusammenarbeitet, um die Verantwortlichen zu überführen.

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January 29, 2011

Ägypten: Massiver Polizeieinsatz und Internetzensur gegen Demokratiebewegung

Ägypten: Massiver Polizeieinsatz und Internetzensur gegen Demokratiebewegung

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Veröffentlicht: 12:29, 29. Jan. 2011 (CET)
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Ihn wollen die Demonstranten stürzen: Präsident Mubarak (bei einem Besuch in Rom, 2009)

Kairo (Ägypten), 29.01.2011 – Die ägyptische Regierung setzte am gestrigen Freitag ein massives Polizeiaufgebot gegen Demonstranten ein, die sich zu Tausenden nach dem traditionellen Freitagsgebet auf den Straßen und Plätzen Kairos und anderer Städte versammelten, um ihren Forderungen nach grundlegenden Reformen sowie der Aufhebung des seit Jahren geltenden Ausnahmezustands Nachdruck zu verleihen. In Sprechchören verlangten sie: „Nieder, nieder mit Mubarak“ und „Das Volk will den Sturz des Regimes“. Nach einem Bericht von Al Jazeera wurden im Laufe des Freitags mindestens 870 Personen verletzt, einige von ihnen sollen sich mit Verletzungen durch Gummigeschosse in kritischem Zustand befinden.

Die ägyptische Nachrichtenagentur MENA berichtete, über eine Million Menschen seien dem Aufruf zur Demonstration gefolgt, die unter dem Motto „Tag des Zorns“ stand. Die Proteste richten sich insbesondere gegen den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, über 100.000 Menschen forderten seinen Rücktritt. Soziale Probleme und politische Fragen, an denen sich in Ägypten die Proteste entzündeten, sind insbesondere Arbeitslosigkeit, Inflation und Korruption. Am Abend verhängte die ägyptische Regierung eine Ausgangssperre über das ganze Land; das Militär wurde mobilisiert um die Ausgangssperre zu überwachen. Trotz Ausgangssperre gingen die Proteste jedoch auch am Abend weiter. Nach Medienberichten kreisten Militärhubschrauber über der Stadt, gepanzerte Fahrzeuge sollen in Kairo und Sues aufgefahren sein.

Tausende Demonstranten versuchten das Außenministerium und die Zentrale des staatlichen Fernsehens zu stürmen. Das wurde jedoch von Sicherheitskräften verhindert. Die arabische Nachrichtenagentur Al Jazeera berichtete über zerberstende Tanks brennender Polizeifahrzeuge. Der Sender selbst wurde am Nachmittag von Sicherheitskräften gestürmt und die Ausstrahlung des englischsprachigen Programms unterbunden. Die Arbeit ausländischer Journalisten wird massiv behindert. Das berichteten Fernsehjournalisten des US-Senders CNN. Nach Berichten des französischen Außenministeriums sollen einige französische Journalisten kurzfristig in Haft genommen worden sein. Ein Reporter der BBC wurde geschlagen und seine Kamera konfisziert. Der blutüberströmte Mann berichtete am Nachmittag über den Zwischenfall live im Nachrichtensender BBC World Service.

Die Onlineausgabe des Schweizer Tagesanzeigers (tagesanzeiger.ch) berichtete von einer Szene, wonach Dutzende Polizisten von knüppelschwingenden Demonstranten gejagt wurden. Einige Polizisten sollen sich ihrer Uniformen entledigt und ihre Abzeichen abgelegt haben, um sich den Demonstranten anzuschließen.

„Mubarak schaltet das Internet ab. Ägypten schaltet Mubarak aus.“ So sieht Karikaturist Carlos Latuff die Abschaltung des Internets.

Bereits am Freitagvormittag gab es Dutzende Festnahmen durch die Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein. Außerdem wurden zur Warnung Schüsse in die Luft abgegeben. Heise online berichtet, fast der gesamte ägyptische Teil des Internets sei kurz nach Mitternacht offline gegangen. Die Dienste sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie SMS- und Blackberry-Dienste, über die Demonstranten versuchten, sich zu organisieren, waren nicht mehr erreichbar. Wie der Mobilfunkprovider Vodafone mitteilte, wurden alle Mobilfunk-Betreiber in Ägypten angewiesen, den Betrieb in bestimmten Regionen einzustellen, berichtete der auf Informations- und Telekommunikationstechnik spezialisierte Informationsdienst heise online. Nach Einschätzung von heise online handelt es sich bei dieser Internetsperrung um den ersten Fall, dass ein ganzes Land vorsätzlich offline gegangen sei.

Es sind die heftigsten Proteste gegen die Regierung Husni Mubaraks seit dessen Amtsantritt im Jahr 1981. Wie aus „ägyptischen Sicherheitskreisen“ verlautete, hat die Polizei den Befehl erhalten, „jede Demonstration zu verhindern und notfalls auch direkt auf mögliche Demonstranten zu schießen“, berichtet die Onlineausgabe der Zeitschrift Stern. In den letzten Tagen, die durch Massenproteste gegen die Regierung des Landes geprägt waren, sollen bereits über 1.000 Demonstranten von der Polizei festgenommen worden sein.

Steht auf der Seite der Demonstranten: Friedensnobelpreisträger Mohammed el-Baradei (2007 beim Weltwirtschaftsforum in Davos)

Politische Beobachter gehen davon aus, dass die Bewegung der politischen Opposition in Ägypten durch die Ankunft des Friedensnobelpreisträgers Mohammed el-Baradei am Donnerstag in Kairo deutlich an Kraft gewonnen hat. El-Baradei hatte Staatspräsident Mubarak zum Rücktritt aufgefordert. Laut Pressemeldungen wurde el-Baradei am Freitag von Polizeikräften festgesetzt. Das arabische Nachrichtenportal Al Jazeera berichtete, el-Baradei sei am Verlassen einer Moschee gehindert worden. Später wurde bekannt, el-Baradei sei unter Hausarrest gestellt worden. Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident der Internationalen Atomenergie-Organisation hatte gestern angekündigt, er wolle an der gegen die Regierung gerichteten Demonstration teilnehmen. Inspiriert wurden die Proteste in Ägypten durch die erfolgreichen Massenaktionen in Tunesien, die den Präsidenten des Landes schließlich zur Flucht veranlassten. Beide Staaten haben ähnliche Probleme wie teure Lebensmittel, hohe Arbeitslosigkeit und Vorwürfe der Öffentlichkeit an die Regierung wegen Korruption in der Verwaltung, doch ist die ägyptische Armee in einer wesentlich stärkeren Position. Seit dem Staatsstreich Nassers im Jahr 1952 kamen alle ägyptischen Präsidenten – nach Gamal Abdel Nasser nur Anwar Sadat und Hosni Mubarak – aus dem Militär.

Mitglieder der oppositionellen Moslembruderschaft, die ebenfalls zu den Protesten aufgerufen hatte, wurden am Donnerstag inhaftiert, berichtet Reuters.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurde in Kairo am frühen Freitagabend der Sitz der Regierungspartei NDP in Brand gesetzt. Ebenso brannte laut Süddeutscher Zeitung der Gouverneurssitz in Alexandria. Wie die BBC berichtete, wurde eine Ausgangssperre verhängt, doch Fernsehaufnahmen zeigten, dass sich große Menschenmengen auf den Straßen befanden. Khaled Ezzelarab, der Korrespondent von BBC Arabic berichtete, dass Demonstranten den staatlichen Rundfunksender und das Außenministerium in Kairo belagern. Offenbar wollten sie in die Sendegebäude gelangen. Bewaffnete sollen die Straße nach Rafah im Gazastreifen unter ihre Kontrolle gebracht und Polizeibeamte als Geiseln genommen haben.

Bereits die Demonstrationen am Donnerstag (27. Januar) waren durch gewalttätige Zusammenstöße zwischen der Polizei und regierungskritischen Demonstranten gekennzeichnet gewesen. Nach Auskunft medizinischen Personals sollen dabei mindestens 55 Demonstranten und 15 Polizisten verletzt worden sein. Auch in der zweitgrößten Stadt Ägyptens, Alexandria, sei es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dutzende Demonstranten seien festgenommen worden. Zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es nach Medienberichten auch in Mansura und Assuan sowie in al-Arish auf der Sinai-Halbinsel.

Das US-Außenministerium ging auf vorsichtige Distanz zur Regierung Mubarak, die ein enger Verbündeter der USA im Nahen Osten ist. US-Außenministerin Hilary Clinton sagte: „Wir glauben, dass die ägyptische Regierung sofort mit dem ägyptischen Volk über die Verwirklichung ökonomischer, politischer und sozialer Reformen sprechen muss.“ Der Pressesprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, hat in einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass US-Präsident Barack Obama bislang nicht mit Mubarak gesprochen hat.

Präsident Mubarak wandte sich in der Nacht zum Samstag (29.Januar) in einer Fernsehansprache an das ägyptische Volk. Er sagte, die jüngsten Proteste wären nicht möglich gewesen, wenn in dem Land keine Bürgerrechte und freie Medien eingeführt worden wären, doch sei die Linie zwischen Freiheit und Chaos sehr dünn. „Wir werden unsere politischen, ökonomischen und sozialen Reformen für eine freie und demokratische ägyptische Gesellschaft fortsetzen“, sagte der Präsident. Er habe die Regierung zum Rücktritt aufgefordert und werde eine neue Regierung einsetzen. Einen eigenen Rücktritt kündigte Mubarak nicht an. Wenige Minuten nach der Rede versammelten sich in Kairo erneut Menschen um den Rücktritt Mubaraks zu fordern.

Die Märkte haben auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten mit Kursrückgängen reagiert. Der Dow Jones Index fiel um 166 Punkte oder 1,4 Prozent und schloss bei 11.823 Punkten. Der Nasdaq-Index fiel um 2,5 Prozent und schloss bei 2.686 Punkten. Gestiegen sind hingegen die Preise für Gold und Silber. Gold verteuerte sich um 22,30 US-Dollar und kostete gestern 1.340,70 US-Dollar pro Unze, der Silberpreis steigerte sich um 3,3 Prozent auf 27,919 US-Dollar pro Unze. Auch der Preis für Rohöl stieg an und erreicht nun für Kontraktlieferungen im Februar 89,34 US-Dollar. Gestiegen sind auch die Warenterminkurse für Erdgas, Kupfer und Platin; gefallen sind hingegen die Kurse für Weizen, Mais und Sojabohnen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Originäre Berichterstattung
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January 8, 2011

US-Gericht fordert Twitter zur Herausgabe von personenbezogenen Daten über WikiLeaks-Kontaktpersonen auf

US-Gericht fordert Twitter zur Herausgabe von personenbezogenen Daten über WikiLeaks-Kontaktpersonen auf

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Veröffentlicht: 04:05, 9. Jan. 2011 (CET)
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Alexandria (Virginia) (Vereinigte Staaten), 08.01.2011 – Ein Bezirksgericht in Virginia hat das Netzwerk Twitter aufgefordert, innerhalb von drei Tagen personenbezogene Daten über alle Twitter-Accounts herauszugeben, die mit der Internetplattform Wikileaks in Verbindung stehen.

Rop Gonggrijp, ein holländischer Hacker und Mitarbeiter von WikiLeaks, veröffentlichte am 8. Januar auf seiner Internetseite ein Schreiben der Twitter-Rechtsabteilung, in dem er darüber informiert wird, dass Twitter von einem US-Gericht zur Herausgabe von Daten über seinen Account aufgefordert wurde. Twitter rät ihm Rechtsmittel dagegen einzulegen. Andernfalls sei Twitter gezwungen, die Daten herauszugeben.

Gonggrijp drückt in einem Kommentar zu dem Schreiben seine Verwunderung darüber aus, warum das US-Justizministerium diesen Weg gewählt hat, obwohl ihm doch sicher effektivere Wege zur Verfügung stünden, an diese Informationen heranzukommen.

Im Einzelnen verlangt das US-Gericht im Zusammenhang mit Ermittlungen im Rahmen der Strafverfolgung die Herausgabe der folgenden Daten:

  • Klarnamen der Benutzer
  • Private und geschäftliche Adressen der Benutzer, einschließlich E-Mail
  • alle bei Twitter veröffentlichten Beiträge
  • Beginn und Dauer der Verbindungen zu Twitter
  • Einzelheiten zu den Zahlungsmodalitäten, die in diesem Rahmen genutzt wurden (Kreditkarten- und Bankverbindungsdaten)
  • sowie IP-Adressen und sonstige Verbindungsdaten

Außer Gonggrijp haben auch weitere Twitter-Benutzer solche Schreiben erhalten, darunter die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jónsdóttir, die sich dafür einsetzt, Island zu einem Ort der Meinungs- und Informationsfreiheit zu machen. Jónsdóttir hatte bei Twitter mit anderen Benutzern darüber diskutiert, ob Island dem WikiLeaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl gewähren sollte. Weitere Twitter-Benutzer, für deren Daten sich die US-Justiz interessiert sind der US-Programmierer Jacob Appelbaum und der Amerikaner Bradley Manning, der zurzeit in einem US-Gefängnis sitzt, weil er im Verdacht steht, geheime Unterlagen an WikiLeaks weitergegeben zu haben.

Auf ein interessantes Detail des Verfahrens geht Spiegel Online in diesem Zusammenhang ein. Im letzten Satz der Anordnung (Subpoena), die Twitter bereits am 14. Dezember 2010[1] zugestellt wurde, heißt es: „Twitter darf die Existenz dieser Entscheidung oder dieser Untersuchung nicht gegenüber den genannten Nutzern oder irgendeiner anderen Person enthüllen, solange dies nicht vom Gericht erlaubt wird.“ Offenbar gelang es Twitter, gegen diese Maßgabe vor Gericht erfolgreich vorzugehen. Dazu liegt eine Entscheidung des Bundesgerichts vom 5. Januar des Jahres [2] vor.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Subpoena, zugestellt durch das US-Department of Justice (PDF-Dokument)
  2. Entscheidung des Bundesgerichts laut salon.com (PDF-Dokument)

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December 12, 2010

Cyberwar um Wikileaks geht weiter

Cyberwar um Wikileaks geht weiter – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Cyberwar um Wikileaks geht weiter

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Veröffentlicht: 21:35, 12. Dez. 2010 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 12.12.2010 – Nachdem in den vergangenen Tagen Hacker die Websites der Schweizer Postfinance und von Mastercard lahmgelegt hatten, führte die sich als „Anonymous“ bezeichnende Hackergruppe am Donnerstag auch Denial-of-Service-Attacken auf Visa sowie die Staatsanwaltschaft in Stockholm und den Anwalt der beiden schwedischen Frauen aus, die Julian Assange, dem Gründer von Wikileaks sexuelle Nötigung vorwerfen. Nachdem es den Hackern gelungen war, die Website von Mastercard zum Absturz zu bringen, hatten sie ihre Aktion gegen Visa angekündigt. Diese war am Mittwoch, dem 8. Dezember und am frühen Donnerstagmorgen nicht erreichbar. Solche DoS-Attacken sind in den meisten Staaten rechtswidrig. In den Niederlanden wurde inzwischen ein 16-Jähriger, der sich an den Attacken beteiligte, verhaftet. Der Teenager soll nach Polizeiangaben die Tat gestanden haben.

Pikant ist die Blockierung von Spendenzahlungen an den Datendienstleister Datacell, der für Wikileaks gespendetes Geld weiterleitet, durch die Finanzdienstleister Mastercard und Visa wegen der in Twitter verbreiteten Ankündung, Wikileaks werde in Kürze US-Botschaftsdokumente veröffentlichen, aus denen hervorgehe, wie die amerikanische Botschaft Anfang 2009 zugunsten dieser beiden Kreditkartenorganisationen gegen ein geplantes russisches Finanzmarktgesetz interveniert haben soll. In dem Schreiben heiße es, die Obama-Administration solle die russische Regierung dazu bringen, „den Text des Entwurfs zu ändern, um sicherzustellen, dass US-Finanzdienstleister nicht darunter leiden“. Datacell, ein schweizerisch-isländisches Unternehmen, hat inzwischen eine Klage gegen Visa und Mastercard angekündigt.

Ein Aktivist von „Anonymous“, der unter dem Namen Coldblood auftrat, jedoch nicht offiziell für die Hackergruppe sprach, sagte gegenüber der British Broadcasting Corporation (BBC), „wir meinen, dass es bei Wikileaks um mehr geht, als um das Veröffentlichen von Dokumenten, es wurde zu einem Kriegsschauplatz, zwischen dem Volk und der Regierung“. „Anonymous“ war 2008 durch Aktionen gegen Scientology erstmals aufgefallen. Die Hacker organisieren sich über Twitter und Facebook. Twitter hat den Account der Gruppe in der Nacht zum 9. Dezember ohne Angabe von Gründen geschlossen. Die BBC will herausgefunden haben, dass die letzte veröffentlichte Mitteilung ein Link zu einer Liste mit Mastercard-Kundendaten gewesen sei. Diese Liste hat sich Medienangaben zufolge inzwischen als gefälscht erwiesen.

Der Informationstechnologieexperte Paul Mutton vom Sicherheitsunternehmen Netcraft sagte, dass die Attacke gegen Visa etwa fünfmal soviele Teilnehmer erfordert habe, um die Website zum Stillstand zu bringen. Mastercard hat inzwischen bestätigt, dass Mastercards SecureCode, ein System, das zur sicheren Übermittlung von Transaktionsdaten verwendet wird, zeitweise gestört war. Zahlreiche Mastercard-Kunden hatten Probleme, ihre Kreditkarten einzusetzen, auch Onlinezahlungen waren zeitweise betroffen. Nach Mastercard-Angaben waren jedoch zu keiner Zeit Kundendaten gefährdet.

Ebenfalls ein Ziel der Aktivisten war das Unternehmen Paypal, das den bargeldlosen Zahlungsverkehr im Internet anbietet. Paypal hatte den Account von Wikileaks Ende der vergangenen Woche gesperrt. Osama Bedier von Paypal begründete den Schritt während der Konferenz Le Web in Paris mit dem Schreiben des US-Außenministeriums an Wikileaks vom 27. November, in dem die Aktivitäten der Whistleblower-Website in den Vereinigten Staaten für illegal beurteilt wurden. „Und als ein Ergebnis davon musste unsere Richtlinienabteilung über die Suspendierung deren Accounts entscheiden“, so Bedier.

Das US-Verteidigungsministerium wollte keine Angaben zu Berichten machen, nach denen es hinter DoS-Attacken auf Wikileaks stehe. Man wisse nicht, was die technischen Probleme bei Wikileaks verursacht habe, teilte ein Pressesprecher mit. Nach dem ein US-Provider die Internetadresse Wikileaks.org gesperrt hat, wird die Website von Wikileaks inzwischen unter mehr als tausend verschiedenen Adressen im Web gespiegelt.

Der Rechtsexperte der Bundestagsfraktion der Liberalen, Christian Ahrendt, kritisierte die Vereinigten Staaten wegen der „massiven Angriffe auf die Pressefreiheit“. Nach seinen Worten, die er gegenüber der Financial Times Deutschland äußerte, sei es „falsch, Wikileaks mundtot zu machen“. Auch der australische Außenminister Kevin Rudd griff die Vereinigten Staaten an. Das US-Außenministerium sei durch mangelhafte Geheimhaltungsmaßnahmen selbst für das Bekanntwerden der Botschaftsdepeschen verantwortlich.

Attackiert wurde auch die Website der US-Politikerin Sarah Palin. Diese hatte Assange als „anti-amerikanischen Agent, der Blut an den Händen hat“ bezeichnet und gefordert, ihn zu bekämpfen wie die Taliban. Zunehmend lebhafter wird inzwischen in den Vereinigten Staaten die Diskussion über ein rechtliches Vorgehen gegen Wikileaks und seine Informanten. Der Republikaner Mike Huckabee, der ehemalige Gouverneur von Arkansas, der sich bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2008 nicht gegen seinen Konkurrenten John McCain hat durchsetzen können, forderte, dass Informanten für Wikileaks hingerichtet werden sollen. Doch dürfte es recht schwierig sein, Wikileaks-Gründer Assange anklagen zu können.

Eine Anklage nach dem Anti-Spionage-Gesetz setzt eine Beteiligung des Australiers beim Diebstahl der Daten voraus. Die New York Times, die parallel zu Spiegel, The Guardian, Le Monde und El Pais an der Publikation der von Wikileaks veröffentlichten Dokumente beteiligt ist, stellte fest, dass es in der Geschichte der Vereinigten Staaten noch nicht zur Anklage und Verurteilung eines Journalisten gekommen ist, der ihm übergebenes, klassifiziertes Material veröffentlichte. Der unabhängige Senator Joseph Lieberman, auf dessen Initiative der Rauswurf der Wikileaks-Website von den Amazon-Servern zurückgehen soll, warf der angesehenen Zeitung deswegen einen „Akt schlechter Staatsbürgerschaft“ vor.

Für die Washington Post erscheint es zweifelhaft, dass es zu einer späteren Auslieferung Assanges an die Vereinigten Staaten komme, falls dieser aufgrund des internationalen Haftbefehls vom Vereinigten Königreich an Schweden ausgeliefert werde. Das schwedisch-amerikanische Auslieferungsabkommen sehe keine Auslieferung bei Straftaten mit politischem Hintergrund vor, außerdem sei es in Schweden einfach, politisches Asyl zu erlangen.

Der Anwalt von Julian Assange versicherte der Nachrichtenagentur Reuters, dass sein Mandant keine Anweisungen gegeben habe, Websites von Organisationen und Personen, die gegen ihn und Wikileaks Maßnahmen ergriffen haben, zu attackieren. „Natürlich ist es einfach zu glauben, dass es eine Verbindung zu Wikileaks gibt, aber wir können das nicht bestätigen“, zitierte die Nachrichtenagentur einen Juristen der schwedischen Justizbehörde. Dieser wies auch Vorwürfe zurück, die schwedische Staatsanwaltschaft beteilige sich an einer Intrige des US-Geheimdienstes zur Diskreditierung Assanges.

Der Australier stellte sich am 6. Dezember in London der Polizei, die ihn in Gewahrsam nahm, und wartet nun die Entscheidung ab, ob er an Schweden ausgeliefert wird. Die zuständige schwedische Staatsanwaltschaft hatte Assange über Interpol zur Fahndung ausschreiben lassen. Beim Haftprüfungstermin lehnte der Richter eine Freilassung auf Kaution ab. Nach einer Erklärung von Assanges Anwalt Mark Stephens liegt gegen Assange bisher keine Anklage vor, er solle lediglich zu einigen Vorwürfen vernommen werden. Dabei gehe es laut Stephens um einen „Streit über einvernehmlichen, aber ungeschützten Geschlechtsverkehr“. Den Angaben zweier Schwedinnen zufolge soll Assange mehrfach von ihnen ungeschützten Sex verlangt haben. Den Geschlechtsverkehr soll er außerdem erzwungen haben. Laut Medienberichten wären die beiden Schwedinnen mit geschütztem Sexualverkehr einverstanden gewesen.

„Anonymous“ hat inzwischen bekannt gegeben, die Attacken einzustellen. Man wolle sich jedoch an der Verbreitung von Botschaftsdepeschen beteiligen. Das geht aus einer Erklärung hervor, die in der Nacht zum 11. Dezember im Internet bekannt gemacht wurde.

Wikileaks hat nichts mit der Wikimedia Foundation zu tun, die unter anderem die Internet-Enzyklopädie Wikipedia betreibt und zu der auch Wikinews gehört.

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Quellen

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