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March 14, 2012

28 Tote bei einem Busunfall im Schweizer Kanton Wallis

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Veröffentlicht: 18:23, 14. Mär. 2012 (CET)
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Sierre, im Hintergrund der Gorwetschgrat und die Ausläufer des Pfynwaldes, rechts der Taleingang ins Val d’Anniviers (dt. Eifischtal)

Sierre (Schweiz), 14.03.2012 – Am Dienstagabend ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall in einem Autobahntunnel der A9 bei Siders (Sierre) im Kanton Wallis in der Schweiz. Ein belgischer Reisebus war gegen 21:15 Uhr in Fahrtrichtung Sitten (Sion) gegen die Tunnelwand geprallt und anschliessend frontal in eine Nothaltestelle gefahren.

28 Businsassen starben, darunter 22 Kinder, 24 weitere wurden verletzt. Im Reisebus befanden sich 52 Personen, die meisten von ihnen Schüler aus zwei Dörfern in Flandern. In Val d′Anniviers hatten die Reisenden ihre Wintersportferien verbracht und befanden sich auf der Rückreise nach Belgien. Die ganze Nacht waren mehr als 200 Rettungskräfte im Einsatz. Verletzte wurden mit Dutzenden von Krankenwagen und sieben Rettungshelikopter in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Unter den Toten sind auch die beiden Fahrer des 2002 gebauten Reisebus der Marke Van Hool sowie die vier erwachsenen Begleitpersonen der Reisegruppe.

Angehörige der Opfer sind auf dem Weg in die Unfallregion. Psychologen für ihre Betreuung stehen bereit. Doch auch viele der Retter bedürfen der psychologischen Hilfe. Sie seien, so Jean-Pierre Deslarzes, der medizinische Leiter der kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO), vor allem dadurch traumatisiert, dass die meisten der Opfer Kinder seien.

Der Walliser Grosse Rat und die Vereinigte Bundesversammlung eröffneten ihre Sitzungen mit einer Schweigeminute. «Wir haben mit grosser Bestürzung vom schweren Unglück des belgischen Reisebus im Wallis erfahren», erklärte Nationalratspräsident Hansjörg Walter, Staatsratspräsident Jacques Melly kondolierte den Angehörigen der Verletzten und den Hinterbliebenen der Toten. Durch die Tragödie werde das gesamte Volk des Wallis tief getroffen, sagte Melly. Seit einem Gletschersturz beim Bau des Staudammes von Mattmark in den 1960er Jahren hat im Wallis kein Unglück mehr so viele Menschenleben auf einmal gefordert.

Der belgische Ministerpräsident Elio Di Rupo sprach von „einem sehr traurigen Tag für Belgien“. Die belgische Regierung will 82 Angehörige in die Schweiz bringen lassen, zwei Militärflugzeuge sollen am frühen Nachmittag am Flughafen Genf eintreffen.

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar, doch scheidet eine Lenkzeitüberschreitung offenbar aus. Der belgische Staatssekretär Melchior Wathelet sagte der Nachrichtenagentur Belga: „Es scheint, dass also die Vorschriften über die Ruhe- und Fahrzeit eingehalten wurden“. Die beiden Fahrer seien am Tag vor dem Unglück in Val d′Anniviers eingetroffen. Wathelet zufolge ist es unwahrscheinlich, dass der Fahrzeuglenker übermüdet gewesen oder eingeschlafen sei. Das Fahrzeug sei mit den vorgeschriebenen Sicherheitsgurten ausgestattet gewesen.

Bild vom Tunneleingang

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