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August 21, 2016

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

Rio de Janeiro: Gourmetköche kochen mit Lebensmitteln aus dem olympischen Dorf kostenloses Essen für Arme

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Veröffentlicht: 19:33, 21. Aug. 2016 (CEST)
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Das Olympische Dorf in Rio

Rio de Janeiro (Brasilien), 21.08.2016 – Olympische Athleten nehmen viel mehr zu sich als nur Powerriegel und Proteindrinks. Für die Versorgung von 11.000 Sportlern bei den Sommerspielen in Rio wird ein fast 250 Tonnen schwerer Berg an Lebensmitteln verarbeitet.

Wie bei anderen großen Veranstaltungen stellt die Nahrungsmittelversorgung bei der Olympiade eine schwierige logistische Herausforderung dar. Um nahrhafte Mahlzeiten zuzubereiten muss gut abgeschätzt werden können, welche und wieviel Lebensmittel und Zutaten benötigt werden.

Zwangsläufig kann es zu Überschüssen kommen, sei es an zerdrücktem Obst und Gemüse oder übrig gebliebenen Paletten mit Kartoffeln und Reis.

Massimo Bottura (links) auf dem Congresso Italiano di Cucina D’autore 2010

Eine internationale Gruppe von Chefköchen und Anti-Hunger-Aktivisten, die sich selbst RefettoRio Gastromotiva nennt (refettorio ist italienisch und bedeutet „Speisesaal“), hat sich nun eingeschaltet, um olympisches Essen vor dem Verderben zu retten. Das Unternehmen, überschüssiges, für das olympische Dorf vorgesehene Essen in neue schmackvolle Mahlzeiten für Hungrige zu verwandeln, wird von zwei Chefköchen angeführt, dem Italiener Massimo Bottura und dem Brasilianer David Hertz. Ziel sei es „Menschen Essen und Würde zu geben, die sich in einer gefährdeten sozialen Lage befinden“.

In den letzten beiden Wochen servierten Chefköche von RefettoRio jede Nacht für 108 ausgesuchte Gäste Abendessen aus überschüssigen Zutaten, gespendet von der Catering-Firma, die das olympische Dorf verpflegt. Dabei handelt es sich nicht um Speisereste oder Tischabfälle.

„RefettoRio arbeitet nur mit Zutaten, die kurz davor sind in den Müll zu wandern… wie hässliches Obst und Gemüse, oder Joghurt, der kurz vorm Verfallsdatum steht,“ sagt Chefkoch Hertz.

Das Restaurant wurde im Stadtteil Lapa nahe des olympischen Dorfes eröffnet.

„Es wirkt überhaupt nicht wie ein normales Restaurant,“ sagt Alexandra Forbes, eine brasilianische Gastrokritikerin, die bei der Organisation von RefettoRio mithalf. „Die Gäste sind ganz anders. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von einem großen Chefkoch ein Drei-Gänge-Menü zubereitet bekommen, das auch noch so köstlich ist. Es ist ein besonderes Erlebnis.“ Ein Restaurantbesucher erzählte der New York Times, für ihn wäre es das beste Essen gewesen, dass er je in seinen 40 Lebensjahren bekommen hätte.

Obdachlose auf einer Straße in Rio

Örtliche Nachbarschaftsorganisationen, die die Unterpriviligierten versorgen, wählen die Restaurantgäste sorgfältig aus allen Gesellschaftsschichten Brasiliens aus. Zu ihnen können Obdachlose gehören, die ihr Essen aus Mülltonnen picken, Straßenkinder, die Abfall durchstöbern oder misshandelte Mütter.

„Sie sind es nicht gewohnt mit soviel Fürsorge und Respekt behandelt zu werden,“ sagt Forbes und fügt hinzu, dass „sie aus Dankbarkeit für das Essen manchmal klatschen und einen Freudentanz ausführen“.

Jeden Tag übernimmt ein anderer Koch die Chefrolle. „Zum Beispiel machte Chefkoch Massimo Bottura an einem Tag eine Pasta, eine Carbonara, die eigentlich mit Pancetta oder Speck zubereitet wird. Er hatte nur sehr wenig Speck und verwendete dann Bananenschalen, die vorher auf dem Grill geräuchert wurden und vermischte diese mit dem Speck. Sie waren genauso rauchig wie Speck und schmeckten köstlich.“

Gourmetessen aus einer ungewöhnlichen Zutatenliste zu erschaffen kann schon herausfordernd genug sein. Das wahre Ziel für das RefettoRio-Team aus Köchen, Bäckern und Kellnern, sagt Forbes, sei jedoch „Vorurteile abzubauen, Vorurteile gegen arme Menschen oder gegen Menschen, die Probleme haben.“

„Verprügelte Frauen oder Menschen, die mit Drogenmissbrauch kämpfen“, sagt sie, „sind Menschen wir wir, einfach zu zeigen, dass sie mit Respekt behandelt werden und eine klasse Mahlzeit serviert bekommen können, ist denke ich wichtig.“

Gleichzeitig möchte RefettoRio ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Mehr als 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel weltweit werden nie gegessen, weil sie nach der Ernte oder während des Transports verderben oder von Verkäufern und Verbrauchern weggeworfen werden. Bislang gehen nach UN-Zahlen fast 800 Millionen Menschen weltweit jede Nacht hungernd ins Bett.

„Veranstaltungen wie die Olympiade erzeugen besonders viel Abfall. Es müssen so viele Menschen versorgt werden, dass es schwer fällt den genauen Bedarf zu berechnen, Überschüsse lassen sich dabei nicht vermeiden. Bisher hat aber noch niemand richtig mit dem Finger auf dieses Problem gezeigt.“

Bis zu diesem Zeitpunkt.

Aufbauend auf dem bisherigen Erfolg plant RefettoRio Gastromotiva einen bezahlten Essensdienst einzuführen. Die Erlöse sollen helfen, die Kosten für das Angebot freier Abendmahlzeiten aufzufangen. Geplant sei auch, die Idee von RefettoRio in Montreal, Los Angeles und New York zu erproben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

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October 2, 2013

Der Winter kommt: Deutschlands Städte bieten mehr Hilfe für Obdachlose

Der Winter kommt: Deutschlands Städte bieten mehr Hilfe für Obdachlose

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Veröffentlicht: 14:46, 2. Oktober 2013 (CEST)
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Einkaufszentrum in der Bremer Innenstadt, Eingang zum Amtssitz des Umweltsenators

Berlin (Deutschland), 02.10.2013 – Der kommende Winter bringt wieder Probleme für Obdachlose. Zwar gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote für wohnungslose Menschen, doch sind die Berührungsängste dieser Menschen auch untereinander – z.B. aus Angst vor ansteckenden Krankheiten oder Gewalttätigkeiten – sehr groß. Daher bevorzugen manche Obdachlose den Platz unter freiem Himmel, in Parkanlagen oder unter Brücken gegenüber den oft wenig ansehnlichen Unterkünften für Wohnungslose. Bei Frost droht ihnen jedoch der Kältetod. Seit 1997 sind so in Berlin elf Menschen erforen, in Hamburg sieben.

Gebäude und Eingänge am Bahnhof Zoo in Berlin werden im Winter von Obdachlosen aufgesucht

Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland wird gegenwärtig auf 300.000 geschätzt. Einzelne Städte versuchen, Barrieren abzubauen und Intergration zu ermöglichen. So sollen Obdachlose in Berlin ihre Kenntnisse aus den verborgenen Winkeln der Stadt im Rahmen von Stadtführungen umsetzen.

Im Hause des grünen Bremer Umweltsenators wird sogar überlegt, die eigene Behördenkantine, deren Pächter vor kurzem gekündigt hat, vorübergehend für die Essensausgabe an Bedürftige zur Verfügung zu stellen. Das Problem: Die Kantine liegt in einer hochwertigen Einkaufspassage, benachbarte Restaurantbesitzer und Ladenbetreiber fürchten, dass Kunden verschreckt werden. Im März diesen Jahres hatte die Gründerin der „Suppenengel“, die täglich kostenlos eine warme Mahlzeit auf Bremens Straßen anbieten, das Bundesverdienstkreuz bekommen. Sie sucht jetzt händeringend nach einem Standort für die kalte Jahreszeit.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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January 12, 2013

Washington: Heimlicher Mitbewohner

Washington: Heimlicher Mitbewohner – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Washington: Heimlicher Mitbewohner

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Veröffentlicht: 12:52, 12. Jan. 2013 (CET)
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Haus in den Vereinigten Staaten (Symbolbild)

Washington (Vereinigte Staaten), 12.01.2013 – In Yelm im Bundesstaat Washington hat ein Unbekannter über Monate im Kriechkeller der 73-jährigen Velma Kellen gewohnt. In seiner Behausung hatte er Alkohol und möglicherweise auch Marihuana konsumiert. Die Rentnerin wusste nichts von dem Mitbewohner, bis sie einen Reparaturdienst beauftragte, einen Defekt an der Heizung zu überprüfen.

Der herbeigerufene Klempner kroch unter das Haus, und als er wieder hervorkam, teilte er mit: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich habe die Leitungen repariert. Die schlechte: Jemand hat unter Ihrem Haus gelebt.“ Die Heizungsleitung war vorsätzlich durchtrennt worden, um die ungewöhnliche „Wohnung“ warm zu halten. Mehrfach hatte die 73-jährige Frau einen seltsamen Geruch wahrgenommen, sie sagte dazu: „Ich weiß nicht, wie Marihuana riecht, aber es roch schlimmer als Zigaretten.“

Ein Polizeisprecher äußerte sich, in seinen 18 Dienstjahren sei das nie vorgekommen. Es sei besorgniserregend für Leute, die ebenfalls einen solchen Hohlraum unter dem Haus haben.

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January 4, 2012

Staatsanwaltschaft fordert Höchststrafe für Mörder eines Neusser Obdachlosen

Staatsanwaltschaft fordert Höchststrafe für Mörder eines Neusser Obdachlosen

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Veröffentlicht: 21:08, 4. Jan. 2012 (CET)
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Neuss (Deutschland), 04.01.2012 – Staatsanwalt Christoph Kumpa forderte am Düsseldorfer Landgericht die Höchststrafe von zehn Jahren Haft für den 18-jährigen Angeklagten im Fall des Neusser Obdachlosenmordes. Der Komplize des Täters soll nach dem Willen der Anklage wegen Totschlags neuneinhalb Jahre in Haft. Das Urteil wird voraussichtlich am 12. Januar verkündet.

Den beiden jungen Männern wird vorgeworfen, Ende März 2011 das 59-jährige Opfer ausgeraubt zu haben. Dabei sollen sie lediglich acht Euro und eine Baseballkappe erbeutet haben. Anschließend hätten die Angeklagten den Mann vietnamesischer Herkunft erschlagen, um eine Anzeige wegen Raubes zu verhindern. Die Männer hatten die Tat im Polizeiverhör gestanden.

Der 18-Jährige und sein 38 Jahre alter Komplize schliefen in der gleichen Obdachlosen-Unterkunft wie ihr Opfer. Dort sollen sie ihm zuerst 190 Euro gestohlen haben. Als der Obdachlose den Rucksack der beiden durchsuchte, wurde er ertappt und erhielt ein Hausverbot für die Unterkunft. Währenddessen soll das Duo gezecht haben; nach eigenen Worten „finanziert vom Vietnamesen“. Einige Tage später wurde auch der 38-Jährige der Unterkunft verwiesen, sein Freund begleitete ihn. Auf dem Gelände des Neusser Technischen Überwachungs-Vereins (TÜV) sollen die beiden auf den schlafenden Vietnamesen getroffen sein. Dort hätten sie ihn erneut beraubt. Anschließend sollen sie ihm mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen und mehrfach zugetreten haben. Der Mann, Vater dreier Kinder, starb an eingeatmetem Blut und wurde am nächsten Morgen von Trödelhändlern gefunden. Als die beiden Täter später zur Obdachlosen-Unterkunft zurückkamen, wartete dort bereits die Polizei. Die Fingerabdrücke auf der Geldbörse des Toten hatten sie verraten.

Die beiden Täter waren schon durch Gewalt- und Eigentumsdelikte polizeilich bekannt. Der 18-Jährige gilt als aggressiv und war bereits in der Psychiatrie und diversen Heimen. Kinder, die ihn dort gehänselt hatten, soll er mit Messern angegriffen haben.

Während des Prozesses soll der 18-jährige Angeklagte Ausländer als „Kanaken“ bezeichnet haben. Fremdenhass als Motiv schließt die Anklage allerdings aus. Eine Hakenkreuz-Tätowierung auf der Brust soll er sich erst nach der Tat in der Untersuchungshaft stechen lassen haben. Außerdem soll er Kontakt zur Neonaziszene haben. Er teile manche ihrer Einstellungen, sagte der mutmaßliche Mörder vor Gericht.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Portal:Nordrhein-Westfalen

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November 4, 2011

USA: Obdachlose mischen sich unter Occupy-Protestierer

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Veröffentlicht: 17:42, 4. Nov. 2011 (CET)
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Obdachloser in den USA

New York (USA), 04.11.2011 – Nach einem Bericht der New York Times nehmen an den landesweiten „Occupy“-Protesten zunehmend auch Obdachlose aus den jeweiligen Städten teil. Sowohl die Motivation für die Teilnahme als auch der Umgang der originären Protestierer mit den neuen Mitstreitern sind unterschiedlich.

Die Zeltstädte der kapitalismuskritischen Bewegung, die in vielen Städten in den USA errichtet wurden, verfügen über eigene Institutionen einer sozialen Infrastrukur. Essensausgaben, Kleiderkammern, Ansätze einer medizinischen Versorgung und Gelegenheiten für die Körperpflege sollen es den Teilnehmern ermöglichen, für einige Zeit in den Zeltstädten zu leben. Die Zeltstädte werden von den lokalen Polizeibehörden zumeist toleriert und die Anwesenden müssen nicht befürchten, Opfer von Straftaten zu werden.

In den USA finden Obdachlose in der Regel keine derartigen Rahmenbedingungen vor. In viele der grundsätzlich offenen Zeltstädte sind deshalb auch Obdachlose eingezogen. Da es sich bei ihnen regelmäßig um Betroffene jener Missstände handelt, gegen die die „Occupy“-Bewegung agitiert, ist eine Abgrenzung zwischen einem „Schmarotzertum“ und einer Miteinreihung in die politische Bewegung für beide Seiten nicht einfach.

Diskutiert wird die Anwesenheit der Obdachlosen nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie im Saldo eher von der Solidarität innerhalb der Zeltstädte profitieren, sondern auch und vor allem deswegen, weil ein erheblicher Teil der Obdachlosen unter nicht behandelten psychischen Erkrankungen leidet. In den USA besteht auf dem Gebiet der medizinischen und psychosozialen Betreuung für gefährdete Personenkreise eine Versorgungslücke[1]. Einige der Obdachlosen fallen den Protestierern unangenehm auf, wenn sie unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen stehen, oder wenn sie ein Kommunikationsverhalten an den Tag legen, das nicht den Konventionen in den Demonstrantenmilieus entspricht. In einigen Camps werden Alkohol und Drogen grundsätzlich nicht akzeptiert, in anderen durchaus.

Die von der New York Times befragten Obdachlosen haben teilweise angegeben, sich hauptsächlich aufgrund der Versorgung und der Sicherheit in die Zeltstädte zu begeben, während sich andere explizit mit den von der Bewegung vertretenen politischen Positionen identifizieren.

Die deutsche Publikation „Junge Welt“ geht davon aus, dass die Behörden in den USA versuchen, Obdachlose und verurteilte Straftäter unter die Protestierer zu mischen, um sie zu diskreditieren.

Bearbeiten Quellen

Bearbeiten Nachweise

  1. Homelessnes in the United States

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May 13, 2009

Hunderttausende obdachlos durch Überschwemmungen im Nordosten Brasiliens

Hunderttausende obdachlos durch Überschwemmungen im Nordosten Brasiliens

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Veröffentlicht: 15:27, 14. Mai 2009 (CEST)
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Die Stadt Trizidela do Vale steht bis zu den Dächern unter Wasser.

Foto: Antônio Cruz/Agência Brasil

Manaus / Salvador da Bahía (Brasilien), 13.05.2009 – Anhaltende Regenfälle haben in zehn Bundesstaaten Brasiliens zu Überschwemmungen geführt, die mindestens 300.000 Menschen obdachlos machten. Mindestens 39 Personen wurden getötet, 1,1 Millionen Bewohner Brasiliens sind von der Katastrophe betroffen. Durch Erdrutsche wurden Häuser zerstört sowie Straßen und eine Eisenbahnstrecke unterbrochen. Die Überschwemmungen sollen die schlimmsten seit den 1950er Jahren sein. CNN berichtete, dass 270 Gemeinden von den Überschwemmungen betroffen seien. Die Behörden geben den Sachschaden derzeit mit einer Milliarde Real an, rund 350 Millionen Euro.

Am stärksten betroffen von den Fluten ist der Bundesstaat Maranhão. Hier verloren mindestens neun Bewohner ihr Leben, zwei werden vermisst. Die normalerweise 18.300 Einwohner der Stadt Trizidela do Vale flüchteten in einen Nachbarort. Durch den Anstieg des Rio Mearim um sechs Meter sind die Hauser des Ortes bis an die Dächer überflutet. In der 70.000 Einwohner zählenden Stadt Bacabel wurden nach Angaben eines BBC-Korrespondenten Leichen aus ihren Gräbern gespült.

Manche Flüsse erreichten Wasserstände, die mehr als 15 Meter über dem Normalwert liegen. Der Rio Negro habe in Manaus einen Stand erreicht, der nur 74 Zentimeter unter der Rekordmarke von 1953 liegt, berichtete Agencia Brasil. Niedrig gelegene Stadtteile sind überflutet.

Die fünf am stärksten betroffenen Bundesstaaten sind blau gekennzeichnet

Zwölf Tote wurden aus dem Bundesstaat Ceará gemeldet, sieben aus Bahia. Im Bundesstaat Amazonas, wo der Rio Negro Hochwasser führt, starben acht Menschen. Hier wurde der Viehbestand vieler Viehzüchter durch die Fluten vernichtet. Auch Piauí ist von den Fluten betroffen, hier ist die Stromversorgung unterbrochen, und es gibt kein Trinkwasser. Insgesamt wurden mindestens 39 Menschen durch die Überschwemmungen getötet, wobei nach Behördenangaben drei weitere Todesfälle nicht mit den Überschwemmungen in Zusammenhang stehen sollen. In manchen Gebieten kommt es zu Plünderungen.

Gefahr droht den Bewohnern nicht nur durch Ertrinken, sondern auch durch Stromschläge aufgrund von überspülten Leitungen sowie durch Tiere, wie Schlangen und Alligatoren, die vom Hochwasser in die überschwemmten Ortschaften gespült wurden. Außerdem droht der Ausbruch von Seuchen.

„Lebensmittel und Trinkwasser sind die Prioritäten, weil die Menschen verunreinigtes Wasser trinken“, schilderte Dorothea de Araujo von der Hilfsorganisation World Vision die Lage in Amazonas.

Die brasilianische Regierung hat am 8. Mai begonnen, mit Militärflugzeugen, Hubschraubern und Booten Lebensmittel in die betroffenen Gebiete zu schicken. Sie entsandte außerdem Soldaten, die Notunterkünfte errichteten. Allerdings wurde Kritik an den Behörden geäußert, die Hilfe komme zu spät und zu schleppend. „Wir werden diesmal schneller reagieren, aber ich kann noch nicht sagen, wann“, so Minister Geddel Vieira Lima.

Der Nordosten Brasiliens liegt in einer eher trockenen Zone, sodass die Meteorologen von den Niederschlagsmengen überrascht sind, die in dem Gebiet seit Anfang April niedergingen. Die Regenfälle sollen den Vorhersagen zufolge noch eine Woche anhalten. Die Meteorologen gaben an, dass die normalerweise im März vorherrschende Wetterlage auf dem Atlantik sich in diesem Jahr bislang nicht verändert hat. Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte sein Mitgefühl für die Betroffenen. „Ich weiß, was es heißt, ein Haus voll mit Wasser zu haben.“ Da Silva stammt aus dem veramten Nordosten Brasiliens. Er machte den Klimawandel für die Situation verantwortlich. „Etwas verändert sich, und wir haben immer noch Zeit, das in Ordnung zu bringen.“ Der Süden Brasiliens, wo derzeit eine Dürre herrscht, war im Dezember von Überschwemmungen betroffen, bei denen 120 Menschen ihr Leben verloren. Jetzt wird für diese Region wieder starker Niederschlag prognostiziert.

Quellen

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February 11, 2008

Mobile Arztpraxis im Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs

Mobile Arztpraxis im Ennepe-Ruhr-Kreis unterwegs

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Veröffentlicht: 13:18, 11. Feb. 2008 (CET)
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Witten / Schwelm (Deutschland), 11.02.2008 – Das Diakonische Werk Ennepe-Ruhr / Hagen betreibt seit Oktober 2007 ein Arzt-Mobil für Obdachlose. Das Angebot soll ab Februar 2008 auch auf Hagen und den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis ausgedehnt werden.

Das Diakonische Werk will mit dem Arzt-Mobil vor allem Obdachlose erreichen, die häufig den Besuch bei Hausärzten scheuen. Dennoch haben sie oft gesundheitliche Probleme, wie offene Beine, Hauterkrankungen oder Läuse. Sie schämen sich auch, ihre kranken Körper einem Hausarzt zu präsentieren. Daher soll das Arzt-Mobil auch ein Angebot sein, um den dringend benötigten Arztbesuch dennoch zu ermöglichen. Das Diakonische Werk wird mit seinem Arzt-Mobil auch regelmäßig die Orte ansteuern, an denen sich die Obdachlosen aufhalten.

Das Angebot des Arzt-Mobils, das bereits seit Oktober 2007 in Witten umher fährt, soll ab Februar 2008 nunmehr auch in Hagen und im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis sein Angebot an die Obdachlosen erbringen. Die Beratungsstelle für Wohnungslose schätzt die Anzahl der Obdachlosen im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis auf etwa 700 Menschen.

Das Fahrzeug, ein 15 Jahre alter Mercedes 609D, wurde dem Diakonischen Werk von der Gesellschaft für soziale Dienstleistungen Essen, die ein neues Fahrzeug für ihre soziale Arbeit in Essen angeschafft hat, geschenkt. Es wurde dann zu einem ärztlichen Behandlungsraum ausgebaut. Die Fixkosten für das Arzt-Mobil für Versicherung, Benzinkosten, Reparaturen und Sanitätsmaterial von etwa zehntausend Euro jährlich sollen vor allem durch Spenden zusammen kommen.

Das Diakonische Werk sucht nunmehr freiwillige Helfer, insbesondere zwei Ärtze und zwei medizinische Assistentinnen. Interessenten können sich bei Birgit Bucholz vom Diakonischen Werk unter Telefon 0 23 31 / 38 09 12 melden.

Quellen

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April 22, 2006

Halberstadt: Brand in Obdachlosen-Unterkunft nachgestellt

Halberstadt: Brand in Obdachlosen-Unterkunft nachgestellt

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Artikelstatus: Fertig 12:31, 22. Apr. 2006 (CEST)
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Halberstadt / Biederitz (Deutschland), 22.04.2006 – Bei einem Brand in einem Obdachlosenheim in Halberstadt sind am 2. Dezember 2005 neun Menschen ums Leben gekommen. Gestern Mittag gegen 13:00 Uhr hat die zuständige Staatsanwaltschaft den Brand durch die Brandschutzpolizei nachstellen lassen. Ort des Ereignisses war das Institut der Feuerwehr im Biederitzer Ortsteil Heyrothsberge. Ein komplett ausgestatteter Nachbau des abgebrannten Containers wurde auf dem Gelände des Instituts neu aufgebaut. Die gesamte Aktion kostet rund 12.000 Euro.

Ein Sprecher sagte dazu: „Wir haben das Ziel, den Brand so nachzustellen, dass wir die Ursache herauszufinden. Auf die Sekunde genau lässt sich die Rekonstruktion wahrscheinlich nicht hinbekommen.“ Rekonstruktionen dieser Art werden immer wieder durchgeführt, um Brandursachen zu klären. Im Falle des Halberstädter Brandes soll geklärt werden, ob es sich um fahrlässige Brandstiftung handelte oder ob ein Gerät defekt war. Da laut einem technischen Gutachten auch diese Ursache Grund für den Brand gewesen sein könnte, wurde die Rekonstruktion notwendig. Eingebaute Sensoren sollen die Temperaturentwicklung im Container deutlich machen. Kameras innerhalb und außerhalb des Containers zeichneten den Brandverlauf auf.

Kurz nach dem Brand hatte ein Bewohner des Containers ausgesagt, er habe den Brand durch eine Zigarette ausgelöst. Diese Aussage hatte er anschließend widerrufen. Seiner nächsten Aussage nach ist der Fernsehapparat Auslöser des Brandes gewesen. Bis die Gutachter das Ergebnis des heutigen Versuchs vorlegen können, werden einige Wochen vergehen.

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