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September 27, 2005

„Du Bist Deutschland“ – Kampagne beschwört das nationale Kollektiv

„Du Bist Deutschland“ – Kampagne beschwört das nationale Kollektiv

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Berlin (Deutschland), 27.09.2005 – Mit „Du Bist Deutschland“ gründet sich eine neue umfangreiche Werbekampagne, die nach eigenen Angaben das Ziel verfolgt, eine neue Aufbruchstimmung in Deutschland zu schaffen. Der Gesamtetat der Kampagne beträgt 30 Millionen Euro. Sie wurde von den Medienunternehmen Axel Springer Verlag, ARD, RTL, Bertelsmann, Gruner & Jahr und 20 weiteren ins Leben gerufen. Unterstützung erfährt sie darüber hinaus von zahlreichen Prominenten, darunter Xavier Naidoo, Yvonne Catterfeld, Sarah Connor und Günther Jauch.

Die Kampagne soll bis Januar 2006 laufen und wird im wesentlichen durch einen Werbespot im TV und Kino repräsentiert. Weitere Aktionsformen sind dagegen nicht bekannt. Im Internet können sich Interessierte Wallpaper mit Slogans wie „Du Bist Ludwig Van Beethoven“ und anderen deutschen Persönlichkeiten herunterladen. Somit solle, nach Meinung von Kritikern, mit der Kampagne eine Identität gestiftet und Deutschland auf einen positiven Weg geführt werden.

Kritiker bezeichnen die als „Manifest“ bezeichnete Selbstdarstellung des Bündnisses unter den Vorzeichen der deutschen Geschichte als skurril: „Ein Schmetterling kann einen Taifun auslösen. Der Windstoß, der durch seinen Flügelschlag verdrängt wird, entwurzelt vielleicht ein paar Kilometer weiter Bäume. […] Der Wille ist wie Feuer unterm Hintern“ und „Deutschland redet sich selbst schlecht. Dagegen wollen wir in diesem bislang einmaligen Schulterschluss einen Impuls setzen und einen Bewusstseinswandel […] anstoßen“, erklärte Dr. Bernd Kundrun, Vorsitzender des Vorstandes des Verlagshauses Gruner & Jahr, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Dem steht die Kampagne „I Can’t Relax In Deutschland“ gegenüber (Wikinews berichtete), welche sich gegen die „Nationalisierungstendenzen der neuen deutschen Selbstfindung“ ausspricht und für ein „kritisches Selbstbewusstsein“ eintritt. Im Gegensatz zu aufwendigen Werbekampagnen führt „I Can´t Relax In Deutschland“ (ICRID) im Oktober eine Tour durch die Republik (u.a. Berlin, Frankfurt, Freiburg), um auf Podiendiskussionen mit anschließenden Konzerten den Fragen nach einer „Neuen deutschen Identität“ kritisch auf den Grund zu gehen und Alternativen fernab eines heraufbeschworenen „Nationalen Kollektivs“ anzubieten, so Pressesprecher Tobias Funske von ICRID.

„Frei nach der Faustregel: je größer die Krise, desto höher der Zulauf zur Nation. In unsicheren Zeiten besinnt man sich auf das einende Kollektiv. Das machen viele ja auch ganz unbewusst. Hinzu kommt die bereits angesprochene Veränderung im Bewusstsein, die mit Rot-Grün einsetzte“, so Marvin Alster von der Initiative „I Can´t Relax In Deutschland“ gegenüber der Jugendausgabe der Süddeutschen Zeitung „Jetzt.de“.

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August 29, 2005

Initiative gegen Nationalismus in der Popkultur veröffentlicht Buch-CD

Initiative gegen Nationalismus in der Popkultur veröffentlicht Buch-CD

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Tocotronic

Köln (Deutschland), 29.08.2005 – Die Initiative „I Can´t Relax In Deutschland“, bestehend aus über 150 Initiatoren, darunter zahlreiche Journalisten und Autoren sowie Musiker von Bands wie Tocotronic, The Notwist oder Mouse On Mars, hat eine Buch-CD veröffentlicht.

Die Initiatoren der Initiative wünschen sich „popkulturell und gesellschaftlich ein universelles, kosmopolitisches Grundverständnis, das es nicht nötig hat, in den Grenzen von Kulturkreisen, Staatsangehörigkeiten usw. zu denken.“ Dies gab Pressesprecher Marvin Alster gegenüber dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung „Jetzt“ bekannt.

Wir Sind Helden

Die Initiative ist als Reaktion auf eine „Nationalisierungstendenz deutscher Bands und Musiker“ (so der Musikjournalist Martin Büsser bei 3sat) zu verstehen und bringt im Zusammenhang mit ihrer Kritik eine Buch-CD auf den Markt, auf der laut Marvin Alster die Rolle von Musikgruppen wie MIA., Fler, Wir Sind Helden und ähnlichen sowie Filmen wie „Das Wunder von Bern“ und „Der Untergang“ thematisiert und kritisiert werden. Außerdem wird Bezug genommen auf zurückliegende Debatten wie die der Radioquoten-Forderung in der deutschen Gesellschaft.

In dem Buch werden phänomenunabhängig Fragen aufgeworfen, die sich um eine Definition von „Nation“ bemühen und zu klären versuchen, ob es etwas Spezielles an der deutschen Nation gibt. Welche allgemeine und spezielle Kritik man daran überhaupt haben kann, klärt ein Aufsatz der Gruppe Sinistra. Martin Büsser bringt diesen Ansatz ins Verhältnis zur Kultur. Gefragt wird: Was für eine Rolle spielt diese in bzw. für eine Nation oder die Gesellschaft unter den gegenwärtigen Verhältnissen? Gibt es eine „deutsche Kultur“, welche ja jüngst von den Radioquoten-Befürwortern gefordert wurde?

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