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February 9, 2013

Berlin: Bundesbildungsministerin Annette Schavan tritt zurück

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Veröffentlicht: 17:20, 9. Feb. 2013 (CET)
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Johanna Wanka – die neue Bundesbildungsministerin

Anette Schavan

Berlin (Deutschland), 09.02.2013 – Die Bundeskanzlerin gab heute in Berlin den Rücktritt der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt. Hintergrund ist die Aberkennung des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am Dienstag. Der Fakultätsrat der Universität geht davon aus, dass Schavan in ihrer schriftlichen Arbeit vorsätzlich getäuscht hat.

Die Exministerin: „Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht, die Vorwürfe treffen mich tief“ und „der heutige Tag ist der richtige Tag zu gehen, ich werde mich auf mein Bundestagsmandat konzentrieren“. Schweren Herzens habe sie die Bitte von Frau Schavan zurückzutreten angenommen, so die Bundeskanzlerin. Angela Merkel gab unmittelbar bekannt, wer die Nachfolge im Ministeramt antreten wird. Es handelt sich um Johanna Wanka. Sie ist seit dem 27. April 2010 im niedersächsischen Kabinett von David McAllister Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

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February 6, 2013

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 17:41, 6. Feb. 2013 (CET)
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Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Düsseldorf (Deutschland), 06.02.2013 – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wurde von der Universität Düsseldorf nach 33 Jahren die Doktorwürde entzogen. Der Vorsitzende des zuständigen Fakultätsrats, Prof. Bruno Bleckmann, erklärte, für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt, zwei hätten mit Nein gestimmt und es habe eine Enthaltung gegeben. Die Begründung lautete „vorsätzliche Täuschung durch Plagiat“. Die Prüfung durch den Fakultätsrat habe ergeben, „dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte“.

Zudem hat Schavan jetzt keinen Studienabschluss mehr, weil sie sich damals im Alter von 24 Jahren keiner anderweitigen Prüfung unterzog, sondern sogleich das Promotionsverfahren wählte. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeiten und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“.

Die CDU-Politikerin kündigte an, sie werde juristische Mittel gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf einlegen. Bereits im Mai 2012 hatte Wolfgang Löwer, Jurist und Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), auf Verjährungsfristen hingewiesen, die bei juristischen Staatsexamina beispielsweise fünf Jahre betragen. Eine Aberkennung nach über 30 Jahren halte er für problematisch.

Nach Presseberichten ist davon auszugehen, dass Schavan ihr Ministeramt nicht behalten kann. Als eine des Plagiats überführte Bildungsministerin ist sie nicht mehr tragbar, so auch der Tenor aus der Opposition. Obwohl es Stimmen aus der Wissenschaft gibt, die Schavan in Schutz nehmen, trägt ihr Fall noch die besondere Note, dass sie selbst sich im Fall Guttenberg eindeutig gegen diesen positioniert hatte.

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July 18, 2011

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

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Veröffentlicht: 23:16, 18. Jul. 2011 (CEST)
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Heidelberg (Deutschland), 18.07.2011 – Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hat Widerspruch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Heidelberg eingelegt. Dies teilte ein Sprecher Koch-Mehrins mit. Der Universität liegt bislang jedoch noch keine Begründung des Widerspruches vor. Die Widerspruchsfrist endet Ende des Monats.

Manfred Berg, der Dekan der Philosophischen Fakultät und Vorsitzende des Promotionsausschusses, hatte in der vergangenen Woche gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ mitgeteilt, dass sich die Hochschule in Falle eines Widerspruchs gegen die Entziehung des Doktortitels noch einmal mit der Angelegenheit befassen werde und wohl erneut auf einen Entzug des Doktortitels entscheiden werde, sofern Koch-Mehrin keine neuen Angaben zum Sachverhalt vorlegen werde, die über ihre schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen hinausgehen, wie sie von Koch-Mehrin gegenüber der Hochschule gemacht wurden.

Sie wisse, dass ihre Arbeit „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“ sei, hatte Koch-Mehrin damals gesagt und auf die Beurteilung der Arbeit durch ihren Doktorvater verwiesen, doch „zur guten wissenschaftlichen Praxis gehört es … auch, eine vorgelegte Arbeit ordentlich zu prüfen“.

Falls die Universität an ihrer Entscheidung festhält, steht Koch-Mehrin die Möglichkeit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht offen. Dekan Berg sieht einen eventuellen Rechtsstreit gelassen. Von den Plagiatsvorwürfen habe man vor elf Jahren nichts gewusst und deswegen auch nicht im Gutachten zur Arbeit darauf eingehen können. Außerdem habe die Überprüfung der Arbeit ergeben, dass die festgestellten Plagiate nicht unerheblich seien.

Die Universität hatte die Aberkennung des Doktortitels damit begründet, dass aus mehr als 30 verschiedenen Texten mehr als 120 Wortpassagen abgeschrieben wurden, zwei Drittel davon seien im Literaturverzeichnis nicht genannt gewesen. Zusammen hätten diese Plagiate rund 80 Druckseiten umfasst.

Koch-Mehrin war nach dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die zweite prominente Person aus der Politik, der der Doktortitel entzogen wurde. Inzwischen wurde auch Koch-Mehrins Fraktionskollegen im Europaparlament, Jorgo Chatzimarkakis, der Titel aberkannt. Ins Rollen gebracht hatte die Angelegenheit die Internetplattform VroniPlag Wiki. Auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll nach Angaben von VroniPlag Wiki bei seiner Dissertation abgeschrieben haben und steht unter Druck, von seinem Amt zurückzutreten.

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June 23, 2011

Grimme Online Award für GuttenPlag Wiki

Grimme Online Award für GuttenPlag Wiki

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Veröffentlicht: 19:11, 23. Jun. 2011 (CEST)
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Köln (Deutschland), 23.06.2011 – Im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre um den zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) machte eine Onlineplattform von sich reden, deren Benutzer wesentlich dazu beitrugen, nicht gekennzeichnete Zitate in der Dissertation des Politikers durch Recherchen im Internet nachzuweisen. Insgesamt 20.000 Autoren beteiligten sich in diesem Wiki an der gemeinsamen Recherche. Diese besondere Form der Schwarmintelligenz wurde gestern vom Grimme-Institut mit der Verleihung des Grimme Online Awards in der Kategorie „Spezial“ gewürdigt. In weiteren Kategorien wurden insgesamt sieben weitere Online-Angebote von dem Institut ausgezeichnet.

Der Direktor des Instituts, Uwe Kammann, würdigte in seiner Laudatio auf die Preisträger die kreative Intelligenz, die im Internet zum Tragen komme: „Das Netz ist politisch, kreativ, innovativ und dazu ein wichtiges Element einer kollektiven Kontrolle und individueller Teilhabe.“

Einen weiteren Preis erhielt das „DRadio Wissen“ (Deutschlandradio) für seine „ganz besondere Art, Radio und Internet miteinander zu verbinden“. Die Online-Redaktion der Zeit wurde für ihre interaktive Aufarbeitung der Gefahren ausgezeichnet, die von der Vorratsdatenspeicherung in Mobilfunktelefonen ausgeht: Was Vorratsdaten über uns verraten.

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June 16, 2011

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

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Veröffentlicht: 19:43, 16. Jun. 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin (2009)

Heidelberg (Deutschland), 16.06.2011 – Der Promotionsausschuss der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg hat beschlossen, der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel abzuerkennen. Der Ausschuss sah es als erwiesen an, dass die Arbeit „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Aufgrund der 120 abgeschriebenen Passagen aus insgesamt 30 Quellen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt seien, müsse davon ausgegangen werden, dass keine „selbstständige wissenschaftliche Arbeit“ vorgelegt wurde.

„Angesichts der Vielzahl und des systematischen Charakters der Plagiate kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben hat“, teilte der Dekan Manfred Berg mit. Der Ausschuss habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sei sich bewusst, „dass der Entzug des Doktortitels eine schwerwiegende Maßnahme darstellt“. Die Entscheidung sei aufgrund der genannten Umstände „zwingend“.

Koch-Mehrin hatte sich zu den Plagiatsvorwürfen bisher nicht geäußert, war jedoch nach den Enthüllungen durch die Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ von ihren Parteiämtern zurückgetreten. Sie bezeichnete ihre Arbeit mit dem Titel „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865–1927“ nach dem Bekanntwerden der Entscheidung der Universität in einer schriftlichen Stellungnahme als „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“, sie sei jedoch das Ergebnis ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Dies sei auch der Universität Heidelberg seit elf Jahren bekannt. Bereits der Erstgutachter der Arbeit hätte in seiner Bewertung der Arbeit bemängelt, dass Aussagen ohne Beleg gemacht wurden. Der Zweitgutachter habe die Bewertung des Doktorvaters bestätigt.

„Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen. Heute sieht der Promotionsausschuss das anders“, stellte Koch-Mehrin fest. Sie kündigte an, die Entscheidung der Universität überprüfen lassen zu wollen.

Die FDP-Politikerin ist die vierte prominente Person, der in den letzten Monaten durch anonyme Internet-Benutzer vorgeworfen wurde, ihre Dissertation abgekupfert zu haben.

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May 12, 2011

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 16:28, 12. Mai 2011 (CEST)
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Konstanz (Deutschland), 12.05.2011 – Die Universität Konstanz gab gestern bekannt, sie habe Veronica Saß, Tochter des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), den Doktortitel aberkannt. Zur Begründung wurde angegeben, „erhebliche Teile ihrer Dissertation“ seien ohne Kennzeichnung der Zitate abgeschrieben. Saß hatte 2008 im Fachbereich für Rechtswissenschaften der Universität Konstanz über das Thema „Regulierung im Mobilfunk“ promoviert. Sie arbeitet an einer Münchner Anwaltskanzlei.

Im Februar, als die Guttenberg-Plagiatsaffäre großen Raum in der medialen Berichterstattung einnahm, waren erste Verdachtsmomente gegen die Doktorarbeit von Veronica Saß aufgetaucht. Im Zusammenhang mit der Doktorarbeit von Saß hatte die Wirtschaftsanwältin Tanja Eisenblätter schwere Vorwürfe erhoben. Die Hamburger Juristin behauptet, Saß habe ein ganzes Kapitel komplett mit allen Fußnoten aus ihrer Arbeit „Regulierung in der Telekommunikation“ übernommen, mit der sie ebenfalls 2008 promoviert hatte. Gegenüber der Welt erklärte die Juristin, „dass Frau Saß in ihrer Dissertation ab Seite 49 bis Seite 61 Wort für Wort bei mir abgeschrieben hat“.

Auch im Internet wurden auf der eigens eingerichteten Seite „VroniPlag Wiki“ zahlreiche Verstöße gegen die wissenschaftlichen Zitiervorschriften nachgewiesen. Neben Zeitungsartikeln und Pressemitteilungen soll Saß auch ganze Absätze aus Wikipedia übernommen haben, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen und als benutzte Quellen aufzuführen.

Saß erklärte, sie werde den Beschluss der Universität zur Aberkennung ihres Doktortitels vor Verwaltungsgerichten anfechten. Sie bemängelt, ihr sei nicht Gelegenheit gegeben worden, „persönlich vor dem Promotionsausschuss Stellung zu nehmen“.

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May 11, 2011

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

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Veröffentlicht: 23:04, 11. Mai 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin

Straßburg (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 11.05.2011 – Mit Silvana Koch-Mehrin legte heute eine weitere deutsche Spitzenpolitikerin wegen eines Plagiatsvorwurfs im Zusammenhang mit einer Doktorarbeit ihre politischen Ämter nieder. Koch-Mehrin war FDP-Präsidiumsmitglied und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Am Abend erklärte die FDP-Politikerin, die als Hoffnungsträgerin ihrer Partei galt, sie wolle ihrer Familie die Belastung ersparen, die durch eine öffentliche Diskussion um die Plagiatsvorwürfe entstehen würden.

In der Presse war unter Berufung auf Universitätskreise berichtet worden, ihre Dissertation zu dem wirtschaftshistorischen Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ enthalte mehrere Plagiate. Die Universität Heidelberg hatte die EU-Parlamentarierin aufgefordert, zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Nach Presseinformationen erwägt der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät, der Politikerin den Doktortitel zu entziehen.

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April 10, 2011

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

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Veröffentlicht: 17:37, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Bayreuth (Deutschland), 10.04.2011 – Der Rechtsanwalt Alexander Graf von Kalckreuth, der den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit vertritt, geht offenbar auf Konfrontationskurs zur Universität Bayreuth. In einem Schreiben an die Universitätsleitung kritisierte er scharf, dass „angebliche Ergebnisse“ der Untersuchungskommission an die Öffentlichkeit gelangten. Der Anwalt sieht in diesen Indiskretionen einen Verstoß gegen „alle[…] Regeln eines ordentlichen Verfahrens und dient der Vorverurteilung meines Mandanten.“

Gestern hatte ein Sprecher der Universität angekündigt, das Untersuchungsergebnis des Prüfungsausschusses, der die Dissertation des Ex-Ministers im Hinblick auf die Frage untersuchte, ob eine vorsätzliche Täuschung vorliegt, auch dann zu veröffentlichen, wenn zu Guttenberg seinen Einspruch gegen die Veröffentlichung aufrechterhalte.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Samstag berichtet, die Untersuchungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass zu Guttenberg in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht habe. Anders sei die Vielzahl der gefundenen, nicht gekennzeichneten Zitate nicht zu erklären. Der Anwalt zu Guttenbergs erklärte, dass laut einer Stellungnahme seines Mandaten dieser „schlüssig“ nachgewiesen habe, dass er „nicht bewusst“ getäuscht habe.

Universitätssprecher Frank Schmälzle erklärte dazu: „Wir haben den Anwälten in einem Schreiben geantwortet und unser Interesse deutlich gemacht, die Öffentlichkeit informiert zu halten.“ Und: „Wir möchten das Ergebnis – auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes – öffentlich machen.“ Das Verhalten des Ministers sehe man im Widerspruch zu dessen – anlässlich seiner Rücktrittserklärung – erklärter Bereitschaft, an der Aufklärung des Vorgangs um die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit mitzuwirken.

Der Anwalt zu Kalckreuth gab bekannt, dass sich sein Mandant eine Zustimmung zu einer Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität weiter vorbehalte.

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April 9, 2011

Bayern: Verfahren gegen zu Guttenberg wird möglicherweise wegen „mangelnden öffentlichen Interesses“ eingestellt

Bayern: Verfahren gegen zu Guttenberg wird möglicherweise wegen „mangelnden öffentlichen Interesses“ eingestellt

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Veröffentlicht: 16:20, 9. Apr. 2011 (CEST)
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München (Deutschland), 09.04.2011 – Das Verfahren gegen den zurückgetretenen deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit wird möglicherweise eingestellt. Das berichtet Spiegel Online am heutigen Samstag unter Berufung auf Münchner Strafverteidiger. Demnach sei die Justiz in Bayern bereits auf der Suche nach Präzedenzfällen, bei denen Verfahren wegen Urheberrechtsverletzung ebenfalls wegen mangelnden öffentlichen Interesses eingestellt worden seien.

Gestern war bekannt geworden, dass der ehemalige CSU-Minister die begangenen Urheberrechtsverletzungen in seiner Doktorarbeit vorsätzlich begangen haben soll. Zu diesem Ergebnis soll die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gekommen sein, die sich mit der Prüfung der Doktorarbeit zu Guttenbergs beschäftigt hat. Am 23. Februar war die Verleihung des Doktortitels an zu Guttenberg zurückgezogen worden.

Die Ermittlungen gegen den Freiherrn führt die Staatsanwaltschaft Hof. Wie der Spiegel berichtete, stamme keine der 100 Strafanzeigen gegen zu Guttenberg von Personen, die selbst von den Urheberrechtsverletzungen in der Doktorarbeit betroffen waren. Deshalb müsse ein öffentliches Interesse für die Strafverfolgung vorliegen, um die Ermittlungen fortzusetzen.

Zu Guttenberg hatte über seine Anwälte ein Schreiben an die Universität Bayreuth gerichtet, in der er eine Veröffentlichung des Untersuchungsergebnisses über die von ihm verfasste Doktorarbeit zu verhindern versucht. Dies war seitens der Universität auf Verwunderung gestoßen, hatte zu Guttenberg doch bei seiner Rücktrittserklärung ausdrücklich versichert, er wolle die Aufklärung der Umstände beim Zustandekommen seiner Doktorarbeit unterstützen. Der Ex-Minister hatte zwar Fehler in seiner Doktorarbeit eingeräumt, bewusste Täuschung jedoch kategorisch ausgeschlossen.

Laut Medienberichten, die sich auf den Sprecher der Universität Bayreuth, Frank Schmälzle, stützen, will die Universität Bayreuth den Untersuchungsbericht der Kommission zur Dissertation zu Guttenbergs nun möglicherweise doch veröffentlichen. Gestern war erklärt worden, falls zu Guttenberg seinen Widerspruch gegen die Veröffentlichung aufrecht erhalte, wolle man von einer Veröffentlichung absehen.

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April 8, 2011

Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

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Veröffentlicht: 23:58, 8. Apr. 2011 (CEST)
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Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“
Angesichts massiver Vorwürfe bezüglich meiner Glaubwürdigkeit, ist es mir auch ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen.
Plagiatsfall Guttenberg: Universität Bayreuth unterstellt „absichtliche Täuschung“

– Karl-Theodor zu Guttenberg, in seiner Rücktrittserklärung am 1. März 2011: lt. rhein-zeitung.de

Bayreuth (Deutschland), 08.04.2011 – Von „absichtlicher“ oder „mutwilliger Täuschung“ sprechen Medienberichte heute im Zusammenhang mit der Doktorarbeit des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Quelle der Information ist die Süddeutsche Zeitung, die heute unter Berufung auf die zuständige Untersuchungskommission der Universität Bayreuth über zentrale Aussagen des Gutachtens berichtet. Bei der Universität Bayreuth hatte zu Guttenberg seine Doktorarbeit eingereicht, und hier war ihm zunächst auch der Doktortitel mit dem Prädikat „summa cum laude“ verliehen worden. Die Kommission sollte die Vorwürfe untersuchen, die im Zusammenhang mit der Doktorarbeit erhoben worden waren.

Die Untersuchungskommission der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth kam laut Süddeutscher Zeitung zu dem Schluss, dass der ehemalige Verteidigungsminister „mit Absicht abgeschrieben haben muss“, wie die Zeitung schreibt. Anders ließen sich die vielen kopierten Passagen nicht erklären. Die Gutachter stützten sich dabei laut der Zeitung auf Urteile von Verwaltungsgerichten in ähnlich gelagerten Fällen.

Zu Guttenberg war vom Amt des Verteidigungsministers zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass weite Teile seiner Doktorarbeit aus Quellen anderer Autoren abgeschrieben, die Zitate jedoch nicht gekennzeichnet worden waren. Die Universität Bayreuth hatte ihm am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Die Universität berief sich dabei auf Artikel 48 des Verwaltungsverfahrensgesetzes[1] Die Universität hatte anlässlich des Entzugs des Doktortitels erklärt, sie wolle dem „Vorwurf des Täuschungsvorsatzes weiter in der Kommission Selbstkontrolle“ nachgehen. Warum die Universität bei der Verleihung des Titels nicht erkannte, dass es sich bei der von zu Guttenberg vorgelegten Dissertation um einen Täuschungsversuch gehandelt hatte, erklärte die Universität so: „Beide Gutachter gingen selbstverständlich von der Beachtung der Regeln wissenschaftlichen Arbeitens durch den dafür allein verantwortlichen Doktoranden aus. Ansatzpunkte für ein Fehlverhalten hinsichtlich der gebotenen korrekten Angabe der verwendeten Quellen hatten beide Gutachter damals nicht. Der Einsatz technischer Mittel zur Erkennung von Plagiaten war 2006 nicht üblich.“ Wegen der Plagiatsvorwürfe ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Hof gegen zu Guttenberg.

Die Untersuchungskommission der Universität Bayreuth kann ihr Untersuchungsergebnis jedoch vorerst nicht veröffentlichen, weil zu Guttenberg über seine Anwälte die Veröffentlichung des Gutachtens zu verhindern sucht. Zu Guttenberg hatte zwar Fehler eingeräumt und angegeben, er habe nicht wissenschaftlich exakt gearbeitet, jedoch stets beteuert, nicht absichtlich abgeschrieben zu haben. Er hatte aber auch gesagt, es sei ihm „ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen“. In einem Schreiben seiner Anwälte an die Universitätsleitung wurden diese auf die „Persönlichkeitsrechte“ ihres Mandanten hingewiesen. Die Universitätsleitung habe dieses Schreiben „irritiert“ zur Kenntnis genommen. Universitätspräsident Rüdiger Bormann wird mit den Worten aus einem an zu Guttenberg gerichteten Schreiben zitiert. Darin wird der Ex-Minister aufgefordert, „entsprechend seiner früheren Äußerungen und Stellungnahmen, seine Vorbehalte bezüglich der Veröffentlichung, insbesondere hinsichtlich des Ergebnisses der Prüfung der erhobenen Plagiatsvorwürfe, zurückzunehmen und eine umfassende Information zu unterstützen“.

Der Doktorvater zu Guttenbergs, Peter Häberle, erklärte in einem Zeitungsinterview, über den Versuch, die Veröffentlichung des Gutachtens zu verhindern, sei er „existenziell enttäuscht“.

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Fußnoten

  1. Artikel 48: Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes

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