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April 10, 2015

Helmut Friedel – ein Kunsthistoriker als Plagiator

Helmut Friedel – ein Kunsthistoriker als Plagiator

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Veröffentlicht: 23:54, 10. Apr. 2015 (CEST)
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Neubau aus dem Jahre 2013 am Lenbachhaus in München

München (Deutschland), 10.04.2015 – Bis Ende des Jahres 2013 war Prof. Dr. Helmut Friedel Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Schwerpunkt der Sammlung des Lenbachhauses sind Werke der Künstlergruppe Der Blaue Reiter. In seinem wohlverdienten Ruhestand fertigt Friedel unter anderem Gutachten für andere Museen an, etwa für die Weserburg in Bremen. Sein Nachfolger wurde vom Stadtrat gewählt, in dem ebenso wie in Bremen ein SPD-Bürgermeister regiert. Bis auf wenige Ausnahmen hat die SPD in München seit 1945 den Oberbürgermeister gestellt. In Bremen ist der Bürgermeister zugleich Regierungschef und auch Kultursenator des Landes Bremen – die SPD regiert hier unangefochten seit 1945.

Um die Finanzierung des Museums Weserburg in Bremen wird angesichts der hohen Verschuldung des kleinsten Bundeslandes immer wieder gerungen. Auf der einen Seite wird die Einrichtung jährlich mit mehr als einer Million Euro vom Staat finanziert. Auf der anderen Seite sorgte das Museum aber auch für Schlagzeilen durch erfolgreiche Verkäufe einzelner Kunstwerke, wie im November 2010 mit einem Gemälde von Gerhard Richter mit dem Titel „Matrosen“ aus dem Jahre 1966, das für 8,4 Millionen Euro versteigert wurde. Das Gemälde „Luciano I“ von Franz Gertsch erzielte 2011 in einer Auktion bei Sotheby’s mehr als 2 Millionen Euro.

Nun berichtet eine Tageszeitung aus dem Landkreis Syke südlich von Bremen, Professor Friedel habe für ein Gutachten teilweise wörtlich Texte übernommen, die zuvor von Behördenmitarbeitern erstellt worden waren. Auch diese Behördenmitarbeiter sind mehrheitlich SPD-Mitglieder. Hintergrund des Gutachtens war unter anderem die Frage, inwieweit die Weserburg als eigenständiges Museum erhalten bleiben könne oder eine Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bremen sinnvoll sei. Beziehungen zwischen Bremen und München bestehen auch in der Ausstellungsgeschichte: So wurde Der Blaue Reiter im Jahre 2000 in Bremen sehr publikumswirksam präsentiert.

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February 9, 2013

Berlin: Bundesbildungsministerin Annette Schavan tritt zurück

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Veröffentlicht: 17:20, 9. Feb. 2013 (CET)
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Johanna Wanka – die neue Bundesbildungsministerin

Anette Schavan

Berlin (Deutschland), 09.02.2013 – Die Bundeskanzlerin gab heute in Berlin den Rücktritt der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt. Hintergrund ist die Aberkennung des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am Dienstag. Der Fakultätsrat der Universität geht davon aus, dass Schavan in ihrer schriftlichen Arbeit vorsätzlich getäuscht hat.

Die Exministerin: „Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht, die Vorwürfe treffen mich tief“ und „der heutige Tag ist der richtige Tag zu gehen, ich werde mich auf mein Bundestagsmandat konzentrieren“. Schweren Herzens habe sie die Bitte von Frau Schavan zurückzutreten angenommen, so die Bundeskanzlerin. Angela Merkel gab unmittelbar bekannt, wer die Nachfolge im Ministeramt antreten wird. Es handelt sich um Johanna Wanka. Sie ist seit dem 27. April 2010 im niedersächsischen Kabinett von David McAllister Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

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February 6, 2013

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

Bundesbildungsministerin wird Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 17:41, 6. Feb. 2013 (CET)
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Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Düsseldorf (Deutschland), 06.02.2013 – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wurde von der Universität Düsseldorf nach 33 Jahren die Doktorwürde entzogen. Der Vorsitzende des zuständigen Fakultätsrats, Prof. Bruno Bleckmann, erklärte, für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt, zwei hätten mit Nein gestimmt und es habe eine Enthaltung gegeben. Die Begründung lautete „vorsätzliche Täuschung durch Plagiat“. Die Prüfung durch den Fakultätsrat habe ergeben, „dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte“.

Zudem hat Schavan jetzt keinen Studienabschluss mehr, weil sie sich damals im Alter von 24 Jahren keiner anderweitigen Prüfung unterzog, sondern sogleich das Promotionsverfahren wählte. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeiten und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“.

Die CDU-Politikerin kündigte an, sie werde juristische Mittel gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf einlegen. Bereits im Mai 2012 hatte Wolfgang Löwer, Jurist und Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), auf Verjährungsfristen hingewiesen, die bei juristischen Staatsexamina beispielsweise fünf Jahre betragen. Eine Aberkennung nach über 30 Jahren halte er für problematisch.

Nach Presseberichten ist davon auszugehen, dass Schavan ihr Ministeramt nicht behalten kann. Als eine des Plagiats überführte Bildungsministerin ist sie nicht mehr tragbar, so auch der Tenor aus der Opposition. Obwohl es Stimmen aus der Wissenschaft gibt, die Schavan in Schutz nehmen, trägt ihr Fall noch die besondere Note, dass sie selbst sich im Fall Guttenberg eindeutig gegen diesen positioniert hatte.

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November 7, 2011

Italien: 35 Personen mit Verbindungen zum Camorra-Clan Casalesi verhaftet

Italien: 35 Personen mit Verbindungen zum Camorra-Clan Casalesi verhaftet

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Veröffentlicht: 12:47, 7. Nov. 2011 (CET)
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Neapel (Italien), 07.11.2011 – Wegen des Aufbaus einer kriminellen Organisation wurden im Raum Neapel und weiteren Regionen 35 Personen verhaftet. Sie sollen in Verbindung zu dem Camorra-Clan Casalesi stehen.

Bei der Festnahmeaktion waren 200 Beamte und Helikopter im Einsatz. Der Casalesi-Clan ist einer der gefährlichsten Familien im Geflecht der Camorra. Zahlreiche Morde gehen auf das Konto der verschiedenen Clans der Mafiaorganisation.

Die Geschichte der Camorra reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. 1970 gründeten einige Camorristi unter der Führung von Raffaele Cutolo die Nuova Camorra Organizzata (NCO), die sich in den Folgejahren erfolgreich gegen die alten Familien durchsetzen konnte. Die Finanzkraft der NCO stieg derart an, dass Cutolo sich nun auch Politiker kaufen konnte. Damit konnte er sich die Kontrolle über das Baugeschäft und die damit verbundenen kommunalen Aufträge sichern. Zwischenzeitlich betreibt die NCO ihre Geschäfte auch in anderen Ländern der Welt. Kriminelle Einnahmequellen wurden im Bereich des Drogen- und Waffenhandels, der Erpressung, im Handel mit Plagiaten und weiteren illegalen Bereichen erzielt. Die Gewinne werden zum Teil in den legalen Wirtschaftskreislauf investiert und zum Ausbau von Monopolstellungen genutzt. Der steigende Einfluss solcher Organisationen stellt eine weltweite Bedrohung dar.

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July 18, 2011

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

Koch-Mehrin legt Widerspruch gegen Aberkennung des Doktortitels ein

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Veröffentlicht: 23:16, 18. Jul. 2011 (CEST)
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Heidelberg (Deutschland), 18.07.2011 – Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin hat Widerspruch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Heidelberg eingelegt. Dies teilte ein Sprecher Koch-Mehrins mit. Der Universität liegt bislang jedoch noch keine Begründung des Widerspruches vor. Die Widerspruchsfrist endet Ende des Monats.

Manfred Berg, der Dekan der Philosophischen Fakultät und Vorsitzende des Promotionsausschusses, hatte in der vergangenen Woche gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ mitgeteilt, dass sich die Hochschule in Falle eines Widerspruchs gegen die Entziehung des Doktortitels noch einmal mit der Angelegenheit befassen werde und wohl erneut auf einen Entzug des Doktortitels entscheiden werde, sofern Koch-Mehrin keine neuen Angaben zum Sachverhalt vorlegen werde, die über ihre schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen hinausgehen, wie sie von Koch-Mehrin gegenüber der Hochschule gemacht wurden.

Sie wisse, dass ihre Arbeit „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“ sei, hatte Koch-Mehrin damals gesagt und auf die Beurteilung der Arbeit durch ihren Doktorvater verwiesen, doch „zur guten wissenschaftlichen Praxis gehört es … auch, eine vorgelegte Arbeit ordentlich zu prüfen“.

Falls die Universität an ihrer Entscheidung festhält, steht Koch-Mehrin die Möglichkeit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht offen. Dekan Berg sieht einen eventuellen Rechtsstreit gelassen. Von den Plagiatsvorwürfen habe man vor elf Jahren nichts gewusst und deswegen auch nicht im Gutachten zur Arbeit darauf eingehen können. Außerdem habe die Überprüfung der Arbeit ergeben, dass die festgestellten Plagiate nicht unerheblich seien.

Die Universität hatte die Aberkennung des Doktortitels damit begründet, dass aus mehr als 30 verschiedenen Texten mehr als 120 Wortpassagen abgeschrieben wurden, zwei Drittel davon seien im Literaturverzeichnis nicht genannt gewesen. Zusammen hätten diese Plagiate rund 80 Druckseiten umfasst.

Koch-Mehrin war nach dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die zweite prominente Person aus der Politik, der der Doktortitel entzogen wurde. Inzwischen wurde auch Koch-Mehrins Fraktionskollegen im Europaparlament, Jorgo Chatzimarkakis, der Titel aberkannt. Ins Rollen gebracht hatte die Angelegenheit die Internetplattform VroniPlag Wiki. Auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) soll nach Angaben von VroniPlag Wiki bei seiner Dissertation abgeschrieben haben und steht unter Druck, von seinem Amt zurückzutreten.

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June 16, 2011

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

Silvana Koch-Mehrin verliert Doktortitel

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Veröffentlicht: 19:43, 16. Jun. 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin (2009)

Heidelberg (Deutschland), 16.06.2011 – Der Promotionsausschuss der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg hat beschlossen, der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel abzuerkennen. Der Ausschuss sah es als erwiesen an, dass die Arbeit „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Aufgrund der 120 abgeschriebenen Passagen aus insgesamt 30 Quellen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt seien, müsse davon ausgegangen werden, dass keine „selbstständige wissenschaftliche Arbeit“ vorgelegt wurde.

„Angesichts der Vielzahl und des systematischen Charakters der Plagiate kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben hat“, teilte der Dekan Manfred Berg mit. Der Ausschuss habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sei sich bewusst, „dass der Entzug des Doktortitels eine schwerwiegende Maßnahme darstellt“. Die Entscheidung sei aufgrund der genannten Umstände „zwingend“.

Koch-Mehrin hatte sich zu den Plagiatsvorwürfen bisher nicht geäußert, war jedoch nach den Enthüllungen durch die Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ von ihren Parteiämtern zurückgetreten. Sie bezeichnete ihre Arbeit mit dem Titel „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865–1927“ nach dem Bekanntwerden der Entscheidung der Universität in einer schriftlichen Stellungnahme als „nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft“, sie sei jedoch das Ergebnis ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Dies sei auch der Universität Heidelberg seit elf Jahren bekannt. Bereits der Erstgutachter der Arbeit hätte in seiner Bewertung der Arbeit bemängelt, dass Aussagen ohne Beleg gemacht wurden. Der Zweitgutachter habe die Bewertung des Doktorvaters bestätigt.

„Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen. Heute sieht der Promotionsausschuss das anders“, stellte Koch-Mehrin fest. Sie kündigte an, die Entscheidung der Universität überprüfen lassen zu wollen.

Die FDP-Politikerin ist die vierte prominente Person, der in den letzten Monaten durch anonyme Internet-Benutzer vorgeworfen wurde, ihre Dissertation abgekupfert zu haben.

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May 12, 2011

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

Veronica Saß, Tochter Edmund Stoibers: Doktortitel aberkannt

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Veröffentlicht: 16:28, 12. Mai 2011 (CEST)
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Konstanz (Deutschland), 12.05.2011 – Die Universität Konstanz gab gestern bekannt, sie habe Veronica Saß, Tochter des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), den Doktortitel aberkannt. Zur Begründung wurde angegeben, „erhebliche Teile ihrer Dissertation“ seien ohne Kennzeichnung der Zitate abgeschrieben. Saß hatte 2008 im Fachbereich für Rechtswissenschaften der Universität Konstanz über das Thema „Regulierung im Mobilfunk“ promoviert. Sie arbeitet an einer Münchner Anwaltskanzlei.

Im Februar, als die Guttenberg-Plagiatsaffäre großen Raum in der medialen Berichterstattung einnahm, waren erste Verdachtsmomente gegen die Doktorarbeit von Veronica Saß aufgetaucht. Im Zusammenhang mit der Doktorarbeit von Saß hatte die Wirtschaftsanwältin Tanja Eisenblätter schwere Vorwürfe erhoben. Die Hamburger Juristin behauptet, Saß habe ein ganzes Kapitel komplett mit allen Fußnoten aus ihrer Arbeit „Regulierung in der Telekommunikation“ übernommen, mit der sie ebenfalls 2008 promoviert hatte. Gegenüber der Welt erklärte die Juristin, „dass Frau Saß in ihrer Dissertation ab Seite 49 bis Seite 61 Wort für Wort bei mir abgeschrieben hat“.

Auch im Internet wurden auf der eigens eingerichteten Seite „VroniPlag Wiki“ zahlreiche Verstöße gegen die wissenschaftlichen Zitiervorschriften nachgewiesen. Neben Zeitungsartikeln und Pressemitteilungen soll Saß auch ganze Absätze aus Wikipedia übernommen haben, ohne sie als Zitate zu kennzeichnen und als benutzte Quellen aufzuführen.

Saß erklärte, sie werde den Beschluss der Universität zur Aberkennung ihres Doktortitels vor Verwaltungsgerichten anfechten. Sie bemängelt, ihr sei nicht Gelegenheit gegeben worden, „persönlich vor dem Promotionsausschuss Stellung zu nehmen“.

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May 11, 2011

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

FDP: Koch-Mehrin tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück

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Veröffentlicht: 23:04, 11. Mai 2011 (CEST)
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Silvana Koch-Mehrin

Straßburg (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 11.05.2011 – Mit Silvana Koch-Mehrin legte heute eine weitere deutsche Spitzenpolitikerin wegen eines Plagiatsvorwurfs im Zusammenhang mit einer Doktorarbeit ihre politischen Ämter nieder. Koch-Mehrin war FDP-Präsidiumsmitglied und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments.

Am Abend erklärte die FDP-Politikerin, die als Hoffnungsträgerin ihrer Partei galt, sie wolle ihrer Familie die Belastung ersparen, die durch eine öffentliche Diskussion um die Plagiatsvorwürfe entstehen würden.

In der Presse war unter Berufung auf Universitätskreise berichtet worden, ihre Dissertation zu dem wirtschaftshistorischen Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ enthalte mehrere Plagiate. Die Universität Heidelberg hatte die EU-Parlamentarierin aufgefordert, zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Nach Presseinformationen erwägt der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät, der Politikerin den Doktortitel zu entziehen.

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May 6, 2011

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

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Veröffentlicht: 22:26, 6. Mai 2011 (CEST)
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Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“
Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufsabgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. […] Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.
Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

– aus einer Presseerklärung des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg vom 18. Februar 2011 lt. nwzonline.de
Quelle: Nordwestzeitung vom 06.05.2011

Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“
Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Freiherr zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.
Universität Bayreuth: Guttenberg hat „vorsätzlich getäuscht“

– aus dem Gutachten der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität Bayreuth lt. uni-bayreuth.de
Quelle: Pressestelle der Universität Bayreuth (PDF-Dokument) lt. spiegel.de

Bayreuth (Deutschland), 06.05.2011 – Die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität Bayreuth legte heute der Hochschulleitung ihren Abschlussbericht im Falle der Plagiatsaffäre um den ehemaligen deutschen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor. Darin heißt es, wie aus einer Presseerklärung der Universität hervorgeht, dass der ehemalige CSU-Minister im Kabinett Merkel „die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.“

Insbesondere bei der Nutzung der Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages habe zu Guttenberg den bewussten Täuschungsvorsatz erkennen lassen. Dafür sprächen eine Fülle von Indizien, wie kleine Umformulierungen der Originaltexte sowie Umstellungen im Satzbau und die Verwendung von Synonymen, die zu Guttenberg verwendet habe, um die wahre Herkunft der verwendeten Quellen zu verschleiern.

Herbe Kritik übt die Kommission auch an der Benotung der Doktorarbeit durch den Doktorvater und den Zweitgutachter, die für die Bewertung der Arbeit verantwortlich sind. Es sei für die Kommission nicht erkennbar, so die Pressemitteilung der Universität, „welches die hervorstechenden Thesen oder die besonderen Ergebnisse der Arbeit seien, derentwegen die Vergabe der Höchstnote gerechtfertigt erschien“. Die Arbeit war mit „summa cum laude“ benotet worden.

Der vollständige Kommissionsbericht soll im Internet am 11. Mai veröffentlicht werden. Die Pressemitteilung verweist auf eine öffentliche Pressekonferenz der Universität am Mittwoch nächster Woche, auf der über die Arbeit der Kommission berichtet werden soll.

Der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg hatte zwar in seinen Erklärungen zu der Plagiatsaffäre stets zugegeben, Fehler gemacht zu haben. Zugleich hatte er jedoch vehement jede bewusste Täuschungsabsicht von sich gewiesen.

In seiner ersten Reaktion auf die entstandenen Plagiatsvorwürfe Mitte Februar hatte zu Guttenberg diese als „abstrus“ bezeichnet. Er sagte weiter: „Ich bin gerne bereit zu prüfen, ob bei über 1200 Fussnoten und 475 Seiten vereinzelt Fussnoten nicht oder nicht korrekt gesetzt sein sollten und würde dies bei einer Neuauflage berücksichtigen.“[1] Guttenbergs Doktorvater, Peter Häberle, nannte die Vorwürfe zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch „absurd“. Am 23. Februar 2011 gab die Universität bekannt, dass zu Guttenberg der Doktortitel entzogen werde. Der Politiker zog daraus am 1. März die politischen Konsequenzen und trat von allen politischen Ämtern zurück. Auch in seiner Rücktrittserklärung[2] sprach der Politiker lediglich von einer „fehlerhaften Doktorarbeit“. Der jetzt amtlich bestätigte bewusste Täuschungsvorsatz stellt insofern eine neue Qualität dar. Politische Beobachter gehen daher davon aus, dass nach dem heutigen Informationsstand für den „shooting-Star“ der CSU[3], wie er in den Medien genannt worden war, das endgültige politische Aus gekommen ist.

Laut welt.de prüft die Staatsanwaltschaft Hof, ob gegen den ehemaligen Minister ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung des Urheberrechts eingeleitet wird.

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Einzelnachweise

  1. Zitiert laut nzz.ch vom 16.02.2011
  2. Rücktrittserklärung lt. diepresse.com
  3. br-online.de: „Karl-Theodor zu Guttenberg – Shootingstar der CSU“ (29.10.2010)

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April 10, 2011

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

Anwalt zu Guttenbergs kritisiert die Universität Bayreuth scharf

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Veröffentlicht: 17:37, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Bayreuth (Deutschland), 10.04.2011 – Der Rechtsanwalt Alexander Graf von Kalckreuth, der den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiatsaffäre um dessen Doktorarbeit vertritt, geht offenbar auf Konfrontationskurs zur Universität Bayreuth. In einem Schreiben an die Universitätsleitung kritisierte er scharf, dass „angebliche Ergebnisse“ der Untersuchungskommission an die Öffentlichkeit gelangten. Der Anwalt sieht in diesen Indiskretionen einen Verstoß gegen „alle[…] Regeln eines ordentlichen Verfahrens und dient der Vorverurteilung meines Mandanten.“

Gestern hatte ein Sprecher der Universität angekündigt, das Untersuchungsergebnis des Prüfungsausschusses, der die Dissertation des Ex-Ministers im Hinblick auf die Frage untersuchte, ob eine vorsätzliche Täuschung vorliegt, auch dann zu veröffentlichen, wenn zu Guttenberg seinen Einspruch gegen die Veröffentlichung aufrechterhalte.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am Samstag berichtet, die Untersuchungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass zu Guttenberg in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht habe. Anders sei die Vielzahl der gefundenen, nicht gekennzeichneten Zitate nicht zu erklären. Der Anwalt zu Guttenbergs erklärte, dass laut einer Stellungnahme seines Mandaten dieser „schlüssig“ nachgewiesen habe, dass er „nicht bewusst“ getäuscht habe.

Universitätssprecher Frank Schmälzle erklärte dazu: „Wir haben den Anwälten in einem Schreiben geantwortet und unser Interesse deutlich gemacht, die Öffentlichkeit informiert zu halten.“ Und: „Wir möchten das Ergebnis – auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes – öffentlich machen.“ Das Verhalten des Ministers sehe man im Widerspruch zu dessen – anlässlich seiner Rücktrittserklärung – erklärter Bereitschaft, an der Aufklärung des Vorgangs um die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit mitzuwirken.

Der Anwalt zu Kalckreuth gab bekannt, dass sich sein Mandant eine Zustimmung zu einer Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität weiter vorbehalte.

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