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March 29, 2012

Bohrinsel in der Nordsee leckgeschlagen

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Bohrinsel in der Nordsee leckgeschlagen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Bohrinsel in der Nordsee leckgeschlagen

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Veröffentlicht: 10:21, 29. Mär. 2012 (CEST)
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Elgin (Nordsee), 29.03.2012 – Auf der Bohrinsel Elgin in der Nordsee vor der Ostküste Schottlands ist es zu einem unkontrollierten Gasausbruch gekommen. Die Behörden haben das Gebiet rund um die Plattform zum Sperrgebiet erklärt. Das Leck war bereits am Sonntag entdeckt worden. Laut der britischen Küstenwache müssen Schiffe mindestens zwei und Flugzeuge mindestens drei Seemeilen Abstand von dem betroffenen Gebiet halten. Es ist laut Angaben des Betreibers Total der schwerste Zwischenfall in der Nordsee seit einem Jahrzehnt.

Die 238 Arbeiter der Bohrinsel, die Erdgas und -öl förderte, wurden am Montag evakuiert. Shell zog ebenfalls Mitarbeiter von der nahen Plattform Shearwater und der Bohrinsel Noble Hans Deul ab. In einer Pressemitteilung verkündete Total, dass „alle nötigen Maßnahmen getroffen werden, um der Situation angemessen zu begegnen und die Auswirkungen zu minimieren“. Ein Überwachungsflugzeug in der Gegend habe einen Glanz auf dem Wasser rund um die Plattform bestätigt, der angeblich durch Bohrschlamm und Leichtkondensate verursacht wird. Er soll keine größere Belastung für die Umwelt darstellen und schnell verdunsten, trotzdem hält Total nach eigenen Angaben ein Flugzeug mit Chemikalien zur Auflösung des Kondensats bereit. Die Plattform selbst soll von einer Gaswolke umgeben sein.

Das Leck wurde angeblich inzwischen gefunden: Es soll sich laut David Hainsworth, Sicherheitschef von Total für Großbritannien, in einer vor einem Jahr stillgelegten Gasquelle in etwa 4.000 Metern Tiefe unter dem Meeresboden befinden. Mithilfe einer Entlastungsbohrung und dem sogenannten “Kill” soll das Leck beseitigt werden. Bei letzterem wird Schlamm von oben in das Loch gepresst, um das Austreten zu verhindern. Dies soll schneller, aber auch riskanter als die Entlastungsbohrung sein, welche etwa sechs Monate dauern soll. Sechs Überwachungschiffe kontrollieren die Plattform, Spezialfirmen wurden zur Bekämpfung des Lecks engagiert. Die Ursache für das Gasleck ist weiterhin unbekannt.

Fackel brennt weiter

Die Gasfackel der Bohrinsel brennt unterdessen weiterhin. Sie dient der Verbrennung von Abgasen und steht auf einem entfernteren Teil der Plattform. Etwa 90 Meter sollen das Gasleck und die Fackel trennen. Umweltschützer befürchten eine Explosion, wenn das austretende Gas sie berührt. Ein Sprecher von Total erklärte, „Es gibt keine akute Befürchtung vor einer Entzündung wegen der Distanz zwischen dem Gas und der Fackel. Außerdem gibt es einen starken Ostwind, der das Gas von der Fackel wegtreibt“. Die Fackel sei noch aktiv, weil die Plattform bei der Abschaltung in einer Notfallsituation nicht vollständig gereinigt werden könne, anders als bei einem kontrollierten Abstellen. Das sei völlig normal, sagte der Sprecher. Die Fackel werde ausbrennen, wenn die letzten Flüssigkeiten aus dem System verdampft seien.

Das ausströmende Gas soll laut dem französischen Energiekonzern Total keinen giftigen Schwefelwasserstoff enthalten. Greenpeace hat unterdessen einen Hubschrauber in das Gebiet entsendet, um sich von der Situation selbst zu überzeugen. Die Umweltfolgen werden zwar als schlimm eingeschätzt, aber die Ölpest-Katastrophe von 2010 im Golf von Mexiko sei gravierender gewesen. Die Gaskondensate würden sich schnell verflüchtigen, das Feld sei auch insgesamt kleiner.

Für den Betreiber Total ist das Leck jetzt schon katastrophal. Die Aktie brach komplett ein, fast neun Prozent der britischen Gasproduktion fallen aus. Die Gaspreise haben sich dort seit Anfang der Woche um etwa zwei Prozent erhöht. Bei einem längeren Ausfall könnte der gesamte europäische Energiemarkt betroffen sein. Eine Zerstörung der Bohrinsel würde zwischen zwei und vier Mrd. Dollar kosten, zusätzlich könnten noch die Zahlungen für Umweltschäden anfallen.

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April 22, 2011

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

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Veröffentlicht: 19:21, 22. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 22.04.2011 – Seit Mitternacht von Donnerstag auf Freitag (Ortszeit Japan) gilt rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima I eine Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern. Ohne staatliche Genehmigung ist das Betreten der Zone verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 100.000 Yen (umgerechnet rund 840 Euro) oder 30 Tagen Haft geahndet.

Bis Mitternacht hatte die Regierung den Bewohnern eine Frist gesetzt, um in dem betroffenen Gebiet nach ihrem persönlichen Eigentum zu suchen. Jeweils eine Person pro Haushalt durfte sich mit dem Bus für maximal zwei Stunden in der verstrahlten Zone aufhalten. Danach mussten sich diese Personen auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen.

Am Freitag forderte die Regierung weitere 10.500 Bewohner aus den Städten Iitate, Katsurao, Namie und teilweise von Kawamata und Minamisōma dazu auf, ihre Wohnungen in dem Gebiet um Fukushima zu räumen. Das kommt faktisch einer Ausweitung der geltenden Sperrzone gleich. Ihnen wurde eine Frist bis Ende Mai gesetzt. Begründet wird die Maßnahme mit der Strahlengefahr in dem Gebiet. Insgesamt mussten bisher 80.000 Menschen die Region verlassen.

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May 20, 2010

Reisewarnung für Thailand wegen Bürgerkriegs

Reisewarnung für Thailand wegen Bürgerkriegs

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Veröffentlicht: 18:28, 20. Mai 2010 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 20.05.2010 – Teile der Stadt brennen. Thailändische Rothemden der verbotenen Protest-Partei UDD und das thailändische Militär liefern sich Straßenschlachten. „Die Lage kommt einem Bürgerkrieg immer näher“, hatte am 15. Mai Jatuporn Prompan, einer der Anführer der Proteste, folgerichtig vorhergesagt: Die Regierungsgegner seien bereit, die Kämpfe unvermindert fortzusetzen. Zunächst wurden Demonstranten beschossen und angegriffen. Die seit Jahren schwelenden Unruhen kommen in der Region nur temporär zur Ruhe, branden dann aber umso heftiger wieder auf. Immer wieder werden Zivilisten und vor allem Touristen angegriffen, was zuletzt vor einiger Zeit in der Erstürmung von Hotels durch die Aufständischen gipfelte. Es soll bereits am Freitag, dem 14. Mai 2010, zu Explosionen gekommen sein. Fahrzeuge der Polizei wurden durch Demonstranten in Brand gesteckt. Demonstranten hatten sich Mittwoch hinter Stapeln von teils brennenden Autoreifen verbarrikadiert. Ausgelöst wurden die neuerlichen Unruhen durch den Tod eines Demonstranten, der im Zuge gewalttätiger Auseinandersetzungen mit der Polizei zum Opfer wurde. Nachdem die Rothemden zur Aufgabe gezwungen worden waren, herrscht gespannte Ruhe.

Teile der Stadt wurden durch die Armee des Landes bereits am 12. Mai zur Sperrzone erklärt; dort wird seitdem scharf geschossen. Die englischsprachige, in Bangkok erscheinende Bangkok Post sprach am 13. Mai bereits von 22 Toten und 172 Verletzten seit Donnerstag dieser Woche durch die Auseinandersetzungen, die deutschsprachige Zeitung die Zeit korrigiere diese Zahlen auf 25 Tote und rund 200 Verletzte (am 16. Mai) nach oben. Thailändisches Militär hat das Geschäftsviertel der Stadt vollständig abgeriegelt. Verschärft wird die Lage durch den Tod eines Oppositionellen, der im Kugelhagel gefallen sein soll. Den 5.000 bis 8.000 Demonstranten der Partei der “Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur” (UDD), im Volksmund “Rothemden” genannt, war ein Ultimatum gestellt worden, welches Montagnachmittag 15:00 Uhr (Ortszeit) ungenutzt verstrich. Wie inzwischen bekannt, wurde das Ultimatum ungestimmt verlängert, nachdem der Regierugn ein Formfehler unterlaufen sei. Schwarze Rauchschwaden steigen ataatedessen über dem „Lumpini Park“ auf. Nachdem in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Granate im 14. Stock des [Hotels] „Dusit Tani“ einschlug, wurden Hotels und Tourismuszentren evakuiert. Alle Botschaften wurden ebenfalls evakuiert oder bleiben geschlossen, über dem Stadtgebiet in der “Roten Zone” kreisen die Hubshrauber – die einer Geisterstädt ähnelt. Rauchschwaden steigen über dem Stadtzentum auf. Mehr als 60 Tote und rund 2.000 Verletzte sollen seit Beginn der Kämpfe vor rund zwei Monaten zu beklagen gewesen sein. (Stand: 17. Mai 2010)
Seit diesem Zeitpunkt hat auch die Hochbahn im Zentrum der Stadt den Betrieb eingestellt. Dort ist jetzt Kriegsschauplatz. Die Armee überrollte am 19. Mai Straßensperren mit Panzern, als Rache zündeten die Freischerler mehrere Einkaufszentren, Hochhäuser und ähnliches an. Dass die Straßen fast menschenleer waren läge an einer Ausgangssperre. Auch nach erfolgreicher Überwältigung der Demonstranten bleibt diese weitere zwei Tage bestehen, verlautbart das Auswärtige Amt.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat daher eine bereits abgelaufene Reisewarnung vom 16. Mai 2010 erneuert, abermals ausgeweitet und rät von Thailand-Reisen in nunmehr mehreren Regionen des Landes bis auf weiteres dringend ab. Durch das Notstandsrecht bestehe in diesen Regionen Lebensgefahr. Auch bleibe die Grenze nach Kambodscha bis auf Weiteres Militärisches Sperrgebiet. Auch ins Grenzgebiet zu Myanmar sollten Reisen vermieden werden. Diese Reisewarnung besteht bis auf weiteres fort. Seit dem 19. Mai rät das Auswärtige Amt von Reisen nach Bangkok dringend ab, siehe aktualisierte Reisewarnung vom 19.05.2010. Zudem wird auch auf die bestehende, amtliche Ausgangssperre in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai hingewiesen. Am 20. Mai wurde sie auf den 22. Mai verlängert. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr entgegen ersten Meldungen auch für Fahrten zwischen Flughafen und Innenstadt bestehe. Rechtliche Folge: Wegen der Reisewarnung des auswärtigen Amtes besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht von Reiseverträgen. Das bedeutet: Reisende, die Flüge zu diesen Zielen gebucht hatten, können kostenlos auf ein anderes Ziel umbuchen oder von ihrem Reiserücktrittsrecht Gebrauch machen. Dabei dürfen Veranstalter und Reisegebüros keine Umbuchungs- oder Stornogebühren verlangen.

Nicht nur deutsche Fluglinien stornierten kurz nach Bekanntwerden der Ereignisse die Flüge in die thailändische Hauptstadt, da sie um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Passagiere fürchteten. Der Reiseveranstalter TUI sagte Reisen in die Region Bangkok ab. Der Konzern reagiert damit auf die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Die meisten anderen Ziele innerhalb des Landes, für die keine Reisewarnung besteht, und Zwischenlandungen zu anderen Staaten sind nicht betroffen. Der Internationale Flughafen von Bangkok bleibt „nur für Transitflüge“ weiter geöffnet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Politische Krise in Thailand seit 2008“.

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December 30, 2008

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

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Veröffentlicht: 15:05, 30. Dez. 2008 (CET)
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Gazastreifen

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 30.12.2008 – Nach den Worten einer Armeesprecherin hält sich die israelische Armee die Möglichkeit einer Bodenoffensive in den Gazastreifen als Option weiterhin offen. Zurzeit würden jedoch Angriffe auf Ziele im Gazastreifen nur aus der Luft und von See vorgetragen. Am Montag war ein mehrere Kilometer breiter Streifen an der Grenze zu Gaza zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden; tausende Reservisten waren von der israelischen Armee einberufen worden.

Die Angriffe auf den Gazastreifen begannen am Samstag und wurden auch heute fortgesetzt. Dabei kamen bisher insgesamt mehr als 350 Menschen ums Leben. Bei den jüngsten Angriffen am Dienstag kamen nach Angaben von Angehörigen des medizinischen Personals auf palästinensischer Seite zehn Palästinenser ums Leben. Ziele der heutigen Luftangriffe waren Gebäude, die der Hamas zugeordnet werden, darunter Ministerien und erneut die Islamische Universität in Gaza-Stadt. Die Angriffe seien dabei auch auf die Tötung bestimmter Hamas-Aktivisten gerichtet gewesen, wie Haaretz berichtet. Dabei sei ein Kommandeur des Islamischen Dschihad getötet worden, wie die Hamas bestätigte.

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni:

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“
Wir wollten das vermeiden. Wie Sie wissen, hatte Israel den Waffenstillstand akzeptiert, den die Ägypter initiiert hatten, um Frieden und Ruhe herzustellen. Wir nahmen den Waffenstillstand an. Was bekamen wir dafür? Wir bekamen tägliche Angriffe, wir bekamen Waffenschmuggel in den Gazastreifen mit weitreichenden Kapazitäten.
Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

Inzwischen stoßen die palästinensischen Hospitäler an ihre Grenzen. Sie können kaum noch neue Verwundete aufnehmen. Nach Angaben des arabischen Nachrichtenportals Al-Dschasira sind seit Samstag 1.600 Palästinenser verwundet worden.

Für einen Waffenstillstand sieht die israelische Armeeführung zurzeit keinen Spielraum. Das Ziel sei es, den Willen der Hamas zur Fortsetzung ihrer Raketenangriffe auf Israel zu brechen. Die Armee sei auf eine Fortsetzung des Kampfes für mehrere Wochen eingestellt, sagte der israelische Innenminister Meir Schitrit.

Die Gaza-Krise führt mittlerweile zu wachsenden Spannungen auch innerhalb und zwischen den benachbarten arabischen Staaten. So warf die syrische Tageszeitung „Tishreen“ der ägyptischen Führung indirekt Verrat an der palästinensischen Sache vor. Die Solidarität des ägyptischen Volkes mit den Palästinensern sei offensichtlich größer als die der politischen Führung in Kairo.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte erneut ein Ende der Gewalt im Nahen Osten. Ein Waffenstillstand sei unbedingt notwendig, und beide Seiten sollten auf ihre aggressive Rhetorik verzichten. Die benachbarten Staaten in der Region forderte Ban dazu auf, auf die beiden Seiten Einfluss zu nehmen, um ein Ende der Kämpfe zu erreichen.

Ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington forderte die Hamas auf, den Beschuss israelischen Territoriums mit Raketen zu beenden und einem Waffenstillstand zuzustimmen.

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni erklärte, die israelische Offensive sei nicht gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen gerichtet, sondern nur gegen die Hamas: „Wir wollten das vermeiden. Wie Sie wissen, hatte Israel den Waffenstillstand akzeptiert, den die Ägypter initiert hatten um Frieden und Ruhe herzustellen. Wir nahmen den Waffenstillstand an. Was bekamen wir dafür? Wir bekamen tägliche Angriffe, wir bekamen Waffenschmuggel in den Gazastreifen [und Raketen] mit weitreichenden Kapazitäten.“

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December 29, 2008

Barak: „Krieg bis zum bitteren Ende“ – Israelische Luftwaffe bombardierte weiter Ziele im Gazastreifen

Barak: „Krieg bis zum bitteren Ende“ – Israelische Luftwaffe bombardierte weiter Ziele im Gazastreifen

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Veröffentlicht: 18:28, 29. Dez. 2008 (CET)
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Ehud Barak

Tel Aviv (Israel), 29.12.2008 – Der israelische Verteidigungsminister und Vorsitzende der Arbeitspartei, Ehud Barak, schloss heute Verhandlungen mit der Hamas aus und kündigte vor einem Ausschuss des israelischen Parlaments einen „Krieg bis zum bitteren Ende“ an. Unterdessen setzte die israelische Luftwaffe heute ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen mit unverminderter Härte fort. Die seit Samstag andauernden Luftangriffe forderten bisher mehr als 320 Todesopfer. Die Angaben zur Zahl der Verletzten schwanken zwischen 800 und 1.000.

Die israelischen Kampfflugzeuge flogen heute früh, kurz nach Mitternacht, Angriffe auf das Innenministerium der Hamas und ein Laborgebäude der Islamischen Universität, in dem nach israelischen Angaben Sprengstoffe und Waffen entwickelt werden. Außerdem wurde ein Gästehaus der Hamas neben der Privatwohnung des Hamasführers Ismail Haniyya bombardiert. Am Sonntag waren mehr als 100 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden, darunter 40 Geheimtunnel unter der Grenze vom Gazastreifen nach Ägypten, über die die Hamas von ägyptischer Seite mit Waffen versorgt wird.

Vor einem Parlamentsausschuss betonte der israelische Verteidigungsminister Barak: „Wir haben nichts gegen die Bewohner des Gaza-Streifens, aber wir führen einen gnadenlosen Krieg gegen die Hamas und ihre Verbündeten.“ Medienberichten zufolge sind die Äußerungen Baraks auch vor dem Hintergrund des Wahlkampfes in Israel zu interpretieren. Baraks Arbeitspartei steht laut Umfragen in der Gunst der Wähler auf verlorenem Posten. Als Verteidigungsminister und oberster Soldat Israels könnte Barak durch das jetzt verbreitete Image als „schlagkräftiger Anführer“ (Süddeutsche Zeitung) in der Wählergunst punkten.

Hamasführer drohten inzwischen mit Attentaten auf israelische Führungspersönlichkeiten, insbesondere die israelische Außenministerin Livni sowie Verteidigungsminister Barak wurden genannt. Außerdem wurden „Führer innerhalb der arabischen Welt, die gegen uns konspirierten“, bedroht, was laut Haaretz insbesondere als Drohung gegenüber der ägyptischen Führung und ihrem Präsidenten Mubarak aufgefasst werden könnte.

Die israelischen Luftangriffe konnten die Hamas bisher nicht daran hindern, israelische Siedlungen weiterhin mit Raketen zu beschießen. In der im Süden Israels gelegenen Stadt Askalon ging am Montag eine „Grad“-Rakete in einer Baustelle nieder und tötete dabei den 27-jährigen Bauarbeiter Hani al Mahdi aus dem Beduinendorf Aroer und verletzte weitere 14 Menschen. Nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz wurden am heutigen Montagmorgen bereits über 50 Raketen auf israelisches Gebiet geschossen. Davon trafen neun die Stadt Askalon, fünf detonierten in Sderot, vier weitere trafen verschiedene Orte in der westlichen Negev-Wüste. Am vergangenen Sonntag gingen in dieser Region mindestens 40 Raketen, vorwiegend vom Typ Katjuscha, nieder – zwei davon in einer Entfernung von 35 beziehungsweise 37 Kilometern vom Gazastreifen entfernt; laut Haaretz ist dies die größte Entfernung, die eine vom Gazastreifen abgeschossene Rakete bisher erreicht hat. Die maximale Reichweite dieser modernisierten Version palästinensischer Katjuscha-Raketen wird auf 40 Kilometer geschätzt.

Am Montag erklärte Israel das Grenzgebiet zum Gazastreifen in einer Breite von zwei bis vier Kilometern zum militärischen Sperrgebiet. Beobachter sehen darin einen weiteren Hinweis auf eine möglicherweise bevorstehende Bodenoffensive der israelischen Armee. Experten rechnen jedoch weiterhin nicht mit einer unmittelbar bevorstehenden Bodenoffensive.

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May 23, 2008

Myanmar will nun doch ausländische Helfer ins Land lassen

Myanmar will nun doch ausländische Helfer ins Land lassen

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Veröffentlicht: 18:20, 23. Mai 2008 (CEST)
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Ban Ki-moon

Pyinmana (Myanmar), 23.05.2008 – Gegenüber dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, der sich seit Donnerstag in Myanmar aufhält, erklärte die Führung des südostasiatischen Landes, das Ende April so schwer von dem tropischen Wirbelsturm Nargis getroffen worden war, ihre Bereitschaft nun doch ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen einreisen zu lassen. Eine entsprechende Übereinkunft wurde offenbar zwischen dem UNO-Generalsekretär und dem Junta-Chef Than Shwe in einem Gespräch erzielt. Die Helfer sollen nun auch in das Irrawaddy-Delta einreisen dürfen, das bei dem Sturm die schwersten Schäden zu verzeichnen hatte. Bisher hatte die Junta ausländische Helfer zunächst gar nicht und nach einem Krisentreffen der ASEAN-Staaten am 19. Mai nur auf den Kreis der ASEAN-Staaten beschränkt zugelassen.

Einige Fragen sind jedoch noch offen. Die Junta hatte bestimmte Regionen des Irrawaddy-Deltas nach der Sturmkatastrophe zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Es ist unklar, ob Helfer in diese Gebiete einreisen können.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon betrachtet die erzielte Vereinbarung als „Durchbruch“. In den letzten Wochen hatte der UNO-Generalsekretär mehrfach vergeblich versucht General Than Shwe telefonisch zu erreichen.

Die Hilfsorganisation CARE begrüßte die Öffnung der Grenzen des Landes für ausländische Helfer. Der Hauptgeschäftsführer der Organisation, Dr. Wolfgang Jamann, erklärte: „Das ist ein Wendepunkt. CARE geht davon aus, mit der neuen Entwicklung die bereits begonnene Arbeit beschleunigen zu können. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorn.“

Die deutsche Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf den Schritt der Militärjunta. Die heutige Erklärung des Juntachefs wurde als erstes Signal einer Öffnung für internationale Hilfe interpretiert. Auch Hilfsorganisationen blieben teilweise noch skeptisch. Ein Sprecher von Malteser International erklärte: „Denn ins Land zu kommen, bedeutet noch lange nicht, sich auch frei bewegen zu dürfen.“ Christian Ramm von terre des hommes erklärte, die Öffnung komme viel zu spät: „Diese Verzögerung dürfte viele Birmanen, die sofort Hilfe gebraucht hätten, das Leben gekostet haben.“ Die Zahl der Hilfsbedürftigen im Irrawaddy-Delta wird von den Vereinten Nationen auf 2,4 Millionen Menschen geschätzt.

Die Zahl der Toten und Vermissten nach dem verheerenden Auswirkungen des Wirbelsturmes und der anschließenden Überflutung des Irrawaddy-Deltas wird von der Regierung Myanmars offiziell inzwischen mit knapp 134.000 Menschen angegeben. Die Zahl der bestätigten Toten liegt bei 78.000.

Trotz der Verwüstungen im Süden des Landes plant die Regierung Myanmars am kommenden Samstag das in anderen Landesteilen bereits stattgefundene Verfassungsreferendum nachzuholen.

Für Sonntag ist in Rangun eine internationale Geberkonferenz geplant, bei der finanzielle Hilfen für das von der Katastrophe zerstörte Land beraten werden sollen. In diesem Zusammenhang wird mit Spannung eine Entscheidung über das Schicksal der auch international bekannten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erwartet, die seit dem 30. Mai 2003 unter Arrest steht. Nach dem in Myanmar geltenden Recht darf ein solcher Hausarrest jedoch nicht länger als fünf Jahre dauern.

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January 16, 2008

ARTE-Journalisten droht Todesstrafe in Niger

ARTE-Journalisten droht Todesstrafe in Niger

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Veröffentlicht: 22:43, 16. Jan. 2008 (CET)
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Niamey (Niger), 16.01.2008 – Der Arte-Journalist Thomas Dandois, sein Kameramann Pierre Creisson sowie Moussa Kaka, nigrischer Korrespondent des französischen Rundfunksenders RFI, und Ibrahim Manzo Diallo, Direktor des nigrischen Magazins Air Info, werden derzeit im nigrischen Straflager Kollo bei Niamey festgehalten. Weil die Journalistengruppe über die Rebellion der Tuareg recherchierte, wird ihnen nun die Gefährdung der Staatssicherheit vorgeworfen. Die Journalisten hatten vorgegeben, über die Vogelgrippe im Süden Nigers recherchieren zu wollen, nutzen die Erlaubnis allerdings, um in den gesperrten nordnigrischen Gebieten Informationen über die Tuareg-Rebellen zu sammeln. Nach ihrer Rückkehr aus dem Sperrgebiet wurde die Gruppe verhaftet.[1]

Entgegen der Hoffnung vieler Angehöriger und Kollegen forderte Nicolas Sarkozy nicht die Freilassung der Journalisten, sondern äußerte sich vor allem kritisch über die Gruppe: „Man darf nicht das Gesetz brechen, weil man Journalist ist“, so Sarkozy.[1]

Der französische Journalistenverband SNJ CGT betonte, es ginge in diesem Fall vor allem um das generelle Recht auf Pressefreiheit und um die Möglichkeit für Journalisten, weltweit recherchieren und berichten zu können. Auch die Internationale Journalisten-Föderation FIJ äußerte Kritik an der Verhaftung.[1]

Arte bekundet Solidarität mit der Journalistengruppe[2] und verlinkt vom eigenen Internetauftritt auf einen eigens eingerichteten Blog[3], der über die aktuellsten Geschenisse und Situationsveränderungen der Gefangenen berichten soll.

Die nigrische Regierung steht im Konflikt mit den rebellierenden Tuareg, die sich 2007 mit den „Bewegung der Nigrer für Gerechtigkeit“ zusammengeschlossen und bereits mehrere Anschläge auf die nigrische Armee verübt haben. Die Tuareg fordern vor allem den Schutz ihres Lebensraums (Sahara und Sahel) und der traditionellen Lebensweise. Sie leben als Nomaden vor allem vom Handel mit Lebensmitteln und Salz, transportieren diese mit Kamelen durch Wüstengebiete zu weit entfernten Marktplätzen.

Die inhaftierten Journalisten warten auf die Prozesseröffnung. Im schlimmsten Fall droht den Inhaftierten die Todesstrafe.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 sueddeutsche.de: „Arte-Journalisten droht Todesstrafe“ (15.01.2008)
  2. www.arte.tv: „Solidarität“ (Stand 16.01.2008)
  3. pierre.thomas.alhassane.info: „Soutenez-les en signant la pétition“ (Stand 16.01.2008) französischsprachige Quelle

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May 30, 2007

G8-Gipfel: Heiligendamm ist „dicht“

G8-Gipfel: Heiligendamm ist „dicht“ – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

G8-Gipfel: Heiligendamm ist „dicht“

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Artikelstatus: Fertig 19:57, 30. Mai 2007 (CEST)
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Heiligendamm, Seesteg

Bad Doberan / Berlin (Deutschland), 30.05.2007 – „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, sagt ein Sprichwort. Gemessen an den im Vorfeld getroffenen Maßnahmen zur Sicherung des Tagungsortes Heiligendamm erwartet das kleine Seebad an der Ostsee wirklich etwas Großes. Heute – eine Woche vor dem Gipfeltreffen der G8-Staaten in Heiligendamm – wurde der kleine Ort, der von einem 13 Kilometer langen und 2,50 Meter hohen Sicherheitszaun umgeben ist, hermetisch abgeriegelt. Niemand kommt mehr hinein oder heraus, ohne sich einer speziellen Kontrollprozedur zu unterziehen. Das Sperrgebiet dürfen ab heute nur noch Anwohner, Hotel-Bedienstete und Polizisten betreten. Auch von der Seeseite her ist ein Zugang nach Heiligendamm nicht mehr möglich.

Urlauber, die sich in den Hotels von Heiligendamm niedergelassen hatten, mussten ihr Feriendomizil bereits gestern verlassen. In der Region sind inzwischen etwa 5.000 Polizisten aus mehreren deutschen Bundesländern eingetroffen, die die Sicherheit am Tagungsort des G8-Gipfels gewährleisten sollen. Weitere 2.000 Uniformierte werden am Wochenende in Heiligendamm den Aufmarsch staatlicher Sicherheitskräfte verstärken.

Sperrzaun um den Tagungsort

Seit Wochen wird zwischen Globalisierungskritikern und den Sicherheitsbehörden ein juristisches Tauziehen um die Modalitäten für geplante Demonstrationen am Tagungsort Heiligendamm ausgetragen. Vor dem Verwaltungsgericht Schwerin gelang den Demonstranten ein juristischer Teilerfolg. Sie dürfen bis auf 200 Meter an den Zaun heran, um ihren Protest gegen die Veranstaltung der acht mächtigsten Industrienationen zum Ausdruck zu bringen. Die juristische Auseinandersetzung ist aber noch nicht beendet. Mit weiteren Gerichtsentscheidungen bis zum Gipfel ist noch zu rechnen. Dabei geht es vor allem um die Frage, inwieweit am Flughafen Rostock-Lage und seinen Zufahrtswegen Protestaktionen zulässig sind. Globalisierungskritiker hatten Blockaden der Zufahrtswege angekündigt.

Indessen gerät die Frage nach der inhaltlichen Ausrichtung des Gipfels etwas aus dem Blickfeld der Berichterstattung. Große Erwartungen an den G8-Gipfel in Heiligendamm werden aber nicht geäußert. Die deutsche Bundesregierung als Ausrichter hat ihre politischen Schwerpunkte am 24. Mai 2007 im Deutschen Bundestag dargelegt. Als Leitmotiv des G8-Gipfels formulierte die Bundesregierung: „Einbindung der Schwellenländer in die Systeme globaler Verantwortung“. Mit diesen Schwellenländern sind vor allem Indien und China gemeint. Die Rolle dieser Staaten wird vor allem bei der Frage des Klimaschutzes deutlich. Die deutsche Ratspräsidentschaft strebt auf dem G8-Gipfel Fortschritte bei der Abstimmung eines internationalen Vorgehens zur Verwirklichung von Klimaschutzzielen wie der Verringerung von Treibhausgasen an. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass das so genannte Kyoto-Protokoll, das die Klimaschutzziele der Vereinten Nationen formuliert, im Jahr 2012 ausläuft und nach Wegen gesucht wird, die Rahmenvereinbarung zum Klimaschutz für die Zeit nach 2012 neu zu formulieren. Im Zusammenhang mit der Formulierung von Zielen für den Klimaschutz stehen auch Bemühungen, Ziele für eine höhere Energieeffizienz zu formulieren. Die Skepsis in Bezug auf die Chancen zur Vereinbarung tragfähiger Ziele zum Klimaschutz beim G8-Gipfel in Heiligendamm wurde in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten deutlich gemacht, zuletzt heute beim Treffen der G8-Außenminister in Potsdam. Den Vereinigten Staaten wird eine Blockade von Fortschritten in der Frage des Klimaschutzes vorgeworfen. Auch die Schwellenländer sträuben sich gegen konkrete Maßnahmen zur Absenkung von Grenzwerten für den Ausstoß von Treibhausgasen. Die Vereinigten Staaten haben vorgeschlagen, im Abschlussdokument des G8-Gipfels die Atomkraft als wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz hervorzuheben.

Die US-Regierung ist offenbar nicht geneigt, irgendwelche Kompromisse mit der deutschen G8-Ratspräsidentschaft in Fragen des Klimaschutzes einzugehen. Sie verlangte sogar in diplomatisch unverblümten Worten die Streichung aller entsprechenden Vorschläge der deutschen Bundesregierung. In einer Erklärung der US-Regierung heißt es wörtlich: „Die US-Regierung hat ernsthafte und fundamentale Bedenken gegen den Entwurf für ein Schlussdokument.“ Weiter ist in der Stellungnahme von einer „fundamentalen Opposition zur deutschen Position“ die Rede. Ein neues Klimaschutz-Abkommen in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls wird von den USA ebenfalls strikt abgelehnt.

Der Greenpeace-Klimaexperte Jörg Feddern schlug angesichts der schwindenden Aussichten für eine gemeinsame Zielformulierung des G8-Gipfels in Fragen des Klimaschutzes vor, lieber eine G6-Erklärung zu verabschieden als sich auf einen „wachsweichen Kompromiss“ einzulassen.

Weitere politische Ziele der deutschen Ratspräsidentschaft sind die Vereinbarung von Maßnahmen zur Verringerung von Ungleichgewichten in den internationalen Handelsbeziehungen, die Thematisierung der so genannten sozialen Dimension der Globalisierung und die Führung eines Meinungsaustausches zu Fragen der Sicherung von Markenrechten (Stichwort „Produktpiraterie“).

Internationale Beobachter hegen große Zweifel daran, ob auf dem Gipfel in Heiligendamm greifbare Fortschritte in der Koordination der führenden Industrieländer bei der Bewältigung der internationalen Probleme, insbesondere beim Klimaschutz, erzielt werden können. So sagte der US-Politikwissenschaftler Daniel Hamilton aus Washington gegenüber Deutschlandradio, in den nächsten zwei Jahren werde es möglicherweise zu Veränderungen der US-Position in der Frage gemeinsamer Vereinbarungen von Klimazielen kommen, aber nicht mehr während der Amtszeit von George W. Bush: „Und das heißt, sie sind nicht dabei, wenn es darum geht zu bestimmen, wie viel Grad sich das alles senken muss usw. Die sind im Prinzip einfach gegen solche Abkommen.“

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May 8, 2006

Schweinepest: Im Münsterland werden Tausende Schweine getötet

Schweinepest: Im Münsterland werden Tausende Schweine getötet

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Artikelstatus: Fertig 17:58, 8. Mai 2006 (CEST)
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Borken (Deutschland), 08.05.2006 – Im Münsterland ist erneut die Schweinepest ausgebrochen. In Borken und Umgebung haben die Behörden gestern die Tötung von rund 50.000 Schweinen angeordnet. Mit den Vorbereitungen dafür wurde gestern begonnen.

Unmittelbar nach Ausbruch der Seuche in der vergangenen Woche wurden über 7.000 Schweine getötet. Sie befanden sich in der Ein-Kilometer-Zone um den Seuchenbetrieb. Ab Montag ist damit zu rechnen, dass sich die EU-Kommission einschaltet. Dann ist damit zu rechnen, dass zusätzlich alle Schweine im Sperrgebiet getötet werden. Davon wären dann 96 Betriebe betroffen.

Der erneute Ausbruch der Schweinepest kam für die Beteiligten überraschend, da der letzte Ausbruch vor einigen Wochen überwunden worden war.

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March 9, 2006

Vogelgrippe im bayerischen Straubing: Aggressive Variante H5N1 bestätigt

Vogelgrippe im bayerischen Straubing: Aggressive Variante H5N1 bestätigt

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Artikelstatus: Fertig 16:47, 9. Mrz. 2006 (CET)
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Straubing (Deutschland), 09.03.2006 – Die am Donnerstag, den 26. Februar, im Innenhof der Justizvollzugsanstalt (JVA) Straubing gefundene Wildente hatte den aggressiven Virus Typ H5N1. Dies gab heute das Veterinäramt in Straubing bekannt.

Offiziell bekannt wurde der Vorfall erst am 4. März, nachdem das Friedrich-Loeffler-Institut den Virus bestätigt hatte. Heute kam vom Friedrich-Loeffler-Institut die Untersuchung mit dem Ergebnis, dass es sich um einen aggressiven Typ handele. Straubing bleibt damit Schutzgebiet und Sperrgebiet. Die Sperre gilt voraussichtlich bis 24. März.

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