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July 17, 2010

HAMAS-nahe „Hilfsorganisation“ Internationale Humanitäre Hilfe (IHH) durch Bundesinnenministerium verboten

HAMAS-nahe „Hilfsorganisation“ Internationale Humanitäre Hilfe (IHH) durch Bundesinnenministerium verboten

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Veröffentlicht: 15:19, 17. Jul. 2010 (CEST)
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Berlin / Frankfurt am Main (Deutschland), 17.07.2010 – Das Bundesinnenministerium hat die Hilfsorganisation Internationale Humanitäre Hilfe (IHH) mit Sitz in Frankfurt am Main verboten. Sie stand bereits seit der Aufbringung der angeblichen „Humationären Hilfsflotte“ im israelischen Haifa im Verdacht, die Terrororganinsation Hamas zu unterstützen. Die Staatanwaltschaft Frankfurt am Main überprüft aufgrund eines anonymenn Hinweises die Organisation. Am Montag wurden bundesweit mehrere Büros von Mitgliedern durchsucht und zahlreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Auswertung des sichergestellten Materials steht noch aus.

Mitte der 1990er-Jahre während des Bosnien-Kireges gegründet, avanciert der Verein als Vermittler und sucht auch Gespräche zu Organisationen, die Gebiete besetzt halten oder aktiven Widerstand betreiben: Widerstand sei jedoch nicht dem Terrorismus gleichzusetzen. Dadurch gerät sie aber in den Verdacht, mit Terrororganisationen oder Extremisten unter einer Decke zu stecken oder zumindest mit ihnen zu sympathisieren. Inzwischen ist der Verein weltweit aktiv, zum Beispiel in Äthiopien, in Somalia, Haiti und eben auch in Nahost. Vereins-Mitarbeiter planen und errichten offiziell Schulen und leisten humanitäre Hilfe. Es existiert eine türkische und eine deutsche Splitterorganisation des Vereins.

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October 6, 2009

Taliban bekennen sich zu Anschlag in Islamabad und kündigen weitere Anschläge auf Hilfsorganisationen an

Taliban bekennen sich zu Anschlag in Islamabad und kündigen weitere Anschläge auf Hilfsorganisationen an

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Veröffentlicht: 14:23, 6. Okt. 2009 (CEST)
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Islamabad (Pakistan), 06.10.2009 – Die radikal-islamische Terrororganisation der Taliban übernahm heute die Verantwortung für den gestrigen Terroranschlag auf das Büro des Welternährungsprogramms der UNO (WFP) in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Bei dem Selbstmordattentat waren gestern fünf Menschen getötet worden. Gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press erklärte Taliban-Sprecher Azam Tariq, die Arbeit der Hilfsorganisationen sei „nicht im Interesse der Muslime“. Er kündigte weitere Anschläge auf UNO-Einrichtungen an. Er fügte hinzu: „Wir beobachten ihre Aktivitäten. Sie sind Ungläubige.“ Lediglich muslimische Hilfsorganisationen würden nicht angegriffen. Als weitere Anschlagsziele nannte der Taliban-Sprecher die pakistanischen Sicherheitskräfte, Regierungsgebäude sowie US-amerikanische Einrichtungen.

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik hatte nach dem gestrigen Anschlag erklärt, es handele sich bei dem Attentat möglicherweise um einen Racheakt für die Tötung des Talibanführers Baitullah Mehsud, der durch einen US-Luftangriff am 5. August ums Leben gekommen war. Medienangaben zufolge sollen in Pakistan in den letzten zwei Jahren insgesamt mehr als 2.100 Menschen durch Terrorakte getötet worden sein. Die mehr als 300 Anschläge sollen zum überwiegenden Teil auf das Konto der Taliban gehen.

Nach dem Anschlag auf das WFP-Büro in Islamabad erklärte die UNO gestern, alle Außenstellen der Vereinten Nationen in Pakistan würden bis auf Weiteres geschlossen.

Einem Selbstmordattentäter war es gestern gelungen, mit sieben bis acht Kilogramm Sprengstoff am Körper in das streng bewachte UN-Gebäude einzudringen, wo er sich dann in der Lobby des Gebäudes in die Luft sprengte. Das Büro des Welternährungsprogramms beschäftigt hier 70 Angestellte. Einem Polizeisprecher zufolge war der Attentäter zwischen 22 und 25 Jahre alt.

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  • Portal:Terrorismus
  • Portal:Pakistan

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March 5, 2009

Nach Den Haager Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten: Hilfsorganisationen des Landes verwiesen

Nach Den Haager Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten: Hilfsorganisationen des Landes verwiesen

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Veröffentlicht: 23:40, 5. Mär. 2009 (CET)
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Den Haag (Belgien) / Khartum (Sudan), 05.03.2009 – Nach dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den sudanesischen Staatschef Umar Hasan al-Baschir wurden zehn ausländische Hilfsorganisationen, die in der Krisenregion Darfur tätig waren, des Landes verwiesen. Eine Regierungsbehörde hatten laut der Nachrichtenagentur Reuters behauptet, Hilfsorganisationen hätten Informationen an den Strafgerichtshof weitergeleitet, mit denen der Haftbefehl begründet worden sei. Zu den betroffenen Hilfsorganisationen gehören unter anderem Oxfam, Save The Children, Care, Ärzte ohne Grenzen und das International Rescue Committee. Ärzte ohne Grenzen war bereits vor dem Erlass des Haftbefehls aufgefordert worden, bis zum 4. März das Land zu verlassen. Angesichts des bevorstehenden Haftbefehls gegen den Präsidenten könne für die Sicherheit der Mitarbeiter der Hilfsorganisation keine Garantie übernommen werden. Laut einer Erklärung der Hilfsorganisation wird der erzwungene Abzug des medizinischen Personals von Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung des Landes schwer treffen. Mehrere Projekte der Organisation, in denen medizinische und allgemeine humanitäre Hilfe geleistet wurde, müssten nun aufgegeben werden. In einigen Gebieten wird die Bevölkerung nun keinerlei medizinische Hilfe mehr erhalten können. Die Organisation betont, dass politische Neutralität und Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen zu den Grundsätzen ihrer Arbeit gehöre.

Hintergrund des Haftbefehls gegen den sudanesischen Präsidenten ist eine Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Region Darfur. Umar Hasan al-Baschir soll persönliche Verantwortung für Morde, Vertreibungen, Folterungen und Vergewaltigungen tragen. Der Antrag des Chefanklägers Luis Moreno Ocampo, Umar Hasan auch wegen Völkermordes anzuklagen, fand jedoch nicht die Unterstützung des Den Haager Gerichtshofes. Die Regierung des Sudans wurde aufgefordert, den Haftbefehl zu vollstrecken. Es war das erste Mal, dass der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen einen amtierenden Präsidenten eines Staates ausstellte.

Weblinks

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „den Darfur-Konflikt“.

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  • Portal:Sudan

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May 23, 2008

Myanmar will nun doch ausländische Helfer ins Land lassen

Myanmar will nun doch ausländische Helfer ins Land lassen

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Veröffentlicht: 18:20, 23. Mai 2008 (CEST)
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Ban Ki-moon

Pyinmana (Myanmar), 23.05.2008 – Gegenüber dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, der sich seit Donnerstag in Myanmar aufhält, erklärte die Führung des südostasiatischen Landes, das Ende April so schwer von dem tropischen Wirbelsturm Nargis getroffen worden war, ihre Bereitschaft nun doch ausländische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen einreisen zu lassen. Eine entsprechende Übereinkunft wurde offenbar zwischen dem UNO-Generalsekretär und dem Junta-Chef Than Shwe in einem Gespräch erzielt. Die Helfer sollen nun auch in das Irrawaddy-Delta einreisen dürfen, das bei dem Sturm die schwersten Schäden zu verzeichnen hatte. Bisher hatte die Junta ausländische Helfer zunächst gar nicht und nach einem Krisentreffen der ASEAN-Staaten am 19. Mai nur auf den Kreis der ASEAN-Staaten beschränkt zugelassen.

Einige Fragen sind jedoch noch offen. Die Junta hatte bestimmte Regionen des Irrawaddy-Deltas nach der Sturmkatastrophe zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Es ist unklar, ob Helfer in diese Gebiete einreisen können.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon betrachtet die erzielte Vereinbarung als „Durchbruch“. In den letzten Wochen hatte der UNO-Generalsekretär mehrfach vergeblich versucht General Than Shwe telefonisch zu erreichen.

Die Hilfsorganisation CARE begrüßte die Öffnung der Grenzen des Landes für ausländische Helfer. Der Hauptgeschäftsführer der Organisation, Dr. Wolfgang Jamann, erklärte: „Das ist ein Wendepunkt. CARE geht davon aus, mit der neuen Entwicklung die bereits begonnene Arbeit beschleunigen zu können. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorn.“

Die deutsche Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf den Schritt der Militärjunta. Die heutige Erklärung des Juntachefs wurde als erstes Signal einer Öffnung für internationale Hilfe interpretiert. Auch Hilfsorganisationen blieben teilweise noch skeptisch. Ein Sprecher von Malteser International erklärte: „Denn ins Land zu kommen, bedeutet noch lange nicht, sich auch frei bewegen zu dürfen.“ Christian Ramm von terre des hommes erklärte, die Öffnung komme viel zu spät: „Diese Verzögerung dürfte viele Birmanen, die sofort Hilfe gebraucht hätten, das Leben gekostet haben.“ Die Zahl der Hilfsbedürftigen im Irrawaddy-Delta wird von den Vereinten Nationen auf 2,4 Millionen Menschen geschätzt.

Die Zahl der Toten und Vermissten nach dem verheerenden Auswirkungen des Wirbelsturmes und der anschließenden Überflutung des Irrawaddy-Deltas wird von der Regierung Myanmars offiziell inzwischen mit knapp 134.000 Menschen angegeben. Die Zahl der bestätigten Toten liegt bei 78.000.

Trotz der Verwüstungen im Süden des Landes plant die Regierung Myanmars am kommenden Samstag das in anderen Landesteilen bereits stattgefundene Verfassungsreferendum nachzuholen.

Für Sonntag ist in Rangun eine internationale Geberkonferenz geplant, bei der finanzielle Hilfen für das von der Katastrophe zerstörte Land beraten werden sollen. In diesem Zusammenhang wird mit Spannung eine Entscheidung über das Schicksal der auch international bekannten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi erwartet, die seit dem 30. Mai 2003 unter Arrest steht. Nach dem in Myanmar geltenden Recht darf ein solcher Hausarrest jedoch nicht länger als fünf Jahre dauern.

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May 16, 2008

Weiterhin katastrophale Lage in Myanmar nach dem Zyklon „Nargis“

Weiterhin katastrophale Lage in Myanmar nach dem Zyklon „Nargis“

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Veröffentlicht: 18:01, 16. Mai 2008 (CEST)
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Rangun (Myanmar), 16.05.2008 – Die humanitäre Krise in Myanmar spitzt sich knapp 14 Tage nach dem verheerenden Tropensturm „Nargis“ immer weiter zu. Offiziellen Angaben zufolge wurden 34.273 Menschen durch den Sturm und die anschließende Überschwemmung getötet. 27.836 Menschen gelten als vermisst. Hilfsorganisationen befürchten, dass weit mehr Menschen durch die Katastrophe getötet worden sein könnten. Von bis zu 130.000 Todesopfern ist die Rede. Wie heute bekannt wurde, sind in dem am schwersten betroffenen Gebiet, dem Irrawaddy-Delta, bereits erste Cholerafälle aufgetreten. Das berichteten Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes aus der Küstenstadt Labutta. Die Menschen haben vermutlich verschmutztes Wasser getrunken. Die Situation in Myanmar könnte sich in den nächsten Tagen durch schwere Regenfälle weiter verschlechtern. Ein Tiefdruckgebiet, das in den letzten Tagen über der Bucht von Bengalen gestanden hatte, habe nun das Festland erreicht, meldet die indische Meteorologiebehörde.

Wie Steve Marshall, Sprecher der UN-Büros in Birma, in Bangkok mitteilte, hat die Regierung in dem Katastrophengebiet lediglich sechs Hubschrauber im Einsatz. Diese könnten täglich nur 24 Tonnen Hilfsgüter in das Katastrophengebiet transportieren. Das Kinderhilfswerk UNICEF sorgt sich um die Situation der Kinder im Irrawaddy-Delta, viele von ihnen litten inzwischen an Durchfall- sowie Haut- und Atemwegserkrankungen. Hunderttausende Menschen sind schutzlos der Witterung ausgesetzt, weil ihre Häuser zerstört wurden. Wie die „Aktion Deutschland hilft“ heute mitteilte, werde insbesondere von den Hilfsorganisationen, die bereits vor dem Zyklon in Myanmar tätig waren, trotz aller behördlicher Behinderungen effektive Hilfe geleistet. In der „Aktion Deutschland hilft“ sind mehrere Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, unter anderem die Johanniter Unfall-Hilfe, der Malteser-Hilfsdienst und World Vision Deutschland. Bisher habe man in Deutschland 1,95 Millionen Euro an Spendengeldern erhalten. „Aber angesichts der Tatsache, dass so vielen Menschen geholfen werden muss, wird das nicht ausreichen“, erklärte die Geschäftsführerin der Organisation, Manuela Roßbach. Sie warnte vor einer neuen Katastrophe, wenn die Hilfe nicht mit Hochdruck fortgesetzt werde: „Weite Teile des Landes stehen unter Wasser, und jetzt kommt der Monsun, danach der Hunger.“ Moritz Wohlrab von der „Aktion Deutschland hilft“ sagte, es sei in Deutschland fatalerweise ein falscher Eindruck entstanden, wonach die Hilfe in Myanmar nicht ankomme. Bisher seien jedoch 65 Tonnen Reis, Decken, Kleidung und Plastikplanen sowie rund eine Million Wassertabletten in der Krisenregion verteilt worden.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland meldete gestern, der erste rein deutsche Hilfsflug sei gestern in Rangun eingetroffen. Teil der Lieferung waren unter anderem sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen des Technischen Hilfswerks (THW) sowie medizinische Notfallsets und Medikamente, die von Hilfsorganisationen dringend benötigt würden. Weitere sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen seien mit einem Flug des Deutschen Roten Kreuzes unterwegs. Mit dem Eintreffen der Maschine wird am Freitagnachmittag gerechnet.

Die Welternährungsorganisation FAO warnt unterdessen vor den mittelfristigen Konsequenzen der Katastrophe für die Nahrungsversorgung der Bevölkerung in Myanmar, da die für die nächste Aussaat benötigten Reisvorräte durch die Überflutung vernichtet wurden.

Der Entwicklungskommissar der Europäischen Union, Louis Michel, der sich seit Mittwoch in Myanmar aufhält, um die Junta aufzufordern, das Land für ausländische Helfer zu öffnen, durfte nicht in das Katastrophengebiet reisen. Die Behörden hätten eine Einreisegenehmigung erst für den kommenden Samstag erteilt, wenn er bereits wieder das Land verlassen habe. Zusagen für eine Öffnung des Landes für ausländische Hilfskräfte hat der Kommissar nicht erhalten.

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May 14, 2008

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

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Veröffentlicht: 12:48, 14. Mai 2008 (CEST)
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Genf (Schweiz), 14.05.2008 – Vor einer zweiten – humanitären – Katastrophe nach dem tropischen Wirbelsturm „Nargis“ in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai hat Elizabeth Byrs vom UN-Büro zur Koordinierung von Hilfsmaßnahmen (OCHA) gestern in Genf gewarnt. Rund zwölf Tage, nachdem 1,5 Millionen Menschen direkt oder indirekt durch die Auswirkungen des verheerenden Zyklons nun auf Hilfe angewiesen sind, konnte mit etwa 270.000 Menschen bisher weniger als ein Drittel der Hilfsbedürftigen erreicht werden.

Elizabeth Byrs forderte einen Luft- und Seekorridor, um Hilfe in wesentlich größerem Maßstab als bisher ins Land zu bringen. An die Regierung Myanmars appellierte sie, den Hilfsorganisationen größere Unterstützung zukommen zu lassen. Dafür gebe es auch erste positive Anzeichen.

Die Visaerteilung für internationale Helfer verlief gestern jedoch weiterhin schleppend. So erhielten 13 Experten auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung des Technischen Hilfswerks (THW) aus Deutschland die erforderlichen Einreisegenehmigungen. Am Dienstag wurde seitens der Behörden des Landes laut taz jedoch erneut deutlich gemacht, dass in Myanmar ausländische Helfer nicht erwünscht seien. Die Verteilung von Hilfsgütern werde durch das Militär vorgenommen, wenn die Hilfsorganisationen nicht über einheimische Helfer verfügten.

Unter Berufung auf staatliche Organe in Myanmar teilte die Weltgesundheitsorganisation gestern mit, durch den Zyklon Nargis seien 31.938 Menschen ums Leben gekommen. 1.403 Menschen seien verletzt worden, und 29.770 Menschen würden vermisst.

Ärzte ohne Grenzen teilte gestern mit, drei Flugzeuge der Hilfsorganisation seien gestern in Rangun mit 110 Tonnen Hilfsgütern gelandet. Eine weitere Frachtmaschine sei noch unterwegs. 22 Teams der Organisation seien im Irawaddy-Delta unterwegs. Der Organisation zufolge wurde eine große Zahl einheimischer Mitarbeiter eingestellt, so dass für die Verteilung der Güter und andere logistische Unterstützung nun mehr als 200 Helfer zur Verfügung stehen. Weitere Ladungen mit Hilfsgütern und zusätzliche Helfer warten aber noch auf eine Einreisegenehmigung. Ärzte ohne Grenzen ist seit 1992 in Myanmar tätig. 43 internationale und mehr als 1.200 nationale Mitarbeiter der Organisation sind nach Aussagen der Organisation in dem Land im Einsatz. Jährlich werden in den Stationen der Organisation etwa eine Millionen Menschen medizinisch versorgt.

Unterdessen werden auf internationaler politischer Ebene weiterhin Möglichkeiten erörtert, wie den von Seuchen und Hunger bedrohten Menschen in Myanmar effektiver geholfen werden könnte. Eine Forderung Frankreichs nach der Einschaltung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen wurde durch die Sicherheitsratsmitglieder China und Indonesien abgelehnt. Der thailändische Ministerpräsident Surayud Chulanont bemühte sich bisher vergeblich um Vermittlung zwischen der internationalen Gemeinschaft und der Militärregierung Myanmars. Ein erster Versuch war am Sonntag ergebnislos verlaufen. In der letzten Woche war ein Besuch von der Junta mit dem Hinweis abgelehnt worden, man sei zu sehr beschäftigt, um ihn zu empfangen. Am Mittwoch will Chulanont einen weiteren diplomatischen Vermittlungsversuch unternehmen.

Die Europäische Union hat die Regierung von Myanmar erneut zur Kooperation aufgefordert. EU-Kommissar Louis Michel brach ebenfalls zu einer diplomatischen Mission nach Myanmar auf. Auch die Möglichkeit, die Versorgung der Bevölkerung notfalls mit militärischen Mitteln abzusichern, steht inzwischen zur Diskussion. Die deutsche Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach sich gegen die Anwendung von Gewalt aus. Zwar sei politischer Druck notwendig, das habe aber nichts mit „Sanktionen zu tun oder militärischen Aktionen“. Überraschend sprach sich der Linkspolitiker Wolfgang Nešković für die Anwendung von militärischer Gewalt zur Absicherung von Hilfeleistungen für die Opfer der Flut- und Sturmkatastrophe in Myanmar aus. Die Linkspartei hatte bisher immer ein militärisches Engagement der Bundeswehr im Ausland abgelehnt. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte der Linkspolitiker: „Es ist so, wie Sarkozy das sagt: Man kommt mit Militär an und verteilt die Güter. Und wenn sich dann das dortige Militär einem entgegenstellt, dann stellt man sicher, dass man die Güter weiter verteilen kann. Ich räume ein, dass dafür eigentlich ein Beschluss des UN-Sicherheitsrat nötig ist.“ Zur Rechtfertigung berief sich Nešković auf einen „übergesetzlichen Notstand“ angesichts der Notsituation der Menschen in dem Land.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gab auf seiner Internetseite gestern eine partielle Reisewarnung für Myanmar heraus. Aufgrund der großflächigen Zerstörung der Infrastruktur in mehreren Regionen des Landes sollte „von Reisen in diese Gebiete […] daher abgesehen werden.“

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  • Portal:Myanmar
  • Ärzte ohne Grenzen zur Situation in Myanmar: „Wir brauchen dringend mehr Unterstützung, denn das Ausmaß der Katastrophe ist enorm.“ (22.07.2008)

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November 2, 2007

Verdacht auf Kindesmissbrauch: 61-jähriger Kölner verhaftet

Verdacht auf Kindesmissbrauch: 61-jähriger Kölner verhaftet

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Veröffentlicht: 17:47, 2. Nov. 2007 (CET)
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Luftbild von Phnom Penh

Phnom Penh (Kambodscha), 02.11.2007 – Nachdem Polizisten sein Hotelzimmer durchsucht und ihn zusammen im Bett mit einer 14-Jährigen gefunden hatten, wurde am gestrigen Donnerstag ein Deutscher in Phnom Penh verhaftet. Jetzt wird dem 61-jährigen Hubert J. R. Ausschweifung vorgeworfen, ein Vergehen, das eine ganze Reihe sexueller Straftaten beinhaltet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Deutschen bis zu 20 Jahren Gefängnis.

Es ist nach wie vor unklar, was der 61-jährige Mann mit dem Mädchen gemacht hatte, als die Polizisten in sein Hotelzimmer eindrangen. Eine Polizeiquelle gab an, dass Reimund in Unterwäsche schlafend neben dem Mädchen vorgefunden wurde. Weiterhin wird er verdächtigt, bereits zuvor mehrere Male mit der 14-Jährigen sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Das Mädchen bestätigte dies später der Polizei.

Samleang Seila, der Leiter der französischen Organisation „Pour Les Enfants“ in Kambodscha, gab gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, Reimund schon seit 2006 zu beobachten und diesen häufig in Begleitung junger Mädchen angetroffen zu haben. „Kambodscha ist noch sehr labil. Geld ist hier sehr wichtig und mit Geld kann jeder machen was er will“, verweist ein UNICEF-Mitarbeiter auf die Methoden der Pädophilen. Durch Armut und Mangel an Bildung ist es für Pädophile relativ einfach, Opfer zu verführen.

Das südostasiatische Land hat nach wie vor einen eher schlechten Ruf als ein relativ sicheres Gebiet für Pädophile – trotz etlicher Verurteilungen von Ausländern in der Vergangenheit. Erst im März dieses Jahres wurden zwei deutsche Männer für schuldig befunden, sich an vietnamesischen Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren vergangen zu haben, und müssen nun eine langjährige Haftstrafe absitzen. Im April verurteilte das gleiche Gericht den 61-jährigen Deutschen Walter Muze aus Stuttgart wegen sexueller Kontakte mit einem 13-jährigen kambodschanischen Mädchen.

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Skandal um angebliche Waisenkinder im Tschad

Skandal um angebliche Waisenkinder im Tschad

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Veröffentlicht: 15:16, 2. Nov. 2007 (CET)
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Abéché (Tschad), 02.11.2007 – In dem Skandal um angebliche Waisenkinder im Tschad hat jetzt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) bekannt gegeben, dass wenigstens 91 der 103 Kinder, die von der französischen Organisation „Arche de Zoé“ aus dem Tschad ausgeflogen werden sollten, tatsächlich keine Waisen sind, sondern zumindest ein Elternteil haben. Das ergaben Gespräche mit den Kindern, die in den letzten Tagen geführt worden sind. Die übrigen 12 Kinder werden noch befragt.

Am vergangenen Freitag hatten die Behörden des Tschad den Abtransport der Kinder in letzter Minute verhindern können. Sechs französische Mitarbeiter der angeblichen Hilfsorganisation sowie drei sie begleitende Journalisten sind inzwischen festgenommen worden. Ihnen wird Kinderhandel und Betrug vorgeworfen. Am 29. Oktober wurde gegen sie formell Anklage erhoben. Mitangeklagt sind auch sieben Mitarbeiter einer spanischen Fluggesellschaft. Der Präsident des Tschad, Idriss Deby, sagte laut Tagesschau: „Wir haben es hier ganz klar mit Kindesentführung zu tun. Gegen ihren Willen und gegen den Willen ihrer Eltern wollte man sie nach Europa bringen.“ Die Hilfsorganisation bestreitet jedoch alle Vorwürfe.

UNICEF Deutschland erklärte zu dem Vorgehen der Hilfsorganisation: „Die geplante Aktion der französischen Hilfsorganisation, die die Kinder in Gastfamilien in Frankreich bringen wollte, ist sehr ungewöhnlich und widerspricht allen international anerkannten Grundsätzen der humanitären Hilfe in Krisengebieten.“ Die Organisation Arche de Zoé war UNICEF bisher nicht bekannt. Die UNICEF fordert die Aufklärung der Vorgänge. Zusammen mit dem Internationalen Roten Kreuz (ICRC) und dem UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) unterstützt die UNICEF die örtlichen Behörden bei der Versorgung der Kinder sowie bei dem Versuch, die Kinder ihren Eltern zurück zu geben. Die meisten der Kinder stammen nach UNICEF-Angaben wahrscheinlich nicht aus der Bürgerkriegsregion Darfur im Süd-Sudan wie die Hilfsorganisation behauptet, sondern wahrscheinlich aus Lagern in der Nähe der sudanesischen Grenze. Zurzeit werden die Kinder in einem Kinderheim der Stadt Abéché versorgt.

„Arche de Zoé“ ist laut Spiegel Online im Pariser Vereinsregister als offizielle Hilfsorganisation eingetragen. Sie ist vor drei Jahren nach dem Tsunami in Südostasien gegründet worden und hat ihre Aktivitäten seit einigen Jahren auf Afrika konzentriert. Der Gründer der Organisation ist ein ehemaliger Feuerwehrmann.

Der Vorfall sorgte auch für Verstimmungen zwischen den Regierungen des Tschad und Frankreichs. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erklärte, seine Regierung stelle sich voll hinter die Regierung des Tschad, das Vorgehen der Hilfsorganisation sei „illegal und inakzeptabel“. In Frankreich wurde inzwischen ein Krisenstab zur Aufklärung der Aktivitäten der Hilfsorganisation Arche de Zoé gebildet. Die aus Afrika stammende Staatssekretärin im Außenministerium Frankreichs, Amt Rama Yade, erklärte: „Das ist eine illegale Operation. Illegal gegenüber unserer Gesetzgebung, aber auch gegenüber der Gesetzgebung des Tschad und des Sudan, da in beiden Ländern Adoption verboten ist. Man nimmt keine Kinder einfach so aus ihrem Umfeld heraus, ohne zu überprüfen woher sie kommen und ob sie eine Familie haben.“

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  • Portal:Zur Lage der Kinder der Welt

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February 17, 2007

Roter Halbmond zieht Mitarbeiter aus mauretanischem Flüchtlingslager zurück

Roter Halbmond zieht Mitarbeiter aus mauretanischem Flüchtlingslager zurück

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Artikelstatus: Fertig 21:37, 17. Feb 2007 (CET)
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Nouadhibou (Mauretanien), 17.02.2007 – Aus Protest gegen schlechte hygienische Bedingungen und Verzögerungen bei der Rückführung von Flüchtlingen hat die Hilfsorganisation „Roter Halbmond“ ihre Mitarbeiter aus einem von Spanien unterhaltenen Flüchtlingslager in Mauretanien zurückgezogen. Bei medizinischen Notfällen stünden sie aber nach eigenen Angaben zur Verfügung.

370 Männer erreichten am Montag mit dem Schiff „Marine 1“ den Hafen von Nouadhibou im Norden Mauretaniens. Die „Marine 1“ ist vermutlich in Guinea mit Kurs auf die Kanarischen Inseln in See gestochen. Unterwegs war das Schiff in Seenot geraten. Spanien hatte dem Schiff verweigert in einem kanarischen Hafen anzudocken. Im letzten Jahr erreichten mehr als 30.000 Flüchtlinge die Kanarischen Inseln. Weil andere Regierungen der Region, darunter die Marokkos, des Senegal und zunächst auch die mauretanische dem Schiff ebenfalls keine Genehmigung zur Einfahrt in einen Hafen erteilt hatten, befanden sich die Flüchtlinge für mehr als eine Woche auf einer Odyssee im Nordatlantik. Nach ihrer Ankunf in Nouadhibou wurden die Flüchtlinge vorübergehend in einer leerstehenden Fischfabrik untergebracht, die von spanischen Polizisten bewacht wird. Mauretanien nahm die Flüchtlinge nur unter der Bedingung auf, dass Spanien für den weiteren Umgang mit ihnen zuständig ist.

Die von Spanien gewünschte Identifizierung der Flüchtlinge, mit dem Ziel, sie anschließend in ihre Heimatländer zurückzuführen, hat sich als schwierig erwiesen – in Agenturmeldungen ist von einem logistischen und diplomatischen Albtraum die Rede. Nur wenige der Männer konnten bisher in ihre Heimatländer zurückgebracht werden. Die meisten der Flüchtlinge gaben an, aus dem indischen Teil Kaschmirs zu stammen. Auf dem Schiff waren aber auch Männer aus dem südlichen Afrika. Laut Reuters flog Spanien bisher 35 Männer nach Kap Verde, von wo aus sie nach Guinea gebracht werden sollen. Menschen aus Myanmar, Sri Lanka und Afghanistan wurden auf die Kanaren gebracht, wo über ihren Flüchtlingsstatus entschieden werden wird.

Laut Ahmedou Ould Haye, dem Leiter des „Roten Halbmonds“ in Nouadhibou ist die Fischfabrik ungeignet für einen längeren Aufenthalt der noch etwa 300 Bootsflüchtlinge, deren rechtlicher Status unklar ist. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Ahmedou Ould Haye am Freitag, die dortigen hygienischen Bedingungen seien beklagenswert. Die von Spanien erwünschte Identifizierung der Flüchtlinge kann nach Meinung des Vertreters der Hilfsorganisation mehrere Monate dauern. Im staatlichen spanischen Radio bestätigte die stellvertretende spanische Premierministerin María Teresa Fernández de la Vega, dass die Prozedur Zeit in Anspruch nehmen werde. Man werde dabei die Menschenrechte achten und mit den Migrationsbehörden kooperieren, so die Politikerin. Um bei der Identifizierung zu helfen, sind Diplomaten aus Indien, Pakistan und Guinea nach Nouadhibou gereist.

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February 13, 2007

Unicef zieht negative Bilanz am Internationalen Gedenktag für Kindersoldaten

Unicef zieht negative Bilanz am Internationalen Gedenktag für Kindersoldaten

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Artikelstatus: Fertig 13:00, 13. Feb 2007 (CET)
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Köln (Deutschland), 13.02.2007 – Angesichts vieler anderer Gedenktage mag dieser Tag möglicherweise im Trubel der alltäglichen Nachrichtenflut über Armut und Elend untergehen: Am 12. Februar 2007 war der „Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“. Dieser Tag geht zurück auf ein von den Vereinten Nationen am 12. Februar 2002 verabschiedetes Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, das den Einsatz von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren als Soldaten international ächtete. 111 der ungefähr 200 Mitgliedsstaaten der UN unterzeichneten das Abkommen inzwischen, darunter auch Deutschland. Dennoch zog die UNICEF aus Anlass des Gedenktages eine negative Bilanz: „Der zynische Missbrauch von Kindern als Soldaten geht trotz der weltweiten Ächtung als Kriegsverbrechen weiter“, erklärte ein UNICEF-Sprecher am Montag in Köln. Wie der Geschäftsführer von UNICEF-Deutschland, Dietrich Garlichs, weiter ausführte, werden Kinder „von skrupellosen Machthabern und Milizenchefs ausgebeutet. Noch immer werden die Verantwortlichen kaum zur Verantwortung gezogen“.

Nach UNICEF-Angaben werden schätzungsweise 250.000 Kinder und Jugendliche in vielen regionalen Konflikten der Welt als Kindersoldaten missbraucht, unter anderem in Burundi, Birma, der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien, Nepal, den Philippinen, Somalia, Sri Lanka, dem Sudan, dem Tschad und in Uganda. Der Mädchenanteil liegt laut UNICEF bei 40 Prozent.

Aus Anlass des Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten appellierten zwölf deutsche Hilfsorganisationen (Amnesty international, Kindernothilfe e.V., Netzwerk Afrika Deutschland, Aktion Weißes Friedensband e.V., Lutherischer Weltbund, medico international, Missio, World Vision, terre des hommes e.V., UNICEF, Adveniat, Mission Eine Welt) an die deutsche Bundesregierung und die Verantwortlichen, auf europäischer Ebene stärker im Sinne von Prävention und Rehabilitation praktisch tätig zu werden. Was in diesem Zusammenhang mit „Rehabilitation“ gemeint ist, erklärte Jörg Nowak von missio: „Ehemalige Kindersoldaten sind auf Hilfe angewiesen. Sonst enden sie als Straßenkinder oder greifen als Kriminelle zur Waffe.“ In diesem Zusammenhang wurde die Frage nach der Glaubwürdigkeit der deutschen Bundesregierung gestellt. Kindersoldaten, denen die Flucht nach Deutschland gelänge, würde häufig Asyl verweigert. Diese Kinder erhielten lediglich eine Duldung.

Für einen Lichtblick an dem Tag für Kindersoldaten sorgte laut dem katholischen Hilfswerk missio ein katholischer Missionar in Uganda. 400 Kindersoldaten im Norden Ugandas konnte der Geistliche zur Flucht verhelfen, indem er immer mit Hilfe eines Radiosenders, (der mit Unterstützung der „Aktion Volltreffer“ errichtet worden war,) an die Jugendlichen appelliert hatte, ihre Waffen wegzuwerfen und sich in den Schutz der Kirche zu begeben.

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