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January 26, 2015

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani stellt sein Kabinett vor

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani stellt sein Kabinett vor

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Veröffentlicht: 20:18, 26. Jan. 2015 (CET)
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Aschraf Ghani Ahmadsai

Kabul (Afghanistan), 26.01.2015 – Beim ersten Wahlgang am 5. April 2014 hatte Aschraf Ghani Ahmadsai rund 32 Prozent der Stimmen erhalten und unterlag damit dem erfolgreichsten Kandidaten Abdullah Abdullah, der auf 45 Prozent gekommen war. Aus der Stichwahl am 14. Juni 2014 ging Ghani mit 56 Prozent als Sieger hervor.

Am 29. September 2014 wurde Aschraf Ghani als neuer Präsident vereidigt. Er ist sunnitischer Muslim und mit einer Christin verheiratet. Dem neuen Kabinett gehören 22 Männer und drei Frauen an. Armeechef Sher Mohammad Karimi wird Verteidigungsminister. Als Innenminister ist Nur ul Haq Ulumi, ehemaliger General der pro-sowjetischen Regierung in den 1980er Jahren, vorgesehen. Der Sohn von Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani soll Außenminister werden. Bei einigen Ministern hatte es Probleme gegeben, so dass die Kabinettsbildung länger als erwartet dauerte. So wurde der als Landwirtschaftsminister vorgesehene Kandidat wegen Steuerbetrugs von Interpol gesucht. Ob eine Journalistin, die als Wahlberichterstatterin gearbeitet hatte, Frauenministerin wird, war bis vor kurzem nicht sicher.

Afghanistan bezeichnet sich als Islamische Republik. Der Islam ist Staatsreligion, die Gesetzgebung richtet sich weitgehend nach dem Koran. Dies gilt auch in den Ländern Iran, Jemen, Mauretanien, Sudan und Pakistan. Zwischen den Ländern bestehen jedoch erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Rechte des Präsidenten und des Parlaments. Der Präsident Afghanistans muss sich zur islamischen Religion bekennen und wird direkt vom Volk gewählt, der Anteil der Frauen im Parlament ist gesetzlich festgelegt: Das Unterhaus hat 249 Sitze, bei denen 68 für Frauen vorgesehen sind.

Der Präsidenten hat am 20. Januar die Minister vorgestellt. Diese müssen nun jeweils das Programm für ihren Aufgabenbereich beschreiben und dann vom Parlament bestätigt werden. Die ursprünglich auf drei Tage angesetzte Einzelvorstellung der Minister verzögerte sich ebenfalls, bis heute waren nur zehn vom Parlament angehört worden.

Themenverwandte Artikel

Wikinews-logo.svg   Portal:Islam

Quellen

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September 30, 2014

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kashgar: Todesstrafe für Mord an Imam

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Veröffentlicht: 30.09.2014, 06:51 (CEST)
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Die Id Kah Moschee in Kashgar

Kashgar (China), 30.09.2014 – Ein Gericht des im äußersten Westen von China gelegenen Kashgar hat zwei Männer wegen des Mordes an Jume Tahir, dem Imam der Id-Kah-Moschee in Kashgar, Ende Juli zum Tode verurteilt. Ein dritter Mann wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mord an dem pro-chinesischen Imam hatte sich nur wenige Tage nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und chinesischen Sicherheitskräften im autonomen Gebiet Xingjiang ereignet. Chinesische Medien sahen einen klaren Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen, die von den Behörden als – religiös motivierter – „Terrorismus“ eingestuft wurden.

Der Intermediate People′s Court in Kashgar verurteilte Gheni Hesen und Nurmemet Abidilimit zum Tode. Hesen soll die Tat geplant und weitere Mitglieder für die „Terrorgruppe“ rekrutiert haben, während Abidilimit Waffen „vorbereitet“ und Informationen gesammelt haben soll. Abidilimit war von der Polizei kurz nach dem Mord nach einem Feuergefecht, bei dem zwei weitere Verdächtige getötet worden waren, verhaftet worden. Seine Aussage führte dann zur Verhaftung von Hesen und von Atawulla Tursun, der wegen „Vorbereitung von Waffen“ und des Sammelns von Informationen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Die Todesstrafen, die das Gericht am Sonntag verhängt hat, müssen nun noch von einem höheren Gericht bestätigt werden. Doch dies ist nur eine Formalität und geschieht in der Regel schnell, genauso wie die anschließende Hinrichtung, über die dann jedoch nicht weiter informiert wird.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Imam der größten Moschee Chinas getötet (01.08.2014)

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August 1, 2014

Imam der größten Moschee Chinas getötet

Imam der größten Moschee Chinas getötet

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Veröffentlicht: 23:56, 1. Aug. 2014 (CEST)
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Die Id-Kah-Moschee in Kashgar

Kashgar (China), 01.08.2014 – Am Mittwochmorgen (30.7., Ortszeit) wurde der Imam der größten Moschee Chinas, der Id-Kah-Moschee in Kashgar, Opfer eines Anschlages. Jume Tahir wurde kurz nach dem Morgengebet tot in einer Blutlache liegend auf dem Gelände der Moschee gefunden. Er war offensichtlich niedergestochen worden.

Der Mord geschah nur zwei Tage, nachdem bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizeikräften in der Nähe von Kashgar zahlreiche Menschen, vor allem auf Seiten der Protestierer, getötet worden waren. Die Proteste hatten sich gegen Beschränkungen der chinesischen Regierung wie das Fastenverbot für Beamte und Schüler und Studenten im islamischen Fastenmonat Ramadan gerichtet. Die zeitliche Nähe beider Ereignisse legt einen Zusammenhang mit dem Anschlag nahe. Tahir war ein Unterstützer der chinesischen Regierungspolitik und ausgesprochener Kritiker muslimischer Gewalttäter. Er war Vize-Präsident der Chinesischen Islamischen Vereinigung, die für sich in Anspruch nimmt, alle Muslime Chinas zu vertreten, und ein Vize-Präsident des Nationalen Volkskongresses, des chinesischen Parlaments. In den Medien wird dazu ein namentlich nicht genannter Mann aus Kashgar zitiert, der Tahir beschuldigte, die Moschee in eine „kommunistische Progaganda-Schule“ verwandelt zu haben.

Die chinesischen Sicherheitskräfte haben am Mittwochmittag zwei Verdächtige im Zusammenhang mit dem Mord getötet, als sie mit Messern und einer Axt Widerstand gegen ihre Verhaftung leisteten. Ein dritter Verdächtiger konnte festgenommen werden. Von den chinesischen Medien werden die Verdächtigen als „Terroristen“ bezeichnet und die Festnahme als Teil des aktuellen Kampfes gegen den „Terrorismus“ im autonomen Gebiet Xingjiang dargestellt. Den Verdächtigen wird unterstellt, sie hätten mit dem „Mord“ nur ihr Ansehen unter zu Gewalt bereiten Extremisten vor weiteren „großen“ Angriffen steigern wollen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Unruhen im Westen Chinas: Dutzende Tote (30.Juni 2013)

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February 22, 2012

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

Afghanistan: Proteste nach Koran-Verbrennungen

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Veröffentlicht: 20:06, 22. Feb. 2012 (CET)
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Kabul (Afghanistan), 22.02.2012 – Laut dem arabischen TV-Sender Al Jazeera haben in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, über tausend Menschen gegen die Koran-Verbrennungen, die von einigen US-Soldaten begangen wurden, protestiert. Die Proteste zogen sich über das ganze Land. Mindestens acht Demonstranten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Nach Angaben der Behörden wurden dutzende weitere bei den Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen verletzt. Präsident Hamid Karsai forderte von der US-Armee eine schnellere Übergabe des Gefängnisses von Bagram an die Afghanen.

Nach Angaben der afghanischen Polizei setzten in Kabul wütende Demonstranten Fahrzeuge in Brand und attackierten Geschäfte. Als von Demonstranten Autoscheiben eingeschlagen und eine Hauptstraße in der Nähe des US-Stützpunktes Camp Phoenix blockiert wurde, wurde in die Menschenmenge geschossen. Durch das eröffnete Feuer wurden mindestens drei Menschen verletzt. Unklar ist noch, wer geschossen hat. Dass die Polizei das Feuer eröffnet hatte, wurde von den afghanischen Sicherheitskräften nicht bestätigt. In Kabul starb ein Demonstrant, teilte das Gesundheitsministerium mit.

In der ostafghanischen Stadt Dschalalabad kam es auch zu Demonstrationen. Rund tausend Studenten blockierten eine Hauptstraße. Angaben Al Jazeeras zufolge sollen ein Mensch bei Schießereien mit anti-amerikanischen Demonstranten getötet und zehn weitere Menschen verletzt worden sein. Eine Sprecherin der Provinzbehörden der Nachrichtenagentur AFP sagte, dass sechs Menschen im Bezirk Schinwar in der Provinz Parwan nördlich von Kabul getötet worden sind.

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram protestiert wird. Am Dienstag kam es schon zu Demonstrationen und zu Angriffen auf den Stützpunkt. Nach den Vorfällen entschuldigte sich General John Allen, Oberkommandeur der Nato-geführten Internationalen Schutztruppe ISAF. Allen nannte dies einen „unangemessenen Umgang“ mit islamischem religiösen Material. Er sagte, dass die Verbrennungen von Koran-Ausgaben „irrtümlich“ geschehen seien. Dass US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Ausgaben zur Entsorgung versehentlich in eine Verbrennungsanlage gebracht hätten, ist von der ISAF bestätigt worden.

Alle Soldaten wurden nun von ISAF zu einer Schulung verpflichtet. Bis Anfang März sollen sie lernen, mit Gegenständen aus religiösen Kontexten, wie etwa dem Koran, angemessen umzugehen. Für Muslime ist jede Schändung des Korans eine Todsünde. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta entschuldigte sich für den „höchst bedauerlichen Zwischenfall“. Aus Sicherheitsgründen hat die US-Botschaft in Kabul für ihre Mitarbeiter ein Reiseverbot verhängt.

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February 18, 2010

Malaysia: Drei muslimische Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr mit Stockschlägen bestraft

Malaysia: Drei muslimische Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr mit Stockschlägen bestraft

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Veröffentlicht: 20:48, 18. Feb. 2010 (CET)
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Putrajaya (Malaysia), 18.02.2010 – Erstmals wurden in Malaysia drei Frauen wegen eines Verstoßes gegen das traditionelle islamische Recht (Scharia) zu einer Prügelstrafe verurteilt. Die Strafe wegen nichtehelichem Geschlechtsverkehr war am 9. Februar um 10 Uhr örtlicher Zeit von einem regionalen Scharia-Gericht im Gefängnis von Kajang ausgeführt worden. Zwei der drei Frauen erhielten nach Angaben der malaysischen Onlinezeitung „The Star“ je sechs Schläge mit einem speziellen Rattanstab während die dritte Frau vier Peitschenhiebe erhielt (nach anderen Angaben war es genau umgekehrt).

Geschlechtsverkehr außerhalb einer ehelichen Lebensgemeinschaft gilt nach dem traditionellen islamischen Recht (Scharia) in Malaysia als Gesetzesverstoß. Ein Sprecher der „Malaysischen Vereinigung der Moschee-Jugend“ (Malaysian Assembly of Mosque Youths) verteidigte auf Nachfrage den Vorgang mit den Worten: „Sehen Sie die Botschaft hinter dieser Strafe. Widerrechtlicher Sex könnte leicht zu weiteren gesellschaftlichen Missständen wie Abtreibung oder Verstoßung von Babys führen. Die Strafe dient als Vorschlag zur Lösung auch anderer sozialer Probleme.“[1] Frauenrechtsorganisationen wie „Sisters in Islam“ protestierten gegen die Ausführung der Prügelstrafe. Diese stehe im Widerspruch zum Zivil- und Strafrecht in Malaysia.

Das Thema der Prügelstrafe gegen Frauen bewegt seit einigen Monaten die Öffentlichkeit in Malaysia seit letztes Jahr gegen eine 33-jährige Frau ebenfalls eine Prügelstrafe, in diesem Fall wegen Biertrinkens in der Öffentlichkeit, verhängt worden war. Das Urteil ist noch nicht vollstreckt worden.

Die Ausführung der Prügelstrafe gegen die drei Frauen war unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen worden. Die Vollstreckung der Strafmaßnahme wurde unter genauester Beachtung der dafür geltenden Regeln ausgeführt, wie das Heimatministerium mitteilte. Dazu gehört eine eingehende medizinische Voruntersuchung, um sicherzustellen, dass die Delinquentinnen nicht schwanger sind. Außerdem wird auf die genaue Einhaltung der islamischen Kleiderordnung für Frauen geachtet. Heimatminister Datuk Seri Hishammuddin Hussein erklärte, die bestraften Frauen hätten durch die Bestrafung keinerlei Schnittwunden oder Blutergüsse erlitten. Sie hätten jedoch gestanden, dass die Bestrafung sie tief beeindruckt habe und dass sie ihre Taten bereut hätten. Weiter erklärte der Minister: „Sie hoffen ebenfalls, dass andere nicht gegen die Lehren der Religion verstoßen werden.“[2]

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Scharia
  • Portal:Malaysia

Referenzen

  1. englisches Original: „Look at the message behind the punishment. Illicit sex could easily lead to other social ills such as abortion and baby dumping. The punishment serves as a proposed solution for other social problems
  2. Wortlaut des englischen Originalzitats laut „The Star“: „They are also hoping that others will not go against the teachings of the religion

Quellen

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October 23, 2006

Irakische Geistliche: Selbstmordattentate sind Sünde

Irakische Geistliche: Selbstmordattentate sind Sünde

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Artikelstatus: Fertig 21:39, 23. Okt. 2006 (CEST)
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Mekka (Saudi-Arabien), 23.10.2006 – Sunnitische und schiitische Religionsgelehrte haben sich von Donnerstag, den 19. Oktober bis Samstag, den 21. Oktober 2006 in Mekka getroffen und eine Erklärung verabschiedet, die Selbstmordattentate und Anschläge auf heilige Stätten zur Sünde erklärt. Die Erklärung umfasst insgesamt zehn Punkte und soll dazu beitragen, dem Blutvergießen im Irak ein Ende zu machen.

Die Erklärung wurde während eines Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) vom vergangenen Donnerstag bis zum Samstag vorbereitet und anschließend verabschiedet. Anschläge auf heilige Stätten werden darin als Sünde verurteilt. „Die Botschaft der Erklärung von Mekka soll auch von den Predigern im Irak weitergetragen werden“, sagte der Generalsekretär der OIC, Ekmeleddin Ihsanoglu, dem Fernsehsender Al-Arabiya. Außerdem werden die Iraker mit der Erklärung aufgefordert, daran zu arbeiten, ihr Land politisch, militärisch und wirtschaftlich selbst zu kontrollieren, „und somit die Besatzung zu beenden“.

Die OIC, in der 57 Staaten Mitglied sind, stellte jedoch klar, dass es sich bei der Erklärung um eine religiöse Initiative und nicht um einen politischen Vermittlungsversuch handele.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Irak
  • Portal:Islam
  • Portal:Terrorismus

Quellen

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July 24, 2006

Thailändische Börse prüft Möglichkeit eines Islamindex

Thailändische Börse prüft Möglichkeit eines Islamindex

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Artikelstatus: Fertig 20:54, 24. Jul. 2006 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 24.07.2006 – Die Präsidentin der thailändischen Börse (SET), Patareeya Benjapolchai, bestätigte am Sonntag gegenüber der staatlichen thailändischen Nachrichtenagentur (Thai News Agency, TNA), dass die Börse die Möglichkeit eines so genannten Islamindex prüft. Durch den Islamindex sollen muslimische Investoren dazu bewegt werden, an der thailändischen Börse zu investieren. Eine Entscheidung über die Einführung des Index sei noch nicht getroffen worden.

Nach Angaben von Patareeya Benjapolchai soll ein Gremium die Realisierbarkeit des Index prüfen. Das Gremium wird sich aus Experten zusammensetzen, die Informationen darüber sammeln, wie viele Investoren an einem Islamindex interessiert sind und welche Papiere in den Index aufgenommen werden können. Unternehmen, deren Papiere indiziert werden sollen, müssen bestimmte Bedingungen erfüllen. Unter anderem sollen nur Unternehmen aufgenommen werden, die die islamische Lehre nicht verletzen, also zum Beispiel keine Unternehmen, die im Bargeschäft tätig sind. Bei ihren Beratungen wird sich das Gremium laut TNA am „MFC Islamic Fund“ orientieren. Der Islamindex soll sich aus 50 bis 80 Wertpapieren zusammensetzen. Die „Islamic Bank of Thailand“ zeigte sich erfreut über die Pläne der SET.

Die Mehrheit der thailändischen Bevölkerung ist buddhistisch. Es gibt aber eine muslimische Minderheit, die hauptsächlich in den südlichen Provinzen des Landes lebt. Die SET nahm im April 1975 ihren Handel auf.

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July 29, 2005

Rolle des Islam in der irakischen Verfassung: Frauen fürchten um ihre Rechte

Rolle des Islam in der irakischen Verfassung: Frauen fürchten um ihre Rechte

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Artikelstatus: Fertig
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Bagdad (Irak), 29.07.2005 – Die irakischen Frauen sind geteilter Meinung über die Rolle, die der Islam in der neuen Landesverfassung spielen sollte, die zur Zeit im Parlament ausgearbeitet wird. Einige von ihnen fürchten eine „Rückkehr zum dunklen Zeitalter“.

Ein am Dienstag veröffentlichter erster Entwurf weist dem Islam die Rolle der „offiziellen Staatsreligion“ zu und nennt ihn „die wesentliche Quelle der Gesetzgebung“, eine Formulierung, die wesentlich durch die konservative schiitische Parlamentsmehrheit befürwortet wird. Kein Gesetz dürfe den Grundsätzen des Islam widersprechen. Der Parlamentspräsident Hajim Al-Hasani kommentierte die Aussage dahingehend, damit sei nicht die Herrschaft der Scharia gemeint. Aufgrund unterschiedlicher Interpretationen der Rolle des islamischen Rechtsverständnisses halten Kritiker diese Position jedoch für problematisch, weil sie eine Tür öffne, die die schlimmsten Befürchtungen rechtfertigen könnte. Die Frauenrechtlerin Yannar Mohammed ist der Ansicht, jede Bezugnahme auf den Islam in der Verfassung „bringt uns zurück in das dunkle Zeitalter“. Sie fürchtet, dass mit solchen Formulierungen die Gefahr der Rückkehr zu Steinigungen und öffentlichen Auspeitschungen von Ehebrechern heraufbeschworen werde. Samira Al-Moussawi, Ölingineurin und eine von 87 Frauen in dem aus 275 Mitgliedern bestehenden Parlament, hält solche Befürchtungen für übertrieben. „Da ist nichts, wovor man sich fürchten müsste. Ideologien werden nicht durch das Gesetz vorgeschrieben werden“, sagt Moussawi, die Mitglied der schiitischen Parlamentsmehrheit ist. Der Bezug auf den Islam in der Verfassung sei nichts Ungewöhnliches, da nun einmal die meisten Iraker Moslems seien.

Das gegenwärtige irakische Parlament wurde im Januar unter Richtlinien gewählt, die von der Besatzungsmacht vorgegeben worden waren. Dazu gehörte eine Mindestquote von fünfundzwanzig Prozent Frauen in der Volksvertretung. In der aus 71 Mitgliedern bestehenden Verfassungskommission wirken zurzeit neun Frauen mit. Durch das Engagement in dieser Arbeit gehen die Frauen in diesem Gremium ein hohes Risiko ein. Ende April wurde Lamiya Abed Khaduri von der Partei des ehemaligen Premierministers Iyad Allawi auf den Stufen ihres Hauses erschossen. Und im Mai überlebte Salama al-Khafaji, ein unabhängiges Mitglied des Parlaments, den vierten Anschlag auf ihr Leben.

Die Situation im Irak, die von alltäglicher Gewalt geprägt ist, macht es Frauen sehr schwer, eine neue Rolle in der Gesellschaft zu finden. Beim Weg zur Arbeit oder Schule setzen sie sich einem tödlichen Risiko aus. Dies geht aus einem Bericht von amnesty international vom Februar hervor. Seit dem Beginn der US-Invasion hat es einen Rückschlag in der sozialen Entwicklung gegeben, die besonders die Frauen in ihrer Entfaltung behindert. Religiöse Eiferer beobachten die Kleidung von Frauen in der Öffentlichkeit argwöhnisch. Sogar Säureattacken auf vermeintlich zu herausfordernd gekleidete Frauen kommen vor.

Pakhshan Zagana vom Frauenwahlkampfkomitee im Regionalparlament Kurdistans, die sich gegenwärtig in Bagdad aufhält, erklärt: „Wir müssen hart arbeiten um die Gesellschaft zu überzeugen, dass Frauen das Recht auf eine eigene Meinung haben.“ Zagana strebt einen Frauenanteil von vierzig Prozent in den staatlichen Einrichtungen und politischen Führungspositionen im Irak an. „Es macht mich sehr traurig, wenn ich Frauen treffe, die für sich weniger Rechte fordern.“

Ein westlicher Diplomat, der die Verfassungsdiskussion im Irak verfolgt, warnt vor der Überinterpretation einzelner Aussagen im Verfassungsentwurf. Neue Textvarianten erschienen fast täglich. Und viele der extremsten Vorschläge seien als Vorstöße im Rahmen von Verhandlungstaktiken zu betrachten.

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