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October 17, 2013

Peking: Der Dalai Lama und die Waisenkinder

Peking: Der Dalai Lama und die Waisenkinder

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Veröffentlicht: 16:01, 17. Oktober 2013 (CEST)
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Peking (China), 17.10.2013 – Im September 2013 veröffentlichte die Neue Züricher Zeitung (NZZ) eine kleine Reihe von Artikeln, in der es um das Schicksal von rund 200 tibetischen Kindern ging, die Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in die Schweiz kamen. In einer Pressekonferenz verurteilte eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums in Peking diese Ereignisse nun mehr als einen Monat nach ihrem Bekanntwerden scharf und verbreitete dies auch in nahezu gleichlautenden Meldungen in verschiedenen englischsprachigen chinesischen Medien, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Die NZZ selbst nahm den Film „Tibi und seine Mütter“ des Schweizer Dokumentarfilmmachers Ueli Meier, in dem dieser das Schicksal eines Kindes darstellt, zum Anlaß für ihre Artikel. Nach der Flucht des Dalai Lama nach Indien 1959 waren diesem viele seiner tibetischen Landsleute gefolgt. Als deren Lebensumstände in Europa bekannt wurden, startete der 1981 verstorbene schweizerische Unternehmer Charles Aeschimann eine private Initative, um tibetischen Waisenkindern eine neue Familie in Europa zu geben. Ihm halfen der Bruder des Dalai Lama, Thubten Norbu, der damals für die UNO in Genf tätig war, sowie die Schwester des Dalai Lama, die im indischen Dharamsala ein Waisenhaus betrieb. Die Kinder kamen ursprünglich als Pflegekinder in die Familien, und eine Gruppe wurde in einem Kinderheim untergebracht. Klar ist dabei nur, dass der Dalai Lama eine Erziehung dieser Kinder nach westlichem Vorbild wollte. Aus den Pflegekindern wurden dann aber später oft auf deren eigenes Drängen hin Adoptivkinder, und die Kenntnisse über Tibet gingen bei vielen verloren, da sie als kleine Kinder in die Schweiz gekommen waren und wenig Kontakt zu einander hatten. Dass es sich bei den wenigsten der Kinder, nämlich nur 19, um wirkliche Waisen handelte und die anderen zumindest noch einen lebenden Elternteil hatten, als sie in die Schweiz kamen, blieb zwar nicht unbekannt, aber dem Schweizer Roten Kreuz war es nicht immer möglich Kontakte zu vermitteln. Selbst da wo es Kontakte zu den Ursprungsfamilien gab, traten bei vielen der Kinder im Laufe der Zeit große Probleme auf. Heute hat nur etwa ein Drittel gute Kontakte zu den Familien in Tibet, ein Drittel hat lockere Kontakte, und der Rest hat überhaupt keinen Kontakt. Der ursprüngliche Plan, dass die Kinder als z.B. gut ausgebildete Ärzte und Ingenieure nach Indien zurückkehren und dort etwa für die tibetische Exilregierung tätig werden sollten, wurde von niemandem verwirklicht.

Die chinesische Regierung forderte nun alle gerechtigkeitsliebenden Menschen dazu auf, diese Vorgänge, die von der nach chinesichem Sprachgebrauch „Clique des Dalai Lama“ inszeniert worden sind, zu verurteilen. Der Dalai Lama habe, so die Sprecherin des Außenministeriums, die Rechte der Kinder mit Füßen getreten und allgemein anerkannte Ethik und Moral verletzt. Ein Kommentar der englischsprachigen Ausgabe der Parteizeitung Renmin Ribao (People′s Daily) spart dabei nicht mit diffamierenden Worten. So wird gesagt, der Dalai Lama habe die Kinder als politische Instrumente zur Manipulation genutzt, wo die Kinder zu Schachfiguren wurden, um sich in der Öffentlichkeit in ein gutes Licht zurücken. Die Zeitung fordert vom Dalai Lama eine Aufklärung der Weltöffentlichkeit und der Tibeter über seine, so die Zeitung „verwerfliche Tat“ und nennt den Vorgang ein „verabscheuendswürdiges Verbrechen gegen das tibetische Volk“, dem die „Clique des Dalai Lama“ mit„Ignoranz und ohne Reue“ für ihre Tat begegne.

Dass die chinesische Regierung selbst erst kürzlich Millionen an Tibetern zwangsumgesiedelt hat, bleibt dabei unerwähnt. Auch von den sogenannten „Tibetschulen“ in China spricht niemand. In diesen Schulen werden auch fern von Tibet allein tibetische Kinder unterrichtet. Einerseits sicherlich eine positive Initative, für Kinder, in deren Heimat es auch heute nur sehr schlechte Bildungschancen gibt. Dass diese Kinder dabei aber fraglos im Sinne der chinesischen Regierung beinflusst werden, bleibt dabei ungesagt. Dass man so verhindern möchte, dass Kinder in buddhistischen Klöstern keineswegs nur zu Mönchen erzogen werden, sondern dort auch eine Schulbildung erhalten, ist dabei ebenfalls kein Thema. Die chinesischen Medien beziehen sich in ihrer Darstellung allein auf den auf das persönliche Schicksal eines Kindes fixierten Film von Ueli Meier und stellen diesen dann auch noch in einer allein auf eine Schlagzeile bedachten Art und Weise dar. Das in diesem speziellen Fall sehr viel Naivität und widerstreitende Interessen und Meinungen in der Schweiz und wenig professionelles Management herschten, wie es die NZZ ausführlich erläutert, wird von den Chinesen dabei nur nebenbei erwähnt. Allein ein neuer Schlag im Propagandakrieg gegen den Dalai Lama ist der chinesischen Regierung hier einmal wieder wichtig.

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March 11, 2011

Dalai Lama will kein politischer Führer mehr sein

Dalai Lama will kein politischer Führer mehr sein

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Veröffentlicht: 22:26, 11. Mär. 2011 (CET)
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Tenzin Gyatsom, 2009

Dharmshala (Indien), 11.03.2011 – Der Dalai Lama hat gestern in seiner Erklärung zum 52. Jahrestags des Tibetaufstands seine Absicht bekannt gegeben, seine Funktion als politisches Oberhaupt Tibets nicht mehr auszuüben und die politische Macht ganz an die tibetische Exilregierung zu übertragen.

Tendzin Gyatsho ist der 14. Dalai Lama in der Geschichte Tibets und sowohl das religiöse Oberhaupt Tibets als auch Oberhaupt der tibetischen Exilregierung. Er begründete seine Absicht damit, dass die Zeit jetzt reif sei, die politische Führung ganz in die Hände eines frei gewählten Staatsoberhaupts zu übergeben. Er will formell zu Beginn der nächsten Parlamentsperiode der Exilregierung am 14. März eine Änderung der Verfassung zu diesem Zweck beantragen.

Wolfgang Grader, Vorsitzender der Tibet Initiative Deutschland, die eine der größten Tibet-Unterstützergruppen in Deutschland ist, begrüßte die Ankündigung. Er nannte den Rückzug des Dalai Lama aus der Politik den konsequenten Abschluss des Demokratisierungsprozesses und den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte Tibets.

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April 29, 2008

Tibetkonflikt: Volksgericht verhängt Haftstrafen wegen Beteiligung an Aufruhr

Tibetkonflikt: Volksgericht verhängt Haftstrafen wegen Beteiligung an Aufruhr

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Veröffentlicht: 20:51, 29. Apr. 2008 (CEST)
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Lhasa (Volksrepublik China), 29.04.2008 – Ein chinesischer Volksgerichtshof verhängte heute weitere zum Teil langjährige Haftstrafen gegen Beteiligte an den anti-chinesischen Protesten vom 14. März des Jahres. Damit steigt die Zahl der wegen gewaltsamer Ausschreitungen im Zusammenhang mit diesen Protesten Verurteilten auf insgesamt 30, meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Strafmaß der verhängten Strafen bewegt sich dabei zwischen drei Jahren und lebenslänglich. Ein Mönch namens Basang wurde zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Der tibetische Mönch aus dem Kreis Doilungdêqên in Tibet soll zehn weitere Menschen, darunter fünf Mönche dazu angestiftet haben, den Sitz der Lokalregierung zu zerstören sowie elf Geschäfte niederzubrennen oder kaputt zu schlagen. Außerdem sollen Polizisten auf sein Geheiß angegriffen worden sein. Zwei der beteiligten Mönche seien zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, die anderen drei erhielten eine Strafe von 15 Jahren Gefängnis.

Nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur sind bei den Unruhen im März in Lhasa fünf Krankenhäuser und 120 Häuser angezündet worden. 908 Geschäfte wurden demzufolge geplündert. Den Gesamtschaden beziffert die Nachrichtenagentur auf 244 Millionen Yuan oder 35 Millionen US-Dollar.

Bei den gewaltsamen Demonstrationen waren über tausend Menschen festgenommen worden (nach chinesischen Angaben gab es nur 400 Festnahmen). Das harte Vorgehen der chinesischen Behörden hatte zu weltweiten Protesten geführt. Bei dem internationalen olympischen Fackellauf war es zu zahlreichen anti-chinesischen Störaktionen von Exiltibetern und anderen gekommen.

Die Hoffnungen auf Aufnahme eines Dialogs zwischen der chinesischen Führung und dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, bestätigten sich bisher nicht. Nach der Ankündigung einer Dialogbereitschaft von chinesischer Seite gibt es bisher keinerlei zeitliche Festlegungen für ein entsprechendes Gespräch. Am letzten Freitag hatte Xinhua gemeldet, es werde „in den nächsten Tagen Kontakt und Konsultationen mit dem privaten Vertreter“ aufgenommen. Die Angriffe auf den Dalai Lama, der in den chinesischen Medien immer als Führer der „Dalai Clique“ bezeichnet wird, wurden in den chinesischen Medien weiter fortgesetzt. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, sagte heute: „Wir hoffen, der Dalai Lama und seine Anhänger werden diese Gelegenheit wertschätzen [und] in Anbetracht der Situation ihre Position verändern und konkrete Schritte unternehmen gewaltsame Verbrechen und andere Aktivitäten zu stoppen, die auf die Störung der Olympischen Spiele in Peking und die Spaltung des Vaterlandes abzielen um Bedingungen für weitere Konsultationen zu schaffen […].“ Die tibetische Exilregierung wies die Anschuldigungen der chinesischen Führung in Bezug auf die Haltung des Dalai Lama zu den Olympischen Spielen zurück. „Wir sabotieren die Spiele nicht“, sagte ein Sprecher des Dalai Lama. Im Gegenteil sei der Dalai Lama der Meinung, China verdiene diese Spiele.

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April 12, 2008

China weist Aufforderung zum Dialog mit dem Dalai Lama zurück

China weist Aufforderung zum Dialog mit dem Dalai Lama zurück

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Veröffentlicht: 22:20, 12. Apr. 2008 (CEST)
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Sanya (Volksrepublik China), 12.04.2008 – Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hat anlässlich eines Zusammentreffens mit dem australischen Premierminister Kevin Rudd am Samstag in Sanya, einer Stadt in der im Süden Chinas gelegenen Provinz Hainan, die von westlichen Politikern und Institutionen erhobene Aufforderung zum Dialog mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, erneut zurück gewiesen. Zwar sei man prinzipiell zu dem Dialog bereit, zuvor müsse der Dalai Lama jedoch damit aufhören, „zur Gewalt aufzustacheln“, „die Olympischen Spiele in Peking zu sabotieren“ und „das chinesische Mutterland spalten“ zu wollen. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte ihn außerdem mit den Worten: „Unser Konflikt mit der Dalai Clique ist kein ethnisches Problem, kein religiöses Problem, noch ein Menschenrechtsproblem.“ Es gehe stattdessen um die Frage, ob die nationale Einheit Chinas geschützt werde oder zuzulassen, das Land zu spalten.

Eine Resolution des Europaparlaments in Straßburg, in der eine Entscheidung zur Teilnahme an der Olympia-Eröffnungsfeier in Peking von der Bereitschaft Chinas zum Dialog mit dem Dalai Lama abhängig gemacht worden war, führte zu einer harschen Reaktion der chinesischen Führung. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, wies die Resolution des Europaparlaments als Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas zurück. Peking sei darüber entrüstet und bewertete die Resolution als „unverschämt“.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte unterdessen an, sie werde sicher ein weiteres Mal mit dem tibetischen religiösen Führer, dem Dalai Lama, zusammentreffen, wenn auch nicht bei seinem Aufenthalt im Mai in Deutschland, wo ein Treffen aus terminlichen Gründen nicht möglich sei. Den Empfang des Dalai Lama im September des vergangenen Jahres im Bundeskanzleramt verteidigte sie ausdrücklich noch einmal in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Dies sei eine Frage des Umgangs mit dem Thema Menschenrechte. Der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert (CDU), hat angekündigt, an einem Zusammentreffen mit dem Dalai Lama im Mai trotz Kritik von chinesischer Seite festzuhalten.

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March 30, 2008

Erneut Proteste in Tibet – Klöster abgeriegelt

Erneut Proteste in Tibet – Klöster abgeriegelt

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Veröffentlicht: 13:27, 30. Mär. 2008 (CEST)
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Jokhang-Kloster in Lhasa

Lhasa (Volksrepublik China), 30.03.2008 – Angaben der tibetischen Exilregierung in Indien zufolge fanden gestern in Tibet erneut Massendemonstrationen statt, die von den Klöstern in Lhasa ausgingen. Demzufolge sollen sich am Samstag gegen 14 Uhr (Ortszeit Tibet) in der Nähe des Ramoqê-Tempels und des Jokhang-Klosters in der Altstadt von Lhasa Menschen versammelt haben, die dann zu einer Demonstration aufbrachen. Innerhalb kürzester Zeit sollen sich dann tausende (nach anderen Quellen mehrere hundert) Menschen dem Zug angeschlossen haben. Anderen Berichten zufolge sollen die genannten Klöster sowie Teile der Altstadt Lhasas danach von Polizeikräften abgeriegelt worden sein.

Journalisten haben zurzeit große Schwierigkeiten, an neutrale Informationen über die Situation in Tibet zu gelangen, weil die chinesische Regierung eine Berichterstattung aus der Region durch die Sperrung der gesamten Region für Ausländer erschwert. Die vorhandenen Quellen von Exil-Tibetern sind nur schwer oder gar nicht nachprüfbar.

Am 29. März wurde der Presseagentur UPI zufolge einer Gruppe von ausländischen Diplomaten in Begleitung chinesischer Behördenvertreter erlaubt, Tibet zu bereisen. Am 27. März war ausgewählten Journalisten auch eine geführte Besichtigung von Lhasa erlaubt worden. Dabei war es einer Gruppe von 30 Mönchen gelungen, zu den Journalisten vorzudringen. Sie beklagten sich über die Unterdrückung ihrer Religion. Die chinesischen Behörden wollten, so die Internationale Kampagne zur Rettung Tibets, durch diese Besichtigung Lhasas nachweisen, dass die Lage unter Kontrolle sei. Den Angaben der Organisation zufolge sollen einige Klöster buddhistischer Mönche im Zentrum Lhasas von der Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln abgeschnitten sein.

Das religiöse Oberhaupt der Tibeter, der im Exil lebende Dalai Lama, klagte die chinesische Regierung gestern erneut des „kulturellen Völkermords“ an. Durch die gezielte Ansiedlung von Chinesen in Tibet sollten die Tibeter in ihrem eigenen Land zur Minderheit gemacht werden. In der tibetischen Hauptstadt Lhasa lebten seinen Angaben zufolge zurzeit 100.000 Tibeter, aber doppelt so viele Chinesen. Für die Zeit nach den Olympischen Sommerspielen in Peking erwarte er eine Umsiedlung von einer weiteren Million Chinesen nach Tibet.

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March 24, 2008

Tibet: Zunehmende Schärfe im Dialog Chinas mit dem Westen

Tibet: Zunehmende Schärfe im Dialog Chinas mit dem Westen

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Veröffentlicht: 16:45, 24. Mär. 2008 (CET)
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Chengdu (Volksrepublik China), 24.03.2008 – Einen Tag vor der Entzündung des Olympischen Feuers hat der Disput zwischen China und dem Westen zu den Auseinandersetzungen in Tibet an Schärfe zugenommen.

Die Parteizeitung der chinesischen Kommunisten, Renmin Ribao, beschuldigte den Dalai Lama der Geiselnahme Tibets, um im Vorfeld der Olympischen Spiele China zu einem Einlenken in der Tibetfrage zu nötigen. Weiter wurde das geistliche Oberhaupt Tibets durch das Zentralorgan der chinesischen KP der Lüge bezichtigt. Die „Dalai-Clique“ habe die Unruhen in Lhasa organisiert und plane in der Region Xinjiang in Zusammenarbeit mit den dortigen moslemischen Separatisten Terroranschläge.

Der Dalai Lama beteuerte am Sonntag in Neu-Delhi seine Unterstützung der Olympischen Spiele. Mehr als 1.000 Sicherheitskräfte werden das antike Olympia abriegeln, um eine Störung der Zeremonie zur Entzündung der Olympischen Flamme zu verhindern. Vor den Spielen in Peking soll die Flamme 20 Staaten besuchen. Eine thailändische Umweltaktivistin zog sich von der Teilnahme an dem Staffellauf zurück und bezeichnete dies als ein Signal, dass „die Weltgemeinschaft die Aktionen [Chinas] nicht akzeptiere“. Ma Ying-jeou, der designierte Präsident Taiwans, deutete an, „keine Athleten zu den Spielen zu schicken“, wenn sich die Lage in Tibet verschlechtern sollte.

Der Präsident des IOCs, Jacques Rogge, sieht in den Olympischen Spielen in Peking eine Chance. Rogge bezeichnete die Olympischen Spiele als „einen Katalysator für den Wechsel“. Auch wenn das Internationale Olympische Komitee besorgt über die Vorgänge in Tibet sei, ist es nach den Worten Rogges unpolitisch. Die Olympischen Spiele beginnen am 8. August 2008.

Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, traf am Karfreitag mit dem Dalai Lama zusammen. Pelosi wurde deswegen von der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua scharf kritisiert. In dem Kommentar wird Pelosi der Doppelmoral beschuldigt.

Nach offiziellen chinesischen Angaben wurden im Verlauf der Unruhen in Tibet 22 Menschen getötet. Die Exilregierung spricht von 99 Toten. In der Provinz Gansu sind nach Angaben von Xinhua bei Ausschreitungen vor einer Woche 94 Personen verletzt worden.

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September 24, 2007

Angela Merkel, der Dalai Lama und chinesische Verstimmungen

Angela Merkel, der Dalai Lama und chinesische Verstimmungen

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Veröffentlicht: 22:04, 24. Sep. 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 24.09.2007 – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ungeachtet der Bedenken ihrer Berater den Dalai Lama im Bundeskanzleramt empfangen. Das Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt Tibets war von ihr als „privater Gedankenaustausch“ mit einem religiösen Führer bezeichnet worden und soll nicht die Autonomiebestrebungen Tibets unterstützen. Damit hat Merkel getan, was weder ihre Vorgänger noch ihre ausländischen Kollegen gewagt haben und sich damit bewusst den Unmut Chinas zugezogen. China, das Tibet 1950 annektierte, sieht im Dalai Lama einen Rebellenführer und verbittet sich von ausländischen Regierungen jeglichen Kontakt mit dem im indischen Exil lebenden Mann.

Seit dem Treffen hat die chinesische Regierung bereits zwei Treffen mit deutschen Ministern wegen „Terminschwierigkeiten“ abgesagt. Am Freitag wurde ein Treffen mit Justizministerin Brigitte Zypries abgesagt, am Montag fiel das traditionelle Frühstück des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier mit seinem Kollegen aus Peking aus.

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August 19, 2007

Informationszentrum kritisiert Menschenrechtsverletzungen in China

Informationszentrum kritisiert Menschenrechtsverletzungen in China

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Veröffentlicht: 00:16, 19. Aug. 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland) / New York City (Vereinigte Staaten) / Peking (Volksrepublik China), 19.08.2007 – Im Juni wurden dem „Falun Dafa“-Informationszentrum 20 Todesfälle von Falun Gong-Praktizierenden durch die Verfolgung der Kommunistischen Partei Chinas gemeldet, die erst jetzt bekannt wurden. Insgesamt sind 3.075 Todesfälle durch die Einrichtung bestätigt, das Zentrum geht aber von einer zehnmal höheren Dunkelziffer aus, da tausende Personen vermisst werden. Weiter zieht das Informationszentrum aus seinen Untersuchungen den Schluss, dass ein Organraub in noch nie dagewesenem Ausmaß stattfand und immer noch stattfindet.

Ein Beispiel ist Wei Fengju. Sie war als angesehene Lehrerin in der Mittelschule Nr. 4 in Dongfeng, einer Stadt in der nordost-chinesischen Provinz Jilin, tätig. Da sie Falun Gong ausübte, wurde sie ohne eine gerichtliche Verhandlung und gesetzliche Grundlage, beispielsweise ein Verbot, in die Abteilung eines Zwangsarbeitslagers (Heizuizi, Stadt Changchun) gesperrt. Dort musste sie jeden Tag zirka 17 bis 20 Stunden arbeiten. Auch Folter musste sie erleiden. Mit Elektroschockstäben wurde sie an Mund und Brust zugerichtet. Nach einer Freilassung im März 2001 wurde sie im Januar 2002 erneut festgenommen und im Arbeitslager inhaftiert. Dort war sie drei Jahre. Als ihre Mutter verstarb, durfte sie das Lager nicht verlassen. Außerdem war kein einziger Besuch erlaubt. Weitere zwei Jahre war sie in Haft. Aufgrund von Essenentzug litt sie an extremen Magenschmerzen, ihr Urin enthielt Blut. Sie war dermaßen abgemagert, dass sie am 12. Juli 2007 im Alter von 50 Jahren starb.

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May 2, 2006

Beziehung zwischen Vatikan und China stark angespannt

Beziehung zwischen Vatikan und China stark angespannt

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Artikelstatus: Fertig 18:02, 2. Mai 2006 (CEST)
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Peking / Hongkong (China) / Vatikanstadt, 02.05.2006 – Vor einigen Wochen wurde erstmals offiziell bestätigt, dass es zwischen dem Vatikan und der chinesischen Regierung Gespräche gebe. Doch nun sind diese langsam aufgebauten Brücken in Gefahr. Die offizielle katholische Staatskirche Chinas, die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung, hat gegen den Willen des Vatikans Joseph Ma Yinglin zum Bischof geweiht. Der Vatikan begründete seine Ablehnung mit der geistigen Unreife Ma Yinglins für das Amt des Bischofs. Die Volksrepublik China hingegen steht jedoch auf dem Standpunkt, die Staatskirche Chinas habe das Recht, eigene Bischöfe zu ernennen. Auch ein Aufruf des frisch ernannten Kardinals Joseph Zen Ze-kiun, die Weihe nicht durchzuführen, verhallte vor den Toren der Kirche. Zur Weihe selbst waren nur geladene Gäste zugelassen, ansonsten war die Zeremonie durch die chinesischen Sicherheitsbehörden gut abgeschirmt.

Wie der Vatikan nun auf die Provokation seitens Chinas reagieren wird, ist bislang unklar. Keine Reaktion würde als Unterwerfung unter das kommunistische Regime gesehen werden. Reagiert die römische Kirche aber zu hart, könnte dies zu einer schweren Belastungsprobe für die Beziehungen mit China werden.

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April 18, 2006

Zwischen dem Vatikan und China gibt es Gespräche

Zwischen dem Vatikan und China gibt es Gespräche

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Artikelstatus: Fertig 23:52, 18. Apr. 2006 (CEST)
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Peking (China) / Vatikanstadt, 18.04.2006 – Wie am Sonntag, den 2. April vom Direktor der staatlichen Behörde für Religionsangelegenheiten, Ye Xiaowen, gegenüber der Zeitung „China Daily“ bestätigt wurde, gibt es seit einiger Zeit Gespräche zwischen der chinesischen und der vatikanischen Regierung. Dies berichtet die Zeitung in ihrer Montagsausgabe vom 3. April. Laut Aussage von Beobachtern könnten bald Botschafter ausgetauscht werden, jedoch müssten dazu noch einige Meinungsunterschiede ausgeräumt werden. So will die Regierung in Peking eigene Rahmenbedingungen für Bischofsernennungen und Priesterweihen vorgeben, und der Vatikan soll seine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abbrechen.

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