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December 29, 2010

Anschlag auf dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ vereitelt

Anschlag auf dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ vereitelt

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Veröffentlicht: 18:03, 29. Dez. 2010 (CET)
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Kopenhagen (Dänemark), 29.12.2010 – Dem dänischen Geheimdienst PET gelang es heute offenbar, einen geplanten Terroranschlag auf die Redaktionsräume der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ zu verhindern. Wie mitgeteilt wurde, konnten vier Verdächtige festgenommen werden. Behördenleiter Jacob Scharf erklärte, die vier Tatverdächtigen wollten „in das Gebäude eindringen und so viele Menschen wie möglich töten“.

Drei der vier Männer stammten nach PET-Angaben aus Schweden; alle gehörten radikal-islamistischen Organisationen an. Im September 2005 war die dänische Zeitung Jyllands-Posten durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen international bekannt geworden. In islamischen Ländern gab es von gläubigen Muslimen heftige Proteste gegen die Veröffentlichung der Karikaturen, die darin eine Beleidigung des Propheten Mohammed sahen. Dabei kam es teilweise zu gewaltsamen Aktionen. Die dänische Botschaft in Jakarta wurde von Muslimen gestürmt. Auch das Leben des Karikaturisten Kurt Westergaard war mehrfach bedroht worden. International sorgte der Karikaturenstreit für eine Diskussion um die Freiheit der Presse.

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January 8, 2010

Die norwegische Zeitung „Aftenposten“ druckt Mohammed-Karikaturen erneut ab

Die norwegische Zeitung „Aftenposten“ druckt Mohammed-Karikaturen erneut ab

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Veröffentlicht: 19:38, 8. Jan. 2010 (CET)
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Oslo (Norwegen), 08.01.2010 – Aus Solidarität mit dem dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard, der am ersten Januar des Jahres fast Opfer eines Attentats geworden wäre, veröffentlichte die Osloer Tageszeitung Aftenposten in ihrer heutigen Freitagsausgabe einen Ausriss der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten mit einigen ausgewählte Karikaturen des Zeichners, die in dort am 30. September 2005 abgedruckt worden waren und dann zu dem sogenannten Karikaturenstreit geführt hatten. Auf den Karikaturen war der islamische Religionsgründer Mohammed abgebildet. „Wir haben immer das Recht der Medien verteidigt, diese Karikaturen zu drucken“, sagte Chefredakteurin Hilde Haugsgjerd.

Der aus Somalia stammende mutmaßliche Islamist war am Neujahrstag gewaltsam in die Wohnung des Karikaturisten eingedrungen.

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March 22, 2007

Frankreich: Freispruch im Mohammed-Karikaturen-Streit

Frankreich: Freispruch im Mohammed-Karikaturen-Streit

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Artikelstatus: Fertig 21:31, 22. Mär. 2007 (CET)
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Paris (Frankreich), 22.03.2007 – Ein Strafgericht in Paris sprach heute das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ wegen des Abdrucks der so genannten Mohammed-Karikaturen vom Vorwurf der „öffentlichen Beleidigung einer Personengruppe wegen ihrer Religion“ frei.

Das Magazin hatte die in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ zuerst veröffentlichten satirischen Darstellungen des Propheten Mohammed im Februar 2006 nachgedruckt und mit eigenen Karikaturen ergänzt. Diese Ausgabe des Magazins war über 400.000 Mal verkauft worden. Die Auseinandersetzung um die Veröffentlichung solcher Karikaturen war im letzten Jahr als „Karikaturenstreit“ bekannt geworden. Der Verband islamischer Organisationen in Frankreich (UOIF) und die „Große Moschee“ von Paris hatten gegen die Veröffentlichung geklagt. Sie sehen in den Karikaturen eine Beleidigung des Propheten Mohammed sowie eine Herabsetzung von Menschen islamischen Glaubens. Durch die Veröffentlichung der Karikaturen würde „eine Personengruppe wegen ihrer Religion an den Pranger“ gestellt. Demgegenüber hatten viele französische Intellektuelle das Recht auf Meinungsfreiheit gestellt. Diesen Standpunkt hatte sich auch die Staatsanwaltschaft in diesem Prozess zu eigen gemacht. Auch der französische Innenminister Nicolas Sarkozy hatte sich auf die Seite der Veröffentlichungsbefürworter gestellt. Der Chefredakteur des Magazins, Philippe Val, hatte die Veröffentlichung mit den Worten gerechtfertigt, er habe die Absicht gehabt, „die Religion als Ideologie zu kritisieren“. Er nehme für sich die Freiheit in Anspruch, „über alles zu lachen“.

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Hintergrund

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Islam in Frankreich“.

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February 9, 2007

Frankreich: Mohammed-Karikaturen haben gerichtliches Nachspiel

Frankreich: Mohammed-Karikaturen haben gerichtliches Nachspiel

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Artikelstatus: Fertig 19:44, 9. Feb. 2007 (CET)
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Verlagsgebäude des Satire-Magazins Charlie Hebdo

Demonstration gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen, Februar 2006 – Schriftzug auf dem Plakat: „CFCM, wo bist du? Die Muslime sind auf der Straße!“

Paris (Frankreich), 09.02.2007 – Rund ein Jahr nach den teils gewalttätigen Protesten in der muslimischen Welt gegen die Veröffentlichung der von dänischen Zeichnern der Zeitung Jyllands-Posten entworfenen Mohammed-Karikaturen steht der Chefredakteur des französischen Satire-Magazins „Charlie Hebdo“, Philippe Val, vor Gericht, der die dänischen und eigene Karikaturen in einer Sonderausgabe herausgegeben hatte. Das Gerichtsurteil wird voraussichtlich am 15. März bekannt gegeben werden. Die Initiatoren des Gerichtsverfahrens, die Vereinigung islamischer Organisationen und die Große Moschee in Frankreich, werfen der Zeitschrift vor, die muslimische Relgionsgemeinschaft mit der Publizierung der umstrittenen Karikaturen des islamischen Propheten beleidigt und in ihrer Religiosität verletzt zu haben. Sie sehen in den Zeichnungen einen „Akt der vorsätzlichen Aggression“ sowie eine „Provokation“ für alle in Frankreich lebenden Muslime. Die Kläger fordern 30.000 Euro Schadensersatz und die Veröffentlichung von Schlüssel-Passagen aus der Entscheidung des Gerichts.

Die Verantwortlichen des Magazins berufen sich auf die Meinungs- und Pressefreiheit, verteidigten den Abdruck der Karikaturen und versicherten, sie hätten damit „in keinem Fall Verachtung für Gläubige gleich welcher Religion“ ausdrücken wollen. Währenddessen haben sich Journalisten, Politiker und Wissenschaftler auf die Seite des Satire-Magazins geschlagen: In einer Petition mahnten sie an, dass eine Verurteilung zu einer allgemeinen Selbstzensur führen könne, die mit den Grundsätzen der Pressefreiheit nicht zu vereinbaren sei. Auch die linksliberale französische Tageszeitung „Libération“ demonstrierte ihre Solidarität mit dem Satire-Magazin, indem sie die Mohammed-Karikaturen in einer Ausgabe abdruckte. Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy hat unterdessen mit einer öffentlichen Stellungnahme, in der er „Charlie Hebdo“ den Rücken stärkte, für einen Eklat bei dem Dachverband der französischen Muslime, CFCM, gesorgt. Der CFCM, dem der Mufti der Pariser Moschee Dalil Boubakeur vorsitzt, beriet anlässlich der Äußerung Sarkozys, er bevorzuge den Exzess der Karikatur gegenüber jeglichem Fehlen von Karikaturen, über die sofortige Selbstauflösung. Ein geschlossener Rücktritt wäre ein deutliches Zeichen des Protestes gegen Nicolas Sarkozy, der den CFCM damals als zuständiger Innenminister selbst ins Leben gerufen hatte.

Der Präsidentschaftsanwärter Nicolas Sarkozy ergreift für Charlie Hebdo Partei

Die international tätige Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen gab Charlie Hebdo in einer online veröffentlichen Pressemitteilung „bedingungslose“ Rückendeckung und wies Kritik an der Herausgabe der Mohammed-Karikaturen zurück. Im Gegenzug ächtete die Vereinigung die zahlreichen Versuche, Charlie Hebdo einzuschüchtern, und sicherte dem Magazin die volle Unterstützung in seinem Engagement für Meinungsfreiheit und dem Recht zur Satire zu. Die Entscheidung der Verleger, die umstrittenen Karikaturen abzudrucken, sei in einem sehr kritischen und gespannten Moment getroffen worden. Trotz der Inhaftierung zahlreicher Journalisten in Jordanien, Algerien und dem Jemen und der vorübergehenden Abschaltung von Nachrichtenstationen in Indonesien, Marokko und Saudi Arabien hätte sich Charlie Hebdo dem Versuch widersetzt, Ruhe durch Drohungen durchzusetzen. Reporter ohne Grenzen hofft, dass das französische Gericht dem Urteilsspruch der dänischen Richter folgt, welche die Verleger der Zeitung Jyllands-Posten im Oktober 2006 mit der Begründung freigesprochen hatten, die Mohammed-Karikaturen seien nicht beleidigend für Muslime. „Wir erwarten ein Urteil, das mit den Prinzipien der freien Meinungsäußerung und der Freiheit, zu informieren und informiert zu werden, vereinbar ist“, so Reporter ohne Grenzen wörtlich.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft nach dem Ende der Hauptverhandlung am Donnerstag einen Freispruch für den Chefredakteur fordert. Die Zeichnungen setzten den islamischen Glauben nicht per se herab, so die Staatsanwältin Anne de Fontette. Vielmehr sei die Kritik des Magazins an der „missbräuchlichen Nutzung von Gottes Namen und des Dschihad“ Gegenstand der Karikaturen gewesen.

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February 11, 2006

Niederländische Islamkritikerin verteidigt Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

Niederländische Islamkritikerin verteidigt Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen

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Artikelstatus: Fertig 01:34, 11. Feb. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 11.02.2006 – Die holländische Politikerin Ayaan Hirsi Ali rechtfertigte vorgestern in Berlin auf einer Pressekonferenz die Veröffentlichung der zwölf Mohammed-Karikaturen. Gleich im ersten Satz sagte sie: „I am here to defend the right to offend.“ (Ich bin hier, um das Recht zu beleidigen zu verteidigen.)

Die gebürtige Somalierin floh vor 16 Jahren nach Holland, nachdem sie mit einem Cousin verheiratet werden sollte. Sie arbeitete mit dem Regisseur Theo van Gogh an dem umstrittenen islamkritischen Kurzfilm „Submission 1“. Seit dem Mord an Theo van Gogh lebt sie ständig unter Schutz.

In Berlin erklärte sie nun, worum es bei dem so genannten Karikaturenstreit überhaupt geht. „Ich bin der Meinung, dass es richtig war, die Cartoons in der Zeitung ‚Jyllands Posten‘ zu drucken, und dass die Entscheidung der anderen Zeitungen, sie nachzudrucken, ebenfalls richtig war.“ In Ihrer Pressekonferenz lobte sie den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, der sich weigert, sich „mit Repräsentanten tyrannischer Regimes“ zu treffen. Den „Hardlinern innerhalb der islamischen Bewegung“ gehe es hauptsächlich darum, Demokratie und Freiheit zu zerstören.

Sie kritisierte all jene Institutionen und Firmen aus Europa, welche nun im Nahen-Osten mit den Sprüchen „Wir sind keine Dänen“ und „Wir verkaufen keine dänischen Produkte“ werben. Sie sagte wörtlich: „Ab jetzt wird Nestlé-Schokolade nie wieder so schmecken, wie sie uns bis eben geschmeckt hat.“

In ihrer Ansprache vergleicht sie die Fundamentalisten mit den Kommunisten. In diesem Zusammenhang sei Berlin Beweis für den Erfolg von Standhaftigkeit, sagte die Politikerin. Trotz der Selbstzensur vieler im Westen, die in Zeiten des Kalten Krieges den Kommunismus idealisiert und verteidigt hätten, und trotz der brutalen Zensur im damaligen Osten sei diese Schlacht gewonnen worden. „Berlin ist eine Stadt des Optimismus.“ Genau wie in Berlin die Mauer gefallen sei, ist sie sicher, „dass die virtuelle Mauer zwischen denen, die die Freiheit lieben und denen, die sich der Verführung und Sicherheit totalitärer Ideen unterwerfen, eines Tages auch fallen wird“.

Sie möchte nicht falsch verstanden werden und bekräftigt, dass es jedermanns Recht sei, sich über Satire aufzuregen. Diese zum Anlass zu nehmen, einen mörderischen Aufruhr anzuzetteln, sei jedoch durch nichts zu rechtfertigen.

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February 6, 2006

Kontroverse Karikaturen

Kontroverse Karikaturen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Kontroverse Karikaturen

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Artikelstatus: Fertig 03:49, 7. Feb. 2006 (CET)
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Kopenhagen (Dänemark), 06.02.2006 – Angefangen hatte alles mit einer Art Wettbewerb: Ein Buchautor brauchte noch Zeichnungen von Mohammed für sein Kinderbuch, hatte allerdings Schwierigkeiten, Zeichner zu finden. Daraufhin entschloss sich die dänische Tageszeitung „Jyllands-Posten“, die Karikaturisten des Landes aufzufordern, Zeichnungen für eben dieses Buch anzufertigen. Als dann zwölf Einsendungen dieser Karikaturen unter dem Namen „Die Gesichter des Mohammed“ veröffentlicht wurden, gab es kritische Stimmen. Sowohl Staat und Gerichte als auch die Zeitung wurden aufgefordert, diese Karikaturen und ihre Aussagen zurückzuziehen und sich öffentlich zu entschuldigen. Die Institutionen verweigerten mit der Begründung der Pressefreiheit die Entschuldigung, für Staat und Gerichte ist es zudem auf Grund der Unbeteiligung nicht relevant.

Inzwischen kam es zu Aufrufen der Boykottierung dänische Produkte von Muslimen. Einige arabische Länder, wie etwa der Irak, halten Dänemark weiter zu einer offiziellen Entschuldigung an und Terrororganisationen wie die Al-Aksa-Brigade drohen damit, Skandinavier zu entführen, sollten diese nicht innerhalb von 48 Stunden ausgereist sein. Der zweite Schritt führte inzwischen sogar schon dazu, dass die dänische Handelskammer die „Jyllands-Posten“ zu einer Entschuldigung aufforderte.

Daher wurde das Problem an die Organistion der islamischen Konferenz übergeben, die 56 islamische Länder repräsentiert.

Trotzdem bleibt ein Großteil der dänischen Bevölkerung gelassen. Laut einer Blitz-Umfrage sieht ein Großteil des Landes keinen Grund, warum sich die Jyllands-Posten oder gar der dänische Premier Anders Fogh Rasmussen entschuldigen sollten. Laut der Zeitung sei diese Aktion eher ein Test gewesen, bei dem es darum ging, herauszufinden, inwiefern die Angst vor Terroranschlägen die Pressefreiheit in Dänemark einschränkt. Zuletzt habe nämlich kein dänisches Medium kritische Inhalte über den Islam aus Angst vor Vergeltungsanschlägen gebracht. Die Karikaturisten selbst erfreuen sich unterdessen einer enorm hohen Aufmerksamkeit. Viele der Karikaturisten, die ihre Werke versteigert haben, unterstützen mit dem Erlös auch Einrichtungen in islamischen Gebieten, wie zum Beispiel eine Hilfsorganisation, die sich um Erdbebenopfer in diesen Gebieten kümmert.

Die EU versucht derzeit Dänemark im Streit mit den islamischen Ländern zu unterstützen. So drohte die Europäische Union inzwischen harte Sanktionen an, falls der Boykott dänischer Lebensmittel andauere. Auch wurden einzelne der zwölf Karikaturen in verschiedenen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Deutschland nachgedruckt, womit die „Schuldlast“ von Dänemark auf die gesamte EU verteilt wird. Auf diese Weise würde den islamischen Ländern verdeutlicht, dass diese ein Problem mit der gesamten westlichen Welt hätten.

Derweil eskalieren diverse Demonstrationen in der arabischen Welt immer weiter. So stürmten gestern aufgebrachte Moslems die dänische Botschaft in Beirut und legten hier Feuer. Zuvor wurden bereits die Botschaften in Jakarta und Damaskus angegriffen. Die dänische Regierung hat mittlerweile die syrische Regierung kritisiert, nicht für die Sicherheit der Botschaften sorgen zu können. Die Botschaft in Damaskus wurde von den Demonstranten verwüstet. Im Zuge des Sturmes und der Brandlegung der Botschaft in Beirut gab es 200 Festnahmen. Dänemark hat nun eine Reisewarnung für die arabischen Länder ausgesprochen. Der Iran hat angekündigt, seine Botschaft in Dänemark zu schließen, und gab bekannt, dass er ab sofort die Handelsbeziehungen mit Dänemark einstellt. Der iranische Handelsminister Masud Mir-Kasemi sagte heute im staatlichen iranischen Fernsehen, dass alle Arten von Handelsabkommen oder -verhandlungen unterbrochen werden.

Dass der Mohammedstreit nicht mehr nur ein dänisches Problem ist, zeigt der neuste Vorfall in Teheran. Hier haben rund 200 muslimische Demonstranten Brandsätze gegen die österreichische Botschaft geschleudert. Bereits in der letzten Woche wurde ein leerstehendes europäisches Büro im Gazastreifen von Demonstranten gestürmt und ein Deutscher kurzzeitig entführt.

Die pakistanische Ärzte-Vereinigung in der Provinz Punjab gab bekannt, dass sie einstimmig beschlossen hat, mit sofortiger Wirkung Medikamente aus Europa zu boykottieren. Der Boykott richte sich gegen Dänemark, Norwegen, Deutschland, Frankreich und die Schweiz, so deren Generalsekretär Shahid Rao.

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February 3, 2006

Karikaturstreit beginnt zu eskalieren

Karikaturstreit beginnt zu eskalieren – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Karikaturstreit beginnt zu eskalieren

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Kopenhagen (Dänemark), 03.02.2006 – Im September erschienen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten zwölf Karikaturen, die den Islamgründer Mohammed unter anderem als Terroristen darstellten. Diese Karikaturen sind nun Auslöser für einen internationalen, kulturell-religiösen Streit zwischen Dänemark und den arabischen Ländern. Deren Vertreter in Dänemark haben bereits im November ein Treffen mit Staatsminister Anders Fogh Rasmussen gefordert, was dieser damals ablehnte. Die damals ebenfalls aufgestellte Forderungen nach einer Bestrafung der Zeitung hatte der Staatsminister als Zensur abgelehnt.

Die Spannungen sind in der Zwischenzeit in einer Weise gestiegen, dass der Groll seitens vieler Moslems in den arabischen Ländern sich nicht nur gegen Dänemark, sondern auch gegen alle anderen europäischen Länder richtet. So werden in 20 arabischen Ländern dänische Waren boykottiert und es wird mit Anschlägen in Europa gedroht.

Als Grund für die Eskalation wird vermutet, dass dänische Imame im Ausland ein verzerrtes Bild von Dänemark verbreitet hätten. In Dänemark versuchen zwar einige gemäßigte Moslems zu vermitteln, jedoch sind auch einige Vermittlungsversuche scheinheilig. So kündigte Großmufti Abu Laban im dänischen Fernsehsender TV 2 eine Vermittlung an, jedoch war der darauf folgende arabische Text alles andere als mäßigend.

Staatspräsident Fogh hat nun im arabischen Fernsehen versucht zu erklären, warum die dänische Regierung nicht gegen eine Zeitung vorgeht. Was dieser Gesprächsversuch gebracht hat, ist bisher unklar. In Dänemark gehen hingegen die Frontenkriege weiter. So wurden Schüler in einer anonymen SMS aufgefordert, öffentlich Korantexte zu verbrennen.

Heute morgen wurde in Jakarta die dänische Botschaft von Muslimen gestürmt. Die EU und Norwegen schlossen bereits ihre Büros im Gazastreifen. Der französische Chef der Zeitung France Soir wurde entlassen, da sein arabischer Chef nicht mit der Veröffentlichung der Karikaturen in seiner Zeitung einverstanden war. Dieser Schritt, der als Zensur angesehen wird, wurde wiederum vom französischen Außenministerium kritisiert.

UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte zu dem Streit, „die Freiheit der Presse sollte immer so ausgeübt werden, dass auch der religiöse Glauben und die Grundsätze aller Religionen voll respektiert werden.“ Er forderte beide Seiten zum Dialog auf. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hingegen sprach von einem „Angriff auf unsere geistig-moralischen Werte“.

Auch Deutschland bekam die Auswirkungen dieser Auseinandersetzung zu spüren. So wurde in Nablus ein deutscher Lehrer von radikalen Palästinensern entführt. Nach Angaben der Polizei haben die Al-Aksa-Brigaden bereits seit Tagen gezielt nach Ausländern gesucht. Sie besetzten auch vor einigen Tagen das leerstehende EU-Büro im Gazastreifen. Ein Sprecher der Al-Aksa-Brigaden bestreitet aber, dass diese den Deutschen entführt haben. Der Verschleppte kam nach wenigen Stunden wieder frei.

Wie das Internetmagazin Spiegel.de berichtet, sind derzeit die Seiten der französischen Zeitung „France Soir“ und des Internetportals „Hagalil“ nicht zu erreichen. Spiegel.de vermutet, dass es sich dabei um gezielte Hackerangriffe auf diese Seiten handelt. Die „France Soir“ hatte die umstrittenen Karikaturen veröffentlicht. Eine Bestätigung für diese Aussagen hat Spiegel.de jedoch noch nicht.

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