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April 22, 2011

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

Japan: Sperrgebiet um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima seit Mitternacht abgeriegelt

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Veröffentlicht: 19:21, 22. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 22.04.2011 – Seit Mitternacht von Donnerstag auf Freitag (Ortszeit Japan) gilt rund um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima I eine Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern. Ohne staatliche Genehmigung ist das Betreten der Zone verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 100.000 Yen (umgerechnet rund 840 Euro) oder 30 Tagen Haft geahndet.

Bis Mitternacht hatte die Regierung den Bewohnern eine Frist gesetzt, um in dem betroffenen Gebiet nach ihrem persönlichen Eigentum zu suchen. Jeweils eine Person pro Haushalt durfte sich mit dem Bus für maximal zwei Stunden in der verstrahlten Zone aufhalten. Danach mussten sich diese Personen auf radioaktive Strahlung untersuchen lassen.

Am Freitag forderte die Regierung weitere 10.500 Bewohner aus den Städten Iitate, Katsurao, Namie und teilweise von Kawamata und Minamisōma dazu auf, ihre Wohnungen in dem Gebiet um Fukushima zu räumen. Das kommt faktisch einer Ausweitung der geltenden Sperrzone gleich. Ihnen wurde eine Frist bis Ende Mai gesetzt. Begründet wird die Maßnahme mit der Strahlengefahr in dem Gebiet. Insgesamt mussten bisher 80.000 Menschen die Region verlassen.

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April 16, 2011

Fukushima: Erhöhte Strahlung im Meerwasser

Fukushima: Erhöhte Strahlung im Meerwasser

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Veröffentlicht: 20:18, 16. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 16.04.2011 – Die gemessenen Strahlenwerte im Meerwasser in der Nähe des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I in Japan stiegen am Samstag auf Rekordwerte. Die Menge des radioaktiven Isotops Jod 131 stieg am Freitag nach Angaben der japanischen Regierung auf das 6.500-fache des zulässigen Höchstwerts. Da Jod 131 nur eine Halbwertszeit von acht Tagen hat, könnte die hohe Jod-Konzentration auf ein neues Strahlenleck hindeuten, sagte der Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, Hidehiko Nishiyama.

Ob das neue Leck mit einem erneuten Erdbeben vor der japanischen Küste in Zusammenhang steht, das am Samstag stattfand, ist unklar. Das Beben der Stufe 5,9 führte – soweit bekannt – nicht zu weiteren Schäden. Auch ein Tsunami-Risiko bestand offenbar nicht.

In einer Probe vom Samstag wurden auch für die radioaktiven Cäsium-Isotope Cäsium 134 und Cäsium 137 erhöhte Werte mitgeteilt. Die Konzentration überschritt den zulässigen Grenzwert um das Vierfache. Laut Nishiyama könnte die erhöhte Cäsium-Konzentration mit der Installation von Stahlplatten zusammenhängen, die eingesetzt worden waren, um zu verhindern, dass radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Kernkraftwerk unkontrolliert ins Meer abfließt. Bei den Bauarbeiten könnten radioaktive Staubpartikel vom Untergrund des Kernkraftwerks aufgewirbelt worden sein.

Um eine weitere Kontaminierung des Meerwassers mit strahlenden Emissionen des Kernkraftwerks zu verhindern, verfolgt der KKW-Betreiber TEPCO eine neue Strategie. Arbeiter versuchen mit dem Mineral Zeolith radioaktiv verseuchtes Wasser zu binden. Der Mineralstoff wird in Sandsäcke gefüllt und in der Nähe der Ansaugrohre für den Reaktor 1 im Meer deponiert. Zum Einsatz kamen drei jeweils 100 Kilogramm schwere mit dem Mineral gefüllte Sandsäcke. Radioaktives Cäsium im Meerwasser soll auf diese Weise gebunden werden. Auch die Installation von Stahlplatten wird fortgesetzt, um den Abfluss von radioaktivem Wasser in den Pazifischen Ozean zu verhindern.

Nach dem verheerenden Tsunami am 11. März des Jahres waren die Kühlsysteme in dem Kernkraftwerk ausgefallen. Um eine Kernschmelze zu verhindern, waren große Wassermengen auf den Reaktor gesprüht worden. Das dadurch kontaminierte Wasser sammelte sich um den Reaktor in Auffangbehältern. Am 4. April hatte der Betreiber TEPCO damit begonnen, Teile des verstrahlten Wassers in den Pazifik abzulassen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima-Daiichi“.

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April 4, 2011

Fukushima: 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sollen in den Pazifik abgelassen werden

Fukushima: 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sollen in den Pazifik abgelassen werden

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Veröffentlicht: 20:47, 4. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 04.04.2011 – Der Betreiber des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I in Japan, der Energieversorger TEPCO, begann heute damit, 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean einzuleiten. Es soll sich um mehr als zehn Millionen Liter verstrahltes Kühlwasser handeln, das „schwach radioaktiv“ sein soll. Die Strahlung des Wassers betrage 100 mal mehr als die zulässigen Grenzwerte, erklärte TEPCO.

Regierungssprecher Yukio Edano erklärte: „Wenn die gegenwärtige Lage mit der Anreicherung radioaktiver Substanzen über lange Zeit anhält, wird es riesige Auswirkungen auf den Ozean haben.“

Durch das Ablassen des verstrahlten Kühlwassers soll Platz geschaffen werden, um noch stärker radioaktiv verstrahltes Wasser, das sich in den Reaktoren angesammelt hatte, in Sammelbecken aufzunehmen. Dabei soll es sich um eine Menge von 10.000 Tonnen verstrahltem Wasser handeln. Weitere 1.500 Tonnen Wasser kommen noch hinzu, die sich sich noch in den Reaktoren 5 und 6 befinden. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, zu der Sicherheitsmaßnahme gebe es keine Alternative.

Unterdessen versuchen Techniker weiter Lecks ausfindig zu machen, durch die verstrahltes Wasser in den Pazifischen Ozean gelangt. Die Versuche, einen zwanzig Zentimeter langen Riss im Fundament des Reaktors zu schließen, waren bisher noch nicht erfolgreich.

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April 3, 2011

Riss in einem Reaktorschacht im KKW Fukushima lässt sich nicht abdichten

Riss in einem Reaktorschacht im KKW Fukushima lässt sich nicht abdichten

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Veröffentlicht: 16:11, 3. Apr. 2011 (CEST)
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Ein Erdbeben der Stärke 5,4 vor der Küste von Fukushima wurde am Morgen gemeldet

Ōkuma (Japan), 03.04.2011 – Radioaktiv kontaminiertes Wasser aus Block II des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I fließt auch weiterhin in den Pazifischen Ozean. Versuche, den Riss in einem Kabelschacht unterhalb des Reaktors abzudichten, sind bisher gescheitert. In der Grube soll radioaktives Wasser 20 Zentimeter hoch stehen. Das radioaktive Wasser strahlt mit einer Intensität von 1000 Millisievert pro Stunde.

Wie die Atomsicherheitsbehörde mitteilte, war versucht worden, den Riss mit chemischen Polymeren abzudichten. Der Versuch war bisher jedoch noch nicht erfolgreich. Ingenieure arbeiteten weiter daran. Der Riss in der Reaktorwand soll den Angaben zufolge etwa 20 Zentimeter lang sein. Zuvor war erfolglos versucht worden, das Leck mit Zement abzudichten.

Nach Einschätzung der japanischen Regierung wird der Kampf gegen die Emission von Radioaktivität aus dem Kraftwerk noch monatelang dauern. Am Morgen wurde gemeldet, dass ein Erdbeben der Stärke 5,3 erneut die Region Fukushima erschüttert hat. Das Hypozentrum des Bebens lag 57,3 Kilometer unter dem Meeresboden vor der japanischen Küste, 98 Kilometer östlich von Fukushima, meldet die US-amerikanische Erdbebenwarte USGS, das die Stärke des Bebens jedoch mit 5,4 angab.

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April 2, 2011

Fukushima: Durch Riss in der Reaktorwand sickert radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik

Fukushima: Durch Riss in der Reaktorwand sickert radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifik

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Veröffentlicht: 20:13, 2. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 02.04.2011 – Aus einem Leck unter Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima I läuft radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean. Das bestätigte heute der Kernkraftwerksbetreiber TEPCO. Das Wasser, das aus dem Leck auslaufe, weise einen Strahlungswert von 1000 Millisievert (mSv) pro Stunde auf. Ein Greenpeace-Sprecher bezeichnete eine solche Strahlung als „lebensbedrohlich“. [1][2]

In einer Entfernung von 40 Kilometern von der Reaktorruine wurde im Meer radioaktives Jod entdeckt, dessen Strahlung den zulässigen Grenzwert um das Doppelte übertrifft. Das gab das japanische Wissenschaftsministerium bekannt. Auf diese Nachricht reagierten japanische Fischer entsetzt. Ein Fischer wird von der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit den Worten zitiert: „Was soll nur aus unserem Leben nun werden?“

Der Riss in der Reaktorwand befindet sich in einer zwei Meter tiefen Grube für Stromkabel. TEPCO erklärte, man versuche zurzeit den Riss mit Beton abzudichten.

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Quellen

Fußnoten

  1. 100 mSv gelten als gefährlicher Grenzwert. Eine Dosis von 1000 mSv führt mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu Krebs.
    Quelle: bazonline.ch: AKW unter Notkommando (15.03.2011)
  2. Der deutsche Internetauftritt der Kernenergieindustrie erläutert: „Zur Orientierung: Die mittlere natürliche Strahlendosis in Deutschland beträgt innerhalb eines Jahres 2,1 mSv (Millisievert), die maximale erlaubte Jahresdosis für beruflich strahlenexponierte Personen beträgt 20 mSv.“
    Zitiert lt. kernenergie.de: Fragen und Antworten zu den Ereignissen in Japan, 16.03.2011 (PDF)

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April 1, 2011

TEPCO bestätigt frühere Messungen: Grundwasser doch verstrahlt

TEPCO bestätigt frühere Messungen: Grundwasser doch verstrahlt

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Veröffentlicht: 23:12, 1. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 01.04.2011 – Der japanische Energieversorger TEPCO, Eigner des havarierten Kernkraftwerks Fukushima I, bestätigte heute frühere Messungen der Radioaktivität im Grundwasser in der Nähe des Reaktors 1, wonach sich darin Konzentrationen radioaktiver Teilchen des Elements Jod 131 befinden, die den zulässigen Grenzwert um das 10.000-fache überschreiten. Die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA hatte die Messwerte als fehlerhaft kritisiert. Daraufhin hatte das Unternehmen die Messungen wiederholt.

Der japanische Energiekonzern räumte inzwischen ein, dass ein zur Auswertung von Strahlenmessungen eingesetztes Computerprogramm fehlerhaft arbeite. Außerdem wurde bekannt, dass in dem Kraftwerk nicht genügend Strahlenmessgeräte für die Arbeiter zur Verfügung stünden. Viele der Geräte seien bei dem Erdbeben und dem Tsunami zerstört worden.

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Fukushima: Tepco veröffentlichte falsche Messwerte über Strahlung im Grundwasser

Fukushima: Tepco veröffentlichte falsche Messwerte über Strahlung im Grundwasser

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Veröffentlicht: 15:36, 1. Apr. 2011 (CEST)
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Ōkuma (Japan), 01.04.2011 – Der Kraftwerksbetreiber und Energieversorger Tepco, dem das havarierte Kernkraftwerk Fukushima I gehört, steht erneut wegen seiner Informationspolitik in der Kritik. Die gestern veröffentlichten Messwerte über die Verstrahlung des Grundwassers (Wikinews berichtete) wurden am Freitag von der japanischen Atomaufsichtsbehörde NISA als fehlerhaft bezeichnet.

Gestern war gemeldet worden, im Grundwasser in der Nähe des Reaktors I des KKW Fukushima I seien Messwerte von radioaktivem Jod festgestellt worden, die die entsprechenden Grenzwerte um das 10.000-fache übertroffen hätten. Die Behörde erklärte, das Grundwasser unter dem Reaktor sei wahrscheinlich tatsächlich verstrahlt. Wie hoch die Strahlenbelastung jedoch wirklich ist, wurde nicht bekannt.

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March 31, 2011

Kraftwerkskatastrophe Fukushima-Daiichi: Grundwasser verstrahlt

Kraftwerkskatastrophe Fukushima-Daiichi: Grundwasser verstrahlt

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Veröffentlicht: 21:29, 31. Mär. 2011 (CEST)
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Die Evakuierungszone um das Kernkraftwerk Fukushima I

Ōkuma (Japan), 31.03.2011 – Im Grundwasser in der Nähe von Reaktor 1 des havarierten Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi wurden Strahlenwerte festgestellt, die um den Faktor 10.000 über den erlaubten Grenzwerten liegen. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den KKW-Betreiber Tokyo Electric Power Company (Tepco).

Auch im Meerwasser in der Nähe des Kernkraftwerks wurde eine extrem hohe Konzentration radioaktiver Jod-Partikel gemessen. Die Messungen ergaben Werte, die 4385 Mal über dem Grenzwert liegen. Dieser neue Rekordwert wurde von Experten der japanischen Kernenergiebehörde Nisa dahingehend interpretiert, dass weiterhin radioaktive Teilchen aus dem Reaktorinneren freigesetzt werden. Genaue Angaben über die Lage des Strahlungslecks könnten jedoch zurzeit nicht gemacht werden, wurde erklärt.

Mittlerweile gelten auch Leichen von Menschen, die in der Evakuierungszone durch den Tsunami ums Leben gekommen waren, als so stark radioaktiv belastet, dass zunächst von einer Bergung aus den Trümmern abgesehen werden muss, weil eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bergungsmannschaften befürchtet wird. Auch eine spätere Beerdigung birgt gegenwärtig zu große Risiken, weil das Erdreich radioaktiv verseucht werden könnte. Eine Einäscherung kommt ebenfalls nicht in Frage, weil diese das Risiko berge, dass radioaktive Teilchen in die Luft gelangen könnten.

Eine Ausweitung der Evakuierungszone, wie gestern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gefordert, lehnte die japanische Regierung nach den Worten ihres Sprechers, Yukio Edano, jedoch ab. Zurzeit ist ein Gebiet mit einem Radius von 20 Kilometern um das Kernkraftwerk abgesperrt. Mehr als 70.000 Menschen mussten bisher evakuiert werden. Die IAEA hatte ebenso wie Greenpeace eine 40-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk empfohlen.

Der gestern bekannt gewordene Plan, die Reaktortrümmer mit einer Kunstharzemulsion zu besprühen, um eine weitere Strahlungsemission zu unterbinden, wurde heute wegen einsetzenden Regens zunächst gestoppt.

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March 30, 2011

Kernkraftwerk Fukushima: Kampf gegen Kernschmelze kann noch Monate dauern

Kernkraftwerk Fukushima: Kampf gegen Kernschmelze kann noch Monate dauern

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Veröffentlicht: 21:44, 30. Mär. 2011 (CEST)
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Lage des Kernkraftwerks Fukushima I

Ōkuma (Japan), 30.03.2011 – Die Situation in dem havarierten japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ist auch knapp drei Wochen nach der Ausrufung des atomaren Notstandes nicht unter Kontrolle. Es besteht nach wie vor die Gefahr einer Kernschmelze. Der Ministerpräsident Japans, Naoto Kan, beschrieb die Situation in dem Kraftwerk als „unvorhersehbar“. Experten gehen davon aus, dass es noch Monate dauern könnte, um einen Super-GAU abzuwenden.

Die Hauptlast des Kampfes gegen eine großflächige Verstrahlung bedeutender Teile Japans durch die Kraftwerkshavarie tragen einige Dutzend Arbeiter, die immer wieder in die zerstörten Reaktorblöcke vordringen, um dort die außer Kontrolle geratenen Kernbrennstäbe zu kühlen beziehungsweise die Voraussetzungen für eine effektive Kühlung zu schaffen. Die Arbeitsbedingungen dieser Arbeiter sind lebensbedrohlich. Sie befürchten auch gesundheitliche Folgen für sich. Drei Einsatzkräfte wurden bereits mit hohen Dosen Radioaktivität verstrahlt. Große Gefahr für die Einsatzkräfte wie auch für die Umgebung des Kraftwerkes geht zurzeit von dem radioaktiv verstrahlten Wasser aus, das in den Reaktorblöcken Zwei und Drei teilweise meterhoch steht. Die Einsatzkräfte versuchen, das verstrahlte Wasser abzupumpen. Allerdings ist unklar, wohin es gepumpt werden soll. Auffangbehälter stehen nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Wie Medien berichten, plant die Regierung auch Tanker einzusetzen, um das hochradioaktive Wasser aufzunehmen.

Zur Unterstützung der Reaktorkühlung sollen auch vier Pumpen des deutschen Pumpenherstellers Putzmeister mit Großraumflugzeugen nach Japan transportiert werden. Eine Pumpe des Unternehmens ist bereits in dem Kernkraftwerk im Einsatz. Die besondere Eignung der Maschinen ist insbesondere der Tatsache zu verdanken, dass diese über 70 Meter lange Ausleger („Arme“) verfügen, so dass das Wasser von oben in die offenen Reaktorgebäude gepumpt werden kann. Es wird auch an Plänen gearbeitet, die gleichen Maschinen dafür zu nutzen, die Reaktoren mit Beton zu füllen, um den weiteren Austritt von Strahlung in die Umwelt zu unterbinden.

Eine weitere Gefahr bildet die in die Atmosphäre gelangende Strahlung aus den zerstörten Reaktorgebäuden. Experten der Umweltschutzorganisation Greenpeace stellten am Mittwoch erhöhte Radioaktivität in einem Gebiet nördlich von den Reaktorruinen fest. Greenpeace forderte daher die Ausdehnung der Evakuierungszone um das Kraftwerk. In einem Ort 40 Kilometer nordwestlich des Kernkraftwerks, Iitate, wurden zehn Microsievert pro Stunde gemessen. Wie ein Greenpeace-Sprecher betonte, sei diese Strahlenbelastung gesundheitsgefährdend: „Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen.“ Auch eine Gefährdung der japanischen Hauptstadt Tōkyō ist nicht auszuschließen, weil der Wind am Mittwoch in der Region um das Kernkraftwerk Fukushima drehte. Auch Spuren des hochgiftigen und radioaktiven Schwermetalls Plutonium wurden im Boden um das Kernkraftwerk nachgewiesen. Im Meerwasser vor dem Kernkraftwerk wurden heute stark erhöhte Strahlungswerte gemessen. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, die Konzentration von radioaktivem Jod liege um das 3.355-fache über dem zulässigen Grenzwert.

Um den weiteren Eintrag radioaktiver Stoffe in die Region um das Kernkraftwerk zu unterbinden, plant die Regierung inzwischen das Versprühen von Kunstharz über der Reaktorruine. Nach Meinung von Experten könnte eine solche Harzschicht die Verbreitung radioaktiver Partikel aus den offenen Kraftwerksruinen in die Umgebung verhindern helfen. Auch die Abdeckung der Reaktorgebäude mit einem Spezialgewebe wird diskutiert.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Nuklearunfälle von Fukushima-Daiichi“.

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March 17, 2011

Kernkraftwerk Fukushima I: Rettungsversuche treten in entscheidende Phase ein

Kernkraftwerk Fukushima I: Rettungsversuche treten in entscheidende Phase ein

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Veröffentlicht: 23:46, 17. Mär. 2011 (CET)
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Lage der Reaktoren im KKW Fukushima I

Ōkuma (Japan), 17.03.2011 – Die Lage um den havarierten Kernreaktor Fukushima I sei „sehr ernst, aber relativ stabil“ hieß es heute von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA). Als besorgniserregend gilt insbesondere die Lage im Reaktorblock 4. Die Brennstäbe in diesem Reaktorblock sollen bereits völlig trocken liegen und werden zurzeit offenbar nicht mehr gekühlt. Auch die Brennstäbe in den Siedewasserreaktoren 1 und 3 seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt. Im Reaktor 2 soll das Wasser etwas oberhalb der Hälfte stehen. Allerdings seien die Strahlungswerte in dem evakuierten Gebiet um das Kernkraftwerk stabil geblieben. Eine Ausnahme von dieser Aussage bildete offenbar ein Gebiet 30 Kilometer nordwestlich des havarierten Reaktors, dort wurden erhöhte Strahlungsmesswerte gemessen. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete, lagen die Messwerte bei 0,17 Millisievert pro Stunde. In der Nähe der Reaktoren herrscht nach Angaben der US-Atombehörde NRC gegenwärtig eine erhöhte Strahlung, die das Leben der dort arbeitenden Ingenieure und Arbeiter bedrohe. Der Leiter der NRC, Gregory Jackzo, sagte: „Die drohende Strahlendosis könnte sich in kürzester Zeit als tödlich erweisen.“ Die IAEA teilte mit, bei Arbeiten an dem Reaktor seien bereits 23 Menschen verletzt worden. 20 weitere Mitarbeiter seien verstrahlt. Zurzeit werden Freiwillige gesucht, die bereit sind, die Arbeiten zur Kühlung der havarierten Kernkraftreaktoren zu unterstützen.

Die Gefahr einer Kernschmelze ist noch nicht gebannt. Bis Freitag oder Samstag wird sich nach Ansicht von Experten entscheiden, ob eine Kernschmelze verhindert und damit ein Super-GAU vermieden werden kann. Entscheidend sei, ob es gelinge, die Kühlversuche an Block 4 erfolgreich fortzusetzen, sagte Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz. In diesem Reaktor liegen verbrauchte Kernbrennstäbe offen in einem Abklingbecken.

Mit Hubschraubern und Löschfahrzeugen war den ganzen Tag über versucht worden, Wasser zu den überhitzten Brennstäben zu bringen. Wegen der hohen Strahlung über den Reaktoren mussten die Einsätze jedoch mehrfach unterbrochen werden. In hundert Metern Höhe über den strahlenden Reaktoren lag die Radioaktivität bei 87,7 Millisievert. Weiterhin setzen die Verantwortlichen ihre Hoffnungen darauf, dass es gelingt, mit Hilfe eines neu verlegten, 1.000 Meter langen Starkstromkabels die ausgefallenen Kühlpumpen wieder in Gang zu setzen. Nach Angaben des KKW-Betreibers TEPCO soll zunächst der beschädigte Reaktor 2 mit Strom versorgt werden. Ob die Wasserpumpen anspringen, gilt jedoch keineswegs als sicher.

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