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September 3, 2009

Atommülllager Asse hat gravierende Mängel – Anti-Atom-Treck auf dem Weg nach Berlin

Atommülllager Asse hat gravierende Mängel – Anti-Atom-Treck auf dem Weg nach Berlin

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Veröffentlicht: 13:10, 3. Sep. 2009 (CEST)
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Fördergerüst des Schachts Asse II

Samtgemeinde Asse (Deutschland), 03.09.2009 – Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass das Atommüllager Asse gravierende Mängel besitzt. Beim Lager Asse hätten Betreiber, Behörden und Wissenschaftler jahrelang über die Mängel geschwiegen, erklärte Wolfram König, der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), am Montag, dem 31. August 2009, bei der Eröffnung einer Ausstellung über Atommülllagerung in Stuttgart. Der BfS-Chef sagte, die Wissenschaft habe versagt. Es sei sieben bis acht Jahre lang verschwiegen worden, dass in das ehemalige Bergwerk Asse Wasser eindringe, dass der Strahlenschutz mangelhaft sei und dass es keine ausreichenden Rechtsgrundlagen gebe. „Man hat aus ökonomischen Interessen eine Entsorgung betrieben, weil man die Kernenergie ausbauen wollte“, sagte König bei der Ausstellungseröffnung.

In der Schachtanlage Asse II lagern etwa 28 Kilogramm Plutonium, ungefähr dreimal so viel wie bisher bekannt. Bislang wurden als offizielle Zahl immer 9,6 Kilogramm Plutonium angegeben. Die Zahl von 28 Kilogramm ergab eine Untersuchung des ehemaligen Asse-Betreibers, des Helmholtz-Zentrums München. In einer Erklärung vom Wochenende wurde die falsche Angabe der Plutoniummenge in Asse auf einen „Übertragungsfehler zwischen einer Abteilung des Forschungszentrums Karlsruhe und der damals zuständigen Gesellschaft für Strahlenforschung“ zurückgeführt.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel reagierte empört: „Es ist unglaublich, dass man sich bei einem so gefährlichen Stoff wie Plutonium einfach in der Mengenangabe irrt.“

Am Wochenende startete in Gorleben ein Anti-Atom-Treck nach Berlin, der am gestrigen Mittwoch beim Atommüllager Asse Zwischenstation machte. Am Freitag soll der Zug in Berlin eintreffen. Mehrere Traktoren hätten die Zufahrtsstraße nach Asse versperrt und rund 20 Demonstranten seien auf den Förderturm geklettert, teilte ein Sprecher des Trecks mit. Etwa 100 Umweltschützer sollen auf das Schachtgelände vorgedrungen sein. Die Protestaktion sei nach etwa 20 Minuten beendet worden, sagte der Sprecher des BfS, Werner Nording. Anschließend fuhr der Treck weiter Richtung Helmstedt, wo er gestern Abend eintraf. Einige vermummte Störer haben dort die Gebäudefassade des Energieversorgers E.ON Avacon mit mehreren Farbbeuteln beworfen. Ansonsten verlief der Protestzug friedlich. Die Polizei konnte verhindern, dass Fahnen heruntergerissen wurden. Zu den Vorfällen kam es bei einer spontanen Kundgebung vor dem Firmengebäude.

Proteste gibt es auch von Seiten der Samtgemeinde: So sagte die Bürgermeisterin von Asse, Regina Bollmeier (SPD), Atomenergie sei lebensgefährlich und teuer. Sie rief dazu auf, „die Finger davon zu lassen“, es gäbe genug Alternativen. Pastorin Kirstin Müller berichtete, dass sich Anwohner regelmäßig am Atommülllager Asse zu Andachten versammelten.

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February 28, 2009

Tausende bei 52 Kilometer langer Lichterkette gegen Atomkraft

Tausende bei 52 Kilometer langer Lichterkette gegen Atomkraft

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Veröffentlicht: 23:06, 28. Feb. 2009 (CET)
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Förderturm des Forschungsbergwerks Asse

Braunschweig (Deutschland), 28.02.2009 – Am Donnerstagabend gegen 19:00 Uhr nahmen in der Region Braunschweig zwischen 10.000 und 15.000 Menschen an einer 51 Kilometer langen Lichterkette gegen Atomkraft teil. Insbesondere wollten die Teilnehmer ein Zeichen gegen die Lagerung von Atommüll setzen. Aus diesem Grund führte die Kette am Forschungsbergwerk Asse vorbei, wo in Schacht II Atomfässer gelagert wurden. Von dort aus ging die Lichterkette zum etwa 27 Kilometer entfernten, als Endlager angedachten Schacht Konrad. „Etwa alle drei Meter stand jemand – das ist mehr, als ich mir erträumt habe“, sagte Organisator Peter Dickel. Viele davon hätten zum ersten Mal gegen das Endlager protestiert, was auf die gesteigerte Sensibilität der Menschen nach den Pannen in Asse II zurückzuführen sei, so Dickel. In Asse war es zu verschiedenen sicherheitsrelevanten Problemen – beispielsweise Wassereinbrüchen – gekommen, woraufhin das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber eingesetzt wurde.

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